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Full text of "Archiv für die Geschichte des Niederrheins"

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31 r d) i t» 



für fcie 



©efc^ic^te be$ ^iet>errj)ein$- 



herausgegeben 



un 



S^eob. 3of. gacomblet, 

jtftnigl. «preufj: 9lr<tycrat&e unfc Brtfiotyefar. 



€r(lc 2U>t&etfong: 

©pradj* unb Wed)taattcrtt)umer, 



grfler 93 a n &♦ 



©üffclborf, 1832, 
«Slberfefo , 3d>öniairW)c <bud)f>anMuitg in Somimfiiott.) 



V 



491 

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pUi-rt* 



Onfcfltt t>U erften ©onbt* 

(er(U«$eft): ^ 

Socwo'rt : 9Ian b*r S^rift ' 

SpracTjöfnßmSler. 

I. Olflttftt 6tutf*e «Beiirjtforinel 1 

IL twent* nun bctn fabfle iöenifuj um) Stberolie Bei 

Stifte« efftn 9 

UL ffiifittre Ifieife ber in ©raff* EiutiWa abgebrühten 

%)TUd)|ta« fit« ©ettdjtrf SM)!« unb fropMIiol - '& 
IT. ©lofftn < Sammlung auf fruit fünften M Stell bis 

12Jirt 3ofjit)imfc«rr* 27 

KKÖteDniRmarfr. 

@ifrf«"rnnfl ju ben ERitter. unb fiantrettiten »er ©rafföaf. 
trn unb fpitrrn $tr}ogtbümcr »tr« unb 3 üli*. 
Certlidjfeiten. »brifi Der 53 ilbmtfl* gefaxte biefer 
SDpnairien unb ibrer iffentlicljen SerfiitTung. Utberfid)! 
ber n>i(f|fiaflen prieatte^ttidien ©eflimmungen unterer 
9h<f)t#benfm4ier. 9bfaffun0«gtfa>id}tf ber 3ülidl ■ 
53ergLf*en ffledjMortnuna, ton 1555 ... 30 

I. [Ritter = unb Sanbr«t)t bet ©raffetjaft Berg 79 

II. 2anbred)t bei 8itr(ten«)um* 3«<id) • ■ • Üt 
IU. Seftättgung ber 'prieileflien ber Stanbe unb ber 

Sanbfoaft »er« 148 

vi. Sinfübrung brf 9teprifentation#red>t<« ber Snfei . 157 

Die Batenre* tleberfirfjt . . 162 

T. Stitenrtd)te bi Xanten .172 

VI. Satenredtfe bi innen .197 

VII. Satenrrite bi t r i * . 205 
vlll.üfcrafMenbi eerfäiebener Selb. 

(orten unb im fjhebmbein aui 

b«n löhn .... 207 



0|ti>ette* £eft): 

©eite 

Die fcunbfdjaff«* am 9?ieberrf>ein • . . 209 

IX. Urfunbe ber Slbtei <2Habbaa> über tic ©ifbung einer 

©emeine, »on 1203 213 

x. 3ü(pi*er 2Bei«tbum, au« ber erjten ©äffte be« loten 

3abrf>unbert« 215 

XI. 2Bei«tbum ber fünf Dörfer 2irfd)berg, 3gef, Sangfur, 

Söiefenia, unb ©reoenfd) im Sanbfrei« Xrier, au« 

bem anfange be« 14. Sabrbunbert« ... 255 
XII. Jura et institutiones Treverice civitatis, aili bem 

anfange be« 14. 3«brbunberf« .... 258 

XIII. ßrjbifdjof £einrid> oon eöln befebeibet tie SBorfteber 

ber (Butt unb bc«- gante* Stempen ju einer 55e* 
ratbung, 1322 276 

XIV. Dit is dat Hecht, dat eyn Ertzbusschoff van Colne 

halt in dem Lande ind velde van Geyseren up 
dyssyt der Nersen 277 

XV. ©ei*rbum ber ©errfic^Peit ber ©rtföffer Siebberg, 

#ül*ratb unb Docf in ^an Dörfern kleinen broia> 
unb *Bütta>en, 1369 280 

XVI. ffiityefm, £ergog «on 93erg, befreiet einen £of, u. 91., 

»on bem £unramte, 1392 2Stt 

XVII. $3u# ber im 3<*br 1555- belogener (Munbigung 
im prjrentbum Sflerg »on wegen eine« jeben ®e= 
rid)t alten berfommen ttub $raua> . . . 288 

2Bet«rbum ber Ofentüren unb gut«berrIittVn 
©eredjtfame eine« (Jrjbifd^of« »on Xrier im anfange 
be* 13. 3a&rbunbertt. lletferfidjt .... 297 

XVIII. Hec sunt iura Archicpiscopi Treverensis etc. . 309 
XIX. Die üte&ftt eine* Jtämmerer* »on Sülid), 1331 . 392 

XX. Dyt synt eyns Erffmarschalcks van Gulge Rech- 
ten, au« bem 14. Sabrbunbert .... 395 

XXI. SlrtifeJ be« ft. £ubert«* £>rben« »on bem Sabr 1444 399 

XXII. T>ai 3üliaVfd)e 9Jianngerid)t, in ber ©treitfadje be« 

äerjog« (ÜJerbarb »on 3ütid> unb 93erg gegen t>it 
©rafen »on Sölanberfa^eib * SSlanfenf^eim . . 401 

2Bortregi|rer ju ben Dted^benfmäfern be« erflen 
33anbe« 415 



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21 t cf) i D 



für t«e 



©fjtyitJW i>e$ 9tiel>enrf>ein& 



herausgegeben 



Mit 



l £&eot>. 3of» gacomblct, 

»im*l. <Dr<uf. «rd>»ratie unb SiMiotfref«. 



€rjfc &6t(>cihing : 

&y»ad)< uttfe 9tcrf)t«a(tcrtljintter. 



I. 33an»f* erfled <£>rft. 



^DüffctDorf, 1851. 

(SfterfefS , $4öman'ftye SuAljanfcluitg in Sommifliott.) 



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« -'' *■ i 



©eitler #od)mof)löcborctt 



b e W 



JRitter t>e* rotten «biet # Orten« jtoeiter Älaff* 
mit eid)enfaub> ic, ic* 



|>entt fc n Hefter, 



ehrerbietig jl jufleeignet 



»on 



6«ffi ^eräUöge&fr, 



33 o t ft> o v *♦ 



33ei bent Seginne einer ©cfyrift, beten Sttel 
auf ein fortfd)reitenbe$ unb umfaffenbe* Untere 
nehmen fcinbeutet, fte^t ftd> ber Herausgeber t>er# 
pflichtet, ben gewählten tylan offen ju legen, unb 
um fo me$r, al* bie Aufgabe, welche jl<& Jwer* 
nad) barftefft, bie 3#etfna$me aller unterrichteten, 
mit ber t>aterttnbif$en JBorjeit befreunbeten Sefer 
in Slnfprui) nimmt 

©ad 3(rd)it> für bie ©efd&ic&te bei 
lieber r$ ein* fott einer biefer *Prot>tn$ ge* 
tüibmeten Urfunben * (Sammlung , bie feit cini$tn 
3a£ren fd)on bereitet wirb, &orange$en unb fünf* 
tig fte begleiten. (Si foll ba&er fyeifö fold>e ge* 



VI 



fdfricbtlidje ©enfmafe aufnehmen unb erläutern, 
welchen eine urfunblidje Jorm, ein bejtiromter 
3eitpunft beä Urfprungeä ober eine allgemein 
gültige SBtcfytigfett fefrtt, unb bie £ierburd) ober 
in anberer 9Ktdf|Td?t jur Slufna&me in ein mit 
2Baf>[ gcbtlbeteä Urfunbenbud} ungeeignet erfdjetnen; 
tfceilä in befonbern Staublungen bie einjelnen 
SBerf>äftniffe erörtern, beren t>erf<ftlungene ftbbtn 
bat ©eroebe ber ©efdjtdjjte, unb ittöbefonbere ber 
©efcbtcbte einer früfce fd>on Wb faft ein 3>a£r* 
taufenb fcinDurd} in eine SKenge felbftjUnbiger 
©ebiete aufgeföften ?)romn$ bilben, unb ba^er 
icn gorfdjer überall gefonberte ^Pfobe ju burcfa 
toanbern nöt^igt, efce jie *>on einer überjtcbtlidjen 
$öf>e <iug ba$ ©efarnmtbilp an tym t?prübe* 
fuhren fenn* 

§ür bie StufOeffung eilte* $)ipfpmaterä tft eä 
föugf* eJ3 sermerftid) anetfannt, bie Urf unben nadj 
gwäfefteu fad)I(d)en 53ejiebungen in ^n fp siele 
ftplgen ju fonbfrn; bajftlbe fpß wtm$r, <*($ ge* 
tticinfame SDuette jeberartiger 2fP?f<feung/ (t? bem 
gemeinfamen 9tinge ber &itf<>l$t anregen* 93ei 
fcew übermiegenben SBprtfjeifc tiefe? $nprbuuug tritt 
inbeg «l(er fatilifa 3ufamme«!wng au$ bem Sluge, 
wte u?4I>reu& m Urf uubenbucö bei je&« ^bfaffuugfc 

Wfife nur trctfene 3eugniffe Aber einjein? %tyte 
f«<*KU bieten fann, ntuß b«ä ^ronofpgifc^ geprb* 



VII 



ttete bem in ber 2luffajfung unb JBerFnupfung fok 
cber ÜRaterialien minber geübten Sefer nur nod» 
ungenießbare erfcfceinem ©aber ijt febon t>erfud)t 
toorben, erjd^Ienbe Ueberfuftten soranjufleffen ; ab 
(ein biefe $erm6gen weber Dem £efer, Der mt ent* 
wdfelnbc gefdjtcbtlicbe ©arftettung erwartet, ju ge* 
nügen, nod) ber gforfebung in Jöejie&ung auf bic 
Urfunben einen befonbern <Öienfl ju leiftem JDemt, 
abgefeben ba&on, baff fte meijl nur ©efd)(ed)tfe 
folgen ber »erfdjiebenen Stynajlen aufjMen, ®e* 
bietä&erinberungen anjeigen ober ©efammtergeb* 
niffe einjelner 3«tf reife liefern Wnnen, unb felbfl 
baju au« ben ©cfyranfen ber in bem Urfunben* 
bud) enthaltenen SRac&ricbten heraustreten unb au* 
anbern Duetten febäpfen muffen; fp bleibt ber 
größere %fyit unb oft ^er wefentlicbere 3nfwft 
ber Urfunben unbenugbar unb unberührt in ber 
Ueberfldjt, bie ju einer SBerjroeigung ber tnancfc 
fadjen SJer^Aftniffe, ÜÄotioe unb fyatfatyn »e? 
ber Kaum nod) %nfalt firibtu 

m 

3fcod> ein anberer Umfianb erforbert SBeacfc 
tung« Gin Urf unbenbueb , a(ö bie reinfie Öuette 
für bie ©efdjicbte, tritt al* (euebtenber ©tern in 
bem bunfeln ©ebiete tyrer Srforfcbung $erwr/ 
toertytooft niebt bloß ber ^Pro&inj, ber ci eigen; 
tbömlicb getoibmet ijl, fonbern bem gefammten 
SWutterlanbe, beffen ©lieb fte ijt, mit beffen ©e* 



VIII 



fd)kt)te fyre J&aupteretgniffe fld> eng verflechten. 
Da$ Urfunbenbudj muß batyer md>t nur bie fdjoit 
erwähnten, tfcrer gorm, $ re * UrfprungeS ober 
ltmfangeö nad), unpajfenben SDenfmale auöfdj>lte* 
fen; e8 fann bei feinem wichtigen JÄange für ge* 
fd)tcf)tlid)en ©emeiS, ofme ben tnnern 2Ber$ unb 
baö allgemeine ^nterejfe ju f<^n>d^en / jene jafrk 
reiben UrFunben mcfyt aufnehmen, bie nur für 
einzelne Certlidtf eit , 2lbjlammung, Sprache unb 
(Bitte, wenn audt) für tiefe wn entfefoiebenem 
SBert&c ftnb. 

£»iefe Jlnftdfrten bewogen ben £erau$geber, 
ttad) bem toorbejeic&neten spiane, für bie fünftige 
Slbfajfung einer ^)romnjialgefcfeic^te unb bie föiU 
bung eine^ baju ge^rigen UrfunbenbudjS, eine 
einleitende unb vorbereitende ©ammlung anju* 
legen, weldje erörtern unb an geeigneter (&teUe 
aufnehmen fott # waä jene cd$ ermittelt vorauf 
fegen unb biefe* »on ftcfc weifen mu$. 

SBaS nun bie »norbnung be* Sfrcfttaa fefbfl 
betrifft, fo f ebenen bei ber Stenge unb Wand)* 
faltigfeit ber ju befcanbefnben ©egenjtdnbe einige 
#auptfonberungen ber ©ad)e angetroffen unb b e m 
Sefer bienlidfrer, bejfen Jorfdjung nur auf (J inen 
©egrnfianb gerichtet ift, ©a$ 8lrd)it> btfbet ba&er 
vier Abteilungen« SDen 3n£alt ber erjien 



IX 



fprtd)t Da* aorliegenbe Jptft aui. Die gleite tfl 
ber 2lufha£me Afterer <2$romfen unb au$ £2ue(fat 
gefd)6pfter gefd)id)tltd>er $uffä$e genribmet, bte 
entweber nocfc gar nic^t ober nur fe&lerbaft ge* 
brucft, ober aud> in S£age$bfättern niebergelegt 
toorben unb mit biefen fajl untergegangen finfc 
©ic Dritte befjanbelt bie toj)ograpf>ifd)en, bte sterte 
enblid> bte genealogtfd&en Aufgaben, inbem jene 
bie ®efd)trf)te ber ctnjelnen Reinen ©ebiete, ber 
©tdbte, {Burgen / geifHidjen (Stiftungen u« f. »•, 
biefe aber bie .®efd)led)ttfblge unb ©d)itffale ber 
alten Jtynajten unb 5Ritterfcf)aftIirf)en ftamüim, 
Fotografien , gitterAr* unb itunflgegenfttnbe, unb 
toaä fufc überall pajfenb auflieft, enthalten foH. 

93ri biefem Unternehmen überhaupt aber 
benft ber Herausgeber bem für gefc&idjtficfoe ©tu* 
bien allgemein aufgefäjtojfenen ©inne, unb na* 
tnentlicft in JBejiefcung auf bie £anbe am SRieber* 
r^etn, einem anerfannten ©ebärfnijfe ju begegnen« 
3n verjüngter Siebe ju bem beutfdfren SSaterlanbe 
ftnb und bie Denfmale feiner JBorjeit teurer, efrr* 
loitrbiger geworben , unb eine KcfytDoUerc ©etradj* 
tung tyit bie alten $fabe Derlajfen, auf wetzen 
bie ©efd)id)te Fatt unb $eimat$ioä an un8 t>or* 
überjog* ©ie le^rt und in Un engern Ära* bei 
bewegten Sebenö, in baö innere feiner mandjfa* 
djen gefeUf^aft(i^en SBer&dltniffe einbringen, unb 



um \)itx avti fcte grpf en <£rf#euwngen ober (Jreig* 
mffe längerer 3ritabf<ftmtte verfielt! unb wörtigen, 
3ebem fotnbe, jeber ^rppinj ift fcier&urcfc m eige* 
nti weitci gefo ber friftorifcfren gforfö wg eröffnet ; 
bpdj ipo&( in feiner iß tiefe Aufgabe nod} minber 
griffet, afö tbtn in feen für bie Altere unb mittlere 
3eit fp einigen <$egenben te$ 9ffteberr$ein$* 

3n ber 3#at> bie @efd&id>te mt& feer Me* 
ffen imb merftpurbigjlen Gfrjftifte ift fajl *>er»ai* 
fet, unb nicfyt ofwe ©efdjAroung vermögen toir 
nur trodfene ß&ronotpgien über §6ln$ Srjbi* 
fäöfe, ober eine bürftfge, unjweridfltge ^^rpntf 
wto ein in entgegengefefcter SlbfWjt ^erfaßte* 
SBerf, $pffarf$ befanute Securis* aufjuroetfen, 
ba$ bei <jfei<ft einfeitiger unb ungenießbarer $e* 
tymtfvng feiner Aufgabe, bpdj fajl baä einjige 
ift, roeldjeä mt Slnjabl t>on Urfunben liefert« 
Unerreicht tft bie 5lbftd)t beä ^p^ann ©eleu 
geblieben; unb wenn $m audj btplomatifcbe Art* 
tif unb Unbefangenheit gefegt $abtn bforften, fp 
würbe bennodf) feine STOetropoK* mit bem Urfun* 
benfd)afce, ben er in feiner amtlichen Stellung ju 
fammefa ©elegenfcett gefunden ^atte # eine reifere 
ßueffe ftmfttger ©tubien geworben feyn, afö fein 
©ruber SCegibiuS (beffen SBerFe wir immer banfc 
bar e&ren wollen) baraud uni überliefert« 2Bp# 
M c& nodfp mehrere SDWnner gegeben, bie eben fp 



XI 



fe^r tjott Äeitd tniffen, ali von Siebt für bie $efe 
tttatblidjc <g>ef<bi(bte erfufft, fcber einjelne 3roetge 
berfefben (in bettereä 8id>t ausbreiten bemalt 
gewefen jinb f Stflein siele beben fid? auf beut 
buntein $fabe ber r6mifc^eti $orjcit abgemübet/ 
»dbrenb Die u«c&folgenbe fr&nfifd^c «perrfdjaft, feie 
SBtege ber fydtern imtern unb äffentlidjen (Jm* 
ricbtungen, ungefannt, fafl unberübrt geblieben t#; 
3lnbere fyabtn nur ba« 33ejteb*nbe ber firttyic&en, 
ber Sftofet** ober ©taatö ; 93erfaffung in'ä Sluge 
genommen ; nirgenb aber tft auf urfunblidjent 
SHSegc unbefangen unb tiefe? " eingebrungen unb bie 
<$rnnb(age einer ipafcrbaften £anbe$gef<$Kfyte ge* 
flutet wprben* 

SWebr, boefc eben wenig genugenb, fli 
füx bie @efd)id)te ber ^erjogrimmer 3u(ic&, 
^öerg, <5le»e unb ber sngebSrigen ${anbe ge*, 
f<&e$en, ynbwr SlKen gebohrt unferm fcefeben* 
mÄcfjer bie (fljre, bei wenigen J^uffSmitteln *ber 

unverbrpflenein gffeifte, i uer f* « ne * 5^ e ^ $ r * r 
®efdjidjte gejogea vfö eine SWenge t>on %fats 

fachen in Wnen 3«&rbfo&ern jufammengefattt ja 

baben* n??l<fce JOiJ&mar, in einer ^weiten 2tu& 
gäbe,, mit einer ^njabl Urfunben für €fet>e unb 
ÜRwf taefttrfe 3£tenn $efäenm«d)era Sßerf, 
n«<Ä ber ^«iblnng*n?eife feiner 3 e it/ ««* 
bie g«mö(en ber Wffj®eb««en Stynafteu in ibrett 



XII 



Sbffammungen, $er$n>eigungen, $e$ben, <5r* 
Werbungen u* f. »♦ jum ®egenfianbe nimmt: fo 
ergeben fid> bie Sbtnalen tiefer £anbe, welche unter 
ben Stamm oon Srofy unb SKappiuä erfc^ie^ 
tten finb, Am fo wenig Aber jenen ©tanbpunft 
unb fetjieten, auf er ber ^Berichtigung einiger $xt* 
tifümtt unb ber Sinberleibung bon Urfunben für 
36(icft unb ©erg, überhaupt wenig SerbienfHicfce** 
3Birf>tiger waren für bie julefct genannten gärjten* 
tyftmer bie Senkungen be$ ®ebeimenra$$ unb 
Ärdjibar* wn Siebin groben ju Duffetoorf, ber 
wA$renb beö festen 3a$rjebenb$ feinet gebend 
(t 1678), au* ben fürjWidjen unb fKftiföen »r* 
d)iom eine weitttuftige Urfunben * ©ammhing ge* 
bflbet unb bie ©efdjidjte mehrerer ©ijnaftenbdufer 
bearbeitet $atte; aßetn er tyettte mit 3>ofcftim ©e* 
!en tin gfeidjeS 2oo$, unb feine nadjgelaffenen 
©Triften blieben fange ber SBiffenfc^aft borentbafc 
ten, btö fte ber furfÄrftfidjen ©iblietfref ju SRom» 
$eim einberiefet, im 3af>r 1769 bon einem jum 
gen 2lf abemifer , Äremer, bemerft würben, ber 
barattö bie befannten »3(fabenufdjpn ©eitrige j«r 
©üfcfc unb 53ergifd>ett <&fdpcbte« entnahm, meiere 
Same 9 mit bem britten Oanbe fortgefegt $at 

SDie StebingbbbenY^e Arbeit befdjrdnft fuft 
jwar ebenfalls auf genea(ogif$e Ermittelungen, 
fu#t aber frier auf feflem ©oben, auf Urfunben; 



XIII 



unb tnbem ffe über jene («tagen wn einem ©Ka* 
©racflte, t)on ben ©ebrübern ttrjuti u. f* w. weg* 
ftljreitet, twmit bie Äramfen be« 13 — 15. 3a$r# 
$unbert$ bie ©efdjledjtSfinie ber ©ynafien wt 
©rt>e, t>on SUtena (ÜRarf) unb 93erg pomphaft 
«n^ebe^ unb bem n^ren Urfprunge nd$er bringt; 
fettet fie auf ben frühem tnnern 3aftanb ber 9)rt& 
tnnj fetbji bebeutfam $in. ©ie würbe aber we? 
gen ber ja$lreic&en Urfunben, bie fte begleiten, 
nod) fd&A$barer fepn, wenn biefe mit jlener Streue 
wiebergegeben wären, welche wrgägttcft in ©djrefe 
fetmg ber Ort«? unb $erfonen * Stamm unb am 
berer eigentümlicher JluSbrücfe unerföfHid) ift 
Den genannten £erau*gebern festen bie ÜÄittel, 
bie &4uftg begangenen geiler ju wrbejfern; fie 
beriefen burd) bie tteberfc&riften ber Urfunben 
unb ben Üttangel Jeglic&er örfforung eines alten 
Ortftnamen* u* f> w>, baf tynen bad 8anb, bem 
ba* JBerf ange$6rte, gAn}(i$ fremb war« 

<S* fann bie 3ttfW>t frier nidjt feyn, bie ibtu 
gen Meinem ©Triften aufjujd^en, welche ben 
geföu&tUdjen Ärete unfern $romn{ berühren : ein 
umfaffenbe* Urfunbenbud) vtib eine fritifdje Sttf 
leitung unb ©efdKd)te, etwa wie ty. Sonbam 
unb van <S>patn jle für (Selbem geliefert $** 
ben, fefrft mi notif gdnjlic^ 



XIV 

h 

2ltferbing$ fteffte ber frühere politifcfoe 3 U - 
ffanb einer fett bem 12* 3ä$r&unbert in fo Diele 
feteflftänbige ©ebiete jerrifienen yrqmnj bem gor* 
fc&er Doppelte ©<$roim'cjfett entgegen, ba er überall 
nidjt nur an ßrirtjetn&eiten aerwieferi war unb 
ben gaben ifyxei SBer&Aftnijfe weither ju perfolgen 
fcatte, fonbem autfc bie Guettert felbji imjüg&ng* 
Iid^ fanb* 

StoS fefrr berfdjie&enartigfen 9ied&t$titeln : afd 
(Jrbe, SBogteifdjaft, 8e£n unb $fanb Ratten ficfr 
bie Steife ber neuen Territorien jufämmengefögt; 
wobei Siütffatt unb 26fe ber 3 u to"ft Bebungen 
waren ; tnelfad» oerjweiget waren alle biefe Keinen 
Itynajtenfamilien unter ftcf> unb mit benadjbarten, 
immer bereit, Srbattfprftdfje ju erwecfen; &ier 
tyatte Sluöftbung, bort SBiberfprud} baö fcftwan* 
falbe £)afet?n einet diedftö efjeugt , ober bei all* 
mdliger Entwicklung feined äuäflujfe*, bei oer* 
dnberter gorm war fein Stitel unpaffenb geworben ; 
äffentyalbeit verliefen unb vermittelten firf) bie ©ren* 
jat ber ®cbittt, fd)lof$m nid)t feiten grembfjero 
U$e6 in tyren äreidlinien ein; 3uri£bictiond i unb 
*&oj>ett$ * ßonflicte alter 2(rt ermäbetett in fmnberk 
jährigen 93et$anbtangen : fo entfprang natürlich 
jene ©eforgniß, womit man bie 9trd?fot toerfdtfofl, 
unb auö i&ren einfamett (Semölben brang fauttt 
nur eine Urfunbe in'ä 2eben herüber, wenn fi< 



XV 



irgenb eittert ©*jt& obet " 9fofi>rud> toert^eibigen 
mußte*. 

8ßa£ äu$ bent Stamme ßfiner ^romnj 
entfproffen, m gefonberten &totiQtn fw«* @ nt * 
nncfetung entgegengereift tjl, £at bie ©egenroart 
ju Sin er 5?rone gtücttid} wiebet vereinigt Itnb 
xoit übet bie Sinie ber fru^rrt engen JBegrertjun* 
gert fcinauS bet giroerbltdje Jleif feirt fri&licM 
geben »erbreitet, fo barf aud) bie freiere ftörfd&ung 
ben oerföfungertert gefd)ic&tfic&ert JBerfcdttriiffen fofc 
gen* $ene weife ftürforge aber, toefd&e $reu* 
fenä fco&e unb ^6cf>fte 93e$6rben überaK aitäjeid»* 
net> n>o eö bie ftdrberung ttnjfenfc&aftlic&er 3wecfc 
itnb geiftiger Kultur gift, $at aud) fcier bie treffe 
liijfien mittd geboten, ©efammelt ftnb bie ja#* 
reiben ©enfmafe, mld)t bie ^errfeftaftiidfren unb jttf* 
ttfdjen 3Crcf>it>e t>e*f Stoffen, ober bie tint ftörmifd>e 
3eit jerftreuet fjatte, unb in gemeütnüfcigen #n* 
ftalten ber ^rotnnj unb i^ret ©efcfytdjte geroibtoet* 

©cfcon $at b« obere $$eif ber preufjifc&ert 
9tyeim unb SKofettanbe in ©üntfcer'S serbtenfc 
t>otfer Arbeit dnt neue reiche Guette fär baä &i* 
ftofifdje ©tubtuni erhalten; ein umfaffenbed ite 
funbenroerf barf SBejtyfjaten t>on bent bortigen 
Vereine erwarten i ben gförfdfrungen aber, woju 
bie in bent f6nig(ic^en 2lrd[;it>e ju $)itffefoprf ge* 



XVI 



fammelteri Sattbeä * unb ©ttft$ * 2lrd)foe reiche 
ÜRaterialien darbieten, tjl tV$ ©efontoere ine t>ef^ 
bmbenbe SWitte jener befreit 2an&e$tyei(e vorbei 
Softem 



g?prac?mettiuiiälcr- 



i. 

»eltefle beutfd>e «eic^tformct 

iOfe £anbfdjrift, »orin ber Herausgeber bai nadp 
ftetyenbe fdjcne ©prad)benfma( entbecfte, entf)äft bai 
©acramentar ©regorS b. @«, mit QHnmifäwtbtn an* 
bem @efafTfd>en; ettt Calenbarinm unb mehrere titty 
lidje ftormetn unb Jectfonen, *>on etwa* berfcf)iebettfr 
$anb, jlnb ttjeiti borgeljef tet, tyeitd angeredet. Urt* 
ter biefen jeugen einige (gimoetynngS* nnb S3efd)tt>6# 
wng$# Formeln > g. 93* bei ©otteöurtfyetten bnrd) bie 
9Baffer* unb Feuerprobe, für baö Stfter ber $anb# 
fctyrift» ^)ter ftnbet fld) and) ein Ordo ad dandam 
poenitentiam , worauf, ofyne Stöfafe ober Stenbernng 
ber ©dprifi, bie borffegenbe 93eicf>tforme( fofgt; beider 
fte leidet unbemerft treiben fonnte. 

3n alter 3eit f^at bie S)antfd)tift, n>eld»e bie 
©puren eine« l>unbertjäf)rigen ®ebraud>e$ geigt, beut 
grauenfKfte ju (Sflen gebient , bem fle »iettetdjt , ba 
ein fo!c*>e* Sucf) ju ben erjfen SBebfirfhiffen einer 
ttenen titdjlidjtn $f[angung geirrte > bon i&rem ©tif# 
ter, bem Siföofe »Ifrib Don $tfbe*!;eim, alfo falb 
narf) ber ÜRftte be* nnmttn 3a^ttnberW , gugetten» 
bet »orten i(t $fo$ bie ©djriftgige fegeictytrn ba« 



neunte 3abrf)uubert unb bie ©pracfje bed Denfmafö 
felbji berechtigt, beffen Slbfaffung bem Slnfange biefeS 
ober nodj bem @nbe beä achten SafyrfyunberW juju* 
fäxeiben. 

Um fo Wljer aber bürfen toix baffetbe fd)d6en, 
ati e$ nid)t nur ein feftener SBeitrag für bie dfteftett 
gönnen ber fdc^fffcfjcn ober tt>ejtyl)dfifd}en ©pracfje, 
fonbern überhaupt bie dftefle beutfcfje Seidjtformer unb 
bie Duette alter biäfyer befannt geworbenen tfh DafJ 
bie bekannten S3eid)tformcfn nur altljodjbeutfcfye Ucber* 
axbcitmiQen ber unfrigen ftnb, werben 33ergfeid)ungcn 
ndfyer nadjtoeifen , toeöfyafb wir, jur furjern 33ejug* 
nafyme in ben 9toteu, bie *>orjugfid}ern fjter aufjdlj* 
(en »offen. 

Wr. I. Die ©eidjtformel, n>efd}e ©affaruä ber 
fcom ftlactuS beforgten Sluägabe be$ ©tfrieb , SSafef 
1571 f tforbrnefen ließ. @e(ba(i na!)m jTe , Rcr. alein. 
IL pars IL 119; bann (Sccarb, catech. theot. p. 93; 
enbKd) Stifter, Thesaur. I. pars IL 87 , auf. 8tte 
uberfefcten fte, *od> nur an festerer ©teile ftnbet jTd> 
bie richtigere Äritif unb firrfldrung be$ ZexUi. Die* 
fefbe gormel, bie nur ein $aar SBorte meljr enthalt 
unb einige ©teilen »egfdfjt, würbe t>on SSrower, An- 
tiq. Fuld. lib. IL c. 14, anä einem gafbaer ßober, 
triebt ol)ne 8efefel)Ier, gegeben» (Sccarb, a. a. £)., 
giebt bie abweidjenbe Sedart. 

9?r. IL Diejenige, welche Sambeciuä, comment. 
de Biblioth. Vindob. lib. IL c. V. 318 ber erften 8fu«* 
gäbe, aud einer SBiener £anbfd>rift mittl)ciUe. Der 
gelehrte t>. ©tabe übexnatjm fTe, Specim. lect. antitj. 
franc. p. 20, erfdnterte ben Xert unb, ba an biefem 
bat (Snbe fehlte , Tief er bie SBorte » so uaas so sih 
iiit thesemo,» womit bie formet ffcf^ weiter fortfefcen 
foffte, weg unb fügte ben GdKitff ber oben attge|eig* 



i 

• * 



fett Ott. Cccarb lief} fle, a. a. ß. p. 96, bod) m'djt 
*6flfg genau, t»ieber abbrucfen; ol>ne ©runb dnberte 
er ba* »ioh», tn »ich«» 

Der SBtettet Cober enttjdft ebenfalls tot* ©acra* 
ntentar ©regor* , itnb ba ffd) and einem SBriefc bei 
9>abfte* £abrian an Sari ben ©rojjen ergiebt, baß je# 
ner bem Äaifer , anf beffen Sitte , ein folcfye* ©acra# 
mentar jum ©efdjenfe gefenbet l)abe ; fo jmetfeftc 2am* 
betritt* ntdjt, baß er eben jene* geftyeufte Örrcmplar, 
alfo au* bem achten Safyrljunbert, *or ffd) f)abc nnb 
ber Äaifer fefbfl ftdj biefer 8eid)tf ormel (» mutatis ta- 
rnen, quae respectu propriae pcrsonae propriaeque 
conscientiae mutanda faerunt » fugt er, mit 9iucfftd)t 

auf ba* furchtbare ©ünbenregtfler, fef)r nafo l)inju) 
bebienet Ijabe. 5Rad> einer rid)tfgem ^hrufung fanb 
(ld) jebodj, baß ber ßober in ba* neunte 3af)rl)imbert 
itnb ba* 6afenbarmm, tt>eld)e* er entfydft, in bie 
jttefte £älfte beffelben gefy&re, ©. Kollarii Analecta 
Vindob. I. 415, tt>o ebenfall* bie gormet uneber ab* 
gebrueft ift, ntdjt of)ne einige Sartanten, j. SB. uuiz- 

zad ft* uuizzod, ci hus ji. in hus. 

Str. HL diejenige, meldte fünfter* <5o*mogra# 
?!>ie, tootfl juerji in ber »u*gabe von 1561/ entölt; 
tit biefer ©. 460, in ber tyduftgern STu*gabe t>on 1628 
©• 672. 2)te QueKe n>irb nid)t genannt, bod) fyeißt 
e* »unb »ie ttot man gar fettig tei unfern Soräf* 
tttn getrieben, fo ftnbe id) bod) I)in unb ttueber in 
Stberetpen allerlei ba* ju Unberridft <5tyri|tlid>e* ©lau* 
ben* gebient, in altfränfifcfyer ©praad) nor 600 3at)# 
tett gefd>rieben, » alfo in einer CatedjejW au* ber 
SMttte be* je&nten 3*Wunbert*. Diefer gormel fe^ft 
ebenfalls ber ©dftofj ; fle i(t toerbieß burd) Diele 8efe* 
fehler unb unrichtige @itten»erbtnbung entfiel 



3Btr übergeben bte angeffdrfjfTfcfje formet aud beut 

geinten ^alftfyinttrt 6et Lambard. Archaeolog. p. 73^ 
fo wie bte i)od)beutfd)ett gormefa fpdterer %tit, toetdp 
in t>. Statin'* Seitrdflen, I. 1803, 5« ©t; ©. 81 — 
84; in 2)occn'ö ÜWiScettaneen , I. 9, unb ebenbafrf&jl 
©« 12 aorfommen. <Sr|iere bei Socen ift nur eine 
allgemeine Setzte ober ein 33eid)tgebet, (entere 
aber tixt ©enufdj etneö altem £erte4 unb ber (patent 
Crrpojttion, toaä bte Don ü)m bemerfte ungleiche 
©djreibart in einem unb bemfelben Stucfe leicht erfldrt* 



SBetdjtformeL 

» 

Ik giaha 1 goda alomahtigon fadar. Endi al. 
Ion sinon belagern vuihethon 2 . Endi thi godes 
manne, allero minero snndiono. thero the ik gi- 
thahta. endi gisprak. endi gideda. fan thiu the ik 



1. gi für J; bafcer in ben folgerten ©teilen tuhu. Die 
. ältere Snftnitiüform ton gehan war »ieUeid)t giohan. 
Die aftfädjftfdje SKunbart liebt ben ^enttio, wie aud) 
unfer Denfmal (ter unb in mehreren folgenberi (Stellen 
jetgt Dem 9Ütbod)beutfdjen ift btefe (Sonftruction md)t 
«ngemeffen; baber bit befannten fl3ei$tformeln> um bte 
burd) gehan erforderten ©enitiüe beiitibebolten, ba* ein» 

fad)e ik iuhu in ih uuirdu bigihdic änbern, in giha 

baberi (le bagegen nodj , roo bureb bte gonjunetion : bap 
n. f. m. ber ©enttio nidjt (Statt tyatte : ein Seroet*, baf 
fte Ueberarbcitungen ber unfrigen ffob. 

Z „£eüig" ift fjier roobl 93eiroort, wenn man vuihethon 
burd> „Seifrer" überfein will. *ttr. m. engilun. Die 
«nbern: #eifige, af* ©ubftonti», mit namentftyer *n« 
f übrting einiger Zeitigen , beren 3«b* bie gormeta jün> 
derer 3«t nodj »ermefrren. 



erist sondia uuerkian bigonsta 1 . Ok iuhu ik so 
huat so ik thes gideda thes yuithar mineru cristin- 
bedi uuari. endi yuithar minamo gilouon uuari. 
endi yuithar minemo bigihton uuarL endi uuithar • 
minemo mestra uuari. endi yuithar minemo her- 
doma uuari. endi uuithar minemo rehta uuari 2 . 
Ik iuhu nhhas. endi auunstes. hetias. endi bispra« 
hias. Sueriannias. endi liagannias 3 . firin lustono. 
endi minero gitidio 4 farlatanero. Ouarmodias s . 
endi tragi godes ambahtas 6 . Hör uilliono 7 man- 
slahtono. Ouar atas endi ouer drankas 8 endi ok 



1. ©eitbetn ict> juerjl ©unten. wtrPen Qu tyun) tt&ann 
'(begonnen &abe). Vertritt the bre ©teile von thai, 

ober: »on bem su, fett bem fcer? 

2. Dtefe HnHage über Serben im ungemeinen, gegen 
&)viftentf)um , ©fauben, Se&rer, £errfdjaft (principatus, 
magistratus), unb ftedjt OBefugnif), entsaften bie be* 
fannten gormefn nidjt; »ofyl aber bie folgenben: 9?eib, 
»bgunlr, fiaf, bbfe <fta$rebe, ©$»bren, 2ügen unb 2a* 
Perlüfte (luxuria). 

S. 2ieUetd}t au« Um 3»fmitiü gebilbete ©ubftontioe, feine 
beclinirte 3nftoitioe? 

4. ©ejettert , Xageljeüen: &tUtt u. f. »., metye &iernad> 
bejhmmt unb eingeteilt flnb. jbier unten : gitidi endi 
gibed. — Nr. II. enumerirt: noli mine uespera noh 
mine metdina. Durd) bad GNnfadjere beroäfyrt Ity un* 
fere gormel überall at* bie ältere. — farlatan, (omittcre), 
fcier ein «Jtorticip. tyrät. mit ber €afu*enbung ; bie ge* 
wbfynlid)* <partif el gi ijl nidjt »orgetreten, meil bei* SBort 
fdjon eine tyartifef bat. 

5. Uebermutfy, superbia. 

6. Xrag&eü M ®otte*bienf*et. 

7. Nro. I. huores. Nr. II. in huare. Die genaue Sebeu* 
tun* ' erf färt o. ©tabe , a. a. D. , in ben «Roten, uuil- 
liono CvolnntatuHm). 

8. Nro. II. ufca/azidu, ubardruncliidu. 



-**: 



witidion mos fehoda endi drank *• Ok iuhu ik that 
ik giuuihid mos endi drank nithar got endi minat 
herdomas raka 2 so ne giheld so ik scolda. endi 
mer terida 3 than ik scoldi. Ik iu giuhu 4 that ik mi- 
nan fader endi moder so ne eroda endi so ne min- 
nioda so ik scolda. Endi ok mina brothar endi 
mina snestar endi mina othra nahiston endi mina 
friund so ne eroda endi so ne minnioda so ik 
scolda. Thes giuhu ik hluttarKko 5 . that ik arma man 
endi othra elilendia so ne eroda. endi so ne minnioda 
so ik scolda. Thes iuhu ik that ik mina iungeron 
endi mina fiilulos 6 so ne lerda so ik scolda. Thena 
helagon sunnundag endi thia helagun missa. ne 
firioda endi ne eroda so ik scolda. Vsas drohtinas 
likhamon endi is blöd mid sulikaru forhtu 7 endi 



1. Die ©teile war mir buntet. mos fle^t woljl für muos, 
©peife ; bann wirb man witidion getyeift: wi-tidion 
lefen unb ^eilige b. i. Jaflenjeit (f. Wichfasten bei 
©djcrj) berfte&en muffen. Der ©inn ijt aWbann einfach : 
tinb aud) Qu) gajtenjeiten ©peife faf)ete (nafjm) unb 
Xranf, unb fdjliefit (1$ an ba* Sßorfjergefyenbe an. ©oü 
aber bie folgenbe ©teile auf einen ©eifrlidjen belogen 
unb erfürt werben: aud) gefiefye \d), t>a$ td) geweitet 
©peife unb Xranf (bad Skot unb ben Stelelj) aufer 
©Ott (aufer bem ©tanbe ber ©nabe) ? 

2. (causa) Nr. II. «ach». 

3. terian, »ergeben. 

4. Diefc* iu m>r giuhu fcfyeint mefor ein ©djreibfe&ler au 
fepn, M „eud)" ju bebeuten, ta in ben übrigen ©teilen 
immer thi gefaxt wirb. 

5. Oiincere). 

6. Nro. u. (nad) ©tabe'* Söeridjtiaunfl) fuü(i ßllola. gram 
göf. fflleul. 

?. (GfjrofHrdjt. 



mid sulikaru minniu ne antfeng so ik scolda. Sia. 
koro * ne uuisoda endi im ira nodthurti ne gaf so 
ik scolda. Sera endi unfraha 2 ne trosta so ik 
scolda* Minan degmon s so rehto ne gaf so ik 
scolda« Gasti so ne antfeng so ik scolda. Ok iuhu * 
ik tbat ik thia giuuar the ik giuuerran ne scolda 4 * 

Endi thia ne gisonda the ik gisonan scolda. Ik 
iuhu unrehtaro gisibtio 5 unrehtaro gihorithano d . 
Endi unrehtaro -githankono. unrehtaro uuordo. 
unrehtaro uuerko. unrehtaro sethlo. unrehtaro 
stadlo. unrehtaro gango. unrehtaro legaro. ynrehtas 
cussiannias. ynrehtas helsianniaft. unrehtas ana- 
fangas 7 . Ik gihorda hetlunnussia 8 endi unhrenia 



1. Nro. II. siehhero. (Sieche. 

2. geibenbe unb Unfrofje. 

3. Nro. II. decimon.' 3efynte. 

4. ©egenfa* bei Sor&erge&en : bort wnacMaffiate ©afc 
freunbftyaft, tyer unredjtmäfnge 2(ufiiabme, wobei an 
geinbe gebaut i(l, itie bai gotgenbe anbeutet. &mii 
t(l bie ©teile bei Nro. II. daz ih tliie man uuar thie 
ih uuerran ni solda , burd) 3Beg(aftung ber %utit?\ gi 
»or nnar unb uuerran, oerfhimmett bit unfrige. (Stabe, 
bei feiner Ueberfe$ung : quod taiis homo fuerim quaiis 
non fieri debui , füllte roo&f , baj? uuerran nid>t ficri 
bebeute. 

5. ©ippftbaft. 
*. fcorigfeit. 

7. Nro. I. so gangcnti, so stantenti, so sizzcnti, so li- 
ganti ; aber ba* Püffen, Umfjaffen unb angreifen fommt 
nidjt oor. 

8. Sc^ weif biefe* 9Bort nur oon hclan, hilan (occultare) 
abzureiten unb burdj : fceimli^feiten , *u erflami , m\> 
d)e* woty bier paft. «Wo* lebt im Jßolfomunbe : ,eine 
fic()(nuf aui einer <£a$e machen. 



8 



sespilon 1 . Ik gilofda thes ik gflouian ne scolda. 
Ik stal. ik farstolan fehoda. * ana orlof gaf. ana or- 
lof antfeng. Men eth s suor an yuiethon. Aböl* 
ganhed 4 endi gistridi* an mi hadda. endi mis- 
tumft. 6 endi auunst Ik sundioda an luggiomo gi- 
Tuitscipia. 7 endi an flokanna. Mina gitidi endi min 
gibed so ne giheld endi so ne gifulda so ik scolda. 
Vnrehto las, unrehto sang* ungihorsam uuas. Mer 
•prak endi mer suigoda than ik scoldi. endi mih 
seluon mid u uilon unordon endi mid u uilon uner- 
hon endi mid u uilon githankon mid u uilon luston 
mer unsuuroda tlian ik scoldi. Ik iuhu that ik an 
kiriltun unrehtas thahta. endi othra mer da 8 ) theru 
helagun lecciun. 9 Biscopos endi prestros ne eroda 
endi ne minnioda so ik scolda. Ik iuhu thes alias 
the ik nu binemnid hebbiu endi binemnian ne mag* 
so ik it uuitandi dadi so unvuitandi. so mid gilouon 
so mid ungilouon. so huat so ' ik thes gideda thes 
uuithar godas uuillion uuari. so vuakondi so sla- 
pandi. so an dag so an nahta so an huilikaru tidi 
so it uuari so gangu 4 ° ik is alias an thes alomah- 



1. ©ebeljnte gorm für spilon : Qtvi&tyun$ , ©efpr Jd>. 

2. Die gewöhnliche 3ufammeit{leUung oon (Stehen tittb 
(©etfobfene* empfangen) #eljfen. 

3. SXeineib. suor f. oben suerian. an vuiethon (in sanc- 
tos). 

4. Nro. II. Abulge (ira), abolganhed (iraeundia). 

5. (rizae). 

6. Qtwa SDfthiembe? ober discordia? 

7. €>eB Diefei mit luckerao urchunde bei Nro. HI. ober 
mit zoupre ebenbafelbß übereinstimmen V 

8. merrjan, amerrjan (impedire). 

9. (lectionum). 

10. gangan an (adire). 



9 



tigon godas mundburcL endi an sina ginatha. endi 

na don ik is alias hlntarlikio minan bigihton. goda 
alomahtigon fadar. endi aUon sinan helagon. «ndi 
thi godas manna. gerno an godas uuillion te gibo- 
tianna. ' endi thi biddiu gibedas. 2 that thu mi te 
goda githingi vuesan yuillias. that ih min lif endi 
minan gilouon an godas huldion giendion moti. 



II. 

Segenbe t>on bem £♦ ©ontfactud unb 
Heberolle bei ©tifteg Sffcm 

$er Sober, welker un$ biefe aftfdcf}jTfrf)e ©jjrad}* 
benfmdler aufbewahrt fyat, geirrte ebenfalls ber ©tiftä* 
fird>e ffffetf. 3lucf> er enthält ©Triften ©regorS be$ 
©roßen, ndmftcfj bejfen £omifien. SBet einer forgfdk 
tigen jDurd)fTc^t berfelben bemerfte id) einige beutfdje 
SBörter ober 2B6rtd)en über bem Zextt, todty nidjt 
fon>of)t bie barunten fle^enben Sluöbrucfe erttiren, ali 
*ielmet)r bie SBenbung anjetgen, tnetöje bei einet 
SSerbeutfdjung be* Zextei genommen »erben fottte. 
®o beginnt bte ftebe am £age be* t). ©ebafh'an: 

si consideremas fratres karissimi quae n. f» I». Uttb 
barüber |te!)t: of uui alla thia; femer: atqne ei 
quem, barüber endi tehn the, it. f. n>. 3cf) gfaube 
tyterauS fließen ju burfen, baß bte #omtKen in bie* 
fem ftrauenjttfte ju SSorfefungen gebient ^aben, wobei 



l. bätjan (emendare). ©ern (bereit) na* ©otte* 2BiKen 

}it büf en (ad emendandum). 
3. preoor preeibus. 



10 



ber Storfefer ju einer beutfd>en Crftörung berfelbett 
verpflichtet getvefen t(l; vielleicht ftnb fle felbfl ju 6f# 
fentfictyem Äanjetvortrage benufct roorben* 

Uttfere ?egenbe flef>t bafyer in btefer #anbfd)rift 
an geeigneter ©fette» ©ie füllt bie vorbere ®t\tt 
eine* »forte*, tt>erd>e* jefct ba* fctjte ber #anbfd>rtft 
ifi, nnb ba biefe ©eite nid)t völlig guretdjte, fo ftnb 
bie vier lefcten SBorte, von einem #imveifejeid)ett 
Begleitet, auf ben untern 9tanb be* vorfyergefyenbett 
Statte* gefdjrieben. Sie 2egenbe, fo xoit bie #ebe# 
rotte, tveldjc auf ber SRucf feite biefe* Statte* ftel)t, 
ffnb übrigen* Don berfefben £anb gefdjrieben, tvetdfje 
ben ganjenßober Verfertiget tjat; and) ifl biefe* 83fott 
bie vorbere Raffte be* innerflen Sogen* einer Sage 
itnb aJfo immer ein Ztyil be* ©anjen geivefen. 

Obgfeicf) aber bie vier Testen Sfdtter tt>eggefd>nto 
ten finb, fo Jjalte td) bie $eberotte bennod) für fcott* 
ftdnbtg, ba fle jene ©eite md)t auöfüttt unb alfo 
aud) auf einem folgenben »fatte (Id) md)t fortgefe&t 
l)aben tvirb, vielmehr am ©bluffe be* vorhergehen* 
ben Blattei nod) einigt ©tift*guter aufgejeicfynet ffnb, 
toefc^e ©efbrenten latjltcn. 

Z)ie §6fe, tveMje in ber Heberolle genannt toer* 
ben, l)at ba* ©tift firjfen bafb nad) feiner ©runbung 
fdjon befeffen, nxfyrenb j. 93. ber ßberfyof (Sfyrenjett, 
tvelcfyen bajfefte im 3* 966 von Otto I. junt ©e* 
fcfyenfe erwarten fyat, nid)t barin vorfommt 

Da* Slfferfyetfigenf e(l , n>efd)e* in Stauen burd> 
bie (Sinfe^ung be* *Pabjie* S3onifaj beflanb, ttmrbe 
in granfreicfy unb Seutfcfyfanb im 3abr 835 * einge* 



1. Sigcbertus gcmbl. in chron. ad hunc ann. : „Monente 
Grcgorio papa et omnibua episcopis assentienbus Im- 



11 



fttyrt ; unb man barf tyexnad) bie abfaffimg ber ?e# 
genbe unb #eberotte ttt bte gn>ette Jpdffte be* neunten 
ober ben Anfang be* geinten 3af)rf)unberW fefcen, 
tt>omit au(f> bte ©cfcriftjüge be* (5 ober uberetnftimroen. 

SSetbe ©tiefe Heß guerft Ätnbftnger in bent 
attg. «einiger titter. Slnjetger, 1799 ©t. 10 abbnu 
den, gulefct nafym fte 2)oron>, Denfntäler alter 
©pradje unb Äunfi, lieber auf unb 3* ®rtmm 
gab eine SRecenjTon baju, »ort«, al* erfreuliche* <Sr# 
gebntß eine* tiefen unb umfaffenbeh ©prad)ftubium$, 
niedre ©teilen au$ n>tflenfd)aftrirf)en ©runben glucb 
lief) fyergeftettt werben , meiere £ i n b I i n g e r abftd)t/ 
lid) geänbert fyatte, n>ei( er fte f o gu berftefyen gfaubte» 

Sa e* un* &erg6nnt ifi, au* ber Quelle fetbft 
fd)6pfett ju t6nnen , fo bebarf eine nochmalige ÜRtfr 
Teilung, meiere ben Zext außer allen 3mctfcf ftellt, 
bei bent gfreunbe afttmterfänbifd)er ©pracfybenfmdfer 
feiner Kecfytfertigung. 

8 e g e n b e. 

Yui lesed tho ses bonifacius pauos an roma 
uuas. that he bedi thena kiesur 1 aduocatum. .that he 

imo an rotno en lms geil, that thia luidi uuilon pan- 

theou heton. wan thar uuorthon alla afgoda inna 
begangana. So he it imo tho* iegiuan hadda. so 



dovicos iwperator statuit, ut in Gallfa et Germania 
festivitas omnium ganetorum in kal. Novemb. cele- 
braretur, quam romani ex instituto Bonifacii papae 
celebranfc." 

1. ©irflidj: kiesur, unb ßfeief) Darauf: luidi. 

2. Bad heutige Da , für %U , wie l)ier oben : vui lesed 
tho u. f. it). , unb -aud) , tote t)uu* , für Wim. Da&er 



t 



12 



wieda he it an uses drohtines era* ende usero fruon 
sce marinn* endi allero cristes martiro* the thiu also 
thar er inna begangan yuarth thiu menigi thero di- 
uuilo* that thar nu inna begangan uuertha thiu ge- 
hugd allero godes heligono* He gibod tho that al 
that folh thes dages also the kalend nouember an* 

stendit* te kerikon quami* endi also that godlika 

thianust thar al gedon was* so wither gewarf 2 
xnanno gewilik fra endi blithi te hus* Endi thanana 

so warth gewonohed that man hodigo ahter allero 

thero waroldi beged thia gehugd allero godes heli- 
gono* te thiu so vuat so vui an allemo themo gera 

uergomeloson that wi it al hodigo gefullon* endi 
that vui thur thero heligono gethingi bekuman te 
themo ewigon liua* helpandemo usemo drohtine. 

Heberolle. 

Van uehus ahte ende 3 ahtedeg mudde maltes 
ende ahte brod tuena sqstra erito uiar mudde gers- 
ton uiar uother thiores holtes. te thrim 4 hogetidon 
ahte tian mudde maltes. ende thriuu uother holtes* 



ni*t „jugegeben", fonbern „@o er e* tym ba gegeben 
fjatte." ©tefe* Da djaractertftret tie »oINtyümltcfye 
<2friäf>fung«weife. 3ur SBcieidjnung eine* OxM f?at ba* 
Denfmaf: thar. 

1. JHUerbing*: anstendit, entfielet, eintritt. 

2. Diefe* f , n>e(d}e* auf ba* Deutliche haftetet unb roi'U- 
Pübrltct) »ort Äinblinger in * »eränbert worben ijt, 
madjt 9lUe* ffar: uuerpan (huerpan), gewarf (huarO 
bebeutet befanntu'^ u. y. iurücfce$ren, ). 93. bei Sero. 

3. Diefe« ende fef>(t bei äinblinger. 

4. «. förteb thriun, nötiger )at bie Urförift thrim. 



13 



ende uiarhteg* bikera" ende usere herino* misso 
taa crukon" 

Tan ekanscetha simüiter 

Van rengerengthorpa similiter Van hukretha 
similiter. ana that holt te then hogetidon* that ne 
geldet* tbero ambahto neauethar Van brokhu- 
son* te then hogetidon nigen mudde maltes ende 
tuenteg bikera ende taa crukon. Van horlon nigen 
ende uiftech mudde maltes ende tue uother thiores 
hohes, tue mudde gerston. uiar brot en suster 
erito. tuenteg bikera. endi tua crukon. nigen mudde 
maltes te then hogetidon* Van nianhus similiter. 
Van borthbeki similiter. Van drene te userO he- 
rano misso tian ember honegas. Te pincoston si- 
uondon haluon ember honegas endi ahtodoch bi» 
kera. endi uiar crukon. ■ 

2>re $enannttn Jpife Reißen jefct : SSte^of, (Eicfetv 
fc^eib , Stutflerborf, £ucfarbe, «rocljaufen , #örf, 
Kienfyau« , Sorbecf unb 2)rel)tt, lefcterer im $od)fh'fie 
SWünjier , ido in alter 3ett, begünfttflt »on liefen unb 
großen Reiben, bie S3tencnjud)t fefyr im %tot n>ar, 
»te wir auö ben, bort überall unter bett £ofe$gefaI* 
lett borfommenben jponifl Lieferungen ttafyrne^mett» 

2)er SSte^of (baS 23ief)f>au$) , unmittelbar vor 
ber ©tabt (gffen, toar urfprtatglid) ba* $tirf$* unb 
9Btrtl)fcf)aft&@ebaube be* £ofed (Sffen (asnide), n>or# 



1. Die Jbanbfdjrift f)at )»ar ahm Weint* : deg, teg, teck 
unb doch, ntrgenb* aber mit th. 

2. MerbütgS herino, miewofyl unten herano. 

3. negeidec war »ieber, gegen bie beutKc^e ®<$rtft, tint 
rotüf ityriiefte ttenberuna 5M. , um e* , feftfam genug, 
bur4 jtanjettudii jn itterfeten. 



14 



auf bie £ofe*bertt>aItung bei feiern überging, ali 
auf biefem bie neue Äirdje unb ba$ Älojter errietet 
ttmrben; er warb f)ierburd> ba« #aupt aller Ober* 
4£fe be* Stift*. (Sine giftete Einrichtung f»atte bei 
*er ©rünbung ber nachbarlichen ©tifWfircfje SBerben 
an ber fRuljr (tattgefunben, unb wir erlernten bie 
©renje be* alten ©äffend unb granfenS, wefdje 
jtt)ifd)en betben Stiften burdtfief, fcfyon in ber munb* 
artftdpn Serfdjieben&eit btefeö #of e* # Tanten« , »et* 
d)er bort Vehus, I>ier fiahason (outete, ein Umfianb, 
ber bei anbem Stuäbrücfen ber Heberolle ba« lieber* 
neigen in bai Slftfrdnfifcfee ober Jtffyocfybeutfdje er* 
tiitet 

Uebrtgen* war bie Cefonomie tiefe« unb ber 
weiften (Stifte jene« ßeitaltexi in fcerfdjiebene 3»eige 
eingetbeilet , welche man Semter nannte unb ei liegt 
am £age, baß bie in unferer £eberotte aufgeführten 
Lieferungen, worunter »eber SBeijen, Koggen nodj 
#afer erftyentf, nicfyt bie gefammten ©efätte biefer 
großen bber^fe, fonbern nur biejenigen gewefen 
ffnb , »efd)e (Te ju bem , bis jur Jüngern 3eit f ortbe* 
beßanbenen SBrauamte liefern mußten; bafyer ba* 
SRafj, bie ©erfte unb ba« #ofj bie #auptartifet anb 
machen, unb ba$ SBenige an 33rot unb (Erbfen bie 
diente ber Sraufnedyte war. 5Wtt bem #onig bereit 
tele man wat»rfd>efnKd> ein fuße* ©etrdnf, Wletf). 
©onberbar, baß AnfMinger bieß nicfjt wal>rnal)m! er 
würbe bann gewiß nid)t tiefe #eberotte ein Sdxnty 
flücf genannt fyaben. eben bieß fcfjeint and) bei @r* 
fldrung ber befannten grecfentyorjier ^eberoKe über* 
fetyen werben ju fepn. 2)ie Lieferungen appan thena 
spü&are geföafyn jum Speicher ober ©peietyeramt, 
unb nad) altem Styl in gekauftem, ipdufmaß ; ba^er 
©peirf)ennaß bem fp&er* seffarid^enen, ©tretetymajj 



15 



entgegen gefefct n>irb. To then copon tt>trb bie 93rau* 
gefdße, ba*»raul)att* unbSrauamt bejeidjnett; kopan 
bandi fittb gaßreifen. ©. 3Berfud> eine* bremifct) * nie* 
berfactytfdpn SBförterbud)*, L 47. Band, ein Keif um 
eine Xonne; IL 843. kope, Äufe, ein große* 33ier# 
faß. — togen be Zayyen ntif ben Äopen — itnb 
legten bat JBeer fopem 



in. 

2(tf)iö unb $ropfcüia& 

Sit bet Ztiutiita t>on ®raff, L l. , werben Srud)* 
ftüde biefe* an$ief>enben ©ebfdfyte*, aui fcier Quarte 
b rattern, tt>efcf>e jTdj in bem f6niglid>en 9frdjt*e gtt 
Sfritäberg gefunben fyaben, mitgeteilt. 93alb nacf) bem 
Sbbrucfe berfelben fyatte trf) ©efegenfyeit, bie 9>erga# 
mente felbft ju fefyen 1 . Sin feltener 3ufatt aber 
aerfdjaffte mir öor Äurjem nocfy jn>ei »tötter eben 
berfelben £anbfd>rift , bie fidj, wenn and) md>t m 
mittelbar, bod> (wie e* frfjeint) of>ne große iüde, an 
jene anließen. Sine genaue SSefh'mutung ifjrer ^o(ge 
tüitrbe fld) v>ielleid)t burd) (Einfielt be*, t>on bem #rn. 
©raff bejeic^neten, franjbjtföen Stoman* ermitteln 
tafien. Ob, in (Ermangelung beffen, ber, oft nod> 
)it erfennenbe, frühere materielle 3ufammenfyang biefer 
Sfdtter, ober bie Signatur teinei ber fytejTgen beiben 



1. (Sine SBereleidjung berfelben mit feem a&bntcfc lief 
mtd> folgerte *tweid>ungen ma6rneb«ttn , bereu tim$e 



16 



Sldtter i(l ttt ber 9Ritte unter beut fcerte mit VII. 
ge)eid)!tet), ober enblid) ber Umflanb, baß jene tote 
btefe Pergamente bte SafyreÄjafyl ber 9ted)mmg (Aber 
bte Sintörtfte einer SBicarie), melier fle ju Umfd)lä# 
gen gebient I)aben, fuhren unb ber SStcar n>at)rfd)ein* 
(cd) immer bad »dcfjftfofgenbe Statt be* Sober jit 
btefem ©ebrawfye geopfert l)at, — einige $(nbeutung 
herüber gewahren bfirften, toirb in bem folgenben 
#efte berietet werben. 

Der ßfyaratter ber beutli^en unb jterf idjen @d)rifi» 
jfige, inäbefonbere ba* lange 8 am Cnbe eine* 3Bor# 
tei, bejeidjnen baö jmclfte Safyrffunbert, bo$ roofyl 
bie jtoeite Hälfte beflefben. 



melleie&t Sert^tigungert bed JDrigtnafö fepn foUen, ait» 
lere getotf Drucffe^er (inb. 
Seite. 3etfe. oon Oben : 

8. 88. ft Heidin f. seeidin. 



4. 


88. 


* 


röste * 


iö»te. 


5. 


18. 





swarziv « 


awaneir. 




21. 





ufgrerihtir * 


ufgerichtir. 


«. 


9. 





beidenthalb « 


beidinthalb. 


7. 


9. 





mäht $ 


macht. 




18. 





begonden « 


begondin. 


e. 


26. 





ges&hinde * 


gescehinde» 


9. 


6. 





legitin sau « 


legitina an. 



10. 82. fefyft bie 3et(e : vn hetin sich ufgemachlt 

11. 5. fh kuntin I. kurtin. 
15. 11. samfter < samftir. 
18. 18. Reit * Leit. 
80. 88. » were « wene. 



17 



Daz im argis nifat geschach. 33f. 1. €>. 1. h. 

Gayte dit wol gesach. (§ot. a. h. 

Daz her peritheus was s. 

So geuallin uffiz gras s. 

Daz er von unmechtin n. 

Lac in swachin echtiß n. 

Als ob er were tot geslagin n. 

Vnd begondin leitlichin clagin n. 

Uvidir cardionesin n. 

Zware sol dit war wesin n. 

Umme sinin totual , 1. 

Sprach die stat ubiral 1. 

So wirt intworcbt athene e. 

Sie wurbinz wol sie zwenc e. 

Kunic kassidorus vnd er r. 

— o 

Vn sol des nu nicht wesin mer r. 

Daz peritheus ist irslagin n. 

Wer sol die last uns helfin tragin n. 

Die vrowin die da sazin n. 

An venstirn an therrazin* n. 

Die wurdins uallis gewar r. 

Und virswigin in doch gar r. 

Beide swestir vn die mutir r, 

Karsidorus was ein gutir r. 

Daz thet er dicke wol schin n. 

Er liez alle rede sin n. 

Und irbeizt uffin sant t. 

Den heim er im abe bant t. 

Sam thet er die fanthailin n. 

Do yant ern von den mailin n. 

Zeqwetzit am antlitze e. 

Sam vant ern ane witze e. 



18 



Da ligind amme sande » «• 

Daz er uvoze noch handc c. 

Regite noch daz houbit t. 

Also was er bethoubit t. 

o 

Karsidorus sprach im zu v- 

o 

Peritheus wie uers du v. 

o 

Sprich mir zu liebir urunt t. 

Do regit er den munt t. 

Vnd warf uf d ovgin trage e. 

Gein des hunigis Träge e. 

Waz ist an mir irgangin 25. lȧof. b. n. 

Bin ich. sprach er. geuangin n. 

Han ich gesichirt. nein du nict t 

Sprach er. son ist mir nicht geschict t. 

Wend daz ich orsis nicht inhän n. 

Und spranc uf von der erdin san n. 

Hie stet sprach er. din selbis ors s. 

Daz dir der kunic laumacors s. 

Liez. do du den steche nidir r. 

o 

Do gienc er zum orse widir r. 

Mit urolichin geberdin n. 

Do gesach er die werdin n. 

Urowin obrime sitzin n. 

Sins linkin uvozis spitzin n. 

Sazt er in den stegereif f. 

Mit den handin er begreif f. 

Beidinthalb. die sathilbogin n. 

Und quam uf sin ors geulogin n. 

Recht als ein uogil wilde e. 

Do greif er nach me Schilde e. 

Den heim den hiez er bindin n. 



19 



Und bat im gas iruindin n. 

Waz dort sin uatir tete e. 

Der in uirritin hete e. 

Mit urundin vn mit mannin n. 

• 

Daz sien nicht vurtin dannin n. 

Ouch pungierte phedrias s. 

Athis vnd prophilias s. 

Durch werdir er in beiac c. 

Aldie wile daz er lac c* 

Vnwizzind anrae sande e. 

Manigim schildis rande e. 

Wart ir punieiz zu leide e. 

Die not gestadlin beide e. 

Prophilias und athis s. 

Wurdin werbind ummin pris s. 

Und wurdin sulche rittirscaf f. 

o o 

Thunde. daz da nicht zu getraf f. 

Salustin der vuorte e. 

Den uanin ynd ruorte e. 

Manlichin in die dickin n. 

Daz ime moht irstickin n. 

Sin ors uon gedrange ©/2. SoLa. e. 

Mit bittirin antphange e. 

Wart er intphangin dicke e. 

Das was im als ein wicke e. 

Wend er was wis vn starc c. 

Mit me schild er sich bare c. 

Vnd hielt ot uaste den uanin n. 

Die romer drungin an in n. 

Uil manic notueste man n. 

Der ich nicht genennin kan n. 

Diez also wol da tatin n. 

Als die da namin hätin n. 



20 



Der herzöge uon pise e. 

Was ingeuarn nach prise e. 

Ge wapint grozlichin wol 1. 

Sin ors war swarz als ein hol ). 

Mit gerechtin xnarch malin n. 

Sin heim brün lutir Stalin i n. 

Mit listin wol gezierit t. 

Vnd uaste gebarbierit t. 

Uvor d ogin und vurz antlitz z. 

Nach den aldin sitin spitz z. 

Als sie phlägin bi den tagin n. 

Was sold ich me drabe sagin n. 

Sin decke was vnd sin hursit t. 

Ein Tnderwebin brun samit t. 

Mit golde deme rotin n. 

Sin banier was geserötin n. 

o 

Nach dem als er wapin truc c. 

o 

Der herre wls. was. ynd cluc c. 

In den rinc quam er gerant t. 

Prophiliasin er vant t. 

Uf einim orse spruzuale e. 

o 

Den rinc in ein sit zu tale e. 

Mit sime sper wol ritin n. 

Vnd abrin ander sitin n. 

"Wol houwin mit me swerte e. 

Den seibin pris er gerte e. 

Den der helit stete e. 

Uor. irworbin hete € , 

Mit sime sper irwerbin nach h. 

Jedoch het. in. ein teil zu gäch h. 
üffe den helit reinin ©, 2. 6of. 6. 
Vnd namiz ors mit beinin 



n. 



n. 



Als iz mochte meist geuarn n ( 



21 



Der romer. ovch sinin am n. 

Gegin den uvrstin wante e. 

Daz ors mit sporn ermante c. 

Sin sper er vorne sancte e. 

Daz niedir uz inwancte e. 

Den herzogin von der stath L. 

Stach er. in ein horc gcwath h. 

Daz im das antlutze e. 

Belac in der phutze e. 

Dem vurstin da von pise e. 

Prophilias der wise c. 

Zuct uf daz sper. duz ganz beleih b. 

Uf sinin geuertin er treib b # 

Durch sinis schildis urbuor r. 

Der nach im durch huote uvor r. 

Und stach in hindirs orsis zagil i. 

Phile, vil dickir dan ein hagii ]. 

Schuzzin schutzin im ingegin n. 

Daz sie geitaltin * den degin n. 

Doch quam er widir ane scadin n. 

AI wer er sere gnuc virladin n. 

Von .tripe dimothene e. 

Gedachte dise zwene e. 

Mit einir ioste rechin n. 

Daz man von im ovch sprechin n. 
o 

Wol muste. uor den vrouwin n. 

Und Ute. des. gäz zouwin n. 

o 

Er hete gute wapin an n. 

Und quam wol als ein huuisc man n. 

Geuarn. an des ringis ort t. 

Prophilias uvor ouch fort t. 



1. Xtyeik: ge-italtin. 



* 



22 



Mit einir banier in der hant t. 

Sie tatin beide dors gemant t. 

Mit genendigin zorne e. 

Die sper sanctin sie uorne e. 

/\ 

Die uvst sie uaste twungin n. 

o 

Do dors zu sarane sprungin n. 

Und trafin beidein andir sich h. 

o 

Der romer truc bor sinin stich h. 



Bilas da uon bile S5f. 2. 2>. 1. e. 

Was ouch al die wile ßof. a. c. 

Von der erdin uf gesprungin n. 



Zu samine sie drungin n. 

Uiner athis un bilas s. 

Alexander un kolibas s. 

Diens un dorilaus s. 

Walfaram korillaus 8. 
— o 

Vn der kune pandaron n. 

Der herzöge uon korillon n. 

o 

Zu der erdin uon ir ueiztin n. 

Orsin uil drate irbeiztin n. 

Mit allin ir geuertin n. 

o 

Daz sie den kuninc wertin n. 

Athis un graciens 8 . 

Androines un iuliens 8. 

LucegM r ic und ilorentinus s* 

Anthonius un latinus 



s. 



Mit allin im gesellin n. 

Durch ir baldiz ellin 

o.o o 

Den kuninc zu uvoz bestundin 

o 
Do giengin die wol tundin n. 



n. 
n. 



23 



Vn trugin ir baniere e. 

Da uogile un tiere c. 

Warin beide ingesnitin n. 

Als manlich truoch nach sinin sitin n. 

Vaste an ein andir r. 

Kolibas un alexandir r. 

Mit allin den die sie hatin n. 

Bilasin gas uirtratin n. 

Vn stattin des nich eine wis s, 

Daz der kuninc un athis s. 

Intsamint uychtin einin wie c. 

Sie irkantin wol ir beidir cric c. 

Daz sie geuecb warin n. 

Vn note sich uirbarin n. 

Des torstin siez nicht wagin n. 

Die bilasis pb lagin n. 

Vor sinis libis uvorchte c. 

Wend athis wundir worchte e. 

Des tagis an sinir rittirscaft t. 

Er bete manheit und craft t. 

An übe un an sinnin ©. 1. SöI. b. n. 

Ouch half im craft der minnin n. 

Daz er geturstilichin streit t. 

Hit sorcsamir arbeit t. 

Die notuestin giengin n. 

Vn gabin un intphiengin n. 

Ifanigin smerzindin strich h. 

Da uon inbeidintalbin sich h. 

o 

Der kunin scade geinerte e. 

Ir nichein da uirherte c. 

o 

Dem andirn zu slane e. 

Ir nichein zu uane e. 



24 



Des andirn da gerte e. 

Da gienc swert gegin werte e. 

Slac gienc gegin slage e. 

o 

Wen biz sich zum mittin tage e. 

Die sunne begrnde neigin n. 

Vn sich die wale ueigin n. 

Beidintlialbin uz gelasin n. 

Sie uuchtin an bilasin n. 

Mit hczlichime zorne e. 

Bilas der uzirkorne e. 



Stunt in manlichin uore e. 

Den seilt truoc er inppore e. 

Verre uor den handin n. 

Er stunt in den gewandin n 

Do er nicht mochte gesigin n. 

Daz er wolde da beligin n . 

Vn er nicht genesin wolde e. 

Des uacht der erin holde e. 

In helidis geberdin n . 

Vn tungite die erdin n. 

o 

Mit reueigin blute e. 

Sinis libis ane hüte e. 

o o 

Dannoch stunt des huningis uane ' e. 

Da sie houbitin ane 



• 



e. 

Des phlac der helit absterne e. 

o 

Der huninc uon palerne e. 

Vn dimotheues der degin n. 

Sie sahn harte ungewegin n. 

Den strit irs herrin halbin wesin 
Vn daz er mochte nicht genesin 



n. 



n« 



Swaz er in gebe sinir habe ©. 2. 6of. a. e. 



25 



Sie nie hulfin ime dar abe e. 

Vn sahn den kuninc in notin stan n. 

Yn manigin nit slach slan n. 

Vn degintlichin stritin n. 

Yn salin in andir sitin n. 

Haldin eine groze scaie e. 

Mit uirdactin orsin isin uare e. 

Die der harroschin phlagin n. 

Yn ir lib wol torstin wagin n. 

Durch den werltlichin pris s. 

Der phlac marques un engris s. 

Die irsach absterne c. 

Do het er uil gerne e. 

Bilasin uon me strite bracht t. 

In manlichir andacht t. 

In den buhurt er rorte e. 

Ein starc sper er uvorte e. 

o 

Brinus den kuninc irsach h. 

Da er durch die scare brach h* 

Yn rantin manliohin ane «. 

Er reit ein ors wiz als ein swane e* 

Daz was snel un starc c. 

Mitme scilde er sich bare c. 

Do er den kuninc het irkorn n. 

Daz ors nam er mit den sporn n. 

Daz in uil snel 1 ichin truoc c. 

Yndii-z ochise er das sper sluoc c. 

Daz selbe tet absterne e. 

Wend er was ein kerne e. 



Zu tune werde rittirscaft t. 

An den hals er in traft t. 

Da er in uellichin wisto e. 

Brinus der uirmiste e. 



26 



Absterne was uon grozir craft t 

Er sach den esschinin scaft t. 

Daz er sich uon creftin bouc c. 

Vn brinus uon dem orse ulouc c. 

Vn er wunt uiel uffin sant *■ t. 

Daz ors nam er an die hant t. 

Bilase er iz brachte e. 

Des not er uor bedachte e. 
Wend er uil truwin hate <5«2. 6ol»b. e. 

Wol uf sprach er uil dratc e. 

Vn wartit war ir wellit t. 

Sich hat sere missestellit U 

Das uolc in deme strite e. 

o 

Nein a helit nu bite c. 

Noch eine deine wile e. 

o 

Sprach der huninc uon bile e. 

Daz uolc uon eime scriche e. 

Virzagit harte dicke e. 

Vn irscamit sich uor leide e. 

Vn irmannit andir weide • e. 

Vn stritit danne baz dan er r. 

Swenne der helit wirdit ser r. 

So irmannit ir uon den wundin n. 

Vn gesigit undir stundin n. 

Daz selbe mac uns hie gescehn n. 

Daz solt du helit ane sehn n. 

Nein sprach der andir degin n. 

Der strit ist als ungewegin n. 



Daz ir nicht gesigin mugit t. 

Liebe herre des gehugit t. 

Vn lazit uch nicht totin n. 

Sich sol in sinin notin n. 



27 



Der helit wol uirsinnen 
In glucke un in gewinnin 
Dunltint alle lute wis 
Daz ist ein lobilichir pris 
Swennia dem manne missegät 
Daz er sich dan wol gehat 
Vn sich stellit dar ingegin 
Als im sin dinc ist gelegin 
Sprach der helit mere 
V sint die romere 
Also wol gesezzin 
Wold irz nicht uirgezzin 
Vn woldiz dar nach handiln 
Das sie v rauozin wandiln 
Swaz sie v lastirs habint irbotin 
Ouch geloub ich v bi unsin gotin 

Wold ir min dienist dar zu 

o 
Daz ichz deste gernir tv 



n. 
n. 

8* 

s. 
t. 
t. 

IL 

n. 
e. 
et 
n. 

Tl. 

n. 
n. 
n. 
n. 

o. 

o. 



IV. 

Deutfc&e ©loffett 
aut #anbfd)rifteit bed neunten unb jefyn* 

ten 3afyrl)Uttbert$. 

1. SluS einer §anbfd)rift beö munten %at)xt)un* 
berW, meiere bte ©riefe ber Styoftel enthält, unb üott 
ber öormaftgen 9tetd)$a6tei ©erben an ber 9tuf)r l)er* 
(lammt. 2)ie beutföen ©loffen , rveldjc ftd) f)tn unb 
n>teber jnufcfyen ben fatetmffyen ©rffärungen über bem 
Xejrte beftnben, itidjmn fiel) burefy bte befannte @e* 



28 



l)eimfd>rift aui, bie für bie SßocaU einen ber im Sil* 
probet barauf fofgenbett Sonfonanten fefct. #ter finb 
bie jimäd)(i fofgenbe n : h, f, k, p, x gebraust. 



Qui (filius) factus est ei, 

the imo uuard. 
Detractores, bisprachara. 
Contumeliosos, honera. 
Fide, triuuua. 
Blasphemamur , keredo- 

ton. 
Exclusa , keuzotiu. 
Gcrnimus , chubon. 
Propositum, kememida. 
Praedestinavit, kemeinta. 
Adbrevians , kedurebno- 

tantc. 
Interpellat, rupebta. 
Delicto, misse buri. 
Delibatio, pruchili. 
Caeterum , uurdor. 
Confundat, kescentc. 
Purgamenta auuere. 
Super adulta, vbar citi- 

giu. 
MacelJo , merkat. 
Venit, uerkoufit uuirdit. 
Transferam, feruuore. 
Emulatores, cllenara. 
Caeterum , dennebouch. 
Idiotae , inboreno. 
Multum,' ze meist. 



Seduci, uerleidid uuer- 

dan. 
Reverentiam, scama. 
Conventio, gezumft. 
Secundum, en gagendiu. 
Gratis, enstigo äna Ion. 
Dimissus, nidir gilazener. 
Iniuriam, missedat 
Cessimus, geuuichun. 
Veneficia, eitergeri. 
Dispensationen! , gimar- 

thida. 
Rugam, zueba. 
Remittentes , entlazente. 
Commilitonem , heri ge- 

sello. 
Diffamatus, kemarit. 
Supergrediatur, vbarfan- 

gelohc. 
Ineptas (fabulas) unge- 

mablicba. 
Anus aldi uuip. 
Matresfamilias, buseigon. 
Quanto magis amplio- 

rem, also mikilo me- 

rum. 
Exacerbatione, gremi. 
Propiciatorium , liht. 



29 



Coniectura, chleini. 
Consumatorem , erful- 

lare. 
Ad tractabilem et acces- 

sibilem (ignem), ze 

demo greifilemo. 
Regalem, richlicha. 
Superexaltat , uberburit. 
Ad iusticiam, ce guode» 
Inquietum , ungerauuet. 
Malis, fielih. 
Legislator, esago. 
Modestis, sidigen. zuhti- 

gen. 
Gratia, thang. liubi. tbes 

uueiz iu god thanc. 
Misericordes, armherce. 
Hereditate, ze eigine. 
Vultus (domini super fa- 
cientes mala), gremizi. 
Gratia, huldi. 
Videte vosmet ipsos, ne- 

met iüer gouma. 



Horam, dero sachon. 

Deduces (domino), bren- 
gist. antuuirdist. 

Nos divites, uuir de Sta- 
da babemes. 

Garriens (verbis malig- 
nis), cberrente. chal- 
lonte. cbronente. 

Subintroierunt , uridarsli- 
chun. 

Praescripti, bemeinte. 

Disputans, redinonte. 

Corrupti (pecunia) ge- 
mietit. 

Autumnales (arbores) pe- 
rente spätta. 

Suas confusiones, iro ho- 
nida. 

Querelosi, sceltara. 

Personas, hereti. 

Questus (causa), geuuin- 
nes. 



(Die Jortfejung im fofgenben fieffr.) 



30 



IUcf)t0*enftmäler« 



£)te füittttf unb Sanbrecfyte von 33erg 

unb Sülidj. 

<£ i n l e i t u n g. 

Die alten ?anbrect}te ber ©raffcfyaften unb fpätern 
£erjogtl)ümer 33erg unb Süfid), bte bier jutn erjten 
9Me an'* ?trf)t gefiettet werben, entsaften bte n><cf>^ 
tigfien 3ted)t$befh'mmungen , wie (Te unmittelbar aud 
ber lebenben Äunbe be$ Seifet , baö fte afö ©etnem* 
gut fortgepflanjt unb nadj feinen befonbern JBebürf* 
niffen unb 2lnfld)ten weiter auSgebtfbet tjatte, aufge# 
geidjnet worben flnb. Die im Satyr 1555 abgefaßte 
Sulirf) * 8ergifd)e 9ted)t$orbnung l»at $war bei einjeren 
SKaterien au& biefen Quellen gefd)6pft , aber nur eine 
fefyr bürftige unb trübe STOifdjung barauS gewonnen» 
Um eine richtige Äenntniß ber alteigentfyumKcfiett 
aftedjtSöerfajfung biefer ?anbfd>aften ju errangen, bfeibt 
e* alfo notljig, forfdjenb an ben Sorn felbft jurücfr 
jutreten. 

lieber ba* Stfter, b. t). ober bie erfle fd)riftrid>c 
Slttfjeidjnung unferer beiben 8anbred)te lä$t ficfy fein 



31 



(Teuere* 3eugni? in einem bestimmten 3eitpunft nad)> 

weifen : nur fyeilroeife unb aUmaiii finb foldje 9ted)t$' 

büd)cr gebilbet worben. ©reid>n>ot)t fjat bai föitter* 

unb «anbrecht von S3erg in ber »orKegenben Slbfaf* 

fung, nad) bem Urteile eincö vormaligen SlrdjtoarS 

ju ©uffefborf, ber einige Stellen barauS anfuhrt, fdjort 

in einer 9>ergamentf)anbfct}rift bei 13. 3al)rt)unbert$ 

eriflirt. SDtefeö fd)dfcbare üßanufeript i(t inbeß Idngjt 

verfdjrounben unb nur nad> vielfacher Madtforfdjung 

gelang eä, eine jwar alte aber fyduftg Derberbte 3lb* 

fdjrtft unfereS Senfmafeä in einem benachbarten 9lr* 

d)ive ju entbeefen. (Einige neulid) unter ben ?itera# 

lien ber vormaKgen 2anbjtdnbe von S3erg unb 3ültcf> 

aufgefunbene Sepien bejfetben auö bem 15. unb 16» 

3al)rt)iutbcrt festen ben Herausgeber in ben ©tanb, 

burd) forgfdttige Sergfetcfjung ben reinen Xert überaß 

n>ieber ju gewinnen/ obgfeicfy biefer in ber fcfjwanfen* 

ben Schreibung immer bie Slbfcfjrift fpdterer Seit f% 

len laßt, SBenn nun and) bie eben ermahnte Angabe 

über baä SUter unfereä 9ted)t$bud)e$ jefct bei bem ÜDZan* 

gel jenes ÜRanufcrtpteä nid)t mefyr ju prüfen unb $u 

betätigen ijl, fo jeugt boef) für bejfen Safepn in ber 

erften #dlfte be$ 14. Sabrbunbertd ber innere ©cbalt 

felbfi, inSbefonbere ber Umjtanb, baß nur auf ben 

ßompfer ber ©raffdjaft S3erg vor ber ^Rttte bei ge# 

nannten 3af>rl)unbert$ i)ingebeutet wirb unb von bem 

8dnbd)en Slanfenberg, fo 1363 baju erworben worben 

ifl unb feitbem immer namentlich mitangefuljrt würbe, 

feine Crwdfynung gefd)tef)t, aud) nur bie Sfoäbrucfc 

#err unb ?anbl)err, nid)t aber ?anbe$ffirji ober furjt* 

Itdjc ©nabe, beren man ffcf) nad) ber (Erhebung be$ 

©rafen ju einem £erjoge von Serg im 3al)r 1380 be* 

biente, barin vorfommen. 3«r feidjtern SerftdnbKcfa 

feit be* Zextei flnb 3«terpunftiouen Ijinjugeffcgt, bie 



32 



(Säge ober Httitd mit fortfaufenben 3atyten unb 
Ueberfdjriften fcerfetyen itnb buntte SluSbrucfe ober 
(Steffen unter bem Xertc erläutert worben. 3»r n>et# 
tern STuff fdrung bejfelben folgt af$ 81 n ty a n g ein im 
Satyr 1478 bem £erjoge auf bem Mittertage ju ©pfo 
ben borgelegter Sfuäjug be$ 9titterrectyte$, fobann and) 
bie gorm be$ ^rojeffeS, wie folctye einem $ro# 
tofollbuctye biefeä ©erictyteä »on bem Satyr 1511 $or# 
anjtetyt. 

I)a$ Sanbredjt t>on Süfid) würbe, gemäß feiner 
Sluffctyrift, *>on bem bortigen £auptgerictyte im Satyr 
1537 mitgettyetTt; bajfetbe tyat batycr S5e(h'mmungen 
jüngerer Zeit, felbft bie im Satyr 1520 gefctyetyene (Sin* 
ffityrung beä 9teprdfentatiortSrectyte$ ber (Snfet bereits 
aufgenommen : nictytä beflo weniger erfennt man in 
feinem #auptbeftanbe alteS Mectyt unb alte fctyriftlictye 
Slbfafung , unb barf biefe ebenfowotyl bem 14. Satyr* 
tyunbert jufetyretben. 

Die beiben ?anbrectyte unterfcfyeiben ftcf^ im Slffge* 
meinen baburety, baß baö Stttter* unb Sanbrectyt *>on 
SSerg, wie biefe Stuffctyrift fetyon anbeutet, metyr ba* 
öffentliche , ba<$ ?anbrectyt »on Sulidj aber auöfctyließ* 
liety ba* 9>rit>atrectyt jum ©egenfianbe tyat. ©iefe 
gweifadtye Seite leitet un£, jundctyft einen Sftcf auf 
bie tftern XerritortafoertydftntflFe ber beiten $er}og* 
ttyümer unb fobann auf bie ©efctyictyfe ber ?anbfctyaft, 
worauf ffe hervorgegangen ftnb unb ber ftaatärectytfi* 
etyen Serfaffung, bie ffcf> gfetdtyjeitig mit ttynen gebiftet 
Ijat, ju rietyten; tyiernaety aber bie prtoatrectytrictyen 
äSejtimmungen beä einen unb anbern SenfmafS über* 
fictytlicty jufammenjujMen , unb jur Sriduterung ber 
im Satyr 1555 erfafienen Sultd} * »ergeben MectyWorb* 
nung bie Slbfajfung* * ©efctytctyte biefer fe&tern in ber 
Äfirje barjufteffen. 



33 



©ie ®raffd>aft Serg, mlty JMm'g 2Ben* 
gel im Satyr 1380 ju einem #erjogtf)um erhoben t)at, 
tourbe bamafö unb früher, nad) tyrer 8ta$bel)nung am 
rechten SJtyet nufer Ijinab , in bie Canbfcfjaft bieg * tinb 
jenfeit* ber fte quer burdjfhrömenben SBupper einge* 
ityeilt. Sanbrectyt unb SanbeSgewotynfyeit n>ar, n>a* in 
©ejiebung auf btefe (gintfyertung oben unb unten im 

?anbe -.baren ind benieden, tote bte Utfltnbctt reben, 

gaft: Deburft' e$ bei öffentlichen Sfngelegenbeitat ber 
»et>oHmäd)tigten , fo mürbe eine gleiche Slnja* auö 
ber SKttterfd>aft unb ben ©täbten ber einen unb an* 
kern ?anbe$b<tffte gewd^t. 

STaf bem rechten Ufer ber SBuyper mar ju Äreuj# 
berg, auf bem linfen ju $orj bad £auptgerid)t. 
SSeibc Orte (tnb jefct J$cl)jt unbebeutenb, ja im ßanbe 
felbjt faum befannt, 

Äreujberg lag unmittelbar Bor Äaifertwertl) , je* 
ner ehemaligen Styetntnfef, roo ©uttbert unter tyiyitt 
»on £erflatt, ber Srfte auf bem rechten Ufer beS 9We* 
berrtyeint, bai @t>angelium leforte unb eine f6mgltd>e 
ßapelle grünbete, au$ ber fpäter ein Gamnidjen* 
Capitel l)ert)orgtng; unter bem ©d&ttfce einer alten 
^>fa(s » ober 9ieid)$burg , bie Äaifer gfrtebrtd) 1. im 
3afyr 1184 * erweiterte unb n>ieberl}er|iettte. ©djon 
tm Satyr 1011 fetyenfte Äaifer ^etnrid) IL bem Jpfalj* 
grafen ©tyrenfrtcb u. 51. Äatfer$tt>ertty . (ncbfl £)ut^# 
bürg) 2 unb betbe Orte blieben gcfonberteS fomglictyeS 



1. 9?a<ty bem noety erhaltenen, je^t tm @*foffe jit Düffel* 
borf f>efwfc(id)en Denf (leine : Anno ab incarnatione do- 
rn in i nostri Jesu Christi M.C.LXXXIIII. 
Hoc decus imperii Cesar Fridericus adauxit 
Justitiam utabilire tiolena et ut undique pax «it. 
8. Chronicon reg. f. Pantaleon. , ap Kccard. Corp. hitf. 



34 



<$igeto, and) nac^bem gd> (Sonrab IL, bei JBerfetyung 
ber JRipuarifdjett 9>far$graffd)aft an ben ^>faf jgrafen 
#einrid>, <gt>renfrieb'$ ©ofyn, biefefben nueber fyatte 
abtreten (äffen 1 * 

3u ÄatferSroertl) btfbete ftcf> feitbem eine eigene, 
anf ben Ort befdjränfte, jnnfdjen bem ^robjien, bent 
33urgt>ogt unb bem f&mglidjen ©cfculttyeiß gereute 
@erid)t$barfeit 2 ; »dljrenb auf ber ©renje be* Surg* 
fcejirf e$, aber jur ?anbfd>aft gei)6renb, Äreujber^ burd) 
bie 9jfc)e ber SaptteKfirdje, ber 9fctd)$fcefte unb burcfy 
ben $anbetöt>erfef)r, welchen bie bortige 9tyein)oK* 
Hatte herbeiführte, feine frühe Sebeütfamfeit erbauest 
l)at, jener Slbfc&Iießung beö £auptorte$ £aiferött>ert(} 
aber eilt ©ertdjt banfte, toeld>ei ncd) im 3at)r 1148 
ba$ ©eridjt be$ ®aüe$, burcf) (Teben freie ©d)6ffeit 
befegt unb *>on bem $fa()grafen Seemann prdflbirt 
n>ar 3 . 3m 3at)r 1702 gereifte hie SScfle ifym jum Un* 
tergang, tnbem bei ber aerbeerenfren <£tnnaf)me ber* 
felben Äreujberg »ottig, fafl fpurfot »ernicfytet würbe. 

9*or$, UW *in Dorflein Don 200 ©eelen unb ein* 
gepfarret nad) Urbadj im Äretfc SKülbeim am 9ll)ew, 
Hegt am regten Ufer oberhalb unb gegenüber Stoben* 
firmen. 2)iefe Sage fä^t bie »ormattge 5Bid)tigfeit 
be$ OrteS, meUetd)t auct) feinen Kamen erHaren. jBi* 
3iobenfird>en reichte ba* ©tabtgebiet ober bie S3ann> 



med. tevi T. I. p. 80a. — Chron. Colon, in Peller 
monum. ined. p. 4. 

1. Vita Ezonis, cap. 3, ap. Leibnit. Script, rer. Bram- 
vic. I. 

2. Ungebrucfte Urfunben in bem Slrdjfoe tiefer gapitef* 
Äirctye. 

3. Äremer* afab. Sritrage j. ©ü«$* u. 93*raif$en ©cf$. 
ü. 21«. 220, 



35 



metfe »Ott ßöltt, uitb bie ©d&ijfe beburften {um 8or* 
beifatjren nid»* nur bed ©efetteä ber alten unb mdd)# 
tigen ©tabt, \oai bei ben ewigen Heinett gelben jener 
3ett immer ©d>tt>ierigteittn unb wibrigen Sreigniffea 
unterlag; fie mußten fid> aud) bem borttgen 3ofc 
jwange unterwerfen. Maturficty brtbete fid) fo ein 
«anbungfc unb JabungSort unmittelbar oberhalb jened 
©renjpunfte* be$ ©tabtgebiete*, eine Pforte junt 
Bertrteb ber SBaare in bte bieffeitigen Sanbe unb aut 
benfelben, bie, urtonMtd» nod> im 3al>r 1405/ burdfr 
eine SSefte gefdjufct toar. Unter greifen SJer^dltnifien 
wag unterhalb, toie e$ ber Kante an beutet, ©plaben 
(üp- laden) entfianben fepn. 2)aS @ertcf)t gu *Porj 
aber fäeint bad urforimgridje bed fceujer ©aueS ju 
ftyn, toe(d)e* febr n>al>rfd>eittlic^ »or bem ruften 3afjr* 
bunbert in ber SBefte Seuj feinen ^auptfiö fatte, unb 
biefen aufgeben mufte , nad>bem ber ©rjbtfcf)Df £eri* 
bert Don Solu, unter 8Kitnrirf ung be* Äaifere Otto Itt, 
bort eine Slotet gegrttnbet unb berfelben ben Ort £euj 
mit allen türmen unb gefiungStterfen , in feinem 
ganten Umfange gefdjenfc unb gegen alle mitlitt 
2Rad)t abttig abgeföloffetrbatte 1 * Cr fußte aud) ©e* 
red)tfame in ben fünf Dörfern unb aßetfern bei $euj : 
3Be(W)ö*en, $ott, KoK&o&en, asingjl unb Äaff, fei« 
ner (Stiftung t)inju, worauf ba* Äirdtfpiel unb fp& 
tere «Mmfdje Slmt 3Deu$ fid) gebilbet l>at. 8fußerl)al& 
biefed abteilten SBejirfe* blieb $orj ber nädffie am 
9tyein gelegene Ort. ©pdter erhielt aud> ber ganje 
£anbe*frei*, toorin ©engberg, SUtenberg u. f. w., unb 
alfo ber Attejte ©tamm|T$ unb ba« fritbefie ©ebiet ber 
©rafen t>on JBerg gelegen finb, ben Tanten 8lmt $orj* 



1. itrtmtr a. a. C m. Urf. 10. 



36 

■ ti 



SBetbe #auptgeridjte, Äreujberg unb 9>or$, (|a^ 
tett in bem Witter* uttb ftutbgeridjte jn ßpfoben an 
ber 2Bupper, bem ©renjffaffe ber @auett jener Qäupt, 
gerrere, ifyren (gimgungäpunft, inbem bte ©hoffen 
be$ einen unb cmbem ©erid)te$ ntd>t nur aud eigenem 
antriebe bei fc^wtertgett gaffen, ober auf Sitte ber 
ftertepen, 9led)t$fad)ett jnm ©prttdje bafym feiefen, 
fonbent in eigener 9>erfon, unter bem Zutritt ber 9tit* 
terfct)aft, biefe* ®erid>t bebten, au*fd)ließrid> bort 
and) baS »rutgeridft Rieften ♦ 

Sie ©raffcfjaft 3*nd> ttmrbe im 3aJ>r 1336 
ju einer SWarfgraffdjaft unb einunbjtoanjtg 3al)re 
fpater ju einem £erjogtl)itrtt erhoben» 3n längerer 
3ett ttarb bie ?anbfd)aft üt ba$ Ober* unb Unter* 
quartier Sültrfj eingeseift; bod) biente tiefe- Untere 
(Reibung nur ju einigen 33cm>aFtung$$h>ecfcn, namens 
lief) um bte SBeitrag$pfltd)t ju cffentficfjen aber ortlu 
d)en 95ebürf niffen, j. 83. ju gfufjufer* unb Briden* 
bauten, !)iernad) ju beflimmen ; auf tat ©ericfitSroefett 
Jjatte <Ie feine aSejiefyung* 3n bem £erjogtf)um gab 
ei fctelmefyr, ber innern SSefcutung nad), nur ein ein* 
jige* £auptgerid)t, in ber ©tabt 3uftd> fe[bfl, wafyr* 
fdjeinfid) weil baS urfprüngfidje ©rafengebiet ber 
©rafen t>on $ülid) , nämlid) ber ®au biefeö Wameni, 
burd) Steife bereits gefprengter nachbarlicher ©auen 
attmalig ffcf> erweitert Ijatte. 2)te ©tabt* unb Streif 
(Sexidjte ju Suren, SWünflereifel unb Cruöfircfyen norm* 
te« fid) , nad)bem biefe brei ©tobte mit 3üf id) , rief* 
ffdjtüd) be* <5rfd)etnen$ jum Sanbtage, bie ^Benennung 
§aupt(tttte erbalten Ratten, jtoar aud>£auptgcrid)te; 
bod) nur t>ai Hauptgericht ju %ülid), bie obere 3n* 
|tanj für alle ©erid)te beä ?anbe6, bewahrte baä ge* 
tneinfame fianbred)t: urfunblid) fagte man: »ju 3u* 
Ud) am fapbrtctyt.» 



37 



9totfftdf>tlt<ty ber rirtttrf)ca »ejiebungen unfc* 
rcr 2anbred)te genüge biefer Umriß; ber Urfprung 
nitb bie fernere Sfaäbtfbung ber .6ff entfielen Serfaf* 
fang Gerber £erjogtl)ümer aber fu^rt weiter auf bie 
©eföicfjte ber JJanbfdjaft jnrücf, au? ber fic tycr* 
vorgegangen ftnb. 

Sie fränftfcfjr tyrotrinj Sfcbpaxien berufe {uf> jwt* 
fdjen ber üRofel uttb ÜRaaä ben 9*f>etit l>inab unb um* 
faßte atfo ba« ganjt ©ebiet ber ©raffd>aft 3Mid>. 
Sud) ber Kuijrgaa am regten Sttjeuiufer geborte m* 
tvnblidf baju , felbfl nad> einer fefjr wabrftfjeinltdjen, 
wenn and} im'nber erwiefenen STOeimrag, bie ganje 
Wfyeinfeite be* #erjogtfjum* SBerg, bie jebe$ gatte* 
fränfiftyer ©oben war. ■? 

6rf)on unter romifcfyer £errfd>aft Jjatte tiefet 
fcf>6ne Uferfanb überall bie anfangt verfeinerter Auf* 
tut; %tüd)te bei fftbKdjern $immefö, fienntniß bei 
Smient fetner Stents unb ÜBetaff*@ebirge unb ferner 
$eifqueKeie, • tot Sfflem aber burd> SBafferleitungen, 
$eerßragrn unb befefligte Orte, bie SSebingungen unb 
Steige eines gefeHigen uttb genuffroßern iebeni em* 
pfangen. 5Ba6 aud) in . ben f ofgenben 3af}rf)unberten 
terfiört mürbe , immer jogen ben Eroberer , ober nadjf 
ber SBieberfebr friebftdjer 3*üwtr ben alten Bewohner 
bie f)etmati}[td}ett Statten an, wo ani ben Xrttmmern 
stme ©ifce letzter wieber entftanben. Sie meiflen 
SRbmer * Anlagen ftnben wir bat)er fpdter afö frdnfi* 
fcfye ^fafjen unb Sitten, worauf enMid) ©tdbte in 
heutigem ©inne erblühten. Sie Orte Slnbernadj, 
©ütjig, «Remagen, SSrciflg , 3ufptd), Sonn, (ftfo, 
3on*, SReuf}, Stachen, Suren, 3ültcf) u- a.; am redj* 
ten Sfyeimtfer: SuiSburg unb Seuj, jeugen f>terfür. 
Siefe Wallen unb Witten, unb unjdljlbare Äbnigfr 
^t, $ufen, 3Ba(b* *n* 3Biefett>SifWfte, womit 



38 

ffe bereistet »aren unb * bie mir nur )itm Xfte if nocf) 
au* tyren fp&ern »ergabungen f ernten; große gorjk: 
bei ©ergbeim, Ztfrett, um %a<fan u« f. m., jmifcben 
ber 9tul>r uttb Muffel, ©enjberg unb $euj u« a. in., 
(nodj t)eute Äini gSforft genannt); 3o(l< 9Künj# 
®efeit* ©ann* unb anbere Regalien, beren nod) bii 
Mi 16« 3aljrbunbert bem Stetere unmittelbar serbtte* 
ben maren* betätigen bie anbermeit febon begrunbete 
SWutbrnaßung, baß bie ganje $rot>inj tin sorbebalte* 
«e4 <£rb« unb Ärongut ber. frdnfiföen 2)t)na(lte ge* 
toefen, wie fle benn and) unter ben ßarofingern un* 
mittelbar burd> ©emartboten unb feit ber Witte be* 
tönten 3afjrbunber« burd) ben ©rafen ber ©rjpfalj 
Stauen »ermattet/ nie aber an einen iperjog ali §tx* 
jogt^um »edie^n morben ift. 

Slu* eben biefen SJor jagen, biefen inner« unb 
öffentlichen »erbiltuiffen entmirfelte jtd) jene ftfb er* 
folgte 3erfttdelung ber 9>rotuuj in eine SWcnge Keu 
ner # felbftjldnbtger ©ebtete, Sie jabtreteben ftöfatu 
fdjen ©runbftficfe unb ©ereebtfame boten ben Äönigen 
immerfort ©elegenbeit jur greigebtgfett, fo oft ©änfU 
(inge , geleistete 2)ien|le ober , toai am bäufigfieit ber 
gaa mar , eine fromme SlbjTcbt biefe anregten» ©ebo« 
ftetttett bie alten ^fafjen mit ibrem Um« unb $ei* 
fange abgefonberte SJejtrfe bar unb febtoffen ffcb batb 
ali ©tdbte ober Sogteigebiete öon ber Saubfdjaft 
au«; ntcf)t minber gelang e* ben ©tifWKw&en, ber 
gaugraffieben ©eriebtäbarfett ftcb )tt entjiebn unb burety 
Smmunitäten ein Wnftige* ©tiftSterritorium }u ge« 
minnem 2)te (Staugrafen felbft aber gelangten um fo 
leidjter ju bem erbltcben SefT&e tiefer 5Bürbe, afd bie 
$faf jgrafen, bie an ber ©pifce ber obern Sermattung 
ber ^proöinj ftanben, im Streben nacb Srbbefift tint 
jelner Ärongfcter unb ©aufc&aften berfelben Corangin« 



30 



gern ©o befafl 6er alte 9>faljgraf ^ermann im 
10. Safyrfcmtbert fd>on bie @raffd>aften be* Grifel* 
gaue^ mit ber bürg Xomberg unb beä 3ufpid)gaue* 
mit ber 9>fafj. ©ein ©ol>n ©jrenfrieb ober gjo er* 
tyett bon £eütrtd) 11. im Satyr 1011 ÄatferÄtoertfy 
unb Duisburg, im Satyr 1023 boit ben SJejt&ungen 
ber Übtet SRarimüt 6656 #ufen ?anb; anbere Äron* 
flfiter ber ^roüinj waren itym mit feiner ©cmatylin 
SBattyilbe , ber Xoctyter Otto'* III. , jtt Xtyetf geroor* 
ben; biete »erben burcty fpätere geifUictye Stiftungen 
ober afö pfdTjtfd)c fetyne nod) funb. 

SBa* bie spfaljgrafen unb anbere ©roßen bon 
bem 3iei<fc*boben ber 9>robinj affmälig an jTcty ge* 
bractyt, würbe neuen 3erftucfelungen $rei$ gegeben, 
tnbem fie *>on ber Stiftung ber 3eit unb bem 35cm 
fpiele ber mit Älojlerjtiftungen fetyon angefüllten Canb* 
fefeaft angezogen, jur Bereicherung ber bejietyenben 
ober ©runbung neuer Snftitute großen, oft ungemef* 
fenen ©runbbefife Eingaben. 3« feinen alten Xagen 
ftiftete ärjo, auf Eintrieb feiner @emat)finn unb auf 
beren $eirattyögute, bie »btei 93rauu>ei(er unb begabte 
ffe mit einem großen 33atbe unb ben Dörfern barin, 
beffen anbere £dlfte fein 93rnber £einricty bem Stifte 
Corneli * SKunfter jumenbete. (Sjo'ä Xoctyter, 9ltd>eja, 
bie betriebene Äonigüm bon $elen, nnbmete fpater, 
»orjigücty naetybem fie ityren SJruber Otto beerbt 
tyatte, {abtreibe gamiliengüter jener unb anbern geifi* 
lidjen Stiftungen. 

Den erjbifctyöflictyen ©tu 1)1 ju Sofn befleibete ba< 
mala Slnno, ber ©änfHtng $einrid)'* III. Unter bie* 
fem benfmürbigen Prälaten aber, ber fittyn unb be* 
tyarrlicty in bie nrittytigflen Steictyäangefegentyeiten ein* 
griff unb toätyrenb ber bermirrung^reid^en Regierung 
Sbtinttyi IV., für ben er al« SSormunb Rubelte, fei* 



40 



«en ganjen @t'nffa0 jur ©Weiterung unb Serfyerrft* 
d)ung geififtd>e* £errfd>aft unb feiner £trd)e in'* 
IBefonbere benufcte, jertrummerte t>6ttig bie pfatjgräf* 
Kd)e rote überhaupt bte unmittelbare 9tetd)Äl)oi)eit in 
ber $rotttnj. SRad)bem bte 9HaI$grafen tl>re dfteflen 
©ifce auf bem finfen Styeinufer aufgegeben, marb 
and) Qrjo 1 * »ruber« * © ol)n , ^faljgraf griebricfy, *>on 
Ktmo gelungen, bett Sfaelgau abzutreten, n>o biefer 
auf bem pfafjgrdfltd)ert ©d)fojfe tm Satyr 1066 bie 
Slbtei ©iegburg , bte fünfte fetner Stiftungen, grün* 
bete. 3lad) gaadj hinauf räcfte grtebrt#* gfetdjge* 
«annter ©otyn , ber and) biefe* ffrbe gu einer Älofter* 
anjiaft umfdjuf , tüorauf wir bte pfatjgrdflidjen 9iad>* 
lommen auf f)6^er aufn>4rt$ am SR()etrt gelegenen 
©t$en ftnbem 

9Rtt bem Beginne be$ 12. 3atyrl>unbert$ enbtidj 
ift aller 3ufft«wnenbang ber 9>ro*inj geloft. 2)te 9Sa* 
men ber ®anen &erfd)ttrinben mit ihrer polttifcfyett 83e* 
beutung, nur jur 93qetd)nung ber nadjgebilbeten firefa 
liefen (Einteilung in Urfunben biefeä Seitxaumei nod) 
»ernefonäar. 25er »oben ber ?anbfd>aft jerfdttt in 
felbftftdnbige ©runb^errljc^feitett ^ SBurgen, ©tdbte, 
fleijilidje Territorien unb »ogteifiefte SSejirfc ^ »o 
überall, auf ©tretfen bon einer ober einigen üDieiten, 
3>r&laten unb Jtynaften, bie mdd)tigern unter ben 
ledern mit bem (Brafentitet hervortreten , t>on ifyrero 
SBotynfTfce ben Warnen empfangen unb tyierburef) ben 
neuen Urfprung immerbar befunben. 

3B8a$ von ber pfaljgrdflicfyen #ol)ctt in ttereinjcf* 
ten ©erec^tfamen (leben geblieben it>ar : bie £errfdjaft 
unb Surg £engebad) (baä <&tamml)au$ ber fpdtera 
©rafen ton Sülidf) mit ber Sogtet übtx 3älptd> unb 
ben »eairf, 9>aHenj <3>falj) genannt, über «reiftg, 
bie ©tifte »ilicty unb Soweit <3Ränfier, aber »erg< 



41 



^etm mit bem 3Ötlb6annc tmtföetf 9Waa* uttb 9H>eitt 
unb bem ©efeite jttifdKtt Kacken unb @6ht, über 
^faffenborf, ^ofjtteiler, ©reffenidj u. a- SDorffdjaften, 
nmrbe ald pfdr^ifcfje^ fefyn ßauptbeftanbtljeil ber neuen 
©raffäaft 3uK*. Slud berfrfben Quelle entflieg 
fetbWidnbig bte, fpdter aud) an %ülid) »ererbte, ®au* 
ober SBalbgrafföaft Solbad) , nad>!)er SBefyrmetjlerei 
genannt; bte ©raffdjaft Styr it.- f. n>. 

Sie ©raffefjaft 33erg aber, t>on bem ©tammfffce 
tyred Itynajien fo genannt, ging, meifiend auf Se* 
ffßungen ber 66fnifd)en Äirdje, aui bem Sebürfmffe 
eine« Sagten für biefelben fyeraor unb btfbete ffefy 
aud ber ©ertdjtdbartett im Deujer (Sau unb bem 
£6mgdforjie bafelbji (bem fQann itnb ber S3auerfd>aft 
Bans-bure, öenjberg) ; aud bem anfcfyicßenben löalbe 
?Riefctot)e (b. t. Sßdufe * SDBafb) , tt>efd>er bem audge* 
breiteten frdtern Slmtdbejtrfe ben Warnen gegeben; 
au* ben <&blnifd)en £öfen 2Wütt)eii# am 3tf)ein, Z>jtn^ 
n>aH>, ßbentyar, SBtgborf , SWonbeim, £ilben, <Stber# 
fttt>, Sdjtoelm u. a., fpdter Dörfer unb ©tdbte; aud 
bem SBalbe }tmfd}en bem 9*()etn, ber 9tul)r unb Säf* 
fei, mit bem 661ntfcf)en ?et)n*©d)foffe unb 2änbd)en 
ftngermunb; enblid) aud ben Sogteten über bte 
©ttftdftrcfyeu ©tegburg, 2)euj, SBerben an ber SRu^r 
it. f. ». 

Zttefe neuen ©ebilbe mareit iubeß mcfjt nur eint 
SRifdjung fet)r üerf^iebenartiger ©erecfytfame, fonbern 
iiberbteß burdj eine Sföenge bajtt>tfd)en gelegener brit* 
ter ©runbfyerrlidjfetten unb Sogtetfdfaften otjne ©djfuß 
ttnb Haftung : nod) bid jur jüngeren 3^it jdfyfte bad 
jjerjogtfyum 3u(id> einige m'erjig untergeorbnete £err# 
fdjaften. Sie ÜRad)t unb bad Slnfefyen ber neuen 
©rafen unb $erren beruhete bai)er jjauptfddjlicfy auf 
ber $a^( ber ©treitfrdfte , bte ftc burety SWtnifteriafo 



4£ 



S& tm&* ©eforgt att ftcfc 4a ftt&pfett öerm6genb tüateit, 
*mb tooju fle bte gunidtfi gefeffenen aftfreien ©runb* 
Ferren »orjfigricfy ju gemimten fud)tem <g$ tft be* 
fannr, mie tiefe* überall »erbrettete Serfyäftmg tu 
bem gemetnfamen Stinge ber lefynmetfen Uebertaffung 
t)oit ©runbbeftg unb Statten/ attmdlig feine urfprung* 
liefen, nad) Dtcfeti unb feinett Sbßufungen »ergeben* 
artigen ©lieber ju einer ©efammtfyeit »ereinigte/ bte 
t)on bem aufjern Umftanbe, beritten ju fdmpfeit, bett 
Kamen 5»itterf*aft erlieft, fciefe 9titterfd>aft 
aber/ an beren ©piße ber Ztynajt nur aW (Srjter uiu 
ter ©teilen fianb, trat ntn fo bebeutenber tfym gegen* 
aber, je geringer fein Uebergemicf)t an €rbgruubbe(t$, 
an .Unterfaffen unb« reid>$recfytf td)en ©efugnijfen mar. 
Ünb au$ folctyer gegenfeitigen Slbfyangtgfeit/ bie bort 
bte mm §of)eit bebingte, fyier alt* ©erecf)tfame be* 
fielen ließ unb neue begrunbete # entmicfelte ftdj jene 
©taattoerfajfung^ bie fdjon in Urfunben beö 12. 
3at)rf)itnbertö, worin mir ben 95ifct>of ober ©rafen 
mit bem 3*ugnijfe feiner ©etreuen, mit tfyrem Watlfe, 
unter tfjrer SBerburgung öffentliche £anblungen t>ott* 
jtefyn fei>eit/ in einjefnen 3ugen flcf) anfünbigt/ in. u& 
ferm Sftttterrecfyt? aber in feflen ©afcungen jid) aui* 
fprid)L 

»icfyt ofyne 3ußimmung feiner 9titterfcfyaft burfte 
ber ?anbe$t)err tin 93ünbnif eingeben ober eine gefybe 
beginnen/ unb um it)re #uffe nur bitten/ tjattt er 
ju&or auf t'fyren Sütäfprud) nad) €f}re unb Stecht bem 
©egner ftcf> entboten. Xraf ifyn unb bie ©einigen 
Äriegeäunglucf/ fo mar er ju einer 93ebe berechtigt, 
bie in ifyrem fefcten 3»>ecfe bie (Spaltung ber ®\xb* 
flanj bed ?anbed beab(Td)tigte : baljer bann bie 3Ser# 
pfdnbung »ort Canbeötfyeifen befd)rdnft/ it?re Sntäuße* 
rung »erboten unb fraftlo* mar (Ärttfef 1—4). 



43 



3ur 3eit ber fd>rtftttcf>eit Bbfaffung biefer flaut** 
rechtlichen Sefiimmungen festen man inbeß tyren ein* 
fa^cn Urfprung fcfjon aud bem Singe »erloren ju t)a* 
ben unb glaubte, ba* wa* man I)erf6mmftd) öorfanb, 
gegen bie anwadifenbe Sanbe*l)ol)eit fefter ju flüfcen, 
ütbetn man il)m einen fafttfdpn Vertrag unterlegte, 
beffen <Sntftel)en in bem SlrtifeJ 5 fetyr anjteljenb er# 
jdljft wirb* 

Slfferbing* waren im. Saufe ber 3«* tnanmdjfacfye 
Seranbernngen , fo nnmerffid) in tyrem einjefnen Qu 
fdpinen al* wichtig in tyrem (Sefammtergebmfie , ein« 
getreten. Sie nebtneinanber emporgetommenen fefbft* 
ftdnbigen Ferren bermoetyten nid)t, bauernb auf glei* 
4er State gegeneinanber ftd) ju behaupten. Sie SBidj* 
tigteit ber alten Stellung eine* ©rjbiföof* , borjfig* 
(icf) ber Hinflug be* <56foifd>en bei £önig*wal)fett unb 
anberen 9iet$*ange(egeni)etten, Ratten t)ier frufce fd)on 
eine £>6erfyerrfö>aft erzeugt, bie in ifcrer wettern <&nU 
wtrfeCung bafb uberwiegenb auf ben nadjfien greu 
faffen lüftete unb gewig ftcf) über bie ganje 9>rotnnj 
erflreeft unb befefügt tyaben witrbe, wäre nid)t in bem 
©iftoofle be* ©tiftfgebiete* bie mächtige SWetropoIe 
fefbftfl&nbig beu>or* unb entgegen getreten, ober ein 
ttererbenber SBeflfc in ber gamifie be* ©ifdjofe* raög* 
Kcfc gewefen, wdljrenb umgefefyrt ber erjbifd>&fltd>e 
©tul)l gewöf)n(tcf) mit Sinnen benachbarter S^napen* 
fytafer befefct würbe, bie minbefien* ein gereifte* 
Sntereffe leitete* Unter ben weltlichen Ferren l)obett 
gfetc^jeittg Xapferfeit unb ©lücf im 9Wd)*bienfte, bttf 
mit Serfetf)ung ober erweitertem ®enuffe ber Regalien 
in ber ?anbfd>aft belohnt würben , ben (Sitten , inbefl 
ber (Stamm be* Zubern anwarb ober boef) gegen Un 
ßdrfern 9todrf>ar ftcf> beugen muQtt. ällte gorjt* 
3agb* unb &tUit *©ejirfe Ratten bie er(te letzte 91b* 



44 



marfung größerer fcerrttorfen gegeben; <in affmdltg 
gefunbene* SSerwaftungSfoltem aber gog im Innern tfon 
bett etnjefnen Surgen ani , Äretfe 1 , bereit futtert bis 
|ur gegenfeittgen Berührung, fld> nnanft)altbar ju er* 
wettern unb in ifyre« SRefce ein gf etcfye* Unterfa fTeniSem 
tyäftnifl ju begrfmben {hebten : ihrer bätttgen Sfbrutt» 
bung fdjritt bte?anbeSl>ol)ett entgegen. Umgefefyrt Ratten 
bie, in tfyrer ftaatSredjtKdjen ©ebeutung mit bem 13* 
3al)rf>unbert bottenbeten ©tdbte eine neue ftretyett ge* 
fdjaffen. ©o »aren jv 8. ©t'Werfttyrt (1222), »a# 
fingen (1275), «ennep (1277), 2>uffelbdrf (1288), 
bfc afer erflen ©fdbte ber @raffcf>aft 33erg, entflanbeir« 

Burd) SSeborrecfytttngen gegen bte rdnbftdjen ©e* 
ntietnben »aren bte ©tdbte au$ bem Serbanbe berfeb 
ben an tfyre ©pifce getreten; burcf) 3Rattern, ©rdben 
itnb Stürme aber, biefe mdctyttge SBaffe i&rer 3ett, 
Aberboten fie bte Surgen unb traten bebeutfam ber 
StitterftfKift gegenüber , bie bafb in ifyrer üWttte 9?ie* 
berfajfungen ju fucfyen begann ; gewerblicher %Ui$ unb 
Raubet, fo rote größere ©efbmittel, tveldje biefe er* 
i&gten, berfcfyafften ifjnen ein bieffeitige* , QcmidjU 
*bKt$ Xnfefyen, toifjtent) an bem Senmßtfepn eigener 
5fraft unb etgentyfimficfier , auf innere* unb bffentfo 
cfje* 2Bobf berechneter, Ctnrtd)tungen unb Seburfuiffe 
ffdj ba* ®ef<tyf einer teelbjtftdnbigfeit enttoicfelte, ba£ 
in ben ÜWagiftraten etn gegebene* Organ fanb. 

Stotttrftdj alfo, baß bei jebem tt>td>tigern 2fnlaß, 
fcer ben gürjlen ober bte ?anbfd>aft betraf, nddjfl ber 
9titterfd|aft, ihr Ctnberfldnbmj} gefugt, bte JBttte um 
3ujtfmmttng ober 93emittigung junddjjl an fte gerietet 
würbe, ettte ©tettung, wefcfje fte aber au$ in bie 
beratyenbe Serfammfung einführte. 



1. Son bem amtmamte, ber bte SBurg «erwatyete unb in 
tyrem Umfange waltete , Remter genannt. 



45 



Unter folgert Sßerdnberuttflefl ttt ber allgemeinen 
©fieberung wie in ben eittjefiten »erfyäftniffen be$ 
ftoatÄredjtticften SerbanbeS, gerieten nidjt minber 
jene trielen ®ered)tfame fort ©ebrange, bie ttjtili aui 
Dem y>erf6n(icf>ett unb grunbbejtfcltctyen ©tanbe ber 811t* 
freien, tfjetfä au^ bem fpdtern SWiirtflertaU unb 2el)n# 
toefen hervorgegangen waren, in biefer Sföiföung 
überhaupt aber auf bem §erfommen beruheten« Sie 
5Hi'rterfd)aft aerfäumte bafyer nid>t, tiefe tyr atterbing* 
Ijedjttndjtigett Sorrecfyte bem Stifter* unb 2anbred)te 
etnjut>erfeiben. ©egen bie Hutert^dnigfett anfträubenb, 
tnbem ffe gebeten (1.) ober bod> fd>riftlid> einge(abeit 
<30. 79.) »erben muß, tfi ffe gu befonberm Serfabren 
üi ©treitfadjen mit bem eigenen (30. 31.) ober mit 
fronben Ferren (46* 660 berechtiget unb jur ©elbfl* 
l)tofe befugt, wenn ein fanbe$l)errfid)er Sdeamtt in 
ityre perforieren ober binglidfen gret'betten eingreifen 
fottte (37.). ©ie befifct eigenrtjümridjfeiten in bem 
«p* (13. 14.) »nb (Jrbredjte (29.), brö auf biegorm 
ber (gbefd)Keßung (38.) unb ben Saftarb (12.) binab. 
2)em furftlicfyen ÜRüblengroange (50. 75.), ben ©teuern 
(5. 48. 74.) unb ben 3oflen (49.) entboben, tbetlt ffe 
ff$ in ba* fürflKc^c @ered)tfam ber 3agb (34. 640, 
ber Slufnabme Don gremben (7.) u. f. n>. 

Snbef} erneuerte fccf> in ber Jofge, bei bem fort* 
fdpeitenben Umjtcbgreifen ber immer wadrfenben 8an* 
beitfotyit, mit ©runb bie Seforgniß, baß and) bie 
fdjriftltdje Slbfaffung, bie ba* eiitfeitige SBerf ber Se* 
ttorrecfyteten war, bem 9?ttterred)te fcfbfi feine uner* 
f*ütterrtcf)e ©tüfce bleiben biirfte. Sßobt nai)m bie 
9titterfd)aft bie ©efegenbeit wafyr, (mte fdjon aui 
bem Slnbange unfereä ©enfmale* ju erfefyen tfi,) auf 
bem Wittertage ju Opfaben bem ?anbe$I)errn bie aU 
Un ©erecfytfame in Erinnerung ju bringen : immer 



46 



ober galten btefe nur ali ritte bergebrad)te ©itte, bie 
a(fo ber Autonomie einer jutönfttgen aubernben ®e# 
ftaltnns unteno&rßg blieb* ©aber fyatte ftd) langji 
ba* ©toben offenbart, bie SRedjte ber alternben ®u 
ipobnbett »ertragämiflig neu ju begrfinben* 2)er 9tit» 
terfdjaft Don 83erg gelang bieg er(l unter außerorbent» 
lidjen SBerbtftniffen, im Satyr 1404. 2>er bamaftge 
3ungberjog »bofpf batte, int ©efüble jugenblid>er 
£t)attraft, *em fcbwadjgemorbenen Sater bie 3ögef ber 
#errfd>aft entriffen nnb fat) (cd) genötigt, bei tiefer 
©ewalttbat bie SRttterfcbaft ffrf) ju »erbinben. Slm 
8* September be$ genannten Sabred t>erpfltd)tete er 
ffd) in bejtegefter Urfunbe, biefe(be in ben atten 9ted># 
ten nnb ©eroobnbeiten , wie biefe fdjon jur 3ett bei 
©rafert Jfbofpb (bei legten <iui bent 8erg<&imburgi* 
fd)en Stamme , ber *on 1308 bii 1347 regierte) nnb 
beffen Macbfotger* ©erbarb taui bem fcaufe SäficfO 
befianben bitten, ju erhalten, unb führte ali fof<bc 
biejenigen @ered>tfame namentfid) auf, bie in ben 
Strtifefo 47/ 48/ 49, 74 unb 75 be* Mitter * trab 
{anbred)teö anSgefprocben toerben. 9ton n>ar bie 93abn 
geöffnet, unb bie JRegierung* Antritte ber nachfolgen* 
ben «fcerjoge boten immer günjtige ©elegenbeit bar, 
bie atten Med)te neu beflegelt ober in ttod) auägebebn» 
terer gaffung befldtigt ju erbaften. 3n>ar toieberbofte 
#erjog ©erbarb, aW er jur Regierung ber beiben 
^erjogtbümer Strticb unb JBerg gelangte, in feiner Ur# 
funbe Don bem Sab* 1437, nur ben »ucbflaben feine« 
Otyetmd unb SSorgdngert; ber Urfunbe feine« ©obne* 
©«beim aber, bei gleicber SSeranfaffung im 3abr 1475, 
. toarb fd)ott bie ^ertragödbnlicbe (Einfettung gegeben, 
„bie JKitterfcbaft, ©tdbte unb ?anbfd>aft bitten tyn 
inm Crbberrn empfangen unb ibnt gebutbiget," ob* 
gretdj lieber bur$ ben 3ufafc, „vi* ffe bieß tyrem 



47 



natuxlityn erbgebornen £emt ju tyutt fdjulbig fejpen," 
einer folgen fionfequenj begegnet »erben fottte; bann 
folgt/ ali ob bie Urfunbe t)ier erfl beginne, ba* SBer/ 
fprecf)en, bte »erpfinbeten Surgen töfen, otyne SBiffen 
unb 9tatl> ber 5Ritterfd)aft feine Romainen fünftig be# 
feieren ober entäußern, bie ganbeö # Dienjljletten nur 
jtoit Untertanen, nid>t mit gremben befeuert ju rcoU 
(en u. f. n>., unb am ®d)tujfe enbtid) bie äBieberfyo* 
hing ber frühem Urfunbe. Sltted baö mußte £erjog 
Sodann au$ beut $aufe SIeoe , ber mit feiner ®e* 
matyinn bie SüK* < »ergifd^en ?anbe im 3af)r 1511 
ererbte, ttneberfj&Ten unb meljre anbere üRitterfctyaft* 
Kc&e Steckte jufäfclid) in feine Urfunbe aufnehmen» 
Geitbem toie* bie JRitterfdjaft auf ifyre Pergamente, 

- tftre Privilegien t)in unb ba$ Sitterbud) in feiner toer#- 
alteten ©pradfe unb SIbfaffung trat in ben $inter* 
grunb, iuU$t in Sergeffen&eit. 

<&i festen paffenb, bte Urfunbe von 1511, bie 
ausführliche unb juflfetd) bie fegte in fofe^er 8fa*# 
fübrltdjf eit , afö 92ac^t}aU unfereä 9titterred)te$ , beut* 
fefben anjufcfyfteßem SBir mürben aber bie ©renjen 
nnferer Stuf gäbe äberföretten, mnn mir bie anfange 
ber alten Serfaffung in allen ifyren gaben unb »er* 
twfetungen tyier berühren unb bem ©ange ber fpäterit 
@efia(tung folgen »ottten : alfo nur einige Semerfungen. 
Die SRitterfdjaft bilbete, il»rem Segriffe na*, feit 
tyrem (Sntfieljen eine ©enojfenfcfaft ; »erlaubte 33er# 
^Itniffe unter jid) führten bie ©täbte auf (Sine «* 
nie gufammen: teibe körperhaften aber (teilten in 

/ ben öffentlichen SSerfammlungen nur (Id) felbfl bar, 
it)re eigenen Sefugnijfe unb SJorrecfjte fyanbljabettb. 
Sie «anfcfdjaft hingegen mußte in ben galten, wo ffe 
eine außerorbentlicfye Abgabe, Verpflichtung ober 
Einrichtung übernehmen foQte, i\\ ben gettrifcnKdfpn 



48 



SSorftdnbett alfer bet^etftgtett ©emeinben angegan* 
gen »erben, mürbe aber tfyreä 3ufttmtnnng$red>teS 
affmdffg unb nad) Maßgabe »erruftig , at* mit bem 
16. 3al)rl)unbert bic außerorbentfictye Slbgabe OBebe) 
ttt regelmäßige Sefleuerung überging, bie ?anbtage in 
gleichem Schritte fld) tmeberboltcn unb bie jum <£r# 
fcfyeinen ein jig prtt>tfegirrcn Äorperfcfyaften ba$ änfeffit 
eigentlicher fttnbßdnbe gemannen; unb fanb bemnad) 
in ben, jur Sfittterfcfjaft gel)6renben, Sfmtfcuten, ober 
in ben ©tdbten, nur bann unb jenadjbem beren 3n# 
tereffe and) ba* irrige mar, eine gufdttige 35ertre# 
tung. Sie alten SRinifteriaren unb fpdtern Stdtbe, 
bie nad) ber Raffung ber fürftfidjen Urfunben be* 
15. Sa^unber« an ber ©pifce ber 9titterfcf>aft 
gfetcfyfam tint aermittefabe ©tufe einnahmen, mur* 
ben^ nadjbem biefer SfuSbrucf befofbete gfir* 
ßenbiener bezeichnete, aud ben SBerfammlungeit 
gebrdngt. Sie ©tdbte enbfid), mobon feit ber jrnei* 
ten #dlfte be$ 16. 3al)rl)unbert$ nur ttocf> bie bier 
dfteften be$ einen unb anbern £erjogtf)um« erfd)ienen, 
bie bafyer ben Xitel #aupt(tdbte führten, n>ät^renb bie 
übrigen jur Ghrfparung ber S3efdjitfung$foften mit £>e* 
putirten ber erflern bafyeim jTcf) benahmen, biö mit 
bem 17. Sa^unbert aud) bieß in Sergejfenfyeit ge* 
rtett), erfcirfjterten ber 9iitterfd>aft um fo mehr ihr 
Uebergemiefyt ju befejtigen, afö biefe, nadjbem bie 
SSerfjanbfungen auf breitem fdjriftfidjem 23egc Der* 
midefter geworben , jur gemanbtern 3(u$fubrung t'fyrer 
SRedjte bie Slnorbnung »on ©^nbt'Mt unb ©efyeim* 
fdjreibern traf, bie ^cix ©tabten lange befiritten, nie 
*6Hig bemiffigt mürbe. 

9tur baburd» aber, baß bie #erjogtl)ttmer Sufidj 
unb SBerg, in ifyrer SBerbinbung mit &c*e *9Warf ju 
einem gtffern ©taate fyerangemadtfen , mit bem frufy* 



49 

J IT 

«folgten CM6fcf>ert be* Stegcittcn^atifed tofeber a;t*# 
einanber traten, unb unter fcfjwierigen , äußern uut) 
innern Ser^Utm'ffen , bte l'anbe$f)ot)eit in ben Keinen 
Xmimrten md)t ba* Uebergewidjt ju fwben t>er/ 
mochte, jene ©ered)tfame felbfi, worauf ber ©eift 
fce«; 15. SftMunbertf weitete, Vitgemäß ju orbnen 
itnb ju formen, — warb e* mogfidj, baß jte, gwar 
«ttter fteten dampfen, 6id ju unfern Xagen jT<f> aber* 
bauern tonnten» 

Sie pri&atred) trieben Sejftmmungett Gifbcn 
»eben beut Witterrctbte ben geringern SnJjatt unfere* 
JDenlmaW uub befaffen in fujjeh ©afcungen t>orne^m* 
litt) bad @fye* unb &rbred)t; baö ?anbred>t be$ ftür* 
#tentf)ttm* 3u(t'4 hingegen fd)ließt bad fcffentfidje Stecht 
gditjlicf) ani, baffelbe *>or ben £anbeöf}errn, ben Sfbel 
(bie (trafen ttnb Ferren) unb bie 9?ttterfd)aft t>cr* 
»eifenb (XLIV.)* Sie festere fommt bort nur tit 
tyren prteatrecfitfidjen SBerljältmfien, wo btefe t>on beut 
gemeinen Siebte abwetten, in S5etrad}t, bafyer ityro 
Vorreite rutffidjtftdj ber Regalien feine @rw<H)nung 
gefd)iet)t. Seibe 2anbrcd)te (Reiben fobann afö foldje 
baö £ofe$* unb 8et>nred)t ab (26. 27. 28, 55* VlIL 
XLI.)> umf äffen aber in gemixter gofge ©egettftanb* 
bed Ctoil* unb ©trafrect>te*> 

3Da$ ßi&tfredjt unterfdjeibet äffe* fingen iit 
Kegenbe*: (Erbfdjaft, unb bewegliche* : @ereibe. Deut 
Sereibe j(t>on rett> paratus, reibe* für baare* (Selb 
<1X.) ; bafcer aKe$ , wa* g(et'rf) $ur £anb , * beweglich 
1(1) »erben in'i ©efonbere gugejdfyft a) lösbare dient 
ttn, wofern jie nid>t *wr ©eridjt fotmobiliftcirt wor# 
ben ffub (XVII, O unb «Pfaubfcfjaften (180, bafje* 
äffe auäftefyenben CapitaKen, ba^rpddjte u* f. w» , im 
Qkgenfafce t>on unabloSbaee* ober Crbrenten unb <ftb# 
yädjtetti b) wa* bie (entern idt>rltc^ abwerfen , fo 
batb e* erfaffen ift 020); c) geibfrücfcte, wenn bie 

4 



50 



®aat »on ber <Sgge beftridjen, t>6tttg be|iettt ift (20), 
unb gef<Sffete$ £ofj (ibid.), gteicfjtnel alfo ob ei nod> 
auf bem 2Balbgrunbe liegt. 

Seit ftörffien Einfluß jur (Srf^fitterung bet alten 
JRe^Wbeflttffe , bte an bem <?rbgrunbbefifce hafteten, 
übte aKmirtg bet jtefgenbe 2Bertf> be* immer flcf> mef)# 
renben beweglichen @ute^. 3n feinem 3»>eige würbe 
batyer bie beutfcfje 9?ecf)t$anffd)t mefyr bewegt unb ort» 
ltd) aerfcfy'ebener geleitet, aß in ber Sejtimmung bef# 
fett, toai jum beweglichen ßigen getjfcre, ober toai, 
bei ber fofgereicfyen SBic^tigfeit beä UnterfcfytebeS, bem 
entgegengefefcten wittfüfyrfid) jugejdl)ft werben fottte. 
SBBie ber ©runbfafc, bag naef) bejtetteter ©aat bie 
fänftigen %xüd)te fd>on @ereibe fej>en, gem6f)nlirf) auf 
9teben# ©arten * unb ©aiimfrücfjte, ja felbfl auf 2Bte# 
fen# unb anbete oljne eigentliche Suftur gewonnene 
©rberjeugntjfe ausgebest würbe: fo traten in ©egeu* 
Un, wo Diele ©tobte unb lebhafter SSerfefyr einen 
grtyjern Sleidjtljum an baarem (Selbe unb £anbefo 
waare, für Diele Sfyegatten ba* einzige ober bocf> 
ba* £aupt*erm6gen, erjeugten, mandjfadje 33efd>r4n# 
hingen ein. 2)aljer bie nachbarlichen Steckte t>on Solu, 
guttief), Xrier u* f. w., nac^ Unterföieb, baared (Selb, 
Weldjeä t>on fcerf auften Immobilien vorliegt, auöfie* 
^enbe ober and) ricfgejatylte Kapitalien, $anbet*# 
waare u* a« tu. ben Smmofcifien jujdfylen. 

I (Sine jweifacfye Sintl^eifung be* ©eretbe* wirb 
noefj buref) bie ©teilen II unb LVH angebeutet 3ene 
iberfdßt ber Gfjefrau eine* 33er bredjer 3 , ber bai te* 
ben »erwt'rft, nur toai ju t'brem ieibe unb iljren 3ier# 
ratyen gel)6rt, alfo bie ©erabe im dlteften ©inne ober 
baS fireng frauliche ©igen ; biefe bejetetynet ben S&aui* 
xa% bawn ©ilberjeug, Uintn unb wollen Xucty unb 
93rauger&tf)e, al* tum ©ereibe gestrig, uuterfdpt* 



5t 



beub* Sott tiefe» fefctern (Einteilung fommt bie tlrt# 
toeubung md)t *or* 

2)a* bewegliche ©ut> in ber TRegel ettt ©ettrinrt ' 
perfbrtlic&er Xbitigfett, babei fetner Statur nad) »er* 
gditgltc^ itnb fetd)t »anbeföar t>on #anb ju $anb, 
Mtbete fcfjött ttad) bem dTteflen StedjtSgefityle ba* per* 
fJntic&e eigen. (ES unterliegt batyer ber unbefcfyränb 
tettt »erfügung be*3nl)aber$, gefyt auf ben überleben* 
ben (Satten über (lX/ u), ber ** einem Reiten ©attert 
ittfüb« (53. 570; ber ®tiftüd)t barf e* frömmelt 
83erradd)tmffen njibmen (VII / 4 .) \ ti haftet in bett' 
Weiften goKen an*fd>HeßKd>> jebe* galle* jmtddjft für 
bte ©rf)Uibert be* »efifcer* (20. VII; 4 0t belfert gao 
totfie, ber (Erbe fanrt nid)t bataUf jd^en. aber Met* 
b*nb, in ber gamitie fcererbenb, iß ba« Kegertbe @ut, 
heftet Urtfere «anbreche beibe Cigenf cf^af tert , bie (ie* 
geube unb bte bererbenbe, in bem borfyerrfäettben 
Begriffe ber festem jufamntenfajfen , unb beibe mit 
ben Stoäbrutfen eineä .Stammet: (Erbe/ (Erbfctyftft/ 
(Erbjat)!/ (Erbgut, bejeid)rtert. 

£et Uebertrag be* beweglichen (Bigettd i(i an (eine 
gorut gebunben; tint red»t*giiltige (Entäußerung bed 
Kegenbert ©ute* bingegett muß burdj (Erbung unb 
(Enterbung bor bem 8anbe$l)errrt (bem alten Stifter, 
XXXiiL)/ ober wie ba* »ergifdje «anbredjt fef>t förutelt 
V>orfd)teibt : bei fcottfommeuer öeredjttgttttg baju, un* 
UtjitiUtt burd» ganbe« * unb 8et)ttl)errlid)ett unb ge# 
tid)tlt$en Bufdjtag, tnitteljl fombotiföer Uebergabe 
(390/ burtf) Kaufbrief unb SJerjidjt (250/ too bafferbe 
bütgpfliie^tig ifl (520/ ot)rte SSorbe^alt ber &fe Ober 
beÄ SBieberfauf* (180 gefdjefjen unb bttrefc erfotgettbe 
(Einräumung binnen Safrr unb £ag (24» 250/ o&ne 
bte miubede »iberfrredieube Shtbeutung (390 bottjogett 
»erben* 



■MMM 



52 



Sit Sejiebung auf freie SSerfigung unb (Erbfolge 
finbet bei fcett 3mn?obilien bie (Sintlfeilung in n>trf(tcf> 
aon ben Sftent ererbte ober eworbene ©tatt; jene 
»erben ©tocfgftter (VII, 4.)/ fr Äter tautologifd» ©toefr 
unb ©tammgfiter genannt Um tiefe Sigenföaft ju 
erbalten, genügte eine einmalige SSererbung in abfiel 
genber ?inie, „baß man ba$ ©ut *on ben Altern fyer 
l)abe" (22). 3n Slufefyung berfefben galt aber ber 
wichtige ©runbfafc, baß fle, wenn ber 83eftyer finber* 
lo$ ftarb, bie %amilie beffefben fid) affo nidjt fort* 
pffangte, an ben gamilienjiamm , »ofyer ffe ererbet 
werben, ^urücfftefen, fo lange nur immer tiefe £erfunft 
nad)ge»iefen »erben fonnte (21.)* Z)er ©etfilidje 
tyatte, *ielleid>t aui gleichem ^rineip in bem bilblicfyett 
Sinne, baß er burd> Slntretung biefed ©tanbeä ber 
SBelt unb ber gamilie abgeworben fei), nur ben SRteß* 
braud) baran unb burfte fte, ed)te 3f?ct^ allein auöge» 
nommen, »eber veräußern nedj belasten (IV, 7» 
VII, 4 * ».) 2>od> au« einer anbern 8lnfTd>t, bie in 
ber SSerorbnung be$ £erjog$ Sodann Don 1520 (fyiet 
nadjfolgeitb) feljr uberfleibet »irb, »ar bie »eitere 
»eftimmuug gefloffen, baß ber ©eifilidje and) er»or# 
bene Immobilien nidjt an bie ©eijiltdjfeit veräußern 
ober *>erfd)enfen unb nur fein ©ereibe, nad) Slbjug ber 
©djulben, biefem Swedfe lefcttoittig »ibmen burfe 
(IV, 5 . VII, 4 . 6-); worin tym ber ÜBettlicfye, mit 
ber Sefdjrdnfung auf ein feinem ©tanbe unb Sermögeit 
angemeffeneä fromme* JBermdd>tmß, gleich flanb (X.)» 

3u einer eckten (Sfye in SejieJjung auf bie Äinber 
ald gefefcmdßige dvien genügte bie SSerlobung , fctbft 
»enn fie tyeimticfy gefd)ef)en unb bie Kopulation burd) 
ben ^riefter in ber Äird>e ober anber»drtö uodj ittc^t 
erfolgt war; nur mußte jene nad) bem Grrfettntniffe 
bei geifllic^en SRidjterä gültig/ tein ünpedimeutum 



^ 



53 



dirimens ttorftanben gewefen frpn (IX, 19.). ©fffenfe 
lid), oftne Dajwifcftenfunft bon ©eijtticften , würbe 
altem ©ebraucfte nad), bie @fte jwifdjen Mitterbfirttgen 
in ber ©raffcftaft 33erg gesoffen (38.). 

Set bem SRitterfianbe , juweiten aucft in bürgen 
titfjen gamttien , pflegte bte @fte nad) einem 2)otaf* 
foftem eingegangen ju werben» £ir abliefe Softer 
braute iftrem Gttjemanne, mit Serjicfttfetflung auf wei* 
fem Sfntfteif an bem elterlichen SRacftlaffe, eine &u& 
(leuer jn (IX, s.); biefer fefcte bagegen eine SBiber* 
fage gum Sßittftume au$, wobureft fee im %atte hei 
Ueberteben* Don ber 5RnfcniefJung ber übrigen naeftge* 
taffenen Kegenben ©üter befielben auSgefcftloffen mar 
(13.). 8ud> eine SWorgengabe war gebrducftttd) , bie 
ebenfalls in einem ©runbfUicfe befielen fonnte, woran 
aber bie grau fein Stgentftum fonbern 3öittftum$recftt 
«r^teft (14.) 2>te äuätfeuer, meiere bei bürgerlichen 
©tauben t>oit bem Sräutigam unb ber Srau* einge* 
htad)t würbe (IX, 4.), ein Sorfdjuß auf iftre fünftige 
©rfoportion, galt, and) wenn He in ©ereibe bejianb, 
oli (Erbgut, fottte beäftafb auf Immobilien belegt wer* 
ben unb fiel, bei tinberlofer Grfte, nad) bem £obe be$ 
Überlebenben ©atten (IX, 3.) an ben gamilienfiamm, 
»öfter j?e geflfoffen, juruef, für werefte 9iücfjafttung bie 
gefammte eftelicfte ©utermafle ftaftete (IX, u *♦ 3.)» 

Sie Srbfofgeorbnung wieä alfo, bei Ermangelung 
tton 2)e*cenbenten , bie ©toefgüter an bie ®eite jurfief, 
»öfter fte gefommen, bie erworbenen an ben nddjjiett 
Blutfftatnb (220* Sei @ftegatten tfteirten (Tcft be* 
(Bnbeö festere, woju oftne 2(u$naftme alle wafttenb ber 
öfte erworbenen Immobilien geftärten (XXV.), in jmc* 
gTeicfte ^äfften ; bie eine oerjtel fogletcty auf ben näcft* 
(kn ÜRag be£ aorberftorbenen ©atten, mit Starbeftalt 
ber 8etbgud>t für ben uberlebenben, beffen Raffte naeft 



54 



fWwem fcobe gfetcfjmdßig auf feinen nä^jlen Wntt* 
freunb überging ; f urj auSgebrucft : bie ^TOtttflenfiftaft 
Würbe freunbtljetfifl, werftet jweifeittg (23, XX VO, 
£atte ber Serftorbene aber Äinber Wnterfafltn, fo 
fcfjföffen biefe jebett Slubern t>pn ber Erbfolge au$ # 
au*, nad) bem alten 3ültd)fd)en ?anbr*<l>te, ba* Äinb 
eine« *>pr&erjiprbenen ©efc^mifter^ , bt* auf bie 83er# 
orbuuufl *>on 1520, bte aud) fcier ba* SReprafcntatipnfr 
xt&it ber €nfel einführte (XXVHI, *.), 

2)te Äinber tfyeitteu ben gefammten 9Radjla0 )n 

fl(etd|en Steifen (XX VIII, 2, 5,), unb e* fcfcittt in 

ber auSbructtidjen unb nrieberfyoltcu Sejtimuwng bter* 

über nod) bie Erinnerung an eine vormalige ungfei^e 

Heilung naefy Unterfc^ieb beS ®e\d)led}trt }u liegen* 

$to*(ieuer unb überhaupt $orl)er empfangene* mußte 

m bie (Erfynaffe eingeworfen werben, mit 3Iu$nal)me 

ber Sofien, roefcfye bie S3eref)elid)ung eineä ÄinbfS bei 

bem 5Berlobung$fe(ie unb an Äfeibung unb ?fu$rifiuttg 

veranlaßt I)atte f fo wie bie ©tubitn* unb Promotion*« 

foften (XXVHI, 3, 4.)/ »efc^e festere $ejtiuwung 

wo()f 3ogIinge be$ romtfdjen Steckte* gerbet gefugt 

Ratten» Star unter bem Stbel unb bem gtttterfianb* 

galt eine abroeidjenbe ©itte; Der dltefie ©o&n erlieft 

beti »änfebef», b, i, ben 8>amifien*©tamtnjT& mit fei* 

Iter ©runb()errU'ct)fett pprau$ un$ fonnte, wenn mefcre 

fofdjer ©ige in eine gamifie jnfammen gefommen 

waren # einen warfen, 3n beut übrigen 9*ad)foffc 

nahmen »war bie Äütber greifen 8fatf)etf ; inbtf fteRte 

bt> gf&ueifleuföaft eine« ©ute* ein fernere« £(nber« 

uifj foldjer St&eifong entgegen; ©tyne unb $6<W, 

»percfje ben gei(Wic&en ©taub ergriffen unb tmn <Jhrb< 

W|icft gereiftet, blieben t>pn ber XJjeifong auSgefcWof* 

fen # erhielten aber audj, wenn (fe nid)t fcerjidjtet fyau 

ten, nur eine nad) bem ffiertfc tyreä €r&t£ei($ abge* 



55 



Offen* «eibreute (XXIX, t — 40; bie Zbdjttt enb* 
Uö) , fo jur SermdWung gefommen, toaren getr>öl)tiltrf> 
mit einer 8to*|teuer bereite abgefunden toorben (IX, s .). 
Der 3fa*brud »nfebel in ber obigen Steife/ ber 
bort and) JBofjmmg unb in ber 3ted)t*orbttung &on 
1555 See*, ober mit Sejiefyung auf ba* bem afteften 
©ofjne gufief)enbe ZBatyndjt, ffrinjipalfee* genannt 
loirb/ fo lote bie ganje Raffung ber ©teile mit bem 
befifmmten Sfrtifel „wenn (Sinex oon ber 9Wtterfd)aft 
(h'rbt mtb Ainber nachlaßt, fo nimmt ber dltefte ©ob« 
ben SInfebet t>orau*»/ bejeidjnen fe^r fü^fbar einen 
eigentlichen ®tammjt&, eine urfrrimgtictye SlnjTebelung 
unb gemeinfame äBofcnjtätte ber in flcfc abgesoffenen 
gamiltc, unb toeifen auf eine fru^e SBorjeit jurücf. 
£iefer »Slnfebel» fiimmt, aud) bem SBorte nad), mit 
ber terra salica (Salilant, Sal- Sedel-$of) be* ©ali# 

fdben ©efefce* unb, bem SSegriffe naefy, mit ber here- 
ditas aviatica be* Sfipuariföen übereta, von bereu 
Crbföfge biefe alten ©efefce fdjon ba* tt>cibltd)e ©e# 
fd}[ed)t atrtfdE|Ioffem ©d)U$, $amilien4BÄrgf*aft unb 
£rfege*tflid)t hafteten auf bem männiid^n ©tamme 
ber gamilie, bie in bem älteften ©Hebe tyr natürliche* 
fyavopt tyatte. Z)ie nadjforgenben ^nfcerbdrtmfie, toefr 
d)rn faft fein altfreier @runbbefT& entging/ begünftig* 
ten ben gortbeflanb folget $e»orred}tung überhaupt 
unb bilbeten ober befefligten bie/ be* ßrrjtgebornen in 9 * 
Sefonbere , tod^renb jafyfreicfa , tt>of)lbepfrünbete geifb 
lidje Stiftungen ba* leiste Mittel gewährten/ naty 
geborne ©bfyne unb unoermäfylte Zcd)tet unterjubrin* 
gen» ©ie Don bem übrigen (iegenben ©igen au*jii* 
fdjltefen, biefe* Sejlreben (ag ber einmal gegebenen 
Det>orred)tung be* 9le(jigebornen fo ttaf)e, baß e* im* 
mer tterfudjt unb flen>6f>nltd) erreicht toarb/ fo toentg 
aud> , ba bie Sebtngung einer gütlichen , affo jufäai* 



56 



gen , »bflnbumj ber ©efdjwijter in ber Witte lag, ein 
burcfygreifenber JHedjtäjtoang ficf) g'eftalten fonnte; bii 
enbiid) bir lange föon »erbrettete Äenntuifl be* frenn 
ben &erf>te* fceftoment unb gtbcicowtmß ixfi kcbtn 
einführte. 

Seroanbt mtt btm ©tammgutdfpfiem tß ba« 9ti& 
faOörecfyt bed €rbgute$, abet barin *erfd>ieben , baß 
nid)t ber Segriff etneä alten unb eigentlichen gainu 
liett*©tammf!&e$, (eine einmalige abfieigenbe SBertr* 
burtej einei jeben liegenben ©ute$ genügte ja, um iljm 
bie Crigenfd>aft einet ©totf * ober ©rbguteä ju geben), 
fonbern ber 3ufamment)ang be$ ofyne Seöceubenj SBer* 
jiorbenen mit bem ©cfyooße feiner gamilie, ber gamü 
Ken * Serbanb , ba$ leitenbe ^rinetp geroefen ju fepn 
fdjeint* 

9Rfnber ffar unb ubereinftimmenb unter flfd> flnb 
itnfere 2anbred)te rücffTd)tIid> ber eljetidjen ®üten>er# 
fcäftnijfe unb ber SRed>te ber (Satten. üBdtyrtub ber 
©)e tritt im 3ä(i$fcf)en ber ffl)emanu afö ÜWombar 
feiner (Sattin auf, tote bte ©teile XXV., bie ba£ i)oit 
einem bemanne einfeitig auf feinen tarnen eroor* 
bene ®ut bennedj afö gemeinfamen <£rmerb erffdrt, 
unb bie ©teile XXX, a. anbeutet, n>elrf)e bem <£l)e» 
manne, ber feine grau »erläßt unb mit einer anbertt 
lebt, aflo ni(f)t utefyr alö SWombar ber erftern gelten 
fantr, ba$ Stecht abfprirfjt, ®uter- jener @t}e ju &er# 
laufen ober gu befallen. 3m »ergifdjen hingegen ift 
fo(c^e SWombarfcfcaft mcf)t begrunbet, »auefy bei fielen* 
ber gfye fott ein (Satte ohne ben anbern ®iter unb 
$fanbfd>afteit niefot »eräufjern ober befeueren (5S.J,* * 

SRacf) aufgcläpter (ärbe (Jetten beibe Senfmäler bie 
tfledjt* beä überlebenben (Satten für ben gall jwar 
gfetcf), tpenn feine Äinber auö tiefer (Sfje »or&anbeit 
finb, inbem jle ti}tn bie Jpdtfte ber errungenfefraft 



57 



(13. XXV.'XXVm, t. XXX, 2. LVR!.) unb tieieiU 
jud)t an bemXtyeite be$ verdorbenen ©atten (IX, 40,) 
juöejlefyeft ; anberä aber verfielt e$ jTd> in bein einen 
unb aubern ?anbe, wenn bie @l)e beerbt n>ar. 

3m S5ergtfc^cn leibet e$ bei bem 9ittterjtanbe, nad) 
ben Slrtifefa 53 unb 54/ feinen xjroetfel, baß ber lieber» 
lehnte bcü freie ßige.ntf)um an bem ganjen ©eretbe 
«nb bie fet'b jud)t an fämmtlidjen tiegenben ©ütern fyatte, 
bagegen tiefe, ben gaü gcfefclidjer SRotb aufgenommen, 
oljne (gtnttnlligung ber Äinber m'd)t befallen ober cnu 
äußern tonnte. 6bcn bieä galt and), nad) bem Sfrtu 
fei 57, füt bie übrigen ©tinbe unb jtt>ar unbebingt. 
3m 3ättrf)fd)ett hingegen mußte ber überlebenbe ©atte 
mit ben tfinbern, wenn jle ei verlangten, feilen 

cxxvin, i. xxx, %. Lvrno* 

3m geben näherten f!d> freiließ biefe von einanber 
abmeicfienben Kecfjtdbeftimmungen baburd) nueber, baß 
and) im 3ülicf)fcf)en, tt>ie man auö ben belegenen BtcU 
Icq beutltcfy tpabmtmmt, ber überlebenbe ©atte, nad) 
gemeinüblicfyer ®itte, in ungeteiltem SBermigeu blieb 
unb bie Ätnber nur bann eint Slbfdjcibung }u Verlan« 
jjen pflegten, tvenn berfefbe (n>a$ immer ber feftnere 
gatt war unb irobei alferbingä if)r Sntereflfe gefä!)rbet 
würbe) jur jroeiten <&t)e fcfyritt: roeiijalb ei benn aud) 
minber an(lcß(g tt)arb, baß bie SKecfjtforbmmg vot* 
1555 bie ^ortfcauer eine« folgen ungeteilten SejtfceS 
für beibe 8anbe afö fÄecfytSnorm fefljlettte, inbem jie 
bem überlebenben ©atten bie 8eibjucf)t (an bem, ben 
Ämtern anerfattenen @runböermogen$tl)etle bei ver# 
(lorbenen ®atten) juftdjerte, bei biefer gortbauer beiber 
58erm6gen*bejlänbe in einet SWaffe aber, bie 33ef ugniß 
be$ Ucberlebenbcn jur Selaflung ober (fntdußerung 



58 



berfetben an bte Smfh'mmung berÄinber fnfyfte 1 tutb 
tym bte »erpfüdjtung auflegte, bei Cingetyung einer 
itvtiten <$t)t ein Sruoentar über bad SBertn6gen ber er# 
fiern ju errieten. 

3u$ bem ®trafred)te (teilen fccf) fofgenbe 
#anptjtifle bar« £er 2ei6 CbaS geben) ijl bte tjoctyte 
»rudjte (60, ober eine ©roflwette, bte betn Äatfer 



*^ 



1. t)te unbeholfenen, minber Warnt unb umfafienben S3e* 
(Hmmungen ber 9te*t*orbnung, wel*e bte einjige beimi* 
f*e 9te*t*quelle warb , gaben ber fpätern Surüprubenj, 
»orjügli* in btefer SRaterie, einen weiten ©piefraunu 
Die Uubefugtbeit ber hatten, einfeitig über bte ©üb« 
ftan* alle* beflen |u oerfügen , wa* , fep e* ber ftuftung 
ober bem (Rgentbum na*, bie ebefi*e ©ötermaffe bt(« 
bete,— ein ©runbjug ber beutf*en 9te*t*anfi*t, bte in 
ber 2anbf*aft 93erg, na* bem 9(rtife( 58 unfere* Den!* 
male*, offen au*gefpro*en wirb, in ber 2anbf*aft 3it* 
li*, wie alle Urfitnben jeugen, fafttf* ni*t minber 
bejranb unb felbjt in ber 2Rorobarf*aft be* aBanne*, 
bem begriffe na*, erhalten war, — erzeugte na* auf« 
gelobter &\)t, wenn einmal feine 9bf*eibnng ber Ser* 
mogenltbeife ber ©atten eintrat, fo(gere*t hat bewufte 
SBerbäftnif; biefe* aber tonnte ju ber weitern *nfl*ft 
oerfeiten, ba$ f*on jefct ben ftinbern ein, wenn glet* 
no* unfruchtbare*, (Eigentum an ber @efammtmaffe 
. erfallen fep. ©o unoerfennbar au* wäbrenb ber Ufa 
mi bie @ub(lani bei eingebrachten ober ererbten ©runb* 
vermögend betraf, ein obUig getrennte* (gigentbum ber 
betben &attm f ortbeftanb , nnb ber tob eine* berfet* 
felben in bem Eigentum bei öberfebenben feine <£rb< 
folge eröffnen fonnte; fo fanb biefe Sebauptung 
bo* ibren Sertyeibiger , wenn ein wi*tiger 9tnla| tyn 
lotfte. Der fyanbf*rtftli*e Sommentar ju unferer &e*t6* 
orbnung oon gegranb, ©eite 451 — 492, bat un* jur 
Erläuterung tiefer Controoerfe bie wefentli*en Stetem 
fuefe eine! !Ke*ttpreite* atttfübrfi* aufbewahrt. Die 



59 



wmrirtt trieb (n, t,); ffe trifft ben, ber freitwttig 
einen Xobtföfog bedangen ober an einem prdmebittr* 
ten £obtfd)lage Xfoetf genommen f)at (II, i. 4.)* 5Ber 
angegriffen iptrb unb tu ber ®egen * (SRotljO n>el)r bett 
Singreifer tobtet, ijt unftrafTtct) , baä moderamen in^ 
culpatae tutelae unbefannt (II, ,.). £>** Serratyer 
»irb gfetd)fam auf er bem 8anbretf)te er Hart, 3eber 



«w 



grage mar, ob ein Qatte nag aufgefofter G&e ©gen« 
Turner ber oon feiner Seite fcerrityrenben liegenben 
©uter bleibe , ober ob tiefe* ffigentyum auf feie Stinber, 
mit Sorbe&alt ber Wpfeu 2eib*ugt für i&n, erfallen 
fep ? Die tyart&e» , neige für ba* ©gentbunt ber 5tin* 
ber frritt, naftm tyren 9te?ur* auf ben ©erigt*gebraug 
tinb e* gelang i^r, ein 3eugrof au* ber färfHigen $an|* 
lep, nämftg ber tyfaijgrafen ffiplfgang äBityelm oon 
bem 17. Dejember 1632, unb Wlipp Sßityehn pon bem 
25. gtnujt 1660 betjufgafftn , »pooon erftere* |»ar nog 
au*biegenb (I* au*fprag : „unb ban in gebauten unfe* 
ren gürftaiftumben unb ?anben berfomroen* ift, ta$ 
bem (efettebenben foroobl an obange^pgenen Erbgütern bie 
£etb}tigt, af* aug bie mobilia perbleiben: fo wirb, baf 
folge* alfo n>abr u. f. n>."; ledere* hingegen unuim 
»unten erflärte: „baf in unferm gürftentyumb ©ültg 
unb #erg üblig «üb frerfontmen* fepe, baf ber le$tfe# 
benber fetner in jtrafft &eoraty*perfgrejbung }ur e&e 
embragter erbguter al*ba(b nag gebrochenem (g&ebett ein 
rechter (eibjügter werbe, ben Ätnbern aber au* fofger 
Sbe ber eigentflumb a(*ba(b anerfaüe." Die tyartye? 
nannte tiefe 3euflnif[e eine autyentifge SeWaration, auf 
eine interpretatio authentica anfpielenb, inbef bog, b« 
e* (lg pon ber grage, »a* fte&enber @erigt*gebraug 
fep, alfo »on einer $fraffage Rubelte, 3eugnif unb$e« 
nenuung gfeig ungefgicft waren. $ber aug bie ©erigte 
ju SOiünftercifer unb (Sutfirgen Gatten (ig verleiten taf* 
fen, unter Um 21. 3an. unb 3. gebr. 1660, ein dfynlt« 
ge* 3eugmf au^ußellen; ba* $auptgerigt m 3utig 



60 



mag tyn grerfert unb (tt>fe fdjon Xacttu*, germ. 12. 

proditores et transfugas arboribus tuspcndunt.) 

ofytte wettere g&rmficfyfeit an einen S3aum auffingen 
(33.)- ©onfl fjl ber Siegel nad) We perfänlidje %xeu 
])cit unantafibar, fo fange baö ©eridjt über bie Xljat 
md)t erfannt l)at; nur Jlobtfcfjfag (51.), ober mad 
man fpäter afä £auptt>erbrecfyen jufammeufiettte: ©tra# 



gab jebodj, jur 93efc$ämung ber ebengenannten, fofgenbe 
ttrfunbe, roa* t>ie ©eridjte ju @tttart , unter bem 9. 
9?oo. 1660, gu Düren, unter bem 17. 9?oo. 1660, unb 
SU 93ergbeim, unter bem 13. @ept. 1661, aß jletyenben 
©eridjtägebraucb bejeugten : 

„2Bir fdjufteif unb fdjeffen "be* ©tabt unb baupt* 
geriet* ©ülidj tfjun funbt jeugen unb benennen f)iemit 
öffentlich, bemnacb mir erfudjt werben, ob nit oon 
bieflgem foroobf aß übrigen btefe* gürjrentbumb* @ü» 
Itc^ bauptgeriebteren benentfieb ©euren SWRnjrereifel unb 
GhiMircben in februario 3abr* 163S biefer geffafbt re- 
spondiret roorben, baf nembfieb nacb gebrochenem etye« 
f>ett ber fefctfebenber »on gmepen ebefeutben, »an febon 
ätnber in fofdjer efye erroeeft annod? im leben wären, 
ton be6 torabgejrorbenen Regatten erbguteren ein leib« 
jüdjter, oon feinen eigenen in folebe ebe eingebrachten 
erbguteren aber ein <£rb ober berr biefer geflalt »erbleibe, 
baf fofebe gfeicbmobf ben Ätnbern alfo affieiirt unb t>er* 
frrieft, baf er biefefbe in pniejtidicium beren nit Hlienu 
ren noeb graviren fbnne; bafi wir bannadj befunben bag 
folcbel responsum sive documentum ton oorberübrten 
treten ^auptgeric^teren im betagten 1656 3al)r sub si- 
gillis anbero gefeiert, tt»efcr;e€ am 27. felbigen 9JtonatS 
febr. unb 3aM »on biefigem Hauptgericht gleicbfall* 
»erfiegelt reorben. 3n Urfunb ber wabrfyeit Haben mir 
unfer febefen Secret ffegef bierunten auffgebrueft, fo ge- 
be» ©ülid) am 22. JDctobr 3nbr* 1660. 
(L. s. ßoftbinomm.) Ignatias Cloeth Dr. 

tiecretar. 



61 



fjenraub, Qttorb, 2>iebflal>r unb ftrauettraub, »enif ber- 
edter auf offener Z$at ertappt würbe, berechtigten, 
tf)it fofort feftne&men jtt raffelt (650. ÜRorbanfdjfog 
(XXXL) unb 9tQtt)iud)t (LV.) Seifert beit £!)dter üt 
be* Gerrit Jpanb , um tfjn <an tobe (trafen ju raffen. 
Sie firperftcfyen ©trafen »erben gwar nidjt genannt, 
bod) erinnert ber SfaSbrucf : buyssen lyff off lydt zo 
nemen (ü, 4 . XVII, *.)> an bie arten ©trafen, ©lieb 
um @fteb. 

Sermögenä « SonftScation jiefyt fein SSerbrecfyen naef) 
f\d) ; aber ber , fo fretwitttg einen Xobtfdjf ag berubt 
Ijat, kiotrb aud) nadjf erlaffener Sebenöffrafe ali bürgere 
Kd) tobt betrautet, feine Grrbfdjaft berfdfft gur £dlfte 
auf feine Srben, bie anbere Raffte ttyilt ber ?anbe$# 
t)err (ber Stifter) mit bem Kläger; ber (Sfyefrau be* 
SSerbredjer* bleiben nur &f eiber unb ©djmucf (II, 2»)* 
SBegcn ber compositio (besseren) an bie greunbe 
(SBerwanbte) be« ©etöbteten um$ in anbern Ralfen ber 
SLfydter fldjf abfutben (verdadingen n, 3. 4.) unb bem 
Sonbeötyerrn bie 93rüd)te abtragen. 

Slfö l>6d$e 83ricf)tc »erben fünf ÜWarf angegeben 
(60/ »ad auef) im 3nlid)fd)en Soubrette galt, bod) 
»erben bort fcfyou i)dufig Stoänafjmen gemacht: sali 

hoeger dan funff marck gebracht haven (XXVIII. 

XXXVIII.) ; fpdter berbot ber ?onbe^err bei toitttut}u 
lid) borl)er bejtimmter Srudjte (HI* LXVIL). 

86fe 3tod)rebe (versp^echoog^) unb ©d)nidl)un* 
gen berpffidjten, toemt bie a3efd>uupfung auf einer 
boppeften Seutung«fdf>igfeit be* gebrauchten Sluöbrucfed 
beruhet, jur (Srtfdrung, fonfl tum SBiberruf (kere. 
XVII, «•)• Ser SSiberruf wirb nad> bem ©tanbe 
(nae gelegenheit, ibid s.) a be< SBefeibrgten feierlicher 
für tyn unb juetyttgenber für ben »efetbiger : »er tintm 
geauenjtutmer ttacfygerebet, baß er ffe gefcty»dd>t tyabe, 



ü» 



muß an einem Sonntage in ber Äirdje bor beut $far# 
trr unb ber berfarnmelten ÜRenge wibetrufen, (uadp 
bem bie »etabigte bort ber »efättfbigung eibfid) fty 
gereittiget, XXVIL); mer u>ot>t gat @erid)töperfottrtt 
an Cljre unb gutem Stuf gefrdnft tyat, muß nad) alter 
SBetfe mit brennertbett Sintern, erttblbßtem ^au^te 
unb baarf uß jnr Ätrdje jieljn unb ben SBibetruf thtettb 
mit einem ©ebete $u fetner SSergebwtg begleiten 
(XVH, so* ilußerbem i|i er in beiben Soden einet 
<SWbbrfid}te untermorfert. 

(Sin Setfptef, mo ber äfeitte aud) ofcne erfolgte 
fc&ot bejtraft tofrb, liefert ba* Capitel XXXL »oft 
bem SBegefagern; bod) mußte bcrfetbe fo qualtftcirt 
Hub ermiefen fe^n, toie bort angegeben mirb. SBer 
bloß gebroi)et, mußte ©id>erf)eit (teilen unb marb bii 
babtit in $aft genommen (LXVL). »ei befanntet 
gembföaft lottnte b*r 8anbe*l)ett ben »uöbrud) ber 
£l»dtfic#eit burd> eine baranf gefegte unb toittfityrlid» 
bemeffene grüßte $u bertynbern fudjett (LXVHO, 
toa* Ujtn and) t&tfjWjtficty bei Statten* unb SBurfel* 
fpieß juftanb (HL). ©er Sfowenbung ber'golter ge* 
fctyel)t, toenfgfien* in einem gatte,- Grmd&nung: mnn 
an einer 3ung fr au 5Rotf)jud>t aeribt morben (LV.). 

3um ©djluffe fcerbient ttod) bte gorm bed SrtmU 
*algerf*te$, weldje*, »enigfltend wenn ein 9tttterbfir# 
tiger ober ein ©cfy&ffert, alfo ein Giftfreier > eine* 
Serbrecftend angefügt war, fiattfanb, eine fcotjügttdje 
»ea^tung. SBenn ber @raf ba6 fyod) * ober »tot* 
geriet ju erlaben abbalteit wollte, mußte et bie 
9Ktterfd>aft ba^in einfoben unb bie ©d»6fFen baju 
beorbem. dt feftfi führte ben Sotfifc , tym jur ©eite 
fein Sanbbrojl; ber Stifter bon $orj fcdgte ba« @e# 
tid)L 8or bem ©etidjtftifcfje fianb bie berfammelte 
SRitterfc&aft an bemfelben faßen bte ©Reffen »oft $or| 



63 



unb Äreujberg, unb tiefe umfianben fo »ich Sanb^ 
fd)6ffeit, baß bie ©efammtja&l ber ©d^ffen jtoei unb 
tfebenjig (bie alten Sacramentales) toar. Mad> ge? 
Rogener Serfjanblung begehrte ber Stifter ben ©yrud), 
smb e* teilten fid» nun bie atitterföaft unb bie ©d)6f# 
fen in getrennte £6fe ober Kammern; beibe mußten 
bai ©rgebniß tyrer »erattyung einanber anjeigen unb 
fo fange bie SBerattyung erneuern , bii beibe ju bemfeb 
ben Srfenntniffe jTcf) geeiniget tyattem S3rad> inbefl 
bie Sßacfyt ein , fo toarb mit betn (ommenben £age bie 
Beratung roieber begonnen; am britten Xage aber 
mußte ber ©prudj erfolgen« 9tur ber ©raf burfte 
todljrenb biefer 3eit ffdj auf feine nddjfte »urg jum 
Uebernatyen begeben , unb J)atte für bie Seftfiigung 
ber SSerfammtung ju forgen, bie t>or beut ©djfujfe 
be* ©ericfjte* ben Ort nid>t aerfoffen burfte. 

SBen rntrb nid)t biefe ©ericfyWform an bie heutige 
©efdjwonte« # 2fn|Mt erinnern unb *ieMä)t auf ben 
©ebanfen leiten, baß fte feftjl »offfommener, ali biefe 
getoefen? S5etraef)tcn nur bie SRitterfcfyaft ali bie ba* 
«atigen ©ebilbetjien in affgemeiner WädfWjt, unb bie 
©d)6ffen a(* bie an 3ted>t*uttterfd>efbungen unb S3e* 
ioetötbeotien fdjoit gemobnten ©erictywreute, »on bereit 
ftbereinfümmenber (Erfenntniß ber ©prucfy abfjättgtg 
»ar: fo ftnben »tr in ber Xljat eine @erid>t**er# 
faffung, welche bie 9>rinct>ien vereint, bie in ber $eu* 
tigen getrennt ftd) gegenüber fielen. — (Sin ertyebenber, 
aerf&fynenber ©ebanfe aber iß ei, in jenen 3etteit ber 
Roheit, loo bai ©cfyoert be* ©tdrfern bie Sterte 
ber SRenfdjKdjfeit im (Sinjeln überall bret(l »er^nte, 
aii bie tt>id>tigjie Angelegenheit ber 9Renfd>t)eit ben 
%aü erfannt gu feljen, toenn über bai ieben einei 
Sngefdjulbigten (alt unb ffcrntlid) abgebrochen toerben 
foffte. 



u 



SfJo* bleibt itit* bie »bfaffung$g*fd>id)U 
ber 9?ed)rtorbnung t>on 1555« 

©cfjon Sfbölpl), ^erjofl Don »erg, fdjctnt, nadp 
beut tym 1423 ba* £erjogtt)um Sülicf) a« (Erbe juge» 
fatten tbar, für bte innigere SSerbtnbung tiefer bctbe« 
bi«fyer fel&fttfdnbigen Sanbe, ba$ SeburfnfjJ einer ge# 
meinfamen SSerfaffung unb 3ted)t$orbmmg erfannt unb 
auf bie SRedjtäbüdjer feiner 3*it etn älugenmevf geriet 
tet }u haben. 9Rtt einem nodj borfyanbenen ©riefe 
fanbte ihm feine ©djfcefler Sföargaretya , £crjogin von 
Braunfdjweig , auf feinen 3Bunf$, bie jmei erßett 
©erlernen ein** beutjtyen 9ted)t$budje$ unb erbot ftd), 
»ertn e$ tf}tn gefallen n>erbe, tum beut übrigen Xerte 
gteidje SIbfdjrift beforgen ju [äffen, fernere Äunbe 
herüber ffabet jtdj m'cf)t »or; aud) bürfen n>ir »cber 
bon ber 3^tt nod> ber fdjroierigen Sage biefe* #erjog* 
bermutfyen, baß jene* Slugenmerl ju einem meitent 
Schritte geleitet fyabe. Stur mit ÜRufye fonnte 3fborp&, 
ber in frühem meiji ungföcHidien gelben alle ©elb, 
mitter erfd>6pft &attc , im Sefffce *><>n Sülitf) fid> be# 
Raupten, bermodjte aber nid)t, feine Crbrec^te auf 
ba* #erjogtf>um ©eftern unb bie @raffd>aft 3ütpf>en 
gegen ba« $aui @gmont geltenb ju madjem grudft* 
lot blieb bie Segnung, bie er über biefe Sanbe t>ott 
©igmunb erraffen, bie 3teidj$oberad>t , bie er gegen 
»rnofb t>on Cgmont unb bte ©tänbe t>on ©eibern unb 
3&tp^en erroirft, unb ber getfittdje Slrm ber Saferer 
©jjn&be, bie er jum Wadjbrude angeregt fyatte: tou 
ber biefe, nod» ber bort ben £ufftten gebring te Äatfer 
waren im ©tanbe, tljreu SBefetylen Äraft ju gebe«, 
unb Sbofyl) f)atte, obgletd) immer (Trf) firäubenb, Un* 
terijanMungen angefaöpft, bie nur auf firntfagung 
fuhren tonnten, afö tyu <n ber SDKtte be* 3a\)tei 1437 
ber Xob uberrafctyte. 



t 



65 



Ku4 Stimm Wadjfofger $erl>arb fomttt ber am 
$ricr«tage 1444 gegen ®erbern erfodjteue ©teg, fo 
fprrficf) er tym unb feinen ?anben in ifyrer fangen Ce 
brüchmg erfahrnen mußte, bocf) nur bett ruhigen Seffy 
»on 3Md) fiebern« 3nbef( t)attc ber Jttmnjtgjifyrige 
gemeinfame Aampf bie 2anbe Sfiftd) nnb 33erg enget 
*erfd)tMfiert : btefe* Sanb ju ermatten unb fefier ju 
fnjt|>frtt bejmedte (laat^flug bie Stiftung be* nad) je# 
item ®iege*tage benannten ritterlichen Orben*. Sfn 
biefen ©fanjpmtft in bem teben ©erwarb« heftet fid) 
eine fange trübe 3eit. Berjipeifefnb an 9tad)tommen, 
fyitte er in ber SRttte be* 3aWunbert* einen, auf 
biefen gatt bebungenen, Serfauf bed gerjogtyumd Berg 
fammt ber ©raffdjaft 9ta*en*berg an <561it eingegan* 
gen, a!6 bie unerwartete ©eburt t>on ©ofynen biefen 
Sanben il»re eefbftftdnbtgfett «od) einmal rettete. Die 
legten ?ebett$jaf)re braute er in »töbjfnnigfett |u / 
toä^renb bte £erjogutn mit ben Stötfpn bie ©taaffc 
gefc^dfte fettete. 

®erl>arb* Sof)« unb Stacfjf olger , 2Bifyefat# ber 
bon 1475 btö 1511 jene ^it l)inburcf> regierte , bie 
aHm&Kg bie fcfjauerlidje 2Bifbnig be* fdjeibenben «Kit* 
tefalter* aufhellen unb üor^ügfid) ben öffentlichen 
Ser^dftniffen eine friebfic^ere fefte ©rbnung ju ert^eü 
len begann , ging tyätig an bie «bbülfe ber biefen 
©ebredjen, bie itjtn ali dtbe mit ben 8anben übertönt* 
inert toaren unb )unid)fi feine »ufmerffamfeit feffetten. 
'Hin »6Uig erfd)6pfter unb in jebem 3»eige ttrwih 
fefter <5taaWI)audl)art erforberte beffere Se'rttaftungfc 
normen unb überbtef betr<tytf idje ©efbmittef, um bie 
faft gänjfid) für Sfnfetye fiberroiefenen Äammergefätte 
Itnb ttertfdnbeten SanbeSfyeife nu'eber ju töfen ; ba« 
einjige SRittet gu biefem 3**cfe aber, bfe bM bafcin 
immer ?u>4 feftu* 9eßetsfrttu$ ber Canbfc^aft in ber 



66 



gorm eiltet »ebe, führte auf gleite ©<&»terigfeit fo* 
tvol)l mi bie SemiKigung, aß bie Umlage betraf« 
»Ott Stoßen Herten bie Reibungen mit ©elbern unb 
anbern Kadjbarn- fort/ überaß jetgte fTd) int Srater* 
SWattget an Untermärftgfrit , an öffentlicher ®id)erf)eit 
unb pott}eitid)en »orfetyrungen nberfyaupt. ®e(bft,<— 
maö unfern ©egenjtanb näl>er berührt, — bie Cinfftp 
rung ober gtrinatg be* Äammergeridrte* , fo fyeilfam 
btefe« für eine burdjgreifenbe StedjtSpffege »arb, xity 
tete in ben erflen JOecenmen fetner SBirffantteit neue 
Sertoirrung an. {Irofcig ttriberfefcten ftd) ber (Ein)e(ne 
ttue ganje ©erneuten, beut ungewohnten 3«>ange: 
ferner mufften ffe büßen unb tonnten in meiern %&U 
Jen nur burd) bie SBermittefang be* #erjog* von ber 
auögefprocfyenen 8W>t (Td) toieber befreien. Sintere miß* 
brannten bafb nad)f)er jene* oberfie ©ertcfyt, um burc$ 
Abberufungen , welchen ber ©egner ntrf>t ju folgen 
t>ermod)te , einen ungerechten 5Beftfc ju »ereroigen : ein 
Utnflanb, ber, nue toir fet)en werben, ber fraftigföe 
#ebef )ur SIbfaffung einer SRerffWorbnung für bie t)te# 
{igen unb bie metflen KetcfySgebtete würbe. 2ßid)tig 
in tiefer »ejie&nng war e«, baß £erjog 2Bifl)elm feljr 
balb bem SSorbilbe beö ffltityi folgenb einen bleiben* 
ben Statt; ali tyofyern Slefurt ju Stöffelborf nieberfefcte 
unb l)terburd) wenigftertS auf einen geregeften 9>ro{e0* 
gang »orbereitenb einwirfte, #erjog 3Btl()elm Wtt* 
leite bU lefcten ?eben$ jafyre , bon alten ©efdjdften ju< 
rätfgejogen , in ber SBo^nnng tinti achtbaren ©etfiu; 
dpn; feine Sanbe gingen ali (Srbe auf ben ©emafft 
feiner einigen £od)ter SRaria aber* 

Sodann , tftefier Sofa aui bem $aufe ßle»e, 
richtete at* £erjog Don Sütid) unb «erg ebenfalte fem 
*ugenmert auf ben innem Spandau unb bewog bie 
etattbe ju anfertigen eteufriWitttgniigen, womit 




anbete Derpfanbete Sanbeatfyetfe, $. ©. ba* Sbnt 9Bim 
becf im CergifdJKW, Cfcfyweiler mit ben Sergmerfen im 
3&lid)fd)eit , eutgetöfet; fobann bie Segnung Dom 
Äaifer emirf t warb , J&er gegen etite SBereljnmg Don 
30/000 ©ofbgürben biefe ju erteilen unb bie Crban* 
jprädje, bie ©adjfen an bie fyieflgen 8anbe aufftellte, 
jn befd}Uud>tigen Derfproctyen Ijatte. hierauf fnd)te 
er ben fyhiftgen Sernfungen an bai Äammergeridjt 
baburdjt jum Xfceil jn begegnen , bafj er einjefae 
3teid>*gefefce , ungeachtet be* ©treiben* bet Sanb* 
MKift> bie Don tyren entgegenfieberten ©ebräudjeit 
nid)t raflett »oute , einführte. #ierl)itt gebort tforjig* 
Kd> bai 9teprdfentation*red)t ber €nfet, t*eld)e* feine 
Serorbnung Don 1520 in bem $erjogrt>um 3iKcfy (in 
Berg beflanb e«) geftenb madjte. gaji nod> ein 3aljr* 
geljenb »erlief, ef)e in biefer tBejie&ung tin jtoeiter, 
jugfeirff anf bie Sftfajfnng einetf 9ted>t*bnd>e* ndljer 
fettenber, @c^ritt gefc^a^ SRit Urfnnbe Don bem 20* 
3annar 1530 erlangte $erjog Sodann Don Äaifer 

Carl V. baö erfle Privilegium de non appellando, 

loenn ber $anptgegenfittnb bed (Streite« ben 9BertI) 
Don 200 © nlben nidjt überfieige. 3U8 ©runb ber 8er# 
•(ei^ung fuljrt ber Äaifer an: ber $erjog tyabe if)m 
»orgefieSt, baß bit ©ud>t |u appeKirw in feinen tan* 
ben immer metyr funeftm, ju feinem anbern 3tt>ecfe, 
aB um fld) in redjtlofem Seffye ju erstem Mein 
tiefe* $riDi(egium warb meber bem Äammergeridjte 
inffnuirt, nodj im Sanbe funb gemacht, ttnb »ir f6n* 
nen f obgfeid) bie Urfnnbe e* nid)t melbet, ata ben 
SSer^anblnngen rucffic^tlic^ ber fpitern Erweiterung 
beflelben tntntf}mm , baf ber Äaifer bie Serfänbignng 
an bit Sbfaffwtg einer ?anbe**@ericf)tt' nnb 9ted)ti< 
orbnnng gefnäpfi tyatte. 



68 



Unter mannen bringenben SSerl^dCttttffr n , ttofttit 
bo* Ke rigion*tt>efen , borjüglicty bie ÜHün(lerfd>en Utt» 
ru^ett geborten, rufcete inbejj tmfer ©egenjianb, bis 
bie 3Wid)fcf)en ©tänbe auf bem Sanbtage Don bem 14» 
ßftober 1536 ba* Appellation* * 9>rim'regium in (griti* 
nerung brauten» 2)er £erjog Keß ifynen hierauf feilt 
SBortjaben gnr Slbfaffung einer Medjtäreformation t>or# 
tragen unb fle jur ÜRittfyeifang einer Ausfertigung be* 
bortigen Sanbredjte* aufforberm 2)tefe getaugte gbid) 
im folgenben Sa^re jur furfUidjen ßanjfei; e* i(l 
baffefbe Cremplar, ttonad) biefe* 2anbred)t fcier ab» 
gebrueft wirb. 

Saß biefe* ?artbred}t in SÄücffTrf>t auf bie 9>rojefJ* 
orbmmg, auf bereu Keform unb <3feid)mäj5igfett für 
beibe ^erjogt^umer ti gundc^fl abgefefyen aar, Weber 
jureidje nod} überhaupt ben SInforberurtgen ber gut 
entfpredje, u>ar Uiä)t ^u erfennen ; ber SanjJer manbte 
fTdj> batyer an einen 2anbe6eingebornen , ber am Staut* 
utergericf>te fungirte unb im SBereme beiber (Sigenfdjaff 
ten für bie Aufgabe geeignet friert. <£i mar $ u# 
bert © m e £ , Don ©untern gebürtig, ber and) fofort 
eine Reformation be$ gertrfjtttcfjett 9>rojeffe*", M* {um 
9>ub(ication i * (Sbiete bottfWnbig, aufarbeitete unb mit* 
efnera Schreiben, d. d. Spirae, kal. Maji 1537, tut 
(Sntnmrfe bon feiner £anb an ben Sanier einfanbte» 
£err ©mefc faßt bell Surften fagen, „er f)abe in fei# 
nen ftmben atlerfyanb ungleiche ^ofijep, unvernünftige 
®emof)nf)*tten , 9RifS6räucf>e unb Unorbnungen bet ge* 
xid)Üid)en ^ro{effe* wahrgenommen unb bafyer mit 
3u(Kmmung ber ©tänbe etliche SRittye nnb Stecht** 
gelehrte beauftragt, naef) 3nfyaft unb Orbmmg ber 
(aiferltc^en unb gemeinen betriebenen Sterte , au<f> 
mit JÄücffTdjt auf bie alten vernünftigen ©ebraudje 



69 



tiefer gürftentfy&mer eine ?anbe& uttb $rojeßorbnung 
ffir bad ijof * uttb bie Untermengte ab jufaffcm" 

<g* mar ber allgemeine Slnffang ber Seit/ über 
ta* »ejte&enbe &ütau*jubenf en / auf «Reformen ju 
bringen. 8m »enigften &ermod>ten bie beutfc&en 
Stecht** ttnb ©ertdftfgebrdudje / btä bafyfn ein @e* 
tneingut brt Stattet unb nur menig ober gar nid)t 
jur mtfFenfäqftftcfyen 83ef)anblung gelangt, best Äampf 
gegen ba* fyodjauägeb tfbete , bii ju ben fetnflett unb 
*erfd>rungenften gaben aller Ser^aftntffe einbrfngenbe 
romtfdje Stecht gu befielen, bejfen ©tubtum jTcf) im* 
mer raefyr Derbreitet unb toeltyi ber für aüijfeufcfyaft* 
(ictyfett neuermeefte Sfau lieb gewonnen t^atte. 

<E* fann ba|er md)t befremben , baß bte Säftcfj* 
©ergifdje 9te$t*orbnung / nrie fte 1555 juerft, unter 
bem Xitel „Orbnung un> «Reformation beä ©erictytfi* 
djen «Proceß/ fampt erfterung etlicher Jeffe fo |W> ge# 
meinte gugetrageu u. f. tt>. " erfdjien / (faft n>6rrtid) 
bie Arbeit unferö Smefc)/ ben gemeinibficfyen 
9roje0 auffMt unb nur uod>, um Ieid>ter (giugang 
ju ßnben, in beut erflen (Sapitel bie &enennnn$en bei 
alten t)etmtfd)en 8anbre<fcte* nad)füf)tf. 

£er balb nac^er, im anfange be« Safyre* 1539/ 
erfolgte Xob bei $erjogä tyemmte abermalö bie $ofl# 
füfyrung be* fßerfeö. Srvax mürbe unter bejfen ©o&ne 
itnb Kac^f olger / in ber (iaubifäen Serfammlung Don 
1541 / auf e übliche 8lbl)ulfe be* fdjmanfenbeu 3ujlan* 
be* gebrungen : „bannt ein gfetd)tnefjtg beßenbfg Stecht 
gehalten unb toai bei Snen gemtjft, baß fotttdjä an^ 
bertoa nit ttnber(ad)* ober ajferfanbt werben burfft"; 
toorauf ber £erjog and) ermieberte, baß er bereit* 
aui eigenem antriebe barauf bebaut gemefen, unb 
6a(bige gforberung »erfrradf. .Wein aBityelm, in ber 
Sfofge einer ber au$gejetd)netflen gürflen bei altyex* 



70 



jogtidfen $aufe£, l)atte uitgrürflic^ bie 9tegentenbol}n 
betreten. 3« jugenbKdjem SUter unb itod) bei Ceb)ei# 
ten be* SaterS jum ©ejifce Don Selbem gelangt 
würbe er in eine falfdje 9>otitif unb enblid) in einen 
offenen Äampf gegen Sari V. Derwttfeft unb mußte, 
mittefji gänjKdjer Cntfagung auf jene* feit ränger 
ali einem Safyrfyunbert ben SuttaV Sergifdjen $erjo# 
gen un^eilbringenbe ?anb , einen bemütyigenben §rie* 
ben Dor 83ento erlaufen. SRefyre Sab*« waren erfor* 
berltcf), ba* ^erjogt^um 3üfid> Don bem &rucfe toer 
(aifer(id)en Xruppen wieber ju befreien , bie SBunben 
ber Sertyeerung ju feilen / bie gejlungen in beffent 
©tanb ju fegen: bann fnüpfte er bie %ngcTegenbett«n 
be$ 3ufh'}Wefenö eben bort, wo fein Sater begonnen 

I)atte, Wieber an. %)al Privilegium de non appel- 

lando Don 1530 war nid>t jur 33erfünbigung getont* 
tuen, $erjog SBityetm erwirfte bajfelbe Don neuem, 
erweitert jür Summe Don 400 ©ulben, mit Urhtnbe 
Dom 23. 3uli 1546. Sa biefelbe Sebingung wie 
früher geflettt worben war , fo fefpitt man mit Gifer 
jur Sfbfaffung ber 9?ed>Worbnung ; allein ffe fottte, 
wte man jefct für nätfyig erachtete, neben bem 9>rojeß 
and) bie Dorjügftdjern Sted^tömaterien aufnebmen, unb 
fo jiotfte nun bie Krbeit an ber nenen innexn ©djwie* 
rigteit ber Stufgabe. 

Stuf bem 8anbtage Dom 19. Sanuar 1549 baten 
bie ©tänbe, Wieweit ba* Gtyammergeridjt wiebernmb 
geöffnet unb bie Untertanen faft tfbdjlid) bafeftfi fte# 
genommen unb befdjwert warben/ 4 baß ber £erjog bie 
SSerorbneten , „jur Sfofftettung ber Sieformation ber 
Werten," Don allen anbern »m«gef*dften entfaben 
m&be, „uff baß ba* Privilegium ber Appellation bei 
ju fiattKdpr Derfunbtget unb barnad) geurtfyeitt wer* 
ben «ige." Diefe Sitte wieberijoften ffe in tyrer 8er# 



ft 



1 



fa«t»tott0 *** 8. fctbnior 1550* 3m £erbjte beflelben 
Safyre* würbe tyncn and) ritte »rieten*, SKanu^tefer* 
unb @eridftd>reifrer*iDrbnung vorgelegt, bie fle ge* 
«etjmtgten; allein m Slnfeljung ber ©eridyt*» unb 
9ted>t*orbnuttg würbe bemerft, „bietteil baö SBerf ioett# 
läufig wtb bie betrieben Steckten mitfambt ber Sanben 
gebratd) iQtb getoofynfyeiten bar innen anjuraerfen, too 
e* ban litt allenthalben fobalb töttnte ini SBerf gefteUt 
»erbe*, bebedjten ©e. fftrfrf. Onaben bad 9tötf)tgfte 
furo erft ffirjnnelpuett»" 

£duftge SonfUfte rucffl^tlicf) ber geiftfidpn 3uri*. 
bietton unb beä Stefigiondttefend überhaupt; bie gtir 
$Mfe gegen bie X&rf en aufgetriebenen großen 9tetd>** 
(leuern ; bie afffettigen ÄriegSbemegungen, welche ©djnfc 
bei fcutbeö unb Stftfhmgen affer 8rt erf orberten , — 
Unten ttec^ einige 3tit bie Slufmerffamfeit »on unfrrm 
©egenftanbe ab, bis er entließ auf bem Sanbtage *om 
26. Styrif 1554 »ieber angeregt tturbe. Der gergog 
ließ nun »erfauten, ba man in ber Strbeit befunben, # 
»baß folcfye Sieformation ber Sterten bie ^rttufegien 
unb t»ol)tl>ergebrad)te gebreud) ber Sariben mit tbete 
berühren, fetten ©e, ©naben otyne guttun urtb trnr* 
wiffen ber ?anbfd>aft in ben ©acfyen nid)« enbtfidje* 
in ba* ffierf (Jetten »offen." Die mit ber abfaffnng 
befdjdftigten JRätfye Ratten ffrf) titelt bergen fonnen, 
baß bie 9ted)tdgebrdudje bei einen nnb atfbern §er|og* 
tbnmd u>eber unter fld) t)6fftg ubereinftimmten , nod> 
überhaupt unber&nbert übernommen werben fonnten; 
fte »offten alfo jettig fänftiger JBefdjmerbefäljruttg *or# 
beugen. ©a$ berührte 9B6rtfein Privilegien fefcte and) 
fogletd) bie Stitterföaft nnb bie ©tdbte in Settegung : 
wenn mit 3utt)un tyre* tto*fcl}ufiW bie ^Reformation 
»ottenbet feyn »erbe , fo oertrijieten fle jfdj , baß- bie 
3>ubKeation mdjt gef^efte, *ef>e ed ber gemeinen Sanb* 



73 



föaft angelangt unb bte baruff gefafi*/ ob tieBcföt 
nod> tcfytwa«, ba6 bte $ritntegten unb arte gebreudj 
ber 8anbe betreffe , f&rgewattbt werben mochte." 

3m 3uli 1554 war ba« ffierf fertig unb Wc 
©tdnbe würben , tyrem üöimfäe gemäß, juerfl bte 
3ult<t)frf)ett f gu einem fttttbtage nad> SM* auf ben 
6. Sugnjl belieben. 9Bol)( motten (le, alt tyntn am 
folgerten Xage bat SBudj in feiner ganjen Breite twr# 
gelefen würbe , im ©titten erfannt Ijaben, baß ffe attf 
fo($e Prüfung immer ntcf>t vorbereitet fepeit* (Kit 
©ang be$ $ro}effe*, gönnen unb Sejh'mmungen , bie 
fle nfdjt fogfetc^ ju f äffen unb ju beurteilen, ritt 
3itfamment>ang , wo (le nirgenb ffiglid» einjugretfeit 
«ermo$ten ! Da (teilte (leb enbltd), u>ie in einer freu» 
ben 93olWmei?ge tin Sanb*mann, ba* 9ttictfaltered)t 
bar, bat>on wußten (le unb baten, „baß ber Srttcuf, 
baß tin jebe* Out, bafjttt e* fommen, wieberumb faU 
Im foße, etwa« mit außtrucflidjett SBorten gefegt unb 
* tterforgt werben m6ge;" baö Uebrige ließen (le (1$ 
vorgefallen» %m 8. October würbe nun aud) ber 
*u^fd)uß ber »ergifdjen ©tdnbe, mit 3njiebung ber 
©d)6jfen ber Hauptgerichte |)orj unb &reu}berg, gu 
gleicher Prüfung eingefoben, bann fottt* bie Sanbfdjaft 
vernommen werben» Sie Herren ber Hauptgerichte 
»erfianben (ty fd)on etwa« beffer auf bie ©actye, (le 
bemerken : man mige , fotuel wie t&unlt* , (latt ber 
(ateiniföeu beutfdje »uäbrfide, aber bie gefdjicftejten, 
gebrauchen unb — bie @ertd)t«gebüt)ren t)bt)tv anfefcen. 
Die Slppettation ober Haiiptfabrt, erinnerten (le, babe 
bWljer t>erf<fyebentlitf) im ?anbe Statt gehabt unb 
jmar, wa« bie ©tabte betreffet Don Sfifielborf, ©er* 
re^eim unb Wltttman nad) Statingeu, »on ba na* 
Cettnep, t>on frnnep unb ffitpperfubrt nad) ©tegbnrg; 
in Slnfefynng ber ftutbgericftte: oben ber Söupper an 




bot fcatqrtfleridji $or|, unterhalb berfefben <nt bat 
$auptgerid)t Äreujberg ; au« beu Stemtent tttttnberg, 
fMaufeuberg unb SBinbetf aber Cbrei in fpdterer 3eit 
mit ber ©rafft^aft refp. bem #er|ogtl>ttm Berg' *er* 
tätigte fcutbe*bejirfe) nad) »oun, aud einigen ZtjtiUn 
be* »rate« SBBinbecf na* SBteb : bat über fep affo nod> 
in bejKmmett, 2)te lefcte Snftanj fep ferner für bie 
obengenannten @tabt# unb ?anbgerid>te ba* 9titter# 
regt 2« JDpfaben; eben bieg mbd)tt and) für biefe 
bret Stemter angeorbnet Kerben. „Um 0[etdftett mtb 
leu" fep e* »6nfd}en*»ertf> , baß bie nme Crbmrag 
and) itt ber Sraffdjaft Watten*berg eingeführt »erbe, 
unb bie <Hebe#9RarKfdjen ©tinbe, ff fo anfi&ßig," er* 
«untert trärben, (Ie anjunefymem Dann batest ffe, 
baß ba* Stiitermfct jdl)rCid> abgehalten »erben mbge 
u. f. id. äffe« bieß feilte berüchtigt »erben, »arb 
emtebert, nur in Änfeftung ber Sppett mfiffe e* beim 
ftfteu bleiben mit bef Cinfdjranfung , baß ffe ferner 
nid)t bie £anbe*grenje uberfd)reiten bfirfe unb fiatt 
bejfen an ben $er|*g ju nehmen fep. ©d)on ®me$ 
bätte üt feinem Entwürfe ber äb(id>en gauptfafpfeit 
gebaut unb |nr ®ette bemerft : »libentias vellem om- 
nes Utas fatuaa et ineptaa consaltationes penitua 

tollere;« baljer benn and) in bem (Jbicte *on bem 
12. Sani 1555 , me(d>e* bie 9ted)t*orbnung einführte, 
auf btn Unterföieb itotfdjen Sppelfotion uub SonjW' 
tatiou aufmerffam gemalt unb »erboten mürbe, Mj* 
tttt außer gaube* ju nehmen. SBa* aber bie 8ppeS 
an ba* $itterre<tyt betraf, fo ernannte man f)erjog(i» 
4er ®eitt fefyr mo#, baß (entere*, ber ntntn Orbnung 
gegenüber, unpajfenb gemorben, and) fein gleiche* 3n# 
ftitut . für %Uid) (1^ »orftnbe ; bo<b um ffdjer ju ffo 
beut, mußte bebutfam ,unb ftufenmeife boraefchritten 



74 



werben: in 3nfel>ung be« Kttterrectytft fottte ei befite 
SUten bleiben. 

9tmt würbe on$ bte Sonbfdjaft Serg §u einet 
Serflramlung natfj Düffelborf , auf ben 7. <Robember 
1554/ einberufen- ©er 3nl)aft ber 9ied)t*orbmtng war 
tnbefl fdjon bekannter geworben, ein ©egenftanb »or* 
l&uftger SRitfyeifang gewefen. Die Serfatmnhtng, afö 
fte ifyre <Erf (drang itnb 3uftimmung geben fottte, fanb 
(Wj in Bertegenl>eit, „in fo wichtiger 6ad)e enblid) 
j» fdjlieflen," fTe begehrte »nffdMtb, ba nidjt aKe ÜRit^ 
gtieber erfdjienen fe|>en. 2)aö fep nidjt be* güirften 
©djulb, toar bte Antwort, Sie nutzte auf bie ©adje 
eingeben irab bemertte: ob triebt jnr $eftjeit jwet 3ett* 
gen neben bttn 9>aflor jur tfuftoa^me eine« XeftamentS 
prägen, ob ntty Sefiantente felbjtydnbig erriefet 
»erben bürften? Seibe* warb genehmigt* — Die 
Sefd>ftbbung fep binnen einem ffalben Sa^re für jutdf* 
fg. erfldrt , ob ei nid>t bei btan alten ©ebraudje (tn 
Serg) bon %afyc unb Xag ju f äffen? ob mrfjt, wenn 
ber nddjfie »tutSfreunb fle ni$t geftenb machen wolle, 
ber ndd)(lfofgenbe biefe* Stecht ausüben ttnue ? «efcte* 
re* frredp bon felbft ; in Setreff ber grift aber ber* 
mtttefte man ben ?anbe*gebrand> bei einen nnb anbern 
$erjogri>nm$ bal>tn, ba$ e* bei bem fyafben Sabre für 
anwefenbe Snldnber bleiben , bodj für Sbwefenbe unb 
Vtföfdnber Sa^r nnb Sag benimmt werben fottte. ~ 
Ob niedre unberbriefte ©Bulben nadj einet (Slafflftcation 
ober alle nad) üRaflgabe tyre* Setrage« jnr 3at)lung 
gefangen fottten? Darüber fdjwieg bie 9ted>t*orbnung, 
man natjm ben Ausweg : ei fe? ntd>t ratfyfam , befc 
fatt* ju »erorbnen- SBdfyrenb biefer «uäfteHungen 
fcatte bie Oppofttion SWutl) gewonnen: bie Stifter* 
fcfcft nnb bie ©tdbte berweigerten i&re 3ufKmwung, 
bebor bie ^Privilegien erwogen nnb bad 9litterred>t 



75 



abgegolten t»*rbem ÜRit Grnfl nnb SB&rbe aber er* 
»ieberte ber #erjog: er bewerfe baö SBefle itnb bie 
gemeine SBofylfalpt, and) alte gute ©ebr&tsdp jn er* 
galten, bod) tonne e$ mcf)t bleiben, tote e* genoefett. 
Sa* 9titterred»t fotte int ndrf)(ten 9fyrt( abgehalten nnb 
bie fcfptfebenben 9ted>töfa$en uod> ttad) alter £>bfe» 
t>anj abgeurteilt »erben; bann möge ein SfaSfdjnfl 
gufammentreten unb bie Ueberjengung getpütnen r bafl 
bie 9tedjt*orbttttttg if>re 9>rfoffegten nid)t »erlefce. 6ie 
fe$ entriß auf ityren 5Bunfdj ttttb mit öteler fftttp 
|u Staube gebraut, bereit« an btn Äaifer gelangt 
unb »Ott biefetn befolgt; föimpflidji würbe e< feyn, 
fTe nun nicf)t ergeben jn faffett* Uebrtgen* fej> er $err 
unb itfvx (let)e eö ju, 3tedj«fafcungen ju geben ; er fei) 
uirf)t gewtttet, bte £attb fTtf> fließen ju raffen. Sie 
©taube fügten f!d>, bod> mit betn SBorbefafte, bafl bfe 
$rtm'(egten aerglid^en »erben fönten, ju »eifern Qube 
ffe einen Vttfföufjf ernannten. 

Unterbeß würben nnter betn 42. 3nni 1555 Crem* 
ytarien ber 3fted)t$orbnun& an atte (Senate mit betn 
S3efel)(e fcertyeift, baß ffe mit beut 1. be* fofgenben 
Dctober* in Kecf>tdfraft treten nnb allgemein ange* 
wenbet werben fottte. Wlit einigen wenigen Crfäute* 
rungen, bie SSoetä in ber Historia juri« civilis Ja- 

liacensium et Montensium, Kr. 10., anführt, Würbe 

ffe fd)on im folgenben Safyre mu gebrucft, unter betn 
2J. Suni 1559 and) uon Äatfer gerbinattb befiattgf, 
ber XageÄ toorfyer tai priyilegium de non appel- 
lando omisio medio, unb out fefben Sage baft pri- 
Tilegium de non appellando, toenn ber Gtreitgegen* 
flanb nidjt über 400 Outben Werty feij, erneuert Ijatte/ 
unb mit biefen <pritnfegien am Äammergerfdfte unter 
betn 13. <Ro»ember 1560 für ütfTnmrt angenommen. 



Ttt 



«Hern, trofc aller tiefer ©rfjrittc gur Sefeftigung 
ber neuen ©rbnung, *oar ffe ben ©tdnben ein Shtfioß 
in jmtefad)ct 9iütffid)t geblieben: ffe war, über ben 
Sorbetjaft berfelben l)inau*, in« feben getreten, nnb 
«minderte beutUdjer in ber Sfawenbung bief SReue* 
nnb $rentbe«. Unter ber Cinfleibung , baf ffe mel>r# 
fad)er (Erläuterungen bebürftig fep, »ar biefer @egen* 
fbutb öfter jur ©pradje gebracht werben ; auf bent 
Saubtage bout Cctofrer 1363 warb enbftd) nadjgege* 
ben, baß *etftd>e, fo beffen »erftenbig, bagu georbnet 
würben." ?eiber aber fehlen uni gegenwärtig bie 
t ipSebenf en unb Ort rdrungen ," welche *on ben ©tan* 
ben, Sldtljen nnb 5Re<$t«ge[ebrten im fofgenben 9lo* 
vember nnb ©ejember über bie 9ted)Worbnung gegeben 
nnb berl>anbe(t »erben jlnb, nnb beren Serlufi um fo 
mttjt ju bebauern fjl, att fle, wie wir auä ben bon 

Soetö in beut Tractat de jure Revolution», cap. 1, 
mitgeteilten ©teilen erfeljen, aorgügltdj bie Erbfolge* 
orbnung betroffen Ijaben. gür unfern 3n>ecf genüge 
e* inbeß, au« bem / roa* bort bon jenen Serljanbrun* 
gen mitgetfjeirt mtrb , gu erfahren , baß auc^ biefer 
£J>etI ber WedjWorbnung , namentlich ba« ßapttel 80 
nnb bie bier fofgenben aui bent „gemeiuett betriebe* 
ntn Dfrdjte" gcfd)6pft morben, „berwegen (wie eine 
l)anbfdjnfffi(f)e Wote gu einem 2lrd)ib # (frem^far ber 
erften 8u*gabe ber 9ted)t*orbnung bemerft) bieferfyak 
ben auf ba* £anbred»t . fleiffig auffmerfen* gu l)aben;" 
baß aber and) ba* ßapitel 88 ober ba« 5Rücffall*red>t 
tu ber bnrdjgreifenben Slmoenbung, welche bie 
9ted}t«orbnung tym giebt, gwar in bem Sergiföen, 
nity aber in bem 3ülfdjfd>en alten 8anbred)te begrün* 
bet gewefen, inbem man ftcf> ben Sülidrfcfcen © tdnben 
gegenüber, bie bedfatl* fctyoierig waren nnb bie SBer* 
fammlung mit ^rotefi berlieflen, nur auf ba« Sergi* 



77 



f<fp «anbrecht )u Uiittin gewußt bat. 3(1 nun and» 
fpdter, nad) Straft be* ?anbtag*abfd)iebe* Dom 10. 
9Wai 1564, *>on ©ette 3tttd)f*er ©raube bie 3ufh'm< 
mung )u ber reaibtrten 9te*t*orbnung erfofgt ; fo frfp 
retrbodj, baß btefe nid>t *orn>urf*frei gewefen, bie 
nadjfofgenben (tänbiföen ätarbanbfttngen , worin bie 
Raffung ber StedjtSorbnung unter ben »grayamina 
antiqua« immerfort aufgejdbf* tturb. 

SBer todre mefyr al* Boet* * im ©taube gerne* 
feit, tim @efd)id)te ber art»aterldnbif<*>en 9ted>t6»er# 
faffung aufjuileUen? «r famtte unfer Sattele* 

(conf. Historia juris etc. Nr. 221) Unb SJergijtye* 
(conf. Tract. de jure Revolut. Mr. 1) 9anbred)t; 

bie alten, größten fcfyeitt jefct t>erm'd>tettn Subicate 
itnb bie Seri)anb(ungen aber bie Stbfaffung ber Stedpfc 
orbnnitg, tPot>on uni nur jerftreuete 33rucf)flücfe wie* 
ber )U fammefn mogfief) getoefen, lagen tym nod* 
tJottfWnbtg »or; überhaupt fianb er näfyer ber 3*it 
unb fo mancher UeberKeferung, bie nnn fpurfo* untere 
gegangen: allein StoeW burfte e* nid)t unternehme», 



1. SKetyior 5Bt>f t« ober 3>o*$, geboren ;n fcüfltfborf im 
3abr 162S, erlieft feine erjle n>i(Tenfaafrlid>e «Bifoung in 
bem 3efuiten * ©ymnaffum bafefbft , roitmete ffd) hierauf 
bem ©tubium ber fRedjte unb beffeibete in ber Jofge bie 
©teUen eine* färfUt^en ®efteimen ftaty* , gjfcecanjler*, 
Sebnbirectorf , i)ofgericbt*commtfTar* unb 9lrd)it>ar*. Gr 
tfarb untermalt ben 8. 2fcirj löb5. <gin einfacher ©fein 
in bem Sogen * Eingänge $ur ehemaligen ©tift* * , nun 
2ambert* * tyfarrfircbe , feiert fein ttnbenfen. #«r$beim, 
Biblioth. Colon, voce 9föe(cbior, nennt unter feinen Edita 
bie GrjfHft* % gblnifcbe »edjMorbnung oom 3- 1663. 3{t 
H nun aud> weiter ni$t funbig, tat 35oet* ber SBerfaffer 
berfefben fep, fo }eugt boeb biefe Angabe oon beffen au*« 
gezeichnetem unb verbreitetem (Kufe. 



78 



bai Shtfefyn ber fo mübe&oü ju ©tanbe gebrauten 
unb allgemein geltenben 9ted)täorbnung burdj eine £ar* 
fiellung ber abn>eid>enben altem 9ted»t«gebr4ud)e ber 
beiben £erjogtl)Ämer ju gefdfcrben unb bie, nur afö 
ßorbefyalt tyred @ered)tfamö in biefer Sejiefyung Don 
beit ©tauben nod) nadjflefufjr te , Seföwerbe neu ju 
beleben unb ju begrünbem hieraus erffärt jTd), n>enn 
er/ Historia n. 78, ido bie fogenannten üfligbrdudje 
aufgejagt werben, »eldje bie 9ted)t*orbnunfl nament* 
tiefe abjieKt, mit ber flauen Semerf ung fd)tießt : atque 

ita factum est, ut ex malit moribus natae aint bo- 

nae lege*; ober, ttxtyrenb er bod) zxxxt ©efd)tcf)te ber 
JÄedjtSorbnung fdjretben miß, ibid. n. 132, Slnflatib 
nimmt , bie ttrid>tigen 33erf»anblungen bon 1563 ntiu 
jutt^tten, unter ber SBenbung: ne ad fastidium lcc- 

toris aliam forte operam exspeetantis aliquot pa- 
ginas bis compleam. 

(Sine fo unfautere Quelle für bie ©efd>ic^te ber 
alt^eimifdjen JRedjtt&erfaffung ffnb bie 9fcd)t*orbnutu 
gen , bie baö 16. 3af)rj>unbert $en>orgebrad)t. 



79 



I. 

In die ere Götz is dat aide recht herkomen 

iud die gewoenheid des lautz van dem 

Berge ein deil beschreven. 

1. Unter tvtidjcn Sebmgimflctt beut ?anbe*f}errn bott 
ber gtitterftyaft, bcit ©täbtett imb ber Sanbfdjaft 
Ärieg^t)ürfe ju teilten fe». 

Zum irsten. Also wanne der Lanthere mit eime 
andere Heren off Steden off mit Ridderschafft 
kriegen willt, ind syne Ridderschafft biddet zo hei« 
pen t ind sich yerboidt, ehren ind bescheid by oen 
zo blyven, ind dem geboide ouch foulgt * ; ind 
Wolde eme syn Wederparthie dann diss entgahn 2 , 
soulden dan alle syne Ridderschafft Stede in Lant- 
schaift seholdigh syn zo helpen, mallich nae synre 
macht; ind hy solde der Ridderschafft foeder ind 
beslag 8 geven, ind oen ein guet hopman 4 syn. Zo 



1. t>er Hrtifel bejtefjt fidj auf bte btfannte ®ttte , baf je« 
ber recfttmafigen ?ef>be bat Erbieten ju Qutlitym ober 
red>t(id>em «umfrage (Xagbefdjeibuna) oorangefcn muffe 
unb baf ber 8anbe*&errr, auf ben Sutfprud} feiner dttt^ 
terfdjaf t ttad> Gfcre unb 9ta# , ft$ entboten (verboidt, 
burcfr »oten oerfänbiget) $aU. »ergf. »rt. 46 unb 66. 

2. ©em entgegen. 

3. ©priAwbrtü'^e ftebestfart. ÜRan straf unter gutter ba* 
ake fodrum, b. t. SBerpflegung für 3Rann unb (Äof, 
unb unter Sefölag, allen ©ebarf an Sattel unb 3eug 
unb @rfö$ für bat <Pfetb felbjl, »enn et %ttibUt ober 
unbrauchbar werben follte, oerfte^n. 

4. Ober heufftman, f. ttrt. 63. , b. i. Sftef. 



80 



unrecht sind sy eme nith schuldigh zo helpen, 
wante * dat wehre weder got ind beschaid * f ind 
Terdhomung s der sielen. 

2. 2>erfefte fott mir mit ifjxtm 9tori>e Sunbrnffe 
eingeölt. 

Item. Woide sich derLanthere mitsyne maghen 
off anderen heren landen off Steden verbinden, 
dat en sali hy nith doen dan mit rade der Ridder- 
schafft ind der Stede alle gemeinlich + des Landes 
yan dem Berge; off $ sie mochten oer recht foede- 
ren* daran solde der Lanthere, noch niemandt an- 
ders wie dat Lant in hedde, sie nith an binderen 
noch kroeden 7 in geiner wiese. 

3. SBann unb tote eine SBebe ju geftnnen , ju tttoiU 
ligen unb ju ergeben fe». Um>erdußer[id)fctt ber 
«anbfdjaft. 

Wehre sache, dat der Lanthere ind syne Rid- 
derschafft ind andere synrc hulper ind diener ge- 
fangen wurden, off dat sie doit geslagen wurden, 
ind der here verkregede 8 : so mochte der here der 
Ridderschafft gemeinlichen ind den Steden schry« 



1. Denn. 

2. 3Bof>t urfprängu'4 »on ®$ttom, ttnterfd^eiben, M>n; 
tat Grgebmf befieften, »a* fty gtemt unb gebityrt; 
ber 9ulfpru# beffen; bat 3ufaminentDmmen, berufen 
bei (Jnbrt; bte fcroteberung tieften, u. f. ». 

3. SJerberben ober Serbammmf. 

4. ©ämmtlid}. 

6. Söibrfgctt gallel nämlidj. 

6. »erftl. »rt. 31. 

7. Hixari. SergL «rt. 29. 
b. 3m Kriege unterläge. 



81 



ren so Uphdeh , ind klagen den daif syn gebrech * 
ind bidden sie, dat sie zu wolden laissen ind befy. 
Ten, dat dat gemeine Laut ind die Stede ind die 
Ridderschafft ind huisfrowen ind . yr gesinde dem 
Leren ein redeliche* summe gelts geren, syne 
schulde da mit zo bezahlen ; ind wurden die Rid* 
dersch&fft ind Stede der summen nith zo frieden, 
so sollen die Ridderschafft ind die Stede söss manne 
uisskiesen, die Ridderschafft rier uiss yrem bore, 
zween baren die Wipper ind zween beneden der 
Wipper, ind die Stede stillen zween yrer burger dair 
zo nehmen; ind wie groiss off klein die sess men- 
ner die somme gelts setten, dairby «all dat blyven; 
ind die sess sullen dat gelt upheren ind des heren 
schuldt damit bezahlen , wie sie duckte, dat alre 
nutteste 3 ind gebührlichen wehre, also ferro dat 
gelt reicket; ind sie en sullent dem heren noch 
amptluyden des gelts aith in yre hand geren. Ind 
dairumb en sali der Lanthere dat Lant van* dem 
Berge nith verkouffen, raeer 4 dat sali feilen van 
erye zo erve zo den ewigen daghen« .... 
. . < . • * • .* 

4. 6dK6ffev mit üfttn »ejtrfett tonnen nM/t fflfa 
aii }it 5000 ©ufbett t>erpfdnbet toatm. ■■..•■ 

Oich en sali der here gein Schiott mit synem 
arapte gericht luyde ind herlicheit hoger rersetten, 
dan yor funff duisent rinsche golden gülden; ind 
wurde einich Schiott mit synem ampte hoger yer- 



1. ©ebredjen. 

2. ttngemeffen, *on Webe: ratio. 

3. 3lm 9?üfcu'd>jfcti. 
'1. eontmt. 



!■ i 



82 



satt öff mit inniger Sache furder beschwenrass *, 
wie man dat erdeneben mag: so sali allet macht« 
loets syn, ind syne erven en sullent noch en darf- 
fens nith haldeft. 

i 

5» (Efttfie^ung tinei 93erfa(futtfld *SJJertrafle*. 2)al>et 
bte Uttberau$erttd)feit ber 2anbfd)aft/ unb bte 33e# 
fugniß ju einer ®etbbebe. SBeitraflSfretyeit ber 
.. ftttterfdjaft unb il)reö Oejcnbe*. 

Wass also ein Greve van dem Berge also gahr 
▼erkrieget ind verschuldet, dat hy van jamer ind 
bisterheit 2 uiss dem lant zochte; want dat lant van 
dem Berge also gahr versett ind verpandt was, dat 
hy geinen raith en wiste, ind idt synige verkrieget 
indverbrandt was», dat niemandts wiste, wair der 
hinkomen wehre. Die RidderschafFt ind Stede ind 
dat gemeine ; lant wahren sehr rewigh 3 , dat aie 
oeren. rechten heren verlaren hedden; doch hofften 
sie,, hy solde, weder to lande komen, ind die Rid- 
dereojbafft ind Steden wurden eindrechtig ind over- 
qwaimen 4 , dat sie dat lant aUet tho oeren banden 
weder loissden; ind hielden dat lant in freden, ind 
deden peren fcecen weder soiche*; ind hy wardt in 
einem klcwater; wieder fanden, ind quam weder zo 
lant ind fand dat gelobst fryhe ind unverschuldet in 
guiden freden; do danckede oen der here der Rid- 
derschafFt ind Stede ind dem ganzen lande gemein* 
liehen, do Wardt dat verdragh gemacht erfflichen 
ind ewiglichen, dat der Lanthere noch syne erven 



1. £tyer ober mit einer ferneren 93ef$roernif t>erfe|t. 

2. trübe«, fd)fed)te* 3lu*fe(>n, ein fokjjer ©emütWjujtonb. 

3. Xraurtg. 

4. 5tanten übereilt. 



83 



ind naekomlinge datLant ran dem Berge nimmernie 
verkouffen noch rersetten solle, furder dan in dis- 
tem Ridderboich geschrevcn steht Dairmnb hant 
die erbare Ridderschafft iad Stede mit dem gemei- 
nen lande zogelaisaen ind belyvet, dat der here ein 
geltbede an sie doen mach, inmaissen dit boich 
innehelt Doch en sali die Ridderschafft selffs nith 
dairzo geven; sie ind oere broitlinge sollen frye 
sjn, die geine Erve im lant en hären 1 . 

& Sott ber pefoKct)ett itnb ber @erb6ruaVe. 

* p 

Die hoichste broiche iss dat Lyff, ind die 
hoichste geltbroich iss funff mark colsch, die ander 
broiche iss viij* Schilling. 

7* Die Mttterfdfaft barf oljne fdmiUiQunt be* tan* 
besternt grembKnge aufnehmen; bte hinter ber 
frfetero fofgen ber (Sonbition ber üDiuttcr. 

Qneme ein froembder man ofip wyff in dat 
Lant van dem Berge, ind geven sich einem Ridder- 
messigen manne; dar en sali sie der here nith an 
hinderen; die kinder foolgent der moder, ind sol- 
lent onch dem Riddersmessigen manne blyyem 



J. t>er anftyeinenbe Sßtberfprud} tiefer Stelle mit bem 
9lrt. 3 lofi ftd> katyn, bat Dte Ättterföaft für tt>re &iu 
terfifce unb il?r &au*gef!nbe (©rotünge) töUige Beitrag«* 
fretyeit genof ; tfyre @üter aber, fo wn tyäd>tern bewirte 
ftyaftet würben , j»ar frei »an ben gewöhnlichen <5d$a. 
langen unb Dienfren waren , f. *rt. 48, aber nidjt »on 
ber (auferorbent(id>en) 93ebe. 

2. Sieben unb einen falben. 




8. afattgorbnuttfl *or @eric^e» 

' Men sali die Ridderschaft im 'Lande ran dem 
Berge zo Upiaden irsten richten ind darnae den 
SchefFen ran .Porths ind den Scheffen van Cruitz- 
berg ind dan yort idermanne als sich dat gebuirth. 

9. 2ßo ttnb n>fe über tinm (Sollen eist peinKdje« 
(Sexidjt ju galten fcp v 

Men sali . gein undersaissen Tan der Ridder- 
schafFt gebahren syn lyff afFwiesen vor geinem ge- 
richt dan zo Upiaden, ind desselven geliehen den 
Scheffen zo Porths ind zo Cruitzberg; ind soldo 
men der Scheffen einigh syn lyff afFwiesen , dan 
sali man inn irsten van den Scheffenstoil entsetten 
ind setten einen anderen 'darin , dat der Scheffen- 
stoil synen füllen getail have ; ind dan sali der Lant- 
here dat gerichte selver besitten ind sitten baven den 
Richter yan Porths, ind der Lantdroste sali sitten 
beneden dem Lantheren, ind die SchefFen sullen 
yren füllen getail haven, die van Cruitzberg sullen 
yiertzehn SchefFen haven, <Ue van Porths fallen 
seven* Scheffen hain, ind die andere Scheffenstoil 
•ollen also viel SchefFen harren, dat darr tzwei ind 
seventzigh SchefFen uver ein lyff alda wiesen sul- 
len; die RidderschafFt alda gemeinlich syn sali ind 
besoiehen*, off der Scheffenstoil die volle have 
ind dat dair recht gericht werde. 

10* »ttorbmmg ehte* ©djeffett an bfe ©tcKe tinti 
ju SBeriMfceitenfcen. 

Den nuwen Scheffen sali men setten. wanner 
der ander affgewiest iss ind gedingt oiss dem 

1. UnttrfiKften, na*fe&n. 



\ 



85 



Scheffenstott • dat sali tho Upiaden gyn ind geschien 
an dem gericht; ind dan mach men in richten nae 
syner daith als einen missededigen Scheffen. 

11» Somyetett} be$ ©eridjte* ju Dpfabett. Urfljeife* 
föftem griji jur gdttimg eiltet Uvttyiii. 

Men sali gein sache zo Upiaden richten, die 
Scheffen van Porths ind Cruitzberge hayen sie 
inten dair gewiest, idt en wehre dan sache, dat 
byden parthyen belieffde in yren saichen zo wiesen 
off zo richten. Ind wer dair ein oirdeil wiunet, 
der sali dat yeroirhunden mit zween stucken goldsi 
ein den Scheffen dat ander der Bidderschafft, ind 
wer dat oirdeil verluist*, der sali im dat weder ge- 
yen. Ind wehren die Scheffen einiger saichen nith 
wies genoich noch eindrechtig, so sullen sie drye 
dage tho Upiaden by einander blyven ind sich tho- 
samen beraiden; dairzuischen sali der here die drye 
dage alle dage dat gericht halden, ind op den der- 
den dagh sollen sie dat uisswiesen nae landes ge- 
woenheit; ind der here sali in die wyl kost bestel- 
len yor yr gelt 

12. medjt ber JBajtarbe ber Witterfdjaft. 

Wer van der Bidderschafft gebahren iss van 
Bastcrtzyen, under wat here der wohnt, dem sali 
hy zuhören; ind under wat heren hy wirdt woh- 
nen, die en sullen eme nith hinderen, ind hy sali 
mit dem hämisch dienen ind nith zinsich syn. 

13- Sott ber 2Btberfoge bei ber Witterjtyaft. 

Ein man van der Bidderschafft mach synem 
wyffe ein wederwerff machen an synem Erve zo ei- 

1. Steuert. 



86 



»er lyffzucht; ind sturff der man ehe dan sie, ind 
liess ander Erven 1 , da sie nith an gewedumbt ea 
wehre, dair en sali sie gein recht an hären, 

14» Sott ber SWotflettgabc bei berfeftett» 

Ein man ran der Ridderschafft mach syner huyss- 
frowen ein morgengaff geren, die irste nacht wan 
er byschlafft; ind wat Erffs hy oer dan zo mor- 
gengaff gifft, dair sali sie oere lyffzucht an hären, 
ind des en dar ff * sie mit oeren hinderen nith dey- 
len oer leren lanck. 

15» Sott bem 9ted)te (Befangene ju etttfaffat. 

Wer einen fencht, der syn Vyendt nith en iss, 
den sali hy macht hären qwitt zo scheiden; ind 
hedde hy den in syns Hoiffmans handt off in eins 
andere handt doin gelaben, die en sullen inn nith 
zo einem schalck laissen werden 8 . 

16. Sott bem Urt&ctWfpntcffe. 

Wanner men zo Upiaden ein oirdeil uisswiesen 
sali, dat die Ridderschafft antrifft, dat sali die Rid- 



1. Erbgüter. 

2. »raudjt. 

3. ffier Ginen jum befangenen rnaüt, ber fein geint nic^t 
ift, (Der fty |. 8. jutfllig auf bet «Befe^eten ©ebtet 
befand) ben foll er auf eigene ftanb (mittefft Slbfmbung) 
entfaffen quitschulden, quitschelden : ber <5dju(b ober 
SBerbinbfidifeit quitt ober frei geben bürfen ; fyätte er 
fobann ben Cntiaffenen in bie &ank ö&erwa&rfam) feine* 
Cfref* ober eine* gnbern anoertraitet, fo follen tiefe nidjt 
(burd> ttbnafyme eine* neuen £bfegefbe*) tyn |um 9lrg* 
(tjh'gen werben (äffen. 




derschafft uissprecben 5 ind wat die haretlayth 
trifft, dat sullen die Scheffen uissprechen; 
Scbeffen mögen wal einen man ran der Ridder- 
schafft bidden, die yr wort sprichet; ind die Rid- 
derschafft ind Scbeffen sullen sieb yorberaden, wat 
ein parthye uisspricht, dat die andere dat foulge 1 . 

17. Sott Sorfabuttg ber 3*H* n > 

* • » 

Wehre einich man, der hunde behoeffet* an 
dem gerichte, ind gesinnet der an synen Lantheren 
off an synen amptman, dae die künde under geses- 
sen iss; so sali der here, off der amptman van des 
beren wegen, eme die künde bestellen an dat ge r 
richt, dair hy 8 bekunden sali, wie die künde un* 
der dem beren gesessen iss; ind deden sie de« 
nith, so en sali by der sacbe nith Verliesen* 

1& Gin %at)v S6fe, aUe 3al)r ?6fe 4 , 

Geve ein man dem anderen einen bouffbrieff 
up syn Erff ader guith, bebeltlieb wenig dage aff- 
loesen dairan, off widderkouff eine tzyt die wehre 
kurt ader lanck; dat sali allewege lose blyyen 
pantschafft, ind fallen an als ander * guith. 



1. 3ufnmme. 

2. »ebarf. 

3. Cr, ber fid> auf ben 3mm Uiitty. 

4. ®. %tt. 68. 

5. (Sine ber jbanbfd^riften Itefl: als ander gereidt guith, 
unb man muf bei ber erften 2e*art ba* »erpfänbete 
©rimbjWcf , Ui ber (entern aber bie «Pfanbfuwme ober 
ba* &e$t au* ber tyfanbfdjaft »erjfc&n. 




49« Sott bem Crföfdptt ber angelöteten JWage* 

Wanne ein man den anderen an dat gerichte 
daget', ind lest dat stain drye gerichte nae einan- 
der nngefoedcrt * ; so sali datselye yerlahren syn 
am Rechte 8 . 

20» 3ut 3aJ)fung einer ©djulbforbemttg fott fein 
9Rann# ober £ofgut angegriffen werben. 

Item. Spricht ein man den anderen an nmb 
schuld, ind wanne em äff; so en sali men eme gein 
mansguith noch heufftguith darvur penningen: doch 
wat die ette oe verstricken , ind die axs gehouen, 
ind die wett begert hedde up den dagh, als dat ge- 
win geschege: dat iss gereidt guith 4 . 



1. diem dicit. 

2. £>(>ne ?ortfe$ung unb Segrünbnng. 

3. JBergt Äoiferredjt, par» I. cap. HL 

4. 3Benn. ©ner bea 9inbew wegen einer Sc&utbforberung 
belangt unb bie iWage gewänne , fo foll man tiefem 
fein SBann/ ober bautf* (£of**0 @ut bafur umfra- 
gen (oerfttbern), fontern tat @ereite angreifen ; bereite 
aber tjjr, wat an bem Sage, wo bie 5Wage gewonnen 
wirb, tit @gge be|trid)en, bie 9lrt genauen unb tin 
tyfanboertrag, woburd) eine [Rente conjhtutrt »ortet, 
ergeben ba>, b. i. erfaUene Renten ober 3mfen. Qbm 
fo benimmt bie 3ülid>*«ergiföe <Red>ttorbnung, €ap. 95. 

,Z>e*g(ei$en wa* bie <5ege befdjoren, unb »eingart fo 
,mit bem erften SBanbe befctyoffen, au$ 3a&rpe$te unb 
r erfd)ienen erbpenflon unb rcntye werben für gereibe 
*>güter gehalten." Unfere ©teile Hingt übrigen* wie 
eine fpri$w&rtu'd>e 9teben*art, bie ^ter tyre »nwenbung 
finben foUte; baf>er bat ©ejhnraite: wiu die weti 
begert. 






8f> 

21» »et «rmattflelunfl tum ©eSjenbenten fällt attt« 
(Srbgut an tue Seite jurutf, tt>of)er eö getont* 
men ijt. 

Item. In dem Lande van dem Berge sali all* 
guith ind Erffzahl 1 widderumb zoruck fallen ind, 
erster ven, dar dat herkomen wehre, also langh als 
man dat bewiesen kan, wan gein lyffsgebuirth dair- 
van en levede. 

22. Mid|terer&te ©uter fallen an beit ndcfyien fdlutb 
verroGnbten. 

Hedde einich man Erff gegolden off kregen, 
dat hy nitb van synen Alderen en hedde, ind hy 
gierige äff sunder lyffsgebuirth; dat sturve an syne 
neiste maige. 

23. Oüter, mefdje (Eheleute angekauft, fallen nad^ 
intern fütberlofeit Xobe an tyxtn aäctyften 33er# 
toanbteit. 

Wan ein man ind syn wyff Erve zosamen gül- 
den, lad sturven sonder gebuirth; dat geguldea 
Erff fiel nae oerer beyder doitb an oerer beydcs 
neigsten maigh; ind wer syner. maige doith ge- 
leiffte * , der iss geerift, beheltlich der lester handt 
oere lyffzucht 

24» Sinnen 3at)t unb Za$ muß fcerfaufte* (Sr&gnt 
geräumt unb baö S3efcf>ubbred)t ausgeübt werben. 

Wer Erff verkoufft, sali et rühmen jair ind 
daigh; syne maige mogent dat dairbinnen beschud- 
den binne deme neisten jair ind sess wechen ind 
drye dage. 

1. Erbauter, unb 9(itn)et( an fotyen alt <£vU, dtbtfyil 
Z. Erlebte, Um ifl fcie (Sr&föaft anerfaUen. 



90 

35« Serfauf uitb Berjidjt bleiben ofjne (Eittriitmuitg 
fraftfo** 

Off man kouffbrieff hedde ind off man wail 
rar gericht versehen hedde, ind gebruicht ind rüh- 
met dess nith; so solde der brieff ind dat yerzech- 
nuss nith helpen ind macht haVen. 

26. SWann * ober £of dgitter gebären, nad) Unterfd)ieb, 
*or tai ©ertd)t beä gefytfcerrn, ober ber $ofe*< 
leute ttnb beö £ofe$l)erro. 

Men sali alle Erve wiesen an die gerichte, dair 
sie gehoerent, dat manguith tut den Lehenheren 
ind tot sjnen amptman, hoefguith soll man wiesen 
in den hoef rar die hoefshrith, ind zo horede tut 
yren Lehenhören, die dair mehr gericht hait. 

27. Bor biefen ©ertöten muffen fte angetreten »erben. 

Alle lehen ind hoifsguither sullen yren anfanck 
rur den Lehenheren off horesluyden anfangen, ind 
zo horede vur oeren Lehenheren; heddc der Le- 
henhere gein mehr gerecht ader geschworen man, 
so sullen sie oere hoifftvart f halen an oeren Lant- 
heren hoigste gerichte des Lants, dair die guither 
onder liggent, off in des heren camer. • 

28» S3on bem 33e»etfe ber Se^netgenfdjaft eine* 
©uteä. 

Wer sich yermist, dat syn gnith lehenguith sy, 
der mag dat bybrengen als des gerichts recht iss, 
ind moiss dat bybrengen mit dem lehenheren ind 



3. £of * ober &auptfafyrt, ba #of ben ßauptyof bejetdjnet 
unb biefc Benennung hm fpätern 2tu*fcrucf: |)auptfal>rt 
(heufftvart) eriettgt fjat. 



91 



mit zween synen lehenmannen; ind wehre der. le- 
henbere .nith ranndigh, so. sali der geschworen 
Richter des gerichts mit zween lehenmannen dat le- 
henboich tut dat lantrecht brengen ind iaissen dat 
lesen, ind helt dat boich dan inne, dat et leben» 
guith wehre, ind sie dat geschworen hedden, so sali 
men dat wiesen tot den lehenheren ind vnr die 
geschworen; hedden sie gein lehenboich, so moigea 
die" drje dat oich schweren. 

29* Sott Um »efffce unb ber GrbfdiaföHafle futf* 
fdjen ®efd)»i|lem t>on ber 9ifttcrfd>aft. 

f Z irischen die Ridderschafft snster ind broeder 
sali gein besess ayn yrer vadcrlicher ind moder- 
licher guither; dan yerschwiegen sie dryemahl 
tzwey jair ind bekroeden dat besess nith, so isa 
dat besess, yan went berkompt, uiss. * Hierinnen 
sindt die unmündigen kinder uissbescheiden ; ind 
wehren onch snster ader broeder uysslendigh, den 
dat besess nith kundigh wehre, so wehr hundert 



1. ttts*, b. i. oollenbet. Der 93efi$ oon Immobilien wty* 
renb 3<*&r unb Sag bilbet ber {Reget nacft einen 93effc> 
franb im re$tft$en (Sinnt (%xt. 70) ; tntbefonbere muf 
innerhalb tiefe* üeitxanmrt bie hereditatis petitio an« 
gepellt werben (3u(id)ftet Sanbr. xix. unb XX.). Dttfe 
grifl unb ber Eintritt ber rechtlichen SBtrfung M $* 
ftye* werben aber für @efd>wi(to «u* ber Otitterfdjaft 
auf fedj* 3afrre autgebefynt unb weiter, fo lange bis 
|ur (Jrbfdjaft mitberufenen ®efd>mifler minberjä&rig finb, 
fid> im tyutlanbe befinben unb feine Äunbe »on beut 
SBeftye habtn, ober tin e^e^aftrt $inbernifi: ftranfyett 
ober £errnbien|r, obwaltet. Die obige ttutbe^nung fn* 
bet aber nidjt @tatt , wenn ber befi$enbe £&eü jur <2$e 
(breitet. SJergl. übrigen« 3ül. Sanbr. XXXII. 



92 



•jair gein besess ; ind wehret ime kundigh ind wehr 
daby uysswendigh, moiste hy idt binnen sess.jai- 
-ren foederen; idt en wehre den kundigh heren 
noith off lyffs noith ; ind geschege des nith, muste 
allewege afflaissen yam besess. Ind wehr et sai- 
che, der suster off broider einich sich in die hil- 
lige Eh bestadet, ind synen susteren ind broideren 
•yne besess affgebruiohede ; so ferre inlendigh off 
nysslendigh ime wisslich wehre, sunder heren 'off 
lyffs noith, sali yder besess ran werden syn, ind 
dairnacher schwygen. 

30* SBerfafjren be* ?anbe*l)errtt gegen bte Mitterfcfyaft* 

Der Lanthere mach syner Ridderschafft schry- 
Ten ind bidden, by off syne amptluyde en snllen 
yn nith gebieden , noch en sali oer lyff off guith 
nith angrypen mit gewalt, noch kumeren umb syn 
gebrech, dat hy zo yn en meinet zo haven; hy-en 
hedde dan irsten drye werff an yn gedain ind be- 
gehrt, zo dryen yiertzehn nachten ind nith kurt- 
zer, mit synen schrifften under synem segel des 
gebrechs yn mit nahmen nennen ind gesinnen in 
i glich er schrifft, in frundtschafft Syner gnaden zo 
doen, wat hy van yrentwegen schuldigh sy zo doen. 
Ind der here sali yn mit synen f runden zo dem 
dage an ind äff frye geleidt geven sunder arge- 
liit Dan schloige by die drye schrifften ind alle 
tlage äff, so mochte der Lanthere dan synen lyff 
irtd guith kümmeren, ind mit recht anlangen umb 
syn gebrech, ind nith mit gewalt angrypen off 
nehmen. 

31. Uttb umgefcfyrt. 

Desselven geliehen sali ouch die Ridderschafft 
ind undersassen an den Lantheren zo dryen vier- 



93 



tsehn nachten erfoederen oer gebrechen, dat sie 
so erae meinen so Karen; ind dede inn dan der 
bere gein bescheidt, so mochten sie dat dan an 
ind umb foederen f mit beden s ader klagen off 
mit rechte. 

32, Sott bem fcobtfdffoße burd) einen 9iitterWtr%rt. 

Off einich man, der Tan der Ridderschafft ge- 
bahren wehre, sich yergess, dat er jmandt dojt 
schloige 8 im lande van dem Berge, dair got vur 
$fe ; so Wehte der Lanthere syn gnith ind lyff an* 
grypen, iiid synfc erven stillen dem heren nith er- 
fidlen syn: die fryheit ind gnad hett die Ridder- 
schaift in dem land ran dem Berge. 

33» Sott bem »errate. 

Wehre einigh man so qnaden* boesswicht, dat 
hy den Lantheren off einichen nndersassen verreide; 
den sau man doiden, ind der Lanthere mach yn 
nyff vier enden des lants, off einigh ander man 
tnach den boesswicht an einen bohm hangen, ind 
sali dem Lantheren noch nidmandt dairmit bntichen^ 
wanne men dat 5 bewiesen mach. 

34. 3agbred)t ber Stttterfcfaft «. 

Die Ridderschafft mach jagen Rehe , Haken, 
wilde Schwyn ind Feldthoener; sie mögen nith ja- 



L £urcf> offene JMagefdirtfteis r wetdje ün tit txnadjfcarfm 
jberrett fyerumgefenfct mürben. 

2. (Sine &er £anbfd)riften fcat „veden". 

3. «Bergt m. 51. 

4. (So bofer. 

5. t)en SJerratfj nemKcfj. 

6. 5JerdI.9trt.6i. 




g*n Hertz noch Hinden * noch Haaselhoener ;. der 
here gefft yn dan in den dryen pnnlen okrloff . 

35. greift ber ® fiter ber ^ttterfrf)aft. 

Der Ridderschafft hoff ind guither sullen frye 
syn, man en sali oen daruff gein gebot noch kura- 
mer doin f noch penden noch gein gewalt douu 

36. »orfabung ber SRitferfdjaft t>or ©ertd>t*. 

■ * 

Men en sali noch en mach der Ridderschafft 
nith.gebieden an dat Recht noch gein gebot doin; 
men' en mach sie wail mit hummer an dat gerichte 
gewinnen, ind den hummer mach hy, entsetten mit 
einem schillingh off sess heller, dat mach hy doin 
an dem geding off an dem amptman off an 8che£- 
fen des gerichts, darynne hy gekümmert wirdt, also 
ferre als syn Erffzahl hundert gülden werth sye^ 
die hy in dem Lande van dem Berge hedde; ind 
wie groiss dat der kummer wehre, $o mach hy den 
also entsetten« Men. moiss ym irsten syn ErfEsahl 
affgewinnen, ehe hy bürge darf setten. 

37* 2)te 3^ttterfrf)aft tfl bei SBerfefcima tyrer %xeit)ei* 
ten jur ©elbftyfilfe berechtiget. 

Wehret Sache , dat einich amptman off ymandt 
anders also moitwillige wehre, dat hy die Ridder- 
schafft oere rechte ind fryheit bestünde fco bre- 
chen, dat wehre an oeren lyffe off guide, dat doch 
nith syn en sali; wehre dan der amptman, off wer 
dat wehr off dairzo hielffe, dairumb gwordwildi- 



1. £trfd>e nod> $trfdj>tufye. 

2. Stegf. 3üfi* • SergifdK ftecfttforttttsn*, ftp. 16. 



get* an ihrem guide off lyffe, darinne en sali si* 
der Laudiere nith Terthedigen in geiner wyse; iad 
wer dat Jede, 4er en sali dem heren nith brachte* 
in einiger wyse« .... ^ 

38» £te <2tfe jn>tfct>en Wttteriürtijjen tarnt *or cfnem 
?at)cit eingegangen werten. 

> Wan ein man yan Ridderschaft ein wy(F neh- 
men will, mach sie zo aamen geven ein Leyhe vu» 
den loyden offenbairlich: dat wiesen die Ridder- 
schafft ind Scheffen Tan Upiaden, dat sye ein 
rechte echtschafft ander* die Ridderschafft ind eine 
aide gewoenhcit. 

39. Uebergabe *on (Erbgütern. 

Wer yerziehet ind guith uyergiflft zo anderen 
banden, dat erffschafft iss, die sali des Erffs gantg 
Tollmechtig syn, ouch dat Erve fry unbeschwert 
Tan kmnmer offyerbode des Lantheren off Lehen- 
heren off Tan gericbts wegen; ind dan uyergerea 
mit laehen pelen ind gewandt * t ind dairby alsdan 
jair ind dagh ind sess wechen dat guith ruymen, 
ind nith avergaen noch staen noch gebruicheir. 
Nae lautrecht sali die uyergevung macht baren 
ind anders nith. 

40* Hinterlegung ober Herausgabe Don Urhmbett 
aui ben Hinten eine* Üeibjücfyterä. 

, .. Hedde einigh Lyfffcachter Erffbrieff, die äff 
dat gnith sprechent, dair hy syne lyffzucht ao, 



1» 2Bo$I ton km alten Word , b. i. ein wrnxtyrter $t< 
fdjjfoffener Ott, $au6 unt> f)offlätte, unb willigen, @e< 
waft antytm. 

% ©r&en im* 3äune. 



90 



hedde; die briere »ullen hy ind die erren legben, 
dat sie der sicher wehren mallich so synem rechte; 
hedde der Lyflfzuchter einiche andere brieff, die 
eme nith so en hoercn, die solde hy den rechten 
erren uyergeyen. 

41. SSott bett 3eugett. 

Wer bekunden sali üp eine dode handt* dat 
moiss hy doen selff sevende. 

Wer bekunden sali Sachen einioh gnith an* 
treffent, dat moiss hy doen selff derde. 

• In allen Landen moiss man mehe mans in' den. 
gezuegen hären dan frowen. 

Wer in dem Bergschen lande einiche Sache 
banden sali, der moiss haven bekande lmyde, die 
parthie off Schaffen off, den zo Upiaden geboirde 
20 wiesen dat recht, bekennen 1 . 

Wanner zo Upiaden gewiest wir dt, dat hy 
einich Sachen bekunden solde;, so moiss hy die 
künde aldair hären, ehe dat gerichte opsteht, off 
hy verluyst die Sache. 

42. Son bett Soften an biefem ©ertöte. 

Wann die Scheffen einich oirdeil nith wyss en 
syn ind moissen dairumb zo Hoeffde fahren, dan 
sullen byde partinen mallich funff marck byleggen 
zu JFIoeffde ; ind wilcfie parthie unrecht hieldt , die 
sali der anderen parthyen yr uissgelacht gelt widder 
geren van stund an, dat hy im gerichte gelacht 
hedde. 



1. 3Befd)e Me gartet' ober bie Stoffen ober btejem'aeir, 
»s(*en et aeWtyrt ju JDpfoben ba* tttty ju mi ^„ 
tauten. 



9t 



4i äfinetfi gvefnben fo& tot ?cmbe8l)efir Wtte $dfa$* 
freit)ctt geben gegen einen ©djufbenmafymnr. 

Wehrö ymandts undersasse wat schul digh, deme 
en sali der Lanthere geine feüicheit geven Widder 
die schuldenmahner ; woldc off hedde der here off 
amptman ime feüicheit gegeven, sullen sie ime up- 
seggen sess wechen tho vorcns, ind achter den sess 
wechen geine fryheit lenger tut den •chuldenm*h> 
ner geren» 

44. Sott ber SBeftylagnafate UtibtifjtitlidjQt $afftw 
Kentern 

Hedde der Lanthere ymandts einiche rbenten 
uissverschreyen , dat wehre pandtschafft off erff- 
sahl, ind wehre der man ymandts scnuldigh; sd 
mochte die schulde ader rhenten ymandts * bekuirU 
meren an dem heren,. ind doen dat dem heren 
kundt mit dem geschwaren amptman ^ als man ouch 
anderen luyden pleget zo t erkundigen; ind fiele 
die rhente dan baven die VVippcr^ so solde der* 
kümmer zu Porths ge rieht werden ^ ind tele die 
rhente heneden der Wipper, so soldc der kum- 
iuer zo Crüitzberg gericht weiden; ind wehren sie 
des nith wyse genuch, so mögen die Scheffen van 
Üpladen wiesen; ist dan sache dat oen Erve off* 
rhente verschreien iss, dat hy in synen henden 
hedde, mäch man ime affkummeren off affgewinrien 
als ander guith 5 ist aver Sache 5 dat loessledige 
rhente off guith iss up einen henoempten dagh zo 
geren, so mach einioh man homen ind hekumme- 



1. 3^ei b*r fcaribfctyriflen lefto „tnentandts", traf feed) 
unrichtig fc^etnt* 



98 



ren dat an dem heren, als vurschreven iis, ind er* 
winnen die erschenene rhent. Ind hoefFsguith dat 
sali man den ghoenen kundt doen, ala gerichts 
recht iss. 

45. 3Der ?anbe*&err fott bfe JRitterfri&aft ttnb bie 
©täbte gnäbtg befyanbefn tmb befeuern 

Der here ind sjne Er ren sullen der Ridder- 
schafft ind Stede allewege genedige heren sjn ind 
sullen sie beschirmen ind verdedigen nae aller oe- 
rer macht, sunder argelist. 

46. SSott bem SSerfafyren tV Streitfalls tincS *RiU 
terburttgen gegen einen fremben £errn*. 

Wehret Sache, dat yraandts van Ridderschafft 
gebaren mit einichen here zo schaffen hedde, die 
oen nith bescheid en dede; dat sullen sie dem 
Lantheren klagen, ind bfdden den heren oen zo 
gunnen, dat hy up sy foederen ind erbieden sich, 
eren ind bescheidts by unseren heren zo blyven 
ind by syner Ridderschafft des lants van dem Berge ; 
die sali hy verklagen dryemal , allet ein * klage 
viertzehn dage nae der anderen ungefehrlich * , ind 
gesehyet eme dan' dairbaven 4 gein gelich * noch 
bescheidt, so sali der Lanthere den undersassen ind 
synen hoelperen gunnen inschaffung 6 ind foederung 
up den dorferen ind inwoeneren zo gebruichen, 

1. »ergf. 9lrt. 66. 

2. 3ebe. 

3. £>fcne ©efä&rte, OCrgrifr. 

4. Xrofc fcem. 

5. SMafeidjung. 

6. Exactip. 3n bem Vrifttfegtiim für bie ber^tfe^e Kittet: 
fd)aft ton 1401. „Schiffoiig*". fBtvtf. %vt 66. 



99 



ind oen dair nith hinderlich dairan syn in geiner 
wyse, ind gunne ynn ind oeren hulperen zo rechte 
nae alle oere macht zo foederen* 

47* ©pfiffet unb Slemter formen nur mit SRöriefyaft 
ber ©djfrm* u. cu Weckte ber ftttterföaft u. 2f* 
tterpfänbet werben. 

Wer einigh Schiott off ampt rersatz, da sali 
die Ridderschafft ind iderman syn recht ind schirm 
aver halden ind syn recht zo foederen. 

48» ©djafc* unb Siettfifretyett ber rttterf^aftric^ett 
^>arf)tßfiter. 

Der Ridderschafft halyen 4 ind huishoetter Sül- 
len schatzfrye syn, ditf uff der Ridderschafft gui- 
der* wohnen^ ind aller dienst fry syn* 

49» 3ottfret!)eit ber Sh'tterfdfaft* 

Der Ridderschaffl gewaess 3 , dat sy wyn öder 
körn, dat sali t zoll fry syn also lange als et yr iss 
ind yr dranckwyn ; yr perdesfuhr ind holtz ind yr 
holen stillen allet tzollfry syn. 

50. greifet ber tttterfd)aftlicf)ett gebauter t>ott beut 
5Wut)[cnjman3e. 4 

Der Ridderschaft lehenluyelt, die üp yren 
lehenguideren wohnen, die en sullcn up geinfl 



1. £a(tm>inner» 

2. ©ie nemlid) feine SBoflt* ober ®d)<n)flüter tutfetcQ Üb 
tturtyfdjaften, f. %xt 74. SBort fcer Söebe waren fie nidjt 
frei , f. 2lrt. 3. U. 5. ; fpdter muffen fit Mt f. g. ©e* 
roirtn * und ©ewerbjletter jaulen* 

3. 0e»*4fA 

4. »ergl. 9lrt. W. 



100 

dwanckmoelen bedwungen syn, sie mögen mp der 
Ridderschafft moelen malen laissen. 

51» Sott ber Serfyaftttitg efae* £obtf<tytöger$. 

Hedde ymandts in dem lande Tan dem Berge 
einen doith geschlagen, den mach der Lanthere 
thor stnndt angrypen mit gewalt ind halden den 
biss an dat recht 1 ; ind also lange als der man 
lefft*, en sali man geinen man angrypen, der ran 
Ridderschafft iss gebaren. 

52. Z)ai Stgentfyum (iegenber (Erbguter fott fcor bem 
®ttid)te an* unb abgetreten werben, ju beffen 
3n>ange fee geboren. 

Hen sali aller guither erffschafft ontfangen 
uyssgaen Irinnen ind rerliesen up den enden, dair 
dan die guither ind erffschafften dingplichtig syn. 

53» (Sin uberfebenber <8atu au* ber Mttterfdjaft foK 
bei beerbter Clje nur über ba* ©ereibe perfugert 
burfett« 

Ein man off frowe ran Ridderschafft, die bo 
einer handt sitten, die da eheliche kinder haint, 
die en sullent gein erff noch guither forder be- 
schweren a vergeben noch besetten 3 , forder dan 
oer gereidt; wat sie uff einiche erffguither ge- 
nohmen, dat mögen die eheliche geburth widder 
an sich fryen ind qwyten mit zehen marck colsch. 

54. Wegenbe ©fiter barf er nur mit StittütDtgung ber 
Jttttber aeriujjertt , ober bei ju erfceifenber Surf* 



1. $ert*t. 

2. XoMity Serounbung ttntyU affo m'djt. 
5. Wart*«* finden. 



101 



tigfeit, ttad) g»af}gabe be* »ebarf«, auf 2Bieber# 
löfe »erpfdnben. 

Man off frowe van Ridderschafft, die zo einer 
handt litten, die eheliche gebujrth haven, die en 
sullen gein erffschafft avergeven , idt en sy mit 
wille der ehelicher kinder; ader dan durch jres 
lyffs gebrech ind noitturfft mögen sie idt doen, 
doch dat moissen sie bewiesen vur dem geriebt, 
dair dat erff dingplichtig iss, ind dat nith forders 
dan zo oere noitturfft, up ein widderloiss ind an- 
ders nith. 

55. 23efd)tt>criiitg ober Uefrergabe bort ÜRann* ober 
£of*gut muß/ nad) Unferfctyeb, *>or beu 8el)n> 
ober #ofe4Ieuten gefd)el)n. 

Men en mach ouch gein erffschafft beschwe- 
ren noch avergeven dan yur den lehenluyden off 
rur den mannen, iss et manguith, off vur den 
hoeflsluyden gesch waren, iss et hoeffsguith. 

56. $flid)t be* ?eibjud)tcrt- 

Die dair sitten in erff ader guitb als ein lyff- 
zuchter, die en sullen dat erff ader guith nith 
verwuisten noch verhowen ind in noitbow halden. 

57. £er uberfebenbe ©otte tann nur bai ©ereibe 
in eine gtoeite <&tjt bringen» 

Da ein man ader frow sitzent zo einer handt 
ind baren eheliche gebuirth ind veranderen sich, 
die moigen dat gereide guitb baven ind ein dem 
anderen laissen; ind die Erffschafft nith, die sul- 
len sie in noitbow halden ind nith besweren, wes 
des aver geschege sali van unwerth syn. 



loa 

58. ©et ffeljenber <gf>c fott efo (Satte ofjttt ben anbertt 
(gxb* ober ^fanbgürer nicf)t veräußern noef) be# 
faffeit. 

Ouch en sali gein man ader frowe Erffsehaft 
noch pantsebafft im gantzen bedde ein buissen 
den anderen nith overgeven, versetten noch be- 
sweren, wes dess gesohege sali van unwerde syn. 

59. ©djufbforberungen , bfe nfc^t in 9ted)Wffreft 6e* 
fangen, »erjäfyren mit breißtg Safyren. 

Schuldtbrieff, die vur die dreissigh jair alt 
syndt, die nith in richtlicher Foederung bangent, 
•allen binnen der tzjt doith ind verlegen syn, 

60. Unterfafien ber SRitterföaft fotten t^re ftorberun* 
gennicfyt wnterefnanber fibertragen, 

Ouch en sullen gein man ader frow, under- 
•assen Tan Ridderschafft, anspraich brieve noch 
iegel ein uff den anderen weryen gelden off vei> 
houflcn, noch gegeven nehmen mit argelist l ; wes 
des geschege sali van unwerden syn. 

61. Sanbe$f)errftci)e ©cfjufb* tmb ^fanbbriefe t>erjät)# 
ren nidjt. 

Zuischcn den Lantheren brieff ind segel van 
schul dt ind anderer ampter off wie dat wehre, die 
en sullen sich nith verjairlichen, 

62. Deögfeid)en ber Sienfffeute au* ber 9tttterfd)aff, 

Darentgcgcn en sullent des Lantheren dienst* 
luyde van der Ridderschafft guideren ind schuldt- 
brieff ind segel ouch nith verjairlichen. 



1. Durd> einen in eine <&tyntim$ Derfdjfeterten SBerfouf. 



103 

21 n \) a n g* 

Dese herna geschreven punten haint de ge- 
meine Ritterschafft des lantz van dem Berge up 
donerstach na sent Matheus dach anno 1478 zu 
Upiaden up dem Ritterdage ind lantdage unsem 
lieven gnedigen lantfursten ind hcren van Guyige 
ind Berge etc. yurgegeyen. 

63. Item ejn alt herkomen ind gewonheit des 
lantz ran dem Berge , off rouff off brant dainne 
geschege off klochenslag to der noit, den sulleo 
de Ritterschafft Stede ind gemeine lantschafffc hei« 
pen beschudden 1 na alre yrer macht $ wanne dat 
geschege ind sy dem hlochenslage so na vulgeden, 
so sali der lanthere der Ritterschafft heu Htm an 
syn so balde sy uyssryden. 

4 

&t. 2aQt>rcd)t her 9Ktterfd>aft. 

De Ritterschafft cn sali dem heren nyt tasten 
in syne hoejacht 2 . Ouch ist gewonlich dat de 
Ritterschafft haven gefangen Rehe llaesen ind 
Yclthroinre buyssen des heren zorn, doch also dat 
dat in des heren hoejacht nyt geschien en sal. 

65. 33on perfenficf)cr Schaffung. 

Item haven unse aldcrcn ouch vur eine aide 
gewonheit, dat der lanthere yre gheynen en sali 



1. @rf)üfcen unb formen. 

2. Der jurtjtifdje begriff be* 9lu*brucfe* : frofce 3agb , wirb 
^ter dfo nidjt ton bem Untertriebe be* ffiifbpret*, fem 
ber« »ort einem S3ejtrfe, lüm(id) bem alten. SBilbbanne 
ober $or(le, ati einem &ofyeit*rcd)te abgeleitet, wie aud> 
ber alte Slutbamt f>ier (f. 3trt. 79) tai Hoegerichl 
genannt nxrfc. 



104 

gryffen noch aen laissen tagten an yre lyff noch an 
yre guyt, he en have inne irst erfoulgt ind ver* 
schreven als van alders ge wo gliche q ist, as tut der 
Bitterschafft ind lantschafft zu Upiaden steh ge» 
hurt. Uyssgescjieiden Tier punten, den der here 
daer oever krege, dat were: myns heren straissen 
gesohynt ader mort, duyeffte ind entschakinge f t 
den man dan up blykender* daet yonde, den mach 
der here an laissen tasten; were dat dan eyn RiU 
termestsich mau, den sollen de Ritterschafft ind 
lantscheffen zu Upiaden qeverwysen, de dan 3 des, 
heren. undersaissen weren, 

0& SBerfaljren \n ©treilfa^eti gegen tftKtt SfaStänber, 

Item off ymants mit eynchen to doen hedde 
Uysslendich, dat sy here off Stede off anders ye. 
mantz, dem des noit were ind sich erboede zu 
Eren ind zu recht zu blyven vur unsen heren, off 
eme des nyt gedien 4 en mochte "van synen weder-« 
parthien : So sali eme unse here gnedincklieh gun-. 
nen synen pennynck laissen vertzeren in synen 
Steden ind landen % ind Schyffonge* gönnen zu sy, 
ner noit syn Recht zu erfoulgen; ind off die ge-. 
drongen off gejacht wurde durch, des. fceren laude* 



t Straf enfAänbuna A SRorb, £>teb(lai)f imb üntfityrtma 
pber {Haub von Sungfrauen unt) grauen. 
% % 2Ba* frell aufleuchtet,, mic 8to«m<?, $u'6 w. f, »,< alfo* 

in flagranti delicto, 

3, SBofern *er $fc« bte u, f. », 

4U $n£ebrifr«i, 

5, 9luf fcine Sofien im 2<Wfce fatunuiefjen (äffen, fttnen 

©$düter aufzutreiben. 
$. ,9?eral. *rt, *i t 



105 

den sali men mit dem klockenslage ind mit den $y- 
nen bescbudden, 

67, Seit bem fBefc^&bbtrecfjte* 

Item Laven wir ouch van unsen alderen hoeren 
sagen, dat idt eyn Recht sy in dem lande van dem 
Berge, dae eynich sy, he sy hoefTman off huyss-. 
man, de eyn iche erffscbafft verhoichte; So is dat 
Recht in dem lande van dem Berge, so moigen de 
maighc, de dat dorn wulden, de dan dat neiste we- 
ren, de moigen dat beschudden bynnen jaire ind 
daghe as des lantz Reoht ist. 

68, S3on bcm 3Bteberr6fered)te, 

Item Eyn jaire loesse alwcge locsso, halden 
wir tut Recht in dem lande van dem Berge. 

69, Serbot be£ Äaufeä von gorberungen. 

Item gheyn undersasse en sali e'gheine brieve 
n\)ch anspräche up den anderen gelden, 

70- 2Jon bem Seflfce. 

Item eynich man, de guyt hait ind besessen 
hait jair ind dach, den sali man in dem besesse 
laissen, he en werde dair qyss gewonnen as des 
lanu Recht ist. 

71* SSon bcm gerid)trid)cn Umfrage tteflen <5cfjulb. 

Item off eynich man dem anderen affwonne 
schoult up syn Erve *, ind mit Reoht erfbulgt 
hcdde, so sali man an dem selven Erve an dem 
wytsten * antasten bis zu syner bctzalonge zu. 

— * — 



1. @rbeidentf)üm(id}e*. SBerflf. 9lrt. 20. 

2. Sie entlegen jlen «pertinenjjhicfe. 



106 

72. Sott ber ©efd)fagttaf)tne. 

Item idt en sali ghein undersasse den anderen 
hommeren in dem lande ran dem Berge gesessen 
umb schoult willen, mer he sali eme voulgen an 
dat geriebte da he unden gesessen ist. 

73. gretyett ber Sttttergütcr. 

Item haven wir ouch de gnaide van nnserm 
gnedigen heren , dat ghein boede * up der Ritter- 
schafft gude en sali ghain ind dar up gebot off 
verbot doin. 

74. Uttb tl>rer fyalbtoinntt. 

Item der Ritterschafft halffman sali vry sytzen 
up der Ritterschafft gudere, so verre he ghein 
yaidt s off sehatzgudt hait. 

75. 5Bon bem SWüljfenjTOange. 

Item dae dwanchmoelen stain da men den hä- 
ren ouch Tan beltent, dae en sali nymantz ghein 
moelen in den twanck bouwen. 

Item der Ritterscbafft lehenguet ind ire halff- 
man mocgen ind sullen up yren moelen malen un- 
getwongen. 

Item de Rittcrsehafft mögen malen wa sy 
willen. 

7G. 38on (SxtfaltntiQ bc« ©uta&erfombe«. 

. Item ouch en sali men ghein saelstede woisten, 
off dat guet davan in ander ampte voiren off up 
ander guede. 



1. GtertdMbotc. 

2. %Q$t. 



107 

77. Sott beit $M>terit ber Wttterfdjaft. 

Item da de Rittet schafft jre synse ind pecht- 
gliedere baren , off ein pacht den anderen er- 
foulchde * , so sali he macht hären de gliedere na 
sich zu nemen , ind nochtant 2 synen pacht haven. 

78, 93efcf>ru#» 

Dese punten synt verkleirt in dem besten 8 , 
ind wat vorder dat gemeine lantreicht ist, leist 
man stain umb der kurtzen wille; qweme wat den 
gemeinen lantscheffen yur, des he nyt vast en were 
Recht daroever zu wysen, des sullen sy sich vort 
beroiffen, wes des dan zu Upiaden kumpt, sullen 
sy zu Rechte bescheiden werden. 

gornt/ tote bai ©cxidjt jtt ©pfaben bejMt urib a&fl* 
tiattm mürbe- 

79. Zu wissen als wanne myn gnedige lieve 
bere synre gnaden hoegericht zu Upjaden wille 
doin riohten, moigen syn gnade eynen Ritterdacb 
der Ritterschafft betzeichent doin schryven ind 
den gemeynen lantscheffen doin zu dem dage be- 
scheiden mit gebode! 

80* Item da sali myn gnedige lieve here selffs 
sytzen ind syn lantdroist in dem. gerichte, eyn 
Richter des gerichts van Portz sali dat geriehte 
behaflftigen 4 ind bedyngen. 



1. @rreid)te. 

2. 3?ictyt*tejlo roemger. 

3. Sn f>e(ler 2lbfid)t. ©ne «öemerfuna, bte argltfli^er T)tu* 
tnng rücfjtdjflicty trt gebrauchten SluÄfcrucfe* , ber SM* 
ftäntigfeit u. (. ». begegnen folltc. 

4. fiägen. 



108 

mssssssas 

81. Item de Ritterschafft sali vur dem gerichte 
stayn, de scheffen des gerichts van Portz sullen 
sytze'n, der sali syn XV, ind de scheffen van 
Cruytzberge sullen sytzen , der sali syn XII * ; 
item de gemeyn lantscheffen sullen stain achter 
desen vursc. sytzenden scheffen *. 

82. Item eyn urdell dat die Ritterschafft off 
ir lyff off guyt antrifft, dat sali de Rittersohafft 
versprechen ; item eyn urdell dat de huyssluyde 
antrifft, sullen de scheffen versprechen. Item as 
de scheffen eyn urdell van sich sprechen, dat sul- 
len de scheffen van Portz uysswysen ind de van 
Cruytzberge sullen voulgen 3 . 

83* Item ghein urdell en mach men da nyt 
uysswysen, bis so lange de Ritterschafft ind de 
scheffen des urdells eyndrechtich synt. 

S4- Item as der Richter eyn urdell anbestaidt 4 , 
so sali de Ritterschafft vur sich in yren Rait gayn 
ind de scheffen vur sich , ind da mach de Ritter- 
schafft so lange raden ind an de scheffen schicken 
ind de scheffen an de Ritterschafft, bis so lange 
sy des eyns synt ind uysswysen, 

85. Item synt sy des nyt wyse, moegen sy 
ire beraet nemen bis neisten dags darna, ind dan 
zo richtlicher zyt weder da syn ind wysen dat 



1. Die 3af>l ber ©Söffen better £auptaerid)te »ar früher 
7 unVl*. 

2. Die gemeinen ®d)offen, Deren foüiel fepn mu§ten, ba§ 
bie 3af>f 72 erregt würbe (f. Art. 9), Mbeten alfo ben 
Umftanb. 

5. SJerflL <Mrt 16. 
4. 5(nbera^mt. 



109 



urdell; syrft sys dan noch nyt wyse, moegen $y 
noch eyns ir beraet neraen dat kompt up den dir* 
den dach, so sali dat ordell uyss gewyst werden 
sonder langer yertzog. 

86. Item also lange man des gerichts da be- 
hoifft ia yursc. maissen ind so wanne yt der nacht 
neket 1 ind man geburlige zyt des daghs hait ge- 
sessen; So mach myn gnedige lieve here ryden zu 
der neister bureb, 2 syne gnade da by hären ind 
da benachtigen bis des anderen daigs, ind dau zu 
richtlicher zyt weder da syn in yursc. maissen. 

87. Item en sali man da gheyne urdell richten 
noch overwysen, yt sy dar komen as des gerichts 
Recht sy, dat is zu yerstain, men en sali sich gheyne 
urdell annemen oever zu wysen, idt en sy sache, 
dat sy dat heufit yan Ports off dat heufft van 
Cruytzberge dar geheischt ind yurbracht; idt en 
were sache dat sich zwae parthyen mit ire beyder 
yryen willen dar verplichten ind anders nyt. 

88- Item de Urkunde an dem gerkhte sali syn 
golt ind sylyer ind dat sullen de scheffen yan 
Portz ind yan Cruytzberge samen hayen. 

89. Item oft myme gnedigen heren dat sytzen 
in dem gerieb te zu lanck wurde, mocgen syn gnade 
upstain ind eynen stathelder setzten uyss synre 
gnaden Bade, ind syn gnade moigen äff ind an 
gain ind weder sytzen ast syner gnaden beließt. 

90* Zu gedenken dat gericht zu Portz ind dat 
gericht zu Cruitzberge zu yoeren yolkomen zu ma- 



1. fteiget. 
3. sc. roefcfye. 



clicn ; ilem die zwei vursc. i^erieht stillen ycklich 
yica gerichts boedcu da stojn havcn yur dein ge.- 
richte. 



Die Ie$te ©i$ung biefe* bitter- unb Sanbgeridjte* fcatte 
(in ©oif * ©adjen , — *on Srimtnaf* gaffen finbet fid) 
feine 9?ad)ri$t vor) in bem 3a&r 1559 @tatt unb würbe 
in fofgenber gbrmltcfrfeit eröffnet. „ %ii mein gnebiger 
gärft unb fierr #ertjog ju @ü(t$ ©eoe unb 93erg ic. 
bat 9ttttergerid)t gu Upfaben gegen <3ube*tag, ncmlid) 
ben 4. Octobris anno etc. LIX. aujifcfcreiben laffen, fein 
(Rette Dfa'tterfdjaft unb Sanbfdjeffen ber ©eridjtcr ^orj 
unb ßreujberg bafefbjl erföienen , unb ijl bat ®erid)t 
fcurd) feiner g. 0. oerorbneten ©tattfyelter, ben ßren* 
feflen SBertramen loen tylettenberg 9lmbtman *u 93orne* 
feft ftüctelwagen unb 93urg befeffen unb bermajfen ange* 
fangen , baf iStynant oon jbeimbad) , ©d>o(teiS &u tyorf, 
ben ©tocf genantem tylettenberg überantwurbt , aber 
Wettenberg benfclbigen bem ©djofteijien wieber über« 
geben ; unb fyat affo ber ©c^eftetf bat ©eridjt belegt 
unb gefreiet auf nadjfolgenbe meimtng. Grjlfidj an 
einen ©treffen be* £aubtgerid>t* tyorfc gejlalt, ob e* 
bie jeit tom tag fei , bat bif? JKittergericfyt oon wegen 
$o$geme(ten meinet gnebigen gürjlen unb fierrn bejlain 
ntoge, baruff ja crfant. Darnach ber ©djofteif an einen 
anbern ©Reffen gu <por$ gejlalt, ob ba$ (Kittergeridjt 
mit perfonen befaßt xoic oon altera gebreuctyid} unb JKedjt 
ijl', erfant ber Steffen ja. 33oI>rentö I>at ber ©djolteijj 
an einen (Steffen gu tyorfc gejlalt , ob er bem ftitterge« 
ridjt 23an unb grieben tfoun möge, ijl ja erfant. Darujf 
ber ©cfcolteifj gefagt : 9?ad)bem Sr ©Reffen eind t^eifd 
fleweijl unb bie anbern mit ja gefolgt, ©o tbue oon 
wegen fyocfcgemelten meinet gnebigen gürjlen unb 
fterrn bieiem (obliegen [Rttergeridjt ©an unb grieben, 
wie gott allmedjtig beut fjeil. (716m. ültid), bat ffteid) 3ro 
Äepf. ÜKajeflat unb 3r Äe»f. Sföaj. &od)gemcltem mei* 
nem gn. gürjlen unb £errn fuf^e* gnebigfl oerlefyent." 



111 



II. 

Ordenouge und principaill Articulen des lant- 
rechten, so wie die selvygen van al- 
dem herkomen byst noch her in dit jair 
funfftzienhondert seven und 1 dryssich in 
deme furstendomp Guylich gebruycht 
und gehalden synt worden. 

I. Kommerrecht. 

1, Item vur an und zom irsten ist dat komraer- 
recht dat hoechste und meiste geboth, 4 unss g. 1. 
heren etc. in syner F. g. Furstendomp Guylich hait. 

2. Item myt kommerrecht aider dachbeschei- 
donge sali eyn undersaess den anderen an dat Recfct 
wynncn und sust anders neyt. 

3. Item eyn kommer sali geschehen myt der 
Sonnen, idt en were dan sache, dat eyner ruy- 
mich 2 were aider ouch myt gue deren neyt ge- 
sessen en were. 

4. Item ein kommer sali deme heufftmanne 
syner personen verkündigt werden off in syn huysf f 
so dat idt eme zo wyssen kome ; und wanneir der 
kommer deme heufftmanne verkündigt ist, uff den 



1. ytämlidi: meldte*. 2ton ber (Jigcn^ett fce* jüu'djfdjett 
Dialttti, tat JHetotfoum airtjulaffen, {eigen fuf> in beut 
gol^enben mehrere 93eifpiele. — Die $brur$una g. 1. 
(gnäfciger lieber) unb F. g. (fiiijrlicfje ©nabe) \\t all$f 
mein »erfränblidj. 

2. JDber lantruymich , im Betriff« tat Sanb ju räumen. 




selyygen dach gaent die seess wechen und dry 
dagc an, den kommer zo allen viertzien dagen zo 
erwecken und nae zo gaen. 

5. Item wanneier eyner myt dachbescheidon- 
gen an dat Recht gewönnen wyrdt, mach dersel- 
Vyge zWeyinaill uff des heren wedde, nemlich ach- 
tenhalven schyllinck, uyssblyyen und zum drytten 
gerichtzdage sali er in die antwort komen. 

6. Item so eyn Burger umb schoult wylle ge« 
kommert wurde und myt guederen neit rast gc- 
noieh gesessen en were, den selvygen sali der ge- 
richtzboide in stat und van wegen des Schoultyss 
beneven sych laissen gain ran eyner pertzen zo 
der anderen und uff den mardt vur dat Raithuys, 
und asdan sali der boide drymaill roiffen, off enych 
Burger syn bürge werden wille, und wie der gekom- 
merde asdan egheyne bürgen erlangen kunthe, sali 
unss g. L here etc. eme bürgen lehenen und in die 
yesseren in des boiden huyss off uff eyne portze 
eirlich doin setzen, und neyt uff enden, dair niyss* 
dedinger gesatzt werden; und der den kommer an- 
geslagen hait, sali deme gekommerden die Cost 
doin, und der here sali dat Recht unvcrtzoichlich 
spannen» 

7* Item wanneir ein Burger aider undersaiss 
eynen uysswendigen man myt kommerrecht be- 
sweirt) off ouch dat zweu uysswendigen sych kom- 
merden, asdan sali der here dat Recht unyer- 
tzoichlichen spannen und wederfaren laissen; und 
wie idt deme uysswendigen beliefifden, mach hie 
bürgen setzen, deme Rechten gehdirsam zo syn. 

8. Item so eyner uyss wendiger eynen Burger 
aider undersaiss myt kommerrecht besweirden, as* 



113 



dan mach der Burger aider undersaiss syns lantrech- 
ten gebrurchen, offt eme belieffden; idt en were 
dan sache, dat enche geistliche hiyde weren, die 
schoult zo Torderen hedden, den selvygen sali man 
unyertzoichlich dat Recht wederfahren laissen. 

9« Item ouch sali gheyner den anderen zo hoege 
noch o verkommer en , dair sali dat gerichte eyn uff- 
sehen inne haven. 

10* Item eyn Burger aider lantsaess sali synen 
naeber umb schoult wille uysswendich an eyme an- 
deren gerichte neyt kommeren noch anspreichich 
machen, dan under deme gerichte, dair sy beyde 
gesessen synt. 

11. Item so eyn undersaiss den anderen uyss- 
lendich kommerden, sali derselvyge durch unsen 
g. 1. heren etc. gestraifft werden und sali hoeger 
dan fnnff march gebracht haven. 

12. Item durch klagten, dat eyme undersaiss 
gewalt geschieht were, dairuyss unsem g. 1. heren 
etc. gewyn 1 unstain moiehte, sullen die parthien 
unyertzoichlich tut dat Recht bescheiden werden 
und des Rechten erwarthen. 

13* Item uff frye dage sali ein Burger aider 
lantsaess neit gekommert werden, idt en were dan 
sache, dat eyner untgeen unsen g. 1. heren etc. aider 
ouch untgeeif die undersaiss gewalt gedain, dairmyt 
eyner syn geleide und die fryheit gebrochen hette. 

14. Item eyner der eynen kommer angeslagen 
hait, derselvige mach alsdan eynen inomber setzen, 
der den kommer erfoulgt; dan die lesten foulgdach 
sali der heufftman seelffs doin und ouch syne an- 

1. Krityte* 



114 



spraiche. Dan wanneir eyner eynen momber ge- 
saitzt hait und der momber sleit den ho mm er an, 
so mach der momber den kommer foulgen und 
ouch die eirste anspraicbe doin. 

15. Item deme gerichtzboiden giffit man gelo- 
yen in syme boideampt des ghynnen, er myt syme 
gelouyen beheldt. 

16. Item eyn Convent Cloister Capittell Stede 
und gemeynden moigen eynen momber setzen lin- 
der irem Conyentz Capittell s Steeden und gemeyn- 
den siegell. 

17. Item unss g. 1. heren syne F. g. yerraoighe 
der previlegien sullen eynen yecklichen undersaissen 
lantrecht und scheffen oirdell wederfahren lausen 
und daiiby doin halden, 

D. Van hyFflicben hendclen und doit- 
slegen. 

1. Item eyn yecklicher der geslagen wyrft 
mach sych syns lyfls erweren, und off der anheyer 
doit geslagen wurde, ist der ghynner, die noitwcr 
dede, neit plychtich noch schuldich deme heren 
noch ouch den frunden enche besseronghe zo doin. 

2* Item so wilcher eynen doitslach sonder 
noitwer dede, derselyyger is deme keyser eyn groiss 
wedt myt syme lyye schuldich ze betzalen, yerburt 
syn lyff und neit syn guet; dan kompt hie myt 
syme lyye dairvan, so mach der here alle syne 
gueter myt den Erven deillen und nae sych doin 
neemen, und dat zo hehoiff syner F. g. und des 
kleegers; doch sali alle schoult, der hantdediger 
schuldich were, van allen den gueleren vurhyn afl> 
genoemen und betzalt werden. Und so derselyyge 



115 



eyne huysfrauwe hette, dere blyfft allet wat zo 
irem lyve und zierathen gehuyrt. 

3. Item dae eyner in eyme kyfilichen handeil 
doitgeslageq wurde, und zwene dry off mehe 
dairby gewest weren, und myt bewysslichem be- 
tcheide neit bybracht moecbt werden, wylcher van 
inn den doitslach gedain bette; so sullen diesel- 
vygen alle samen, die hyfllich gewest synt, die 
bruchden van deme doitslage an unsem g. 1. beren 
etc. affdragen uff gnaide und an den frunden ver- 
dadyngen. 

4. Item so eyn doitslaich gescbiet were, dae 
irer vyll by geweest weren, und dieselvygen gül- 
den * eynen dairzo , der den doitslaich uff sych 
neme, der neyt hyfflich geweest were; dairumb 
sullen die anderen neyt qwyt syn, dan sy sullen 
den doitslacb an unsem g. 1. beren affdragen und 
lyden, yechlicher doch buyssen lyff off lydt zo ne- 
nnen , und dat uff gnaide, und sullen den doitslacb 
an* den frunden besseren, so man eghein eygen 
wyssen kan bayen, wer den doitslacb gedain bave; 
dan betten sy alsamen eynen upsatz gemacht ind 
conspiriert in den doit des anderen, und sulchs 
klair vur ougen aweme, dan were yeckliger deme 
keyser eyn groiss wedt scbuldicb myt deme lyve 
zo betzalen. 

HL Van doebbelen und karthen. 
Item wanncir van des beren wegben sulchen 
spyll verboiden is und dat uff eyne pene, wilcher 
alsdan dairboven dede, ist scbuldicb die pene, 
dairuff gesatzt is, zo geven. 

1. (frfauftttt. 



116 



IV. Van geistlichen gliederen so forderen. 

\. Item geistliche gueter, nemlich gereide 
gueter, die priester achter laissen, sali man myt 
geistlichem Rechten vur deme lantdechen unss g. 
1. heren forderen. 

2. Item Erffschafft aider Renthe, die priester 
achterlaissen, sallen myt werentlichem Rechten ge- 
fordert werden. 

3. Item Renthen Erffzynst und Erffpechte 
der geistlicheit zogehüerende , die uff werentli- 
che underpende verschryven synt, sullen myt wc- 
rentlichem Rechten gefordert werden. 

4. Item as eyn werentlich man eynen priester 
umb schoult wille vur den lantdechen citiert und 
der priester compariert neyt, so mach der we- 
rentliche des prtesters gueter myt wesentlichem 
Rechten ansprechen. 

5. item ouch sali man die geistlicheit off 
geistliche luyde neyt mehe an enche Erffgueter 
aider Erffrenthen eryen noch gueden \ und ge- 
schiegen enche Erffkeuffe off hendell also, sullen 
die rechte Eryen allezyt macht hären, sulche gue- 
ter weder zo iren henden zo nemen, und dat ge- 
noss und gebruych der gueter sali an deme usa- 
gefachtem konffpennynck affgekurtst werden. 

6* Item sullen egheyne werentliche luyde yur 
den lantdechen van anderen werentlichen luyden 
geladen werden, dan reckliger wer entlicher sali 
<ien anderen rurhyn myt lantrecht ansprechen, und 
wie idt dan befynden wurde, die sache vur den 
geistlichen Richter so Recht gebueret, sali der 
scheffen alsdan die sache an den geistlichen Rich- 
ter den lantdechen wysen. Und wylcher herbo- 



117 



Ten dede und sonder myddell yemant tut dat 
geystliche Recht dede laden, sali unsem g. 1. heren 
funff marck uff gnaide gebracht haven. 

7. Item ejn geistlich man aider geistliche 
person en sali noch en mach syne Erflfschafft neit 
ewech geven verkouffen noch besweren forder 
dan syn levenlanck. 

8. Item die lantdechen des Furstendomps Guy- 
lich sullen wysen, off die Treuwe geloiffde und 
matrimonium recht sy t und die scheffcn sullen 
oever die gueter dat Recht wysen. 

Y. Geistlicher luvde Eide. 

1. Item geistliche • luyde , die an iren Eidt in 
dcme lantrechten gewist werden, sullen ire Eide 
doin vur irem gebuyr liebem Richter , und dat in 
bywesen des wedertheils mytsampt zweier schef- 
fen des gerichts, dair sy zo Recht staint. 

2. Item off eyner Reeden hette zo eyme Für- 
sten geistlioh äider werentlich, derselvyge sali neit 
macht haven enche gueter der geistlicheit zoge- 
haerende, die in deine lantrechten gelegen synt, 
umb des Fürsten wille myt Recht an zo sprechen. 

3« Item Erffgueter der geistlicheit zogehue- 
rende in deme lantrechten lygende sali man myt 
lantrecht und neyt myt geistlichem Reohten an- 
sprechen. 

YI. Geistliche luyde Actzynse zo geven. 

1. Item geistliche luyde. sullen Tan alle deme 
ghienen, dae sy veylen kouff myt dryven, als myt 
wynzappen weydtkoeffmanschafft * salz smaltz etc., 



■ » 



1. 2Baib, Ux bamatt ein fe$r gefugter $anbe(*deftenjianb 
war. 



118 



Actzynse geven; dan sust moeghen sy waill wyne 
inlegen vur ire thaiffel, wauneir sy van iren gesten 
gheyn gelaich uffbueren, sonder Actzynse. 

2. Item geistliche begeven luyde, die ertli- 
che gueter und Renthen van irem Alderlichem 
guede haven und besytzen, wanneir dieselvygen 
Tamme leven zom doide komen synt, so sollen die 
Erffgueler und Renthen an ire neyste Erven we- 
der gcstorven und gevallen syn. 

VII. Heeffen und bueren geistlicher 

Renthen. 

1. Item eyne kyrche aider die diener der 
kyrchen , als kyrcbhonnen * und broidermeyster, 
sullen heeffen und bueren, under dryssich jairen 
die Renthen gehaven zo syn, bewysen und dat 
myt dry geleuftlichen honden zom mynsten, doch 
-wie mehe honden wie besser, dat eyner nae deme 
anderen gehaven und gebuyrt haven, und sullen 
sulchs by iren Eiden behalden, dat sy anders neyt 
en wyssen, dan dat idt van Erfischaflft sy. 

2. Item dan wanneir dat neydt mehe dan zwae 
honden synt, der eyner nae deme anderen geha- 
ven und gebuyrt haven, die sullen den gelouven 
dair zo doin, dat idt van rechter Erffschafft sy, 
dat innen sulchs wyssich und kundich is. 

3. Diesser Artikell ist myt den werentlichen 
Renthen zo bewysen ouch also« 



f. £unne ober £omte,'$onnamt, fconfc^aft (tnb betannte, 
bi* }ur Jüngern 3eit in 3ülid> unb ©era erhaltene 9lti6* 
brücfe. Ueber btefen Oegenftanb wirb in ber gortfefcung, 
in SBerbinbung mit bem 3üfptyer SBeiftyum, $tyerel 
bemerft werben. 



119 



• 4. Item wanneir eyn werentlich priester äff- 
lyrich wurde upd bekanthe aider sust bewysliche 
schouldt schuldich were und in syme Testament 
syne gereide gueter yermachden, sali alsulchen 
Testament gheyne stat hären, dan die schoult sali 
Tan den gereiden gueteren yurhyn betzalt wer- 
den, und wat dan forder Tan gereiden gueteren 
were, die sullen nae syner begerthen Tur syne 
Seele gekeirdt werden und die Erffschafft en sali 
neyt myt der scboult belast werden; dan wie der 
gereider gueter neyt so ryll en weren, dat die 
scboult dairmyt betzalt moicht werden, in deme as 
dan der priester enche Erffschafft naegelaissen 
bette, die hie in syner priestlicber Staedt gegoul- 
den und geworren bette t sullen und moigen die 
Schuldener sycb dair an erhoelen, und an synen 
Stocto gueteren neyt. 

5. Item herbeneren wyrdt es imme lantrech- 
ten zo gelaissen, off encber priester were, der 
neyt so boeghe beneficiert en were, dat bie sych 
eirlicb bebelffen kuntbe arm und unrermoeghen 
were, derselryge moiebte myt consent und zolais- 
sen des Heufftgerichtz syner Erffschafft zo noit- 
turfft syns underhalts verkouffen und da van eir- 
licb leren. 

6. Item so oueb eyn werentlicher priester 
Erffschafft guldc, dat wyrdt zogelaissen, und die- 
se! ryge Erffschafft sali nae des priesters doide 
an syne neysten eeligen Erren yallen ; der pries- 
ter mach oueb sulchen gegulden Erffschafft we- 
der rerkouffen, dan neyt der geistlicheit geven 
besetzen noch rerkouffen. 



180 

VIII. Van Curmedigen gueteren« • 
* Item so die Curmoidighe gueter mennicher- 
leye natuyren haven, liest man Rechlicher ordt 
lands by syner alder gewoinheit herkomen und 
gebruychongen. 

IX. Van Hylichs furwarden. 

1. Item eyn gereit Hylichs pennynck, der ufF 
eyme Hylichs benant und geloifft wyrdt aider is f 
derselvyge wyrdt imme lantrechten vur Erffschafft 
gehalden ; und wie der man und die frauwe son- 
der elige Erven van- beyden geschaffen afflyvych 
wurden, so velt der hylichs pennynck weder zo 
rugge, dae der herkomen ist, beheltlich der lester 
handt irer zuycht dair an. 

2. Item eyn hylichs pennynck sali an gewor- 
ren Erffschafft angelacht werden , und wie der 
hylichs pennynck also neyt angelacht were, sali 
asdan nae doide der lester handt der hylichs pen- 
nynck yan den gereiden gueteren betzalt werden, 
und wie die gereide gueter neyt also werdich we- 
ren, so sali die Erffschafft dair vur stain und ver- 
bunden syn , wie hernae beschrieven. 

3. Item so eyne doichter royt eyme gereiden 
hylichs pennynck und etlicher Erffschafft uyss 
bestaidt wyrdt und dair myt eyne verziegen doich- 
ter ist, als under der Ritterschafft gemeynlichen 
so geschien plicht, und ouch bywylen under den 
huyssluyden , und so alsdan die doichter aider 
frauwe irem manne doitznuedcn halven affgynge 
und egheyne lyffsgeburt achterliesse; alsdan nae 
doide des mans, der lester handt, so synt alle syne 
gueter vur den gantzen hylichs pennynck yerbon- 



121 



den, und wie an den gereiden gueteren nyet so 
Tyll were, sali man an die Erffschafft tasten. 

4 Item etliche Alderen bestaden ire hynder 
so samen und yechliger geloifFt und gifft syme 
kynde in hylichs furwarden ziene morgen lands 
und zweyhondert gülden an gereidem gelde, nae 
deme byslaeff bynnen jairs zo geven. 

5. Die Eiuyde synt by eynander ziene zwen- 
tzicb aider dryssich jair etc. und gewynnen samen 
gbeyne elige kynder, der man styrfft vur der frau- 
wen und die frauwe is die leste handt, behielt 
dat gereide guet und hait ire zuycht an den zien 
morgen lands van ires man» wegen, und sy en hä- 
ren myt den zwen hondert gülden egheyne Erff- 
schafft gegoulden. 

6* Die frauwe styrfft nae: so sulleh die ziene 
morgen lands an des mans neyste Erven gevallen 
syn; und so die zweyhondert golden hylichs gelds 
neit angelacht en synt, sullen der frauwen Erff- 
genamen eyn hondert gülden uysser der frauwen 
naegelaissen gereiden gueteren des mans frunden 
geven, und weren der gereider gueter neyt so 
vyll, so sali dat an der frauwen Erffschafft genoe- 
men werden und des mans frunden den halven 
gereiden hylichs pennynch daemit betzalen. 

7. Und were idt sache dat dye Eiuyde die 
zweyhondert gülden hylichs pennyncks an Erff- 
schafft gelacht betten, so sullen sych des mans 
neyste Erven nae doide der zuychterssen an al- 
sulcher Erffschafft des gantzen hylichs pennyncks 
moighen erhoelen. 

8. Item der man en sali neyt macht haven, 
synen hylichs pennynch der zweyhondert gülden 
uff syne Erffschafft, als die ziea morgen lands, 



122 



die hie in hylichs furwarden an die frauwe brcn- 
get, z0 beleegen. J 

9. Item ouch gel ich er maissen* en hait der 
man gheyne macht, der frauwen hylichs pennynck, 
als die zweyhondert gülden , uff die zien morgen 
lands, die frauwe in hylichs furwarden an ynn 
brengt, zo belegen. 

10. Item off die frauwe eynen anderen man 
neme und ouch egheyne elige kynder myt deme 
selvygen achter Hesse, und dio frauwe wurde äff- 
Jyvych; so sali der zweide man in der frauwen 
Erffschaift tasten, dae hie eyn zuchter an ist, und 
verglichen daemyt den halven hylichs pennynck 
in maissen wie vursc. 

11. Item offt sache were, dat die frauwe «Jie 
leste handt were und egheyne gueter achter Hesse, 
die sych an die helffde dej- hylichs pennyncks 
streckden, so ist scboult; wilcher dan die naege- 
laissen gueter an sych sluege, moiste betzalonghe 
doin. 

12. Gelich- Tals ist off der man die leste handt 
, were. 

13. Item eyne frauwe persone, die eynen ge- 
reiden hylichs pennynck an eynen man brengt, und 
der man stirfft, die frauwe verändert sych, nympt 
eynen anderen man, und asdan wyrdt die frauwe 
afflyvich; der naeman ist neyt gehalden, den hy- 
lichs pennynck zo verwysen: dan die frauwe hait 
den hylichs pennynck myt in ire graff gefoirt. 

# 14. Item eyn hyfichs pennynck sali bynnen 
gebuyrlichen zyt gefordert werden. 

15. Item eyn hylichs pennynck, der bynnen 
gcbuyrlicher zyt neyt gefordert wyrdt, und die 
Alderen, die den hylichs pennynck geloefft hären, 



123 



Yersterven, und der hylichs pennynck durch er* 
•terffenyss veldt wedder zorugge; behoeven die 
Erven neit zo bewysen betzalonge des hylichs pen- 
nyncks, dan sullen alleyn bewysen, dat der hylichs 
pennynck uff- deine hylichs geluygt 1 und gcloefft 
ist: dairumb sali eyn yecklicher synen hylichs pen- 
nynck bynnen gebuyrUcher zyt forderen. 

16- Item hylichs furwarden, die nae enchem 
sonderlichem lantrechten off steederechten ge- 
macht werden, sullen ouch nae sulchen RcchUn ge- 
halden und geoirdelt werden. 

17- Item in hylichs furwarden mach eyner ge- 
ven und halden, und sali sulche gifft sonder firpell* 
gedroch und argelist zo gain. 

18- Item eyn man, der eynen gereiden hylichs 
pennynck myt syner huysfrauwen krieghen hait, und 
die huysfrauwe stirift sonder elige lyffsgeburt, und 
der man verändert sich zo eyme anderen eligen 
gegade; asdan moigen der frauwen frunde den man 
myt Recht dairzo dryngen, den hylichs pennynck 
zo beleegen. 

19. Item man und frauwe, die sych mit heyra- 
licher trauwen verloefft haven und durch den geist- 
lichen Richter mit Recht zo samen erkant und ge- 
wyst synt, und haven samen kynder erworven, und 
eyner van beyden stirfft, ehe sy in der hilger kyr- 
chen aider sust durch den priester zo samen gege- 
ven synt; die selvige kynder werden in deine lant- 



1. Luiden, (Stimme unb taut wn flcfy geben , affo laut 
erftärt. 

2. Qin am *Rteterrljein in ben Urfunbcn M 14. unb 15. 
3aWunfcert6 häufig »orfommenbet SBort unb gleiche* 
brutenb mit Setrag. 



124 



rechten tut eelige kynder -gehalden und sullen als 
rechte Erven naefulger syn an allen vaderlichen 
und moederlichen Erffschafft und gueteren. 

X. Van Testamenten wereltlicher luyde. 

Item gheyner, er sy man off frauwe, en mach 
myt Testamenten neyt besetzen noch ewech geven 
Tan syner Erffschafft noch ouch yan synen geref- 
den gueteren, dan myt bewyllongen syner neyster 
Erven; mach doch vur syne sele zemlicher wyss 
besetzen , yecklicher nae syme staede und gestalt. 

XI. Hylichs pennynck zo bewysen. 

Item eynen gereiden hylichs pennynck zo be- 
wysen, dat der uff deme hylich geloefft ist, sali 
gescheen myt hylichs brieven off myt hylichs luy- 
den van bcyden und neyt van eyner sy den. 

XIL tfeeven und bueren zynsen und ren- 
then zo bewysen. 

1. Item heeven und bueren sali bewyst wer* 
den myt dryen geleuffücher konden, wie mehe 
honden wie besser, dat eyner nae deme anderen 
bynnen dryssich jaren gehaven und gebuyrt haib 
und dieselvyge heeffer sullen dat by iren Eiden 
behalden, dat sy anders neit en wyssen, dan dat 
idt van Erffschafft sy. 

2. Dan wanneir dat neit dan zwae konden en 
synt, die gehaven und gebuyrt haven eyner nae 
deme anderen, die sei vy gen sullen den gelouven 
dairzo doin, dat innen wyssich und kundich ist, dat 
idt van rechter Erffschafft sy. 

3. Item der brieff und Siegel hait uff Erffeyns 
sprechen, und ujs den brieven bynnen dryssich ja- 



125 



ren ncyt gehayen noch gebuyrt oach myddeler. 
«yt neyt als Recht gefordert en hait, synt yerlee- 
gen brieff. Dergelichen Schoultbrieve, die bynnen 
dryssich jaren neyt gefordert en weeren, synt ouch 
Terleegen brieff. 

XIIL YanSchoultbrieven und hantsohriff» 
ten zo forderen. 

Item Schoultbrieve und hantscbrifften , die zo 
Termynen staint, und die Termyne synt langhe zyt 
umb und vergangen und die schoult ist neyt byn- 
nen geburlicher zyt myt Recht gefordert, die 
schuldener synt vcrstorven; moeghen asdan die Er- 
ven myt iren Eyden sich dair vur reynighen, dat 
innen dair Tan neyt hundich ist. 

XIV. Pachtonge und dairnae Erffhouff. 

1. Item wanneir eyner syne Erffschafft zo 
jairpacht uyssgedain hat und der pechter dairnae 
die Frffschafffc gulde, asdann en is der Beschudder 
neyt gehalden, die pacht jaren deme pechter zo 
halden, want der Erffkouff brycht die pechtonge. 
2. Dairbencven wanneir eyner syne Erffschafft 
so zemlichen jaren zo pacht uys dede, und vcr- 
houffde dairnae eyme anderen und neyt deme 
pechter dieselvyge Erffschafft, so sali der gelder 
schuldich syn, die pachtjaren deme pechter zo 
halden. 

XV. Pachtjaren boeyen dryssich jairen. 

1. Item Erffschafften die boeyen dryssich ja- 
ren zo jairpacht uyssgedain werden, sulche pech- 
terye werden imme lantrechten neyt zogelaissen. 



126 



2. Item alle pechter synt schuldich ire fur- 
warden zo halden, und wurden ay dairinne ver- 
•uymlich, so brechen «y ire jairen. 

XVL Pachtonge. 

Item eyn man aider frauwe, der eyniger handt 
sytzt und Erffschafft hait, der hie mechtich were 
zo verkouffen, sali und mach dieselvyge Erff- 
schafft zo zemlichen jaren zo pacht uyssdoin, und 
wie eyner afflyvich wurde, sind die Erven schul- 
dich die pacht jairen zo halden, in deme die ver- 
pechtönghe sonder bedroch und argelist geschicdt 
were. 

XVII. Van versprechongen und smehe 
worden eyn kere zo doin. 

j. Item eyner, der deme anderen epche sme- 
heworden zo kyrden, wilche .worden dunckell und 
zwey verstaut hetten, dair eyner myt gesmelicht 
moieht werden; sali der ghieniger der sulche wor- 
den gesprochen hette, myt syme gelouven sych 
reynigen, dat hie die worden in gheyner arger 
meynongen «gesprochen have; und dede derselvyge 
den gelouven also ncyt, so sali er schuldich syn 
nae erkentenyss des Rechten, eyne kere zo doin. 

2. Item wilcher eynen anderen myt worden 
•melichden, der sali nae gelegenheit der perso- 
nen, gesmelicht ist, und nae erkentenyss des 
Rechten eyne kere doin und deme heren ge- 
brückt haven. 

3. Item eyner, der eyn gerichte, als yaigde 
schoultyss und schefTen verspreiebe, und myt wor- 
den an ehere und gelympt smelichden, derselvyge 



127 



sali tut deme gerichte öffentlich sprechen , die 
worde, hie oever dat gerichte aider den gerichtz- 
man gesproichen hait, die hare hie zo unrecht ge- 
dain und have die worde gedacht und geloegen, 
hie en wysse ran innen anders neit, dan dat 0^t 
froeme luyde synt, und sali bidden, dat sy eme 
sulchen worden umb gots willen yertzien willen, 
und sali asdan zwae byrnende hertzen yan wass 
gemacht ider eyne yan eyme punde yan deme ge- 
richtzhuyse, wanneir zo der hoichmyssen ingeluyt 
is, in die kyrche vur dat wyrdige Sacrament dran- 
gen und setzen, und dat bloissheufftz und baryoyss, 
und asdan uff synen hneen funff pater noster und 
ave maria sprechen Got biddende, dat hie eme 
sulchs yerzien wylle; und steit zo unss g. 1. heren 
etc. straeff onghen , sonder lyff off lydt zo beoee- 
men, und dat uff gnaide. 

XVHL Von beschuddongen verhouffder 
Erffschafft 

1. Item eyn bcschudt sali gescheen bynnen den 
seess wechen und dryn dagen, nae deme der kouff 
öffentlich in derjkyrchen uff eynen sondach aider yyr- 
dach uysgeroiffen is ; und die alynge gantze somma 
des kouffpennyncks mytsampt gotzhaller und.zemli- 
chen wynkouff sali bynnen genanter zyt by der son- 
nen gelacht und deme gelder, so ferne der byhendich 
were, geboiden werden, und were er neyt byhen- 
dich, so sali dat gelt vur die scheffen des gerichts 
gelacht werden und Legeren, dat der Richter off 
die scheffen deme gelder willen kondt doin, dat 
hie syn gelt untfangen wylle, were des gelds zo 
vyll, dat eme sulchs weder werde, und were des 
gelds zo Meyne, hie wylle byleeghen. Ouch en 



128 

8 b— — * 

sali man gheynen ungebührlichen wynkouff setzen 
nocb dryncken , dan uff hondert • gülden funff der 
selrjger gülden , wat forder were , darff der be- 
achudder neyt betzalen, und wat oucb neyt vur 
dflne beschuydt yerdroncken en were off in den 
budeU gesteeben were, darff hie ouch neyt heruyss 
geren. 

2. Item eyn besebadt sali klair reyne und uff- 
reebtieb syn in syns seelffs und egheins anderen 
beboeff sonder enych yurrerdracb, dair uyss* eyner 
genoss untfangen sulde« 

3» Item der beschadder sali uysser deme be- 
sebudt dieselryge gerechtiebeit baren, die der gel- 
der gebadt sulde hären» 

4* Item eyn daedyncksman des kouffs sali neyt 
moigen noch macht hären zo beschudden. 

XIX. Erffgueter zo forderen. 

Item eyner, der sycb awnympt eyner Erffschafft 
zo.syn und inlendych is, derselryge sali sulche Erff- 
scbafft bynnen jair und dagc, als die Erffschafft 
gerallen und rerstorren is, myt Recht forderen und 
der forderongen, als Recht, naegaen, idt en were 
dan sacbe dat hie gbeyn wyssen ran deme ersterf- 
fenyss gehadt bette und dat myt syme gelouren 
bewirden. 

XX. Van unmündigen kynderen wie* die 
Erffschafft und gueter forderen sullen. 

Item unmündige kynder die sullen bynnen jair 
und dage, wanneir sy zo iren mundigen dagen komeu 
synt, myt kommerrecht aider daebdoin sprechen 
und asdan deme Rechten naekomen; doint sy des 



129 

also neyt, sullen die jhene, inlendich synt, sych 
vcrbcit * bavcn. 

XXI. Van uysslendigen bonden so ge- 
bruychen. 

Item honden, die uysslendich oever sant and 
Bebe weren, der, syme Rechten zo staden, zo ge« 
bruychen, mach eyner syne bestondongen hei- 
schen; wyrdt deme sei vy gen zogelaissen syne be- 
stondongen zo hären und zo gebruychen drymaill 
seess wechen und dry dage, synt achtzien wechen 
und nuyn dage, und dair achter sali eyner gheyne 
bestondongen forder haven. 

XXII. Van untslagen komme r. 

Item wilcher eynen fcomraer ungemombert 
untsleit und ergifft sych in die antwort, dersel- 
yyge macht sych principaill der sachen, und ge- 
vryndt der ansleger etwas myt Recht, sali asdan 
der ghynner, den kommer untslagen hait, staia 
und halden. 

XXIII. Van versnellongen imme lant* 
rechten. 

Item wanneir eyner durch syn uysblyveu an 
deme Rechten yersneldt wurde, und dat gebrech 
syns uyssblyvens were an deme vaigde scboultysa 
scheffen aidcr ouch gerichtzboiden, ■ so en sali 
dcrselvyge neit versnelt syn f dan in syme yori* 
ghen Rechten stain. 



1. 93en beit, grijl; affo: ?rt(r «erfaumf. 



130 

XXIV. Van copicn ren tbrieven. 

Item uff Copien der brieven und siegelen 
wirdt neyt myt Recht erkant, idt en were dan 
sache, dat die copien rar deme Heufftgerichte 
collationeirt und underzeichent weren. 

XXV. Man und wyff, die samen Erre 
aider Erffrenten gelden. 

Item eyn man der by syner eliger huysfrau- 
■wen ErfiscbafFt aider ErfFrenthen an sych wurfte 
und gulde, und die verschryvongen alleyne uff 
sych selffs setzen und machen dede, und myt sy- 
ner frauwen egheyne lyfls Erven achterliesse, dan 
sali die ErffschafTt und renthe nae irer beyder 
doide zueysidich Valien. 

XXVI- Van zi enden zo forderen. 

1. Item zienden in zo forderen sali bewyst 
irerden mit zwen pffte mehe honden, die den 
zienden under dryssich jaren gehaven hetten, ey- 
ner nae deme anderen, und dat by iren gelouven. 

2. Item der zienden van hempen * forderen 
und ha yen wnlde, moiste heeven und bueren under 
dryssich jaren bewysen mit konden wie vursc 

3. Item wilcher van driesschen 2 Ackerlandt 
machden, off ouch van Acker lande weyden off ben- 
den 3 , sali dairvah zienden geven, off bewysen, dat 
idt yurhyn zienden fry gewest ist 



1. (5in umjdunte* Meine* @runtfhkf. 

2. Ungebauet liegende* 2a\M. 

3. 3Kit 2BeiDen^oU fcepflanite 2Btefeti*@nmbßücfe. 



131 



XXVII. Eyner, der eyner frauwen perso- 
nen an ire ehere gesprochen hette, 
eyne kere zo doin. 

Item eyner, der eyme frauwenmynschen uff- 
lechte, dat hie myt ire zo doin etc. gehat und sj 
bekant hette, und des neyt bygebrengen noch be- 
wysen en kunthe; alsdan sali dat frauwenmynsch 
sych dair yur myt irem Eide reynighen, und der 
man sali uff eynen sondach in der hilger kyrchen, 
wanneir die meyste. parth van den scheffen und 
naeberen vergadert synt, in bywesen der personen 
Yur deme pastoir sprechen, hie have sulchs ge- 
dacht, und bidden die person umb gotz wille umb 
yertzichenyss , hie en wisse yan ire neit dan van 
eyner eirbarer froemer personen; und der selyyge 
sali unsem g. 1. heren etc. hoeger dan funff mark 
gebrucht hären und dairby die richtliche Costen 
lyden und gelden. 

^XVIII. Wie Broeder und Susteren ire 
gueter samen deillen sullen. 

1. Item eyn yader, der eynen son bestaidt 
hette und gißt deme eynen gereiden hylichs pen- 
nynck, und der yader nympt eyn ander elich ge- 
gade, und asdan deillen die kynder die Erffschafft 
myt deme yader; so en sali der son, bestaidt ist, 
neit forder noch mehe dan den halven gereiden 
hylichs pennynck in die deillonge myt synen Broe- 
deren und Susteren brengen und asdan samen ge- 
lich deillen; und nae doide des yaders, wanneir 
die kynder die ander he1ß\e der gueter deillen, 
asdan sali der bestade son die ander helffte des 
hylichs pennyncks in die deillonge brengen. 



132 



2. Item Broeder and Suster rollen ire vader- 
liche und moederliche Erffschafft and gueter gereit 
und ungereit gelich samen deillen, so dat gheyner 
enchen yurzoch dairinne baren sali« 

3. Item so die Alderen eyn kyndt 20 der Lü- 
ger ehe bestaden, dat selyyge kyndt behoifft neyt 
die Costcn der Bruylofft kleydongen und rustongen 
in die deillonge zo brengen. 

4. Item dergelichen, off die Alderen eynen 
son zo der schoelen gehalden betten und promo- 
tiones als magister artium off doctor were worden, 
die Costen behoifft der son neyt in die deillonge 
zo brengen. 

5. Item Broeder und Suster sollen nae doide 
irer Alderen alle gueter gelich samen scheiden und 
deillen, und die Enckelen in irer Alderen stat stain, 
und wes yecklicher Turhyn ewech hette, sali sulchs 
inbrengen, und off eynre mehe und forder untfan* 
gen und ewech hette dan syn kyntdeül were, sali 
derselyige schuldich syn sulchs in die deillonge zp 
brengen. 

6. Item off eyner were yan den kynderen, der 
syns hylichs guetz verkoufft und verbracht hette, 
sali deme sclyygcn die werde des yerkoufften guet% 
by deme gerichte und naeberpryse an syme gedeils 
affgekurtzt werden. 

7- Item off eyn kyndt syme vader enche Erff- 
schafft affgegoulden hette, des der vader mechticb 
gewest were zo verkouffen, und dat sonder fyrpell * 
und argelist; des en sali dat kyndt neyt schuldich 
syn in die deillongen zo brengen. 



1. Betrug. 



133 



8. Item man off frauwe, die eyniger handt 
sytzt und bait vur und nae kynder, wannehe der 
afflyvich wyrt, asdan deillen die tut und naekynder 
die gereide gueter samen, dan die Erffschafft sleidt i 
nae y ecklichem bedde wie sych gebuyrt. 

XXIX. Van deillongen der Ritterschafften. 

1. Item wanneir eyner ran der Ritterschafften 
imme furstendomp Guylich afflyyich wyrdt und kyn- 
der achter liest, so nympt der alste son den Anse-* 
dell vur uyss, so wie derselvyge myt synen gra?en 
und zuynen gelegen ist , und asdan fortan deyllen 
sy alle Erftschaften und gueter gelich als hroe« 
der und suster. 

2. Dan wäre idt sache, dat mehe dan eyne 
woenongbe weren , so mach der alste son nae 
syme gefallen der eyne uysskeysen myt den ge- 
richten hierlicheiden diensten geboiden verboiden 
und lehenluyden; und gheyne lehene sullen gedeilt 
noch yersplyssen werden buyssen den heren. 

3. Und weren under dem Adell und Ritter- 
schaften enche geistliche personen , die en sullen 
neit so vyll haven als die werentlichen , so unsem 
g. 1. heren etc. dair van dienst zo synen zyden 
geschehen moyss;. dan die werentlichen sullen 
der geistlicher personen eyne Renthe zemlicher- 
wyss jairs syn levenlanck zo fuegen und dat nae 
gelegenheit der gueter. 

4. Item hetten die geistliche kynder yurbyn 
yertziegen, sullen sy ouch yertziegen blyven. 



1. erlägt. 



134 

5. Item die Alderen en haven gheyne macht 
vurkynder und naekynder eyne kynder zo machen, 
gelich zo deillen ; idt en were dan sache, dat die 
kynder alle »amen mundich weren und sulchs rieh- 
liehen belieffden. 

XXX. Van Hylichs gifften. 

1. Item offt sache were, dat die Alderen 
•yme kynde in hylichs furwarden enche gueter 
geven, die sych wyder und forder dan syn kynt- 
gedeils belouffen wurden, und die Alderen wer- 
den afflyvich; so sali asdan der selvyge die bes- 
serie 1 in die deillonghe brengen, und en sali uys- 
ser der deillongen neit mögen blyven. 

2. Item off die kynder iren vader off moider 
gebrochens bedts ungescheiden und ungedeilt lais- 
sen sitzen, und eyner van den Alderen verändert 
tych ; behoven die Alderen den kynderen gheyne 
Rechenschafft yan den gueteren zo doin : dan 
wannehe den kynderen beliefft , moegen sy iren 
vader off moider zo der deillonghen heyschen und 
brengen. 

3- Item eyn man der sych yan syner eliger 
huyssfrauwen keirt und by eyner anderer wyffs- 
personen sytzt, der selvyge sali gheyne macht 
haven, syne gueter zo verkouffen aider zo be- 
sweren. 

4. Item wanneir eyner deme anderen synen 
richtlichen schaden weder gifffc und vernuecht 2 , 



1. Ttai Plus. 

2. Hin Genüge n)ut. 



135 



uff den aelvygen dach kan er den anderen neyt 
weder gebommeren. 

XXXI. Van wegelaegen. 

Item dae eyner were, der eynen unwyllea 
myt cyme anderen hette , und breghe * mehe 
anderen zo sych und geloifffcen den etlich gelt off 
guet zo geven, dat sy eme denselvygen sulden 
heißen doitslaen , und wegelaegden syner, und 
wurden dairoever angetast und gegriffen, und we- 
ren des also bekentlicb; asdan ire buese uffsats 
und meynonge wysen den selvygen in des heren 
hant, an irem lyve zo straiffen laissen, und dat 
uff gnaide, wiewaile ire uffsatze und buese wylle 
myt den wercken neyt volbracht were. 

XXXII. Besess tusschen Broideren und 
Susteren. 

1. Item tusschen Broideren und Susteren en 
is gheyn besess; dat is alsus zo xerstain: off dry 
aider vier gebroider und susteren weren und ire 
Alderen weren verstorven, und der gebroider 
eyner hielte sych usslendich, und die ander ge- 
broider scheyden und deillen under sych ire gue- 
ter und weren der gueter in gebruych zien off 
zwentzich jair, und der uysslendige broider 
kompt asdan und heischt scheidonge und deillonge; 
so sullen die ander gebroider schuldich syn, deine 
broider, so uysslcndich gewest were, scheidonge 
und deillonge zo doin, und dat beses en sali den 
gebroideren neit zo staden komen. 

1. 9i4fyme. 



136 



2. Item her untgeen ist wyder, wanneir ey- 
tier ran den gebroideren ncit zo der deillongen 
wulde komen und wulde syne ander broider ver- 
hinderen, dat sj irer gneter zo irem besten neyt 
bnnthen gebruychen; so sullen die ander gebroi- 
der den heren anroiffen, und der here sali innen 
«cbeidonge und deillonge doin, und by der seh ei« 
dongen sali idt blyven und erfflich gebalden wer- 
den. 

3» Item ouch off tusseben Broidern und Sus- 
teren enche unredeliche sebeidonge und deillonge 
$eichiege, dae inne eyner myrek liehe myssdeilt 
were, derselryge sali bynnen jare und dage sul- 
cben myssdeillonghen richtlichen bekroenen 1 , und 
der bekroenongen richtlicb , wie sycb gebuyrt, 
naegain; dan verswycht einer oever dat jair, so 
«all die deillonge tan werde blyven. 

XXXIIL Erffonge und unterffonge neit 
buyssen den heren. 

Item bdyssen den heren sali gheyne Erffonge 
fiocb unterffonge gescheen, und wae der here neyt 
by gewest ist, haven die rechten Erven ewige 
loise an; dan wat Erffongen und unterffongen vur 
deme jair viertzien hondert sess und seventzich * 
«lso geschiet weren , blyfft dairby. 



1. Ober bekroeden, anfechten. 

2. Seiie^t ftd> auf tie Urfunfce M &trm& Kityeun üUt 
bte fantfdjaftlic^cn tprimlegien ttm Qntt M wfcer« 
Renten Saforrt. 



137 



XXXIV. ,Van gezwongen malen. 

1. Item eyner , der uff eyne mullen gedron- 
gen ist zo malen, und gegynt an deme mullener 
hörne zo hoelen, und der mullener en hoelden 
des korns neyt, so dan eyner des broidts neyt 
untbeeren kan; mach asdan sonder myssdoin aider 
brucbongen uyss malen, und sulcbs sali sonder 
argelist zogain. 

2. Item der mullener sali eyn gebrantmolter 
Tass haven , so dat vier mutgen eyn vierdell doin 
sullen sulcher maissen, als an y ecklichem orde 
ganckber ist ; der mullener en kunthe dan bewysen 
nae deme lantrecbten , dat syne yurAlderen yur 
langben jairen yur mynschen gedenken und hie 
selffs bysther eyn moulter yass gebruycht betten, 
dat groisser were. 

XXXY. Heren geboth. 

1. Item des beren geboth en sali neit yer- 
acht werden, und wilcher sulcbs dede, der is zom 
irsten maill zom zweyden und zom dritten maill 
deme heren van ider geboth fünft 1 marck schul- 
digh, und zom yierden maill ist eyn groiss wedt. 

2. Item der bere ouch eyn Burgerm eyster 
der st at moighen den undersaissen off Burgeren 
doin gebieden zo wachen, und die geboeder en 
moighen sy neit untsetzen, und wer ungehoirsam 
were, hait funff marck gebruycht; ist ouch neyt 
van nneden, der gemeynden zo kennen zo geven, 
wat oirsachen die wache gehalden wyrdt. 



138 



XXXVI. Van Burgschafft, 

Item so eyner slechtz * yur eynen anderen 
Bürge wurde, so sali der ghynner, die Bargschafft 
untfangen hait, synen heufftman irst myt Recht 
forderen, und wie der neyt so vyll hette, dat er 
die schoult betzalen kunthe, so mach er den Bar- 
gen forderen und zo der betzelongen brengen» 
Dan so eyner neyt alleyne Bürge dan ouch myt 
sachs walt und vur die heufftsomma geloeffden, 
derselvyge mois stain und halden. 

XXXVIL Van Richtlichem schaden. 

Item richtlichen schaden sali myt der heufft- 
sommen betzalt werden und sust penen und lei- 
stongen neyt, 

XXXVHI. Pende zo weeren» 

Item eyner, der umb Schatz wille pende 
werdt und den schatzhever myt worden off myt 
werckcn smelichden , sali hoeger dan funff marck 
gebruycht hären. 

XXXtX. Marschalck ampt. 

1. Item dat Marschalck ampt des forsten* 
domps Guylich en erfft neyt uff die doichter dan 
allein uff die soene; wanneir eyn marschalck äff- 
lyyich wyrdt und gheyne mansgeburt achterliest, 
so yeldt dat marschalck ampt deme landfursten 
weder zo hoeve, und mach syne F. g. eynen ande- 
ren damyt benaiden» 



1, 6$lid)to>eg, ofyne fcefohfcere fcebfodtma* 



139 



2. DergeHchen ist ouoh myt deme Erfffeeme- 
ner Erffhoefimeyster und Erfischenoken ampteren. 

XL. Gifften tut Notarien. 

1. Item gifften, die oevermytz Notarien ge- 
scheen und neyt richtlich, synt imme lantrechten 
yan unwerde. 

2. Item oerergifften etlicher ErfFsohafften 
Erffrenthen aider loise Renthen sullen gescheen 
yur den Berichten, dair die geleegen und verun- 
derpandt synt, 

XU. Yan mangueterea. 

Item mangaeter, die an unsen g, 1. heren 
manschafft zo Recht gehueren, dair en sullen die 
•cheffen neyt oeverwysen. 

XLIL Exeoutien zo doin. 

Item der here ist schul dich nae gewysten oir- 
delen anriohtonghe zo doiu nae yermoige der pre- 
yilegien, 

XLIII. Yan richtlichen oeyergifften. 

Item richtliche oevergiflften sullen klair und 
uffrechtich gescheen sonder enych yurverdrach* 
iraeby rechte Erven neyt unterfft en werden. 

XLIV. Yan Yeheden und kriech hande- 
longen« 

Item sachen, dair yehede kriech oirlich * ruyff 
brandt und gefenckenyss uyss erwassen synt, in 



1. Oorlog, Ärieg. 



140 

sulchen hendelen wyset dat Heuff tgericht neyt oever 
so es den Adeli und Ritterschafft antreffen is, wer- 
den sulchen Sachen an unsen gnedigen lantfursten 
und syner gnaiden Ritterschafft gestalt dair oerer 
zo erkennen. 

XLV. Van Schoultbrieyen zo forderen. 

Item schoultbrieve en verlyggen sich neyt, die 
in zjde gefordert und durch uffhaldonge verhakten 
werden. 

XLYL Versessen pecht zo forderen. 

Item versessen pechten sullen betzalt werden 
van der richtlicher forderongen an, und wat forder 
yersessen were, sali myt Recht gefordert werden, 
mach eyner vur syn unschoult stain. 

XLV1L Van yersatzder Erffschafft. 

1. Item off eyner syne Erffschafft eyme ande- 
ren buyssen dat gericht vur eyne somma gelds ver- 
setzde und derselvyge, dat gelt uyssgelacht hefte, 
versetzde fort an eyme anderen die Erffschafft, 
und der irste versetz er qweme asdan und wulde an 
deme lesten syne Erffschafft loesen und qwyten, 
und gesunthe Rechenschafft; so en darff der leste 
gheyne Rechenschafft doin, dan hie sali syn uyss- 
gelacht geldt weder neemen und laissen deme ver- 
setzer syne Erffschafft foulgen. 

2. Dan funde der versetzer syne Erffschafft 
noch by deme eirsten, deme hie sy yersat hette; 
so sali der schuldich syn Rechenschafft zo doin, 
und sali myt deme gebruychen sy ch geqwyt haven 
nae beloiff der zyt y so die versetzonge neyt richt- 
lich geschiedt ist. 




XLYIIL Van deifferien. 

1. Item so eyme syne beuten * affgestoelen 
wurden, und funde dieselyyge bebten by anderen 
luyden, und kunthe myt geleufflichen konden, die 
iren gelouyen dairzo.deden, bewysen, dat idt syne 
biesten weren; sullen asdan deme selyygen syne 
biesten sonder untgeltenyss weder werden. 

2. Dan wie eyner eyn pejsdt off ouch ander 
gueter, die gestoelen weren, ufF eyme fryen marde 
gegoulden bette und dat sonder gedroch und fyr- 
pell, und der rechte bere der gueter foulgden nae 
und funde syne bare und gueter by deine gelder.; 
so sali deme gelder syn uyssgelachte gelt weder 
werden. 

i Item wie der bere off ouch die amptluyde 
eynen deiff deden antasten und griffen, der gestoe- 
len gueter by sych hette; so sali der bere den 
deiff laissen rechtferdigen und deme ghynnen, dat 
guet zo gehuert, syn guet weder laissen foulgen. 

XLlX. Van fryheit und geleide. 

Item off eyner fryheit und geleide vur sych 
und syne gueter hette, und derselvyge wurde ge- 
komraert und yerswege syner fryheit und Hesse den 
kommer uysserfolgen ; so sali der kommer in syne 
macht gain und die fryheit sali neyt stat hayen. 

L. Van Erffwegen. 

Item eynen kyrchen wech off ander weghe, der 
man oever dryssich jaire yur Erffwcge gebruycht 
bait sonder enchen richtlichen wederstant, blyyen 
Erffweghe. 

1. Eief?. 



143 



LI. Van weyden. 

\. Item so wat niesten eyner ran Byrne gewass 
bau gewyntheren f mach hie ouch soemertn. 

2. Item wanneir die fruchten ran deme velde 
synt, so en sallen zom eirstea egheyne ander bies- 
tten dan vereken in die stuppelen gedrieyen werden, 
die sullen acht dage gain, dairnae die hohe ftinff 
off seess dage, und' daitnae die tchaifF. 

UL Van yersnellongen des uysswendigen. 

1. Item so eyner uyss wendiger an deme Rech- 
ten zo dpin hette und qweme ilende, nae deme dat 
gedynge upgehlopt were, und funde den meisten 
deill des gerichts noch by den anderen; derselryge 
sali neyt yersnelt noch yersuympt syn, beheltlich 
doch deme wedertheill syner uyssgelachter gerichts 
Costen. Ist ouch an zo myrchen ungcweder und 
ander yerhyuderongen , allet nae der Reedelioheit 
zo puyren f . 

2- Dan wie eyner by deme gerichte gynge 
und stunte blafften 2 aider syns drunchs warden, 
derselyyge sali sych yersuymt hären. 

IUI. Zwene die eynen Rentbrieff hayen. 

Item dair zwen$ eynen Rentbrieff hayen , dan 
sali der ghynne , ' dat meiste deill an den Rcnthen 
hait, den brieff achter sych behalden und sali deme 
anderen eyn yidimus dair uyss geyen, dairby ge- 
wissiget setzen, den brieff neyt zo verbrengen, 
dairuyss dorne anderen schade erwassen moicht. 



•. 



1. Utiftuftfren, um H beurteilen \\x tonnen. 

2. Klaffen, <$d>Ȋ$en. 



143 

LIV. Konde co hueren» 

Item gheyne kondeti sullen buyssen dat gericht 
und ia affwesen des wederteils gehoirt werden» 

LV- Van yerkrechtongen. 

Item so eyner eyn meetgen, die noch jonffer 
wcre, untgeen iren willen verkrechtdigen i und 
wulde des ghcyn gestaut doin; sali derselvyge dair- 
umb pynlich yersoecht werden; ist er dan bekent* 
lieb, so wyst inn die myssdait in des heren handt. 

LYL Wie eyn zuchter den noitbauwe 
halden sali. 

Item eyn zuchter sali den bauwe in noitbauwe 
halden, so dat der bauwe neyt yellich en werde* 
und wie der zuchter dat güet schedichde und neyt 
yan noitbauwe en hielte , aider Erffboeme afF dede 
hauwen und verkouffden; so moighen die rechte 
Erven den zuchter myt Recht dairzo dryngen, dat 
hie guede gewissiget und Burgen sali setzen, dairan 
die rechte Erven nae doide des zuchterss sych ire 
Schadens moegen bekomen. 

LYII. Yan huyssraidt» 

1. Item in deme lantrechten Wyrdt vur huyss- 
raidt gehalden: bedden polen slaifflaken schartzen* 
kysten spannbedden trytzoiren 3 dysschen thaeffelen 
kesselen pannen duppen 4 stoell benck und wat man 
degelichs zo deme huyssrait gebruycht. 



1. ©d)«>äd)te. 

2. tBetttecfen. 

3. Dreiecftgc «opffiffen auf Mnfcflefft. 
<L Xöpfe. 



144 

2. Item sylveren werch wallen und Ijnen doech 
breugezanwe * ist gereit guet. 

3. Dergelichen loese Renthen, die en weren 
dan richtlich zo Erffschafft gemacht. 

LVm. Van ersterffenyss der gaeter. 

1. Item wanneir eyn vader off ouch moider 
sycb veranderen, und asdan scheiden nnd deillen die 
kynder myt deme vader aider moider, und dairnae 
wyrdt der kynder eyn afflyvich ; so veldt und stirfft 
die Erffschafft des affgestorven hyndts uff syne 
broider und suster, und neyt uff vader off moider. 

2. Dan hette dat affgestorven kyndt enche ge- 
reide gueter achtergelaissen, die vallen uff den va- 
der off moider, und neyt uff die broideren offte 
susteren. 

LIX. B a s t a r t. 

Item eyner der neyt euch geboeren und bastart 
ist, der en ist neyt zuchtbar, dergelichen eyner, der 
syne worde wedersproichen hait 

LX. Van zienden. 

1. Item die zienden sullen myt werentlichem 
Rechten gefordert werden, eyner en kunthe dan 
bewysen, dat sulchen landt und Erffschafft, dair 
van der zienden gefordert wyrdt, an deme lant- 
rechten neyt gebuyrt zo erven und zo unterven. 

2* Item wanneir weydtsaem in die haversat 
gesehedt wyrdt, dairvan sali man gewoinlichen zien- 
den geven. 



2. Srau<2Rtyrett; überhaupt <Brau*@eräfye» 




145 



LXI. Van untfencknyss der Erffgucter. 

Item off eyner eyn guet vor eyme anderen 
UntFangcn hette , dat en brengt gh eynen vurstant, 
dan sullen gelich ire maechzale 1 uffduin. 

LXIF. Wasservall. 

Item eyner mach synen wasservall bebau wen 
und syn Wasser in der luycht untfangen , so dat 
sulchs sjme naeber an syme wasscrvalle unhyn» 
derlich sy» 

LXIII. Vanwynkouff. 

1. Item egheyn ungebuyrlich wynkouff sali 
in den Erffkeuffen gesetzt werden, dan van zwent» 
Blich gülden eynen gülden, und wes dairboeven 
geschege» sullen die wynhouffg luyde myt van 
lyden. 

2. Item alle keuffe contracten und moitsoe-» 
Den 2 , dair inne eyn er oever die helffde bedroe* 
gen wyrdt, synt in deme lantr echten van unwerde. 

LXIV. Anspraiche uyss eyme kommer. 

Item der eynen kommer irst ansleit, dergeli* 
eben der eynen hommer üntsetzt, sali ouch die 
eirste anspraiche off antwort geven. 

LXV. Bergsche Rede en sullen gheyne 
oi rdel en helff en geven. 

Item Bergsche Bede noch geistliche Bede en 
sullen in oirdelen sachen neyt by onss syn. Ouch 



1. <8ent>anbtf<Wtt<@rabt, 

2. $ergftt$e* 

10 



146 



off cnche parthicn unsen g. 1, heren syne F. g. 
in oirdelen sachen by unss haven wulden , sullen 
neyt gchoirt werden. 

LXVI. Van dreuwonghen. 

Item der here sali die drcuwongen aufstellen 
und davan gewyssicheit neemen, off eyner dair- 
uyss etwas vurnemen wurde , dat der here und 
anderen sych dair en erhoelen moigen, aidcr also 
langhe in hafftonghen halden byst zer zyt die 
gewyssicht gescheit ist. 

LXYII. Van penen, deme heren zO er- 
hant werden. 

Item dae irer zwene off mehe handelt haven, 
dairuyss kyff und s lacht unstain mo echte , und den 
parthien wyrdt durch den heren geboiden , , dat 
gheyner an den anderen gewalt royt den worden 
ouch myt den wercken heren sali, und dat uff 
eyne pene van hondert gülden aider hoeger; und 
wie asdan dairinne bruychlich wurde , so sali dat 
Recht deme heren die pene zo erkennen. 

LXVIU. Van brande. 

Item ran brande moiss eyner bewysen, dat 
idt durch syns naebers versuemnyss zo lioraen ist, 
als dan ist der naeber schuldich by gerichts und 
naeber pryse den schaden zo verrichten, oflft der 
naeber sali sych myt syme gelouven reynigen, dat 
der brandt durch syn versuemnyss neyt zo komen 
en sy. 



147 



LX1X. Lyffz uchter. 

Item nae doide des lyflzuchters Yeldt die Erfl- 
schafTt an die neyste blpitzverwanthen frunde. 

LXX. V an uy s slen dioheit. 

Item uysslendicheit wyrdt in deme lantrech- 
ten geacht, der so ferne ran der handt ist woin- 
hafftich, dat man in zwen dagen ncyt zo yoyss 
dair reysen mach ; und uysslendichetfc. rooiss be- 
yvyst syn , dat eyner so lange in deme ylecken 
myt stedtlicher wonunghen gewest ist. 



148 



III. 



©ejtatigtmsj Der ^rfeäegien bea ^rjQgtfmma 

93erg von Sotyann, afteftem ©oj>ne ju (Eleve ß 

alü £erjOjj von 3itfid) unb JBcrg, d. d. 1511, 

uff den Godestach sent Dionisius avent. 

Wir Jofcan Tan gotzs genaden Aldeste Sone 
zu Cleve, Hertzoucb zu Guy Ige, zu dem Berge, 
Grave zu der Ma reite, zu Ravensberg und zu 
Katzenellenbogen ete. Bekennen, dat unse gemeyne 
RitterschaffV Stedc ind Lantsobaft uns gantzen alin- 
gen Hertzouchdomps Tan dem Berge ind uns 
Lantzs Tan Blanckenberg uns, van wegen der 
Hoicbgeborn furstynen unser Truntligor werder 
liever Huysfrauwen und gemahell , frauwen Ma- 
rien, llertzouchinnen zo Guyige, zo dem Berge, 
ind Graffinnen zo Ravensberg eto. zo irem Erff- 
hern entfangen ind uns Huldonge ind Eyde darop 
gedain bant, as sy yren reebten naturligen Erff- 
lantfursten ind Hern schuldich und plicbtich zo 
doin syn. 

Wir Joban Alste Sone, Hertzouch eto. vurs. 
sullen ind willen unser vurfaron seliger gedeebte« 
nissc bürgen, do sy in den vurs. unsern landen 
versat bedien, los ledich qwyten ind scbadelois 
balden , ind oueb andere vre schoult betzalen na 
Raide unser Ritterscbafft vurs* 



149 

— * 

Oucb sullen wir unten amptluyden und un- 
dersassen unser lande vurs. brieve und siege) l 
halden, de sy ran unson vurfaren hant, de rede- 
lich an sy komen sint. 

Vort süllen wir alle unse undersaissen uns 
lantz van dem Berge ind van Blancltenberg vurs, 
by Rechte und urdeü laissen up allen ind iglieben 
sieden, dair sich dat gebueren sali, ind in gheynro 
wyss zo veronrechten. Were ouch yraantzs van 
unsen undersaissen uns lantz vurs. veronrecht an 
syner Erflschaflft off an eynichen anderen gliede- 
ren, dat wir schuldich weren äff zo doin, dat 
füllen wir affdoin« 

Vort sullen wir Rouff ind Brant uysser unsen 
yurs. lande weren mit unser gantzer macht, und 
sullen des nyt laissen in eynicher wyss. 

Vort sullen de Brüchen Tan unsen yurs. lande 
by yren guden alden Rechten und gewonheiden 
ind zo Scheffen urdell blyven stain, uyssgeschei- 
den de bruchen , de nns mit Recht ind Scheffen 
urdell zu gewyst worden, dq lyff ind goid antref- 
fent ; des hain wir unsem gemeynen lande vurs. 
cyne sundcrlinge gnade und gunst gegeven ind 
gedain, doin ind geven mit Crafft dis brieffs, also 
dat dat vorbuerde goit halff sali blyven den Erven 
ind dat ander halve deill in behoiff der Ideger 
ind unser up genade. 

Ind want unse Ritterschafft uns lantz yurs. 
allewege gewoenlich geweist sint, iren Hern zu 
helffen zo irem Rechten , antreffende ire yurs. 
lant; dessgelychs sy uns vort doin sullen up unse 
Cost gewin ind Verlust, davan wir inn ouch gude 
lleuffthern gyn sullen van sulchen Verlust und 



150 

schaden, sy der hulpen haven moucbten. 80 sullen 
-wir sy ouch ind vort alle unse undersaissen uns 
yurs. lantz beschirmen verantwarden ind yerda* 
dingen vur alremallich au yren Rechten na alle 
unser macht. 

Vort en sullen wir unse Erren noch Nakoe« 
melinge gheyne versetzonge besweronge noch erff- 
liehe gifft Tan Erffschafft in dem vurs. unserm 
lande Tan dem Berge und Tan Blanckenberg doin, 
sonder noit wissen ind rait unser Bede ind Bit- 
terschafft uns lantz yurs. , off de meiste parte da* 
Tan, sonder Argelist. 

Vort so willen wir ouch, dat de boese snoede 
bandelonge, as dat entschaiken, uysser unsen lande 
Tan dem Berge und Tan Blanckenberg mit gantzer 
Macht gekeirt ind gewert werde, also dat der 
ghienre, de dat gedain hedte, dem en sali ghein 
guyt Tan des wyffs off kindtz wegen, dat int* 
schaicht were, nae Toulgen; dan wir willen, dat 
sulch Erve valie an de neiste Erven, glych off 
de entschaickte persone gestorven were; ind der 
ghiene, der sulch misdait gedain hedte, sali uns 
lantz van dem Berge ind Tan Blanckenberg zo 
ewigen dagen verdrieven blyren; ind off der man, 
de sulchs gedain hedte, up vryscher dait kriegen 
wurde, off namails in unse lant qweme, den sali 
men tasten an syn lyff ind guyt; ind were dat in 
dem zotaste der off ymantz Tan synre hulper doit 
Miere off gewont wurde, de ghiene, de da by 
off bantdedich da an weren, sullen des gentzlichen 
Tan uns off unsen Nakocmeliugen unbedadingt bly- 
Ten in eynieber wysc. Were ouch ymantz, de 
disme, de sulchc intschaickonge gedain hedte, 



151 



hulp bystant stuyre huyss off herberge herao ge- 
dain off geleent hedde ; de sei Yen, sy weren wer 
sy weren, sullen in der selver brachen mit lyve 
ind mit gaede ans ind ansen Naboemelingen er- 
vallen syn, glych as der selve, de de entsohaic- 
konge gedain hedde. 

Wir en sullen gheyne brieve noch segele, 
oever brieve ind segell de wir rar gegeven ha« 
ren, geven. 

Oach sallen ind willen wir anse vurs. lant 
ind amptere bestellen ind regieren mit ansen an» 
dersaissen ans vurs. lantz , ind nyt mit frembden ; 
ind off wir sulchs herenboven deden, den en sal 
men doch nyt darffen gehoirsam syn« 

Oach en sallen unse Rede amptlade ind vrunde 
ans vars. lantz, den wir anse ampte sachen ind 
dedinge beyelen, gheynen unredligen noch unge- 
burligen wynkoaff nemen noch heven. 

Wir sullen ind willen ouch alle Manieben, de 
unse vurfaren verschrie ven ha ven, de bynnen de- 
sen neisten yurleden drissich jaeren redelich ind 
geburlich gefordert ind betzalt synt , doin betza- 
len an allen enden ind in iglichen ansen landen, 
da de bewyst und verscbrleven sint, so dat ghein 
unser lande noch undersaissen deshalven zo last 
ind schaden homen, sonder Argelist. 

Ouch sullen wir alle unse undersaissen Stede 
ind yryheiden uns lantz van dem Berge ind van 
Blanchenberg vurg. behalden ind laissen by iren 
alden Privilegien rechten ind guden gewoenden, 
ind sullen inn de van nuwes confirmeren, ind con- 
firmeren inn de und del% mit Crafft dis brieffs; 



152 



ind were daynne bisher eynich brach off schel- 
longe geweist, en sali vortan in gheyne wysa mehe 
geschien, sonder Argelist. 

Vort so is Sonderlingen gefarwort boven de 
Turgeroirten furwarden, de ouch in ire macht 
blyven sollen, dat wir noch unse amptlude noch 
nymant van unsen wegen van nu vortan an unse 
Eirbar undersaissen uns lants van dem Berge und 
yan Blanchenberg an ire lyff noch guyt gryffen 
noch doin gryffen en sollen, noch ire gnede nyt 
verbieden noch aristieren en snllen in gheynre 
wyss, dan mit lantrecht vurs. ind schefTen urdeli, 
da sich dat geburt; uyssgescheiden doch deghie- 
nen, de vur boese misdait billich gebueren an 
sn gryffen ind zo balden; ind were sache, dat 
dit selve n eiste geroirte punte van dem an gryffen 
an ire lyff noch gayt, noch ire guede nyt zo ver- 
bieden noch zo aristeren, as dat selve punt uyss* 
wyst, nyt gehalden und oeverfaren wurde, des 
doch off got wilt nyt syn sali; so moechte der off 
de, an den dat so oeverfaren wurde, off ire vrande 
van iren wegen , an uns off an unsen amptluyden, 
in der ampte sulchs geschiet were, gutlichen ge- 
synnen ind begeren, sulchen gebrech äff zo doin 
ind zo rechte vurs. laissen ltomen. Geschege des 
dan van stont nyt, so en sullen sy allesament unse 
Baede Amptluyde ind Bitterschafft Stede ind ge- 
meyn lant ind undersaissen uns lants van dem Berge 
und van Blanckenberg vurs. uns off unsern Ampt- 
luyden, van den sulchs also geschiet were, gbey- 
nen dienst schuldig syn zo doin noch doin sullen, 
bis so lange, dat sulchqpgebrech affgedain ind zo 



153 



rechte Turs. gestalt off gutlich ind ungedrongen 
verdadingt ind hjngelacht wurden, sonder Arge- 
Hst. 

Up alle dese hy Turgeschreven pnnten ind 
Artichcln haint wir ouch nu unser Ritterschafft 
Steden ind undersaissen gemeinlich uns lantz Tan 
Gayige. besonder brieve ind siegell gegcven. 

Wir Hertzouch etc. yars. hain ouch nu inson- 
derheit unser gemeyner Bitterschafft uns lantz 
yan dem Berge ind van Blanhenberg ein Sonder- 
linge gnaide ind gunst gcdain , afs unse Turfaren 
seliger gedacht ouch Tur ge ciain gehadt haven, 
also dat wir ire halffwynre, de up iren eygen 
guedern sitzen, ungeschat sullen laissen; idt ci\ 
were dan sache, dat de selve halffwynre eynich 
Taigt guet off schätz guyt hedden under uns ly- 
gende, darvan sullen de halffwynre uns dienen ind 
dotn na antzale des Turs. guytz glych iren nä- 
heren« 

Vort me so en sullen wir de selve unse Bit- 
terschafft nyt besweren an iren weiden ind Eche- 
rcn, Torder dan uns Erffs recht is. 

Vort sullen wir ouch alle Houlz ind Kaien, 
der vurs. unser Ritterschafft zugehoerende, ind 
de up iren guederen gewassen synt, ungctolt und 
unbcswert laissen mit eynichen Sachen. 

Ouch were, dat unser Bitterschafft moelen off 
moelensteden hedden, dair moigen sy mit yren 
lehenluyden ind halffwynre up malen ind der ge- 
bruychen, un verhindert van uns unsen Erven off 
ymantz. 

Vort roe hedden unse Bitterschafft mit eyni- 
chen hern zo schaffen, off anderen luyden uyta- 



154 



lendieh, des sy Rechts by uns blyven wulden, ind 
inne des van den ghienen nyt wederfaren en konde ; 
so stillen wir inne gönnen uns lantz Slosse schif- 
fonge , yre Recht zo vorderen ; as verre sy doch 
yre sachen vur uns zo dryen viertzehn nachten 
vur verfoulgt hedden. 

Vorder bain wir unsen Ritterschafften uns 
Hertzouchdombs Tan dem Berge ind lantz ran 
Blanckenberg yurg. de gnaide gedain, und doin 
in desem «elvem brieve, dat sy Tan nu yortan 
yre wyne botter hese hering Stockfisch vort an- 
dere ire provande und Ware, de sy an inn selffs 
hant, oeder zo veylen kouff gelden, ind längs unse 
zolle hyn doen fucren, sulchs zollfry ungeletzt 
faren zo laissen; Doch by also, dat unse Ritter- 
schafft dat Turs. mit iren offenen brieven ind be- 
wyse, de provande ind wäre nymantzs anders dan 
inn selffs zobehoerende noch nyrgens anders dan 
in ire eygen huysere zo irs selffs ind irs huyss- 
gesins und egheynre andere wysen, idt sy mit 
Terkouffen off vertzappen, verbruycht zo werden, 
beweren sullen. In Sonderheit en sal Tan alsul- 
chen Swyncn, de unse Ritterschafft yurg. up irs 
selffs Echer annemen, an unsen zollen unser yurs. 
lande ghein zoll gegeven werden« 

Vort willen und sollen wir vortan alle jare 
unsen Ritter ind lantdach zo Upiaden eyns hal- 
den, und up fulchem dage doin geschien, in mais- 
sen unse lieve here ind vader seliger yurg. unser 
Ritterschafften ind lantschafft van dem Berge hy- 
bevor derhalven brieve ind siegell hait doin ge- 
geven. 

Ouch willen und sollen wir unsen Ritterschaft*- 



155 



ten as wir sy by uns so Hove oder snst so dienste 
doin schryven ind bescheiden, Haver Ronwfoder 
ind bestach doin stellen oeder qwyten, ind in sul* 
chen unsen diensten unsen Ritterschafften yur 
schaden stain, ind as wir nnse Ritterschafft wie 
yars. doin bescheiden, ind der wech zo yerne 
were nyt einen dach affryden moichten , asdaa 
willen ind sollen wir unsen Ritterschafften noit- 
tarfftige yoderonge doin bestellen. 

Ouch sullen unse Ritterschaffte vurs. jagen 
Ree , hasen , velthoynre ind as van Aldtz gewoen- 
lich ist. 

Wes ouch van dienstwagen ind dienstbaren in 
nnsen vurs. landen van unsen yurfaren verschre- 
Ven vergeben oder verpandt weren, willen wir 
mit flyss daran syn, so yyll as moegelich, de we- 
der zo bekomen, umb unsen gemeynen huysman 
unse dienste damit verliebt zo werden. 

Vorder willen wir unse lande und underdanen 
yurg. yur der ungewoenliger geistliger beswer. 
nisse des banns*na nnsem yermoigen understain 
zo verdadingen, so dat boven herkomen ind ge- 
woenheit unser lande vors, damit nymantz b es wert 
werde. 

Sonderlich ist unse ernste meynong ind willent 
also gehalden ind gehadt hain, dat de doitsleger, 
de yemantz upsetzlich sonder noitgedranck zom 
doide brengen, in unsen vurg. landen gheyne ge- 
leide van uns haven sullen noch van unsen Ampt- 
luyden gegeven; ind wa men de doitsleger in un- 
sen landen ankörnen kan, sullen van unser wegen 
gerechtferdicht werden. 



156 



Alle ind iglichen yarwardcn ind punten du» 
brieffs geloven wir Johan, Alste Sone zu Cleve, 
Hertzoucfa zo Guy Ige zo dem Berge, Grave zo der 
IVlarck zo Ravensberg ind zo Katzenellenbogen etc. 
vurs. vur uns unse Erven ind Nakoemelingen bj un- 
ser furstliger Eren ind gudcn truwen indgelouvcn 
wair vast stede ind unverbrochlich zo halden son- 
der eynicher bände geferde off argelist; ind Jiain 
des unse ingesegell mit unser wist ind willen vur 
uns unse Erven ind Naehoemelingen zo getzuyge 
der wairbeit ind vaster stedigbeit doin hangen an 
desen brieff, der gegeven ist na der geburt 
Christi uns hern in dem jare do men schreiff 
duysent yunffhondert ind eilff uff den Godestacb 
•ent dionisiuf avent. 



157 



IV. 

SSerorbnung bti ^erjoga Sodann wn 3ülid) unb 
©erg, totldfc bat 9tepr4fentatton$red>t ber Snfel 
einfährt, unb fromme ^erm4d)tniffe auf ba$ 
©erefoe, bei ©etjHidjen nadj Slbjug ber hinter* 
laffenen ©djuteen, befdjrdnft. 
12. Styril 1520. 

Wir Johann Van gotz genaden Alste Son zu 
Cleye, Herzouch zo Guyige zo dem Berge, Grave 
zo der Marclte zu Rayensberge ind zo Katzenel- 
lenbogen, doin kont allen ind geglichen de desen 
breiff siehen oder boren lesen ofTenbeirlich be- 
kennende, So als dan eyne tzyt ber ind dwyle dat 
uftgerichte keyserlich Camergerich t gehalden wor- 
den ist, mireklige indracht ind wederwerdicheit 
der alder gewonbeit ind herkomen unss forsten« 
thombs Guyige dis punetz ind artikels, als dat der 
seiste getzipte bloitz vowrante an allen verlaissen 
hayen ind guederen, ran yader iqd moder herko- 
men, erven ind nyt de Enckelen in stat yre yader 
ind moder na vermöge eyns artikels under ande- 
ren durch de romsche keyserlige Majestait Cbur- 
fursten fursten ind anderen stenden des heiigen 
romschen Rychs ingesatzt yerordent ind yerkleyrt, 
nu yurgenomen ind gebruycht, stain sulden, ind 
der halyen weder de yurgenante gewoenbeit an 



158 



dat keyserlige Camergericht Tursc zo aichter deill 
unss gerichten ind zo mircklichem verderven ind 
schaden unser underthanen ind anderen appelliert 
ind beroiffen wyrt, gelich sulchs zo m ehemalen 
durch unss unse Rede Ritterschafft ind gemeine 
Stedefrunde unss furstenthombs Tan Guy Ige Tursc. 
uff gehalden lantdagen ouch sust by uns mircklige 
betrachtonge besehene ist worden , ind befunden, 
alsulchen uffgerichten artikel nyt zo varkomen 
were, Ouch befunden sulchs aller billicheit dem 
gotlichen ind naturlichen Rechten glichmeissich is^ 
und sich billiger wyse also gebueren sali: Willen 
darumb durch diese unse Constitutie ind insetzonge, 
dat nu yurbass alle Enckelen , den yre Tader off 
xnoder mit dode are gegangen synt na datum die- 
ser unser insetzonge ind Constitucien in Stat ind 
Recht yra Tader off moder an alsulchen Ersterffe- 
niss , als den Enckelen na doide ind affganck yre 
Anchen off 07er Anchen in der rechter uffstygen- 
der lynien Tan grade zo grade anfallen mach , zo 
gelicher deylongen mit den kynderen stain in aller 
maissen als off yre Tader ind moder, noch im le- 
Ten weren, doin sulden. Ind so wat der Encke- 
len weren, dy ytzont an unseren gerichten ind 
Rechten der gebrechen haWen hangen, die Tur 
dieser insetzongen ind ^nstitucien bynnen jaere 
ind dage na den -Teilen ind Ersterffeniss mit Reicht 
gesprochen haven, de sei r igen sullen in dieser 
nuwer Constitucien ind insetzongen syn ind darna 
in dem Rechten geordelt werden ; ind so wat der 
weren , de nyt bynnen jaire ind dage na den Völ- 
len mit Reicht gesprochen haven, de sullen na 
der alder gewoenheit ind herkomen des lantrech - 
ten geordelt ind gewyst Verden. 



159 



Ouch so eyne guede gewoende ind alt herko- 
nen in unserem furstenthomen van Guyige ist« 
dat de geistlige personen yre Erfflige gliedere, 
Tan yren alderen darkomen, yre levenlanck gc- 
bruychen mögen ind na yren doden weder an yre 
Rechte Erven zo Valien, as sich dan mircklige 
gebrechen byss an her begeven haven betreffende 
de geistlicheit, by also dat unse nnderthanen unss 
furstenthombs van Guyige in yren festen mit Tes- 
tamenten ind gyfften yre Erfflige gueder swerli- 
fhen mit Erffmissen Memorien ind Jairbegangen 
jSrfflichen belasten ind beswereri , wilche Memo- 
rien doch by lanckheit der tzyt vergenklich ind 
durch versterffeniss ind affganck der giffter ver- 
do nebelt werden, nyt de mynder die geistlichen 
der Renthen allet in gebruychonge blyven ind 
also in der geistlichen hende verblyvent, dardurch 
Stede ind Ylecken unss furstenthombs vursc. mir ek- 
ligen beswert ind in zukommenden tzyden grois- 
ser ind meirre swericheit ind achterdeill by bren- 
nen wyrt: Willen darumb in gelicher maissen 
insetzen ind constitueren, dat geyner werentlicher 
syne Erfflige gueder vurbass mit Testamenten Co- 
dicillen ader anderen gifften, so wie man die er- 
nennen sali, zo Erffmissen Memorien off Jairbe- 
gangen Erfflichen belasten noch besweren sulle 
ind daroever gheyne ErfPonge geschiene zo lais- 
•en, ind wat der geliehen geschiegen, off dat de 
geistlicheit sonder erffonghe in bueren qwemen 
in leven der gyffter, sullen de rechte Erven ind 
naefoulger des nyt schuldich syn zo halden ind 
de Renthen nyt durffen geven; dan so wes de 
selvigen, idt weren Man ader Frau wen, vur yre 



160 



■ 

Selen heill in de geistlicheit vermachen wulden, sul- 
len de selven macht haven van yren gereyden gue- 
deren zo doin ind nyt uff de Erffschafft , ind dat 
allet na dem lantrechten unss furstentliombs ran 
Guyige ; ind wat werentlicher gereider gueder also 
gegeven wurden, sullen mit lantrecht ind nyt mit 
geistlichem Rechten erfordert werden, off des yan 
nocden were. Vorder willen wir ind in vurgenan- 
ter Constitucien setzen ind .ordineren, dat werent- 
liehe priester, de afflyvich wurden ind in yrem 
lesten bekente enche schoult schuldich zo syn ind 
also yren neisten Erven vre Erffschafft besweren 
ind mit Testamenten vermachen wulden, sali sulchs 
yan unwerde syn, dan die schoult sali yan deme 
gereiden, dat de selvigen achter laissen wurden, 
vurhyn betzalt werden; ind so wat oecer enssichs 
asdan an den gereiden gue deren were, sali offs 
begert were, zo der Selen heill gebiert ind gestelt 
werden, so dat de Erffschafft ind patrimonium mit 
der schoult nyt belast sali werden; Dan off der ge- 
reider gueder nyt so yill weren, dat die schoult 
damit bezalt mocht werden, hetten die selvigen dan 
in yre preislicher stait enche Erffschafft gegoul- 
den off* geworven, mochten sich de schuldener dar 
an bekonien; dan were idt sache, dat ench preis- 
ter, der alt ind Unvermögen were ind egheyne 
geistliche beneficien en hette, daruff he sich under- 
halden mocht ind gebrech lyden muest, dem selvi- 
gen sali dat lantrecht unss furstenthombs yan Guyige 
zo staden komen ind sali asdan syns patrimonio 
na erkenteniss unss lantrechten, wie dat yan alders 
byss anher gehalden ist, gebruychen mögen. 

Hirup we vursc. bevelhen wir allen unsen Ampt- 
luyden oeversten ind understen, vort unsen gerich- 



161 



tan ind underthanen alle gemeynlich des vursc. unss 
fbrstenthombs ran Gayige, diese unse Insetzonge 
ind Constitution, in maissen vurgekleirt, uffrichtich 
zo halden na zo komen ind zo vollentziehen; ind 
wer dar weder dede oder handeldc in encher ma- 
ttieren, we sulchs ouch gcschege, gedencken wir 
der halven mit swaire ungenaden vur zo nemen ind zo 
straifTen, dar na mach sich eyn yder wissen zo richten. 
Wir Johann etc. vurg. geloven alle ind yeglicho, 
yurg. puncten vur uns unse Erven ind Nakomelin- 
gen Hertzougen zo Guyige by unseren furtslichcn 
truwen ind Eren van nu vortan zo erfflichen tzy- 
den fürstlich rast stede ind unverbrüchlichen zo 
halden ind zo hanthaven , dar weder nyt zo doiu 
gehengen oder gestaden dar gegen gedain zo wer- 
den uinb gheynerleye Sachen wille. Sonder alre 
kunne geverde ind argelist, de hie innen gentzlich 
ind zo maile uyssgescheiden syn ind blyven sullcn. 
Dis in Urkunde der waerbeit ganrzer vaster ind 
•rfflicher stedicheit hain wir unse Scgell vur uns 
unse Erven ind Nahomelingen an dussen- breiff doin 
hangen. Off ouch dieser breiff nass lochcrich an 
Siegelen off boiehstaven geqwatzt geletzt oder ench 
gebrech dar an befonden verbront off verloren 
wurde, so sali men alltzyt £ewaren vidimus ind 
transsumpten hieruyss ind o^Fcr gemacht gentzlich 
ind volkomen gelouven. Gegevcn zu Duysseldorff in 
den jairen as men schreiff na der geburt unss heren 
duysent vonff hondert ind tzweutzich, up den nei- 
sten Donrestach na dem heiigen paesch dage. 

Van bevell meyns genedigen allerlieffsten 
heren Hertzouch vursc. ind overmitz de 
Bede sementlich des furstendomps van 
Guyige. Wilh. Lunynck. 

11 



162 



J)ie 2aten;9tec&te am 9Heberrf>eim 

Ueberfidft. 

3ur (Erfahrung be* Urfpmnge* unb ber fpradjfu 
d>en Sebeutung be* Suöbrutfeä 2ate, ber »ol)l »ort 
tont römifd)en Laetas flammt/ unb tu bett frdnfifc^eit 
itnb frieftfö * fddjfifdjen ©efe&en LItus ober Lidus, 
fpater Lazus Hingt/ jlnb in ben beutfdjen SRedjtöok 
tertfyümern t>on 3* ©rtutm, ©ettc 305 u. ff., jaj)fr 
reidje 3^ugniffe jufammengefieBt. teuere Untersuchung 
Aber ba* ©tanbetoerfyältniß u. f. tr>. be* Säten, ber 
tiad) SRafjgabe be* alten 3Bel>rgeIbe* / einer mtfbem 
ober t)6l)ern Pfaffe »on Dinglich Unfreien angeljforte, 
finbet ft$ in «. 3:1), @aupp^ SWiSjeHen b. beutföen 

9lid)t minitt ttucfytig aber bleibt ei, ba* iatttu 
toefen in feiner gortbauer totyrenb be* *Slittelaltex$ 
ju betrauten unb in ben/ btdt^er wenig gefannten 
ober benutzten, #ofe*»ei$t&ümern nad> ben ©puren 
ber Ureinritfytung ju forfdpn. 

»m 3WeberrJ)ein , borjugficfc in ber Uetredjt'fcften 
Bi6jefe, alfo auf friefffc^em Soben, tyat fid> ber 2Jer> 
banb t>on Satengutern er f) alten, tod^reub foftfter in 
bem benachbarten 3ti>uarifd>en granfett nit fo l}ei* 
mifd) gewefen ober frulje fefcon erfoföen tfh Jtaum 
tfi t)in unb »tcber ber Käme bebeutungtfo* flehen 
gebfffbeu. 



163 

1~ 



£a* Sttft Xanten befaß a<t>t ^auptljjfe 1 mit 
abhängigen ?atertgittern ; anbere geirrten benachbarten 
Äto(terfird)en, nur einige ber fitrjHtdjen Äammer ober 
alten %amilien. %vüt)e geijtficfye Stiftungen unb tt)re 
einförmige BcrwaftungSweife , bte buref) alte Slufjeicfa 
itung bte gegenfettigen SerpfKdjtungen aber audj fu$ 
felbjt gefeffelt fyieft/ begünjiigten bte ruhige gortbauer 
früherer Serljdftntfie, bte in bem 2Bed)feI ber lebenbe« 
#anb ben Stnwirfungen ber ewig geflaltenben $eit 
nidjt wiberfiefyen fonnten* 2Sir bfirfen baffer in beit 
SBeiÄtfyümern fotcfjer #aupH)6f*/ welche bte Dotation 
nen jener Stiftungen ftnb, Uröerbdltntffe ahnten, wenn 
awt) bte SluSbilbung ber $ofe*re4>te unb tt)re Stuf^ 
jeidjnung einer weit fpdtern jjeit, bem 14» ober 15» 
3al>rl)ttnbert , angeboren. 

Sin ber ©ptfce biefer SBeiSt&ämer fiefien bfe (nafy 
fo(genben) ?atenred)te be$ 33tfcf>oföt)ofeö 2 ju Jait> 
ten; jur 93erg(eid)ung werben bie Siebte bei bem 
Stifte ^antafeon in Sollt jujtdnflig gewesenen #aupt» 
tyofeö Cüttingen unb be* Satyofe* ©inbertd}* 



i* täte sunt pHücipaics curtes ecclesiae Safcctensis, 
vulgariter dietae SaiJhofe: Cartis öauetensis ali- 
ter Swynbier» Cui snbest cuftis Papenho As ^ Curtis 
Ut, cui ȟbest curtis Ossenbergj curtis Hotiepel, etil 
sähest curtis Ronderayd; Curtis Steneberg in Bis« 
lieh ; cUrtls Oinderich i aed a g t* i istius curtis cre- 
duntuf esse expositi to Iiytfgewiosrechten per pen- 
sioitafio* eiusdem curtis. Aliae Septem curtes prae- 
scriptae sunt Allodia ecclesiae Sanetensis* (Ex 
registro Arnoldi Heymerici praepositi Sanetensis, sae- 
coli i&) 

1 Spater füritftdM «iaeitfymu 



164; 

tu belfert SSefTße ettte alte Wttterfamilte fld) befanb, 
angefdjfoffen ; n>fr bejeidjne» ffe Ijier tmrd) bte 93ucV 
(labert £• f. unb @. 

2Bte bei aller #ofe**>erfaffung, btfbet auefe t>ier 
etit freier £of bad §aupt ber bat>on abhängigen &u 
tenguter, feine alte ^Benennung ©afrftof 1 befyauptenb; 
er Ijat feine eigenen unmittelbar baju gehörigen Slecfer 2 . 

Sie abhängigen ®ütex aber ftnb, n>a£ unö fefyr 
Uad)ten$xoexti) fcfyeint, £ufen, b. t\, nac^ einem 
befttmmten ÜRaßt>erl)<iftnijfe unb a(fo in gleicher 
©roße gegen einanber abgeseifte ©runbftücfe. Sag 
biefer Segriff mit bem Starte $ufe urfpruriglid) <otu 
paart fep, feuchtet nicfyt nur au^ triefen urfunbftdje« 
Stellen unb alten ©runb&erfyättnijfen fyewor *, fon* 
bem bte bei unfern Satengutern burdjgangig t>orfom* 
menbe »eitere @intf>eif ung in tjalbe unb viertel 4 #ufeu 
flettt bieg außer 3n>eifel. 6$ erfd)einen and) Äatfyen, 
fletne Slbfpftffe t>on #ufen ober ani fpdtern Sltlumo* 
tten gebilbet 5 , bte von tyrem ^auptbejlanbtljeile, ber 



1. &. bie 9?ote 1. Der Uebergang in @abef« (©. I.) unb 
(Betel > ßof tft Mannt. 

& Agri , f. <Kott 1. — Der Sif*of*&of, fein Bcfer u. f. w. 
3E. I. — Dat lanfc, dat die buman des hoffs onder 
synen pluech hefft. £. XIV. Die betannte $ofe*faat. 

3. &vmm, a. a. £). ®. 535. 

4. ©leid) bei 3:. I. gefd)iebt ber balben fcufen @r»ä&ming; 
g. III. jäblt beren 43. Da« gatengut befielt feit bm 
14. S^brbunbert ber 0JegeI nad) nur au« einer falben 
$ufe: ein alte« ©tiftäregtfter über bie Satengütcr fce* 

1 (Bafbofe* IU fübrt nur eine ganje unb einige toter* 
tel jbufen auf , alle übrigen finb balbe. 

5. ^ßor^üg(id) bei 2. IV. „kaetsteden — die Bitten up 
den oever." 



165 



casa , ben Warnen fuhren ; enMid} werben ^elenden" 
itnb SBtefen genannt, »eld»e bie $&fetter att ©«nein* 
tyett benufcen. ft 

gaffen mir ba* Semerfte jufammett, fo fleHt pd> 
folgenbe* 33üb ber Ureinricfttung bar. Der ©atyof 
iß eine erfle unb #auptniebertajfung , bie 2Bol)itpdtte 
eine* freien ober ©rogen, unter ber fränfifdjen 2)p# 
naflte tyduftg ftöfafrfc^er SBoben * ; tyn umgeben feine 
Siecfer, bie »on itym attö, für ben #errn beffefben, 
burcf) ÜKancipien ober fned)tifd)e$ ©ejtnbe 3 gebauet 
werben. @iue große SBobenjirerfe tft bem ©afljofe jü* 
gelegt unb ber jnr ßuftur geeignetere Xtyetl biefer 
©tretfe in gleite @infd)nitte ober $ufen gerlegt, biefe 
aber, bemeffen nad) bem SSebarf einer bäuerlichen 
gamitie 4 , ftnb an (Söhnen, bie ftcfy freiwillig baju 
*erftanben tjaben *, gegen jdf>r(cc^en 3fa* überfoffen. 



1. „ — ind der naiver Haefen ind anderen gelenden 
daerione gehoeren als nae Siegen/' „@lag'V bie 
fien>obn(ic^e «Benennung eine* 2Bfefen s 2lntbeile*. — 2. VI. 
banfceft ausführlich t>on ben ©emeinbeitt * ffieiben. 

%. Die erften Dotationen früher geijHictyer (Stiftungen ftob 
befanntlidj meifl »on Königen gefcfceben. 

8. 5tUe alten Urfunben ermähnen ber Sföancipien. Da Ie$* 
tere in feinem 3intoerfyä(tnitTe, affo in hintm 9?u$ungd* 
rechte ju ben ©aläcfern fta) befanben , fo blyben biefe 
»oüeigen, fpäter feuerfrei unb ©egenjhtnb einer 3eit« 
Pachtung. 

4» Hube , modus vel mensura agri , inde Hufen Jandes, 
quantum agri homini rustico pro alenda fainilia cou- 
venit interprete Leibnitio; vel potius quantum uno 
aratro per annum coli potest. Wächter, gloss. v. 
Hnbe. Sei gediegener <5rtrag*fäbigfeit burdj fortgefe^te 
Jtultur genügte fpäter eine ijalbe £ufe. Conf. «flöte 6. 

I. Dafcer wirb ei auibrücflid) bemerft, ta$ ber Säte in 



166 



Cin übriger £fceü btent jur SBeibe ober ju fonftigcit 
»cburfmjtcn afd ®emtin$vit für bie ^ufener unb beit 
©albof, ber l)icr am jiärf|ien bered) ti$t, Wer nue 
«berafl ©nmbfjerr ifh Startragömdgig ober burefy 
Serbunfetung ftnb fpäter ©runbftucfe aui bem 33er# 
fcanbe t)er ausgetreten, »otjer mir bte ?atenf)ufcn oft 
nid)t meljr unmittelbar neben etnanber gelegen ftnben ; 
anf 9tottungen, ättiunonen ober Slbfplifien fyaben (Td) 
Äatben gebübet: jene wie tiefe fließen bte ?aten, 
an ber Ureinricfctung feftyaftenb, afö ntcf)t SSoffbered)« 
ttgte aud tt)rer ©enojfenfdjaft aui. * 

Sie ganje Anlage in itjxtm erflen beginnen er* 
fdjetnt bemnad) af* ba$ SBerf eine* (Jrobererd, ber 
»td)t fd>on beftefyenbe bäuerliche ©tfce in ein 3iu*ber* 
^drtniß briiefte, — (benn ba$ *>erfd)iebene ©runbeigen, 
aU (Ergebniß freier Sfufiebelung ober Grrwerbuiig, jeigt 
(id) nie in einem gfeid)en SRaftoerljaltniß gegenein« 
anber 2 }, — fonberu unangebaute ober bod> tterfajfene 
©ronbfKicfe in ber beruften SBeife *ertl)eiü fyat. 

Xrennen nur enbfict) t>otf unferer ?atenberfajfitng, 
»ad germantfd>er 2lu$bilbung angehört, xoaö tynbcrt 
Wi fobann, bte ©runWage rämifcfyen Urfprunge* ju 
erftören 3 ? Sie ©ertficfcfeit befefiigt tiefe Stanafynr. 



allen Singen ,• bte nidjt birect fein 3in*»erbaftnif be* 
treffen , wr bte SBofttcjerictte gehöre, 8. xn. 

1. Die #uf en , b. t. Säten , ftnb » o r anbern 9?a<ty>arn jtt 
ben ©cmeinte*3Biefen berechtiget 3?. I. Die tattn allem 
»abren unb treuen tat aenoffenfebafthebe £Ked)t ?. n. 
Die tfiirmebpflicbttflen , fpätert anbenoeit 4)frti$e bei 
&ofe*berrn, &ef>n nur tiefen, nietyt ben Satenwbanfe «n« 

2. Die§ bemerfte Stööfer *on fcem stifte tMnabrürf, C*« 
nabr. @ejcf). f. 5. 2. 

5. 4* itf faum iu bejtreiten unb föon 3uc. ©ctbofreb** 



\ 



167 



Die #6fye mr Xanten, ber gftrfienbcrg , t»ar He 
(Statte ber retera castra, Xanten felbft bte ber r&mi* 

fd)en ßolonie (colonia Trajana) *. Der BtfdjofÄbof 

in ber ®tabt Xanten fufjrt e* baffer nacf|, baß er ein 
Segimt ber Kultur für ben Umfretä gemein, tutb 
gcrirt ftcf) fortbauernb aW ba* £aupt ber übrigen * 
md)t fern batton auf* unb abtodrW be* föbetn* ßefe* 
genen ©atyofe mit ?atenf)ttfen , bte toätyrenb be* fani» 



bat cd eingefeben , bafj biefe frdntifcben unb fädtf. liti, 
leti bie im bQjantinifcben reiche wrtommenben leti, 
laeti, feien. 3" &er notitia digoitat. imperii sect. «5. 
9 gefebiebt tbrer unb ibrer praefecten audbrücCIic^e erwäb* 
nung; genannt werben: praefectus I^aetoram teuto- 
nicianorum , pr. Laetorum Batavorum et gentilium 
Suevorum , pr. Lmetorum Hrancorum , Lingonenaium, 
Actorum, Nerviorum, Batavorum Nemetacensiam, 
Batavorum Contraginensium etc. ©rimm, a. a. JD. 
<&>t\U 306, unb oouftgficb ber Sommentar jnr l 12. 

de veteranis t>c* Cod. Theodos., bei Ritter, II. 445. 440. 

1. Siebter'* ©ef<bid)ten unb 9Utcrtbümer be* untern @er* 
manien* ober oe* Sanbe* am 9iieberrbein , au* bem 
3ettatter ber rbm fcerrfdjafr. H <ö»nb<ben: JRbmtfcbe 
Denfmäler ber ©egenb oon Xanten unb SBefef. Gfien, 
«äbetfer , 1824. <5eite 133. 1*7. (5in febäfebare* 2Berf, 
beffen Sortierung mir münfeben. 

2. „Uitter vursc. puneten — mach men mereken ind 
sien , dat dieselve Bischops Hoeff eyn begyn is ge- 
weat voir allen anderen hueven ind ackert n die 

daeby ind umblangc syn gelegen. Waerumb' 

wy — erfflaten — van uosen voirvaderen nyt ge- 
hoert noch verstan en bebben, dat dese voirsc. Hoeff 
etnigh anderen hoeff baeven sich hebben." X. I* 
Setbalb benn aud> Peine ^Berufung ober Sonfuttation 
von biefem $ofe an irgenb einen antern fiattfinbet. 

X. L. LH 



168 



gen Aufenthalte* ber Stömer bafetbft, fefor ttKtfpföeui' 
Itd) an beutfäe ©djufclinge in folget SBeife jur £ul< 
tnr t)erltef)en roorben finb. 

Sin btefer Ureinricfyung, bte ttur eine ofonomifcfp 
nennen fonnen, entfaltete flcf) im Saufe ber 3ett unb 
im ©etjie germanifcfyer bäuerlich Üjnftttute ein 9fety6' 
fiHtan, »elctye* ben Säten in öffentlicher 33ejiel)ung 
ben fdjon ermahnten ©tanbpunft anroiiö, fte unter 
fld) jn einer ©enoffenfc^aft Derbanb, t^re bebingten 
9?ed)te jur #ufe aber unb if)re Verpflichtungen gegen 
ben #errn beö ©affjofeä, bte fid) an biefen (entern 
hefteten , fpmbottfcf) einfleibete unb an fejtfteljenbe 
{tage fnüpfte, # 

©ad 9ted|t ber ?aten jur #ufe ijl mit iljrem ?e# 
ben begrenzt: fte Reiben nur ?eibgettrinn *, unb empfang 
gen bie $ufe »on ber üerletyenben £anb beS £ofed> 
tyerrn: werben befyanbigt. 3nbeß {^at ber öftere lieber* 
gang ber $ufe Don bem SJefyanbigten an beffen (Erben, 
— »ad eben fo fel)r in bem Snterejfe beä £ofe$l>errn, 
aK in bem bringenben @efüt»le uon 33itttgfeit begrün* 
bet war, wenn and) leine urfprüngltcfye, bat)tn fül)# 
renbe Slbfpracfye Statt gefunben tyatte, — enbltd) ein 
t>erer6(id>ed 9iu&ung$red)t für ben £üfener ge* 
bilbet, obgleich bte fortbewegen be 33erpflicf)tung be$ 
(£rben, neue 33el)anbtgung an ber ?eibgettnitn$l)ufe ju 
erhalten, beren SSerleifyungSpreiS *>on ber SBeftimmuug 
be$ £ofeSf>errn abhängig geblieben t'ft/ ba* urfprung* 
licfje ftecf)t£»ert)ä(tmß feftyält. 



1. Lyffgewinn roie Lyfftucht gebtfbet. 6* tj* gUid>güfttd 
ob man Lyff t>on Liva, geben, ober oon L!p, fietb, 
abreiten roill, SBort unb begriff fliegen m ber oorlte« 
8*nb«t 33ebeutun0 in einander über. 



169 



Sa !)ternad) nun neue SSerletyung tum bem fyo* 
fe^errn nicfyt meljr geweigert * ttnb bafyer mcf)t burd) 
unmäßigen ^rei* unerreichbar gemalt »erben burfte, 
Wefer legtere tnelritefyr »gnäbig unb gejiemKd)« bemef* 
fen, »ihrigen gaHeS bem (Srfenntnijfe ber Säten un* 
tergeben »erben feilte 2 : fo trat bei ber SBefyanbtgung 
an bie ©teile ber 3bee einer t>erfeif)enben £anb, bie 
lai fftedft erteilte, ber Segriff ber feftyaftenben Jpanb, 
bie beit SBefcfcftanb eines t>ererblid)en alfo »or&anbenen, 
jebod) an neue SSerfeifyung gefnüpften 5Hed)te$ n>at)rte. 
$ierau$ entwicfelte jtd) metter bie Sitte, baß ber 
Säte, obgleich er ben berechtigten barftettt, and) feine 
fffjefrau — für ben galt beö UebertebenS — , unb 
feinen ©ofyn, af$ ben eigentlichen Srben, gleichzeitig 
an ber Jjufe £anb faflen ließ 3 ; baß bei bem Slbgange 
einer #anb mitunter alfofort unb el)e bie Seicfye bie 
SBoljnfidtte fcerfaJTen, einige Pfenninge bem #ofe$* 
Ijerrn afö Slnjeige ober aK 3*«*)*« ber SBereitnuflijy 
feit (u neuer #anbgett>inmtng gereicht ober bargebotett 
»erben mußten- 4 . SluS ber 3litfirf>t eine* j»ifd)en 
bem £ofe$berrn nnb bem £üfener (bem birecten unb 
nugbaren @tgentl)ume nad)) gleidrfam geteilten Med)* 
te$ floß enbltcf), baß, »enn bie #ufe tyanbloä ge* 
»orben mar, bennod) ber £ofe$l)err neuen Seibgewimt 



Mm JC» A_^» 

2. 2. xi. 

8. 9?ur Sötönner unb nur btejentgen , bte an ber »erbern 
ftanb be^anbigt finb, bte Srjt • Sleltej* # 93e&anbtgten 
reiften ten Satenetb X. rv. 0. in. , unb erfdjetnen am 
äoftage 2. II. Drei £änbe muffen immer an ber jüufe 
befefttgt fepn. 3f. XX. @. II. 

4. J. V. 



170 

ju »erleiden pffeflte , toetm ber ©rbe jur £ufe binnen 
ber jifm $c{if>artrn beff^Hc^er 3?ed)te gemeinttbftcbeR 
grifl »Ott 3aftr itnb £ag flcb melbete; bei weiterer 
»erfaumnig aber bie #ufe abgefd)d$t unb bem Arbeit 
bie SBabt beraffen »urbe, bie #dlfte bed greife« aoit 
bem #ofe$l)errn anjunebmen ober fie ju jabfen , »o* 
burd) er im erjlern gaffe ber £ufe gänjticf) »mebrfo*« 
tourbe, im Testern aber ein »olle*, buref) brei $anbe 
befejtigteä, Wu&ungöredft toieber erfangt l^atte *. 

£er ^ofe^berr, fpdter fein ©aebmafter , <Sd)ult* 
beiß' 2 flanb in allen £efe$t>erbäftniffen an ber ©pifce 
ber Säten, bie unter jid) eine ©enojfcnfdjaft bitbeten. 
Sin einem, unöeränberf id) feftjtebenben , Xage mußten 
ffe erfdjeinen unb ben jal>r(tcf>ctt 3in$ entrid)ten 3 . 
$iid\t ber geringe Setrag biefed 3infed, toie er in jün# 
gerer 3*it (Td> jeigte, — n»a$ nur golge be* nad) 
unb nad) fcerminberten innern ©efyafteä ber üRünje 
toar 4 , — fonbern um bcufelbcn nid>t auffdjwetteit ju 
latfcn, ba er balb bie Äräfte beä £ufener$ üfrerftie* 
gen ober bei bem SRangef ber ©d)rei6funbe jur SSer* 
buuHung unb Sprung StafafJ gegeben fyaben würbe, 
machten tint ©träfe ber Serfäumniß, bie 2Bebbe, 



l. $. XXII — xxv. 

%. X. II. bejiidjnet benjenigen, ber im Saftrade be* $ofei> 
frerrn bie 3infen u. f. w. ergebt, affo einen ©cfcultljeif, 
Den sculd- (debituni) heizxo (quaestor), toie er aud> 
in äffern Urfunben genannt wirb. 

3. 3P. xiii. & II. ©. i. 

4. Dafjer bemerkte febon im 15. 3<s(rfymtbert ber oben an- 
geführte tyrobft Hejmericu» ju £ante« in SBejie&ung 
auf ben bamafigen geringen SBerty bei ©(biUing* „soii- 
dus dicitur a soliditaU materiae, unde credilur fuisse 

aureus ab autiquo. u ®. ba* naetfefeenbe ©tut* tiii. 



171 



itotbroenbtg. tiefer $in$* ober #ofe$tag, ber etit^ 
mal ade 9ied>t$genofFen fcerfammeft b«tte, eignete fltf>, 
audj bie übrigen gemeinfamen Sfngefegenbetten ju orb* 
tieit. fyier mürbe bat)er gerügt, maö gegen bie @e* 
red)tf«me be* £ofe$berrn ober bte gemeinfamen gefd>e# 
ben, SJebanbigungen ttnb Sertrage ju 23ud> gebracht, 
unb 3^^tg'etten entföieben. 

811$ enbfid) bte ®d>reibfunfi fTrf) im allgemeinen 
Derbreitet ttnb and) in bie bofäredjtfidjen @efd)dfte jtd> 
eingebrungen batte, borgte man ba(b Benennung unb 
©tyf ber 3Sott$gerid)te. ©er ©cfyuttbeif} ftgurirt nun 
aW 5Rid)ter unb aui ben iattn, bte burd) Steilen 
ber $ufen fccf> gemeldet Ratten, »erben ad)t (Einjefne 
für bte gemeinfamen ©efdjdfte erfobren; ©Treiber 
unb 33ote flnb binjugefommen. 2>od) biefe 92ad)dfr 
fung andrer formen »erdnberte nie ben innern ßt)a* 
rafter einer ©enoffenfdjaft, bie nur baä gemeinfatne 
#ofedred)t mabrte unb nn'eä; unb ci befrentbet eben 
wenig , baß nadj Jlufjeictynung unferer ?atcnred>te bie 
Autonomie fofdjcr 3nfiitute weiter fdjritt unb $. 8. 
jene ad)t 6rf oljrne gerabeju Säten * ©cf>$ jfeu nannte« 



173 



V. 



Rechten jnd gewoeuten des Bischops Hoffe 

van Xan(en. t 

Primus liber habet. XIX capitula. 

» 

Cap. L 

In den name unss 1. heren Jesu Christi. Soe 
als men in den alden Historien, die ran werden 
syn ind van werden gehalden werden , beschreven 
fynt, dat Hector van Troien, den wy nocmca Hae- 
gen van Troien , van Coninc Priamus geborn, dese 
Stat van Xancten XI ind XLIX. jar voir Gaitz ge- 
borth erstwerff wyt ind oever groit begrepen ind 
mit groeten graven getimraery vertzicrt ind geves- 
tiget hefft gebat, als men binnen ind buiten Xanc- 
ten noch aen alden timmeren ind groten graven 
fundamenten klarlick befyndt ind sien mach, ind 
beult dese Stat Xancten klein Troien 2 geheiten ind 



1. Olufeeieidjnet j m 3^ !4 63> @. ben @ty u g ^ £^. i. 

2. #odj in ba* "Mttelalttv hinauf reicht fcie ^Benennung 
Xroja ofcer £iein«£roj<t für Tanten. Gilt* Urfunbe 
fceinrid^ III. bom 7. @ept. 1047, in Leuckfeld. Antiq. 
Poeld. p. 275, batirt Trojae quod et Sambum dicitur, 
rodefoed in Santum ober Sanctuin emenbirt ©erben mufj, 
ba &er ftatfer ben 8. ©ept. , festum s. Mariae , nrirftid) 
in Tanten gefeiert M, Vita Esonis, c. 8. — 




se doen noemen. Noch lange dair nae arer III 



3n bem gobliebe auf ben ff. flnno fyeift ti: 

Franko gesaz mit den sini 

Tili verre nidir bi Rini, 

Da worhtin si du mit vrowedin 

Eine luexele Troie, 

Den nach hizin si Santo . ,. 

Na deine wa^zere in iri lante, 

Den Bin havitin si vure dir. meri , 

Dannin wuhsin sint Vreinkischi heri. — . 

2Bie ift biefer 9came troja unb ba* barattf anfpiefenfciv 
tinbeutfcftc ®ort Xanctcs, Xantnm entfranben? ©inb 
fle rbmifcben Urfrrnnge*, obgleich Fein rbmifaer grifft 
freller ihrer erwähnt, burd> einen ©i$ rbmtfa)er 'Segio* 
naren erfunben unb im $o(ftmunbe erhalten geblieben? 
ÜBan mkb biefer $ermutyung , aber aud) b et (Siebter, 
a. a. £). ©cite 113) , feinen ftaunf geben, ka$ bie 23e* 
nennung Troja jld) au* Trojana flatt Trajana gebifbet 
Ijabe , eben wegen ber näjjern 93e$eidjnung Jtfeiii * troja 
unb ber wtrflidj erhaltenen ^Benennung Tanten. ©inb 
ffe unter ben ffranfen entfranben? Gl if* befannt, wie 
bie ©efd>icbtfd)reiber btefel fiegretdpn $offe* beffen Ur« 
fprung mbgfttyfr bod) , fdjon in troja iauftufttebett fite» 
ben ; wie in ber SBerwebung ihm ©agen , in ben 9?ie« 
befunden, Tanten üföttefpunf? ber &«rrli<bfeit ift (tnb 
fo wäre e$ r wobt benf bar , bafj biefer jicgenb einwaii« 
bernbe Solf, aU 9?ad)flang feiner trojanifeben J&erfunfr, 
bie eroberte romifefte SBrfle am 9tyein, Mein 'troja 
u. f. w. getauft t>aU. 

3n Söejiebung auf „Haegen van Troien" in unferm 
Denfmale , ber in ben 9?iebefungen Hagen von Troncie 
ober Troneck &eifjt, möge nod) folgenbe 9?amenäbnlicb* 
feit &ier angeführt werben. X)er gürfrenberg (bie vetera 
unb affo fllein * troja) oor Tanten gehörte im anfange 
bed 12. 3abrbunbert6 einem großen @runbbefl$er, Hein- 
rich de Tliuruecke (mit »erfefctem r, Throneckc), 



174 

kid VII jaer nae goitz .gebort is die heilige keise« 
rynne Helena, heiser Constantinus moeder, hier 
to kleinen Troyen gekomen ind hefft nyt alleine 
dit landt sonder oick yoele Confckrycke ind ander 
landen ther heiligen kerstenheit geworren ind be- 
haelven yoele andere heiligen up anderen steden, 
hefft se doch hier die hellige frunde Götz sint Vic- 
tor mit m° ind XXX merteler yerheven ind die 
kerken van Xanten gestifft, ind oer Soen keiser 
Constantinus hefft uitter fundament des alden testa- 
nentz die tienden doer alle die werlt der helliger 
herk gegeven. Doch syn der haelver hueven 1 in 
des Bytehops Hoeff tot Xancten gehoeren, ein deyl 
ran theinden tho geven gevryet hieven, ind umb 
ein ewige gedechtenisse der vryheit hefft dat Capit- 
tel van Xancten ilker'gevryden halffhuyen jarlix up 
unser vrauwen dach tho Kchtmisse een kertze van 
twe ferteyn ft wass, soe als men dey kertzen in die 
boecken des Capittels van Xancten klaerlich bescre» 
von fyndt. Ind by verloepe der tyt is dese Stat 
kleine Troyen nae einen water geheiten die Xanct» 
dat hier voer der Borch dar nu die marekt is, tho 



■M» 



»el*er benfetben mit föttf $eft|Urtgtn in Tanten felb(t 
unb anberri ju Kitten u. f. ». , mittefft einer »orfyan* 
teilen Urfunbe »ein 3«& r 1116, worin ber Särßenberg 
mons s. Martini in territorio Xaoctensi unb SBirfebettfe 
genannt n>trb / ber »Met ©iegburg ftyenfte, bie bort 
eine Softer » Hnftaft, eine Seile, errichtete, ctefclbe aber 
im 3afcr 1259 ber gebtiffinn unb ben 9?ottnen |u ftorjt, 
beren Stfojler eingeäfdjert Norbert, gu einer neuen 9He 
bertaffung abtrat, 
firto, »iertel. 



175 



vlyten plaeh ind noch lieir by Xancten vluyt, ind 
och nae den heiligen die hier nuten, Xancten g'e- 
noempt worden. Uitter yursc. puncteri ind gele- 
genheit des Bischops Hoeff, syns ackers ind der 
halver Hueven ind anderen gelcfnden daerinne ge- 
hoeren als nae siegen, so as die snnderlinghe den 
Erren voir anderen näheren totten vurschreven 
halff hneven een deel naegegeven syn , mach men 
mercken ind sien, dat die selre Biscbops Hoeff eyn 
begyn is gewest voir allen anderen hueven ind ac- 
keren die dae by ind umblange syn gelegen, wandt 
die andere hoeven ind acherlandt yast yan heiden 
van bruicken yan yelden ind van waeteren syndt * 
der yoirsc. tyden tot landen syn gemacht worden 
als men in der warbeit befynt ind hlairlich beschou~ 
wen mach. Wair nit tho merken steit, dat dese 
Bisschops Hoeff yan alder Hierkomen vor allen an- 
deren naeberjicken Hoeffgerichten ein aide beirlicke 
fundirde Jurisdicte hefft gewest ind noch is umher 
meir yoirt vestlick gehalden tho werden billich ind 
mit recht gehurt, als sich in den puncten hier nae 
beschreven klairlich befynden sali, dat wy yerkaren 
ind gehulden erfflaten diss hoffs oich yan hulden 
ind trouwen wegen soe schuldich syn tho halden soe 
yel in unser macht is. Waerumb wy yerkaren erff- 
laeten ter tyt dess yoirsc. Hoeffs yan unsen voir- 
yaderen nyt gehoert noch yerstan en hebben, dat 
dese yoirsc. Hoeff einigh andern hoeff baeven sich 
hebben, daer wy yerkaren erfflaten ordele, der wy 
niet wyes en weren, off Rechten desselyen Hoeffs 



1. Seit. 



176 



yersuecken sullen. lud daeram ter ewiger gedech. 
tenysse hebben Wf verkareo ind ock wy gebuldea 
Erfflaten vursc, ter tyt unse aide laetenboick ind 
die selye Rechten ind gewonten diss roirsc. Hoeffs 
ein dejl , $Qe als ayy die Tau .unsen voirwderen ge- 
beert ind gelert ind biss noch gehalden hebn gehat, 
in desen bock doen beschriven, in den jaren unsers 
heren M. CCCC LXUL dat syn IL m VL C ind XII. 
jaer nae de* fundatien deser> Stat Xancten voirty- 
den klein Troien gebeiten. Soe dan vorgeschreven 
is yan der irsten fundatien ind hierkompst der Stat 
Xanten ind des Bischops Hoeffs vursc. , so ist vort* 
an tho merken ind tho yerstain van den Rechten 
ind goeden gewonten disselven hoeffs ind van den 
hoeff Richter, yan den yerkaren Erfflaten, yan den 
anderen Erfflaten, yan dem Schryyer ind yan den 
Baede des hoeffs, ind yan oeren eiden die sy un. 
sern g. H. diss hoeffs doen sullen. 

Cap. II. 

In den ersten is to weten, dat die ghoene den 
nnss heren gnaden beyelen wurde die tynse ind 
ophoeniinge yan Handtwinnongen der lyffgewint 
gudere , in dess Bischops Hoeff gehoeren, tho Dia- 
nen ind op tho 4>oeren , ind die Erffgenamen mit 
selyen lyffgewinns gneden tho behanden; die plegh 
disselyen Hoeffs Richter tho wesen. 

Cap. m. 

Item wanner dan die selve Hoeffrichter diss 
hoeffsgerichte erst besitten wurdt, so sali hy oer- 
kundt diss hoeffs yerkaren Erfflaten gelaven by den 
selyen eiden, die hy unss g. heren hed gedain, desen 



177 



Bischopshoeff in synen Rechten ind gueden alden 
gewonten tho Halden nae klerioge der yerkaren 
Erfflaten yursa, ind die laetschap yan wegen unss 
g. heren alt yt nae synre macht to beschermen son- 
der argelist 

Cap. DIL 

Item alle die ghoene, die yan manspersonen 
mit der vorder handt an lyffgewins guederen diss 
yursc. hoeffs gehant weren, sollen in banden shoeffs- 
richters gelayen als hir nae geschreven steit 

Cap. V. 

Ick N. gelaye in rechter eydstat, diss hofft 
Hechten ind gewonten gehorsam gefolglich tho we- 
sen ind helpen die thalden nae mjnre macht. 

Cap. VL 

ItemFin dese Bischopshoeff sollen acht yerka- 
ren erfflaten wesen , die shoeffs Rechten ind aide 
gewonten sullen wysen, behalden die andere gemeine 
Erfflaten. Ind so wanner deser yerkaren Erfflaten 
een off meir gebrecken, so sali die Hoff richter diss 
hoeffs ter tyt mit den anderen yerkaren Erfflaten 
eynen off meir uitter den gemeinen Erfflaten, so« 
yoel der dan gebreeck ind die daer toe bequeme 
weren , wedderumb in die stede kiesen , ind die 
Richter sali sulcke yerkaren Erfflaten vermitz oeren 
eydcn, hirna geschreven, nae gewonten diss hoeffs 
in oirkunde der anderer yerkaren Erfflaten bestedi- 
gen, ind die hoeffrichter sali ban ind yrede yan 

• 

wegen unss g. heren aver sie gebeeden. Die selve 
yerkaren erfflaten sullen die aide gewonten ind 

12 



178 



Rechten desselven hoeffs tot maninge shoffsrich*. 
ters helpen wysen ind kleren, ind sy sullen gelaven 
ind swcren in handen des hoeffrichters als hirnae 
beschreven steit, ind sollen den hoeffrichter vor 
oeren anganck XII. d. ind den verkaren ErfUatea 
IX. d. geven voir oere orkunde. 

Cap. Vit 

Ick N. seker ind gelaire mynen g. heren tromr 
ind hold ind desen hoeffsgericht gehoirsam tho we- 
sen, ind den hoeff in sjnen alden Rechten ind ge- 
wonten helpen tho halden ind den geenen, die des 
Tan my gesinnen, gefölglich tho wesen, echte gicht- 
worde ind TOrwarden tho dragen nae myner bester 
witschap nmb myn Recht: soe hclp my Godt ind 
syn heilligen. 

Cäp. vm. 

Item die gemeinde gehulde ErfKlaten cnss Tursc» 
hoffs sullen gesainender h&ndt, altyt als des noit 
were, eynen geloefflicken man tot diss hoffs schry* 
Ter setten, ind die hoffrichter sali den Tan wegen 
unss g. heren vermitz synen eiden bestedigen ind 
ban ind yrede aver oen gebieden, ind die sali synen 
eidt doin in handen shoefisrichtera als heir nae be- 
schreyen steit. 

Cap. IX 

Ick N. gelave, dat ick mit gehorsamkeit alle 
saeken, der laetschap sbisschopshofls gerichtlich off 
ongerichtlich angaen, dairick als ein schryver toe 
geroepen werde, trouwlick sali beschryren, ind 
wes sich daer inne tho helen geboert, sali ick Ter- 



179 



swygen ind heelen tot synre tyt, Brieve die my van 
dea partien y oirkunde diss hoeffs laeten ind diss 
hoffs gueden antreffende, tho schryven bevalen wer- 
den , sali ick tot behueff der koepere in der bester 
formen nae myner bester witschap soe yast maeken, 
dat die koepere darmit bewart end die verkoepere 
sulcker gueder then ewigen daghen werloiss verbly- 
ven; desgelick sali ick doin in den gerichten brie- 
yen , die my gerichtlich tho schryven bevalen wer- 
den; Partien die myner gesinnen, cedulen vanhandt- 
winnongen off yorwarden nae diss hoeffs gewonten 
tho maeken , den sali ick gutwillich gef olglich we- 
sen ind die truwelick beschryyen nae mynre beister 
witschap; voirt sali ick die Rechten ind gewonten 
des Hoeffs als ein schryver helpen stercken ind 
balden nae mynre macht: soe help my Godt ind syn 
Heilligen« 

Cup. X. 

Item die gemeine gehulden Erfflaten diss vnrsc. 
hoeffs sullen gesamender hant altyt als des noit were 
einen geloefflicken wecklichen * man tot diss hoeffs 
baede setten, ind die fioffrichter sali den vän we- 
gen unss g. heren yermitz synen Eeden bostedigen 
ind ban ind yrede ayer oen gebieden, ind die bade 
sali in bände shoeffrichters gelayen ind sweren als 
hiernae beschreyfen steit. 

Cap. XI. 

Ick N. seker ind gelaye unsen g. heren trouwe 
ind hold tho wesen, ind syner gnaden Hoffrichter 



l. 9iif0en>f cffen , regfamtn. 



180 

diss Bischopshoffs , tot behueff unss g. heren ind 
der laetschap disselven hoeffs, umb myn Recht 
gehorsam ind bereit tho wesen, gebaedinge tho 
doin, pandt to leveren, ind yan bevele shoffrich- 
ters tho gebieden ind tho verbeiden nae diss hoeffs 
Rechten ind gewonten ind nae wysonghe der ver- 
kaeren Erfflaten, als my yan den Hoffrichter tertyt 
sali beyalen werden: dat sali ick truwelick halden 
ind doin, so help my Godt ind syn Heilligen. 

Cap, xn. 

Item unss g. heren Hoffrichter sali alle jair up 
sunte Margriten dach tho ML uren naemiddage, yan 
wegen unss g. heren, des Hoffs Tynss boeren ind 
ongebaden hoefigericht halden ind besitten. 

Cap. xm. 

Item alle die laeten ind schuldere diss Hoeffs 
sullen alle jair up sunte Margrieten dach oeren tynss 
betalen by penen eins kleinen weds. 

Cap. xnn. 

Item een klein wedde is YTLj f tynss groit, ind 
swair wedde off broeke is LX tynss groit; ind tho 
weten , dat ein alt butdreger off ein tynss schillinck 
mact m tynssgroit, ind tho weten, dat acht aide 
butdreger ein loet gepuert 2 silyers weirt sullen 
wesen. 

Cap. XV. 
Item op sunte Margrieten dach op tyt yursc. 



1. 7£. 

2. ©creimatel, reine«. 



181 



tollen alle die gesworen Erfflaten diss yursc. hoeffs, 
Yan oerer lyffgewins gueder wegen, in desen hoeff 
gehoerende, vor den Hoffrichter diss hoeffs ind 
op diss hoeffs eigen , by penen eins kleinen weds, 
schuldich wesen sich tho yerschynigen, ind asdan 
den ongebaden Hoeffgedinge genoich tho wesen; 
wulck gedinge yan alder heerkomen ind uit diss 
hoeffs gueden alden gewonten op den yursc. dach 
ind tyt yan sich selven ban ind yrede gebaden is 
ind allewege gebaeden blyyen sali. 

. Cap. XVL 

Item die Erfflaten sullen up sunte Margrieten 
dach sementlick ind besundcr schuldich wesen, tot 
maiiinge des Hoeffrichters , alle wroegbare saeken, 
die sy kuntlich wüsten, diss hoeffs hierlicheit off 
disselven hoeffs gueder off der Erfflaten guede, die 
in desen hoeff gehoeren , antreffende , gerichtlich 
tho wroegen« 

Cap. xm 

Item die Erfflaten syn schuldich up sunte Mar- 
grieten dach den gericht genoich tho wesen, dat is 
tho yerstain , dat ein iglich Erfllate ter rechter tyt 
then hoffgedinghe komen sali ind sali by penen eens 
kleinen weds sonder orloeff des Hoeffrichters niet 
yan dan scheiden bis* die hoeflrichter dat gedinge 
geslaten hefft. 

Cap. XVIIL 

Item die yursc. Erfflaten, acht yerkaren Erffla- 
ten, sullen oick up sunte Margrieten dach, binnen 
tyt des gerichts, rechten ind gewonten diss hoeffs, 
tot maeninge des Hoeffrichters, wysen ind kleren, 



182 

ind die Höffrichter iod schryver sullen sitten ind 
die yerkaren Erfflaten sullen stain, «oe duck als 
men ordele wysende wurdt 

Cap. XIX, 

Item dese naebesohreven yier puncten gehoerei» 
totter heirlicheit diss Bischopshoefik ind men sali sie 
jairlix up sunte Margrieten dach vor unsern Höff- 
richter gerichtlich wroegen ind uosen beren diss 
hoeffs syne heirlicheit behalden, und is tho weten, 
soe als voir in den XVI. Capitel geroirt ind geslo- 
ten steh, dat die Erfllaten alle wroegebare saeke, 
die sy huntlich wüsten diss hoeffs heirlicheit off 
disselyen hoffs gueden off der Erfflaten gueden die 
in desen hoeff gehoeren antreffende, illix jairs up 
sunte Margrieten dach sementlich off besunder tot 
maenungen shoeffrichters sullen schuldieh wesen ge- 
richtlich tho wroegen ; doe en steit niet vergeten 
noch yersweggn tho blyyen, dat men einen yail up 
dryen beenen * ind einen beer 2 up unsers heren 
hoeff halden sali, ind der en sali gein man stoten 
noch slam meir malch saH sie yortschicken. . Item 
unse here des hoeffs mach eine Mole in den Ryn 
doen hangen binnen paelen lantz yan Xancten wan- 
ner hy wil. Item idt huiss ter Munten binnen Xanc- 
ten alre neist der Stegen , mitten einen einden an 
den marckt ind mitten anderen einde an die schern- 
straete gelegen, gilt unsern g. heren jarKx yier 
penninck Erfftynss, beheltlich unsern heren daer 



1. <£in junge« Wert tum Beföhlen, M an einem Kein 
lafym fepn mag. 

2. ober. 



183 

i 

tho in den selvc huise gelt tho doin slain ind tho 
munten wanner hy wil. Item vermitz orloff unsere 
heren mach ein bequeme versoecht ind belert 
Marschalk einen noitstail binnen Xancten settem ind 
wanner der noitstail vermitz versterff off avergifft 
ledich worden were, so sali men sulcken noetstall 
an unsen hoeffrichter wedderumb winnen ind wer- 
Ten mit einen ebner wjns f oirkundt yerkaren Erff- 
laten diss hoeffs. 

Secundus über habet XI. capita. 

Cap. XX. 

Item aen dese naebeschreyen erfflaten guede- 
ren, die men tot erfflyffgewins rechten uitten Bi- 
schopshoeffe helt, daran sullen die Erffgenamen 
avermitz consent der goenre, die an den Erfflaten 
gliederen gehant weren, drje banden tot einre tyt 
off tho verscheden tyden yan den hoffrichter moe- 
gen winnen off wesselen , oirkunde yerkaren Erff- 
laten, daraver geroepen, als recht were; ind unse 
g. here noch synre g. hoeffrichter en sullen den 
Erffgenamen gein weigeronge daerinne doin noch 
indracht geschien laten. 

Cap. XXL 

Item unsers g. heren Hoffrichter is schnldich 
den Erffgenamen nae diss hoeffs rechten ind al- 
den gueden gewoenden die Erfflaten guede tho 
laten winnen weryen wysselen, vermitz consent 
ind believen der goenre, die an sulcken guede 
gehant weren, ind dat so duck als den Erffgena- 
men noit were, oirkundt twyer offmeir des hoeffs 



184 

Tertiären Erfflaten, daraver geroepen ind onthalt*, 
als recht were. Ind off den Erffgenamen dan 
dair inne weigerunge geschege, ind dair en baren 
einige bände dar yorder aen verstorven off dat 
guedt opstorve , sulck yersterff en sali den Erff- 
genamen aen den gewin niet hinderlich wesen, 
mer dat gewin sali sjtain als off ghen Yersterff 
dairan geschiet were; ten were dan saeke, dat 
sulcken bandt lange gestain hedde onyersocht, ind 
dan die goene, die dar aen gehant were, doit 
kranck tho bedde lege, so sali dat stain tot kle- 
ringe der yerkaren Erfflaten. 

Cap. xxn. 

Item off unser g. bere een Erfflaten guet le- 
dich opstorre ind also tho bare quenie, gesinnen 
dan die Erffgenamen binnen jairs an den heren 
off an den hoeffrichter diss hoeffs sulck guit mit 
gnaden tho werven ind tho winnen, soe plegen 
die here off synre hoeffrichter den Eryen gnedich 
tho wesen. Wert saeke, dat die Erven binnen 
jair sess wecken ind drje dagen sulch guet, oir- 
kunde yerkaren Erfflaten, an den Hoeffrichter 
niet en versuchten tho winnen, soe solde die heer 
dat guit gerichtlich tot sich werven ind winnen 
yor den hoffrichter ind den Erfflaten diss hoeffs. 

Cap. XXUI. 

Item unse g. here den Erffgenamen geine 
gnade, dan diss hoeffrecht, wolde wederfaren la- 



1* Die baju gerufen ttnb teilen et tim>erfy)tten, sticht »er* 
Mit »orten. 



185 

ten, soe is disss hoffsrecht ind gewonten, dat unse 
here dis* hofft sulck erfflatenguit up ein gebur- 
lick gelt sali doin -werdigen; ind asdan moegen 
die Erven kiesen, off ay nnaen heren die haelfFe 
Tan den taxierden gelde geven -willen ind behal- 
den dat guit, off sie desselven gnitz affstain ind 
die haelffe van den gelde ran unten g. heren boe- 
ren -willen. 

Cap. xxmi. 

Item koeren die Erfigenamen tot den Erffla- 
ten gtiede, so sollen sy nnsen g. heren ther stnnt 
snlch yursc. gelt hantreiken ind oe verteilen , ind 
dar mede sullen sy drye banden an sulck gnede 
vnrsc. gewonnen ind geworven hebben. 

Cap. XXV. 

Item weret saeke, dat die Erffgename totten 
gelde koeren , so sullen sie nochtans * sulcks la- 
tenguitz vollkoemlich ind restlich gebruychen bisa 
tertyt, dat oen unsers beren gnade sulck gelt 
vursc. ind dar thoe oer plochrecht, off sie wes 
daran gelacht hedden, volkomelick hed doin aver- 
tellen betalen ind hantreiken sonder argelist off 
indracht; ind dar mede sullen dan die Erffgena- 
men des guitz werloss wesen ind blyven; ind alle 
underseddels guede sullen tot sulck gelicken Rech- 
ten stain als die principaell laeten guederen, ten 
were dan sacke* dat sie mit anderen voirwarden 
angenomen weren. 



1. 9?id)t*bejlo»emger,, 



186 

Cap. XXVI. 

Item wanner die Erffgename an oeren laeten 
gliederen, oirkundt twyer ofF meir diss hoeffs 
verkaren Erfflaten, bände gewonnen hedden, aoe 
moegen die Erffgenamen Toirwarden under sich 
machen tot oeren luste, ind in desen latenboick 
doen beachryven als diss hoffs recht is. 

Cap. xxvn. 

Item alle behandinge ind verwarden, die voer 
twe off meir verkaren Erfflaten diss hoffs recht 
ind redelich gescheit ind gemaeckt weren, ind 
die dan nae diss hoffs rechten ind gewoenten in 
desen boeck geschreyen werden , sullen volmech- 
tich rechten vast stede ind van werde wesen ind 
Tan werde gehalden werden. 

Cap. xxvm. 

Item off yemant syn lyffgewins guit in desen 
hoff gehoerende umb beteringe der gueder tot 
underseddel ind tot lyffgewins Rechten uit doin 
wolde, die sali dat doin oirkunde yerkaren Erff- 
laten, ind sali dat underseddels guit gepaelt 1 in 
desen boeck bescryven doin, ind dat dairamb» up 
dat unsern g. heren idt Erye disa hoeffs niet ver- 
ataelen ind die upkoeminge van den hantgewinnong 
syt vermindert en werde. 

Cap. XXIX. 
Item partien, die an den guede diss hoffs be- 
haut weren ind die dan einige andere persone 

1. 9?a$ Sage, «rgrcnjuna, ©e&att unfc 3isg$ör teieignet. 



187 

an die reuten sulx gnits een deel off tbo mael 
tüchtigen 1 wolden, die sullen dat dein oirkundt 
yerkaren Erfflaten dist hoffs. 

Cap. XXX, 

Item to weten, dat niemant §yn lyffgewin in 
desen hoff gehoerende mit jairgulden off ander* 
in einiger wise erfflich besweren mach, ind wea 
•oe geschege , dat sali machtlost ind van geiner 
werden wesen, 

Tertius Über habet VII. capita. 

Cap. XXXI. 

Item tho weten, dat die verharen Erfflaten 
diss hoffs gein voirwarden noch consent noch op- 
gifft van handf noch getajch van hantwinnongen 
muntlich ontfangen sullen, meer die partien, die 
des tdoin hebben, die sullen tot diss hoffs schry- 
▼er gaen ind sullen oer voirwarden off opgifft op 
hantwinnonge off consent tot oeren lust doin be- 
achryven, ind mit sulcher cedulen sullen die par- 
tyen voir twe off voir meir diss hoffs verharen 
Erfflaten hörnen ind begeren derselver laeten ge- 
tuych umb oere Recht; ind dat Recht sullen drye 
groit wesen, die die laeten voir oere orhunde 
sullen hebben ind mit sulcher vursc. cedulen sul- 
len ontfangen. 

Cap. XXXII. 
Item partien die hande gewonnen off gewis- 

1. SBon 3ud>t , in &toju*t , getriftet , tafter : den @ems? 
ober tat äejiefyn »erlern. 



188 

•elt off rorwerden gemacht ind cedulen daer Tan 
feedden doin schryven nae diaa hoeffa Rechten ind 
gewonten, die selve cedulen aallen die yerkaren 
Erfflaten ran den partien tot sich nemen, ind yoir 
ein vor war den in dit boeck to schryven sali men 
geven, yoir die gemeine yerkaren Erfflaten drye 
groit, ind yoir ein gewonnen off wysselhande 
drye grote , voer twe gewonnen off wysselhande 
sess groit, yoer drye gewonnen oft wysselhande 
negen groit, ind yoer dea schryyera Rechten an- 
derhalyen groit; ind dat gelt aullen die&elve yer- 
karen Erfflaten gelich mit der yursc. cedulen ter 
atunt in der laten achryn dragen, also wanner 
men dit Latenboick ind dat achryn updoen wirt, 
dat men dan die yursc« cedulen mit den yursc. 
gelde dair inne finden moege; ind alsdan sali men 
all die yursc. cedulen in desen boifk klerlick ind 
truwelich doin heschriven, weir die partien dar- 
by weren off niet by en weren; ind die yerkaren 
Erfflaten disa hoeffa aullen den schryyer syn loen 
yursc, nemlich anderhalff groet, asdan ter stont 
ind geret oyertellen ind leyeren vor ietliche hant- 
winnonghe weaselinge off yoirwarde in dit boick 
tho schryven. 

Cap. XXXIII. 

Item alle hantwinnongen ind yoirwarden, die 
men van nu vortan in desen boick sali beschry- 
Ten, dair sali men altyt die jairen unsers heren 
ind der yerkaren Erfflaten namen by schryven, die 
dar aver gestain ind enthalt weren gewest als 
verkaren Erfflaten ind die dat dan an oeren mede 
verkaren Erfflaten gebracht hedden als Recht 
were. 



189 



Cap. xxxnu. 

Item twe off meir verkaren Erfflaten, aver 
hantwinnongen ind voirwarden geroepen, den sul- 
len die partien yoir oer oirkunde ind den gemein 
nen verkaren Erfflaten ind den schryver illich syn 
gelt, voirsc. steit, ter stunt ind geret geven. Ge- 
schege dat niet, so Bullen sulcke verkaren Erffla- 
ten niet schuldich wesen einigen cedulen anthone- 
men noch oick sulcke vorwarden offte hantwin- 
nonge tho gedencken noch aen oer mede laten 
tho bringen noch in dit boick in einiger wyse 
tho schryven doin. 

Cap. XXXV. 
Iteui die verkaren Erfflaten sullen elx jair» 
npten neisten vridach nae den helligen pinitdaghe 
des morgens tho seven uren der laten boick up 
doqn* ind des Hoeffs schryver sali alsdan einen 
iglick, die des begert, syne vorwarden aepent- 
lieh lesen Tor den laten ind den Erven, die dair 
by begeren tho wesen. Item were dan des vri- 
dachs voirsc. yemantz, die an dem laten guede 
binnen den jaire hande gewonnen ind geworven 
hedden, oirkunde verkaren Erfflaten als voirsc. 
steit ind diss hoffs recht were, die hande sullen 
die verkaren Erfflaten regulariter in dat boik 
doen beschryven. 

Gap. XXXVI. 
Item off tot anderen tyden noet gebuerde dat 
latenboiek optdoin, voirwarden off hantwinnongen 
dar inire tho schryven, sulche noetsacke sullen 
die verkaren Erfflaten yoir undersueken; ind off 
sich dan befände , dat die saeken redelich wereo, 



190 

so sulleo die verkaren Erfflaten einen genuemden 
dach Stadt ind ure in der kerken doin verkündi- 
gen, alle dyghene dar by tkomen die des hoeffa 
geswaren weren off die in den latenboick wat 
tdoin hebben; ind so sali men dan die segellen 
bekennen, darmit dat dit latenboick toegesegelt 
were, ind dan sali men dit boick up doin ; ind die 
des soe gesannen hedden, sollen den verkaren 
Erfflaten voir oere recht geven achtien groit ind 
hoef fs schryver anderhalff groit. 



Cap. XXX ViL 

Item behueffden ymantz tot anderen tydfen, 
Yorder dan vorsc steit, dat latenboick tho besiehn 
ind up gedain werden, sonder ind behalven yet 
darin tho schryven off uit tedoin off te verände- 
ren, die sali then mynsten vyff verkaren Erfflaten 
ind diss hoeffs schryver darby werven, ind sali 
dan den verkaren Erfflaten vor oere Recht neghen 
groit, ind den schryver vor syn Recht anderhalff 
groit, ter stunt ger,et geven. 

Quartus über habet XXm. capita» 

Cap. xxxvni. 

Item wurde saeke, dat sich ymantx an einigen 
Erfflaten güede in desen hoff gehoerende Recht 
vermoeden thebben, die sali an den hofTrichter 
werven , dat oen een hoffdack gelacht werde nae 
diss hoffs Rechten; ind die kleger sali den ghoe- 
nen, den hy schuldigen will, mit dess hoeffs ba- 
den vor den hoffrichter ind vor die verkaren 
Erfflaten diss hoffs doin gebaden; ind asdan de- 
sen hoffgericht ban ind vrede gebaden were, so 



191 



•all die kleger den schuldigen gerichtlich bekla- 
gen mit synen gebeden ind gegonten voirspreken 
mit körten duytslich ind wael sloytende worden, 
die die verkaren Erfflaten klerlich verstain moegen» 

Cap. XXXIX. 

Item die hoffrichter mach by pene eins klei- 
nen weds einem iglick yerkaren Erfflaten mit diss 
hoeffs baden doin gebaden, tot den hoffgericht 
tkomen ind tho bedinghen, 4 soe duck des noit 
vf ere ; ind\ off ein verkaren Erfflate , soe gebadt 
ah voirsc. steit, bniten noitsaeken then hoeffge- 
rieht niet en queme ind vrevelick ongehorsam 
were, den selven sollen die verkaren Erfflaten 
broechtlich wysen, ind sali in der penen verfal- 
len wesen als voirsc. steit» 

Cap. XL» 

Item diss hoffs geswaren baden sali alle geba* 
dinge unsers gnedigen heren, synre g. hoffrichter, 
diss hoffs Rechten oFf saicken der gemeine lat- 
schap antreffende , willichlich doin sonder gelt dar* 
ad tho nemen. 

Gap. XLL 

Item diss 'gcrichts gesworen bade sali van be- 
vele des hofTrichters einen iglichen verkaren Erff- 
laten gebaden then hoffgericht tkomen, ind dar 
van sali die bade van den parthien , die des behue- 
ven, ther erster gebadinge ein halff licht wedde 
vor syn loen hebben, ind off die bade die voirsc. 



1. JDbtr Dedingen ttnb Gedingen. 



192 



verkaren Erfllaten in der selver saicken ducker ft 
gebaden solde then hoffgericht tkomen, soe sullen 
die partien dem. baden van elcker gebadinge geyea 
anderhalff groit. 

Cap. XUL 

Item diss hofis bade vorsc. sali Tan bevele des 
hoffrichters einen iglicben Erfllaten diss boeffs ge- 
baden tben hoffgerichte tkomen, tot behueff des 
goenen die oen schuldigen will, ind darvan sali hy 
yor s/n loen hebben binnen der stat Xancten einen 
groit, ind buiten Xancten sali men oen loenen nae 
gelegenbeit 2 syns arbeitz. 

Cap. XI JH. 

Item den die bade eins gebadt hedde, word 
die dan ungehoirsam, so sali hy oen dan ander- 
werff gebaden umb syns Hecht in aller maten als 
voirsc. steit 

Cap. XLIin. 

Item wurde die dan anderwerfT ungehoirsam, 
so sali oen die bade der de wer ff oirkundt verkaren 
Erfllaten gebaeden umb syn Recht vursc; ind den 
verkaren Erfllaten sali men vor oere Recht geven 
drye groit binnen Xancten, ind buiten Xancten nae 
gelegenbeit des wegs ind der arbek. 

Cap. XLV. 
Item ein ErfHath diss hoffs, die eins gebadt 



1. Oefter. 

% 9?ad> Sage SRafoabe. 



193 



were ind die »ich dan to suecken off ^itlendich 
inaecke, also dat oen diss hoefFs bade niet vor oe- 
gen kriegen künde f so sali oen dieselve bade an 
syn huyss off herberghe versnecken, ind sali oen 
an dit hoffgericbte roepen ind gebaden tkomen, ind 
Hier derder gebadingbe sali hy »nicken balhorin- 
gen % Erfflaet, oirkundt verkaren Erfilatcn diss 
hoefFs, roepen ind gebaden als voirsc. steh, be- 
beltlich denselven verkaren Erfflaten ind den baden 
oere Recht als een daraff gebneren sali. 

Cap. XLVL 

Item ein Erfflate diss hoffs, die van bevele 
des hoffrichters vermits diss hoffs geswaren bade 
twie gebaedt were tben hoffgericbte tkomcn, un- 
gehorsam worden were, ind dar nae derdewerff, 
oirkundt twyer off meir verkaren Erfflaten diss 
hoffs, vermits denselven bade van bevele shoff- 
richters gebadt wurde ind dan noch ungehorsam 
were; die solde unseren g. heren brechen ind 
schuldich wesen ein swair wedde^ind die kleger 
solde unserem g. heren dat versehenen 2 wedde 
verrichten , ind sali sich voirt in des ungehor- 
samen Erfflaten guit vermits den hoffrichter ind 
des hoffs verkaren Erfflaten gerichtlichen' heischen 
tdoin selten, ind die hoffrichter sali oen nae wy- 
songe der verkaren Erfflaten dair inne setten, ind 
ban ind vrede daraver doin bisster tyt, dat oen 
die ongehorsame mit berouwe* die vursc. wedden 
ind allen gerichtlich kost, darumb geschiet, ver- 



1. Statt lern walteten Bai , b. (. biU > uttt Jb&ren ; xt\t 

Baldadig, Bahstürig, &. i. actttffttyäng, frcBfl^aft. 

% £>ie erfüllen* Sbrädjtt. 
8. {Reue. 

13 



194 

rieht ind desen hoffgerichte rennte Becbt ind 
ordell disft hofft gehorsam wotden were, den Ma- 
ger then Rechten tstain. 

Cap. XLYIL 

Item off eilige partien an desen hoffgericht 
dinckplichtich wurden, also balde dan ansprake 
ind antwort tuschen den partien gerichtlich weren 
gescheit, so sali die hoffrichter ter stnnt wysskeit 
ind geloeven nemen Tan den partien , dat 87 eere 
ansprake ind antwort gerichtlich vort verfolgen 
ind desen hoffgericht gehoirsam wesen sullen; ind 
die partien en sollen sich nae diss hoffs Rechten 
in geinre wyse moegen scheiden noch ock oere 
gerichtliche vorderünghe liggen laeten, sy en hed- 
den dan den hoffrichter voir gelove gödain , den« 
selven hoffrichter vur uns* g. heren broeck ind 
den verkaren Erfflaten den schryve* ind den bade 
diss hoffgerichtz van oeren Rechten genoieh tdoin 
sonder argelist. 

• Cap. XLVHL 

Item die partyen sullen muntlich dingen, ind 
die laten moegen sulck gedinge, op der partien 
kost, d«>in fceschry ven off sy willen, 

Cap. XLIX; 
Item alle ordele, der die verkaren Erfflaten 
wyss weren, die sullen sy by oeren Eiden uit- 
wiesen sonder vertoch. 

Cap. L. 

Item alle ordele, der die verkaren Erfflaten 
niet wyss en weren, up den ungebaden gedinghen 
sunte Margreten dach off oick op den anderen 
verkundigden dincklichen hoffdagen, der selver 



\ 



195 



ordell füllen ind moegen die verharen Erffiaten, 
np der partien host, wyss werden an ind up allen 
steden ind an allen wysen mannen, dair sie Recht« 
hleringhe ind onderscheide der Rechten der vursc. 
bestaedde ordele wyss werden bannen, angesien 
dat dese Bischopshoff ein beginne U gewest in de« 
sen landen voir anderen haiven, so als dat in den 
beginne diss latenboichs vorder verkleirt steit. 

Cap. LI. 

Item off partien, in desen hoff gehoeren, 
dinchplichtig wurden, welcher partie dann die 
saehe mit ordell ind mit Recht gerichtlich afge- 
wyst wurde na diss hoffs Recht, die sali allen 
gerichtlichen host ind nnsen g. heren syne broech 
ind den yerharen Erffiaten einen alden schild vor 
eer dienst dar tho den schryver ind den bade oer 
yerdinden Loen yerrichten ind betaelen sonder 
wedderseggen. 

Cap. LIL 

Item alle ordele, die die verharen Erffiaten 
diss hoffs wysende werden, die sullen sich mit 
desen na geschreven worden besluten also: Ithen 1 
wurde dan saehe, dat men dit onse ordell an de- 
aer Stadt na diss hoffs Rechten weder wysen ind 
mit einen beteren Rechten wederleggen künde, 

Gap. Uli. 

Item als ein ordell gerichtlich uitgesprahen 
were ind ein partie dan gerichtlich bedingden, ein 
beter Recht by tho bringhen, dat beter Recht 
sali dieselve partie binnen viertien daeghen off op 
den neisten hoffgerichte darnae gerichtlieh vor 

1. giir idt en. 



I 



196 



oegen bringen; ind off dan op den viertienden 
daech gein hoffgericht en were, so aall die hoff- 
riehter tot gesinnen desghoenen, den dat ordell 
tho gewyst were, den partien ein hoffgerichtdaech 
leggen ind den verkundigen, dat beter Recht tho 
bringen ind tho hoeren. 

Cap. LIUI. 

Item dist hoffe schryrer sali Tan einen igli- 
chen gerichtlichen tennyn, den hy binnen dosen 
hoffgericht beschryfft, anderhaiff groit, 

Cap. LV. 

Item diese] ve schryrer sali van einem iglichen 
blade Registers, dat he extenderen sali, rieflfte- 
balve groit hebben. 

Cap. LVL 

Item off partien hebben wollen Copien sulcha 
Registers rursc, die sullen sy gerichtlichen hei- 
schen, ind alsdan sali oen die schryrer voirsc. 
Copien daraff schryren ind ter gueder tjt oerer- 
lereren 9 illicher blat ror twe groit. 

Cap. Lyn. 

Item ran einen diss hoffgerichten brieff sali 
die schryrer tho loen nemen > darnae dat die brieff 
groit off klein were. 

Cap. LYUI. 

Item dit latenboieh sullen alle weghe rier rcr- 
haren Erfflaten tho besiegelen. 

Cap. Lvnn. 

Item so duck men dit latenboiek op doin sali, 
so sullen then minsten twe rerkaren Erfflaten die 
segele bekennen gerecht tho wesen. 



197 



Cap. LX. 
Item welcherlei gueder in desen hoffgehoerende, 
die tot undersedcls Rechten uitgegeven weren oft 1 
hier nacmals tot Undersedcls Rechten uitgegeven 
•ullcn werden, als diss hoffrecht werc, dieselve 
undersedcls guede sali men in den einde van de- 
sen hoiek beschryren, nae inhalt des XXVUI. Ca- 
pittcls, dat vor in desen boiek beschreven steit. 

VI. 

Dit syut die Rechten des hoff* vaii 

Ltittingen. 
I. 

1. In den irsten sali die hoff betimbert we- 
gen, ind dat die neit wail betimbert is, dat is des 
hoeffs onrait 1 . 

2. Vort so sali die boaman halden einen 
Tale' 1 , die sali gaen getyiert 3 up des hocfFs lande- 

3. Ind he sali halden in behueff der goenen, 
de guet halden van dem hove t einen var 4 ind ei- 
nen beer 5 , de sollen gaen up oer avantoer, der 
en sali neman slaen off »toten , mar oll %y yman 
schade deden, de mach $y lagen aver die voer 6 
ind laten die vort gaen. 

IL 
1. Item so is all iair ein hoffdach to Lattingen 
np den sondaeh ncist vur sent Margaretvndage, 

1. Z)a* tfi M jbofe* Unratf), UnorDnuna, b. f>. feine et« 
gene Sorge, fcie Sdteh ffcb md)t }u ^3aubien(len prltc^tid« 

2. Sohlen , fällen : junae* <pfert. 
B. detmnbett, gesaunt. 

4. gurren. 

5. dter. 

6. ©rmje. 



1»8 



dair sullen komen alle die ghoene die an der vor- 
der hant Sitten aen den gucde, dat men van den 
hove helt 

2. Ind die hater to Lutyngen, dy wonen up 
des boeffs guede, en sullen dair neit wisen des 
boeffs rechten. 

1 Dair sali der here des hoeffs hebben Sit- 
ten synen richter, ind dair sali des boeffs bode 
by staen. 

4. Ind in der leister wysyngen sali die here 
des boffs geven een quarte wyns, dat beit de 
bockeler 1 geloist. 

5. Ind dy laten sullen homen ter tyt, as die 
hoe inkompt van der weiden to myttage end so- 
len gaen as de weder uit geit to weiden. 

6. Ind off die laten up den dach sich yeit 
versuymden, so mögen sy weder bomen Tan den 
dagen over viertyn nachten end yerbalen oen un- 
befangen 2 . 

7. Ind wie up den irsten hoffdach neit en 
kompt ter guder tyt, die is weddich worden den 
heren des boeffs, end den mach die here doen pyn- 
den mit syme boede Toir ein dein wedde up des 
boeffsguet binnen iairs, be en hedde dan roir den 
dach uit geweest aen den derden dach, end id en 
dede oen leiffs noet off heren geboth , die en we- 
rcn neit weddich worden. 

HL 

1. Item in den hoff to Luttingen gehoiren 
XLIII halve huren lantz, de men dair äff helt to 
1/ffgewin ind tot dryen banden to winnen; 

2. der ilke van XLII halre hure tynset in 



1. Sie {u «ucfte flehen. 

& Unb Wen tyn ofrnc «Prdjubtj na$. 



199 



den hoff all iair XXX den. dat is XVIII den. des 
neigten aonnendages rar aller heiigen dage ind 
XII den. up ten neisten sonnen dag vur sent ger- 
truden dage; 

3. ind ilke van den XLU halre huren tynset 
in den hoff des neisten dages nae unser vrauwen- 
dage nativitatis een Lerchen, dat sali wesen een 
borgh 1 yan den neesten meert. 

4. Ind die laten sullen sitten in den hoff up 
ten dach end hören 2 die verdien, end die huiss- 
xnan sali den rercken geven ein mudt korns end 
•all des anderen dages helpen des Apts knechten 
dryren yan Luttingen bis in die louwe 3 . 

5. Mar it is ein halre hure, die plach to h eb- 
ben herman ran der Orcke, Ay tynset XII. den. 
up ten palmedage in den hoff ind neit meer. 

IV. 

1. Item in den hoff gehoiren XXIHI kait- 
stede, geheiten wytlichc kaetstede gelegen to Lut- 
tingen, die nien sunderlinge wint ran den here; 

2. der is XX, die gelden übe in den hoff 
up sunte yictoirs arende X kopken, end die ander 
Uli kaetstede synt gelegen up ter oyen end heiten 
die koirte kaetstede, die gelden ilker II senterschen. 

3. End die ander kaetstede, die to Luttingen 
liggen, gelden genen tyns sunderlingen in den 
hoff; want die hueren in die buyen, dair werden 
ay mede rertynset. 

4 Ind ilke witlichen kaetstadt, die bewont 
is, gilt in den hoff III pennyge rur einen matdach 4 . 

1. <5tn »erftyntttener (ftcr. 

2. S3eurtt>eüca 

5. Lobium, gaube: bebtefter ®an& ober gferratt«. 
4. fcrteitttag in 0er dxnU. 



200 

5. Vort so gelden die haetstede anderen tjns, 
die den hoff neit aengeit, als U dorpgelt end 
Eeyntencn etc., as dat ge wonlich is. 

ß. lnd wie synen zyns brenget in den hoff 
by der sonnen up den zynsdach mit gelde, dat hy 
•elve koert, die heff voldaen. 

7. Ind wie des neit enduet, die ia weddich 
worden end den mach der here doen pynden up 
des hoeffs guede mit synem boide. 

V. 

1. Item wie tot Luttingen stirvet up des 
hoeffs guet, die tot synen iaren komen is, die is 
den here des hoeffs schuldich vier pennyge, dey 
sali die her des hoeffs doen eisschen, eer men den 
doden nit dreigt; ind off* die here des hoeffs dy 
neit en dede eisschen, so sali men die veir pen- 
nynge leggen in dat haill * in behueff des heren 
end dragen den doden dan uit. 

VI. 

1. Item tot den hoff van Luttingen ind tot 
den kaetsteden gelegen op den over, uitgeschei- 
den drie haefstede gelegen tot Luttingen die men 
neit en helt van den hove, gehoirt lant off weide 
off gemeint gelegen by Luttingen. 

2. Ind up dat lant en sali nyman syn quich* 
up weiden dan die gheine, die up den hove 
wonafftich synt end up ten haetsteden die man 
yan den hove helt ind die sitten up den oever. 

3. End die haetstede hebben oer aenscha- 



1. fcaefen für Äeffel unfc Sampe ; affo Stelle am freite, 

aemethfamer «junft. 
% »Uetf »a* febr , »a(er Sie». 



«Ol 



ten *, die mögen sy poten end selten mit wilgen * 
als dat ge wonlich is, end hir en baren en sali ny- 
raan die gemeinte off einich lant, dat to Luttingen 
gemeinlichen gehoirt, bepaeten off weyden off be- 
seien. 

4- End dat lant off dese gemeinte off die 
weyde van Luttingen is gedeilt tot sess deilen ind 
hefft sess namen nae der deilungen, alsoe dat eea 
deill is genoempt die weide end ligget binnen Lut- 
tingen, end dat ander deill is genoempt die Stegen, 
dat derde deil is genoempt die meer, dat virde deil 
is genoempt dat nywart dat vyfffce is genoempt die 
brynck, dat seste deil is genoempt die gemeint, 

5. End up dit plegen die laten to wysen, 
dat des hoeffs her aliair beseien mach die meer 
off die gemeint , end dair sali he die hercke af 
beluchten, end wat he des meer duet, dat is 
onrecht; ind wanneiqr dat he die meer besäet, 
so sali die gemeint ledich liggen, die mögen 
die Tan Luttingen dan weiden; ind wanneir dat 
he die gemeint besäet, so sali die meer ledich lig- 
gen end die mögen sy ouch dan "werden, 

& End die dry hoeffstede vorsc. , die in den 
hoff neit en hoiren, en hebben ghoen recht up 
des hoeffs lant, sy hunnen dat gededingen mit des 
hoeffs her end mit den erffgenamen ran den ha- 
ve ; end dat plach ein to wesen Henrichs ran 
Udem, end die ander ligget up ter oyen ind die 
derde is der hoff der van Felden was, die sali neit 
vorder hebben up ter weide dan ein manne, die 
binnen den hoff steit, die den heckpost in synen 
arm helt end werpen mach mit einen pluechkolter. 

1. «nfebüffe. 

2. SBefctn, salicea. 



208 

Mar die hoff heflft nu gededincltt, dat fae syn qoycft 
-wenden mach up des haeffs lant, ind dair voir gifffc 
he aliair in die hirche acht grote. 

7. Tort so is die nederwickste pasch tot on- 
recht homen van den hove, as men mennich iair 
gewruecht* hefft in den hoff. 

VII. 

1. Vort so en sali nyman uphalen end Tis- 
sehen up dat water to Luttingen, <|an die tot Lut- 
tingen wonen, it en sy mit orloff der heren. 

2« Vort so en sali nyman Titschen mit den 
sack up dat gemeine water des hoffs, dat is die 
wardap, buten orloff des hoeffs heren. 

Vffl. 

1. Vort off die hien* weren tot aresdorp, 
die solden homen up ten hoffdach ind wanneir 
dat hörn reip it, end arbeiden ilke synen dach, 
die meyer soillen meyen ind die beinsteren sollen 
bynden ind die dreger sullen dragen; wolden 
sie arbeiden tot den avende, so solde men oen 
die host geven, mar wolden sie gain to vesper- 
tide, so mochten sie oer loen mede nemen , as die 
meyer aen synen haech, die dreger up oere gaef- 
felen, die harryxteren an yrre harefeen. 

IX. 

1. Item in den hoff gehoiren yeel koermudy- 
ger lüde, die sali die here rerantworden ind hai- 
den die in iren alden rechten. 



1. Wrogcn, ragen. 

2. Da* «Bort tfr Mannt, bo$ fpracW* no* m'4* erttart 
Die hyen finb (ter ten Säten untergeordnet iwt ane 
We jtfttyer tu einem grbestttaae tftcbng. 



. jwjl- 1 «"«ätjt:*. 



203 

X, 

1. Alle die gheine, die aen der Torder bant 
•Uten an einen gude, end off die ein man were, 
die sali hulden ind sweren den hoff ind dat guet, 
dat he van dem hove helt, to halden in synen al- 
den rechten end rechte orhundt to wysen tusschen 
tzweier manne tale. 1 

2. Item so wes die laten ind die gesworen 
wisen, dat sali man halden voir rechte* 

3- Item die bater soillen oir rechte behaldea 
mit den huvener, mar die fcater sullen gein rechte 
wysen sonder dey huvener. 

XL 

1. Item dey here sali laten winnen ind wes- i 
seien alle hande die men oen angesint ind sali des 
neit weigeren, mar dat sali wesen mit wille der 
ghoenre die dair aen gehant syn, ind dar sali he 
van nemen ein geneitlich end temelich gelt; ind 
off he dairan yman verhörten wolde off weigeren 
off verschatten* wolde, dat sali staen nae wisinge 
der laten. 

2. End off einich gnet verstorve ind ledich 
worde, dair sali die here die neisten an laisseh 
winnen ind sali die benaden end sali die neit ent- 
guederen, nae uitwisunge der gesworen laten sali 
hy dair äff neimen. 

XEL 

1. Item sulhe vurworde, as den hoff aingarn, 
sali men vorderen in den hoff vor de» here ind 



1. 9tebe; cot @ertyt, ftfage im* Antwort: i>v troytr Safe 
trtingen, JOflfr. 2anbr. 60. Stap. ; De OHdjUv moet fcier 
ott rocll anmctf en na XatI unö 9nt»ort, efcenb. jtap. 67. 

2. I!tferf4*tm. 



204 

latcn ; mar onbctaildcn pacht off onbetailden ren- 
tcn off ongehaldene Vorwarden off des gelichs 
mach mcm mit anderen gerichte suken baten den hoff. 

xni. 

1. Vort meir so syn vele ander rechten des 
hoffs , die die laten behalden f die hier inn neit 
alle gescreven syn. 

XIV. 

1. Item dey hoff van Luttingen is tzweicr- 
hande genoempt, als in den irsten heit der hoff 
dat lant alleine, dat die buman des hoffs onder 
synen pluech hefft ; ten anderen raail heit der hoff 
alle dat lant ind guet, dat in den hoff hoiret ind 
dat men van dem have heit. 

2. Ind hirup seggen die laten, dat dey erff- 
taill ofT die eygendom des hoiffs ind des lantz, dat 
die buman des hoiffs under sjme pluegh hefft, des 
Apts ind des cloesters van sunte panthaleoin is ; ind 
voirt hoirt den Apt ind den cloister vursc. to die 
versuckinge van der winninge van den huven ind 
den kaetsteden ind gueden, dat in den hoff gehoirt 

3. Ind wanneir die winninge aen oen ver- 
sucht is y so en sali he der winninge neit weige- 
ren , ind he sali dair äff nemen einen geneitlichen 
peauinch , nae wysunge der laten f inden off he 
dat versteigeren wolde. 

4. Ind dat guet is der ghoenre, die dair an 
gehant synt , beheltenisse des apts ind cloister vursc. 
oers tyns ind rechten, ind den heren van den 
lande ot ra> rechten ind anders malk syns rechten. 
Ind die renten ind winningen end vervalle hebben 
die apt ind cloister vursc. uitgedain vur ein icote 
des iairs, des sie overdragen syn. 



205 

VII. 

Satenredjtc De* £ofe* gu ©tnberid> 

von 1463« 

Wy gemeine Lathen des erbaren und vromen 
heren Goswyng Stechen, ridder, her toe Loe, in 
syme vryen Sadclhoff toe Ginderick tot dem houise 
und herlichkeit ran Loe gehorendt, taegen opcn- 
bare vcrmitz descn unscn schrifften und latenboeck, 
dat uns van unse voryadere, lathen des vursc. 
hoffs, Tan alden herhomen und goden alden ge- 
honten averhomen is und dat wy so rort bis de- 
sen daegen toe in guedcn gewonten gehalden und 
gebruickt haven: 

L 
In den irsten, dat die gemeine Lathen des 
vursc. hoffs alle jar op den neisten sonnendagh 
Tor sente Martins daege nae der missen in der 
nonentyt * schuldig syn toe komen op den vursc 
hoff by den hoffrichter off Amptman van den her- 
schap dacr toe geschickt, und sollen alsdan be- 
taelen ein yclieb synen tynss ran den goeden, hie 
hedde off hielde yan den herschap vursc, tot 
lyffgewin rurende uitter den Sadelhoff vursc, op 
cne pene ens weds. Desgelicks alle andere, die 
goede hedden off hielden uit den vursc. hoff en 
ghen Lathen enweren , alsdan die goede sollen 
vertinsen. Und worden dan die Lathen van den 
hoffrichter off Amptman omb einige saecken , des 
hoffrechten off goeden antreffen, gemahnt, dat 
sollen die Lathen wysen und kleren na oererbes- 



1. SBon Xona , einem geififtgen Officium , metye* in &er 
neunten StunDe M Sermittao« gehalten würbe. 



206 

ter witschap, und hieraff hebben die Lathen jair- 
lix toe tinas in den irsten uiter den vryen Sadel- 
hoff yurse. Tier penninck tinssgelds, der twelff 
machen einen alden boddreger, dat is einen schii- 
linck, item uiter Rutger Bierwertz Caitsted toe 
Neder Wederick IL denar. Item dese renten ple- 
gen die Lathen jairlix op den hoffsdägh vursc. 
toe yerteren. 

IL 
Item alle goede, in desen hoff toe gewinnen 
gehörende , syn gelegen tot dryen banden also 
dat men gelick und tot einer tyt dry hande dairan 
hebben und halden lall. 

HL 
Item alle manspersonen , die an der vorder 
hand sitten, sollen Lathen werden und oere eide 
doen den boffrichter off Amptman vursc., den 
hoff in synen goeden alden Rechten und gewonten 
to helpen halden astgeboert, und dat sie recht 
getuch und gychtworde yan saecken , dair sy aver 
geropen und onthaelt werden, an oer Recht dra- 
gen sollen. 

iy. 

Item alle handtgewinne und vurwarden diess 
hoffs goederen antreffen, sali men then minsten 
oirkund twer Lathdn diss hoffs ontFangen und 
mäicken und vort yan anbringen der Lathen in 
den boeck doen schryyen. 

V. 

Item alle beharidunge und vurwarden in desen 
latenboeck beschreven sollen yast stede und van 
werden gelick tcheppengetuch gehalden worden. 

VL 

Item alle jair op den hofltagh yurse. sali men 



«07 

den latenbocck by den laten op doen und doen 
lesen, und ofF imantz wehr, uit off in to selten 
hedde, dat sali men dan doen, beheltlich den 
laten und schryver oers Reckten, 

VIL 

Item wehr imantz, die des latenboeks buiten 
tyden behoefden op toe doen, die magh die lathen 
des hofls dartoe willighen und oen oer Recht 
nemelicli een halff verdel wyns daer affgeyen, und 
als men dat opdoet, sollXi then minsten drj lathen 
des yursc. hefts darby wesen. 

YliL 

Item dit latenboech sali men to besegclen und 
sluylen cn dat doen verwaren an steden und ein- 
den daer dat wal yerwaert sy, und allet sonder 
arg el ist. 

Geschehen in den jhar unss heren 1463» 



m*^ 



VIIL 

SBergfetdjenbe SBertbBejltmmiing *erfd>iebener ©efo* 

forten unt) SKap* ©mtbeilumjen am Stiebendem, 

auö einem SKegtftcr bed 15» 3>a£r$unbert$* 

Ubique locorum 
quatuor Copken J 

sex roitac . . f f acJunt uwm £ enarum# 
tres leves • • l 
duo obuli . . ] 

Item duodeeim denarii j faciunt unum M 
tres grossi . . , H . \ 
duodeeim solidi faciunt unam marcam. 
yiginti solidi faciunt unam libram. 

Item Coloniae soliilus valet sex mauros. 

Item Xaiictis solidus yalet sedeeim mauros, siye 
solid us grayis siye leyis. 



208 



Item ofiiciati domini ducis recipiunt pro solido 
triginta scptcm mauros. 

Item nionasterium tuitiensc (2eil{) solvit ecclc- 
siae nostrae pro solido unum florenum Rhenens. 

Item sohdus dicitur a soliditate materiao, unde 
creditur fuisse aureus ab antiquo. 

Item unum jurnale seu juger hollandicum, teu- 
tonice, een fyollanfee QRorgrn tjtlt feß $oebt; ee.tt 
$oebt belt Ijonbert Stoben; een fyottemfee Dtobe I)e(t 
»rrtl)ien SBoebt. 

Item in uno jugere hollandico seminantur circa 
unum maldrum siliginis \Ä duo maldra ordei. 
Sedecim Spynt . v 
Duodecira Sextarii J 

Noyem Yasa . . , faciunt unum maldrum Xanctis. 
Quatuor Seepclina 
Tria raodia . . . 

Item in certis locis trans Rhenum modium idem 
est quod scepelinum, unde ibidem quatuor modia 
faciunt unum maldrum. 

Item in certis locis vas idem est quod scepelinum. 

Item maldrum inensurac oppidi Xanctensis con- 
tinet centum duodeeim quartas colonienses. 

Item maldrum mensurae capituli continet cen. 
tum decem et Septem quartas colonienses. 

Item riginti tria maldra mensurae capituK fa- 
ciunt Tiginti quatuor maldra mensurae oppidi et 
tres quartas. 

Item ama capituli est mensurae Bonnensis et 
continet yiginti sextaria. 

Item ama oppidi Xanctensis est mensurae civi- 
tatis coloniensis et continet decem et septem sextaria. 

Item unum sextarium continet quatuor quartas 
Bonnenses, aut octo Volucrata, aut sex quartas 
unam pintain mensurae coloniensis. 



[H^-Z] 



* 

©ie £unbfcf)aften am 9tieberr$eift» 



3 



u bett (RgentbumKdjfetteit ber 2anbfd>aften am 
Kieberrfyein gehört bie Sejeidjmmg ber rdnblidjen 
©emetnen mit bem 2fo$brucf Jpunbfdjaft, wofür 
anberwdrt* bie ^Benennung SJauerfcfyaft gift 

S3W ju unfern Xagen bat ffcf) jene* bebeutfame) 
au« # u n b e r t gebilbete 3Bort unb ber von gfctd^er 
SBurjef flammenbe Käme beö 33orftef)erS ber Jpunb* 
fcfyaft, brt £unnen ober£on%en, in ber ©e* 
fdjdftafl>rad»e unb fef&ft f)tn unb wieber im SSofte* 
munbe erhalten, unb unterfdjeibet ncd) in ben t>cr* 
föiebenen fcpnaftien am Wieberrbein, al$ ftitter 3euge 
eines frühem 3ufianbe$, grdnf ifäen unb griejTfcty* 
<5dd)fif$en »oben. 

3m allgemeinen jwar ffnb tiefe JBerljdrtniffe eint* 
gen gorfd>ent nid)t entgangen; bennod) bfeibt bie 
eben fo anjielfenbe all mit bem Greife ber Untere 
fudjungen gegenwärtiger ©cfyrift eng tterfnfrpfte 9uf» 
gäbe, ba* Jpunbfdjaftfwefen in feiner Ureinridjtung 
unb in feiner gfortbauer befriebigenb auftuWdrem 
di foff Jbafjer l>ier »erfucfyt werben 

$. 1. jimdd)ft ju erörtern, wo e* #unbfd)aftat 
gegeben, unb wo bie Seuesutung 8auerfd>aft üblid) 
gewefen; fobann 

$» 2. ba* urftrüngfidfe SBefen einer Jpunb* 

fc^aft unb 

14 



210 

§• 3» t'^re^ SorjterierS , t>on ber tt>6rbet>oOett 

Sebeutung feinet 3faite$ im frühen SKittelalter btö ju 
feiner t>6Qtg Ijerabgefunfenen Stellung tut 16» 3al>r* 
fyunbert nad)$un>eifen ; unb enWtcr) 

§. 4 £en (ginflfug ber, nad> 3erfKicferung ber 
©aue, eingetretenen 33erdnberungen in ber äffentftdjett/ 
tn'$ ©efonbere in ber ®erid)t$*>erfaffwtfl <m ba$ 
£unbertfcr)aft$ * Softem }u tterfofgetu 

$. 1. 

3n mannen (Segenben be* alten granfenlanbeä 
haben atterbtng* 9Ser^d(tntffe / rottet ber §. 2» ndtyev 
berühren mirb, ben Kamen jjunbfdjaft affmdtig Ber* 
frifdjt; bennoef) jlnb un$ jureidjenbe urf unblidje %tu&* 
mffe erhalten, um bie Sanbfdjaft , wo fofd)e beftanben 
l}aben , gegen ben griejtfcty * <3dd)fifd)en »oben , ber 
nur SSauerftyafteiP 1 fannte, abgrenjen ju fdnnen. 



1. SJerföieben oon ©auerfdjaft, ali einer fänblta)en 0e^ 
meine, fommt in früher %tit einige 3Ra(e ber Sutbrucf 
Bare ober Gebure im granfenlanbe vor. @>d)on ©eite 
41 würbe ber Ortsname Senjbefg, in feiner alten @e.- 
flaU Bansbnre, »on ben bäuerlichen 9nffcbefungen in 
beut «Banne be* bortigen äöniglforfre* hergeleitet. £ie 
»btei © l a b b a <fc im £er}ogfyttm 3üiia> , »e(d>e £rj« 
bifdjof ©ero »on €Mn um bat 3a&r 9T2 wieber grün« 
bete , bifbete mit bem fdjon früher ifcr tugefegren ?Begirf 
ein eigene* Territorium, n>e(d>e* auf ber einen ©eite 
ber abteitiaVn Stätte ben goUectto »Kamen : Ober-ge* 
burc, auf ber anbern: Nieder -gebure, fpäter »erberbt 
in £).: 9?. 5 ©eburt&, führte; jener ZMfrrift bejranb, nadj 
ben abteifia>en JRegijtern , au« ben &unbfd)aften : ©et» 
trab, $or<en, 9Ufr, liefen, Damm, Ubbing, Surrip, 
fcartenbroia> ; biefer au« ben fcunbfdjaften : $oft, £een, 



211 



Die ftfir1tattl)fimer am SRtcberr^eitt waren ttr 
8fatW6ejirfe eingeseift. Da$ Statt Sing ermutig 
Sie Slorbfeite bed jjperjogtfjnm* 93erg, reichte bid jur 
Sfnger unb über biefen gffuß fyinauä, biö ju ben Jperr* 
fcfyaften 33rotd) * ©tyrum unb bem ©tifte ©erben an 
ber SR u l) r» SDaSfelbe beftanb au$ bem Hauptgerichte 
Äreuj&erg mit ei(f Jpunbfdjaften , au$ bem ©ertcf)te 
in ber Srftgge mit fünf, unb au$ bem ©ertc^tc 9Win# 
tarb mit jroet unb jttet fyalben Jpunbfdjaften , auö 
bem @tabtgertd)te Stotingen unb enb(id) auö bem 
©ericfjte in ber greifyeit 2 SIngermunb mit bem an 
ba$ @ret>e*fd>e grenjenben Dorfe JRafym* 2>ie 
Jperrfdjafteit Srotd) unb ©tyrum jdl)ften Dierjetjn, 
bad (Stift ©erben, auger ber ©tabt biefed Ramend 
unb bem großen £orfe Äettmtg, bretjef)« $unb* 
fc^aftem 816er auf ber regten ®titt ber SKufyr/ auf 
2Beflpf)drtfd)em ober 8Kt * © ddjfTfcfyem SSoben »erfiert 
flcty bafb gänjfidj ber 6ewuf}te Partie: bat Stift (fffen^ 
bie ©raftc^aft ÜRarf fennen nur 25auerfd)aflen. 

&tn fo befiedert rljeinaufwdrtS alle Slemtcr bed 
JfterjogtyuntS 53erg auä £unbfd)aften. Die in bem 
Äönigl". ^Mrottinjiat * 2lrd)tt> ju DuflWborf aufbcwaljr/ 
un, amtüdjm Srfunbigungen aber bie (Setidjtt biefrt 
görftenttjum*, worauf fomeit e£ ju ber Dorfiegenbeit 
Unterfud>ung gcf)6rt , ba* nadjfofgenbt ©tfief XVII. 
einen Sfuäjug mitt^eift, bewdfyren tiefe Singabc. <&int 
Weitere SSeftdtigung entydft ba* franjöfTfc^e Defref 
wn bem 14» 5Ro*ember 1808 u6er bie (Sitttbeüunfl 



SBorff, ©uttind$ooen > ötomfort, ©inMen, £ammb, 
SBafb&aufen unb £arbt. — ©ebure bebeutet affo bier 
Die nad)bar(td>en Seromen trt einem Difhrift, ohne Äfitf» 
fitf t auf ben SBerbanb berfefben ju einzelnen (Sememen. 
SDiit jlabtifäjen Jret&eiten begabte, aber offene Orte. 



213 



be* ©roftytrrjogtljumS 33erg, meldje ficf> unmittelbar 
an bte afttyerWmmKcfye anfd)Ioß unb baljer bie alten 
SfuSbrütfe fortführte , bic in ben neuern amtlichen 
DrtfdjafWöerjeidjmffen ben gemetniMtdjern, Dorf unb 
SBeifer, weichen mußten. 

Die an hat Jperjogtl)um S5erg fTd> anfdjfiejjenbett 
$ätnffd>en Remter Sfftennoteb unb Süi|#5Reuerburg 
Reiften and) jene alte ^Benennung; ium (Srjiem ge* 
Irrten bie #unbfd)aften : fcffaff t» £M, forfdjeib 
unb Meberfdjeib ; an* bem Septem werben bie £unb* 
fdjaften: 5Rieberbreitbad> , Sreitfdjeib, Ko*bad) u- a. 
nt. genannt 3 » 

STuf ber Knfen 3W)einfette, in bem £eriogtI)um 
Selbem, jtnben n>fr nur in bem Dberquartier, 
einem ZtjtiU JRipuartcnS 4 , Jpunbfdjaften * ; in ben 
übrigen Seflanbt^eifen beSfeften, in ben Ctuartteren 
3üty&en, SBefau unb Stymwegen, mefdjc tljet'W ju 
Saufen t^et'K ju grteäfonb gehört Ratten «, fommt 
aber biefer Warne ju feiner Seit *<>*• 

©dnjttd) unbefannt ifl er aui gleichem ®runbe 
in bem Jperjogtfyum 6 1 e & e, fomoljt in bem weit* a(£ 
üfWjetnifdjen Steife beäfefben ; hingegen befitmmt unb 
bfetbcnb erhalten in ber ©raffctyaft ÜReur«, n>o, bi$ 
jur &eft&naf}mt ber granjofen, in ben Steuer&e&e* 



9. «Hmtfidje 9tod>rid)ten im 5t. VrownitafrHrAto ju 6o# 
Mens. ®. aud) J&tftartfd) * geoftrapbtfd)e 53efd)reibun^ 
brt £rjjHfte* €&fo. granffurt, 1783." »eifage B. tinf C. 

4. ▼, Spaen , oordeelkundige Ialeiding tot de Historie 
van Oelderlaod. I. 5. 

& » #ebereatjfcr M 14. 3a&r&unbert* im %rd)W ber «provinj 

Stmburg. 
6. v. Spaen, «. a. £). 



213 



regtfiern fämmtftdje @emeinett bie ^Benennung £unb* 
fdjaft fortführen* 

3n ben angrenjenben ßtffnifdjen ..Äemteru !>at 
eben biefe S3e$eid)nnng fortgebauert. ©o beftanbj.33, 
baö *mt Äempen auä folgenben fed>* ^uubföafte : 
1. @rofr£mtbfd)aft , jc^t ©emetne fcorft; 2- «fein* 
Jpunbfdjaft, jefct ©emetne <5t 5t^6ntö; 3. ©dimafr 
broid>; 4 5. »rudier nnb Urbrudjer JJwnbfdjafit, 
jefct, ©erneute ©t. Hubert; nnb 6. ©enrfcber $utto 
f*afr 7 . 

Der ©egenb von ©fabbad? tfl fdjon (n ber Wote 
1. (EroMnung gefd>el)en ; überhaupt (Tnb bie guttuen 
in bem #erjogrf>um 3ftftd> eine befannte ©ad>e: ftt 
bem alten ?dnbred)te , ' l>ier oben ©. 118/ in ber fto* 
tyeiorbnung von 1558 werben ffe, freiließ ät gerate 
gefunftner ©tettung, angefügt, ©odi auf ber ftnfex 
(Seite ber tvejtrfyeimfrf)en Stu^r verftytviubet bie 35* 
»ennung £unbfdjafif, tvcfdje bort nie redjt tftimifa 
getvefen ju fejm fdjeint. 

S)6t}tx aufwärts, in ben €tfer*@egenben, »erben 

14 hondschaften uff den Schirelberg und 9 uff , 
liempener beide, aU ein 3ug*Mr be* aften tyfalp 
bewürfe* von 3utpW> genannt 8 . 3n ber SRdbe von 
JBonn 9 , an verriebenen Orten ber 9tyr f ° fungireit 



7* @. bie Weine ©eftrift: Ueber bie (Jntftebung ber @tabt 
Äempen; wn £. ter ®*oUen. ÄMn, 1822. @. 3i. 
gerner : ba* 9?ote 3 genannte ffierf, nnb bie frier na<4* 
fo(genb abgebnttften Stade XI». xiv. XV. 

8. Acta Acad, PaJat. Vol. m. hittor. pag. 287. — <Stü(f 
X. tiefer ©ammbing. 

9. SBoUjtänb. ©ammlung beren bte SBerfaffung be* — (Jrj* 
(Hft* gbün betreffenben — (Jtictfn. 6Mn, 1772. 6. 392. 

10. Gudeni Cod. dipl. II. 1288. 1884. 1004. 



214 

9*f> Jptoraen; and) jenfeü* berfelben, in bent Gftfnt* 
ftyen a mte Knrbnrg , fommen bie J&nnbftaften 3tt* 
ber* obenan, Zfrnpefftlb, €fe8, &kdt n. cu m\ 
*or lf . 

Sttfw&rt« rat 9tyein ipinbc« £nnb*rfefen, in 
bat Kamen »erfdjiebener Orte bafeftp: £nnrfcim, 
£onti>anfen, £nnen&ern f *, intb in ben Jpitntbing 1 *, 
»efcfte* ut eütent 9e|irfe be* $ttnb6rii<fen6 nod) »afp 
rat* be* 15, Sa^rbunber« bejianb, ber (Segenftanb 
biefer gorfdjung im 9nbenfen erhalten. 

3s bat SRofel # ©egenben tarieren (Td) bie 9*a* 
rfftttt ^uuiie J4 unb £mtbfcfjaft; bie-(ateinif<4en Sud* 
brurf* Centena ttnb Centenarins ober Centnrio flnb 
fem tu bie SolHfpratfp übergegangen. Urfimben 
Jtodidt tut* einen Ceniario jn^ofd) 1 *, einen 3tnte? 
4ur }it3eH, 3>nnberid) nnb 9tar(**; einen Centoria 
in Sribei 17 ; nad> ber Cifrf ^üt, im «reife »irbnrfc 
finen Centnrio 9 u SRettcrid) 18 ; lieber anfträrtf an 



»; ■ 

- f fi. Da* !Rofe 3. flenannfe 5perF, ©. 169« 

J2, Hontheiqi, Hist. Trevirenj. dipL L 06. SRan «llf 
»stnbern, baf ber geteerte Serfafier, ber unfern Hon« 
f annte , j«r €rftärung bei Wanten« £unMrücfen (ber 
Qergrütfen, wo e* Hunnen nnb ftunbfc^aften gab, ba 
bie 9Rofe(* unb fcte bb^em ftbeingegenben nur Ratten 
nnb 3fntener rannten), noa) mit 8 reber an ba* alte 
i)unnen<$o(t fctnfen tonnte» 
# 13. Guitker, Cod. dipl. Rkeno - nuwelL IV. 411. 

11 Äatferf. ^diu^briefe für M SRariminfrift bei Trier 
ton 1065 unb 1112: Uli qui haanones in q.uibut~» 
dam locia diconipn Hoataeiaj, 1, c, 409. 4M, 

|5. Gudeni Cod. dipl. II. 959. 

16. Gäatner, I. c. III. 400, 

17. f. lern, II. 894. 

18. Idtm, IL M5 ? 



215 



bet Wofer, ehtett 3enfener ju Seiwen, Schweig nnb 
SBaf*rad> 19 ; eftteit Centurio ju Strier feftjl unb irt 
fcer Untgegenb *° ; cineit 3entener )u ?trfd)bcrg, Sgef, 

it. f. »• **. 

Stffo (tt Ur^ranfen unb ut bem frähfifd)cn Ufer* 
ftaate* 2 l>at ftcf) jene beutfdje Uremrtd)tung ber £un# 
bcrtfdjaften unb üjrer Sorfleber mit ibren beutfdje« 
Kamen; itt bem, finget unter 9Wmifd>er SSotmdßig* 
ttit aerbKebenert, 2anbe ber Jtreberer, in ben gfetdp 
bebeutenben ratetntfd^en StoäbrÄtfen erwarten: in \>tm 
fosbt ber ^riefen Wb ©ad)fcn war fte ttit fteimifcfc 

@<f)on nadj ben t>or|M)enben Sfnbeufnngen ergtebt 
ffd^ ber Segriff be* SBorte* ^unbftyaft, beffen Ȇbung 
¥on bem aften Hand «ber Hont, b. t £unbert, in 
unfern £enfmftfew be$ 14» 3afyrbunbert* : Hunt, 
schaft f Huntampt, nidft $u tferfeunen tjl. Dte Slfe* 
manntfÄ>en Huntari* 3 , bie bon 5fffrcb nadjgebtf beten 
Handreds, unb bie Ueberfefcungen Centena, Centurio 
ftmmen mit ben grAnKftyen $unb * ober #unbert# 



19. .ffietttyum Aber bie borttgen f. %. £erfd>aiien, m ber 
e&eften* erfaeinenben Sammlung 5&urtrierf$er »erotba 
minien »on Scott!. 

20. etücf XH. tiefer ©ammum*, 

2i. etuef xi. 

22. £iiUmann'* ©efefoebte be* Urferungt ber ®tanbe in 
fceutfebfanb. 2. Hingabe, @. 23. 28. 30. 

23. 3n Srimm* beutftyen Otabfeaftertyümern @. 532 mer, 
ben fofdje HunUri , »eichen , tote unfern $etmen tmb 
SBBeiiern, ein 9Rann*name wrangt, an* Neugart, 
Cod. dipl. Alemaoniae angeführt. * 



216 



fdjaftett, and) foradtfidj, äberein. £ie eigene gform 

be$ äBorteä Hano ober Hanno fd)tütt mit tat Cbun- 
nas (Jjmnberte) be* ©aftfdjen ©efefce* jufammen ju 
fangen, Sine weitere äBortbilbung ift Hunaria für 
$unbfd)aft, in einer Urfunbe t>om Saljr 1164, »orin 
ein Petrus de Marceto, ber 110(4 ©intljer* Semen« 
hing ein SRttter t>on Selben] in ber CSifet gewefen, 

gelobte : quod de caetero tnper homines de sua hu- 
naria nullas exactiones faciet a4 # 

ffite bie ?anbfd»aft in ©aue gerftef, fo waren in 
biefeu bie einjefaen föebertaffuttgen nad) £unbertja$# 
(en ber gamtfien afö eigene JÖejtrfe jufammengefaßt. 
3Dte ©teilen: si una Centena in alia Centena vesti- 
gium secuta fuerit 25 , — liceat eidem de vicina 
Centena adjacentit comitatua ad auam causam testes 
adhibere 2 *, — et haec ratio examinetur per sin« 
gulas Centenas 27 — bereifen bo# 2>¥rd)gretfenbc 
ber (gintfyetlung in £unbfd>aften. auf einem Srr* 
tt)um , gegen ben SBortbegrtff felbft, beruht aber bu 
Slnnafyme Älterer ©djrift jhller , baß, mit nad) bem 
©rafen tinb in ber Steige ber Oaubeainten öfter aud) 
Yicarii genannt werben, jttufcfyen ©au unb ßentenen, 
Vicariae afö 9MCttet|lufe ber @intt)eirung , tili 3nbc* 
griff mehrerer ^unbfctyaften, beflanbem 

Sin Heinere S3ejtrte hingegen erinnert ber De- 
oanus. Daß berfctbe, nad) ber Semertung in ben 
beutfcfyen SRcc^tdaftertbumern »on ©rimtn 2 *, fpäter 
fettner unb im Mittelalter gar nid)t wet)r erfreute. 



94. Günther, Cod. dlpl. T. 88t. 

83. Decretio ChUdeberti regis, XII. 

«6. Capit. Garuli. Bf. üb. 8. tii. 88. 

87. Capit. Ludovici Pil, Cap. 7. 

W. ©eite 75«. 



217 



f>at ber Serfaffer biefeö aSerfudj* in ben if)m jug4ng< 
(ttfjett Qenfmalern be$ 3lieberr!)ein$ im allgemeinen 
beß&ttgt gefunben ; gfeid)tt>of)f entbetf te er nod) einige 
©puren beffclben au* jüngerer 3eit. 3m Satyr 1205 
ertaubte bie 9lbte£ ©labbadj fünf benannten ^rfonen 
unb allen übrigen in ber tüU Haene, aui bem abtei* 
Itd»en Äammerforft 83remt* unb Saufyorj ju fallen 
unb ein ©efirüw bafefbfi ju rotten , unb befreiete fie 

unb t^re 9?ad)fo(ger: eligendi et faciendi Decimum 
et Scabinos inter ipsos aut aliquem ipsorum 29 , $6 

»ar affo norf) »ol)t befannt, baß mit ber ®rrid)tung 
einer neuen ((reinen) ©erneute — benn bie* looKte 
bod) bie Urfunbe — bie Verpflichtung für jte entfiele, 
einen Decimum unb ©djäjfen unter fid) $u befallen; 
aber bie ©itte alterte fdjon fefjr, batyer bie Befreiung. 
Sdnger ermatten, aber g(eid) bem Jpunnen in fyerabgc 
fnnfener Stellung , ifl ber £ecan in bem Äirdjfpict 
»ierflen. 3n ben fogenannten (Softumen beSfef ben 30 
beißt tf : Item stillen die Seheffen alle jairs up st 
Blaiii zwey Honnen setzen, die müssen ein jair 
lang den» heren und kirspel mit geboden und schätz 
bueren dienen. Item sollen die Seheffen alle jaurs 
up st« Jacobs dag einen Deeben und hirspels bo- 

den setzen. SBon biefem IDectyen roerben an anberer 
©teile Obliegenheiten erwähnt, wtldjt nähere IBejfe* 
f)ung ju feinem urfprungftdjen Xmtt fyaben : Dazu so 

ist ein Dechen oder geriebtsbot dem Vogden ouch 
scbuldicb bystand des antastens zu doin. — Aisdan 
sali der Vogt den gefangenen mit hui ff des De* 
chendes — an den groissen stein f so Tor Bruen up 



*9. ®til«f IX. fc. 6. 
30. $M*|er mtgebraeft 



218 



den platz ligt, ror dat gericht brengen nnd drey- 
mal daromb leyden and raffen alle mal, ob jemant 
des gefangenen borg will werden« — Item so jemant 
mit des Yogden will Erffscbafft, erde und toasten 
wessen der Scheffen vor Erffscbafft kennen worden 
mit dem Deeben penden wurde, u« f. W« 

2>te Citittyeifung ber ?anbfd>aftot tu (Saue war 
aber unberfennbar eine abminifirattoe 9fnorbnung. 
9Beim man nun bei ber Seftimmung ber ©aubejtrfe 
nat&vlid)t Slbgren jungen : $(uffe, 33erge , SBdfber, 
©topfe u. f. w. wdf>fte; fo war bte$, um 3mm« 
gen gu aermeiben, bei beut bamaltgen ßulturjujtanbt 
tin unabweisbare* Sebürfmß. 2>txf) sticht überall 
unb naef) allen 9ttd)tungen fleflteu ficf> fotöje ©renn 
$en bar; oft bilbeten bie ^(uffe # beren fhtd}t» 
Bare SRieberungen an beiben Ufern ju ben erjtai unb 
jaJ>lreid)f?*n Stteberlaffungen ermuntert Ratten, ben 
fSkitttlpnntt einer bewohnten unb fdpn enger be* 
freunbeten @egenb unb beö bafyer um fie gezogenen 
©aubejtrfe«; ein gegenfeitige* Ser^Utni^ in ber $e* 
Woftnerjal)! ber ®aue fjattc bei ber »Übung ü»rtr 
©prengef nid)t unberiitf fertigt Metten fonrten: fe er* 
gab fid> bann bie 3>erfd)iebent>eft in ber irtKdje» 
8fa*bel>nung berfe(6en unb bie Sßotljwenbigfett , fyüt 
unb wieber fünfUidje ©renjen auftuftelfot; e* ergab 
ffd> in ber golge ba$ SebÄrfmß, ®aut, nach SBafi« 
gäbe ber gediegenen Set>6(ferung , in mehrere Giro* 
fenbejitfe ober Unter *Qktue weitet einjut&eifem 

gaji eben fo fc^eint e* ftcf> in 3lnfel)u*g ber $u*b* 
fd)aften ju behalten. 2Bte bie Verwaltung fld> in 
ßberbeamtete unb bie ^robin j in ©ane tfeeifte ; fo 
warb eine weitere ©fieberung in ber einest unb an* 
bern SRidftdjt erforbert. Daß man 3A$i$erl)4ltnij|e, 



819 

ein $unbertf»jtem f&r bie »ilbuug ber untergebne* 
ttn Cint&eUung »dltfte, erfd)eint nidjt nur a(d bie 
einfände, fonbern aud>, (orange bie <5toü* unb 3Wi* 
litdr*58enpaltung fo eng aerftyttnjtert waren, aW bie 
angemeflenfte Entrichtung: ber Comes unb Centurip 
<Tnb äberatt bie l»cr&orfied)enbeu $erfoueiu 

Huf anbem SSebingungen ruljete inbeß ber (Sang 
ber Snflebelungen. Dertlidje SBertydrtntjFe, balb tin* 
fabenb balb unbezwingbar ober bocf) abfArecfenb, fir* 
betten ober fyemmten ben Sittbau nnb mit Üjtn bie 
»ewofjtierjatjf. Die geeigneten SBobenftrerfen fjatttix 
überall bie erflen SRieberfaffiingen fceranfaflt, bie in 
beut £errnfffc nnb beffett ffiirtfjfdjafrttjofe (Sala et 
Curtis) tyren SSereinigungäpunft, unb in ber gemein* 
fatnen Kufcung *on 3Bafb* unb ffiiefen*(8frunbfrtcfeÄ 
eine äbmarfung gegen Sfufjen fanben : Äurj, bie VAU 
yel Marca war ba* natörftrf)e nnb bauembe Stement 
be$ Sememe *öerb«nbe* geworben, Kuf Weubrücfyeir, 
Reiben, »rityern, anSBegen, ftrufjfftljrffeffen, in Ufer* 
Wiufefn n» f. w. btfbeten fld> mefyr ober minber ber* 
einhefte aBefjnfMtten , ttyetf* oJjne, tbetf* mit Be* 
fdjrdnfter »eredjtigung ju einer SBafb * ober SBfefen* 
fKarf: affentf)a(ben wirften 6rt(icf)e ober bereits be* 
ftefcenbe 33ef?fc # $er!jdrtnifle auf weitern »nbau unb 
$e»6f?erung eim 

Die ffinftfidje afbrtjeifung uad) 3a^rft(lemen Wtte 
affo baft bie eütjefncn ftamilitn unb 9Boljn|iätten ju 
3ebn ober $unbert jufammenfaffen, balb aber grägerc 
JBiffett in meiere Jjmnbertfd)aft>u tfyiUn mfijfen. 

Unb f o fcf>eint eS fTcf) totrfricf) jugetragen ju f>a* 
ben. 3war fatben (Trf) in a(ten Quellen nur wenige 
JBefcge hierfür ; um fo jafytreidjer (äffen fTe fid) je bocf) 
(tud ben Ueberb(eibfe(n ber ®ad)t felbfl fdjtyfen. Die 



280 

Formnlae antiq. Alsaticae" e*ti>Olte* Sr. V. tut 

4Rufier jmr STbfaffttng einer £6m'g(. SerfeOpntg* * Ur* 
Ambe. Sie *erftebene* Orinbftfcfe foffm tkrer ?age 
nac^ bejeidjnet »erben; et iKtßt: in ComitU N. in 

Centuria 31a, in loco qni djritnr N. — in eodem 
pago, in Centvria N M in loco qni et ipse N. nun- 
copatnr. — in eadem Comitia in parte orientali, in 
Centnria N.j in loco qni aeqne N. yocatnr. <Rebfi 

ton (Statt, ober bcnt ©rafenbejirf, toirb affo bte 
£unbfd)aft itnb btr befonbere Ort be}eiä)net; birfer 
Ort aber fuljrt entweber einen anbent Samen aM bte 
Jptmbfdjaft: er iß alfo einer forden i»getl>ei(t ; ober 
bte £unbfä)aft iß nad) bem ©rte felbft benannt Sie 
llrfttttbe jfrtrfaann* fron 770 für bie Abtei $rum be* 

ietdptet aatf gleite SBeift: aüra aliqua in loco qni 
dicitar Benutfelt, infra Centina Belslango, infira 
rasta ifi. pagns) Ardenna 3 ** Xnbere Seifpiefe Ke* 
fert Dncange r. Centena. ©d)Ott oben ($• 1.) bei 

bem Sfmte Äempen fyiben totr eine ®ro?e nnb Affine, 
tute ©djraafbroidjcr, S3rud>er mtb Urbructyer $unb* 
fAaft {ernten gelernt: ^Benennungen , bie nid)* oott 
einer befonbern ^anpt^Xteberlaffnng, fonbent oott 
ber naturftdjea Sefdjaffctifycit ber Sobenfiretfen, berat 
9Bo()njidtten ju einer £unbertf<fyift )ufamm engefaßt 
toorben, hergenommen ftnb. Umgefe^rt ßnben wir 
Drtfdjafien , bie nur Güten Kamen fuhren, in melp 
rere £nnbfdf}affcn eingeseift 3m £er$ogrtjum »erg 
befielt j. ». SBermeföftrdjen aui ber Dber* Dorfer 
mtb Unter * Jpunbfd>aft ; Dabnng^aufcn, fcuffer, ©riU 
ttn nnb niete anbete Ortfdjaften au« einer £>6er* 



6t. Ap. Eccard. lege« francar. sag. f85. 
$9. Hoataein, UL ItO. 



221 



unb Stteber # ^>ntibfd>aft ; 2BaIb au* ber erfltit unb 
jweiten Dorftunbföaft; Jponrob aud ber £ol)en#, 
Dber#, 3Wirtet ^ unb 9ßteDer*£unbfd>aft 3a . hierauf 
beuten 6berl)aupt bie tuefen Einfettungen in £>ber 
unb hieben 

Sinen anfd)auttd)ctt »eweiS , baß je f)iinbert ga* 
inUten afö #unbfd)aft jufaramengefaßt worben unb 
ba* £unbfd)afWwefen bemnad) att eine Stoorbnung 
ber Serwaftung entfianb, liefert bie, gegenwärtig 
na&e aollenbete, frmbeö * Satafirirung» ffiegen ber 
auf ben Jpunbfdjafien ali pofitifd^en ©emetnen l)af* 
tenben iff entlidjen Saften unb ©teuer # SerfyAltniffe, 
war e* nötfjtg, iljre aften Segrenjungen feftjufarten. 
(Sin 93U(f auf bie neuen (garten nun ergiebt bei fefjr 
Vitien in biefer JpittfTc^t ba* auffaHenbfle S3iCb. 9Wd)t 
nur, baß bie ©renje einer Jpunbfd)aft mit feftfamen 
©ptfcen unb SBinfefn totit in bie Witte ber benacJ)* 
barten hineingreift; fonbern felbjt im Snnem ber 
fe$tem ftnben jTd) ©runbftücfe eingefdjfoffen, bie bort 
fremb unb frei ftnb, jur erjiern gehören unb an hexen 
©teueraerpfttdjtung JEljeU nehmen. Sei meiern 
nachbarlichen Jpunbfdjaften war bie SSerwtcferung fo 
groß, baß eine Berfd^mefjung berfefben unttermeibtid? 
warb» tiefer 3uf*anb räßt ffd) aber nur baburdj er* 
Wdren, baß ljunbert gfamtlien mit iljren, jum SCf^eif 
jerftreut gefegenen, ©runbbeftyungen ju einer £unb* 
fdjaft Dereinigt werben ; baß ber weitere Slnbau eine 
benachbarte Jpunbfdjaft erjeugte, unb biefe iljren @e# 
meine * Serbanb nid)t auf jene ©mnbftucfe erfhreefen 
Fonnte, beren (RgentljÄmer bereite ©Heber ber erftern 
Jpunbfcf^aft waren» 



33. JBergf. ba* §. 1. genannte Defret »om 14. 9fo*ember 
1808, unb ba* ©tücf xvn. b. <S. 




£of Ufigot$ W ferafifnag ber .ftaitft hafte* 
nie freag bk ^nfecr^akf , ftabcra aar tat tiefem 
jjdMtffjciJi enlfnfenbeabe wevibeit tera<tfkfeturt wer» 
ben, la$t £4 M einer ata rrtfidxa sab pnoltgt* 
Scrbdftnijten fe febr abbosgigea Sadie am fe mtbr am* 
ndmtu, art tatthautt bir Sevctacr}aM eines ftrtnt 
Safeftf nnterfiegi. £es fkgrif ciaer tofttifft *err 
csaigfea SRefcrbeit Mite Crjfrtf&ef £etnrid> *ea (Etta 
aattrfcfea, ott n im 3ahr 1332 t»ie Serßrber te* 
ttnbdpn* Aemyea pi riaer Serotfeang natb Kes§ fre* 
rief sab ttjkmmtt, te# eis €d^ffc sab ein anberer 
tfcfjtiger 9tann (bar £mme?) de qnalibet congre**- 
tione bomioiuB <Kcu Hansehaft erf&einen feilte 3 *. 

Bon £ecaaiea bot ftdl jebedj »eber in alten ncd> 
in jftngern £enfo&ern eine beatfülie Spnr erhotoa, 
anb e* bleibt, ba ber Wannte Decaoos ober Tongi* 
ans niä)t ef)ne Segiefpsng oaf eiae 3*&» * Cintbeif nag 
feyn fann, fdpnierig, ba* »abre Sadperb&tnip $n 
befümmen« jCct 9Reinnng , baß bie £nnbertfd}afteit 
felbfl in jebn Areife ober 3^nerf4aften eingetbeift 
getnefen, jleljt, außer SHfreW tfaorbnung, fein 35e* 
taei* jnr Seite. 3« ber Xljat wirb }u feiten em 
Dec«nof genannt nnb ju frn^e gerfdpirisbrt er, al* 
baß man, bei ber burebgreifenben <£intl)etfnng ber 
Qtone in Genten, tin fo bänßgt* 2)afct>n beäfefben in 
frfi^erer 3«* annehmen Ahmte. 3n ber Decretio re« 

gom ChildeberÜ nnb Chlotarii wirb bie Centena fut 

ben bartn begangenen Diebjta&I aeranttoortltcty ge* 
ntad)t: ber Sti&qtx foK ben Centenarium ntitfammt 
ber Centena angeln; aber einer weitem Unterfcbri* 
bung be* Sejtrfe* in ber Centena , n>o ber £icbflafyt 

9 



VL etüd xnr. b. 6. 



223 

jtty ereignet, einer Ubjtufnng be* an ber Centena, ali 
Hntm Snbegriff, faftenben »urgfd)aft**>erl»dltnijfe* 
gefd|te^t feine (Jrttdfynung, ÜBafyrfäeinlicfjer bfirfte 
e* alfo wot)( fe^n, baß Heinere ßofonien, welche nid)t 
»oW ju einer Jpunbertfdjaft ju aerbtnben gewefen, 
anfdngficf) aU felbjijidnbige 3ef>nerfd>aften conftituirt 
werben, worin bann ber Decanus bie ©tette be$ 
Centenarias vertrat; baß a6cr tiefe 3el)nerfd)aften 
halb }u £unbertfd>aften fyerangewadjfen ben Tanten 
ttertaufdjt traben. Ute Villa Jpeen, 1206 jnr 3el)ner# 
fdjaft erhoben (©tief IX. b, ©.), erfdjeint im 16* 
3af)rl)unbert (SRote 10 att £unbfdjafi; nnr £unb* 
fäfafteit* ftnben wir im Äircf)fpier JBierßen, wo nod> 
fodt Dtcane fiingiren (f. Ijier eben) nnb an frühere 
3etynerfd>aften erinnern» 

©a* Jpunbfdjafttwefen war atfo eine ©djtyfimg 
gu SSerwartungäjwecfen ; im ©efdjdftälcben, in amtliß 
<*>en Slnftei^nnngen begränbet nnb er&aftem 2>te 
fä}lid)ttxt SBorKweife f>iert bagegen, ftatt be* funjWi* 
d>en Segriffe«, ba* 6ad)(i(^e unb 83tfbrtd)e, bie villa c 

tcI marca ober baö X)orf fefl unb bezeichnete tiaef) 
tiefem unb bem Kamen be$ befonbem jur Dorfmarf 
get)Arenben Srte$ , bie Sage eineä ©ute* ober ©runb* 
ftuefe^. Dafyer gefdjietyt fo fetten in dftern unb jfin* 
gern Urfunben einer Jpunbfcfjaft (grwdlmung* SRur in 
ben gdtten, wo eine ©emeine aft foldje unb in ge* 
meinfamer 2(ngefegenf)eit tyanbert, tritt am fdngjien 
tin Centenanus auf, bejfen wecfyfefootte ©tettung wir 
jefct ndljer ju betrachten ^abeiu 

3m ©eilte ber urfprüngric^ett gefefffrf>aft(irf>eit 
Serbinbung blieb bie JRedjWftnbung noef) friere 3af>r* 



224 

fttntberte ^inbnrd) Gadp bei Sofft* fdbfl, obgleich 
fdjen ntonnidrfadp IjarrfdytftftdK Sfaorbnnnge* in jene 
erfte ©rwtbfage eingegriffen frami Die grofkn 
Sorfötfarfantntfnngett, »efd>e jibrfid) breünal in je* 
bent (San ftattfanben, Matten bcfanntfufp and) ja 
Qfartcfttätagat , »o Sarbredp* gebifjt, Stecftttyfabef 
entftytebat, ©gen nnb Crbe übertragen tonrbat. 3nr 
Seriptfhtng ber Serbre^ar, )nr Sefunbnng bar 
2$at, nnb jmn ©djnfce ber $arfonat nnb be* <R# 
gentium* überhaupt, bebnrfte e* aber and) ber »e* 
aufftdftigung , toefdje jeber etnjefnen Qenteine in bcm 
grjßern gefelfdjaftftdpn Serbanbe, nnb nad> ber 
Sübnng ber jrmnbfdniften, notfpoatbig brat Sorfiehar 
berfefben gunddjfi oblag. £te fd>o* belogene Deere- 
tto Childeberti regis toerpflid)tet bat Centenarias JttT 

$arf>afhtng ane* Hiebt*, fobafb er Aunbe batton 
erfy&It; jebar (in bar Centena) foff ihm fyiffrridje 
£anb ba)n feiften ; fie haftet f&r bat SBertb bar ent* 
toenbeten &ad)t. ffiettn fcier nur bar £iebßal?r, att 
bar häufigere $etnb bar 6ffattKd>at Gidprtpit, \pc* 
ttorge^obat totrb ; fo (affat gleite ©rftnbe an einet 
gfeic^at «efugntfj nnb SerpfKdftttng ftor aOe dt>nfid>e 
(Segatfianbe ntd)t jroetfefm 

3n biefer porijaro^terru^en €tgenf$aft be* £ntf 
not, berat Umfang fpdtere £enfmafer gatanar be* 
}eid>nat, gefeilte ffcf> eine Sefugnif} anberer tfrt: fte 
trat bei jenen £anbfungen ein, »riebe nur einer 
fetftlidjen SoKjtefyung nnb Sefunbung beburften, ober 
bte ftcf) nid)t f&gfid> oerftyteben ober an ben Stiften 
ber 93o(f*oarfantmlung vornehmen Hegen. Vit lex 
Salica nennt brei Safpiefe, too ber Tnnginus ober 
Centenarias fungiren, nämHd) tit 47, bei Boffjteljung 
bar geierfid)Fett, weldfe tei bar Serlobmtg einer jur 
anbmt dffe ftyittttitbat ffiitttte, bie fty an* ber 




225 

Zutel ifjvtx 8er»anbten (oäfaufen tmijfte, ju beeb# 
achten »ar ; ferner tit 49 , bei ber feiernden $anb* 
fang , »oburd) Semanb feine £abe ober einen JEljetl 
berfetben einem Slnbern, ber fein naturfid>er (Erbe 
nicf)t war, aB Crbfdyaft übertrug ; enblid) tit 63, 
wenn ffrf> 3emanb oon bem Serbanbe ju feiner go* 
mitte teifagen »oflte. £ier ifi alfo überall t>on 
$anblungeu, »ie »fr fagen, ber freiwilligen ®e# 
riefttäbarfett, tn'* »efonbere »on gamilien * Ser!)äf t# 
stiften, bie am natürlichen in ber SRdlje ber %amilit 
t»ffjogen »erben , bie 9tebe ; Ui ber jweiten (Stelle, 
too ti um Ctgentyum fty fyanbelt, muß ba«, »ad in 

bem mallo qaod Tanginas aat Centenarius indixe- 
mnt gefdjebtt ifl, ante regem aut in mallo legitimo 
beftdtfgt »erben ; »omit ba$ Capit a 803 , de lege 
Ripoar. Cap. 7. Äbereinftimmt. 

2>ie b«f)er ernannte ©efugittß beö $unnen »ar 
aui ber »otur feiner (Stellung unb im dintlani mit 
ber alttn ©eridjtfoerfajfung tyeroorgegangen ; unter 
ben Carolingern aber er»eiterte fte fTd> altmalig audy 
auf (ireitige 9ted)t$fAfle. Sin boppetter feijr »e* 
fernlieget Unterfd)ieb blieb inbefl )»ifd>en bem Placi- 
tum eine* ©rafen unb bem eine* Hunnen« ©tefe* 
2e$tere ndmttd) »ar (ein 2$olfögerid)t; nur bie flret^ 
tenben 2f)etfe, bie (Soffen unb 3cugtn burften ba^in 
beföieben »erben s *. ©ort fonnte ferner über ?eben, 



85. De placitis siquidem quos liberi hominea observare 
debent constitutio genitoris nostri penitus obaervanda 
atque tenenda est, ut videlicet in anno tria solum 
modo generalia placita observent, et nullus eos am- 
plius placita observare compellat; nisi forte quilibet 
aut aecusatus fuerit, aut alium aecusaverit, aut ad 
testunonium perhibendum vooatus fuerit. Ad caetera 

15 



226 



greifet* uttb ©genannt nid)t erfomtt werben ; biefe 
widKigfien Singe tegenfyeiten ber ©efetlfc^aft waren itnb 
bliebe« ben Coffögericfjten, sninbejien& jenen, weldjen 
ein ©raf ober Äinigfidjer Mi&sus twrfianb, aorbe* 
galten 36 * 9öenn ei nun in ber unten belogene* 

©teile l>etgt : omnis controversia corara Centenariis 
diffiniri p o t e s t ; excepto ; f liegt aud) barin, 

baß e$ auf bfe «Parteien auf am, ob fte ftd),t>or ü)tt 
berufen wollten. 

Mein, obgleich biefe ©efuflmß ber £unbertfd)aft$* 
Sorflefyer in bem Snterejfe ber jfreitenben Xfvetfe fe(6(i 
ihren Urfyrung gefunben; fo fdjetnt e* ben erfterit 
borf) weber an Stet) nod) an ÜRtttetn gefehlt ju fco* 
ben, foUfce, mit Shtfefyn unb . Qrinf ommen »erpaarte, 
(Erweiterung tt)rer amtlichen Sefugniffe )u befeftigen 
nnb wo mäglicfy nodj weiter auäjubefynen. £er jjunne, 
urfprünglid) ein geuojfenfc&aftfidjer SBorjtanb, warb 
feitbem, unter beut <£influ$ fytyerer SBeamten, auö 



vero quae Centenarii tenent non aliu* venire jubea- 
tur, nisi qui aut litigat , aut judieat, aut testifica-* 
tur. (Capit. Ludovici PH. apud Baluz. Capitularia* 
regum franc. in edit. P. de Chiriiac. I. 788.) 
86. Ct ante Vicarinm vel Centenarium de proprietate aite 
übertäte Judicium non tettninetur aut adqairatjur, nisi 
semper in praesentia Comitum. (Capit a 6tO. ap. 
Baluz. I. 796.) — Ut nullus homo in placito Ceote- 
narii neque ad mortem neque ad libertatem suam 
amittendam, aut ad res reddendas vel manlipia, ju- 
dicetur; sed ista aut in praeaentia Comitis vel Mis- 
aorum nostrorum judicentur. (Capit. a. 812. ap. 
Baluz. I. 407.) — Omnis controversia coram Cente- 
nariis diffiniri potest; excepto rednibttione terrae et 
raaneipiorum , quae non potest diffiniri nisi coram 
Comite. cAp. Baluz. I. 351.) 



227 

ben Sonteljment» 7 gen>d^rt, bfc begreiflich ffcfc ju 
bem Stmte brdngten. Daber bann baSfelbe aud) fo 
reichtet tu SSebrütf ungen führte , unb bie Äfagen, bie 
fiber bie ©rafen unb S36gte fo tyäuftg laut würben, 
nic^t feftner' ben £unnen trafen 38 ; ballet bie oft 
n>ieber()offe Seftiminung , baß fd)Ied)te SBogte unb 
jpunnen entfefet, unb gefefcfunbtge, gerechte unb 
friebfame befledt toerben fottten 39 . Dod> tiefe fße* 
fet)Ie vexmodjten ntdjt, ba$ Uebel ju beben ober ber 
einmal genommenen Stiftung ©cfyranfcn ju feiern 
2)ie £unnen ließen ffdt> enblid) beige^n, alle 9ted)f«* 
bdnbel t>or % gorum ju jtebn unb fogar So[f*ge# 
tiefte unb jum iftern aujuorbnen 40 « Unb n>ol)i 



417. Comites quoque et Centenarii et coeteri nobile« 
Tiri legem suam pleniter discanfc. (Ap. Baluz. 1. 876.) 

38. Quod pauperes se reclamant — super Comites el 
eorum Centenarios. Dicunt etiam quod quicumqu© 
proprium suum Episcopo , Abbati , vel Comiti aut 
judici, vel Centenario dare noluerit, occasiones quae- 
rirnt super illam pauperem, quomodo eum condem- 
nare possint. (Ap. Baluz. I. 485.) 

319. Ut Episcopi , Abbates atque Abbat issa© Advecatej 
atque Yicedomiaos Centenariosque legem scientes, 
et justitiam diligentes, paeificosque et mansuetes 
habeant. (Capit. a. 802. ap. Baluz« I. 506). — — 
De judieibus autem vel Centenariis atpue Tribunis 
vel Vicariis dignum esse censuimus, üt si mall fue- 
rint reperti, de ministerio suo abiciantur. (I.e. 1.689.) 

40. Volumu* ut Comites nostri licentkun habeant inqui- 
ftitioaem facere de Vicariis et Centenariis qui magis 
propter cupiditatem quam propter justitiam faciendam 
saepissime placita tenent, et exinde populum nfmls 
affügunt, et ita teneatur sicut in Capitulare domni 
Karoli continetur, id est, ut nullus ad placitum 
banniatur nisi qui causam suam quaerit , aut si alter 



228, 

— 

mbd)tt ti t^ttett gelungen fepn, bie grdflfttcfye fRidp 
teroftrbe für t'bre Sejirfe ganj unb gar an (id) |it 
jicfjen, f>&*e nidjt bie balb erfofgte 3trfp(itterwtg 
ber @aue bte ganje ©Keberung brf Seroaltungö* 
©pftem* geWf t unb bem ©eridjttttefeu eine anbere 
©efiattung gegeben. 

SRtt bem Abgang ber (Saroftnger fd)toinbet aud> 
ttieber jene erweiterte Sebeutfamfett be* Sfrunnen unb 
er tritt feitbent, nad) Angabe ber erhaltenen £enfmd> 
ler, in einer Stellung auf, bie angemeffen ber 92a# 
tur M @ad)0erf>dtoiifFeS, ttofyl feine urfprungftdje 
getoefen. 

fßon feiner Xljeifoafyme bei S3erf)aftung unb 53e* 
fhrafung giebt junddjfl ba* 3Mptd)er SBetetbum au$ 
bem Anfang be* 13. Safyrbnnbert* £unbe» Da* alte 
3&fpid) urafdjlof} ein bierfadjer (Sprengel befonberer 
@ered)tfame # Um bie 93urg jog ffd) innerhalb ber 
@tabt ber Surgbejirf ober Surgfriebe, äußere 
fyalb um biefelbe berSurgbann; an biefen fcfjfog 
ffd) ber SBeifaug, ben uneber bie Saun* ober @e# 
left*meile umgab. Sin ber ©pifce ber ©d)6ffett 
be* SSurgbanne* unb bei Seifange« / ober bon 3«** 
ptd> unb ©cid), (lanb ein ©d>ulfyeijj bem ©erid)te 
in aßen ©egenfldnben be* bÄrgerfid>eu 9>rojeffe« »or ; 
and) ber Slugriff in peinigen Sachen fam it>m ju, 
Slber ba* £ocf># ober SBIut * ©erid)t übte ber Sogt, 
tütld)cx innerhalb be* SBurgfrteben* jdbrlid) brei ge# 
fdjworue ©ebinge (bie alten brei Placita) ablieft* 



ei quaerere debet; exceptit Scabinis Septem, qui ad 
omnia placita esse debeiit. (Capitula Hlotharii imp. 
carte Olonna, cap. HL Ap. Balns, IL 881.) 



229 



Zfett Seifang bilbeten bie fd>ott oben genannten totere 
jefyn £unbfd>aften auf bem ©dyfoelberg unb neun 
jpunbfdfyaften auf ber Äcmpener £eibe. SBar nun 
ein Sergej in btefem S3ejtrfe begangen, unb ber 
Xf)dter, nacf) irtltd)er (Stelle ber »erubten Xt)at, an 
ben ©d)uftJ)etß unb bie ©d)6ffen *>on 3ülptd> ober 
tum ©etd) eingeliefert motten; fo mußte biefer <5d)\iU 
fyeifj bie Jpunnen unb ba$ ?anb aufbieten (äffen, 
tno afdbann bie ©hoffen nur bie Zffat ju befunben, 
ber Sogt mit ben Qunntn unb bem 2anbe aber baö 
SJergefyn ju richten tjMttn 41 * 

Cben fo birbeten bie f&nf fcirfer: «irfdfoberg, 
Sgel, ?angfur, üßefenic^guffenig, unb ©re*enid> im 
Sanbfrei« Xrter, worüber bie S3enebictiner * Slbtei ©t. 
3Jlattl)i4 bafelbfl bie ©runbtyerrfdjaft befaß, einen 
befonbern SSejtrf. %tUi biefer £6rfer l)atte einen 
3entener, unb narf) alter SBetfe warb tin 9Riffetl)äter 
*on einem berfelben bem anbern jur £aft, unb von 
bem fegten unb ber Q&tmtint an ba* £ochgerid)t über* 
antwortet. ©te* mar aber, ba bie Slbtei ftd> be* 
Sogted erwehrt, ben 3entenem felbjl anfyetm gefallen, 
bie bat)er einen unter pd) jum Winter, wdl)lten, tväty 
renb bie t>ter anbern bie ©rf)6ffen abgaben» 42 

S8on einer anbern Seite, wofyl autfj feine« ur< 
fprfinglictyen State«, jeigt (Td) ber fyunnt ati Sorftanb 
ber jpunbertfcfjaft in Angelegenheiten ber gemeinfamen 
SKarf unb ber innern ^olijei überhaupt 

9(n ber ©pifce ber ©emeine t>on 33ribel erföetnt 

ber Centurio, dU biefe (Centurio et uniyersitas de 



41. <5tüd X. b. (3. 

42. 6tücf XL b. ©. 



230 

Bridal) mit Urfunbe »on 1259 ein ÜRttbel)orjung$recftr 
in itjrem @emeine * 2Balbe ber Sbtei $tmmerofe t>er> 
fauften 45 . Cben fo tritt er unb jwar in folgenber 

©rbltling: „Scultetus, Centurio, Scabini et universi- 
tär ville de Metrico" in einer Urfunbe $on 1297 4 * 
auf, aW bie ®emeine ju 3ßetterid) auf SBeib * u. a. 
9iecf)te in einem bei #ünmerob gelegenen SBeinberge 
}u ©unfien ber gfetdEjgenanitteii 8btei fcerjidjtete. 
£etnrid), ®raf bon Sirnenburg, Gatte fit bem @e#x 
meine *3Balb mm ^)ofd) rotten (atjen unb bie 9tot# 
tungen (W) jugeeignet; bie SJafbbeerbten (Limitatore* 
et heredes ; Slnerben unb Srben) ergaben fid) eublid> 
1274 barin, mit bem Sebing, baß ber ®raf jdtyrltcf) 
jtoei üRarf an fle unb ju $änben be$ Centurio ent> 
tidjxt. JOtefer foff baf)er Kamenä ber beerbten bem 
©rafen jene gerotteten ©runbßucfe Aberoeifen 4f ♦ 

£ie fierren tjon Äempcnidj unb ?anb$cron ftrit* 
Un 1311 »w bie SJercdjtigung tt^rer UntcrfaflTen jur 
S5iel)trijft in bem @cmetne*2Batb bei ÄirdjfpiefS Jfö* 
nigefelb; ber @d)iebSricf)ter lieg eö barauf anfom* 
men , wag ber Huno nebjl jtpeien ÜWännern $on brei 
benachbarten Ätnfcfpiefen, ober »a$ bie (Semeine aott 
Äonigäfefb mit it)rem Huno wegen ber feit breißtg 
Satyren jiattgefyabten Cbferaanj, eib(icf) auäfagen 
würben 46 , 

SWit btefer Stellung beä #unnen uerpaarte fld> 
febr natüvlid} eine ©eridjtäbarfeit in ©adjen bet 
SKarf unb ber ©orfpofijeu 



43. Günther, Cod. dipl. II. 89 K 

44. Günther, II. 615. 

45. Gudeni, Cod. dipl. II. 950. 

46. 1. c. 1004. 



331 



Z>a6 ©cf)tog öebbcrg, ein alter ©rafenflfc in bem 
gleid)namfgen 6£(mfcf)ett 2lmte, übte bie Suriäbiction 
in bcn ZtörfewÄleinenbroid) unb S3ütrf)en; in jenem, 
wo bte gräfliche S3anf mar, ungeteilt, in btefem t>or* 
jügltd) in Angelegenheiten, welche bte 3Rarf unb 
Gemeine be$ ßirdrfpkl* SSütcfyen, bai)er ©renj*, £ol$* 
unb önbere ftxevel betrafen, aber mit 3lu$fct)fuß be$ 
$od)gerid)te$, bem ba$ ©cfyloß i?ülci)ratt> unb ber 
©raf *>on ber Jtycf t>orjtanben. 3n bem 3Bei$tl)um 
über bie £errlid>feit beÄ erstgenannten ©dtfoffe* 47 
Don 1369 wirb nun unter Slnberm benimmt, baß bie 
beiben £unbfd»aften Äteütenbroid) unb SRutfyufen ju# 
fammen einen ©cfyoffen jur gräflichen SSanf jn jlcllen 
jjaben, jebe aber einen £unnen, „dy sullen wroegen 

so.wat wroechberich ys. u 

Rubere ©egenjtdnbe feiner polijekfjen SfoffUfyt 
nennt ba« 2Bei*tf>um eine« „Huntdinck" *>on 1442 4 *. 
2>er ©f>rengel biefe* £unbbing$ war ba$ ©ttfWge* 
biet *wn 9taDengir$burg auf bem £unb$rücfen ; t>er# 
ftyiebene Orte, worunter SSebern auf bem £unb*> 
riefen, werben af* baju gehörig genannt; tu'er an* 
bere aber unb Sla&engiräburg felbf* fmb freie Dörfer, 
unb ber *Probft beö ©tiftä, ber an ber ©teile be$ 
alten Huno bem £unbbtng *>orjtfct, barf in ben SSann* 
bejirf berfefbeu ntcfyt treten, um jenes ©erid)t abju* 
galten; wer Jpofe enbfid> finb eben fo wenig batyin 
bingpflidjtig, ba jie unter einem eigenen SSogte (ledern 
Aufgabe biefcä ©ericfyn* war : ba$ rechte %xud)U unb 
9Bein*ÜRaß, wie auef) ba* 9Ra0 ber ©tragenbreite 
in unb uor ben Dörfern ju weifen unb Vergebungen 
bagegeu ju rügen, ober n>ie bie Urfunbe fid) an einer 



47. ©täcf xv. b. <5. 

48. Günther, 1. c. IV. 41 f. 



232 

Stelle für) auäbräcft: daz Hantding toh Hasen und 
Strasen. 

2>f e att*ftsf)rKd)fie S3ejetd)ttung ftnben tobe in einem 
9Bet*tf}um Aber bte Snftitutionen in ber ©tabt Xrtcr 
aui bem Sittfange be* 14. 3aljri)U»bert$ 49 . Der 
Centario ber (Statt wirb von ben ©djoffen gerodbft, 
»on bem ©djuftljeiß verpflichtet, ©eine* Sntteä ifi: 
auf @et)etß be* ©$u(tyet0e6 üt fhibttfdjett angelegen* 
Reiten »otfdjaft jn verrieten; 8TufjTc*>t ju führen, baß 
bte Straßen buref) ©ebdube nnb Banne ntdjt verengt 
nnb ntdjt verunreinigt »erben; ©renjfhine jn fe&en, 
©d)dfer ju bejletten unb Ritter in ben SBetngdrten in 
einigen SSannbejtrfen anjuorbnen. 3» bem benadp 
barten Safe! tjält er ein Placitam ab, Baedinc (&au* 
btng) genannt, wo tt)tn atteö Regimen (3ured)t» 
wetfung), mit äu$naf)tnr verübter @en>alt ober fjrteb* 
btnd)i juffcbt; bort bejiet)! er attcf) bie 3<>llgef<itte. 
Uebertyaupt ifl er in allen Dingen ber SMarftpoftjet 
nnb be* 3nnft»efenS amtlid). 9m ©c^fuffe be* 2Dei$* 
tf>um* werben mef)re £)rtfd)aften genannt, tvo iätyrlid) 
ein fofdje* Saubing ftattfanb, unb bie Sergej furj, 
aber fefyr bejetdjnenb aufgejagt, bie ein ©egenjlanb 
btefe* 3ud)tgertd)te* waren. 

»eljnlidje SSerfjdltniffe fttyrt nod} bie, von bem 
6f)urfürjlen von 6ö(n 1772 betätigte, ©d)ti$enorb# 
nung für bie ©tabt 33onn an, weld>e ber SRagiRrat 
1710, nad) ÜRaßgabe ber arten ®ebrdud)e unb ilrfun* 
ben tote er fagt, fyatte abfaffen laffen. 2>a* 3(mt ber 
vier ©cfjufcen, midie jdt)rlict) jur Raffte erneuert 
würben, betraf ba* ©d)ü$cn ber SBetngdrten in bem 
SBannbejir* ber ©tabt: bie beiben alten ©djwfcen foU 



49. eiücf xu. b. ®. 



233 

fett mit bett tteuctt „ben »inner Satyn oben unb nn# 
ten au* begeben, unb ben neu anfommenben ©djfifcen 
»ertdjt tl)Utt, wie unb wofce ffe Ritten unb fr6gen, 
ffbren unb wenben (offen/' Cd beflanb ferner im 
Sbfdjifcen ber ©fiter in gerid)tKd)em auftrage, ©efcen 
nnb fftidfttn ber ©renjftetne, überhaupt in ber Huf* 
ffd)t über SBeiben, ©arten / gelbfrud)te nnb Xrauben: 
„5Ber . bem anbero fein ©rajj im gelb — , nad)bem 
e* nadf Offern »erbotten, abgraßen nnb bar über 
burd) ben ©cfyufeen befunben nnb befr6gt würbe, ber 
foff ben $unnen 1 ÜJJarf — $u Äfityren geben/' Sie 
©tabt 93onn mit ifjrem Sannbejirf ftanb unter bem 
STOagifirat unb bejfen Beamten ; bafyer war wegen ber 
po(i}et(id)en 9uffid)t aufjerfyafb ber. ©tabt jn>ifd)en 
ben ftdbtiföen Äubrmetftern unb ben $unnen 9Ri0# 
beffiflfeit entftanben unb e* würbe in biefer £in|Wjt 
beflimmt: „baß btr Äfit)ren oben and im Stammen tintt 

ehrbaren fftatl)i aui aUm SÖeingdrten (offen 

— empfangen »erben ; wa* aber barbau ßen fcon i&n* 
bereden gelegen, — batton (offen bie Äußren ben 
$unnen gebühren unb wie t)on 3((ter* gefolgt werben 
». f*»-" 50 

©d)on warb eine britte diu be* $nnnenamte< 
berührt, bie Obliegenheit, 6ffentficf)e ©efdffe in ber 
#unb(d>aft einjufammern, ©ebote ju berfimbigen, ju 
$errenbtenflen au fju bieten, u. f. w. 

2ia* SBei$ri>um eine« »ejtrfe* an ber ÜRofet, im 
£amm genannt, *on 1339 beflimmt u. 31., baß ein 
<£r&bifd)of t>on Xrier ein Wal im 3af)r eine SBeitt* 
bebe einf orbern mige, todtyn SEBein fobann bie brei 
ßentener mm <punbertcfy, Bell unb ÜRerl einfammeht 



50. «Bollftänb. Samml. fceren — Ärfcftffty* ©In. ^bieten; 
Öln, 1TT2. fol. II. «66.-387, J. «.—«92, $. U 



234 

fotten. 5 * Z)iefer 2Bein führte baljer aud) ben Siamert 
jpunbäweim s 2 Sluf bie ©djafcungägefdße bet Äird)* 
friere @r jtorf uitb ©roß * Slfbenborf m b* r @raffd>aft 
Weuenaljr t>atte ber (Srjbiföof tum ßo(n einem Äerrtt 
Don ©affenberg ein SDiannleljn angenuefen unb befahl 
u* 31. ben gönnen bte jdljrlidje (gntridjtung be$* 
fetten. 53 

ÜRit ber SReige be* 14 3af>rf)unbertd finft ba& 
Stmt eine* £unnen immer tiefer tyerab. Statte unter 
ben Karolingern ber 93ornei)mere nad) ii)m geflrebt; 
fo n>ar nnn jeber #ofe$bejt&er bemüht, ftd) bemfefr 
ben/ fo wie bem eben »enig tyonortrten ©d)6ffen* 
amte, )U eiit{ie^m SBilljefat, #erjog t>on 33erg, be» 
fteUte 1392 einen SBerfmeifler für fein ©d>to$ Singer« 
munb unb befolbete iljn jum X^et( baburd), bag er 
feeffen Jpof t>on ben üblichen Dienfien unb ©cfyafcun* 
gen, unb Don bem Jpuntampt unb ©cfjeffenampt" 
frei er Harte 54 . $<iuftg, »te bie in ben fyerrfdjaftfi* 
d)en 2Ird)tüen aufbewahrten Freibriefe bereifen, xväty* 
ten bie gürflcn bed 15. Saljrfyunbertä, bei ifyren fteteit 
$inanjt>erfegenf)eiten, biefe* SRittel, gekiflete Dienfte 
)u vergelten, rooburef) jene Slemter immer mel>r auf 
bie armem ©ernetne * ©lieber jurücfftelen unb an 
ttyrer äußern SBurbe in gfeitfjem SSerfydltnij} einbüßten. 

£ie Urfaei>e btcfeä ftnfenben änfefynä lag otyne 
Bn>eifel in bem ©ntwitfeiungägange unb ber Siuöbif* 
bung beä SBerroartung* * unb ©erid)tön>efenä, woburef) 
ben einzelnen jpunbfcfyaften immer metjr iljre ©elbfi* 



5t. Günther, 1. c. HI. 400. 

52. Tier Ohm Huntzwina, Günther, IV. 127» — Dimi- 
diam Carratam Hunici vini, Gudeni cod. dipl. IV. 014. 

53. Gudeni, II. 1284. 

54. ©tücf XVI. b. ©. 



235 

tfdnbigfeit unb ben $unnen enhffcf) atte SefugntfJ unb 
SEßfirbe afä SBorfiaub entjogen würbe ; fo. baf jTe, bie 
ti*i)er nod) »or ben ©cf)öffen, ober bod) auf gfetdjer 
Suu'e mit iljnen genannt werben, im 16. 3at)rt)unbert 
nur ali niebere fciener tyerrjtyaftfttfyer SSenoafter 
ober beä ©ericftted crfdjeinem <&& bleibt und bat)er 
nod), bem ©ange bfefer .Serdnberungen eine über* 
fW)tlid}e 33etradjtung $u kpibmem 



»i 



5* 4. 

Slfö fyauyt unb üRacMaber ftanben, n&cbfl bem 
^erjotfe in ben #erjogtt)ämern ober beut Äimgfictyen 
Missus, ber ®raf be* ©aue* unb, in S3ejiet)ung auf 
feine ^unbertfdjaft, ber Centurio * ben 33ofKt>er# 
fammfungen wr, worin ade Slngefegenfceiten bei 
Äriegä unb gfriebend, fo auc^ bie 9ted)t6fätte üerf)an* 
beft unb entfdjieben würben, ipier affo wurjefte für 
jene Sorgefefcten eine in ade 3»eige ber SBerwaftung 
eingreifenbe SfintäbefugnifJ. 

9tad>gerabe, wie gefefcftdje ßrbnung jTd) be# 
fefttgte, Sigentfyum unb SJebürfniffe n>ucf)fen, unb bie 
einjefnen gefetttgen SSerfydftniffe jTd) tueffdftiger burdp 
flochten unb tterroicfeftcn , erlitt jundcf)ft ba« JBolW* 
tl)ümficf)e be* aften ©erirfjtäwcfenS, bie Xfyeifnafjme 
äff er freien an ber 9ted)t$fuibung , Grinfcfjrdnfung 
auf ©traffacfjeh ; wdtyrenb (Stnjefne, ewdfyft aui ifyrer 



gär bie ftaat*&eamtfid>e 93etentfamFett be* fefctern 
giebt bie Lex Alam. XXVIII. einen SRaftfab , roonad} 
fcie 9?id}tad}tung be* (Siegel* ober 23efe(>($ eine* Duci» 
mit 12, eines Comitis mit 6 unb eine* Centurioour 
mit 8 Bolidis fccßraft würbe. 



236 

STOttte, tue 9to(#nburge be* ©altfty * Kqmarifdjen @e* 
fefce* , ober bte ©d)6fcit unter Sari b. ©., a(* jtdtu 
bige Urtfyeiter angeorbnet umrben. Cbgfeid) tyierburd) 
toeber ber genof[enfd)aftlid)e unb 6ffentlid)e ßfyarafter 
ber ©ertöte aufgehoben würbe, nod) baö (Srforberm'ß 
ber 2lnwefent)eit ber obern Qbaubtamttn gefdjmdfert 
fterben fottte ; fo führten bennod) bte/ nad) Sebitrftttß 
flcf) me^renben unb batyer für etnjelne $unbfd)aftett 
geltenben f ', ©ertd)tf tage attmdltg ju jener <?rwette# 
rung be$ Slnfetyn* unb ber 3nftdnbigfett ber (Jet* ge* 
genmärtigen untergeorbneten SBorjtetyer, »eld)e, tpte 
oben §. 3» bewerft tporben, mieberljolte S3efel)le taum 
ju jügefn »ermodjten. 

Die @cf)4ffen, ber ©a^e nad) Stifter, »erben 
and) fo genannt; unb mehrere ©teilen ber frdnfifd)en 
©efefee lajfen aermut&ea, baß jnnfdpn itjnen afö Ur* 
geifern unb bem ©rafen ober £unnen aW Autorität 
ein befonberer fUnbig angeorbneter Stifter m'tfjt notb* 
toenbig erforberlid) gemefen fei), ©letdjmobf gpfd>ttfyt 
jura 6ftern ber 5Rid)ter tn^ »efonbere <Jr»dl>mutg. 
3n Slfemannten unb S3at)ern beflanben ffe regelmäßig 
unb muQttn in ben öffentlichen Placitis ba* @efefcbud> 
bei jlcf» fuhren 56 . 

(Sine befonbere, feftftrebenbe SBejie^ung fcatte ber 

judex fiscalis. 



55. Die aSerfammlung foUte in jeber Centena »or bem tra- 
fen unb Centenarias, alle acfyt, in frieblidjen 3eiten, 
alle »ierjebn Xage ©tatt finden ; wo bann and) Seber, 
ber )it klagen babe, bte 5tlage »or fernem fttcfcter an« 
bringen unb ba* Wadiam bem Missus bei trafen ober 
illi Centenario qui praeest, geben fpD. Lex alanu 
XXXVI. 

69. Lex Alam. XLI. Lex Bajuv. XV. 



237 

»ber au* btejfeittgett, t»el*en bie obere STufffrfjt 
über ben Setrieb auf ben Ä6nigli*en Stilen unb Aber 
bte $ffi*terf&ttung aller Untergebenen oblag , »erben 
in bent Capit de tAHs, judex genannt; ffe flnb it 
o^ne 3»eifer, meiere anbemdrtS ben, ber 9latnr 
il)re* UmM entfi>recf)enbett, Wamtn ©d)ultf)et{5 fuhren * 

9Bte bie ©**ffen aui ben freien #ofe*bejTfcern 
ttnb unter if)nen, tote toir na* bem (Seifte biefe* 3n# 
fKtuW unb nad) ÜRaßgabe fpdterer SBetStfyümer an* 
nehmen bürfen, ein SSorjffcer, SBortf&ljrer ober 9ti*# 
ter getopft unb Sterbet Urt!)eiWfdf)igfeit unb Sfnfe^n 
ber ^erfon gewiß berucfftöjtigt würben: fo war e* 
tt>ot>l natürltd), baß affentbatben bie ^)auptt)iffa in 
tyretn berrf*aftfi*en Verwalter nidjt nur ©teile unter 
ben ©d)6ffen fonbern au* an ifyrer ©tfifce fanb. 

@o lange ber ®au unb bie alte Serfaffung mft 
tyrem preng burcfjgef&brten, atte gefefffdjaftfi*en 8er# 
^Äftniffe nmfaffenben Serwaltungd * @9flem f ortbejlan* 
ben, fTnb e* nur bie borgeorbneten Beamten, ber 
Comes unb Centenarius, bie unft in allen gefe&Ffd)en 
93e|titnmungen begegnen* 9tad)bem aber bie SBefjr* 
serfaffung bnr* ba* entflanbene (Seforge, ber ®au 
bur* bie tnerfdltig aufgehobenen SBejtrfe aflmAIig ff* 
ttf ten nnb aui tiefen (Elementen überall fetbftjtdnbige 
©ebtete unb <Sebiet$l>erren hervorgingen ; jerftef jene* 
fänfUtdje ©ewebe in Xrimmer unb feitbent tritt ber 
Huno ober Centenarius in ben ©chatten, ber ©djuft* 
tyeiß aber jlärfer tjetttor. 

<S* f*etnt, baß bie gei|tfi*en Stiftungen, n>ef*e 
jund*jt ben ©auoerbanb löfeten, aud) wefentli* baju 
beigetragen traben, ba$ auftreten ber ©*uft&eiße afc 



* Sergl. bie Ueberftyt jum St. xvm. 



238 

Stifter gemein üblicher ju uadptt» Sie CrftKng*# 
urfunben jener frühen Äfofterinftitute führen befannt* 
lid) e* nad> , . baß it)rc 5B\tteR unb SJejirfe au* ber 
^rdfltcf)en ®e»alt unb ber gerid)t*bfamt[id)en über* 
Ijaupt ausgehoben, unb nur' ein Sogt, jum <5d)u& 
unb Vertreter ber Snjtaft, m 9 ^ SSefonbere jur SlbfjaU 
tung ber altübftcfyen bret Plicata, bie aü 93o(föge# 
xiftte in ©traffarfjen itocf) fange, fortbeftanben, $lfo 
jutn ßriminat*@erid)t$#33orfianb, angeorbnet n>or# 
ben; »onacfj a(fo bie ftifttfdjea SBemafter unb 3btf< 
jtfcer ber £auptt>ttteu fo letzter jene (SteUef, bte beu 
(Staatsbeamten uninQän$li4i geworben, einnehmen 
tonnten. 

3n ber $ofge er6ttden wir fTe allgemein in biefer 
Stellung unb jal)lretcl)e ©enfmdler bereifen ntd)t 
- nur ben rid)terKd)en, fonbern jugfeid) aud) ben !)err# 
fcf)aftlicf)'6fouomifcf)en ßbarafter ber <Sd)ultl)eiße. Sit 
bem §erjogtl)um Berg (um bei ber ganbfdjaft ju 
aerroetfen, bie f)ier burcfygdngtg a(d Seifpiel genannt 
korben) war fiir bie ©eridjte ber Jlemter Wroenberg 
unb SBtnbexf ber SRentmeifler, ber Slemter ^)orj unb 
«üttborf ber ©cfyultljeiß, bei 3lmte* SBurg ber Äettncr 
5»id)ter f7 / 

Sie ijunbfcfjaften, biefe SÄinge in beut alte» 
(Sauuerbanbe, verloren nad) 3^rfprengung beöfelbeit 
il)re Sejiei)ung unb großen XlpiM iljre Sebeutfamfeit, 
bie $unnen aber tyren ftaatöbeamtli^en Gtyarafter. 
©eitbem fanben n>ir bie (entern nur nod) alä ge# 
noflenfcfyaftttdje 9tarfiet)er unb in angemeffener 2lmt$# 
befugnifj. £ocf> and) biefe Stellung geriet!) fdjritu 
weife in'$ ©ebränge, tote ba$ natürliche Saub einer 
getneinfatneit ütfarf unb enbfid) bie 9>farrfircl)e bte 



57. <Btü& xvu. b. ®. 



239 



»freitsjeften $unbfcf>aften tf^rc* Sprenget nid)t nur 
\n dimx gr&flern ftrd)Itd)en ©emeine, fonbern audj 
)u Grinem. ©ericfyt, unter gejueinfamen, unb !)6t)crn 
SBejirfd 'Seamteh, Bereinigte. 

@d)on bie Sapitufarten ewdfmen bie ©itte, bte 
©ertöte auf ben SSorfluren ber Äirefcn (jfcjulwrtert, 
Wprtn tootji bte erjten äetme jener JBcreinigung )U 
»urjefn föeinen; unb obgreirf) biefe ©ttte bort unb 
in fpdtern bifd)6flid)en 2$erorbnungen getabelt nrirb, 
fo i>at ffc jTd> bod), nacff bem 3eugnt£f jatjtretcfjer 
äBei$tf)tttiier, ntcf)t minber ermatten. Da* @erid)t ber 
fM>$ #unbfd)aften be$ SanbeS t>on ©epff|rn foff ber 
Siratmann von Äempen alle aierjcfyn Xage t>or ber 
Äir*e ju ©epifern abwarten. 2Ba* in ber STOarf 
itrib ©emetne gefd)iel)t, fo n>ett baä Ätrcfjfptel 
95utd)en reidjt, foff baä £au$ Siebberg rieten. Sie 
JCoftumen beä ÄirdjfpteU Sierßen 58 , ?el)n*, 
9>fanb < unb Äaufurf unben be* 14. 54^"nbert* nen# 
iten afö greietybebeutenfce Sejirfe Äirdjfpiel unb @e* 
*icty. 2>a$ £erjogtl)um ' 33erg giebt einen wettern 
SBeleg 59 . SBon ben ©eridjtforten Honnef unb @ie# 
lienberg im 3lmt 26n>enberg, ?fif$borf unb SSoffberg 
im 3lmt SulSborf, 3ÖermeI$fird)eu im 3(mt ©ornfetb, 
jpucfeäwagen im gleichnamigen Zimte, SKidjraff) im 
Slmt Sföontyeim, ©ofingen unb 2Bafb im Slmt ©oftit* 
jen — wirb bie 3af)I ber baju gehörigen jpunbfaafte« 
unb jugleicfy bemerft, baß ffe (Sin Äirdjfpier bttben. 
Ueberfyaupt werben bie ^unbfdjaften nur nocfy afö 3u* 
gebore eine* ÄirdjfpteK gebaut unb e$ tyiQt j. SB. 
Dom 2(mte SMifefoe „baben äffe @erid)ter einen Dinger; 
feint geine Jponbfdjaften bau äffe jefyn, Äircfyfpiefe." 



58. SBer^T. att$ bt* 9?ote }u bem StöcT X. b. <5; 

59. gär bie folgenden Semerfungen »ergf. ba* @t. xvu. b. @. 



840 

£ie jieigenbe JBet>6fferung erjeugte begreift in 
ber %o\qc X6djterfird>en in entfernten $unbf$aftett, 
bfe fpitfr jtt Pfarreien ernmdjfen unb woburd) ftd) 
im 3al)r 1555 audj !>in unb wieber mehrere £trd)# 
fptefe unter (Einem (Senate vorfanben: bai ©eridjt 
ber Dter (SapeUen im Sttnt Solingen bejianb au^ vier 
ßrtföaften ober fed>* ^nnbföaften unb aOe vier 
GäpeKen waren bantat* fdjon $farrfird)en» Sei eini# 
gen anbern ©eridjten hatten gufdtttge SBerbäftniffe btc 
Bereinigung mehrerer Ätrdjfpiele Veranfaflt ; ba* Un# 
genrtijnlidje ber ©adje entging ntcf)t: ba* ©ericfjt 
JDoffenbor^ beflanb ant ben Ätrdjfpiefen SDottenborf 
itnb Äubefoven unb bie (Stoffen eine« jeben £trd)# 
fpieW führten il)r eigene« Siegel , „unangefetyn bat 
tt ein ©ericfit iji." 3« beut ®erid)t ffiinbecf ge* 
tjbxtt „ujj madjt ber Sftfonberung" ba* Äirrf>fpief 
Z)attenfe(b. 3n bem 2fmt ZräfTelborf, worin mehrere 
Äirctyfpiefe , beflanb nur Sin ©ericfit, in ber ©tabt 
frfbjt, »eil biefe fo privifegirt war. 

dten ber Umftanb , baß |Tcf) für jebe* Äirdjfpfel 
ein eigene« @ericf)t gebtlbet, macf)t bie übergroße 3a<}( 
ber festem vor ben neuern Reformen be* ®erid)t*# 
wefen* cxtt&xüd). Da« #erjogtl|ttm 8erg, ein S4nb# 
cfjen von 54 ©eviertmeifen, $dt)fte, außer 163 £ofM# 
gerieten, 78 ?anbgericf|te. ©iefe, foweit eS bei ber 
fortbauernben ®<f|6ffen&erfajfttng gefd^en tonnte, ju> 
faramen ju fdjmefjen, um bei ber eben ergangenen 
ntutn 9ted)t*orbnung auf eine gfeicfjfirmtge unb ȟr* 
bige SefleKung ber ©eridjte beffer Wirten ju tonnen, 
bejwecfte bie mefyrgenannte amtliche (Srfunbigung im 
3al)r 1555/ meiere einige %tit früher ju gleichem 
3n>ecfe in bem (S6(nifd>en SJjurjtaate geföeben* 

Die ©eflattung ber ©erid)te tta$ Äirtfifpiefen 
führte in «nfeljung ber ©cf)6ffen auf feine Neuerung 




Dbet ©dMerfetett, tnbem ffdf) bte SSerpflKcf)tttttg jttt 
fcefefcung ber ©djoffettfielten auf bte untet jebent 
*ird)fpiet begriffenen J&Uttbfdiaften fcettfyettte, ©rt 
^ertfd)aftrtcf)et SRentmeijter ober gd)uftl)eiß »erfaf> bfe 
Öticf)terflette; bte t)Of)ettftd)eit Steckte aber »aljrte in 
bfrt 2anbe$bejtrfert ber Amtmann, ber aitcf), nacfj bcr 
ftttjttn £rennung be« Strafgerichte* , bie SJrfidjten* 
jjebinge abhielt, unb bort btefem ©tanbpunfte au* in 
perf6nffcfjen JWagefadjen überhaupt, concurrirenb mit 
ben ®djuftf)eif}ert unb nidjt otyne Jftere Sernncfefimg 
iet gegenfetttgen SufWnbigfeit, ernannte.* IDett 
fyunmn mar affo feine Stellung ju ben ©eridjten, 
toenn nid)t bie etnc^ ©eridftäboten, rooffcr jebocf) 
meijlen* ein gemeinfcfyaftlicfyer ald jwecfmdfltger er* 
fannt rourbe, gebfiebert, mtb ft)^e 3uftanbigfeit in 
Angelegenheiten ber ÜWarf ttnb ^ofijet überhaupt fyier* 
ttad) um fo feister an bie Ätrd)jpiefögerict)te ober ben 
Amtmann übergegangen: nur bte altt 9>ffid)t, fcffertt* 
Kd)e ©efdffe etnjutreibett ttnb ju #errnbtenfien aufju* 
bieten, in welker SBejiefyung allein nocf) bie $unb* 
fd)aft$#Smtl)eilung fortbeftanb, laftete frtecf>tifd) auf 
ihnen unb brücftc ffe {U bent Stanbpunfte fyerab, 
worauf fte bei ben Ohrfunbigungen im Satyr 1555 *or* 
gefnnben würben. $n bem Statt 93ornfelb, tyi$t e$, 
,/tft ein gemeiner Sefienbot; bar|u ffat and) jebe$onb# 



* 3n ber tyfatl, in fcraftten U. f. id. trtofd) frfi^ bet 
^Begriff unb bte ^Benennung Centern*, »ä&renb bte ©e* 
richte ber gu Äird)fpie(en ttnb ttemtern *erfta4feltett 
€entbejirte ben Warnen 5entgerid)t beibehielten > urtb b<t» 
burdj um fo letzter in 3rntögert übet iftre @rfennungfc 
befuflitifffc 5tn(a§ gaben. Die alte trttmung ber ©traf* 
ttnb £tMfrtd)ter(td)ert ©eibaft marb fpäter burd) bie litt* 
terfc^etbung ber #o&en unb fiebern 3eitt autgebtiicfti 

10 



342 



föaft tyreit eigenen gönnen, ber ba$ ©eft t)e*et und 
©ebott tfcuet." Set bem SImt #iicfe*a>agen »iib b* 
merft: „ba* 8anbred)t (@erid)t) fyat 4 $onbfd)aftest, 
\)at iebe in jlatt be* SBoten einen gönnen." Unb 
meiter : „ba£ Jponampt in jeber Jponbfcfyaft geljet urab 
t)an einem Jpo&e ju bcm anbeten, unb bar eö uf feit, 
muß man benfelbigen miliigen/ fo bern er bem Stmpt* 
man gefettig; fyat aber gein ffdjer befonung weiter* 
ban bie gertc^t(icf>e SSerfette." — „£at ber ((Sericfjtf*) 
bot ju ©eijiingen tvaü Don ber §oberf)a*er an meinei 
gnebtgen bern Summen überlauft, nit, fonber ber 
J&on, fo bie $at>er »ftyrfcct." 



• • 



243 



EL 

£>ie %ittx ©fabfcad) gemattet ben Serootynern bet 
SSifla Jpeen ba& 93efyoljungöred)t in bem abtcittdjert 
Äammerforfte unb tin & ejträpp bafetbjl ju rotten j 
befreiet fte aud) fcon ber Saft/ einen 3 ernten 
unb @d)6ffen unter ftdb ju SefteUem 1205* 

In nomine domin i amen. Universis presenteS 
litteras yisuris et audituris Gerardus dei gratia ab» 
bas, Fridericus prior, Rudolphus custos, Hermannua 
camerarius, Alardus capellanus totusque conventus 
monasterii Gladbacensis ordinis s. Benedict! cum 
notitia yeritatis etemam in dotninö karitatem. Qua 
geruntur in tempore ne simul labantur cum lapstt 
temporis, expedit üt ea scripturarum munimine pe* 
rennentur. Hinc est quod tarn ad presentium quam 
futurorum notitlam pervenire cupimus, quod nod 
Unanimi consensu assensu et libera yoluntate, et 
specialiter propter diversa servitia nobis et noströ 
monasterio impensa per Hermann um dictum Angerae 
Ende, Henricum dictum vanme Haene, Henricum 
dictum yanme Haene convicaneos, et dictum ko- 
ninC nee non gerardum dictum angeme Ende, com« 
morantes in villa Haene et pertinentes ad parochiam 
nostram Gladbach, damns et dedimus, concessimus 
et concedimus per presentes eisdem et ceteris ho* 
minibus utriasque sexus dicte ville yanme Haene et 
eorum liberis heredibus successoribus et posteris, 
pro nobis nöstris successoribus et nostro monasterio 
predicto, libera m licentiam et facultatem resecandi 
in nemore quod dicitur Camer vorst, pertinens ad* 



244 

mos et nostrum monasterium, ligna combuatibilia rU 
delicet non meliora fmo mediocria, pro eorum ne* 
eessitate et utilitate pröat ipsis congruit. Item et 
ligna apta ad edificandum, cum necessitas ipsis sea 
aticui ipsorum incubuerit. In super concessimus et 
concedimus eisdem et eorum liberis postei'is heredi» 
bus et successoribus licentiam et plenam potestatem 
in bis scriptis, pro nobis nostris successoribus et 
xnonasterio, resecandi amputandi et evellendi miricam 
infra terminos dicti nemoris, prout ipsis ridebitur 
expedire. Et ut sepedicti Hermannus dictus angeme 
Ende, Henricus dictus yanme Haene, Henricus dic- 
tus vanme Haene, convicanei, dictus koninc et Ge- 
rardus dictus angeme Ende et eorum liberi berede* 
et successores, ac alii quicunque bomines cuius* 
cunque sexus existant et conditionis in dicta tilla 
Haene residentes , maiori gratia et farore et Über« 
täte per nos ditentur et perpetuo jure gaudeant, 
quitos iiberos et solutos dimittimus et proclamamus 
eosdem ab omni onere et seryitute eligendi et 
faciendi Decimum et scabinos inter ipsos 
aut aliquem eorundem. In cuius rei testimo- 
nium et ut premissa omnia et singula predictis — • 
eorum liberis beredibus successoribus et posteris, et 
utriusque sexus bominibus tarn patperibus quam 
diyitibus dicte Tille Haene perpetuo maneant incon- 
Tulsa, ipsis contulimus presens instrumentum sigillis 
nostris propriis, scilicet Gerardi abbatis et conven- 
tus predictorum, que presentibus appensa sunt firw 
miter communitum. 

Datum et actum anno dorn, incaraationis Mille-» 
simo ducentesimo quinto, in yigilia natiritatis b. 
Joanois baptiste. 



»45 



. »- 



* • 



X. 

Jura eecleafoe Coloniensis in Tulpe to.« 

Dit k dat Reicht unsheren ran Colne zuZulpghe 
iad des wisslichen yaids ran hengbach. 



f. 3« bem Wtt. 16, tintm (Wtern 3ufa$e, ba ba* Seit« 
tftum in bem «or$erge(enben fdtfief t, wirb ein ©raf oon 
fcodtfaben, ber nun mietet Grjbifdjof oon @Mn fep, er« 
wäbnt. Sonrab, ©raf oon fcodrftaben, we($er biefe ©raf* 
/ fd>aft u. a. Setzungen an €Mn bradjte, war bort <fr|» 
tiftbof oon 1237 bi* 1261, Die abfaffung be* Set4* 
t&um* fällt alfo, wenn ntdjt früher, bod) ffdjer in bie 
erfle ftäffte be* 19. 3a4r$unbert*, obgleid) ba* oqrlie* 
genbe drempfar bem fofgtnben angefybrt unb au* einem 
ertfiftiftfeen Sopeobud). biefe« 3etfranmd entnommen ifr. 
(Sin (Sretnptor, meidpi bie Söffen oon 3ülpi$ 
im 3afcr HO* mitgeteilt , enthält bie 2Jtrbemer!mig, 
baf }u 3u(pidj brei »JKuttertirdjen unb Stird>fpicle, eben 
fo brei ©epd>te: ba« i>od>gerid)t , tai tyalenjgeri($t unb 
ba* 9Rer*turber ©erieftt, de^drtg fe^en; fobanit wirb 
ber „39ng<( »an ber $afen(en «tbimnen 3ülpge gelegen 
in fent <D?arien ÄirfpeU" unb iugfeid? bie <5d>eibelinte 
ber ^alen( bei $t. «Peter 5tird)fpie(* beieic&net, worauf 
bie Umfdpeibung be« Seifange« folgt- @tatt ber <gin< 
fbeilung in SJurgf riebe unb ©argbann untere* (irempfarl, 
erfdjeint fyier alfo eine Bbfdjetbung in jroet <pa(en** 
Äir^fpiefe. 

(Sine angehängte Sibe*fbrmef für ben 25otett bei 
Tfafjgeridjte« ijf, tyre* alterfyümft^en Xcnrt wegen, 
tu4 bem oorßetyetibeii Ktbrucfe angefd)foffm worben. 



346 

1. Burgfrede. 
Zo deine irsten sprechen die scheffen van 
Tzulpge ven Geychm van Voessenicb, dat der Burgh- 
frede ane geit an dem Saltzkotten da steh eyn stein; 
ind geit van danne zo rincge oever an dye wichtericher 
straisse in den liwairsteyn; ind geit van dann oever 
in dye koiweider Straisse da steit eyn sieja; ind geit 
van dann reicht oever an die munster straisse da steit 
eyn steyn ; ind geit vort yan dann hinder deme cloister 
van hoven dar durch der jungfrauwen garden van 
hoven up die Burvenicher straisse an den poill {nd 
van danne an dye heyde da steit eyn steyn ; ind van 
dann .yn die straisse da man hin geit zo Nidecken 
da steit eyn steyn; ind van dann an die Geicher 
straisse da steit eyn steyn up der wegescheiden; ind 
yan danne up die Bachstraisse da steit eyn steyn ; 
ind van danne durch die partele; ind geit wieder 
up den Saltzkotten : dat is der Burghfrede. 

2. Judicium. 
Und sprechen wir scheffen, allit dat geschyt in- 
hynnen deme Burghfreden f dat sali man richten as 
\d zo Zuilpge up deme raarcte geschehe, ind dat 
sali man hrencgen tut den schultissen ind dye schef- 
fen van Tzulpghe, dat sali der schultiss richten 
pvermitz die scheffen as dat reicht fs; ind da enbin- 
nen ensall egein koiff syi\dan der scheffen van Tzulph 
setzet; ind da ensall egein gebot noch kummer sin van 
nyemande dan van uns herenboden van Colne ; ind da 
ensall nyeman dincgen dan unss heren schultiss van 
Colne alle jair overmitz den scheffen Van Tzulpge ind. 
yan geich. 

3|. Adyocatus^ 
Yort so sali der wyslich va*$ van hengbach, 
dingen die dru gesworen gedincgc^ ind as: hej die; 



347 

gedingt, so sali eme der schultiss geven van nnss 
beren wegen ran Colne zwene ind drissich sofeü- 
lincge ummer Tan deme gedincge; ind wat dan er- 
dinclit wird mit£reichte ind mit scheffen urteil, 
des is unss heren van Colne zwene pennincge ind 
des wislichen vaids yao bencbacb eyn, 

4. Burgban* 

Nu geit der Burghban ane an der Colnre Stras- 
sen an deme groenen weige, da man bin geit z* 
JJessenich, da steit eyn stejn ; ind geit van dann zvl 
Loisheim vor die kircbe; ind geit van dann zo Nor- 
venich an den boevel an die lynde; ind. van dann 
alle die bach up bis zo lovenich an den stech; ind 
geit van, dann oever zo Auren an heren Wilhelms 
van Sintzich] breyden wyher; ind|geit van dann oever 
an die Eyrincher . straisse da steit . eyii, steyn; in4 
geit van dann oever zo langendorp an 'heren hon*- 
gins hoff wilne was; ind geit van dann oip die 
beide, da man bingeit zo Wolresheim, da steit eyn 
steyn; ind geit vyin dann oever zo voyssenicb an die 
nuwe moelen; ind van dann also alle die hacb jn 
bis zo bertenich an die molen ; ind vort van dann 
oever durch die vitzhe wieder an die Colre straisse 
up den st eyn; ind die nederste rädere van der 
ynrsc. moelen steint yn deme by fange ind dye nys- 
serste rädere steint yn deme , Burgbanne» Ä 

5. De hereditate in eodem di stricto»." 

: . Und sprechen wir scbeffen vor recht, allet dat 
«ygen Erve, dat lyget enbynpen deme Burgbanne, 
des sali man vur den scheffen van Zojphe uys ind 
ingain, id lige in wes banne dat dat lyt ; ind. werf 
dat eynicb gedincge dan äff ^eveüe, 4tt,4*R*aaA 



849 

dmegen mr «ms heren trhnUmrn tob Coloe ml 
tot sjuen scbefFen an dene gericbte s* Tzolpge. 
So wat mit reichte da erdinckt wirt, des k uns* 
bereu ran Colae zwene penainrge ind des [wislk 
eben raidts Tan benchacfe ern prnnämck. 

& Brranck. 
Na geh der Byra/ick an an sent marien rorst» 
np der Colre straissen, ind geil ran dann oerer zo 
wkhterieh an die Sternen brocke; ind geil ran dann, 
oerer zoBoflheim an den bosch; ind geh ran dann 
oerer zo wissenkirchen an den TOrst; ind geh Tan. 
dann oerer zo viernich an die pide; md geit Tan 
danne orer inboren 8 w e r T en an den barsch; ind 
geh Tan danne orer entasscnen Burrenich ind Ep-t 
penicb an den putz, der beist der längenprecKt^ 
ind geit Tan danne orer an wotreshemer rorst; ind 
geh Tort Tan dann orer zo kopeis an die s tejnen» 
brocke; snd geh Tan danne orer an des sebencken 
stntge; ind geh Tan dann orer an wjser rorst; ind 
geh ran dann orer zo dhrle up den kirchhoff an« 
den härn ; ind ran dann geh her y* aHe die strahse- 
zo Serernkh durch dal dorp, ind also wieder orer 
np die Colre straisse an den rorst, 
' ' Und sprechen wir scbeffen rar reicht, allet das 
geschiet enbnrssea deme Bargfrede« ind inhjnnen 
dem Brranege an eynre arten ran der Cohre strais-t 
sen, ind also recht orer dje stad bis an wolres-t 
hemer . rorst zo deme Schirelberge wert, ran der 
ander srten zo kempenre beiden wert, allet dat ge-*. 
schiet zo deme Schirelberge weit enbranen deine 
brranege ran hoea gerichtet dat sali man belerde*, 
an den scbaJtissen iod scbeffen zo Zalpge entasschen 
zwein sannen angebunden; ind dat geschiet zo der 
ander syten zo kempenre herden wert, dat sali maa\ 



249 

beleyden and den schultissen ind scheffen van Geich 
ungebunden as vursc. is. Ind as dat geschiet, so sali der 
schul tisse mit tzween schefFenere Tan Tzulpge off 
Tan Geich, war dat geburt, syn, ind der schultisse 
sali deme boeden hevelen, dat hey beboede dye 
hunnen ind dat lant die up der gerichte eynich ge- 
horich sint; ind da sali der wisselich vayt van henc« 
bach sin mit den hunnen ind mit deme lande, ind 
die schefFenere Tan Tzulpge off van Geich soelen 
zuicgin an die hunnen ind an dat lant , so wat sy 
gesehn haint; ind dan. sali der wyslich vayt Tan 
bencbach darumb dincgen mit den hunnen ind mit 
deme lande, ind dye scheffenen van Tzulpge ind 
Tan Geich enhant des dan numme zo doin, Ind so 
wat da bedinckt wird, dat sali der wislich vah van 
hengbach richten, also man wiset, dat hey Tan 
reichte richten sali, also ouch, dat sich unse here 
Tan Colne gudes gerichtes bedancke; ind so wat 
der wisselich vait Tan hengbach da erdinokt mit 
reichte, dat is sin aljeyne. So wa diese Sachen neit 
beleeit enwerdent as vursc. is, so en sali der wisse« 
liehe vayt Tan hengbach neit richten noch up deme 
Schivelberge noch upKempenre beiden; so wa hey 
dat dede, so dede hey unsme heren Tan Colne un-t 
recht ind gewalt. 

7- De forefactoribus. 
Yort alle die myssdedige lüde, die enbynnen 
diesen bivanege misdoent, die ensall man neirgin 
anders leveren dan zo Tzulpge yn die hachte, dye 
sali uns heren boede van Colne bewaren* 

8- Pe acquirendo judicio. 

Yort alle die lüde die enbinnen deme bivanege 
sitzent, die sulen yre oirdell hoelen zo Zulpghe. 



250 

9. Combustibilia pro D. Colon. 

Vort so sali unse here van Colne as lanege at 
hey zo Tzulpge is, sine vuyrincge hären yn vier 
vorsten, sent marien holtze yh dem vorste, in wk 
senkircher* vorste, in wolreshemer vorste ind yn 
wiser vorste, aen eymantz widerspraiche: dat is des 
birancks recht 

10. Banmyle. 

Dye Banmyle geit an an deme cloister zo Hb- 
belair an dem steicge, ind geit van dann zo wilre 
tzist an den steich; ind geit van dann zu Ratzheim 
an den vaJstoch; ind geit van dann zo veyge an die 
smytte up ander syte der bach; ind geit van dann 
90 halle an die brücke; ind* geit vort van daqne zo 
hencbach an die brücke; ind geit Tort van danne z<> 
abenden an die brücke; ind geit vort van danne 
binder nydeckeii, da die halle in dye iure vellet; 
ind geit vort van. dann zo anwe an dat Durchholte; 
ind geit vort Tan. dann zo sent jacobz Wulvesheim an 
den hovel; ind geit vort van dann zo Blaitzheim 
an die crqmhach; ind van danne wieder over an. 
dat closter zo libbelair an den steicb. 

* 

11. Deforo et conductu. ejus dem.. 

Und sprechen wir sehefFen vur recht, dat eyne 
Tryheit sy gelegen zo Tzulpge up sent michels 
missen; sp. sali man stechen up sent midhaels avent, 
as dye sunne upgeit^ eyn Bannere uns heren van 
Colne up den mart up dat kramhuys, dat sali ste- 
chen bis den anderen dages na sent michaeis dage 
dat die sunne undergeit. Were dat sache, dat ey- 
niche lüde, man off vrauwen, yn den vryen mart 
woulde, so sali yn der achultis hoelen van uns 



851 

boren wegen yan Colne up der Banmylen f wuchs 
Weges dat dat were; ind gesint der schultisse des 
wislichen vaids van hencbach, so sali hey erae vol- 
gcn, den man off dye vrauwe Jielpen zo hpelen. 
ind zo geleiden in den mart; ind as der mart ge. 
scheit is, ind die koufHude wieder usz willent, ge«» 
synnent sy is, so sali man sy wieder usz geleiden, 
up dieBanmyle, wuchs weches sy willent; verloren 
sy enbynnen dem geleyde eyt, dat sali yn imse here 
yan Colne geldeg, . 

12, De ferro ento, 

Yort so «ri sali geyne gruyt sin enbynnen der 
panrnylen dad zo Zulpge, die man van unsme »bereit 
yan Colne zo pacht hait, aen lechenicb mit gnaden, 

}o. Conductus. 

» • . i 

Yort so is dat geleyde uns, hereq yan Colne 
allwege up die Banmyle, 

\i. De silva Bussen off shoiltz. 

Yort so sprechen wir scheffen van Tzulpge 
ind van Geich vur rechte, dat da lige eyn walt up 
ander syten abenden, entaschen der hallen ind der 
ruren, die heischt des Buschoffshoiltz , die is uns 
bereu van Colne, ind sprechen wir yursc. scheffen; 
so wie zo Geich off zo yussenich zymmeren wilt 
up eyne EriThoifstat, dye sali hoelen yn deme 
walde ere beJuril zo synme zymme on aen. Laetzen 
ind stechen ; und yort so soelen sy hoelen yn deme 
selven walde die yursc» lüde ere bedurff zo $ren. 
wanen aen rädere ind runegen. Yort so soelen die 
yursc. lüde erre swyne ackeren up deine selvenwajdt 
«ep dechtem, dan sy soelen deme hird$n loencn.. 



«52 



Vort sprechen wir acheffen tot recht, dat unse 
here ran Colne haye syne eygen lade, dye alle jair 
eo dryn tzyden aalten sin an deme gesworen ge- 
dincge se Tzulpge, ind aolen aH da erschinen, a* 
«na yursc. heren zynssmeister ran Gekh wrucht, 
mit alle deme rechte dat hey wrucht, ind sollen da 
tyn as knge as dat gedincge wert. 

Alle diese yursc. dinck die wisen wir scheffei* 
ran Tzulpge ind yan Geieh voi* reicht, also as unse 
Tarraren dat an uns bracht hant; id enweder wyse 
eman mit eyroe merren rechtem 

Nu is unse here yan Colne komen an dat ge- 
rieht, ind hait syn ind 1 dea geatiohta hesigelde briere 
bracht, die wir gesehen ind gehört hain, ind die 
briere haldent ynne, dat die radye zo Tzalpge sin 
sy ind syns gestieb ts; do hey dat gedede, doe dede^ 
hey die scheffen manen, off sy yn eyt heilden, 
dat die vadye syn> ind ayna gestichts were* na yn- 
balden synre briere; doe sprachen dye scheuen ind 
wysten ja, sy heilden ynn dar tut, id enwieder 
wyste eman mit eyme merrem rechte; as enbinnea 
den neisten reyr steynea umb Tzalpge«. 

15« Merssbarden.. 

Na sprechen die scheffen yan Mersborden ona 
leren yryen hoifs yan Colne ind des greyen yan- 
Hoistaden , dat na unse here- van Colne zomaill is* 
dat yn den selren hoff gehorich sin Bessenich ind 
Seyernichj alle die mit nemen die yn die doaffe zo 
Mersburden yan Seyernich gehörende synt, ind 
Würe up der Evenen mit all syme zogelraren. 

Tort wysen wir yursc-. acheffen yan Mens*» 
borden, dat wir oyemande geine beiriiehett eobe~ 
kennen an diesem yorg. gude so Meraaburdea, dan 



253 

unsme heren ran Colne ind deme greren ran Hof- 
staden, dat unse here Tan Colne nu zomaill is, ast 

VUF8€» is. 

16> StadTzulpge. 

Were dat sache dat eyn doitslach geschege en» 
bynnen der Stad van Tzulpg ind enbinnen unser 
Leren gerichte, da wir scheffen over zo wysen han, 
ind were sache dat der Araptman neit yn der Stad 
enwere, noch ouch der boede; so moegen die 
schelten dar by treden, ind moegen den doeden 
besien, ind den myssdedigen man behalden, off sy 
ynn hedten, bis rur den Amptman, ind laissen yn 
dan da mede be werden, as der scheffen wist dat 
id reoht i*. 

Vort mach man döen mit eyme deyffe as vu)rs& 
is. Vort geiicher wys mit eyme straissenroirer^ 
noitzuger ind mordbrender as Tnrsc. is. 

Vort werdent offene wundene gesfagen, so saQ 
der Amptman mit dem boeden beengen Tur die 
scheffen den gewiinten eo besien; as die scheffen 
den man gesehen hant, duncket die scheffen dat id 
offenen wunden sin: so sullen sy haestlichen an den 
Amptman gaen ind sullen sprechen > Syt der lüde 
sicher; is hey der sicher, so sali hey sy in die 
baicht setzen, dar hey irer sicher sy, dry dege ind 
seyss wechen, ind sali geynen bürgen dar vur ne- 
men enbynnen der zyt, id en sy mit des heren 
willen ind^des clegers. 

Vort wirt eyn Bloitruyst off eyne blygen dait 
geslagen, da sali der Amptman sy doin homen an 
dat gerichte, ind sali da neemen dat der scheffen 
# wyst dat it reicht is. 



254 



Vort sagen wir, dat man njemantz hechten eil 
sali, dye bürgen setzen mach; ind wes bare besser 
is dan syne myssedait, dye ensall geine bargen 
setzen. 

Vort off einiche Scheltwort off planderye ge- 
scbege , claget man dat, da sali sy der Amptman an 
dat gericht doin komen» ind dat sali man richten, 
as der scheffen wyst dat reicht is. 

So wie da claget as id reicht is f dem sali man 
richten as id reicht is; ind man ensall nyemans 
dryngen zo dagen, ind da geyn cleger enis, da 
ensall geyn richten sin« 

17« Dit ist des boeden Eyt np der 

Palentzen. 

Zu deme Boede ampt, dattn gefcoeren bist ind 
dich der ghene kuyst, de dich ran rechter boeren 
heysen sali, ind dich der ghene mant de dich van 
Recht manen sali: So salttn zaygen ejme wissligen 
Vaide vart Heymbach syn Recht, ind der Palentzen 
ire Recht, den Scheffen ire Recht, ind alre mallich 
syn Recht; dat en salttn laissen nmb lieff nochumb 
meyde, noch umb fruntschafft noch amb maigh* 
schafft,, noch umb yoerte noch nmb drauwe; du 
ensalz zuygen Recht ind alle Recht ind sulchen 
Recht, as du selver gherne hedtz, na dynnen besten 
synnen: So dir got helffe ind syne hilligen« 



255 



XI. 

2BetSt$utn ber fftnf ©6rfer ?irfdj6erg , Sget, 
Saitgfur, SRefem'g unt> ©re»em<& im Sanbfreü 

Strinr. * 

I. Lusche uff dem Berge, Egil, Langesure« 
Mesenich, Vedenich 1 und Crevenich, dyse funff 
dorfTere hant sementliche eyn hogerichte uff dem 
berge embouch der Balewen,' 2 uff eygentum dez 
gotshuses von sente Mathise by Trire* 

II. Ob eyn undedich mensche in eyme der 
dorfere gefangen wurde, von dem man richten 
sulde; in welichem dorfe daz geschee, daz soll der 
Zentener dez dorfes in die erste nacht halden, 
und dez anderen dages ant werten eyme Zentener 
dez anderen dorfes nehest da by gelegen, sonne- 
ganges unime gegangen, auch eyne nacht by dem 
Zentener zu bliben, und also vorwertcrs der ande- 
rer Zentener dem dritten, der dritte dem vierten, 
der vierte dem funfften, ieclichcr den menschen 
eyne nacht zu behalden. Und als der funff te Zen- 
tener yn die funffte nacht gehalden hait, so sol er 
und die gemeinde yn an daz hogerichte entwerten, 



* gut bem anfange te* 14. 3<t&r&itnbert*. <$. Me lieber, 
ftcfet }um ©tuet xviii. 

1. Vedenich (Jufetiig) ifl, «te ber «rtffei Hl. ergt>bf, 
mit liefernd fär @inen Ort M<tytt. 

2. «BaUep bei Xrier. 



«56 



und Süllen die funff Zentener eynen under yn ky* 
sen, und den setzen zu eyme riechter, und die an- 
deren viere sullen urteil sprechen von dem mensche n. 
IIL Um daz gerichte zu besitzen sind die funff 
dorfere schuldich zu dune als hernach geschrieben 
ist. Die von Lusche sullen schiecken die benke uff 
die stat da daz gerichte besessen wirt, und sullent 
stän üff eygentum unsers heren van Trire und dez 
aptez von Lutzl 5 ; und hant die von Lusche die 
bankstede und den walt, do man die benke inne 
heuwet, zu lehen von dem selben heren urtib 5 
Schill, triersch, ygelichem heren fcalff. Die von 
£gel sind schuldich dar zu schaffen die leiter; die 
Von Langesure die gdlgenstat die da ist dez gotz- 
huses von sente Mathise ; die von Mesenich und Ve* 
denich die dru hultzer uff die stat zu schiecken und 
den boden der da riechtet Zu gewinnen, wand sie 
sunderlich gut hant davon der boden ist gelehent; die 
Von Crevenich die Wyd daniyde ge riechtet wirt* 
Disz selbe sind die vorgenannte dorfere schuldich 
zu dune als sich ygeliches undedigen menschen ge- 
riechte heischet von dem man sulde riechten« 

IV. Item ob den egenanten dorferen gewalt 
geschee in den dingen, daz . mag ieclich dorff sineii 
neren clagen; und enmoichten die heren dez niC 
geriechten, so sullen sie iz clagen unserem hereil 
ton Trire als eyme obersten richter. 

V. Hermdh und Symön von Egil, gesuätef 
kynder, sind lehensman unseres heren von Trire 
und sind schuldich, ob unser here von Trire criek 
hette, syne vesten sechs wochen zu huden und von 
dem dienste hant sie gut, gelegen in dem hove zu 



3. güteftura, tutmtoTb 



357 



Egil, daz da waz Syfrides von der Eych yres 
ancheiK 

Johan Brechwaldes son hat desselben guts also 
viel als Her man und Symon vorgenant, und ist den 
Beiben dienst schul dich zu dune in unseres beren 
vepten von Tritt. Zu wissen ist das der egenante 
Syfrid von der Eych zu eyrae male wart geschick- 
ket uff den Thurn zu Wasserpilliche , da zu huden 
von eynes Greven wegen* von LutzK, und darumb 
wart er gefangen und gen Trire gefort bisa er sich 
dannen geloiste» 

Peter und Isikin von Lusche gebruder und yre 
kynder dienent unserem heren von Trire 3 schilU 
triersch zu Egil in den hoff, und darumb enmo* 
gent sie die vogde nit drengen über der Schefferf 
urteil dez hoves, 

Walther Meyer Peters son von Lusche dienet - 
unserem heren von Trire 2 Schill, von eyme huse 
ru Egil in den hoff, und ist darumb auch in unse* 
res heren schierm» 

Herman von kerriebe dienet unserem heren r 
von Trire 2 scbilJ. in den vorgenannten hoff ab die ; 



anderen* 



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XII. 

Hec sunt iura et institutioneg Treverice Ci- 
vitatis et ViUarum que libere sunt a 

theoloiieo« 1 

1. In primis dominus Archiepiscopus ]*rovklere 
debet suis Civibus flucnte? aquas et ad incidenjduni 
ligna, quod volgari Anchou dicitür.. 

De taji proYidentia talia sunt et impendenda ob- 

sequia In primis itli de Manepacb et by de 

o '■ ' - " o • 

Hereburen et hy de Sernou et hy de Ülinoit 

et hy de Starchenber ch debent metere #mi- 

dianx partem prati cL Arcbiepiscopi quod Bruel 

dioitur; et ideo hy Uberi suut a tbeoioneo. Alteraui 

vero partem debet metere magist er palatii; et hoc 

feiium dement eoogregare burgeuses, exceptis Sca- 

bm$ et Camerarüs. Cuilibet vero .ntmeie burgensi 

daturus est qualibet nocte magister palatii unum pa- 

nem unde triginta fiunt de maldro treverensi. Et 

in bis tribus diebus daturus est magister palatii 

Centurioni Civitatis • «[nelibet nocte duos panes 

et sextarium vini et nuncio Centurionis panem 

unum et tertiam partem sextarii vini* 

2. Preterea burgenses mittere debent nuncios 

eorum diem unum ad metendam annonam et aliunt 

ad ayenam, et cuilibet nuncio dandus est panis su 



1. Ofu* lern anfange M 14. 3afyrfyunbtrt*. ©. tfe lieber* 

ftyt iUWr^tMCf 1VIU. 



359 ... 

cut predictum est* Item excipiendi sunt Scabini et^ 

CameraHi. 

■ . «• ■ 

3. Item qui pro pretiö ducunt ia erntete 
plaustra, diem unum inducendo feno vel annona d* 
Archiepiscopo servire debent; et hj pro curandi sunt 
in victuatibtlli 

Item a festo s. Paulini usquö ad festum s. R£ r 
nrigii quidquid novi vini huc affertur navigio ab 
advenis, si nayieula non babuerit curva ligna que 
C rucken dieuntur, sex tar iura unum dabit Sculteto; 
si yero babuerit, duo dabit. Item a festo s. tle* 
inigii non vendi debet vinüm in Civitatö usque ad 
festum s. Martini, nisi pro ttno nutnmo serxtariüm* 

4. Hec Sunt nomina ViÜarum que purgature 
fcünt fivulum singulis ahtas: Wältrache, Tumb^ 
Ruverisene, Oysperg* ftfeyns'Velt, KöillätfBj 
Wiltingen, Hansme, Yüitzhöim* C0h'4 
Cüntz, Lumiche, Rinlche, 2eyene* Chöir-' 
riche, item Cböirricfhe Vrtüm, WÜrö Siipr£ 
montem, Eltershuscn, Päliöhne, by de 
Ponte, hy df* By», hj de s. Etttbatift, fry de 
kästele* hy de Horreö purgare debent apAÄ 
Prydereh ' , .. i:^;x 

Otnnes beb Villa libäre fcfcnt ob Bartf dalisam ä 
tbcolöneo, eicepti* trimis annuaKbu* fettis* fr! fett* 
b. b. Petri et Pauli et si Martini et Festö »."taiifehß 

5. D^inde mölbndinärir dÜtf&äi sunt Vi vür 
lum usque nd murum civitatis» ,; 

- Öemae CCntürid flö ta1Ü|it«&' ClViiXl^'daUttS 
a^Wt'üsque ad atriürri '& ^m^mi^V dtfndiTidffllß* 
dinanus V. SyrWdhis cltiter? deb^ «xtrV müWni t& 
Vitatis* 



2«0 

Insuper Centurio de Waltrache daturus est 
Centurioni Civitatis hoc opere expleto unum serta- 
rkira viiii. 

6. Item cum defectus Seabinortim fuerit, de- 
bet cos eligere d. Archiepiscopus et eins Scultetus 
investire. 

Huius Centurionis iuris est ferre legationes Ci- 
vitatis iussu Sculteti. 

Item ipse procurare debet ne platee iniustiS 
edificiis aut sepibus occupentur, et ne terra aut 
Sterquilinio fedentur. 

Item ipse debet metas ponere. * 

.Item ipse debet pastores ovium ponere, et qui-. 
Übet pastor daturus est ei sex denarios. 

. Item ipse custodes vinearum in tribus bannis 
ponere debet apud Castele 4, apud Berchent- 
heim 2, apud montem s. Martini unum. Item 
custodes vinearum apud Castele dant Centurioni 6 
den,, illi de Berchentheim 3 den M ille de monte s. 
Martini tres obulos. 

, ,Item ipse habet singulare placitum, quod bue- 
dinc volgari nomine dicitur, apud Castele, et omne 
regimen absque violentia et violata pace. 

Insuper vinum erneutes et plaustra educentes 
jranynum Centurioni dandi sunt qui nummus temo« 
nia, dicitur., 

Item theoloneum apud Castele est Centurionis. 

7. Item Centurio dat Sculteto innativiute do* 
mini unum prandium quod wisunge dicitur aut 
iuos solidos pro retlemptione. Jteni Centurio dat 
Sculteto una, quod viaelate dicitur, qua daturi 
sunt illi de Castele« 



JW1 



In singulis congegrationibus in pufificatione s. 
Harfe dantur Sculteto due candele, Centurioni una. 
In maiori ecclesia dantur Sculteto 5, Centuribni una. 

8. In festo s. Maximini tcntorium quod ibi fi- 
gitur custodire debet Centurio de Cheirriche, 
cui officiafus ad cippum, dictus volgariter stock er, 
panem debet dare et caseum et amphoram cum di- 
midio sextarii cereyiate« Custos ecclesie s. Maxi- 
mini debet ei lumen proyidere. Cor das tentorio 
deficientes daturus est theolonarius herbarum. In 
eodem festo datur Sculteto oyis una et 12 panes et 
situla yini; econtra datur ecclesie vomer et crumba 
quod proyidere debet theolonarius yini; et Officia- 
tus ad cippum dat quoddam treyerense vas quod 
bare dicitur et amphoram et coclear. 

9. In festo s. Paulini omnia fercula que pre- 
ponuntur fratribus , hec geminantur Sculteto t etiam 
in pane et yino. Econtra dat theolonarius yini quod 
dicitur wan. In festo s. Symeonis similiter, sed 
ibi nichil redditur. In festo s» Eucharii dantur Scul- 
teto 12 panes et dimidius porcus et situla yini* 
Item in festo s. Pctri et in festo s. Maximini et in 
festo a. Paulini daturus est quilibet carnifex num- 
roatam carnis. Item vendentes porrum quilibet dat 
immmatam in feria seeunda post ebdomadam pasche, 
et feria seeunda post oetayam epjphanie; et quali- 
bet feria seeunda daturus est theolonarius herbarum 
dimidiam libram piperis, et officiatus ad cippum 
ligna debet proyidere et ollas. Item omnes in ci- 
yitate piper yendentes quilibet daturus est dimidium 
fertonem. 

10. Item in annualibus festis omnes advenien- 
tes herbarii« qui Crem er e dieuntur, a yesper» 
usque ad yesperam; si insuper in foro cum^suia 



2ß2 



fentoriis manserint, licentia Sculteti debet fierl Item 
tendentes allecia quilibet dat Sculteto duos denarios, 
Item ad legationem d. Archiepiscopi ferendam, 
piagister carnificum ad se* jnjliaria peditem nunciuai 
tibi providere debet, 

De Thcoloneo Vini, 

'11 • 8i plaustrmn ad edneendura Tinnm advenit, 
tbeolonario Tini 4 aammoi dabit; si biga, duos dc- 
narios; si equus, onam den.; si mulus, obulum; si 
nsinus, obulum. Si petra molcndini hie venditur, 
iiuromum dabit; si petra acuens, quod slifsteyn 
dicitur 1 obulum. Qui semen porri vendiderit, de 
90 denariis obulum dabit; de 5 solidis, denarium. 
De pelle bovina vel equina si supra 12 den. solvent, 
obulum. dabit , si inira 12« nichil. Si quis coreum 
quod gare dicitur emerit, &i Jnfra 30 den, fuerit, 
nichil dabit; si 30, obulum dabit; si 5 soL, denarium« 
$i quis coreum duxerit curru Tel biga, talentinum 
theoloneum; idem de 20 solidis, 4 den. dabit Si 
quis hie navem vendiderit, que curva ligna que 
curben dieuntur, habuerit, 4 den. dabit; si de 
quercu sola arbor fuerit, unum. den« dabit; si alia 
arbor, obulum.- 

ßi quis curru ferrum adduxerit, 4 den. dabit j 
in annualibua festis, 4 den. Item in festo s. Petri 
quilibet iaber dat tbeolonavio vini falcem quod se- 
sene dicitur. |tera fabri qui cleyne smyde dit 
euntur, quilibet in quolibet anouali furo dat dena-t 
rjum.« Item, qui bic araam. meUis. vendiderit, 4 den, 
dabit. Item qui arvinam et sepum vendiderit, ta- 
lenlinuin theoloneum dabit, Uetn de aliecüms de 
20 solidis, 4 den.; de IQ solidis, 2 den.; de 5. sol*, 

<!«* uimm den. dabit; dp duwuu», ubutaui, ; Si <jui* 



383 

•dren* beraai» integran hie vendiderit, si de mas- 
culo fnerit , denariom dabit ; n do serosa , obulum ; 
•i autem ineiderit, «nagistro carnificum obalum 
dabit. 

De Tbeoloneo Annone. 

12. Qni mal drum annone in foro Tendiderit ti 
advena est, obulnm dabit; de aale shniliter; de nu- 
eibus similiter; de farina avenc similitcr. Item qui 
de superioribus partibus navigio huc annonam ad- 
duxerint, talentinum theoloneum dahunt; de semine 
lini de maldro, obulum« Item civea Colonienses et 
W ormacenses et Spirenses et cives de Bingen et ha- 
bitaates circa rivum moselle quod Ham dicitur, 
quidquid emant vel vendant, de prora navia 8 den. 
dabit. Item quicumque allecia huc attulerit et pon- 
tem transierit, nonaginta allecia Sculteto dabit, et 
Centurioni de ponte 5 allecia et Ruoimum qui 
nuinmus Jicencic dicitur. Item si quid aliud na vis 
tulefit, oummum dabit. 

De Theoloneo peeudum. 

13. Qui. mulum in Civitate vendiderit, 8 den. 
dabit, et emens similiter si advene fucrint. (Jui 
cquum vendiderit, 4 den. dabit; qui asinum, unurn 
den.; qui bovem den.; qui vaccam, obulum; qui 
porcum masculum vendiderit, si supra 12 den. lue- 
rit, nuixunuin dabit; qui scrof'am 12 den. et insuper 
vendiderit, obulum dabit; de duobus agnis, obulum; 
de capra qui vendiderit, obulum; de hyreo, obulum. 

De Theoloneo inter Pellifices. 

14. Si cives Metenses pennas chuuis huc attu- 
lerint et vendiderint, de qualibet unum denarium 



-/ 



984 

dabunt; si yero pennas agoinaa attutarint, si penna 
4 toi. solvent, unum den. dabiint; ri minus, obu-* 
lam; ti aliunde f nennt, talentinum theoloneum 
dabant. 

Item si Epternacenses huc pennas et pellicia 
attulerint, de mensa sua in foro posita obulum da, 
bit quilibet; in annuatibus festis denariom; siquid 
yero in hospicüs vendiderint, talentinum theoloneusi 
solvent* 

Item de pelle yolpina ti maseura* fuerit, dena-t 
rium; si femina obulum. Item de pellibus mardri- 
nis, simÜiter de pettibus seurinis, de numere qui 
eunber dieitur, obulum. Item siquid aliud supra 
mensas in foro quam pennas et pellicia vendiderint^ 
talentinum theoloneum dabunt Item de pellibua le- 
porinis et cattfnis* talentinum theoton. dabant. 

De Theoloneo inter lineos pauuos. 

15. De quibuscumque Snibus. linei panni bw> 
delati fuerint ad vendendum, talentinum theoloneum, 
solvent. 

De Theoloneo inter Herbarias. 

16- Qukumque herbarii qui yolgari nomine- 
Crem er e dicuntur in die 8. Petri hie tentoria sua 
fixerint, quilibet ipsomm dat magistro suo 3 dena«* 
rios, in die 8, Maxknini unum den., m die s. Pau- 
lini unura den. Item cuioumque magister et theo-* 
lonariut pondus ad ponderandum sive ceram sive 
piper aut alias res prestitcrit usque ad 30 lihras^ 
obulum dabit; si ad 00, denarium. Omnes vera 
censum magistro suo solyentos proxiraa die post 
fcstum a. Maximini quilibet uaturus, est ei argenteum 



265 

nummum cuhucomque sit monete de hoc archi- 
episcopatu. 

Item in annualibus festis quicumque extranei 
herbarii, qui Cremere dicuntur, hie tentoria fixe- 
rint, quilibet denarium dabit. Item de mensa in 
foro posita obnloro. Hains theolonei tertia pars 
est Camerarii 

De Theoloneo Officiati ad Cyppum. 

17« Quicumque oarratam oiroulornm ad Uganda 
yasa que Reife dicuntur, hnc attnlerüit, obulum 
d abunt. De carrata feni similiter. De carrata car- 
bonum similiter. De carrata trabinm obnlum. De 
carrata canaliom similiter. De carrata quod io di- 
citur, similiter. De pondere lagenarum rel yaso- 
rum que geilleten dieuntur, obulum, Qui linum 
attulerint, talentinum theoloneum dabunt De pon- 
dere saecorum quod stuppa dicitur, obulum. De 
SO oaseis obulum. De centum ovis 4 ova. De pon- 
dere asinino ollarum, unum yas. In annualibus fo- 
ris quodlibet novum plaustrum, obulum, unde tertia 
pars est Camerarii. 

Quicumque herbas feni vendlderit, pondus unum 
dabit, exceptis oensuariis Sculteti. Quicumque pon- 
dus yasorum quod sumberen aut yirzalen aut 
xnulensestere ' dicitur , yendiderit , unam dabit, 
Quicumque carratam lignorum qui cheffre 1 di- 
euntur, attulerit lignum unum quod bant dicitur^ 
dabit. Quicumque carratam lignorum quod laten 
dicitur, attulerit, unam dabit Quicumque carra« 



1. Sott fpätercr frrnfc ftett am Otonbc: Ktfter« 



8C6 

tarn lignorum ad comburendum attulerit, lignum 
unum dabit. 

Ipse vero magister huiua officii daturus est in 
feria secunda post ebdomadam pasche et feria se- 
cunda post octavam epypbaiiie ligna et aal et ollaa* 
ad serviendura Sculteto et Scabinis. Itom ipse la- 
trocinio deprehensos et noii ligatos Sculteto presen* 
tatos servare debet. Item ipse de abiudicalis iusti-i 
tiam facere debet. 

Hec sunt nomlna villarura, que prepararej 
debent trabes ad pontem. 

18« Quaadocamque defeclus trabis in ponte 
fuerit, in quacumque silva sive episcopi sive eccle- 
siarum inveniri potest, in primis ilii de Tarnes- 
wilre et ad eos speetantes ministrare debent dimi- 
dium currum ad ipsam adducendam; illi autem de 
Plattene et ad eos speetantes preparatidi sunt 
aliuin dimidiura currum; illi yero de Altreie et 
ad eos speetantes preparare et adducere debent 
trabem usque ad litus apud ecclesiam s. Barbare; 
ibi Centuriones ad placitum huius Civita- 
tis spqctantes cum suis subditis assuqiendi sunt 
trabein, et trans aquam. ducendi, et per vicum qui 
. . . 1 dicilur , et apud vallein in viam qua itur ad 
Vrium, et ducendi per yiam illam et per curia tu 
Berovini et sie usque ad pontem et in locum suuin 
ponendi. §i yero trabs in conti nio non invenitur et 
necesse fuerit ut emant, bj de Altreie et ad eos 
speetantes eiupturi sunt eam; illi vero de Yrang 



1. D^ -Jiawe fält in Ux tHmDubrtft. 



887 



0t de Palsele et de Byvere admiatttrare debent 
Jigna ad transeundum, que yolgari nomine diele 
dicuntur. 

Hec sunt iura domini Palatini vel alius 
adrocati in villi« cirpumiapentihus. 

19. Quidquid Soultetus d. Archiepiscopi placi- 
tis lucratur, tertia pars cedit in usus domini Pala- 
tini, Preterea tria placita oelebrare defeet in civi- 
|a(e per circuluin. anni, in quibus, placitis queliljet 
domus tarn in Civitate quam in villis ad sua placita 
apectantibus in singulo placito obulum dabit, ita si 
placitum celcbra verit ; exceptis domibüs Canonico- 
rum que sunt infra immunitatem, et domibus Miui- 
sterialium et Scabinorunv 

Item sutores in. Civitate pro redemptione cuius- 
dara pjaciti in feria quarta pasche quilibet dat Scul- 
teto 9 denarios, quoruin tertra pars e*t adrocati; 
exceptis Ulis qui manent apud Biez, qui singulare 
placitum celcbrant circa testum *. Martini coram 
Sculteto et advooato. 

)Ui vero de Cuntz placitum celebraturi sunt 
coram Sculteto et adrocato circa fpstuni ». Maftini, 
licet iura domini Palatini aint beneiieiata. Uli vero 
de s. Eucbario singulare placitum cel^brare de- 
bent coram advocalo. et domino Abbate. Item illi 
de Zeyene et de Ch$rriche et de altera 
Ch er riche placitum celebwe debent coram Scul- 
teto et adypcato* Item Uli apud Yriun. Item illi 
iquid pontein. Item apud Pa Henne. ItQfn.tpud 
Eitersbusen, Item illi apud Vianne. 

. Insuper illi de Zevene debent adyocato et 
non Sculteto quartam partciu modü avene quelibet 
douiuä. Uli de Cherrichq et altera viiU CI)fcTfic]>e 



868 

iünfliter« Uli apnd Eltershusea timfliter; et quod-. 
übet aratrum ia villa trihus ricinus in anno advocato 
debet arare, et hoc non faciunt alie Tille. 

Item Uli de Crevenich quelibet domns dat 
quartam partcm niodii avene. Item ilii apud Triam 
debent d. Palatino deferre lectos, quelibet domua 
lectum onura et cussinum unum, quaado celebrat 
placitum. 

Item magister sutorum dat Sculteto 10 solidos 
pro quodain regimiue in suos subditos, quorum 
tertia pars est advocati. Item illi de Byez in vi- 
gilia nativitatis domini dant 5 solidoa, quorum tertia 
pars est advocati« 

Hy sunt census d. Arcbiepisco p i secuo. 

dum quod collecti fuerunt anno 1319% 

Primo textorum lineorum. 

20* In die palmarum quilibet texter lineoa 
tenetur domino 5 den., de quibus censibus redditur 
firaternitati una persona et Centurioni una persona^ 
quia assignant et colligunt iura quando requiruntur 
ab eis« 

Census in quibus cerdonoset calcifices 

tenentur. 

Anno quolibet feria quarta post pascba quili- 
bet cerdo et quilibet calci fex tenetur domino 9 den. % 
de quibus censibus reddttntar tunc duobus magistris 
eorum qui dicuntur camerarii, 13 den.« et budello 
eorum 9 den., et Centurioni civitatis 9 den. Item 
in die b. Martini byemalis quilibet cerdo et quilibet 
calcifex tenetur domino 5 den., et eodem die red- 
dilur fraternitati eorum dimidia ama vini, que fuit 
rcdempta et potcfst redimi cum 5 soHdis. Item 
eodcm die dantur magistro eorum 5 den.« et duobus 



26» 

ssssssa 

oamerariis 5 den, , item budello eonun 5 den., item 
Centurioni civitatis 5 den. Sciendum est etiam quod 
eodem die magister cerdonum tenetur domino 5 sol. 
Et est sciendum quod quicumqtie extraneus 
cerdo vel calcifex acqnirens fraternitatem tenetur 
domino illo anno in die b, Eucharii 4 sol., et Sca- 
binis treverenaibus 2 sol. Item quicumque instruc- 
tus fuerit in ipsa arte in Ci vi täte trererensi, acqui» 
rens eornm fraternitatem, tenetnr domino 2 so!., 
et Scabinis 12 den. Item filins calcificis siye cer- 
donis doctas acqnirens fraternitatem tenetnr do- 
mino 12 den., et Scabinis 6 den., et tales appellan- 
tnr yaderkint, 

Census de quibusdam domunculis et 

locis. 

21* Dominica Quasimodo debentur domino anno 
«Jtiolibet censns de quibusdam domunculis iuxta ma- 
cellum et locis ibidem, de quibas censibus reddun« 
tur tunc camerariis cerdonum 12 .den., quia tenen- 
tur demonstrare loca ex quibus census debentur. 
Item magistro carnificum, qui pignora non solren- 
tium et« inobedientium tenetur capere, 4 den., item 
budello 4 den. Item in die b. Dymeonis debentur 
domino anno qnoHbet de duobus macellis 17 den. 

Census ferratoru* treverensinm. 

■-..* . . . 

22. Quolibet anno in die W Maximini quilibet 
Ae fraternitate ferratörum 1 tenetur domino unum 



1. Die fcanbförjft, »trau* btf müewbt ®tötf„ mitg* 
. ttyilt wuh f entyH an anfcem 6tcUt iUxr bi* -Regeln 
to.Sr.ufc?f<feaJM" . giftttftymiebt *ta ffiftafytiiMer »tt 
«atMtfg^lfc.Jltfwifc w» *ti* 3afcf 1W; 



270 

T i ii ■ ■ 

römtrem quod ' volgariter schar nuncupatur, vel 
tHa alia Terra pro vomere qne dicunttit zangen, 
quodlibet yalet Übätysenj' de quibus Yomeribuä 



UniTertl« fireaente« literas hMpecturi*. jfosV 
tcaltetfs et «cafuni civitatis Trereffeneig notam faci- 
alis, qnod a retroactis temftorib«» in fraternitate 
fratriun et sororum scilice* veadttonim fem et atti- 
nentiarum eiu» in civitate jtreverensi taliter e*t ob- 
eervatiun. .Quod qtiicnnque vir Vel mulier int rare 
vuluerit frateroitatem predictam (Jabit et persolvet 
ad ipsam frateroitatem vigiriti solido4 treverensiuni 
denariorum bonorum et legalium, et dabit fratribu* 
eitisdem fratcrnitatis pranditim cum Septem fercuiis 
habundantibus sicut neri est consuetum huc usque* 
In quo prandio cum fratrittus et sororibus eiusdeni 
fraternjtafis sempef intererit icultetus treverensig 
cum duobus scabinis ac centurione treverensi; quo 
prandio facto vir vel mulier, que vel qui ingreasua 
aut ingressa est dictam fraternitatem , dabit et per- 
BoTvet predtcfo scultetö doos solidos* treverenses, 
cnilfbei Storno itaorem fcredictorum duödecfm dena-» 
rk>a$ ac centarioni duodecitn deiarios* ac cailibet 
fratrl aut sorori dicte fraternitatfo-sex denarios tre- 
verenies. $i yero eoror aut fira£er dicte fraternitatia 
moriatur, omues fratres et aorores ipsjus fraternita-» 
tla, qui firesentes fuerint in civitate treverensi, de- 
bent interesae exequija. dicti, mortui 4|uousqu6 qqrpus 
traditum fuerit eccleeiastice sepulture. Qui in hoc 
Upgltgeds' Ittärifry JNtaridtam libram eere nomine pend 
et pre leüenda diota frafterriUati persolvet. QuicuiH 
que frater vel soror eiusdem fraternitatis mortuus 
fuerit, habebit octo candelaa cereas a dicta frater- 
nttaie^ *uarum qüetlbet hafeeafc tftttfram libram cere* 
pro exeipliis AiJtf etfeqnendis. £l *t«m alnjuis fratef 
Vel soror aMpi* ehndM' fratenritliti* fafvenent ad 
^aupertaiew, >o4 fco# ***** fae*' ittifter* P t«wU 




dafür untts ad s. Maximinum pro quodam iure eis 
flebitö; et viceversa illi.de s. Maiimino ' tenentur 
domino eodem die uftam ovem Tel 5 sol« pro ov'e, 
et unam sitülam villi f et * 12 panes partim triticeos 
et partim «iligtneoa, (Üöc anno fuerunt 10 sol- 
Teütes). 

Item Canonici s. Symtfonis tenentur dominö in 
die *. Symeonis ptö quodam iure 5 sol. 

Item illi de mönasterio s. Mäthie tenfcntu* do'- 
mino 'iJtiöHbet äiino in die b. EucbaHi 30 defi.', 
ünam situlam tini^ et 12 panes partim aJbös et par- 
tim nigros. 

Censns in 3 titorttm tr eyer ensium. 

23. Quolibet anno ia die b, b. Petri et Pauli 
quilibet institor tenetor domino 5 den.; de qtiibul 
censiljus reddttntur confcaternitati eoruro 12 den^ 
budelio eoriim 5 den., et Centurioni «ivitatjs 5 dam. 

Sciendum .qupd quilibet jpstitor treverep«s te* 
toetur anno quolibet una vice 2 lot pipcris Ire! alias 
species pro pipere* sive ziqziber sive cancllam sive 

Cinimum. 

.» ■ • . 

, . £en*u* piptot um. trereffcnsiuqli 

24* QnoUWt - anno- «tovnnka proiima > poafc 
Petri et Bmitt tprilibet pistd? ttuetur dositno 12 dm^ 

* * r 



und*'**)*** sttstotitarf; fhtltes et soro+ei ehitdek 
flmltniitacf* sibt de t^ftiuftfttM foaid dfctfe'tatterili- 

lati». Etibreiitonl ia*ta qualltatem et quahtHatem bo- 
hottu* , fratemitalis! antedicte, in eniiia rei.itfestjmor 
nium pvesen^a ^ tejr *f «gWo* civitatis frevarensis 

. duxinnis sigiflnndap. Qattun anno d. MU1, C(g. fJLXX. 
qinnto , f«?ria i&rtia ante f£s$um ifativitatis. h, Joban r 
htt Baptiste. 



27g 

et tuno redduntur confraternitati eorum 5 sol, item 
duobus magistris eorum cuilibet 12 den., budello 
eorum 12 den., et Centurioni 12 deu. 

Dominica proxima post Martini similiter« 
Sunt et quedam raense, in quibus panes von- 
duntur, quarum quelibet tenetur domino anno quo« 
libet in dictis duobus terminis et in quo Übet ter- 
mino 12 den. Sciendum est quod quilib^f pistor 
extraneus acquirens fraternitatem eorum tenetur do- 
mino 5 soL, et filius pistoris acquirens fraternitatem 
tenetur domino 30 den, 

Census textorum laneorum trereren- 

sium. 

25. Sciendum est quod quolibet anno in die 
b. Petri ad yincula textores lanei tenentur domino 
16 sol«, de quadam libertate eis ab antiquo con- 
oesaa, ridelieet quod de bjs que eorum drtificium 
tangunt, solum coram eorum magistro iuri stare 
tenentur, 

Census tettdrttm et qüörühdam aliorum 

foro utentium. 

26. Quolibet anno in die b. Paülmi textore* 
lanei, factores antiquarum yestium„et venditores 
pannorum lineorum, caldariorum, cantanortun, stafW 
neorum, et quidam alii qui foro utuntur^ tenentur 
domino censum, et qualibet persona tenetur 5 den. $ 
et eodem die redditur fraternhati eorum una situla 
yini, que fuit redempta et potest redimi cum 5 soL, 
item budello eorum 5 den., item Centurioni »5 den. 

Summa domini boc anno 3 libre 4 söl. 4 den« 

Sciendum quod quilibet acquirens confraterni- 

tatem textorum tenetur domino 3 sol. , et'qtielibet 



373 

aiia persona de artificibus predictis acquirens forum 
tenetur dominO 1$ den. 

Census carnificuin tre ve^ensium» 

27. Anno quolibet in die b. ßemigii quilibot 
'Carnifex tenetur dömihO 9 solidos; füerunt venditi 
pro 18 libris treverensibusi 

Seiend um quod quicurnque acquirit fraternitatem 
Corum, tenetur domino 12 dem 

Reyfgelt seu peeunia circulorum. 

28* Sciendum est quod quodlibet vas musti 
quod treveri venditur, anno quolibet tempore vin- 
demiarum et usque Martini tenetur domino 6 den., 
de qua peeunia redduntur Scabinis treverensibua. 
anno quolibet 7 solidn 

Census pellificum% 

29. Quolibet anno in die b. Brictii quilibet 
jpellifex treverensis tenetur domino 5 den., et ipso 
die redditur fratermtati corum dimidia ama vini, quo 
fuit redempta et potest redimi cum 5 solidis treyer.j 
item magistro eorum 5 den M et Centürioni civitatis 
5 den. 

Summa hoc ahnö 9 so). 2 den; 

Sciendum est quod quicurnque extraneus pelli- 
jpex acquirens conf ratern itatem eorum tenetur domino 
12 den., et filius pellificis tenetur 6 den., et illam 
pecuuiam tenetur solvere in die b. Eucharii. 

Census de quibusdam macellis, 

30. Anno quolibet dominica proxima post Mar- 
tini debentur domino certi efensus de quibusdam 
mtoellis, qui yaluerunt boe anno 9 sdl. 7 den.« ultra 

18 



_274_ 

hoc quod reddebatur magistro eorum 5 den., came- 
rario 5, et budello 5. 

Census cedentea domino in die b. Ste- 

phanL 

31* Quolibet anno in die b. Stephan! protho~ 
martyris quelibet persona Tendens pullos, venatio- 
nes, pisa, caseos, pira, poma aut reliquos fructus, 
tenetor domino 4 den. cum obulo, de quibus reddi- 
tur budello una persona et Centurioni civitatis una 
persona. Summa hoc anno 9 sol. 3 den. 

Census allecium, ceparum et similium. 

32. Anno quolibet dominica letare quilibet ven- 
dens in communi foro treverensi allecia, cepas, por- 
rum, rapas et similia; tenetur domino 2 denariatos 
de rebus suis. Et valuerunt hoc anno 32 allecia et 
1 sportulam ceparum; sed plus valeret qui sollicite 
levaret. 

Placita dicta Budinch. 

33. Sciendum quod anno quolibet placita dicta 
Budinch inter festa s. s. Remigii et Martini sunt 
tenenda, nisi causa amicitie supersedeatur ; quod si 
facta non ruerint dicta placita, fieri nonj debeant, 
nisi inter eadem festa anno revoluto. 

Dicta placita valuerunt hoc anno: Zevene 5 
libras; Uren 7 lib. 5 soL; Byes 3 Hb. 5 sol.; 
Ultra pontem 7 Üb. 5 sol.; Contz 5 Hb«; Pa- 
lian 3 lib.; de s. Mathia 10 sol.; de inferiori 
Kerriche 5 sol.; de Eltershusen 5 soL; de 
MerseJich 4 soL 

Sciendum est quod quandocumque placittun dic- 
tum Budinch apud Zevene ex parte domini obser* 



275 



Yatur, quelibet domus ibidem tenetur domiao unam 
fertellam avene rasam; sed utrum alie rille ad si- 
milia teneantur, ignoro. 

Sciendum est quod quodlibet delictuiA quod 
dicitur Overgrif, scilicet de edificiis iniustis, de 
signis diclis Mark in indebite positis, de viis frac- 
tis et -qui araret sulcum dictum Tore super vici- 
num, de yulneribus et clamoribus nocturnis sive 
diurnis, ac aliis delictis quibuscumque , de quolibet 
delicto tenetur delinquens de iure 60 «ol. 



276 



xm. 

(Srjbifdjof £eümd) wn £6(n fcfcftetbet ju etftet 
©erat^ung nad» Sfteuß bte 53ür^enneijter unb 
jwei SBArger ber ©tajbt, fobann einen ©d) offen 
tmb einen anbem tüchtigen SRann auö jjeber ber 
fed)6 £unbfd)aften b?* Sanbed Kempen. 

1322. 

Dilectis in Christo militibus et famulis scabinis et 
oppidanis ac unirersitati hominum terre nostre in 
Kempene. Henricus dei gratia s. Coloniensis ecclesie 
Archiepiscopus sacri Romani imperii per Italiam Ar- 
chicancellarius militibus et- famulis scabinis et oppi- 
danis et Universität i hominum terre nostre in Kempene 
salutem et omne bonum. Uabentes specialiter ad ec- 
clesie nostre Coloniensis et Testram necessitatem vo- 
biscum de quibusdam negotiis conferre, man dam us 
Tobis seriöse ut magistros civium vestros et duos de 
opidanis in Kempene et de qualibet congregationo 
hominum dieta Hunschaft terre nostre in Kempeno 
sex, unum scabinum et adbuc unum alium probum 
Timm de qualibet congregatione hominum ad nos se* 
eunda proxima feria, que est vigilia b« Matthei apos- 
toli, Nussiam transmittatis, nobis locuturos, id nulia- 
tenns dimittentes. Datum Colonie sub sigillo capitult 
nostri quo in hac parte utimur, feria quinta post 
exaltationis s. crucis. Anno domini miUesimo tre- 
centesimo yicesimo seeundo. 



«77 



« t "/ • • « 



DU is dat Recht, dat eyn Ertzbusschoff van 
Colne hait in dem Lande ind velde van 
Geyseren up dyssyt der Nersen, als 
die Schepene ind die eldsten in dem lande 
van Kempen gewyst hebben ind wysen, 
ind als van aldere herkoraen ind an sy " 

gebracht is. 

1. Ten yrsten dat eyn Ertzbusschoff ran Colne 
in dem vurg. lande ind velde eyn orerste here is, 
ind dat dat hogerichte. syn is, ind dat eyn Amptman 
to Kempen mit Schepenen Tan Kempen mach ryden 
to allen vayggedingen tot Geyseren, ind besitten dat 
Taygtgedynge aldair mit den taten, to dryn tyden van 
den jaire, als eyn overste here. 

2. Item dät eyn Amptman to Kempen to allen 
viertyn nachten mach dyngen tut der Kirchen 
tot Geyseren mit den laten aldajur; ind so wat dasr 
erschynt vur dem gerichte, dair sali der Amptman 
tweyn pennynge äff Vbben, io4 der here van Wach«* 
tendaueli eynen penninck. 

3. Item wurde eynich missdedich man, die dat 
lyflF verbort bette, gefangen up dyssyte der Nersen 
in dem lande van. Geyseren; den sali man lieveren 
an den Hagenbusch, wellten missdedigen man eyn 
Amptman aldair entfangen sali ind richten vort 
*an*.ymo. 



4 Item dat die lade geltet up djmta der 
Nersen in dem relde ran Gerserea falten rolgen der 
docken tot Kempen ind hdpen dat lant beachndden, 
mit der sonnen ort ind mit der sonnen weder in» 
dat sy ran alders plagen to dorne. 

5- Item dat die können in dem relde ran 
Geyseren, als man die korst, mit sullea haldca ind 
sweren ernen Ertzbasschoff Tan Colne, off irnen 
Amptman to Kempen Tan srnre woigen, gelych dem 
keren Tan Wachtendunck t maffick srn recht to be- 



6* Item wurde ymaat kekmnmert mit den ge- 
sworen können in dem TeUe «an Geyseren, dem 
sali men richten na arme Kummer tot der Kirchen^ 
also as dat reicht gelegen is. 

7. Item dat era here ran rVachtendnnch die 
keiiikkeit, die hie hart in dem lande ind relde Tan 
Gerseren np drssrte der Nersen, to leene entfengea 
sali ran arme ErtzbusschofF Tan Colne* 

Hir inne sali man rerstain den aahaff unda 
begin der schatongen des Uatz Kempeiu 

Die satzong onsers gnedigen bereu Ertzbischoffa 
zn Colne in dem tursa lande ist in dem anbeginne 
gewest XL raarek brabantz. Dat is also zu rerstain, 
ickHch rarsc. marck hart Xu scMUlnck, und icklich 
schilliock hait XII penninck Diesel re rursc. XL 
marck gedeilt in VI kontschaften des rursc* 
landz, so is jd icklioher hantsohafit VI marck VIII 
schüL, macht jdere houtoehaft LXXX schilL, und 
icklich schill. daron is XII denar: 8o macken dan 
die LXXX schilliock in den VI hontsohaften IX e and 
LX penninck; und alsdan so machen die XL marck 



279 



«n heren schetzongen in den rursc. VI hontschaften 
\m vn<s und LX denar heren schatzongen. 

Item als dat eyn penninck heren schatzongen des 
jars gulde XII albus, so weren die yursc XL marck 
heren schatzongen in den VI hontschaften II m YIII° 
und LXXX rynsche gülden, allet IUI marck colsch. 

Item als der penninck heren schetzongen jars 
gilt XXY haller, so is der penninck heren schetzon- 
gen V° rynsche gülden; und allet also zo recheneo 
na der sonunen uf und äff. 



880 



8Bei*t$iim ber £errti<bfcit toe* ©Joffes 2ieb6erg A 

(o xoU per ©djWfltr ^ül^rat^ ttnt> Itycf^ in oen 

©6rfmt Äfetntobrod) upb Qättfrn. 1369* 

In name des Heren amen. Wyssen stillen alle 
lüde, die dit intgenwoerdich Instrument stillen seyn. 
of hocren lesen, dat onder den jairen ons hercu 
geboert dusent dryehondert nuyn ind sestich ge- 
west synt in deine huys, genant dat spelhuys, des 
hyrspels ind dorps genant Butge, des gestiebt* 
Tan Colne, der Erwerdige ind edil man her Gerart 
Tan bylsteyn, eyn Canonych zoe Colne Amptmai* 
of scoltes ind richter des werentlichen gerichtz dea 
Slos ind herlichgeit zoe Lee d ber cb, des gestichtz 
Tan Colne, de daer gerichtlichen, zoe gericht ge-r 
woenlich, sitzende was; ind Heinrich van der hege* 
Johan tessche (uitfc 15 andere) scheffen ind gantze 
gemende des dorps zoe Cleinenbroich, dye> 
dcme Torsc. here Gerart Tan bylsteyn in deine ge- 
richt by sitzende ind staende waren, — ind onser 
offenbaren notarien ind gezugen intgenwordicheit* 
8oo wolde der yurgenante her Gerart — Tan den, 
B echten des Sloetz zoe Leedberch sicher syn ind 
dat ejnre ewiger memorien — hont zoe syn, gesaix 
Jnd maente dye gehoylten ind scheffen zoe Butge 
ind zoe Cleynenbroich ind dye gemeyne, dat sy 
sich heraeden ind onder sich bespreken, ind In Tau 
ajsulcben rechten bescheydqn ihd apenbaerliche{\ 



281 



onderwysen, ind dat sy eme ind allen anderen, dae 
intg£nwoerdigen weren, hont achten zoe doen.: 
Williche geholten scheffen ind gemeynde hynder- 
wert gyngcn op eynr ende ind hadden daer oere 
woert ind berat onder sich; — ind doe sy .weder, 
l&oemen synt, soe havent sy eyndrechtlicben onder 
oeren eyden ind geloeven — dye gewoende ind 
recht des slotz zoe Leedberch gesacht ind geoffen*' 
bart, overmitz Herman retten van Butge, van Yol- 
brecht geboede ind beeden, ind willen Alre vujv 
schreven, alsus as hernae £eschreven steit. 

2. Wyr säen ind doen kont, dat dat huys ran 
Leedberch behalden haet tzoe Cleynenbroich van 
mans gedynclien ind walstydon , na wisnnge der 
scheffen van Cleynenbroich, ind ouch der leenlude 
ind der alderen, de op dat hnys toe Leedberch ge* 
h oeren t. In der Ersten dat der klockenslag van 
Cleynenbroich gehoert deine huys van Leedberch 
t/oe ind anders nyemant nie, 

3* Item in dem Seilhaeve zoe Cleynen* 
broich mach der* drosset van Leedberch al jaera 
drye Hoegedynge besitzen md dyngen, ind vort soe 
wae hy wylt dyngen in deme dorpe zoe Cleynenn 
broich ind anders nyemant 

4* Item soe wat bynnen deme Seilbaef ind 
bynnen synen pelen gescheit, it sy doitslach swert„ 
off metz getzoegen off waffengeschrye off wunde 
geslagen, dat sal der drosset van Leedberch rieh-, 
ten ind anders nyemant, 

5. Item weert saiobe dat morder off dieff ey-J 
mant entliep ind vlue op den Seilhaef f den morder 
off dieff en sali nyemant aengrieffen dan mjt wyl* 
leo des drosset van Leedberch« 



282 

6. Item die hontschaff Tan Cleynenbroich 
ind dye hontschaff ran Ruthusen dye göVent 
taemen eynen scheffen aen dye greefliche banck, 
as dem huys Tan Leedberch syn recht toe bebalden 
ind den anderen dat eere. 

7. Item dese selve twa bontschaffen gfeveat 
twey können aen dye greefliche banck, dye stillen 
wroegeu soe wat wroechberich ys. 

8* Item soe we Tan desen tweyn bontschaffen 
op eynen dyngelichen dach yn dynste were des 
buys Tan Leedberch, opflesen selren dach en mach 
men yn in geynen schaeden dryven, off he dat, 
bewyten kan. 

9. Item soe wat in der gemarckden geschuet 
ind in der gemeyndea, as wyet as Batger kyrspel 
is, uiter deme bassche ind alle dye heyme gaete 
bys aen dat uitterste yelde; dat haet toe richten 
dat hnya toe Leedberch,, want yt ys eyn boltgrere 
over dye gemarckde ind over dye gemeynde; ind 
soe wat da ynne geschuet, it sy Tan pelyngen off 
Tan holthouen off Tan tonen uistermpen an deme 
syme, ind soe wat eyman da inne geschuet:. dat sali 
al|et dat huys Tan Leedberch richten, uisgescheyden 
Tier punten, dye dat huys van Hylkerode ind 
der here.van Dyckc sullen richten: as den doeU 
slach, ind offen wunden eyns leedes lanck aen deme 
Tynger neest dein dume, ind swert off raetz ge- 
toegen, ind offenbaer waepeogeschrye. Ind daer 
en boven sullen dye Tan Hylkerode ind der here 
Tan der Dycke geinen leenman des huys Tan Leed- 
berch borthzuehten aen dye greefliche banck roe 
Cleynenbroich. 

10* lud dese rursc. twa Huntschaflen, so wel- 
cher dut were, dat deme eyn oogelucke geschiede 



288 

dal he eynea man doet sloege off dat he synen 
lieff verwoerte; So moegen dye yan Hylkerode ind 
der here Tan der Dycke, off ere amptlade ya* 
eren wegen, tut des hoff dye den mort gedaen 
hedde , coroen ind slaen vur den hoff eynen pael, 
ind $j sollen slaen drye siege r alsoe dicke weren 
sy wedder deme huys yan Leedbereh. 

11. Item daer sali konien der Araptman yan 
Leedbereh ind sali brengen V marck pagaroenta,. 
eynen alden haller tut eynen penninch, dye ras* 
cheat XL Schillinge brahants. Dat gelt sali men 
leggen op den pale, ind dat gelt moegen nemen 
dat huys yan Hylkerode ind der bare yan der Dycke, 
soe en haent sy dan geyn recht meer daeran. Soe 
sali dat huys yan Leedbereh des hoefs ind des gue- 
des sich onderwynden ind daeran griefen ind be- 
naeden dan dye eryen, 

12« Item off dye yan Leedbereh den morder 
hedden geyangen, den sollen sy setten in den vursc. 
Seilhoeye, ind halden den toewers oever dye nacht; 
soe sollen dye yan Hylkerode ind der here yan der 
Dicke den man haelen, Soe sollen dye Tan Leed- 
bereh yn den leyeren reyken« 

13. Item dat huys yan Hylkerode ind der here 
yan der Dycke ind ere amptlude sullen engeynen 
man angriffen op sonderen guede des huys yan 
Leedbereh yan desen vursc. Hontschaffen, yt en 
sy myt orloff des Amptmans yan Leedbereh* 

14* Item dese yursc twa Hontschaffen yr sunr 
deren erve dat ys beleent yan deme huys yan LeeoV 
berch, dat sy oeren tyns äff geldent toe Cleynenbroich 
op die banck, da dat huys yan Leedbereh synen sun- 
dören scheffen haet ind dmgit des erves recht, it sy 
yan erllaelen off yan pelingen off van holte dat op 



284 

dem sonderen erve gewasten sy; ind off yeman deme 
anderen gyn erye affeere , dat sali allet ein. buys ran 
Leedberch richten myt sjnen varsc scheffen ind an-» 
ders nyeman. 

15. Item soe we nedervellich wyrt yn desen 
gedynge, yt sy Tan erre off ran pelyngen , dat wedde 
ys YIIJ schiUinch brabants, ind dat Dalys wedde XU 
penninche. 

16. Item dye Koether dye sytten m desen tweya 
Hu nt schaffen , dye sullen jaers drye hoegedinge hou^ 
den, ind nyet mc > an den greeflich'en banck. 

17. Item dat buys van Leedberch baet Qyn* 
recht binnen de.me dorpe ran Butge, ind baet eyn 
buys da staeji bynnen synen vier pelen t dat man beet 
dat Speelhuys Tan Leedberch ; baet den toll to Cley-* 
nenbroich. Soe we den toll ontfuren wolde, ind der 
tollenev off der scoltya naq yolgede myt den lantln-* 
den in oirbar des buys y an Leedberch, ind aida twist 
off swert off metz rupen off waflgeschrye geschee- 
ge: dat enhaet nyeman toe richten dan dat huys ran 
Leedberch, 

18. Item die van Hylkerode ind der here vaa 
der Dycke solden van rechte ere gedynge halden op 
dem gemeynen broick aen des Stammen Haeistat. 

19. Item soe mach ein dross van Leedberch off 
ayn amptman binnen Cleynenbroich in der gemerkde 
ind gemeynde vursc van deme, dat ome dar van 
wedervaeren muchte, als van penden to neemen ind 
Tan broichen uis zo vorderen, weier dat eme dat 
yeraan keren weide: so mach hy mit deme Clocken- 
slage vurg. nae volgen ind mit den lantluden in oir- 
bar dos buys van Leedberch $ ind alda twist offswert 
Qff metz rupen off waffengesqbreye gescheege , dat 




enhaet nyeman toe richten dan dat huys to Leed- 
berch, 

By allen desen rursc. punten soe willen wy 
scheffen yan Cleynenbroich blyyen, ind oft noit ge- 
burde, soe willen wy me dar toe doen, wy toesamen 
mit den lenluden ran den tweyn HnnUchaffen rarsc« 



tmm 



886 



XVL 

ffitfyelm, £er}*g ton 93crg, welker @&er$arbett 
aon Stngermunb jum Sßerfmeifler beÄ <5d)loffeS 
bafelbfl fcefleUt $at> befreiet beffen £of Qdamp 
ton allen ftirfHid>en tmb ©emeittbe tiafltn, u. 2f, 
&on bem £untamte* 1392. 

Wir Wilhelm Tan Guylche, von Goltz gnaden 
Hertzoge van deme Berge Greve ran Ravensberge 
ind Here zo Blankenberg, bekennen öffentlich mit 
diesem brieve vur ons nnd vur onse rechte erven, 
dat want Everhart ran Angermont onse werckmeister 
ran onsem tzymmer sich daezo verbanden hait ind* 
Tortan verbunden syn sal, onsen tzymmer alrewegen 
da wir des noit haven zo handelen ind zo verwairen 
truwelichen, danneaf vir of onse erven eme nyet me 
ensullen schuldich syn vur die arbeit syn seift lyft, 
dan Coste van essen und van drincken und van Clei- 
dongen gelych anderen knechten ind huysgesinde: so 
hain wir eme die genade wederumb gedain und eme 
synen hof Eckamp, so wie ind wa die gelegen is bin- 
nen deme kirspele van Batincgen , vry und ledich 
gegeven ind geven mit maicht dis briefe in dis wyss 
as herna geschreven is; dat is zo wissen, dat Ever* 
hart vurcs., dwyle eme Göt des levens gon, ons of 
den onsen van deme vurgenanten hove geynen dienst 
doen noch geynerley Schetzoncgen of ungelt, so wie 
man dat normen mach, geven ensal, Ind darzo ensal 
he, dwyle he leift, van dem vurgenanten hove geyn 



287 



huntampt noch scheffenampt hoeden noch verwatren 
noch darzo yorbonden syn injeyncher wyss. Meer 
so wanne de yurgenante Everhart nyet me enwere, 
so sal de vurgenante hof mit alle syne zogehnere 
Tortan erllich ind ummerme yry ind ledich syn ran 
alle dienste schetzongen ungeüde hnntampte onraide, 
so wie man die noemen mach, uisgescheiden alleyne 
onse erfsomen zo dryen tzyden des jairs, also as die 
alsdan gewonlich gevallent boven ind beneden in 
onsme lande tan deme Berge, und nyet voirder en- 
soellen des yurgenanten Eyerharts erren yan ons of 
yan onsen erren of emans yan onss wegen gedrenc- 
get werden noch beschweirt in eyncherleye wyse, die 
man darop dencken of yieseren mach. Und des 
dincge zo eynre ewigen stedicheit, so hain wir onse 
segele an diesen brief doin hangen* Datum anno 
Domini millesimo trecentesimo nonagetimo secundo, 
feria secunda post festnm ascensionis domini nostri» 



288 



&ud) ber im 3»afrr 1555 befc&e&ener <£rfimbtguh$ 

im gArftentyum ©erg t>on wegen tinti jeben 

®er{d)t Alten ^erfbmmen unb 93r<Juck 

ifmpt ?e»enberg* 

©eint in bem Sfmpt 6 ?aftbgertd)tet : 1. jtt 
&onff ; tttrb neben bem Singer mit 7 ©Reffen gebaf* 
ten.; fat 6 £onbfdjaften — ; ijt e t n ÄirfpeKf ird) jtt 
£onff. 2* Sa* @erid>t BoHenbotf ; l>at neben bent 
2>ingetr 7 ©d)effen ; l^at 4 Jponbfdjaften. 3. 3n ?aer 
feint 7 ©djeffen, aud) 3 #dnbfd>aften. 4 3« 3teib 
feint 7 ©Reffen unb 3 £onbfä)aften* 5* 3« ©ielien* 
berg feint 7 ©ctyefen unb ein Äirfpel aber gein £>onb* 
fcfjaft 25a* Dorf f>e£fl £onffrob unb bie jfr'rd) @ie* 
ttenberg. 6» 3u SRobenfir^ert feint 7 ©Reffen unb 
ein Äitfpef. 

£aben alle 6 ©eridjtet einen genteinen Singet/ 
h)e[d)er i(l ber SRentmetjter ju ?en>enberg» Stern feint 
alle 6 ©erid)t*r meinem gnebigen £ern Dereibt 2>ad 
©erid)t ju SoHenbdrf bat 2 tterfdjieben fiegef, ein 
bamit bie ©djeffert Part Soffenbörf in Srem Äirfpefn, 
ba$ anber bamit bie Dan Äubefööen in 3rem äirfpefo 
tferjTegeln, unangefefyn bad e$ ein ©erid)t ift 

ämpt ?ür|lörff ; 

Öeirtt in bem »mpt 3 Singftuet: 1. Sfifftorff; 
am ©eridjt flfcen 7 ©Reffen neben bem ©cWteißeit 
}u 0>on) *Por$* 2« Da* ©eridjt ju »crdjem wirb 



«8* 

mit gebadetem QMtyotteißen trab 7 ©djeffen frefeffen/ 
ii0 mefdten gn BRonborff 2 ©djeffen attgefteBt »erben. 

6 Sa« (Script Bofterg mirb befteibet mit 4 ©cfaffe* 
unb »urgemeftem @d)of teig.. 

MMtorff ifl ein ÄirfoeKHrck f)at gein £onbfd>aft 
bau allem bie Sapett Kaufet, fo bartnnen fiebert 
Unber 93erd>em gebort SWonborff; SSofberg iji eilt 
Äirfpel uab fcot 4 Jponbfäaften. 

SImpt Srantfenberg. 

©eint in bem »mpt 9 Dtngftael: 1. 53taitcfrn# 
Berg; fiatr'edjt; tyat einen eigenen ©dptteißen unb 

7 ©d>effett/ bereit ein «Hin betn Canb genommen; ge» 
Tjoren battnnen bie Surger unb SBftrgfan« 2. ©eifHi* 
gen mit 9, ©teelborff mit 4/ Stteberptei* nttb Stenbe* 
mit 8, Dt)erple$ mit 6 #onbfdjftftem 3. Staifirdje* 
mit 8 ^ottbf^afitem 4- (Sitorff mit 11/ OTnpidjtrob 
mit 5/ geringen mit 3 £onbfc&aftem 5. ©itfrob 
mit 5 £onbfd>aften. 6. SBmterfdjeib mit 3 #*nb* 
fd>aftem 7. Somar mit 4 #onbfdjaftem 8. SBalfdjeib 
unb #ottrob mit 6 #*ttbfd)aften. 9. Dowtnborf mit 
4 $onbfd)aften. 

Stern feint in bem * anVt SBIattfenberg 12 ©djefr 
fen, fo aDe Sanbgertd^tev w? genannt befllen, ußge* 
ttommen Soweiiborf j weld> 6 ©ä>eflm <pt unb 2 
?ef)nfd»effen. 

Stern fjaben bie tturgenannten 7 2anbgerid)ter 
einen gemeinen Singer/ melier btft anljer uß be&ett 
ber Sfmptfeute ber ?anbfd»reiber gemefem Dorrenborf 
befl$t ber ©djofteifl uß ber ©tatt 33tanfetrte?g, 

£at ber bot ju ©eijKngen mi wn ber gobe* 
fjatitx an mtinti gnebigen \)ttn Summen tibtxl&uft, 
nit, fonber ber $on/ fo bie $aber ufffyeuet- 

19 



S90 

Htm ifk ttccf) üt bem Hmpt SHoBf enberg em frtp 
©ertdjt ja ^opperfdjofi meine« gnebigen t>txn gtt* 
ftenbfg; »irb neben beut ©djofteifl mit 8 gebaren 
nnb borju geerbten ©djeffett jalprKd)* btei mal befeffem 

Bogtep Spberg* 

£at bte SSogteip ©i^berg 2 ©ittgftnef i fcrötjtorf 
itnb SÖotjtorf, welche beibe bnrdb tturtt SSoflten nnb 
einerlei/ nemblicf> 7/ ©Reffen beMeib nnrt. 

• - 

Slmpt SBtttbeA 

©ttttt ttt bem Sfanyt 4 fcingbenif : 1. 2Binb*<fj 
bat 7 ©djeffcn nnb eine» eigenen Finger, nentbKd? 
ben Stentmeifier ju 2Binbe& darinnen gripren n| 
*tad)t ber abfonbenwg ba$ Äirfpet Sattenfttt, bar ja 
ettidp itf beut ÄirfpeC «ttfäetb, SBief, #atn, 3ty»b# 
redjt, ffltorßbad», JReittantft. 2. ÜRoudn l>at einett 
eigene* Singer, nentbßcf) ben Sientnteifier p SBtnbctf 
itnb 7 ©djeffr" ; gerinnen 8 ^onbfc^aften« & 9MPM 
bat einen eigenen Singer, nemb(id> ben Sfentmetfier 
*mr genant, nnb geine ©djeffen, fonbet weifen bir 
gemeine $offtfeute über alle fasern 4% ftfentyait; 
^at 7 ©djeffen nnb einen eigenen ©4>*ß*$ # ber *<** 
4$eriff)t beffyt; bte wgebtben ©ebingen beftfet bcr 
JRentmeifter mit benfetbm ©cfcfen; fcat 5 £#*W 
ftyaften. 

SJm^t ©tetnbAd}* 

©etnt in biefent Statpt 5 fctngbemf : 1. «ßBiptfek 
fltrbj tfattredjt ; fjat 12 Steffen / toeldje ffe unbet 
jufc liefen nnb tvirt 60* 3ar bntd) Un jfoqrtmatt 
*an ben 12 einer ju einem Stifter ange(iaft, mit 
bet>eS uff ntetneö gnebigert fyern fyod) unb ©bridjett 
nnb fonji ufiTd}t jtt Jjäben nrtb alle (Seibaft fasert 



291 



aufbringen; tjl aber meinem gnebigen Ijern nit 
toereibt. 2. SOfppelfürb ; barinnen gebort SBipperfett; 
bat 4 ©Reffen , bereif 3 u0 ber ©tat unb einer u0 
SBipperfett t>an toefrM meine* gnebigen tyern burdj 
ben ©<$ofteff$ angefaßt werben. 3» Sütttaer ; bariif 
nen gehörig Äeppel unb Cngeföttrdjen ; l>at 4 ©cfyef' 
fen, bereit 2 in bem Airfpel *on £int(aer, ber britte 
|tt Cngettfirdjen, ber *iert ju Äeppel gefeffen; »er* 
ben »an bem Äirfpef wßgefafet unb *an %mptman 
ttnb ©djofteifl ttmlu 4. Ctaerob j t)at 3 ©cfceff eit, 
»erben angefaßt ut supra. 5« Gurten ; barittnett ge# 
fyoren ©ed)en unb Otpej l>at 4 ©duften, bereu einer 
ju Sedpn, ber anber ju CMpc.tittb bte 2 anber* fit 
tturtett ftem 

» 

9dttpt$or$% 

©etnt in bem «mptf 3 ©ertdjteri !♦ ^or^; 
$aubtgerid>t ; wirb neben bem ©d&oßeißetr mit 15 
©ctyetftn, buref) meinen gtt. I>ern angefaßt/ beffetbt; 
f)at 8 ^Onbfd)aften. 2. Sen^bttr; t)at einen ©djet' 
teij} , 7 ©Reffen unb 8 #onbfd)aftem 3» Obenbat ; 
l)at 4 Steffen; gtm $onbfä>afh 

Die #ern 2Bette fompt tem ©d^otteißen jtt, ber*? 
tyalb er öud) jartid)* breimal uff ben ungeboten ®e* 
tingen aKe ©ertd)tf 9>erfontn betofh'gen muß» 

Ämpt SRtfetotH 

©eint in bem »mpt 6 $ing(tuef * i» ißtffe4e(bett ; 
2v »urtfdjeib; 3. 3?ea<ird>en; 4« ©d^efcufd)$ 5» 
Upfaben ; 6» Seuftlingen ; 7% SBejlntp, baim gehörig 
»nrg ; 8. «tyenKtcfan , baittn gehörig ©teirtbnefter* 
fyibtn aBe einen Z>ittgtr» fetttt gebt« gortftafiten, 
hm ade 10 «irfpeWfit^em 



292 

/ 

3mpi Bornfett. 

• 

©eint im »mpt 5 Ding jtitel : 1 . 2BermeMf trd)cii ; 
hat 5 ©Reffen neben beut ©djotteif} unb 3 £onN 
fdjaften, nemMW) D»erl)onbfd>aft bat 2 ©djeffen, 
2>orf t)onbfd>aft f)at 1 ©Reffen , 9tteberf>onbfd)aft bat 
2 ©cfieffen. ©o einig ©Reffen uß bcn #onbfd)afteit 
tobftcf) abgtenge, werben 3 perfonen u$ berfefbeit 
^onbfcbaft mtrgefiaft, barujj ber $(mptinan einen jum 
©djeffen erweit (Stint in betn Ät'rfptcl 2Bermefeftr* 
itftn 3 gönnen, unb l)at ber ein $otme }u befomtttg 
Mit ber OberfyonbfdKift 10 fd)afcgufben , ber anber 
#etme n0 bef Ztarpertyanbföafi oud) 10 fd>a$gu(bet^ 
ber britt $onne bat uß ber KieberlionbfAaty Ittjcfeaft* 
gulben. 2. Xtoberf laufen ; bat 3 ©d)effen unb 2 
£onbfd>aften , nembltd) ©*>erbonbfd)aft tyat 2 ©d>ef# 
fen, 5iiebert)onbfd)aft t)at 1 ©Reffen. 3 Xtyin; fat 

2 Steffen unb 2 £onbfcbaften, 4. Memfdjefb ; t)at 

3 Sanbfdjejfen unb 1 £onbfd)aft, nemblicfc 9femf$eib. 
5. SJnfJen «ennep ; feint 2 ©Reffen unb 1 £oitbftyaft. 

3(1 ein gemeiner JBeften 1 83ot ; baryt l)at ouef) 
jebe Jponbfcfyaf* feinen eigenen gönnen, ber ba* jeft 
fettet unb gebott t&net* 

»mpt Borg. 

3ft in biefem »mpt ein ©ingftner, nembrid» ja 
ber 33org; l»at gein ©Reffen, fonber »eifet ber urab* 
flanb ba* redjt. £>er Äelner aW ©^ofteiß ift fein* 
UnbertyaW nodj felber ungewiß 

T 

%m\>t £6de$»agen* 

» 

3ft ttt beut 3fn»pt 1 geriet, wemMidf jtt $ficfe*« 
wagen in ber grefyeit, unb ift «anbrecht, ffcint 6 
Steffen j fo fie aber be* »orten noit b.aben, forberit 



203 

ssssaes-a 

ffe bett uß bem fimt (Steinbad). @etnt in bem Äfr* 
fpef 4 £onbfd>aften : ®roß!»onbfcf)aft, 8uborp, £er# 
bütgfetb, ©ergfyuß. ©ericf)tfd)reiberä » Sfotpt t>eroart 
bcr ©djorteijj* £at jebe #onbfd)aft tn (tat be* bot* 
ten einen $omtem ©a$ £onampt in jeber $onb* 
fd)aft gebet umb Dan einem tjotte ju bem anbern nnb 
bar ti uff fett, muß man benfelbtgen willigen, fobent 
er bem Slmptman gefellig ; tjat aber gern fldjer S3elo^ 
nung weitet* bau bie gerichtliche Serfelle, 

Sürgerfcl)aft ?ennep. 

3(1 binnen ?cnnep ein fcingfhtel nnb tfl ©urger* 
red)t ' $at bie* ©eridjt einen Stifter unb 11 ©djeffen. 



Xmyt ©fenberg. 

©eint in bem Sfmpt 4 ZMitgfhtel : 1, 2. Wöbe 
tmr btm 2Sa(b, <5tat unb ?anbred>t; ba* Bürger* 
geriet ju Stöbe wirb mit 10 ©ctyeffen betreib, barufj 
aljeit einer ju bem ©urgermeifier gefaxt, melcfjer baö 
jn>eite 3ar ju einem 9*id>ter, baö brttte 3ar nriber 
stnber bie ©emeinbe unb baö vierte 3ar nuber jum 
Steffen berorbnet toirt, unb gefcfyieljt fofcfjö aSed 
burct) bie ©emeinbe« £onbfd)aften feint getne; ba* 
8anbgerid)t Stabe bat 7 Steffen unb einen eigenen 
ttereibten Stifter, ©eint 3 ©nrfdjaften barinnen: 
©orberfer Säurfcfyift, SRiberburfcfjaft, Ömetfingfefb* 3. 
£utterfufen; ijat einen »ereibten JRidjter, toirt aber 
jefct bebient burd> ben ftentmeiflcr }u Sienberg; bat 
4 ©Reffen unb 4 $onbfcf)aftem 4« ©ienberg; ber 
9itd)ter uff bem #of$gerid>t iji ouef) 9tid)ter in ber 
greifet* ©icn&erg; bat getne £onbfd)aften. 



294 

«ntpt Gl»erfe(K 

3ft hu 9mpt ein fciugband, nembttd) binnen 
Cfoerfelb; £onbred>t. fttrnnber gebort (Sttneuberg* 
filia in ©»erfelb. @efcet ba* &4cffeiiai»yt unbc? 
tat fetten umb, 

Sntpt 2Bouf)etnu . 

©eint in bem %m$t 7 (Beridjter, bero 5 an tiefer 
feft* 9tem«, nnnfcftd) : 1. ftretbeit <Ronbeim ; gtat* 
?ecfet; »trt burd) ben Wogten Hub 7 Reffen ge^al* 
ten, unb 2 £onbfdjafien: «omberg, S3lee, Sanbredft, 
2» fy'ttorp } »trb buwlj ben Segteu unb 4 Steffen 
gesattelt; !>at 3 _ £oubföafteu« 3. »tdjrox^; fetnt 
neben bem SJogten 4 Reffen; barunber 4 #onb* 
fcf^aften # SKirfjrob ÄtrfpeL 4 Crbenbadj; feint 3 
©cf^effcn unb 1 £onbftfiafir * •Orbenbarf). 5. $immel* 
geift ; f)at ben Sogten, 4 ©djeffen unb 5 $enbf<l?aften< 
©. ©nnbertborf unb Crr; feint 7 ©Reffen. 7, Sauget 
mib Sfyeincajfel; feint 7 e<$efeu; befce an bar <wbc* 
fWbt Mut* 

Smpt Gefinge», 

5tt bem Ämbt feint 5 fctngbcncf: i. ©»finge* 
8» <?Jret>e?ob ; ©tatgeriefeter 5 merben btefe beibe burefr 
ben Weiter / »urgermeifte? unb 4 ©djeffim befletb*. 
©ofingen; fcaubgeridjt j feat 4 Greifen unb 8 #*nb* 
f^aften, |U Gelingen ja Jhntyen geljotfg, 3- ©friert 
ber vier CapeÄen ; Wirt ju ©re&ereb gehalten j bat 
4 Reffen unb Q #enbf<iwften j ©riten, Obgrftten» 
©(Wer, Unberb&ffef, ©berbüffcf, ©embern; feint 4 
Ätr fo<r, 4, $Balb } feat 4 ©Reffen unb 8 $09bföaf« 
fen, geboren alle |U SBafb jn Äird^n, 5. giften 1 
wiTbJppr* meine« gnebfgen fte?» 9tf^ter t G^tteig, 



895 



7 Steffen, bero 5 yfi gilben unb 2 uß $ain *er< 
tworbnet, befeffen ; geboren barunber 5 ^onbf cfjaften : 
©anb* ?em# $aüt> tylitteU unb Unberfie ^onbfdfjaft 
©efffct ber Winter »an ©dingen 3 nngebotene 
©ebinger jafyrltdjft unb bte übrige bar ©c&oteiji, fo 
betben <S()ur unb gürften »ereibt 

Hmpt SKebmam 

$eint fm ftotpt 5 $fogbencf : 1. SKebmann, 2. 
©ereÄljei*, 3. (Srcfrobj ©tatre^t. 4 SRebman, 5. 
©ere^iw; ?apbred)t ©ereäljeiui Surgergericfjt J)at 
neben bem SRidjtej 6 Reffen; feint gein #*ubfd>af# 
ten. «Webman Surgergertdft b<*t *ud> 6 Steffen 
itnb gein £onbfd)afk ©ere*fyeim ?anbgerictyt, bat 4 
edjeffen; feint 5 fcanbföaften* SRebman 8anbge# 
*id)t; l}at 6 (Steffen; geboren barunber 8 £onb* 
fünften* üBufffrob gebort oud) unber SKebman unb 
tjt getbetft in 2 Jponbfcijaften, nemblid) 9>utbctf itnb 
Crbed. Srcfrob \)at ä Steffen; geboren barunber 
5 iponbfrfjaften, 

Sfmpt Sngermonbt» 

©eint in bem »mpt 7 £ingftuel: 1. Watingen; 
©tatrecfyt; f)at einen Stifter unb 8 ©Reffen; bar* 
unber geboren toai in ber 23urgerfd>aft beregen ijt, 
a(ö bie £eibe unb etlidje anber $ofe unb Äotten. 2. 
ßreufcberg; ifl ba* £auptgertd)t, mit 12 ©Reffen be# 
fafct unb wirb gemeinlid) alle 14 tagen uff ©ubeätag 
getyaften; barunber geboren 11 &onfcfd>aften. 3* 
#omberg ; bat ben SBidjter von JRatingen unb 6 ©cfjef* 
fen; barunber 12 ^onbfdjaftem 4 greiljeit Singer* 
inunb; bat bieä ®erid)t feinen eigenen Stifter in 
bürgerlichen fachen > in peinftdpn fadjen mirt bet 
Sinter be* ganfeen Suipt* gebrütet; feint bafelbft 




6 edkeffcs; gefeert boraaber Ml $rtfl>rit lageraranb 
aab ba* £*rf StoeaL 5. 3a ber Shaggea ; btc« ®e» 
ruftt »tri 90$ fei Xttisgea bar* bea Stifter aab 
6 Gdjpfea teftf»; 8«**« boraaber 5 $ftBbf4aftca. 
•. Stottert; tytt etaea eigtaea befeabera Sufctrr aab 
Gdpffea; bonttber gttpttn 2 $rafef4afkea: eeßeif, 
Smbftetb, aab 2 ball* $eabttaftra: 9Katecb nnb 
ttpafod. 7. SUUftetai äff ber Sbqp; tm*il cd bic 
«e« ONWi f«t talpbea, M aam fty bietfaul 
aätytf f&abcrfidjctf bovra ettaabtgea fMici. 

$ot jeber ©djeffra eia $e*bf<feaft taraf er jotyf* 
Iid£ eiaea 6<4effeaga(bea eatfeagt. 

. Saffelborf. 

3fr ta ber Sargerf$aft Dfiffrfborf eia ZXagfoa* 
aKeia, aab {eigea bie Gdpffea an, bat bte ©tot 
jWficfborf pritriiegtrt fei, bat ta ifyrer £ttrgcrfd}oft 
ftoett ftdjjf bte erffmfta tljaet , geia ©friede aretyr ge» 
tyaltat folea nterbea, boa aBeta biaaea iDfiffefberf. 
{KU btefe Diagboad etaea @d)o(tct0 aab 8 ©<Wfe« i 
bantaber 9 ^onbf^aftc«. 



297 



JßeiStfum ber 6ffentKoVtt unb gut*$errfi$cn ©e* 
redjtfame eine« ©rjbifcfcofd »ott 5£rier im Anfange 

be* 13. 3a$r()tM&ert& 

Ueberfidjt. 

„Liber tnnaaliam Jurium Archiepiscopi et'eccle- 
sie Treverensis" tfl noef) in erblichener ©d)rift auf 
ber alten Bede einer $erßamentl)anbfd)rtft ju (efeit, 
bie und jur Äenntnif} be* 6ffent(td>en unb inner« 
3uftanbe* unferer 9>rot>inj »äljrenb beö SWittelalter* 
einen fefyr fd)d&baren Seitrag liefert. 

Da« ÜRanufcript, ein Meine« gofio mit enger, 
(larf abgefirjter, aber fejler unb jierticfjer ©d)rift, 
ftefft in XU. 8bf<f|nftten, meijten« nad) alten S)anpu 
triffen, 9>faf{en unb Surgen be« (Sribtetfjum* Xrier, 
bie mannigfachen ©eredjtfame unb ©efdtte feine« 
geifHid)en g&rften jufammen. 3n bem Slbfdjnitt IX, 
ber »on bem 9>affafi ju Xrier fyanbeft, »erben Wal- 
terus de Palatio unb beffen SRrffe Herman aft Setyu 
inf)aber einiger fyufen Qtnannt (Sin Walter de Pa- 
latio fommt in brei Urfunben »on ben Sauren 1160-^ 

1164/ bei Günther cod. dipi. Rheno- Mosel. I. 370, 

375, 383; unb in mebrern, jutefct im Satyr 1181, bei 

Hontheim bist. dipL Trerir. I. 610» 611, t>or; Her- 
man de P. {|l L c. 837 3euge in einer Urfunbe *tn 
1212. 3n einem 3 ufa& ju jenem »bfofaitt ttfrfc 
ber 3tn« ton einem (SrunbfWd aufgejeidjnet, wetcM 
nu&ro* getoefen bi* ju ben 3eiten be* fihrjbifdjof* 
2l)eoboricf> (gewagt 1212), ber fofdje* jur Cultur 




totmachen, Dona iwrb (n bem Capital. «. 807 mit 
Ctrra jufantmengeßeOt; im %ieberfad)flfd)eu bebeutet 
Äone eine ©dringe ober Selpte : jer bleute in früherer 
3*tt, u>ie man flefyt, auef) a(6 SKapfaben für ©rnubf 

ICie £nfen ffab ben Sitten untergeben , jn 3in^ 
nnb Xtfenfi »erpfiufctet. 2>er 3in* befielt in (Selb 
(«tonarii ceusuales); grudjtert, tnoI)itt tyauptfid)ltcf} 
Koggen nnb £afer, audj SBeißen nnb ©pefj (Äernen), 
fetten, n>egen be* 9Beinbaueö , ©erfk gehören ; unb 
Ottbern Lieferungen , M: $ni>uer, ©er, ©eftmeine, 
Lein , (in SBalbgegenben) 3Bad)* nnb £0*19, <pfeff er, 
MdKngerat^e unb Cadytegcf, £eumad)eu, Qvßeb 
Sotten, ^fingen, $ref$eit unb SBeütfalpten (Inb bie 
regelmäßigen Z)ienße, toojn bie jpafucr, jum Styetf 
and» bie übrigen Setoolpter in ben ©annbejirfen ber 
Sitten berbunben ftitb. 

Sefonbern geifhtngen (inb eigene $ufen getoib« 
«et JDie Scarhuren muffen ein ©aumroß fir 
ben Crjbifdjof, n>enn er an ben £of bei £aifer* ober 
über bie SUpen jiel)t, bereit ftalteq, (X« i *. XU, •.), 
bte 38 Scarbuvon (u SBotttobour pellten (latt bei 
Qauttttyier* einen SBetcn ju gleichem j&rotd (XXXVI^ 
t.); bie ndm(id)e $erpfK$tung Ratten bie Ri^Qba- 
Ten (XIII, 70 beren urfprungKdp Sefttmutung jum 
jhrtegäbienfi an anberet ©tette nod> erhalten tjt 
(XLH, s,); n>ot>t bafyin finb aud) bie mansi mili- 
tarea (XXIV, 4.) ju jdfjlem 2>ie Glaahuven 
Rotten ba* ©fa* für bie Domfir^e unb bie SSofynung 
brt €rjbifd)of$ unb feine* (Sapettanö, bie P er ein in t- 
karen baö Pergament für ben crjbifdjof&djftt Xotar 
jn fteferit. Sene unb tiefe $ufett flehen unter ber 
er}bif4}iflicf>en Xammer (X, 1*. «itj. Die Vors u 
(XI, 10. XVIU f «.), Wilt- (XXXVI, 6.) f Cidel- 



»• 



301 

(XI 10. n.) tthb Scafhuvcn (XIII, 1.7. XIV, 1% 
ijaben tt)re 2)e)iel)ung auf gorfl, SBtfb> denen # ttnb 
Sd)afjucf)t, wie bie Vischirhuven (XI, 12«) auf 

bie gtfd)freu $ie Berinhuyen (I, «.), Bar- 
äenhuyen (II, «.)* Parselhuven (XIII, « # 
XVII, a.), Draselhuren, Sil virsmidehuren, 

Kolhuven (XIII, 5. 7.) u. o. m. bcjetdjnen ityre 
befoubere Seftimmung. 

£fe £fiffcer ftrib £6ti{|e unb ber Äityrmefce unter» 
»orfen; fie befielt in beut jtoeitbeften Cttfttf Sie!}, 
ober, ©erdete, ober n>emt aucf) tiefet auf ber fyuft 
fehlt, in beut flrSften 3in*, ber in einem fcermfn jtt 
entrichten ift Shben btefen $eTa{htngen. beftfcett ffe 
ibrigen* bie $ufe in bererMutyem Staate. 

Unbere ©runbjtucfe, btePicthere unb Jache, 
ffnb an bie Jpüfncr ju falbem ©ennmt berlietjn. Statt 
Piqthere fc&reiben Urfunbm unb ba< Begistrum Prüm. 
Picturae, angebfief} berberbt aui Pedetara, ofö einer, 
im ©egettfaß ju ben $ufen, Äfeintn nad> %ufaaty 
bemeffenen gTdcfte. <5ie bienen au$fd>ließlid> jum 
SBeinban unb (lab fat $tn}etnen an bie Jpufen öer* 
tfyeift: eine berfetben wirb eilende Pythere ge* 
nannte »eil fie Uine #ttfe l)at (XLII, 7.)» Smmer 
erinnert Picthere an bat bef anitte P I c t a n t i a, mU 
d)ti in rl)etntfcf)f!t Urfunben eint SSeinrente jur <&t* 
gefclidjfeit ber ©etfHicf)en bebeutet. 2>ie 3ncf)en (ja- 
jjen, gugera) ftnb ädfer* ober ©fefrnftücfe, mit jur- 
nalia im SKaf} oft überetnftimmenb (XXXIX, »0; ber 
Joggen, ben bie mansus ju riefern Ijaben, Ijeißt 

jachkorn (XIII, 3. XLII, io. XLIII, t\). 

3» bem ©afgute jdtylen bie Atthin ober H at- 
thin unb bie Brule. 3ene flnb 9<fergrunb(Ks<fe, 
bie fro^nmeife f&r ben Crjbifdjof beflettt (I, s. m, 4. 
u» f. toO , ober jur falben %xu<t)t gebauet tourbeft 




(3CVII) ••)♦ . BKanai indominicati, qui sontagri coriae 
quos vulgariter appellamus Selgunt, airo Atten vel 
Canden, fagt Caesariaa ad fiegistr. Prüm.; kurnde* 
id est, hatas, tyat and) unfer SBeittyum (XXXIX, f 0« 
Die 8ru()lr ober aBtefen (iefcrteik ba* #en für beit 
etjbifdjAflKdjen SBebarf, Lucos, quos yalgas Bro- 

g 1 i o a tocat, r>eißt eS itt beut Capital, de f Ulis, cap* 

XLVt, worauf fö»<W ber 8Iu*brutf fdtüty al* £rnd>, 
jener itt bett obern Ütljeingegenben, biefir in beit aU 
to&tti gelegenen üblid)/ entjtanbeth 
\ . Bum ©afgnte geirrten fetner lit aWtyfen, bit 

gctt>6t)ntid) in Saljrpadjt betrieben tottrben; bie Statu* 
merf6r(te, ober bie in ben SBafbungert jur au*fd)üeg» 
tieften Semf&ung für bie etjbifd)&jlicfte Äammer abge* 
fonberten Siejirfe; bie ©aldtfer felbjt Die tnetflett 
Stfrfcftmtte nnfere* Denfmatt merben babon* 

aßanaigfacft flnb bie 9Balb#, 3agb> unb giftetet* 
Stecftte (XI, t — *«0 Sfu4 ben alten Rainen teeftt 
ancft ein feftt aftertyämf icftet (Seift : bie Sufle (3 Über* 
et obulas) muß ad pondua karoll entrichtet toetbcn } 
toirb ba* Sergefytt getougnet, fo jtnbet ein Judicium 
aque frigide Statt ; bem, >er tint klinge (tritt , fotf 
ber Daumen abgeformten »erben* Die girjter unb 
Sdger fielen unter einem gfrrjhnetftet. Seber $Aget 
muß mit einem $nitbe an einer 2eute (leideand* 
XXXVn, ao mtb 7 3agbftnnben, mettn er jum 9Kfr 
terflanbe geftirt, ju 9>fetb nnb mit einem (Sdjnefl* 
renner erf&einen nnb e* *erftel)en, einen $trf<ft attfW 
jnjagen. girjler nnb 3dger ftabert auf bert SÖafb, 
bie 3agb nnb bie ©ewdffer ju mad>en imb att< Sergej 
in einem jdljrficften Placitam ju tagen« Oftne fterr* 
fc^aft(icf>e (Srranbntf barf Kiemanb in folgert gorft* 
bejirfen jagen , ftfd^en ober Rettungen im $4cftmafbc 
machen, Die boKe Strafe M Sannbrucft* trifft 



303 

tat, ber tbtt ÜÄcife, bat)tr Sannweffe, fingt; wofyt 
wegen tfrer (gigenföaft, bte fdjdbfidjen gerjHnfefte |tt 
t>erttfgen> noeitn ntd)t ein beftnberer S&gcrgfaubt t« 
©piel tflv Um einen 3agbfre*eter ja übttfhtym ge# 
trögt et, baß tym eitt$fetf abgenommen worben unb 
ber g*rfler fobann bie £l)at befdjwört. &etn SBtlb* 
tager barf gelidjtet, nodj bcrt giften , ber ÜBiefen 
ober aflüfyUu wegen , bat SBaffer entjogcn ober Oft 
*ufwärttjug gehemmt »erben« 

Sebe SDoiptßdtte in bem ftorftbejtrl , »o Ötaudfr 
aufgebt, liefert tin fyatbtt SRafter $afer> Hokoom 
CXxVl* *.);**ben biet warb aud> ftatt ber Nach- 
t e i 1 d e (XI* 1 1.) entrichtet testetet, wotton Caesa- 
rias 1. C% fogt: Hostilicium tulgariter appeUatur 
featselde» ift aui 9iad)t ttnb selida, selde, b» U mansio 

gebübet unb bejeicfynet alfo bie friere S3eryftt$tung 
€in 9Zad>tt(ager ju gewähren« !B*n attem 9tott(anbe 

(rura, silva eulta) wirb Med an ober Medimen 

(XVI» 4. XVII, «*)i b* f). bie fiebente ®arbe (XVHI, u 
JBergf* and) bie Urfunbe uott 1083/ bei Günther! I. c. 
Li4e/), bat Medenkorn genannt entrichtet, wennnid)t 
ein fidnbiger ©elbjint (Umb« lein, XVI, u XUV, «0 
baf&r bebungen worden; biefer Abgabe waren and) 
bie ©erneute »©riinbe (communes campi), Wofyi ali 

jKottfenb betro^tet f unterworfen (II. 4*). äßen einer 
{Rottung, bie mit ^Bewilligung bet «ribifcftoft in 
einem Aammerforjfte, ber alt Safgut jdfjtte, gefdje* 
t)en, würbe neben ber 8Rebe aud) 3e^«ten abgeführt 
XXXVH* io k ). %üx bie geringere SBalbbtnufeung 
(pro redempttone nenorum XXIII, s») (eifieten, bti 

bem antritt einet neuen $ifd)oft unb jebet fiebente 
Sa^r p bie Shtgrenjetiben ober ^Berechtigten eine 9b* 
gäbe, tpcfdje demee solrere uqb breclefenke 

genannt wirb (XXI, 4, *o; jenel mag wo$t; bie 



304 

äRjtyeit, b. i. junge 3n>eigt, jagten, »etl fle *m ben 
©djrocmen befd>4bigt toerben, biefed: ®yrodtyo(g* 
Sammeln (Don Brotf, ©riefe!) betontest. 

Sie 9rttfftd)f unb ba« «injidjett b* $errf$aftti' 
Aen ©tfdffe fit bett Sitten befolgen 9R<*r (XI, st* 
Xül, 7.) ober majores vfllici (XII, «.)/ bie wn bitftm 
$tmt f officium Tillicatioms , gett>ifie Statten genießen ; 
Irrten ffnb sculteti oorgefe$t (XVIII.). etdfi oberfit 
©djuftbeifte f>at ber (Srjbifdjof auf ben $wupttrftten 

(qui dant mandatwn IX, 8.) , n&mftff Ju 93trfenfeft>, 

®artrad>, fBintrid)/ SBerfdjbiflKg , yfaTjer unb SBBitt* 
Itd) ; bie andjl bie SuriSbiction auiftben/ tto ffe jenem 
jnfM^OLVni, «t.). 

ttfti biefe (Rnridjtttugett entarten 'mroerfemt' 
bare ©pure«:- einer fel^r fWHjen 3eit. Die 9fcter, 
gtfrfter nnb £d}«tl)etfe erinnern an jene Majores 
et Forestarii ttnb bie biefen wrgefefcten Jadices 
in bem Capitnlare de rillis, bie JpAfher unb bie dbru 
gen X>ienfSpfltd|tigett in ben SJannbejirfen ffnb bie 
SRadjfomwen jener Ifansiomtfi unb ber liberi bominet 

et Centenae qui partim* fiaci nostri deserriunf. 

Über nid)t minber ffnb, bei 'einer wtttnn $erg(ei* 
djmtg, bie gortfd)ritte bemerfbor, welche bie $e»eip 
uer jener ^ufen unb (gentenen nkfffdjrttdj perftalictyer 
fjretyeit unb et'gentf>ftmridren 8ejT$e* bereit* errungen, 
©er £4fner erf^tint uieft mebr ati tln berttttflfttyer 
(Sfegenganfe, , ober aW ein 3ugel)ir ber £ufe; unb 
fetbfi bfc'Jtfifyrmebe, toerdje bie Ueberganglfhtfe «u< 
ber perfinftc^en £6r(gf tit bifoet, erfennt, inbem fTe 
att Qtbfäafttabüabt eintritt, bie befltficften trab'tter» 
erbricf)en 9ferf)te be* ffrbraffert- an. T>ai Ztftüm ber 
gufeu enWtd), bie gemefienen, metft auf brti b£* 
gwilf £age befdfrdnff en , unb ottUHdjtn SienfU 
feifhtngen, unb ber immer weiter ffnfenbe SBerfy ber 



305 

aftett SJhhtje, ttofitrber 3in$ ätttyebrucft, freretfett 
bie finfrigc t>dat^c (atfafiimg br$ $3ebnt* au* ber 
obe^errfdptftftoyn #örtflfelt ! wr. Cht 3af>rl)imbert 
fltffer iffc'ftyöi! ber ÜWcrgeti bte«»^ ttHmo^ber 
©rttttbbeftj ^tflt *bcr; bemefiett it>irb ^ bte 3a^f bet 

#iKf<^dpn'3MM& : &w urtb tbfeber «ta>t meljr 
bcfamtt (XUI, is. XLIII, t. XfcVI, 4.) ", 

.. . iiU'ff .-■ ' ■■■•:.:; : 

. ; , ! : ii..ir7*?.'v . -;c;:«".' •• v. .• • ■■■ i 

Sttijetge ber Hbfäftiittc- 

Hec sunt iura Archiepiscopi ■ (il . .„ 

L apud Marce tum v -Mercehe^ SWcrjtg;, bar* 

unter ii^^cmm^i^iw! ^^m, 3»etfoa>, 
, ly, ,in l B ( «z**ri4f.tii /l Beffafagä. ,,.,<-;, 

V. in Stalle,' ©to^? 1!i!>; , 

ifj . ^n... i» Sarb«rg t;(; ®aartwrfl; UomnUjc^lfk 

Satttyabey , ^jföi^* ; jntb J^ntcpt juip . Äaffbtret4;m 
imb jum 39äu b# ©a^offe$ ; jyjc , wit .^tf|ingat 
yi» $ra#6port b*ä Üöeiitc^ ,urü) jbjwr 3>näftucf>t$$ bte 
t>ott Stteberfeutyt jum fecrcttcu fe?f ,$cttw ty. ber 
*nttfa^$4e* J^iwr^er^tet ffttb. , ; j, / 

VIII. inHevesc, 2*W, . )WK,6tt4i.j0% 
bftt wbüflen* .,.; ^ ; . ....' . -: . , : ... f 

IX. uttbrXt^ aUinentia PaJatio Trejerens^ 

bem arten ^affafic ütjpr ©tabt , Zrier : bte ( 'Qrf}it[f* 
fceife »ott »trfcufclb, ffiartraaV ^ntrtd> /; j^erf^ 
btfilfl/^fafjef mtb ^Bitjid) fuib.jtt frefonbcnt fytftott* 
gen itttb Viefcruttgcn f^r benfeflJcn *ty%id)tit\ 
X« pertinenüa act Cameram, 

20 



ann^HnnnnBBnanBna> 

XL do officio JoffetfS, nnb XLVL rn-tBa do 
Lire, inrntm. 2er Sq&rf birfc* g ot ftunit « cr# 
fbctftc #4 in com Jg*fbbttfe «f bc» rtdtfni Ufrr 
ber »ofd »cm Stftttatctnt tfer *• #*«noJb nnb 
SRcrpf, bi* jmr 6oor; bot» pMrtat Startes tu bot 
Orten jjerf, etctebcig, 9Mo#rfb, £cm**feir, Ar* 
«sb gawöHfiad). r 

XIL nnb XLVm. in Waltrache, Wahraco, 
©aldradj ; bontsfer 2$oana, $tanjg, Storfteft, 6<u 
frf, ttfbürg. "••■ 

XML in Pilliche, SdffiKKg ; tW>JO ©Äfnt 
imb »Mf. 

XI?. in Miene, SBtffct. 

XV. mb XLIIU in PnUrciolo, «Pftlld ; »bttt^ 
imtcr Stocr, Rotten nnb €*tbd. 

XVI. nnb XfJV- m Trong, Ö^nrng. 
XVIL itnb XLV. in Cordele, CttbeL 
XV11L in Birkentett, jc^t rfgftfc* gnrßrft* 

tf>ttW. 

XIX« qne pertinent ad o ffi c ium Dolabri, jttnt 
3fmwkt9i:&tt Sattamt f tttfret bfe jdfprHcften Renten 
ftrr fettrojrntc attf bat ©dH iffert SWajiberfatft , 3h* 
fafjt ©aartnrg, @rtm68tg, f&cffftybtKtg, Slfitrtbtttg 
«Hb (ffyratbreitfef*. * 

XX. in Atodernaco, 9ttbernod>; »Ojtt fa* 
brtboirf «üb Xantcbn. 2^ 

XXL in Renesre^ 9lHttiftfc y %<tTtmttt Spte 

{Ctt^ ^trfert ttnb Senrnt 

XX1L in Hpzburch, Däbtnrg; mt Httnttn f* 
Ztyosmn, Stiveri« mtb (Ober * Ktebcr *) ge«. 

XXIII, in Kellide, Äfit 

XXIV. in Confla'entia, (SoWfttj; bojtt g*$& 

reu »au# »nb 2)itnfhtflid)ti$t ju »ingot, (gedient, 
9BtiMistflett, ®<tff, gRcttenii^, »öfroi^im, ffiaf* 



3OT 

iztitftim, SBalenbar, 3mmenborf, $faffenborf unb 
£ord)eim. 

XXV. in Niderenbere,9ft'eberberg, nebft 9tett^ 

ten ju Urbar u. a. JDrten. 

XXVI. apud Ofdemedinc, JDd)tenbmtg, ttebß 

ben gfreffer* unb SBalborfer #flfem 

XXVIL apud Rethirrode, JRetttratl) ; ; bie 
Cütmotjner be$ SannbejtrW muffen gutyrbienfle naef) 
D^teubung, SDt&nfiermapfelb ober (Sarben leiten. 

XXVUL in Mandilcehit, Mandilscheid, 3Ran< 

berfd^ib ; baju Seftfeungett ju Stoföeib , Sanbfdjetb, 
Z)at>rem unb ÜRefftd}. 

XXIX« in Gepenrodo, ©ippettratf). 

XXX. in üffiningCn, Wieber # Ober 'OeffKnfl, 

XXXI. in Witüch, SBfttlty. 

XXXIL in A 1 1 r e i a , mtxid) ; tvotti SRofcianb, 

SWortng, ^Hatten unb @raacf>. 

XXXIII. in Lisere, tiefer. 

XXXIV. curie Comiti de Castro conpesse. 

XXXV. Census in festo Baptiste, ndmttd) in ber 

©tabt SCrier felbfi. 

XXXVI. ville de Himbach, Jpeimbadf, fpdter 

Montabaur. 

XXXVQS» ie sil?a SparginberCh. 

XXXVIII. in curia Honasteriensi , ÜKünfletma^ 

feft. 

XXXIX. in Gersinache, ©irftyenach; »obct 
jBtenftyufen ju 9Wetterntd), Saßerg unb äftttig, ber 
Jpof bafe(bfl unb ju Äaffdf« 

XL. Servitium magnum in decania Keimtam 
(Äaünbt) de iure cathedratico ; ndm(id) ton ben 



\ 



308 



^prrfiidpt $s Temen, &ttttm, 6edpB, &>nb, 
Quuti$, &cnbcim, Jltbitu, &i$cr, Sif, 3rf, ©jv 
fccf, (ROa), 6«fir*, 2rab«, ^muftcis, fttafrfb, 
CKffrnfrfb, 9&i(«aarb, #c«bc$rn, 91jfea, 8cB # 
tRaanctad) , aSdrbcim?, tt§, Cbtrgonfccrttoiifcn, 
ftarfüf» ort ClturiA. 

XIX Gapelle decanie in KemUm et censns 
earan; ni»fid> ;s JMetisg , Scrf, Oippcraffe, 3He* 
ttritflimg, ffrtri*, Wseratb, 6tn>(£&f<4, Otfat* 
brarni, Urfdmib, 31ft* Wtittrt*Gttimig, Wafktrt* 
taufen, *«d>, »cfj, Steift, 6«ici*ba«fe», «eg, 
(Bodenhasen), £**mrr£ba*tni , 6cvc*ub, tantad) 
»nb £cn?. 



309 



xvra. 

I 

I. Hcc sunt iura Archicpiscopi apud 

Mareetum. 

1. In Mercehe habet dominus Archicpiscopna 
20 mansos, ex quibus habet in bcneficio Adyoca 
tus 10) et dominus Petrus de Merche duos ; reli- 
quos 8 mansos habet Archiepiscopus ad usus pro- 

prios» 

2. Unus mansus solyit * maldrum siligiiüs et 
2 maldra ayene et 1 sumbrinum in natali domini, 
et in festo s. Martini 8 denarios et librain liiii vek 
6 denar., et in natali dorn* 12 denar. et 2 pul los, 
et in pascha 8 denar. et pullura et 16 ova, in me- 
dio maio 12 denar., et tertio anno in media inaio 
2 solidos et 1 denar. ad secandum prata in iulio, 
et metit 2 dies et 1 die eveilit carduos et 1 die 
coadeervat fenum. 

3. Et quilibet in banno manens dat bannalem 
denarium et 3 diebus bannaftbus serviet Archiepis- 
copo qui nec habet allodiuui neque hereditatem» 
18 mansi arant d. Archiepiscopo 2 diebus in hat- 
tis Archiepiscopi. 

4. 5 mansi ex Ulis 8 mansis qui raanent Ar- 
chiepiscopo, solvunt sicut suprascriptum est, sextus 
yero mansus sohit per omnia 5 solidos, 2 mansi 
residui solvunt idem per omnia quod Uli 5, excepto 
hoc quod nichil annone solvunt, pro f qua annona 
serviunt d, Archiepiscopo 32 diebus cum suo viotu 



310 

5. Si aliquis colonus habuerit 2 vel 3 Tel 4 
mansos vel partem mansi quantulamcumque, si vir 
moritor in manso, uxor eins vel heredes iprius primo 
accipiunt optimum pecus quod relinquitur a mor- 
tuo, yel optimam suppellectilem si non habet pecus, 
deinde d. Archiepiscopas accipit quod melius est; 
si nee pecus nee aliqua suppellex invenitur in domo 
mortui, uxor yel heredes maximam pensionem dent 
pro pecore vel suppellectile quam solrunt de manso 
uno tempore« 

6. Quarta pars mansi est ifai qui dicitur be- 
rinhuve, unde solyuntur 6 den. in natali domini 
et in medio maio 6 den. 

7. Piscatores hafbent dimidium mansum, qui 
erunt 4, qui nocte dieque semper parati erunt ad 
seryitium d. Ar'chiepiscopi, qui erunt liberi ab omni 
reliquo iure et exaetione; et eujuseunque bona te- 
neant qui in banno Archiepiscopi sint, nullam alicui 
inde solvent exaetionem. Due naves dabuntur eis 
et duo piliei novi et 4 cyrotece et 4 calcei et 32 
fasciculi rudis lini: fasciculus erit tantus quantus 
poterit contineri sub ascella manu replicata ad Uia» 

8. 8 Uatthin habet Archiepiscopus in Mer- 
cehe et 2 brule et 6 neraora camere: in Einla- 
gen 1, in Vuhtin 1, in Metelache 1, in 
Wilre 1, in Mercebe 1, in Buzin 1. 

9. Universum thetonium tarn de foro quam de 
navibus est Archiepiscopi. 

10. Navim dabit Archiepiscopus ad transve- 
hendum homines; inde dantur maldra avene 15, 
vel amplius si potest haben« 

11. Habet etiam Archiepiscopus in Mercebe 
molandinum, unde solyuntur 3 maldra tritici , 3 




maldra siligink, 6 maldra mixte annone et 1 porcus 
Tel 5 soüdi» 

12. Summa denariorum est 34 solid! exceptis 
2 denariis, preter bannales denarios et prcter 5 so- 
lidos quidabuntur de molendino» Summa pullorum 
est 24 pulli et oyorum 122« 



IL Hec sunt iura Archiep iscopi in 

Vuchthe. 

1. In Vuchte sunt 11 mansi; de quolibet sol- 
Titur in festo s. Remigii- maldrum tritici, in festo 
s. Martini 10 aextaria avene, libra lini aut 12 den M 
et preterea 4 den. in natale domini 2 pulli et 2 den» 
in pascha 2 pulli et 14 OTa, in medio maio 12 de- 
narii, Tertio anno semper de quolibet manso sol- 
runtur 2 solidi in medio maio. Hanaus solvit in 
julio 4 denarios ad secandum prata. Si tu? moritur 
in manso, solyitur inde quod de supradictis mansis. 
Mansus metit Archiepiseopo 4 dies et 4 diebus car- 
duos evellit et 4 diebus triturat, et mansi coacer- 
Tabunt fenum prati Archiepiscopi. Ceteri rustici 
banno Archiepiscopi utentes ibidem 3 diebus in anno 
Tenient ad atthin Archiepiscopi ad arandum. 

2. lbi etiam sunt 5 Scarhuvin et 1 Glas- 
hure. Arcbiepiscopus habet ibi 7 atthin plena- 
rias. Quilibet Scarhuve sofrit 2 maldra tritici 
et 3 a?ene et tertio anno 10 den.. Glashuve 
aoivit 5 solidos. Habet etiam ibi Arcbiepiscopus 2 
prata que dicuntur brule. Ibi etiam sunt 3 Bar- 
&enhuvin qui solTunt 15 solidos, 2 viribus in 
anno. 



312 



3* Maior in Vuchte dabit in natale domini 
porcum qui valeat 5 solidos et situlain vini et 8 
panes; in pascha 4 panes, sextarium vini» Cetere 
curtes idem faciunt ubi maiores habentur. 

4* Ubicumque in isto banno communis campi 
coluntur, semper manipulus septimus Arcbiepiscopo 
solvitur. 

5. Summa denariorum est 55 solidi et 4 de* 
narii; summa pullorum 44, ovorum 144. 

in. Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Wilre. 

1« In Wilre habet Archiepiscoptrs 5$ mauset; 
Uli 5 solvnnt 15 solidos, dimidius solvit 30 den. 

2* Ibi etiam habet 3 atthin et 1 brnle. 

3. Qnidquid est ibi in agris vel SU vis, quod 
Archiepiscopi est, exceptis mansis terra salica est. 

4* Habet etiam ibidem 3 mansos quorum peri- 
siones tenentur in beneficio, hoc excepto, quod S 
diebus veniunt in atthin Archiepiscopi Omnes 
manentes in mansis Ulis, simfliter omnes comerantes 
in banno illo, idem faciunt. 

5. Siquis moritur in mansis, idem solvitur mde 
Archiepiscopo quod de supradictis mansis et eodem 
modo. 

IV» Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Bezzeringen. 

1. In Bezzeringen habet Archiepucopss 
2 mansos de quibus custoditur silva et uade sol- 
vuntttr in natale domini 2 maldra avene et 4 scapule 
non excoriatc et 4 panes triticei et 4 sigulinei et 
2 scxtaria vini. 




313 

2. In medio marcio veniunt manentes ia mansis 
illis ad palatium Archiepiscopi et serviunt et pro 
posse et facultate sua; et liberi sunt ab omni alia 
exactione. 

3. Siquis moritur — tt. f. tt>. Wie !>or. 



t i 



V. Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Stalle. 

1. In Stalle manentes omne ius suum sol- 
vunt Archiepiscopo , nee alium habent advocatum; 
4 solid, solvunt et 3 den., sumbrinum avene 3 panes 
3 pullos: tria ista presentantur in palatium« 

2. Preterea serviunt et pro posse et facul- 
tate sua. 

VI. Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Buze. 

■ • 

1. In Buze habet Archiepiscopus 8} roansos. 
Quilibet mansus solvit in festo s. Remigii 1| maldrum 
tritici et tantum avene, et in festo s. IVlartini 12 
denarios et 4 pullos, in medio maio 10 den., in 
pascha 4 den«, in julio 4 den.; 

2. 4 diebus carduos evellit 'ex annona et to-> 
tidem triturat et totidem fenum coadeervat et to- 
tidem metit. 4 ex Ulis mansis in natalc domini sol- 
vunt 5 solid, plus pre aliis. 

3* Quilibet manens in banno illo facit 3 dies 
ad *a 1 1 h i n , exceptis illis qui manent in manso do- 
mini Petri et in dotali terra ecclesie. 

4. Habet ctiam ibi 6 atthin et 2 brule. 

5* Maior dat porcum 2 sextaria vini ß ^anes 
tritieeos. 

6. Summa denariorum est 35 .solidi, pullorum 22« 



/ 





314 

VII, He c sunt iura Archicpiscopi in 

Sarbarg. 

1. In suburbio de Sarburg episcopi tre- 
verensis est inrisdictio. Medietas thelonii aque et 
fori spectat ad episcopum. In eodem soburbio sunt 
6 domus quo dant annuatim 12 denar. De foro 
ibidem et censibus solruntur 12 solidi; 6 sol. de- 
bentur Archiepiscopo. 

2. Bannus illius fluroinis qui dicitur Luca 
est Archicpiscopi a Sarah usque ad Senchel- 
stein. In banno isto habet Archiepiscopus 2 pis- 
catores feodatos, qui piscabunt Archiepiscopo quando 
Toluerit, et custodient ipsum flumen. 

3. Item ibidem est molandinus qui dat Archie- 
piscopo 12 maidra siliginis et 12 maldra frumenti 
et porcum 5 solidorunu 

4. Ad castrum predictum pertinent de ar- 
chidiaconatu Sare 5 talenta, horura medietas 
est Archiepiscopi , et 5 carate rim eensuales in 
Liva et harum medietatem recipit Archiepiscopus* 

5. In tertio anno in Sarburg* componi debet 
Archiepiscopo pro decoquenda calce furnus. Incole 
de Harne preparabunt furnum usque ad inipositio- 
nera roborum. Curia de Winechere ad eundem 
furnum ducet lapides et ligna 3 diebus. Similiter 
Uli de Mannenbach ducent ad eundem farnum 
lapides et ligna 3 diebus. Similiter homines curia- 
rum s. Mathie de Lampe de, Pell ine, de He- 
nitre venient ad edificium eiusdem castri 3 diebus 
cum propriis expensis tertio anno. 

6* Item homines curie de Bolcingin de lit- 
tore in castrum predictum super por tabu nt YÜram 
et /annouam episcopi« 



315 

7. Item homines de inferior! Luc a, quotiens 
Archiepiscopus yenerit Sarburg, preparabunt lec- 
tos in camera Archiepiscopi , et eis propinandum 
est in apportando et .deportando lectos; et liberi 
sunt de thelonio* 

VÜL Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Heyeie. 

1. In curia Hevese habet Archiepiscopus 
12 1 mansos. Isti solvunt in festo apostolorum Petri 
et Pauli 12 gallinas et 30 oya; item in festo s. 
Remigii 12} maldra süiginis. Item molandinum 
quoddam solvit ßro censu 1| mald. süiginis. 

Ex eisdem mansis sunt 8 quorum quilibet sol- 
vit 12 den. in festo s. Andree; reliqui 4 mansi di- 
cuntur liberi et solvit quilibet 30 den. ; quarta pars 
dimidii mansi solvit 7 den. et obulum, et de alia 
quarta parte dantur 3 den. De eisdem mansis dan- 
tur in natale domini 12 galline et 30 oya et 90 fa- 
cule, id est, Surcen. Item in festo s. Stephani 
ex eisdem mansis dantur 12| maldra avene et 25 
den. et 25 galline, et quilibet mansus eodcm die 4 
panes, et dimidius mansus 2 panes. Item ex eisdem 
mansis dantur in paschis 12 galline et 30 ova; item 
solvuntur uno anno in medio maio 12 solidi et (J 
deiu, alio anno 6 *ol, et 3 den, 

2- Item quisque possessor mansi triturabit Archi- 
episcopo 12diebus inter festum s. Martini et s. Marie 
purificationis, et cum propria expensa; et si nichil 
ibidem -fuerit ad triturandum , 12 dominicales dies 
in predieta curia quilibet mansus peragat cum pro- 
pria expensa« 

3* Item de eisdem' faansis in februario dantur 
12 centa tegularum et 50 tegule ad horreum Ar- 
chiepiscopi tegendum. 



316 

4* In Serviche sunt 3 mansi piscatoribus 
concessi preparatis 3 nayibus. Istc naves sfarititer 
dabunt per singulas quindenas dierum 77 pisces 
reti adberentes. Econtrario dabitor piscatoribus 
boc ius, yidelicet 9 maldra siliginis cum mentura 
palatii et perna in carniprivio et 9 pelles verrecinas 
et novas naves, sed Arcbiepiscopus recipiet veteres 
naves, et manipulum continens 30 bozen. 

5. Item ibidem sunt 2 raansi et dimidius ad 
fabricandum Arcbiepiscopo pertinentes ad quodcun- 
que ipse yoluerit edificium. Sed fabris ferrum dan- 
dum est. Et si forte Arcbiepiscopus ituims est in 
expeditionem , coloni predictorum mansuum ex ipsfo 
unum solo et nudo palafrido preparatum Ar« 
cbiepiscopo mittent, uf Jerraturam equorum suorumt 
procuret, et ipse Arcbiepiscopus reliquum appara- 
tum fabro providebit. 

6. Item ibidem est dimidius mansus piscatori- 
bus rivulorum concessus« Isti piscabuntur in rivu- 
lis quando yoluerit Arcbiepiscopus, et custodieot 
rivulos ab aliis piscatoribus. 

7. Item ibidem sunt 2 maust nemoruro; uter- 
que solvit in festo s. Stepbani maldrum avene, 2 
scapulas, 2 den., 4 panes. 

Item ibidem est dimidius mansas marisealco de- 
putatus. 

Item de mansis nemorum dantur in festo Petri 
et Pauli 3 solidi et in festo s. Martini 18 denarii. 

8. In Sodbc et Occbeve ad pernoetatio* 
nem Arcbiepiscopi dant singule domus quartam 

partem . avenc , 1 panem, gailinam et de« 

aarium. 

9» Item ibidem sunt 4 mansi de officio dol^bri. 



317 

10- Item in festo i. Andrce de Salicis terris 
Arcbiepiacopi dabuntur 7 aolidi 

11. Item per totam curiam quelibet domus in 
«utale doiuiai dabit denarium preter scabinoa. 

12. Item ibidem in medio maio dabuntur 8 
solidi qui dieuntur denarii frisingorum uno anno, 
alio 12 aolidi pro frisingis. Item in festo Petri et 
Pauli 6 den. de salica terra. 

13. Item ibidem habet Acchiepiicopus 9 al- 
ias. Una concern est ad medietatem colenda, sed 
potent rerocari quando yoluerit Archiepiscopui; 
de reliqnis 8 reeipit Archiepiacoput quintam. et 
deetmam partem. Omnes i»\e ha.tte continent in 
so circa 100 iurnalia. 

14. Item est ibidem pratiim, id est, brule, 
de quo poterunt pro venire 20.carrs.te feni 

15. Item quivis mansionariiu in banno eioidem 
corie debet 9 dominicales dies Acchiepiscopo cum 
aratro qui aratrum habuerit, et qui non, cum ligoiie. 

16. Item ibidem babet ArcbiepiscopDs aolum ■ 
nemus camere, de quo reeipit iui suum quale- 
eunque. 

17. Eiusdem «urie Tillicui dabit in natale do- 
mini Arcbiepiscopa porcum 5 solidorum 3 lextaria 
vini et 3 deoariatas panis. 

Ad 3 aunualia placita retipiet idem villicns 
■culttbun ie qüoto, et proenrabit eum illis 3 noc- 
ribui ; in mane scoltetus sibi ipst prondeat. Econ- 
trario babet idem fillieus dimiditun mansam cum 
omni iure suo et 4 räraalia et pratum. . 

16. Archiepucopus eat patronn» in Heveae 
et reeipit ibidem- düas .partes detime de matrice 
«ocletie in Secricbe, baaol» eiuaden :*He reci. 
piantj annnatjm deüatata : ho 



318 

nentis qoi fucrit ditior post ditiorem , ut ipsi preter 
expensam Archicpiscopi edificient eandem ecclesiarn, 
19. Ad petitionem apud hevese et Serviche 
dantur bis in anno 12 libre. 

IX. Hec sunt iura Archiepiscopi attinen- 
tia Palatio treverensi. 

1. Ad pälatium in Trcveri 35 mansi perti- 
nent, quofum quilibet de 30 par est altert in iure, 
sed 4 pertinent ad cellarium, quorum dominus Wal. 
teros de palatio habet nimm, et 1 mansus pertinet 
ad granarium nbi annona reponitur, quem dominus 
Walterus communem habet cum fratraele sao Her- 
manno, et dicitur illum commnnem esse snam et 
nepotis sui beneficium, et liberum ab exactione. 

2. Hü autem 5 mansi excipinntur ab honere 
30 mansorum, qood sunt ofBcialium qui iigant ton« 
nas et mutant Yinum. 

3. Predictorum autem 30 mansorum quiris 
debet 3 viroi a festo S: Martini dein$eps ad tritu- 
randum per triduum annonam Archiepiscopi, et in 
autumpno. debet quilibet 30 mansorum 3 yiros per 
triduum ad apportandum tfonm Archiepiscopi et in 
natale doraini debet quilibet 1 gallinam et 5 ora, 
et in festo s. Johannis Bapt. debet quilibet 1 pullum. 

4. Ad hos quidem mansos 30 pertinent 24 
vinee que picthere yocantur, quarum 17 site sunt 
in Curvece et 7 apud Vircan. Ex hiis datur 
medictas fructuum Archiepiscopo« 

5. IVeterea 5 tculteti. spiKcet ille de Wit- 
lieh, ille de Birkeavelt, ille de Machere, ille 
de Wfttftraeh, ille de Wintriche, quilibet 
eonuo, ddbet in **t*mpno in palatio. 1 tonnas* tigere 




com suis circuli* saliribus et sumptu, vd qattibet 
redimat se 3 solidis. 

6. Preterea 4 ofBciales oellarä debent Kgare 
reliquas tonnas sine sua expensa. Quod si per 
eorum culpam effusum fuerit ipsi solvent. 

7. Preterea habet Archiepiscopas 40 iugera in 
loco übt ...... Tinarimn fuit Archiepiscopi quod 

mar dicebatur. Lade annuatim solvuntur 40 maldra 
siliginis in censu. 

* 8* Hii sunt sculteti qui dant mandatnm, iciK- 
cet de Birkenveit, de Waltrache, de Wint- 
riche, de Pilliche, de Palaciolo, de Wit- 
lich, quorum quilibet dat f maldra tritici et 1 
maldrum piae et 200 allecia et 100 oya et 10 dena- 
riatas caseorum et 4 denariornm utensiüa, scihcet 
scotellas, caldaria, ligna et salem, et portitori 1 
denarram« 

9. In monte retro Treverim prope tnmbam 
dantar de quodam agro qui atha dicitur, annuatim 
in feato Martini 10 solidi in censa, qni ager in 
nullo fuit utilis Archiepiscopo usqne ad tempora Ar* 
chiepttcopi Theodorici, qni eandem agram con- 
cessiit ad colendom. 

X. Hec sunt pertinentia ad Cameram 

Archiepiscopi 

1. Hec sunt iura camere Archiepiscopi treve- 
rensis. Archiepiscopus consilio priorum treverenaia 
ecclesie, ministerialium et burgensium, mutabit mone» 
tarn treverensem quando mutanda est, et eam came- 
rario suo inbeqeficiato custodiendam in pondere et 
puritate committet, et l.libram novorum denariorum 
sigillatam faciet reponere in custodia jnaiorit.tqclesie, 



3Ä0 

a<Jl probandum postea currentes denarios si deprarati 
sint vcl non. 

2. • Prima quidem die qua dandi sunt iiovi de- 
narii, dabuntur 5 soiidi sculteto ttfeverensi, et 3(> 
denarii scultetQ.de YVjÜick «et 30 den« scuketo>de 
Berencastcle et. 30 sculteto de Marccto, ut 
eorum studio et labore novi denarii coufirmentur et 
sUbiliantur. Et a die illa et deinceps .non dabuntnr 
neque recipientur veteres denarii ; qui autezn eos dare 
vel recipere presumpserit, quasi contumax* punien- 
dus est. .-.,.'. 

3. . Judei;tenenftir dace singulis annis 150 mar- 
cas ad monogam, ,et de qualibet marca tmciam ad 
slegos-az., ..Sex disoipuli sunt in moneta et septi- 
mua est magister monete. Isti non dabunt theloniüm 
|n ciyitatibus qua libere sunt Arcbiepisoopi treveitan-' 
sis. Econtra omne argentum quod de ratione rel 
FcdUbos AAchicpi^copi px'ovenit r sine mercede sed in 
Archiepiscopi expenja ,iri denarios fabricabunt et 30 
marcas, camerario similiter sine mercede sed in eius 
expensa. , ' : : 

. . . , 4. Camerarius est magister judeorunu Ouotiens- 
cunque judeus pro aliquo excessu aut cantumatia ca- 
merario vadiaverit, vadiabit 30 den. cuiuslibet monete 
currentis in Archiepiscopatu trcverensi. Si vero con- 
tumax raBiare oportebit; vadiabit dimidium ferto- 
ncm auri camerario et judeorum episcopo , et erit 
aurum illud Arcliiepiscopi dabiturque ei. 

5. Jwdeus qüi pacem violarerit infra domos jn- 
deornm, pro riolata pace Captins fuerit et tentus, sta- 
bit iudicio 'sciiheti; et si eraserit redicns in domos 
jadeörttm, nulli respondeb'it nisi camerario. 

ft Judei dabunt singulis annis Arcbiepiscopo 6 
fifcras piperis in natale domini et in päscha, et 2 li- 
bras ^rpertt camerario eisdem temporibus. 




7. Episcopus judeorum tenetttr credere singulis 
ännis Archiepiscopo 10 marcas sine usura, et Archi» 
episcopus dabit episcopo judeoram vaccam, amam 
viai et 2 modios tritici, et manteilum vetus, quo 
abiecto deinceps indui non vult* 

8» Judei dabunt Archiepiscopo et eins capellano 
in beneficio, et camerario et uxori sue, zonas et se- 
ricum ad Testes eorum novas. 6 sunt pellifices et 
septiinus est magister eorum, qui pertinentes ad ca- 
meram Archiepiscopi Testes tenentur consuere. Ca- 
merarius accommodare debet equum magistro pellifi- 
cum, ut proficiscens Coloniam Tel Dispartum 1 
emat ad usus Archiepiscopi varias pelles crudas, cum 
te«timonio camerarii Tel ipsius nuntii fidelis; allatat 
vero pelles crudas preparabunt pellifices et magister 
eorum sine mercede sed in expensa camerarii Omnes 
pellifices Treveri manentes quando fuerit oportu- 
num hos Septem pellifices iuvabunt aut se rediment. 

9* Sutorum ^iura eadem sunt quam pellificum, 
Magistris sutorum et pellificum dabuntur 2 sextaria 
Vini 2 spatule in quinquagesima; discipulis sutorum 
et pellificum dabitur urna vini et perna 5 solidos 
Valens» 

10. Eadem die Fabri tenentur facere omne opus 
fabrite, Archiepiscopo necessarium ad curias impera- 
torum, Tel expeditiones, aut urbes ubi Archiepisco- 
pus habet vigiles Tel portitorcs, sine mercede« 

11» Scultetus treverensis constituet magistrum 
carnificum qui camerarii diseipulus est*, et ipse ibit 
ex preeepto camerarii in legationem Archiepiscopi 
ad sex miliaria circa Treterin- 



U Qi toirD Dispargam : £uittu!ty, JU fefett ft$m 

21 



322 



12. Camerarius est index monetariornm, pelli- 
ncum, satorum, fabroram et carnificam in omni 
causa pretcr eam tcilicet riolare pacem. 

13. Camerarius est magister omniom sc ar huren, 
glashuyen, pereminthuyere, Scarhuyere da» 
bunt Archiepiscopo somarios ex mandato camerarii, 
quando iturus est ad curiam imperatoris Tel in ex- 
peditione transalpina; ubi si somarios moritur, capad 
et caada inde redncta redditur camerario, et ipse 5 
solidos de denariis Archiepiscopi dabit illis quorum 
fuit somarios. Si rivas redocitor redditur scarhureren 
et ipsi pascont eom quousque iterom requiretur ab eis. 

14. Glashuvere comborent cinerea ad ritrom 
de siccis lignis et inutiübus, dabuntque vitrom por- 
tenario, et ipse dabit illud ex mandato camerarii ad 
maiorem ecclesiam et ad domum Archiepiscopi et eius 
capellani. 

15* Pereminthuvere dabunt pergamentum porti- 
tori et ipse dabit illud ex preceptö camerarii notario 
Archiepiscopi Portitor yero dabit ovinas pelles, que 
diebos lune et martis per totum measem maium pro- 
reniunt de servitio illius sculteti, qoi illo mense ser- 
yire tenetur. 

1& Hfisgenozen treyerenses 40 solidos 
annoatim tenentur domino Archiepiscopo. 

XI. Hec sunt iura Archiepiscopi de officio 

foresti. 

1. Hec sunt iura magistri forestariorum. Oue- 
libet area in qua fit ignis per singulas villas ad hec 
spectantes, debet episcopo dimidium maldrum arene 
annuatim. 



323 

2. Terminus autem buius officii incipit in 
Tritbenheim in ripa ubi naves transeunt, et 
transit montem per viam que vulgo carral dici- 
tur, et per aquam que drogene dicitur usque 
ad medium predicti rivi, et sie per ascensum rivi 
illius protenditur in illa ripa que versus villam 
live porrigitur usque in villam droune, et inde 
usque in villam malbru et in atrium usque ad 
porte medium, et inde protenditur in villam di- 
fendelle, et inde ad pratum quod vulgo deser- 
tum vocatur, et ibi descendit per aquam que 
bremze vocatur usque ad locum qui traf appel- 
latur, et inde ad villam que villa episcopi 
nuneupatur ubi eius forestarii sunt, et inde ad rivum 
qui beminge dicitur, et per ascensum illius rivi 
porrigitur usque ad villam loisme, et ultra eam 
usque ad locum qui g a d e r e appellatur, et inde ad 
rivum quPsef ferne dicitur, et per descensum 
illius rivi usque ad marcet.um et ultra bec kin- 
gin et usque ad iluvium saram, et per descensum 
sare usque in mosellam, et per descensum moselle 
usque ad tritenheim ad portum unde ineepimus. 

3- Infra bunc ambitum nemo debet venari, 
piscari, vel in alta silva novale facere, nisi per« 
missione episcopi vel eius cui ipse boc officium 
commiserit: non est enim beneficium. 

4 Omnes apes et mel quod infra buno am* 
bitum invenitur in alta silva, magistro.forestario- 
rum medietas eorum exhibeatur. Qui autem no- 
vale fecerit aliter, aut piscaturus aut venaturus 
fuerit, aut mel totum detmuerit; 3 libras et obu- 
lum Archiepiscopo componet ad pondusKaroli, 
scilicet 6 marcas, si ibi deprebensus fuerit. St 
autem inde evaserit et a forestariis aecusatus fue* 



324 

rir, aat 3 libras, ut dictam est, compönet, aat 
ipse iudicium aque frigide subibit, et doli um 
ipse acqmrct et adducet suum sacerdotem ad lo- 
cum quemcomque »officialis Arcbiepiscopi infra 
predictum ambitum ei preGxerit in manso tum fo- 
restarii iuris. 

5. Item a medio aprilis usque ad medium 
ionii nemo dncet canem in altam silvam vel ia 
condensa fruticum propter teneritatem bynnuldrum« 
Quod si quis com cane ibi deprehensus faerit, 3 
libras et obulum in pondere Karoli exsolvet aut 
iudicium aque frigide subibit ut dictum. Si autem 
yenator aut forestarius Archiepiscopi alium quem* 
piam venatorem aut piscatorem in recenti facto 
deprebenderit, yel etiam bamum vel fossorium vel 
funem de indagine yel aliquod eorum instrumen- 
tum rapuerit, et in ea fidelitate qua episcopo de- 
bet requisitus dixerit, bec se illi in yenando yel 
in piscando iuste abstulisse; deinceps reus iudi- 
cium aque non exbibebit, sed 3 libras et obu/tira 
ut dictum est componet: yenatores enim sicut £b- 
restarii yadia sumunt, 

' 6. Jus antem yenatorum tale est. Quotiens* 
cumque magister forestariorum aliquem inbeneficia- 
tum venatorem ad servitium Arcbiepiscopi voca- 
yerit, unum canem quem ad investigandas ferat 
in fune ducat, et alios 7 canes moventes feras ad- 
ducere tenetur; quod si ipse venator cervum mo- 
vere nescierit, ibidem ipsi yenatores in silva illi be- 
neficium suum abiudicabunt. Venator autem qui mi- 
Htis officio fungitur, et equum in quo sedeat et dex- 
trarium adducere tenetur. In palafrido cervum mo« 
vebit et dextrarium ad insidias promittet, ut eum 
recentem inveniat et fideliter leram sequatur. 



325 



Si antera venator Tel forestarius aliqncm de- 
prehenderit qui cippum aut laqueum tendat, polli- 
oem ei amputabit. 

Item magister" forestariorum 12 Taccas coiv 
gregabit de animalibns mortuorum que hertmal 
yocantur, et de caseis illos yenatores pascet, et ti 
qai.supercreverint inde eis vinum acquiret. Pre- 
terea in liye est mansus qui dat carratam yini 
magistro forestariorum ad eosdem usus. 

Item forestarii 7 catulos Ärcbiepiscopo annua- 
tim notrire tenentur. Yenatores antem matres 
catulorum forestariis committere debent, ne post 
nobilem conceptionem adulterina comixtione dege- 
neres » catulos producaut; postquam autem catuli 
aduiti fuerint, forestarii reddent matres venatori- 
bns, et quilibet 7 forestariorum domum cani suo 
aptabit pro custodia« 

Item ille officialis qui canibus fflolet, avenam 
et pulmenta faciet, tenetur tantum farine non cri- 
brate reddere quantum avene ei datur. 

Item in quolibet manso buius iuris equus pa- 
ratus esse debet ad yenationem Ärcbiepiscopo de- 
portandam. 

Item si yir buius iuris moritur, non equum 
illum sed aliam bestiam optimam quam «habet, yel 
yestem si bestiam non habuerit, recipiet magister 
forestariorum. 

7* Item infra predictum bannum nulli licet 
sine permissione Arcbiepiscopi molendinum ex- 
struere. 

Item aque non debent ad molendtna yel ad 
riganda prata abduci ita quod piscibus absit. 

Item condensa fruticum, ubi sunt lustra fera- 
rum, non debent excidi. 



326 



Item a festo s. Remigii usque ad EpTpbaniam 
debent forestarii mulendiche perrompere, tat 
piscibus pateat ascensus. Quos si qua claudere 
et reparare presumpserit, reo» erit et 3 libras et 
obulum componet. Si quis in nova nive canibua 
Tel retibus yenatur, banni reu» est. 

Si quis autem extranens iuxta terminos biliös 
banni yenatur et cania eius terminos intrayerit, 
dominus eins Caput equui sui a termino banni 
ayertena cornu canem revocabit Si autem et 
ipse terminum intrare presumpserit , equum et 
cornu amittet. 

' 8. Item venatores a festo s. Remigii nsque in 
festum s. Andree aproa ad'usus Arcbiepiscopi tenen- 
tur agitare. Quod si aper eqnam ygnatoris occiderit, 
rbrestariorum magister alium ei reddere tenetur« 

Item dum venatores venantar, piscatores inbene- 
ficiati et eis et forestariit piscari tenentur. De 5 
vero manipulo qui de novalibus proyenit, pascen- 
tur yenatores. Item in messe et dum fenum seca- 
tur, magister forestariorukn nunc uni nnnc altcri 
yenatori Hcentiam 7 dierum indolgebit vicisaim. 

9* Quicquid vero de iure huius banni toto 
anno negligitur, in placito quod est in marcio 
retraetari debet. 

Arcbiepisoopus autem in festo s. Paulini cer- 
Tum debet fratribus eiusdem ecclesie. Sed ipai 
fratres tenentur venatoribus 2 maldra ayene et 12 
albos panes magnos et 1 urnam yini et 1 sexta- 
rium clareti dare. 

10. Item si quis sibilando Tel alio modo vo« 
lucrem illum ceperit qui vulgo meise nancupa- 
tur, banni reus erit. Item si quis sagittas in feraa 
mtserit, sufficit ad eum conyincendum sagitta ei 
ablata, dum tarnen venator yel forestarius qui 



387 

■ 

bonc deprehenderit per fidelitatem quam Arehi- 
epiaeopo debet, iuret sie fuiaae. 

Pretereq manai qui yorathuven et cidel« 
huyen vocantur, in peteatate sunt Archiepkcopi; 

Item in apri inveatigatione quilibet foreatariua 
debet 1 eutnbrinum ayene 1 gallinam et 1 panem, 

■ * 

Hee subteripta etiam ad officium foresti 

pertinent. 

11» Incerye aunt 4 manai; quilibet mansus 
aolvit in feato Remigii 2 maldra ayene cumulate 
magiatro foreatariorum , in feato Stephani 1 mal« 
drum ayene non cumulate quod dicitur wiaunge, 
et 2 acapulaa yel 10 denarioa, eodem die 1 fri- 
aebingum yel 3 aolidos f et meiir aeeipit aca-. 
pulam. Item de quolibet manao aolyuntur 4 aolidi. 
Item ille qui dicitur meiir quando reeipit offi- 
cium, aolyet 5 aolidos et in feato Paulini 2 anaerea 
et 2 pullos. In nachaeilde quelibtft domua di- 
midium maldrum ayene. In feato Petri et Pauli 
quiyia meiir aolyit frisingum agninum yel 18 
denarioa, Item ai quia in bonia illia decesserit, 
Tidua aeoipiet meliua yeatimentum et poatea dabit- 
Arcbiepiacopo meliua, et per annum erit ab omni 
iure exempta, 

12. In ateinberch 4 manai, querum quili. 
bet aolyit foreatario in feato Remigii 4 aolidoa et 
2 maldra ayene cumulate. U. f. tt>. , rote not. 

In Reinavelt 2 manai einadem iuria. In 
Hermannia kellede 1 manaua qui aolyit ut au- 
pra. In live 1 manaua qui aolyit 1 karratam yini 
et in natale domini 2 acapulaa. In kellede 2 manai 
ut supra. Ibidem 1 manaua qui dicitur viscbirhuve, 
qui aolvit in natale domini 1 aumbrinum ayene non 
cumulate et 1 scapulam. Ibidem 1 manaua qui dicitur 



328 

cjddelhuve, qui solvit 1 maldrum atenenon ew 
xnulate et 2 scapulas, in feste- Martini 1 amam 
mellis. Ibidem in na.oh.seilde ut tupra. Ibidem 
meiir de officio suo ut aupra. 

In aarhulsbach 8 manai f quorum quiyia 
a.olvit 4 aolido* ut supra et 2 maldra avene. Intet* 
hos S mansos 1 mansus solvit 4 situlas seimmia, 
et 4 libras cere. Meiir de officio ut supra. 

JCIL Hec aont iura Archiepiscapi in 

Waltraohe,. 

1.- Apud Walt räche habet Archiepiscopu* 
19} maasas, preter mansum qui dfoftur periminU 
iure; Ex biis 17J mansi soWit qnüibet annuatinv 
7 tolidof et 6 denarios, alii 2 mansi solvunt IQ 
solidos. Medietas omnium predictorum censuum. 
solvent a est in feste b. Eueharit, alia medietas in 
festo a, Symeonis, quorura totalis summa est 7 
libre- et 7 solidi et 3 denarii. 

5. Item predictorum mansornm 17} solvit 
quilibet annuatim ad officium d.o>abri 6 denarios 
eodem termino. Herum eensuum summa est 9 
solidi» minus 3 den. Solvunt et quiKbet mansornm 
annuatim 8 altilia i. e. pullos, et cum quolibet a&» 
tili 5 ova; reddunt et 2 pullos singuli in festo 
apostr Fetri et Pauli. 

Item de periminthuTe annuatim 2 solidi j 
de arcifl, ortis et pratis in waltrache in minutis 
oensibus dantur annuatim 34 solidi et 2 danarii« 
Preterea in censibus de alüs viüis qui pertinent ad 
curiam wa 1 1 r a o h e dantur 34 solidi. Totalis summa? 
censuum Arohicpkcopi 11 libre preter 31 denarios^ 
exceptio censibus Holabrü 

.3. Itera supradictorum mansornm 15| sohrunt 
aiumqtim \h\ maldra siliginis, et 1 maldrum selvitur 



32» 



de tumbe, de molendino waltracbe 6 inaldra et 
quandoque plus. Summa siliginis 22^ maldra. 

4* Ex sepius dictis mansis solvant 7 quilibet 
2 maldra avene; ex biis et 9 mariai reddwnt singuK 
1 modium avene. Apud pluyei debetur et in ouriam 
waltracbe modias et dimidius, et apud m o r ta e i t 
dimid. modias avene. Summa atene 25 maldra. 

5. Preterea sunt 10 aree in waltracbe de 
quibus annuatim dantur 20 pulli, 

6. Habet etiam Arcbiepiscopus in waltracbe 
15 rineas que appellantur piobtere, quarum vi- 
nearum fructus redditur Archiepiscopo dimidius« 
Culiores autem barum vinearum tempore vindemia- 
rum pascent et nuntium Arcbiepiscopi et equum si 
forte babuerit, Tel dabit quilibet 3 denarios et 16 
sumbrina avene et pascent 1 maiorem villicum. 

7* Sunt etiam in eadem villa 4 pittrin que 
pertinent ad officium eiusdem ville» Est; pomerium. 
ibidem quod si Arcbiepiscopus committere voluerit, 
ille cui commissum fuerit reddet fructuum medie r 
tatem. 

8* Quidam de oasella qui in placito wal- 
tracbe esse tenentur, semel in anno scultetö de 
waltracbe bospitium iure prebebunt* 

Est etiam ibi pereminthuve que solvit AymL. 
dietatem vini. 

Igitur quieunque manet waltraobe, 3 bandaob 
Arcbiepisoopo servire tenetur cuiuscunque homo sft 
ille« Ad vennam ibidem episcopi, si forte necesse 
fuerit, bomines Arcbiepiscopi de ozbürcb sudes 
ferre debebunt et bomines de waltrache terre affi- 
gent, et Ulis in iure ea die qua iaboraverint dabitur 
maldrum • siliginis ; et si perficere non valuerint, 



330 

propra manifonarii quod superett supplebuat et 
panis.et Vinunv illis ministrabitür. 

Q. Apud waltrach* quilibet aratrorum debet 
ter in anno Archiepiscopo 4 denarios. In waltra- 
che ctiam vendetur una karrata bannaüs vini. In 
petitione dantur annuatim apnd waltracbe Archiepis- 
copo -4J Hbrf ; ro?dietas in natale domini, alia in 
festo apost. Petri et Pauli Summa pullorum 200 
pulli. 

XIII. Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Pilliohe. 

1. In pil liehe sunt 17 mansi veteres quorum 
quilibet solvit 6 denarios censuales in die s. Andree 
et 20 den. in natale domini, et 6 den. in medio 
martio, et 30 den. in medio maio, et 20 den. in 
Yinculis s. Petri; sie que solvit quilibet mansus 7 
solidös 2 den. minus. 

2. Et solvit 2 pullos et 10 ova in die s. An- 
dree, et — in pascha, et — in yinculis s. Petri; 
et sie solvit quilibet mansus 6 pullos et 30 ova. 

3. Et solvit 1 modiüm kernen, et 1 mod» 
ävene que dicitur Juch körn in die «♦ Andree, bt 
solvit 1 mod. avene que dicitur wisunge in die 
s. Stephani. 

Sciendum est quod quando solvit ur wisunge, 
solvit quelibet pars mansi divisi quantum mansus 
integer et indivisus. Econtra aliquis dives agricola 
plures habens mansos non de multis roansis plus 
solvit quam pauper solvit de solo manso vel de 
parte mansi. 

4- Preterea sunt ibidem 4 novi mansi aetaalea 
dicti ab actu Archiepiscopi trevertnsis, quorum 



331 



quilibet solyit 4 solidor 4 den. minus in die •, Pau- 
lini, et — in die i. Martini; et sie solyit quilibet 
mansus noyus 7 solidos et 4 denarios; et palloa et 
oya et kernen et ayenam ut supra. 

5. Preterea est ibi scafhhuye solyens 5 soL 
et petitionem. 

Et sunt ibi 3 mansi et flimidius qui vocantur 
parselhuyen solventes 21 sol. et reliqua ut supra. 

Et est ibi kolkuve solyens 10 den. et reliqua. 

Et sunt ibi 5 scarbuyen qui tenentur dare 
lomarium cum seryo trans alpes et annuatim pe- 
titionem. 

Et est ibi silyirsmide-huye solyens peti- 
tionem annuatim debitam. 

6. Summa denariorum est 8 Hb*© et 12 solid! 
et 3 denarii. Summa pullorum est 153; ovorum 765; 
kernen 25 modii et dimidius; ayene 25 modii et 
dira., que dicitur juchkorn; ayene 25 modii et 
dim., que dicitur wisunge, yei forte maior prop* 
ter particionem mansorum. 

7. Insulmene sunt 18 mansi yeteres preter 
dimidram quem habet Meiere, quorum quilibet 
•olyit ut supra in denariis, jrallis, ovis, annona, 
ayena, petitione. Preterea sunt ibi 2 noyi mansi 
quorum quilibet solyit ut supra noyi mansi. 

Et est ibi scafhuye solyeirf 3 solid; et peti- 
tionem et reliqua. 

Et est ibi draselhuye solyens 5 aol. et petit 
et reliqua« * 

Et est ibi scarhuye solyens 8 solid et petit 
et reliqua. 

Et est ibi ri de hüte qui tenetur 'dare servum 
ducentem somarium trans alpes t yel ne^essarkun 
yel panniculos ad cocturas Archiepiscopi. 



332 

& In rule sunt 13 mansi yeteres quorun» 
quilibet solvit ut supra. Pretcrea est ibi dimidius 
mansus et octara pars mansi novi solrens 4 soUcL 
et 7 den. et 3 pullos et 15 ova et 5 virdeil 
kernen et 5 yirdeil aye juchka.ni et 5 yir- 
deil ave Wisungen, yel forte plus. 

Et est ibi scafhuve — et selhuve aolvena 
— ut supra. 



XIV. Heo sunt iura Archiepiscopi in 

Miene. 

1. In miene sunt 12 mansi yeteres quorum 
quilibet solvit ut supra» Preterea est ibi scaf, 
httve — et sunt, ibi 2 mansi qui dicuntur r-ide- 
huyen — ut supra. 

2* Et sunt ibi 2 mansi de quibus scultetus 
treyerensis acoipit quicquid proyeni* preter petitio- 
nem quam oinnes mansi dant Archiepiscopa, cuius-. 
cunque sint siti in banno pillicensi. 

3« Quicunque pevtinet ad euriam ia pilche 
aut babeas bona curtia, non dat teloneum treyeris, 
redemptis fructibus mansonun in miene, quos ac« 
cipit scultetus- treyerensis. 

4« Et est ibi mansus pertinens ad oameram 
Archiepiscopi, petitionem aotait et nil aliud« 

5* Summa — in petitione annuatim 12 libre 
et de quolibet aratro 12 den. Preterea sunt ibi 4 
molendina et dantur in petitione anhuatun 100 mal» 
dra kernen. , 

6. Mansum recepit Steinerus coram Johann« 
archidiacono, cantore Cunone, seabinis et curia in 
Palaoiolo. 



333 



XV. Hec sunt iura Ar chiepiscopi in 

Palaciolo* 

1. In palaciolo sunt 32 mansi. Ex his 25 
mansi solvunt in festo 8. Paulini 50 maldra sili- 
ginis, de qüibus canonici eiusdem lQci 10 maldra 
recipiunt, alia 40 Archiepiscopus. De omnibus man* 
sis predictis solvuntur in festo 8* Martini 17 solidi» 
Item de tribus mansis horum in festo 8. Andree de 
singulis 20 denarii, item 5 solidi; de eisdem tribus 
mansis in pascha tantundem solyitur. Item de pre- 
dictis 25 mansis in natale domini 25 denarii, de re- 
liquis 7 mansis 13 denarii, 

2. Item de omnibus predictis 32 mansis singu- 
lis in medio maio 20 denarii uno anno, sed alio pro 
ilJis denariis solvuntur 2500 tegule. 

3. Preterea de areis et Salicis agris et pra* 
tis in festo s. Petri solvuntur 10 solidi et 4 dem 
De m ölend in o in bibere in natale domini 6 solidi 
et 6 den., in pascha tantundem. Item de qualibet 
domo in paliginne solvuntur 2 denarii. Horum 
denariorum summa est 5 libre et 12 solidi. 

4. Item de predictis 32 mansis singulis in na« 
tale domini solvitur id est hovemaldrum avene. 
Item prtdicti 25 mansi solvunt in natale domini 50 
panes, alii 7 mansi 26 panes. Item quilibet mansus 
omnium solvit in anno 6 pullos vel gallinas et 15 
ova. Item de molendino in palaciolo 18 maldra 
siliginis. 

5» Preterea sunt ibi 3 hatte que babent 51 
jugera. Preterea de aliis agris sunt ibi 38 jugera. 
Sunt et ibi 2 prata. 

6. Item 29 mansi de supradictis totam anno- 
nam Archiepiscopi qut in agris eius creverit, sine 



334 

stratptibns eins tritarabunC Eandem etmm netcnt, 
sed suignKs messoribat smgufas diebas qmbas me- 
to nt dorn. Arcaiepiseapas singtdof panes dabit, taJes 
ut 31 paaes de 1 maldro dominicali fiant. Eodem 
iure feoum Arcbiepiscopi coacerrabant, tarn Ali de 

curdele quam flii de quam et isti de 

palaciolo. 

7. Pretereain mos'ella bananm babet asancta 
Mara seniore usque ad flamen illud qaad bilan 
dicunt. Io quo quicunque piscator vel salmonem 
Tel lacium Tel säurum Tel carponem prenderit <jui 
6 den. Tel amplius Talet, dimidietatem Arcbiepis- 
copo dabit, sed Arcbiepiscopus ei ad prandhun pa- 
nem et Tinum dabit Tel 4 den. soWet. Preterea ai 
retbe suum in eo banno primo imnuserit. Si pre- 
dictorum piscium aliquem ubicunque extra bannum 
illum preoderit, idem ins Arcbiepiscopo inde solTet. 
Sed Arcbiepiscopus per annum dabit eu 40 mani- 
pulos ave et 30 siliginis et 30 fascicoJo« Eni, et in 
purificatione s. Marie 4 maldra tiHginis. Horum 
dominicatram piscatorum erant 2, et 2 naTet habe» 
bunt; ad bec babent et feoda ma. 

8. 8umma denariornm 5 fibre et 11 solid!« 
summa pnllorum 208 — OTomm 480. 

9. Item anno domini 1215 noTum fecit ibi 
mansum Arcbiepiscopus de Tisserie et sueirie, 
qoam contulit Steinero et suis beredibus, qm aolfit 
cum 25 mansis 9 et est integraliter iste census Ar- 
cbiepiscopL 



335 

XVI. Ilee sunt iura Archiepiscopi in 

Yranc, 

1. In yranc habet Arcbiepiscopus 20 mansos, 
de quibus solvuntur 5 libre. Preterea sunt ibi 
um beiein, de quibus in natale domini solvuntur 
2 libre et 8 solidi. Predicti mansi per annum sol- 
Tunt 300 ora et 100 gallinas, et in natale domini 
40 panes et 20 maldra dominicalia ayene. 

2» Est etiam ibi molendinum de quo per annum 
solvuntur 12 maldra siliginis et 2 maldra frumenti» 

3» De ine bis per 1 annum solvuntur 12 
maldra et dimidium siliginis, seeundo anno tantun- 
dem ayene, tertio anno nichil. Item de 6 iuehia 
qui etiam ibi sunt, medietas fruetuum Arcbiepiscopo 
aolvitur. 

Item de quodam beneficio 1 maldrum siliginis. 

4* Item per omnia rura que in silva Coluntur, 
omnes medimin sunt Archiepiscopi. 

5« Sunt etiam ibi 3 batti quorum estimatio 
est 25 iugera, et alia sunt ibi 19 iugera, de quibus 
omnibus medietas fruetuum Arcbiepiscopo solvitur. 
Eodem iure babet ibi 2 iugera prati. Preterea de 
qualibet domo solyitur oetava pars maldri ayene, 
quam scultetus et scabini reeipinnt 

6» Item illi de yranfc tribus diebus in anno 
rennam piscarie parabunt in proprio victu. Item 
de yenna molendinum facere tenentur» 

7« Preterea babet ibi Arcbiepiscopus 2 pisca- 
tores, qui in qualibet ebdomada solvent 40 piscea 
aut 4 denarios; sed Arcbiepiscopus dabit eis per 
annum 30 manipulos ayene et totidem siliginis et 
in purificatione *» Marie 4 maldra siliginis. Sed in 
Kila nulla na vis erit piscationis nisi quas isti 2 pis- 



_836_ 

eatores habent Preterea iidem piscatores habcnt 
feoda sua. 

8. Summa denariorum 7 libre et 8 solidi, 100 
» pulli et 300 oya. 

XVII. Hec sunt iuraArchiepiscopi in 

C o r d e 1 e* 

1. In Cordele habet Archiepiscopus 9 mansofl 
minus octaya parte, sed quarta uoius inbeneficiata 
est. Horum singuli solvunt in festo Petri 2 sol., in 
festo omnium sanctorum 1 huyemaldrum tritici 
et 1 — ayene; in natale domini 2 dominicalia mal-» 
dra ayene et 6 panes, 2 sol., 6 pullos et 30 ova, et 
30 cortices quod 1 übt in appellant. 

2. Preterea est ibi dimidius mansus piscarie 
qui de omni iure solvit 3 solidos« 

3. Est etiam ibi 1 glasehuye que sölyit per 
totum 4 solidos et dimidium dominicale maldrum 
tritici et 1J aye et 3 pullos et 15 öya* Est ibi 
parsillishuva. — Est etiam ibi 1 vorsthuye.— 

4. Preterea in eadem yilla de singulis domibua 
in quibus ignis fit, in natale domini 1 denar. 

Dfe una huya que est in miene in festo Petri 
solvuntur 23 den., in natale dorn, tantlindem, 

5. Habet etiam in Cordele 2 hattas quorum 
estimatio est 20 jugera*, quorum fruetuum medietas 
sine expensa episcopi ei colligitur, Eodem iure ha- 
bet miene 2 jugera et in cordele 2 jugera agri. 
In pilche est pratum pertinens ad cordele de 
quo — solyuntur 8 den. 

6* Preterea de areis Salicis in cordele in na« 
tale dorn, solvuntur 40 den. et obulus. Preterea 
per oinnia rura que coluntur in silya que hilwalt 



337 

dicitur, medemin sunt omnes Archiepiscopi; per 
illa vcro quo fiunt in silya que lorche dicitur, 
medietas est Archiepiscopi, medietas abbatis. s. Marie. 

7. Quiounque in pilliche et in miene habet 
aratrum unum, in medio raarcio solret 1 maldruin 
dominicale avene ad curiam in cordele; qui vero 
dimidium habet dimidium solvet. Qui 1 bestiam 
trahentem ligna habet, quartana solvet partem« 

Summa denariorum 55 solidi et 7 denariL Summa 
pullorum 669 oyorum 270* 



XVTtt. Hec sunt iura Archiepiscopi in 
Birkenveit et in Branbach, 

1. In banno birkenreit habet Archiepisco« 
pus 10 mansos, quorum quilibet solvit quod dicitur 
mezcorn 5 maldra siliginis et 10 maldra ayene 
mensure palatii, et hec in palatio treverenst 
presentabuntur a rusticis. 

2. Preterea quilibet manstis solvit 6 solidos et 
4 denarios, qui attinent officio villicationis. Iq ter- 
tio au t ein anno quilibet solvit preter predictoS de« 
narios 2 solidos pro porco , et hoc attinet yillica- 
tioni. 

3* Item de Omnibus mansis istis solvitur annua- 
tim ad officium dolabri 1 libra cum niansis tnfeodatis« 

4« Item ibidem sunt 4 mansi preter quartam 
partem, quorum quilibet solvit ad officium tillica- 
tionis 5 solidos» 

& Item apud Shotere est 1 mansus qui te- 
netar annuatim Archiepiscopo in palatium 5 maldra 
siliginis et 10 ayene, preterea ad officium villicatio* 
nis 6 solidos et 3 denarios et in tertio ftnno 2 soli- 

22 



338 

äo$ , sed hoc neglectum est molto tempore. Ibidem 
etiam sunt 2 mansi et quarta pars qui attinent offi- 
ciatis scnlteti et ei iode seryiunt. 

6. Item ia banno apud branbacb habet Ar- 
chiepiscopus 35 mansos Tel amplius, quomm 20 
mansi solyunt plenum ins in palatium Archiepiseopo 
et ad yillicationem sicut superius scriptum est; sex 
Tero solyunt 30 solidos. Ex bis 1 solyit 5 maldra 
siliginis et 10 avene ad officium; alii aotem mansi 
solrunt scalteto plenam ins, sicut superius. Item 
apnd branbach sunt 2 mansi et quarta pars mansi, 
hü attirient officiatis sculteti et ei inde serviunt. 

7. Item apud Malebru de nemore quod di- 
citur Idere dantur annuatim sculteto de birben- 
yelt 20 solidi. Item de eodem nemore sculteto 
10 solidi ex altera parte nemoris. Item in banno 
apud birkenvelt quilibet manens solyit sculteto 
de yronde 1 roensuram siliginis et 1 avene, qua« 
rum 4 faciunt mal drum quod dicitur haccorn; 
in banno vero branbach tantum 1 mensura siligi- 
nis solyitur de yronde. Item de toto nemore quod 
dicitur Idere, de medencom septima gelima 
solyitur sculteto de birkenvelt Illad nemus 
incipit in loco qui dicitur W i z u 1 o z et protendi- 
tur in longitudine usque ad locum qui dicitur 

Howeburne, in latitudine incipit Bulenbrech 
et protenditur usque malbru. In hoc nemore 
nullus aliquod faciet noyale nisi de licentia Archie- 
piscopi yel sui ofBciati; nullus etiairi in eodem ve- 
nabitur neque piscabitur nisi de permissione Ar- 
chiepiscopi. Si quis autem confregerit, componet 
Archiepiseopo seeundum quod sententia dederit. 
Comes de Spanheim qui advocatus est eiusdem 
nemoris, ipsum defendere tenetur. De eodem 



33» 

liemore solvit scultetus de birkenvelt Archiepis* 
copb in palatium 1 amam mellis. 

8. Item de silva que dicitur Carairvorst 
annuatim solvuntur sculteto 20 solidi; nee aliqua 
ligna in ea secanda sunt nisi inutilia et arida. 

9. Item notandum qaod terminus bonorum Ar- 
chiepiscopi de banno de birkenvelt et branbach in- 
cipit in Brunichenburne et protenditur in Ri* 
chenbach, et de illo usque ad villam que dici- 
tur Aldena, et per silvam que dicitur dureholz 
et usque Isena ad pontem. 

10. Item scultetus de birkenvelt so! vet an« 
hüatim ad mandatum in palatium 2 maldra tritici et 
1 maldrum pise et 200 alletia et 100 ova et 10 de- 
nariatas caseorum et 4 denariatas utensilium, scilicet 
acutella, caldaria, ligna, salem, et portitori 1 de* 
narium» 

11. Item notandum ^ quod Archiepiscopus an» 
nuatim dabit comiti de Span he im, qui advocatus 
est per totum bannum birkenvelt in festo s. 
Remigii vel post diem illum pro servitio 2 maldra 
tritici et 1 amam vini de mensura moselle et 2 por- 
cos vel 6 solidos et 10 caseos et 5 pullos et 1 
fertonem piperis et 1 libram cere et 9 maldra 
avenc. Comes vero iüdicabit Arcbiepiscopo de omni 
iniustitia que defertur ad ipsum» De omni iudicio 
de banno birkenvelt et branbach Archiepiscopus re- 
cipiet 2 partes et comes tertiam. Totum etiam ht» 
dicium de banno birkenvelt et branbach spectat ad 
Archiepiscopum, unde scultetus eius semper iüdica» 
bit nisi de voluntate sua advocet advocatum* Ad* 
vocatus vero ter in anno iudicio presidebit quod 
dicitur dink. Preterea si quis deprehensus fuerit 
in silva Archiepiscopi qae dicitur camervorst. 



340 

in qua adyocatus nihil habet iuris, ita quod incide« 
rit ligna que incidenda non sunt, componet Archie- 
piscopo yel suo officiato 60 solidos, in qaibus ad« 
yocatm nullam habebit partem. Si autem silvam 
exierit ultra rivum antequara deprehendatur, quio- 
quid postmodum dederit, in tertia parte erit ad« 
Tocati. 

12* Inlnglinheim manent 4 piscatores, qui 
tenentur piscari Archiepiscopo omni tempore quo 
yoluerit, in aqua que dicitur drogene et Na; et 
nemo debet piscari in hiis duabus aquis nisi licentia 
Archiepiscopi vel predictorum piscatorum. Piscatio 
autem Archiepiscopi incipit in yirmerisbach et 
profenditur usque ubi suusbach fluit in n a et inde 
usque hamerswilre; item ex altera parte incipit 
in ellenwilre et tenditur usque dagebrech- 
deswac 

13. Item Archiepiscopus debet habere in 
branbach et birken velt 4 ofliciatos qui dicun- 
tur cinsere et centenera; et faii 4 debent esse 
excepti ab omni exactione et petitione. 

XIX* Hec sunt iura Archiepiscopi que 
pertinent ad officium Dolabri. 

1. Ad officium dolabri pertinent apud mar- 
cetum 17 solidi et 16 denarii de mansis quos ha« 
bet betzo et steinirich et yolmarus de rochte, et 
apud eye che et s eye che est pars eorundem 
mansorum. 

Apud cerye 7 denarii et obulus quos dat 
quedam mulier. 

Apud yiannam prope s, Eucharium 12 de- 
narios dat Lodewicus adyocatus, et 8 den» dant 






341 



ibidem 2 ruricole. Preterea est ibi quidam pirua 
ad hoc spectans. 

Apud pil liehe et m jene et nuyele et cor- 
dele dantur 22 solidi, quos unus minister siye 
officialis colligit. Sed notandum quod preterea in 
predictis 4 vülis 28 solidi antiquitus dabantur. 
Apud witlich et altrei 20 solidi dantur. Apud 
ivoriant datur dimidia ama vini. Apud berin- 
a stele et moncelvile et loncamp et clen- 
iebe 50 solidi antiquitus dabantur sed non dan- 
tur* Apud branbacb et lucei 12 solidi dantur. 
Apud birkenvelt 20 solidi dantur. Apud 
waltrach et embelde 50 solidi antiquitus da- 
bantur et adhuc partim dantur, 

2. Apud live, quot sunt ibi aree legitime, 
(dem ad s. Petrum pertinentes , tot urne yini dan- 
tur. Apud wintrich 2 carrate yini dantur mosel- 
lensis mensure. 

3. Apud palatiolum et yranc sunt 2 mansi 
de quibus dantur 8 solidi et 4 denarii. Et nota 
quod preter predictum pactum solvitur hertaaal 
1 melior bestia quam habet quis in morte, quicum- 
que habet domum in predictis bonia. dolabri; qui 
autem domum in eis non habet, hertmal non solvet, 

4. Preterea in festo a. Johann» Bapt. dantur 
de plancene omnes ligones et ferrei tridentes 
Ulius rille ad parandum clavos tectorum; preterea 
de singulis mansis talibus dant wag na m spatulam 
porci et 1 sumbrinum ayene. Preterea de alne 
dantur tot ligones quot sunt ibi manewerc 

5. Item ad officium dolabri pertinet 1 mansus 
apud s. Eucharium situs, quem habent duo lapieide 
•iye latomi quicottidie serviunt inde. Item in egle 
est 1 mansus et treyeris iuxta pontem est 1 man« 



34a 

sqs unde cottidiana debentur serritia, Preterea 
ruricole de griudrich debent sedea sinodalea 
afferre. 

6. Et nota quod dicuntar 72 esse dolabra, id 
est, redditus qui sie vocantur, eo quod ad edificium 
pertineant, 

7. Annus ser?orum in mandirseeit ineipit 
in festo Petri et Pauli. In turri sunt 6 serri, quo- 
rum cuilibet \ libra et 6 maldra siiiginis, medietatem 
in festo apostdlorum et äliam partem in natiritate 
domini; item 2 yigiles, utrique 15 solidi et 6 mal- 
dra siiiginis, iisdem temporibus ; portenario 15 solidi 
et 6 maldra siiiginis; asinario 8 solidi et 5 maldra 
siiiginis eisdem temporibus ; cuilibet horum 1 sum- 
brinum salis. 

8. Annus serrofum de Arraz ineipit in festo 
8. Bemigii. 2 Yigiles et 1 jfortenarius, cuilibet 6 
maldra siiiginis et 6 solidi treverenses* 

9. Annus servorum in Sarburg ineipit in 
festo Walpurgis. In turri sunt 4 servi, quorum 
Cuilibet dantur 17 solidi et 6 maldra siiiginis, medie- 
tatem in festo Walpurgis, in festo s. Bemigii aliam; 
fL Yigiles quorum cuilibet dantur 5 solidi et 6 mal- 
dra siiiginis; uni portenario 5 solidi et 6 maldra 
siiiginis; asinario 5 solidi et 6 maldra siiiginis et 
Irene 6 maldra; villico 10 maldra siiiginis et IQ 
avene; cellerario 6 maldra siiiginis; omnibus 1 nwl- 
drum salis Tel 8 solidi. 

10* Annus serrorum in grimherch ineipit 
in festo Bemigii. In turri 3 servi quorum cuilibet 
dantur 1 libra et 6 maldra siiiginis; 4 Tigilea quo- 
rum cuilibet dantur 5 solidi et 6 denarii et 5 maldra 
giliginis ; portenario tantundam ; cellerario 1 libra et 
6 maldra siiiginis ; asinario 5 maldra siiiginis« 



343 

lf* Annus serv.orum in pilliche incipit in 
festo Walpurgis. In turri 4 servi quorum cuilibet 
1 libra datur et 6 maldra de molendino et j mal- 
drum pise. Omnibus hiis in sale datur i maldrum. 
Item duobus vigilibus et 1 portenario cuilibet 6 so- 
lidi et 6 maldra. 

12. Annus servorum in novo Castro incipit 
in festo s. Marci. In turri 4 servi, cuilibet datur 
1 libra et 6 maldra siliginis; 2 vigiles et 1 porte- 
narius, cuilibet dantur 8 maldra siliginis et 6 solidi 
et | maldrum salis. 

13. Annus servorum in er enbre cht istein 
incipit in festo s. Remigii. In turri 4 servi, cuilibet 
dantur 8 solidi et 6 maldra siliginis; 4 vigilibus 
cuilibet 3 solidi colonienses et 6 maldra siliginis; 
portenario 3 solidi et 6 maldra siliginis; asinario 
6 maldra siliginis et dimidium , et 3 asinis qualibet 
septimana 3 oetave avene; 2 vigilibus exterius 2 
marcas« 



XX. Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Andernaco. 

1. Hec sunt bona quo d, Archiepiscppus habet 
in Andernaco et homine& qui sue ibidem attinent 
jeurie. D. Archiepiscppus habet curiam in Ander- 
naco quam lenherius exposuit hominibus pro 
censu. Quid am dat de torculari in eadem curia 
qunstrueto 4 solidos et 2 pullos« Item quidam de 
alio torculari ibidem dat 3 solidos. Item quidam 
de area in qua horreum Archiepiscopi situnx erat, 
dat 3 solidos; et quidam ibidem de alia area dat 
18 denarios. Quidam etiam de quodam orto dat 3 
deuarios. Preterea Tl. de mei&enhe.im dat 2 



344 

solidos de qoibusdam bonia eiusdem curie« Hii 
census prescripti libere et absolute sunt d. Arehie- 
piscopi. 

2. Item quidam machariua de andernaco aolvit 
Archiepiscopo in censu annuatim 29 denarios et 
obulum; agnissa 11 denarios; witegans 10 den.; in 
ludensdorf siboldus 29 den.; godefridus 15 den.; 
villicus de he rieche 14 den. et obulum; in mise- 
fceim albertus 12 den.; Johannes 6 den.; richelmua 
6 den.; rucherus 8 den.} arnoldus 4 den.; gutta 
12 den* Summa 18 solidi 3 obulis minus. Istorum 
denariorum habet lenherius in feodo 10 solidos 
1 denario minus, arnoldus de alta domo et fratres, 
sui et heuricua de crechelheim 7 solidos et Ö 
denarios; quicquid est residui cedit Archiepiscopo* 
Hii census solvuntur 4* feria in diebus pasche. I« 
festo a. Martini iterum iam dieti homines tot solidos 
solyunt ut supra in censu. 

3« Preterea quedam petitio ex antiquo consti* 
tuta datur annuatim eidem curie in festo Bemigii 
que nulH infeodata d. Archiepiscopi libere est et 
absolute. Summa istius petitionjs 15 solidi et 5 de« 
aarü et quadrans. 

4« D. Archiepiscopus ftmdator est eeclesie par« 
rochialis in andernaco et habet 2 partes de decima 
annone ibidem, tertia pars est paatoris; deeima yint 
infeodata est« 

5. Preterea attinent curie Archiepiseopi ibidem 
40 jurnalea quarum seminantur uno anne 15 afc 
tero 25. 

Preterea sunt ibi agri qui cum arena seminantur« 

Preterea habet Archiepiscopus andernaci 7 v** 
»eaa parvulas, in quibua aliquando crescunt 4 ame 
villi aut 3* Hec omnia absque uÜa infeodatiouo 



345 

tont Archiepiscopi In namedri ultra annum lo* 
cabat Archiepiscopus 1 sc uzen qui dabit ipsi Ar- 
chiepiscopo de tali officio 12 den. colonienset, Ar- 
chiepis copus et habet ibidem agram unum. 

XXL Heo sunt iura d # Archiepiscopi in 

Benes velt. 

1. Inrenesrelt sunt 4 mansi quorum sin- 
guli solvunt annuatim Archiepiscopo 5 solidos, in 
festo 8. Paulini mediam partem, reiiquam in festo 
S, Maximini. Solvunt etiam horum mansorura 3 sin- 
guli 2 raaldra siliginis Archiepiscopo et dicnidium 
maldrum vigilibus palatii in festo s. Bemigii. Pre- 
terea solyunt idem mansi quilibet maldrum avene 
in natale domini; preter heo idem 3 mansi singuli 
4 denarios et quilibet 4 altilia, et cum quolibet al- 
tili 5 ova in pascba et in natale domini totidem al» 
tilia cum ovis. 

2, Sunt et ibi 4 mansi dominicales qui eins- 
dem iuris sunt cuius et superiores. Est adhuc ibi 
dimidius mansus qui eiusdem iuris est. Debentur 
et ibi 2 solidi ea die qua pratum Archiepiscopi 
metitur. 

3* Apud huncenroth est mansus qui spectat 
ad renesvelt qui solvit 12 den. in festo s. Martini, 
Et in polroth est mansus qui solvit tantum in 
eodem termino. Pratum quod est ibidem Archie- 
piscopi, homines ibidem, cuiuscumque sint, meterei 
congregare et in horreum ducere tenentur; et Ulis 
in iure dabitur hoc scilicet, 2 modii siliginis et dl« 
midius; et cuilibet falci dabitur obulus. 

4. Apud renesyelt hunoenroth pol« 
roth et bure dabit quilibet aratrorum ter in anno 



346 

4 denarios, et eedem yille ,iiu qopddam qaod ro. 
catur: demee solrere, si fructus querouum et fa- 
gorum babundaverik Preter has solvit idem ins 
qoedam villa que appellatur baseseth. 

5. Quod si novus Archiepiscopus electus vel 
institutus fuerit, so 1 um modo rustici de renesrelt 
pro quodam iure quod dicitur breclefenke ipsi 
Archiepiscopo 9 soüdos solvent; deiode reddent 
idem ins in septimo anao* 

Decima quidesa aste süvaan AreMcpttcopo prcK 
cul dubio dari 



XXII, Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Hozburcb« 

1. In hozburcb sunt 6 mansi quoram qailibet 
solvit in festo s. Eucharii 3 solidos et 6 denarios et 
intra festnm s. Symeonis et s. Petri similiter 3 sol* 
et 6 den. absque ulla satisfactione. 

Item quilibet eorum mansorom dat in festa 
8. Remigii 2 maldra siliginis et 2 m avene. Item 
in natale domin i quilibet maldrum avene. Custodi- 
bus et palatii quilibet solrit } maldrum siliginis in 
festo s. Martini. Item ex eisdem mansis quilibet 
dat in natale domini 4 galiinas et totiens 5 ova; si- 
mulier in pascbis totidem galiinas cum totidem Ovis* 

2. In martio dantur ihidem 4 maldra siliginis 
de molandino. Item de 5 Scarbuven dantur in 
festo 8. Remigii 10 maldra siliginis et 10 m. avene, 
et in natale domini 5 maldra avene et 15 denarii et 
10 panes. ' De 3 mansis in bozburch et dimidio 
in tumba dantur 3 maldra avene et dimidium de 
wisunge in natale domini Item de dimidio 



347 

manso in roverisa dimidium maldrum avene in 
natale domini, 

3* Item de soarhuven dantur in tertio anno 
25 solidi, si cultoribus datum fuerit prandiutn; si 
non, tantummodo dantur 20 solidi. 

4. Item ibidem in festo s. Petri et Pauli da- 
buntur de pratis et minutis censibus 3 solidi. Item 
de manso ysao dabuntur in eodem festo 12 denarii. 

5. In banno de Hozburch quodlibet aratrum 
pro redemptione dabit annuatim 12 denarios. Item 
in rove risse de quibusdam areis dantnr annuatim 
24 denarii. Villicus eiusdem ville dabit Archiepis- 
copo in natale domini 2 scapulas et 4 denariatas 
panis et 2 sextaria vinij in pasehis 2 agnos 4 dena- 
riatas panis 2 sextaria Tini Econtrario quicquid 
iuris provenit de 3 quartis unius mansi, recipit 
ipse villicus. In Teile datur una ama vini. 

6« Arcbiepiscopus fundator ecclesie in hoz- 
burch, unde ibidem recipit duas partes decime« 

XXI1L Heo sunt iura Arohiepiscopi in 

Kellede. 

1. Kellide sunt 5 mansi quorum quilibet soI- 
Tit in Andree festo 20 denarios; in festo s. Ger« 
trudis — , s. Maximini — , s, Petri simititer quilibet 
eorundem mansorum 20 denarios. Item quisque dat 
in festo s. Remigii 2 maldra süiginis. Similiter dant 
in natale domini et in medio martii singuli mansi 2 
maldra ayene. Item quivis solyit in terminis num- 
raorum 8 gaüinas et in festo s. Paulini 2 pullos, et 
quot dant galKnas totiens dabunt 5 ova. Item eorun- 
dem mansorum in natale domini dabit quisque sca- 
pulam et denarium et 2 panes« 



348 

3. Item ibidem sunt 6 nmnsL Item 2 quorum 
onus est ecclesie et alter pertinens ad fkrom. Man. 
tos vitri solrit 3 denarios censuales; 6 manai qui 
coacessi sunt feodali iure et mansus vilri dat Ar- 
chiepiscopo in natale domini pro wisunga 7 mal- 
dra arene, scapulam, denarium et 2 panes. Qmnes 
de banno eiusdem Tille quivis pro redemptione 
aratri dabit annuatim 12 denarios; qui non babuerU 
aratrum , 3 dorainicales faciet dies Arobiepiscopo ad 
quodcumque opus vocatiis faerit. Item predictorum 
5 mansorum quilibet dabit in festo s« Jobannis Bapt 
CO tegulas. 

3. Item est ibi pratum Arcbiepiscepi, id est 
b rille, quod metent bomines de curia Arcbiepis*- 
copi et component fenum et ducent in horrea. 

4. Villicus eiusdem yille dabit in natale domini 
2 sentaria yini et 4 denariatas panis et 2 scapulas; 
siroiliter dabit in pasca 2 textaria Yini et 4 denaria- 
tas panis et 2 agnos, yel 8 denarios pro redemp- 
tione illorum. Simili modo dabit in festo Johannia, 
Bapt, 2 sextaria Yini 3 denariatas panis et OYem, Tel 
redimat se 8 denariis. 

5. Cum novus fuerit institutus Arcbiepiscopus* 
d abunt ur ibidem pro redemptione nemorum Arobie- 
piscopo 17 solidi; datur etiam eadem redemptio 
aeroper septimo anno cum totidem solidis. In eadem 
villa sunt 5 aree que solTUot 5 (jallinas et 9 dena- 
rios. Item ibidem dabuntur 5 maldra siliginia de 
molandino, 

XXIV. Hec sunt iura Arcbiepiseapi de 
curte in Confluentia, 

1. Episcopalis confluentie curtia usus est 
iste, ttt per singuloa annos de 24 mansis ad hanc 



349 

curtem pcrtinentibns persolvantür 5 solidi, 3 dena- 
riis minus, et 2 urne yini et 1 porcus aut proporco 
12 denarii. IUo autem anno quo persolvuntur porci 
reddunt mansi 5 solidös 2 denariis minus» 

2. Item 4 mansi debent unum stipendiarium in 
burgundiam et alii 4 hominem unum cum navi 
quantum 14 diebus ire potest, et tria itinera cum 
Bavibus usque treverim cum vino et annona. 

3. Sex mansi cottidie serviertes ad quodcum- 
que seryitium eis imperabitur; unusquisque de ipsis 
mansis persolvit 30 denarios et 1 ras vinarium» 

4. Duo militares mansi qui proprio sumptu 
usque ad montes debent ire, sed ultra progredien- 
tes Archiepiscopi donaria eos debent sustentare. Si 
ad a n g 1 o s vel t e n e d o s sunt mittendi, provide- 
ant interim sibimetipsis impensas usque Wales ge- 
rn und i, ultra provideat Archiepiscopus. 

5. Si de confluentiä treverim erit iter, Archi- 
presulis piscatores confluentie debent secum pis- 
cando ire usque ad pöntem trevericum; sed unl- 
cuique navi dabuntur 2 panes cum vino pulmento 
8. pisa vel alio, et inter omnes naves dabitur 1 
urna vini; ad portum vero dabitur ad mens am Ar« 
chiepiscopi quod melius placuerit, aut piscis deci- 
mus vel iactus. Si sturio ibi comprehenditur, Ar- 
chiepiscopi erit; sed piscatores habebunt 1 Imodium 
panis et 1 modiuni vini et 1 pernam. 

6. Quando Archiepiscopus in expeditionem est 
iturus, dabuntur sutoribus pell es et adeps ac sal 
atque linum ad consuenda et preparanda itineri ne- 
cessaria; sed inter düos sutores dabuntur 2 panes 
et pulmentum 1, et inter omnes una urna vini Si« 
militer pelletarii debent oonsuere cum suis discipulis 



353 

3. Preterea est ibi dimidius mansus qui dici- 
tur budelhube. Preterea apad waltersdorf 
est dimidius mansus qui tenetur omni ius quod 
tenentur aiii 10 predicti mansi , .sed diu neglectum 
est. Item apad mulene est 1 mansus qui debet 
simlle servitium scd nichil servit; item dimidius man« 
sus qui dicitur gisilisbube qui nichil servit; 
item est ibi mansus qui dicitur volbenandes- 
bube qui nicbil solvit* 

4« Prior de valendar solvit 30 denarios de 
transitu orvar. Item de predictis 12 xnanais 8 
solvunt quüibet 8 situlas vini t et 1 mansus 6 situ- 
las, et 1 quartale 2 situlas. Item apud orrar sunt 
28 aree que solvunt in festo Hartini 28 den. colo« 
nienses. Item 9 aree apud niderenberc aolvunt 
eodem termino 18 den. colon. et obulum. In mal- 
derb ac quedam yinea solvit 6 clen« colonienses, 
de quodam agro qui dicitur dickengriz 6 de« 
narios, de eodem agro ecclesia monialium in Talen« 
dar 1 denarium. 

5« Item liverados de quodam molaodino apud 
m o 1 e n e solvit 5 denarios. Item 2 mansi sunt apud 
omere attinentes curie in niderenberc, quorum 
unus solvit in festo Martini 15 denarios, alius yi* 
feodatus est Item de quodam lapide in transitu 
apud molene in quo catena religatur, solvuntur 3 
denarii, et de quadam nave arnoldus solvit ibidem 
12 denarios. 

6. Item bomines attinentes Curie niderenberc 
quili bet vir solvit in censu in festo Martini 6 de* 
narios, raulier 3 den. in festo Andree« 

7. Item babet Arcbiepiscopus niderenberc 1 
camervorst,in quo advocatus nicbil iuris babet, 
et ante castrum erenbrecbtistein 1 camervorst 



a*3 

ffui cruceberc dicitor, qui attinet curie nideren« 
berc. Item habet Archiepiscopus curiam nideren« 
berc et 4 ortot quoram 1 habet quedam hildegun* 
dis , et herwinus 1 , et bertoifus 1 , de qtribus datnr 
medietas fructuum. 

8. Omnes yinee in m ölender bac tont Ar* 
chiepiscopi et aolyunt tertiam partem» Omnes Tinee 
in mulenbach, et omnes qoas habet Archiepis- 
copos orrar solrunt tertiam partem, preter 1, 
quam habet godefridus, que solrit medietatem* 
Preterea habet ibidem in agris 3 hattas; in eisdem 
hattis habet capellanns Tille torcnlar qnod bände 
dicitur; et molendinnm apad malene et 1 aream 
prope molendimun quam habet wilelmus eamerarius 
in feodo. 

9. Item apud pavendorf habet Archiepia» 
copus 1 yineam qne sohit medietatem, attinens 
niderenberc. Item habet Archiepiscopos mulene 1 
ortum et domam prope ortum. 

Samma denariorum 4 marce minus 4 solidis, 
preter censns hominum. Ex hiia infeodatt 25 
solidi 

XXVL Hec sunt iura Archiepiscopi 
apud Ofdemedinc« 

1* Episcopus habet apud Ofdemedine cu- 
riam ad quam pertinent 38 mansi Ex hiis 12 et 
dimidius quilibet solfit in festo Remigit porcum 
Tel 14 denarios colonienses» Item omnes predicti 
mansi quilibet JsoMt in festo Andree 8 dem colo- 
nienses. Item predicti 12 mansi et dimidius quilibet 
solyit in medio maio 12 denarios* Summa den« 12 
•otidi et 6«denariL 

23 



354 



• ' • • • ■ 



% . Item' idem 12 mansi et dimidius quiiibet soL 
Tit im fest* Petri et Pauli 10 denarios et obulunt 
pn» aaseribas. Item 23 mansi et dimidius quiiibet 
aoWit in' «ödem festo 3 den. colonienses. Item na* 
tale domini omnes mansi solvunt 5 m*Wra avene 
preter 2 octaras! et quiiibet 1 den. coloniensem. 
Item in festo Martini omnes mansi quiiibet solvit 2 
pullos et quiiibet mansus in palmis 15 ova, Itant 
de salica. terra in festo Martini» 10 aolidoa et 4 de- 
nariotf et obulum« 

• ■ 3. Item predicti 12 maasi et dimidius quiiibet 
arabit Archiepiscopo 3 diebus in anno qui Tocantnr 
magna dies; alii 25 mansi et dimidius arabunt 4 die- 
bus, 2 ridehcet longos e^altos in vere; et preterea 
idem iam dicti mansi arabunt in autumpno 2 diebus 
cum. 2 e^uis. 

4% Item omnes in banno ofdemedinc rnetent 
Archiepiscopo 5 diebus in anno; Archiepiscopus 
yero dabit ipsis cuilibet 1 panem quorum 40 fiunt 
de maldro. Item Uli de w a 1 d or f , sakcnbcim 
et vresene metent 8 diebus et idem panes red« 
dcntur eis. Item quicumque mansionarius est, sive 
habeat plus vel minus, 5 ductus curruum cum se- 
gete faciet in messe de agris in horreum Archiepis- 
copi. Item quando nuntii Archiepiscopi yeniunt 
ad congregandam messem, si primo ad panem Die- 
tere noluerint, quiiibet circa mediam diem usque 
noCtenv ipsis. metet ad faciendum panem. Per totam 
messem seryient vorstere et bidellus Archiepis- 
copo et.victus ministrabitur eis« 

5« Archiepiscopus habet ofdemedinc 11 agros 
quidicuntor bunden, quorum segetes mansionarii 
tritunabunt totaliter. Quiiibet niansus tritnrabit 2 
maldra ad seminandum ante festum a» Iiemigii, et 
reliquam partem triturabunt postea quandocumque 




nuntii Archiepiscopi cot cönmdnuerint. Item man- 
sionftrii habebunt nuntios suos in messe in orreo 
Archiepiscopi ad ponendam segctem. Item mansio* 
narii habent quoddam ius Videlicet seicorn, cen- 
tesimum maldrum de- segetibus Archiepiscopi. De 
predictis agris qui bttnden dicuntur, ducent man- 
•iönarii omnem annonam conlluentiara preter 4 mal- 
dra quilibet tnansus, qne ad seminandum remanebunt 
in curia. 

6. Archiepiscopas habet 1 camervorstof- 
demedinc, in quo advöcatus nichil iuris habet, et 1 
tnolendinum; habet et ibidem homines attinentes 
curie qui bona nön habent de curia, solyunt cen- 
sttnv annuatiitt) aliqui 6 denarios yel minus, mulieres 
5 den. Yel circa hoc» Item quelibet domus in of- 
demedinc dat Annuatim $ maldrum avene in festo 
Gertrudis, quod dicitur holzcorn« Preter ministe« 
riales Archiepiscopi omnis iurisdictio apud ofdeme- 
dinc est Archiepiscopi, sed advöcatus percipit tertiana 
partein de iudicio, et Archiepiscopus debet advocato 
in anno tria annualia servitla» 

XXVtL Hec sunt iura Archiepiscopi 

apud Rethirrode» 

i. In banno rethirrode habet Archiepisco- 
pas 75 mansos quorum quilibet in festo s. Martini 
solvit 14 denariös colonienses; in festo s. Andreo 
quilibet solvit 1 maldrum avene andernacensis men- 
sure; eodem termino rel postea quandocumque vo- 
luerit Archiepiscopas, solvet 2 gallinas, in paschis 
30 oya. 

2* Omnös mansionarii in isto banno, exceptis 
teabinis et ministerialibos, tenentur una vice in «nnd 



356 

sssssss 

d. Arcbiepiscopo cum plaustris unum itei facere vel 
ad obtimedinc, vel mooasterinm f yel car- 
don . . . . ; qui vero noluerit iter facere redimet 
4 deiiariis levis raonete yel 2 coloniensibus denariis« 
Item quilibet maosionariut qai aratram habet, 2 
diebus in anno in hattis Arcbiepiscopi arabit; sed 
Arcbiepiscopus cuilibet aratro dabit 4 panes, quo- 
rum 30 fiunt de 1 maldro. Item eorundcm mansio- 
nariorum qai Übet dabit Arcbiepiscopo primo ,d»e 2 
messores, quibus Arcbicpiscopus dabit 1 panem« 
Item quilibet triturabit 1 die, sed duobüs dabitur panis. 

3. Preterea de Salicis bonis singulis annis de- 
bentur Arcbiepiscopo in censu 15 solidi levis mo~ 
nete. Item Arcbiepiscopus habet ibi £ria molendina 
de quibus per annum dantur Arcbiepiscopo 9 inal- 
dra annone mixte. Horura trium molandinorum 1 
solvit 3 denarios colonienses, aliorum 2 utrumque 
solvit 10 den. colonienses et 3 denariatas panis et 
1 maldrum ayene; preterea scabinis 7 den» colonien- 
ses, sculteto 1 den., advocato 1 den., forestariis 2 
den., budele obulum* 

4. Item Arcbiepiscopus habet ibi 3 battas; 
harum 1 solvit 12 denarios colonienses; alie 2 con- 
tinent 40 jurnalia. Item habet ibi 3 prata bruel, 
de quibus proveniet circa 10 carratas fenL Item 
forestarii Archiepiscopi cottidiano servitio tenentur 
ei, et sculteto dabunt 10 denarios colonienses et 2 
maldra ayene et 2 denariatas panis et dimidiam ur- 
nara vinL • 

5. Item quicumque - mansionarius in eodem 
hanno moritur, seuitetus aeeipit meliorem bestiam; 
sed qui nullas bestias habuerit, heredes eins ß de- 
narios colonienses solvent Item Arcbiepiscopus ha« 
bet ibidem 6 forest* camere. Item hafcet ibidem 



J 



357 

cnriam ad quam pertinent 56 jogaria rfgri com ara- 
tro suo aranda. 

Summa denarioruih 8 marce et 4 folidi et 5 
denarii; summa arene 70 maldra minus 1 inaldro, 
et de molendinis 9 maldra; gallinarum summa est 
ISO, ovorum 2250T 

XXVIIL Hec tont iura Archiepiscopi in 

Handilseebit 

1. In carte mandijscheit habdt Archiepis- 
copos 11 mansos, horum 10 quilibet in maio primo 
amio solvet 3 solidos y seeundo anno 20 denarios. 
Item quilibet in festo Remigii solvit 16 sumberina 
avehe, et ä bor6s tunc prestabttf et nuntium ad af- 
ferendum vinum ArchiepiscopL Item qnilibet dabit 
2 denarios ad vasa Uganda* Item in adventa do- 
mini quilibet dabit 4 carratas lignorum et 40 corti- 
ce* quod louste appelbtat. Item s. Stepbani qui- 
libet solvet 4 maldra avene mensure illius Tille et 
16 panes, in pascis 4 gallinas et 20 ova, 

2. Pretcrea bominum in illo banno manentium 
qnilibet qui aratrum habet, tribus diebus in anno 
agros Archiepiscopi arabit. Item quilibet in eodem 
banno manens ad metendum et ad ienum coadeer- 
vandum tribus diebus serviet, et tria placita in anno 
possidebunt* Ilem quilibet qui beneficium tenet 
vel minus Tel maius, 1 denarium solvet ad secan- 
dura fenum ArchiepiscopL 

3. Item predictorum mansorum quilibet inier 
festnm Remigii et natale domini dabit servitium 
unius hominis 12 diebus in propria expensa infra 
terminos banni; sed si eitra terminos illos Archic- 
piscopus necesse habuerit, pascet eos. In februa- 
rio tot dies servire tenentur; in maio idem facient. 



358 

4. In codejp banne »habet , Arcbie^iscopus 2 
hattas, de quibus alique parte» hoininibus adre-» 
oienlibus concesse sunt, *videlicet aree .e^^orti, 
unde in censu per anaum aeJvuntur in, festp f. Mar« 
tini U denarii Preterea . bähet, flu. 2 prata que. 
brul dicuntur. Item qukquid k^.&osqbe^t eat^ 
d. Archiepiscopus totum salico iure tenet} sed 
inde concessi sunt 2 roansi* quarqm uterqve m fest© 
s. Martini sollet 5 solidos. ' Pe aJiis omnibus nie« 
dimo soMtur, yidelicet 1 manipulus,. Archiepiscopo« 
Item in maldeschejt de areis .et gratis solrunt ur 
Arcbiepiscopo 30 denarii et 4 sumbrina ayeoe. 

Summa denarioruni est .3 1$>re; et S. 4 aoliäi et ft 
denarii cum yUIis sufcequentibus,, 40 gaUine, ojro- 
rum 200. ' , ' • • -i * 

5* In lancginscljeit totius allodii terti* 
pars cum omni iure simul cum. homüribus est s, 
Petri; sed nullus census indesolvitur ArcbiepfecoixK 
Preterea quidam homines ibidem tenent feoda, unde 
in expeditione Archiepiscqpi tenentur soumario^ 
suos ducere; quiclam tenent ibidem feoda, unde' Ar- 
chiepiscopo ad quecunque servitia voluerit serviro 
tenentur* In dal beim est dimidius mansus, unde 
30 denarii solvuntur. In m bliche medietas fo^ 
resti est Archiepiscoj>i, 

XXIX« Hec sunt iura ArehiepUcopi ist 

Gepenjrode, » 

In ge pinrode habet Archiepkcopus 3 manaost 
qui in festo s. Martini solvont 9 solid os minus 4 
denariis. Eiusdem Tille sexta pars ä^ecime est Ar« 
chiepiscopi. Preterea de bonia s« Sjmeonis in, eadem 
irilla advocatia est Archiepiscopi. 



350 



^XX. He* c früh* in** A tokdcpU«*) pS in 



Uffininginv • 



% ■ » 



» . . 

In.uffiningin *• Adtrudis hajbet ^jrchiepjs- 

copus 3 mansos, quorum quilibet in festp s» Martini 

aolret $ solid/»*« Jtem hajje^ ibidepi 13juchccfe 

quibus predicto tarmino solvuntur.5 solidi et 5 de 

ftarii. Item Widern de agris quo* ubirlende di- 

cunt, solyuntur 17 denarii Item ibidem., iyijatro- 

paius ecclejia est Archiepiscopi sed decima diyiditur 

in tres. partes, unius . partia dye partes t debentur 

Arcbiepiscopo« 



t > 



XXXI, Hec sunt iura Arcbiepisfcopi ia 

• Witlich. •-■■!# » 

> ■ • 

1. Jura de witlich sie cognosountur«... UV 
sunt 9 piaasi, quorum quilibet dat in fesjto*8* Mar« 
tini 30 denarios;. similiter in festo s«. Jobannis Bapt» 
30 den. Ex istis mansibus 4 ducent vinum {reverim 
et si .non duxerint, dabnnt pro redemptione 4 soll- 
dos inter festum omtoium sanetorum et s. Martini; 
reliqui 5 similiter vehent TÜium treverim, et si non 
yexerint, dabunt in festo s. Martini 10 solidos. 

2. Item est ibidem mansus, qni in festo s. Mar- 
tini solvit 10 solidos; hos reeipit cellerarias- de 
novo Castro ad preparandum necessaria Archie- 
piscopi. Item est ibi mansus et dimidius sub aratro 
Archiepiscopi* In festo s. Martini dantur 6 solidi 3 
denariis minus, qui dieuntur cupenninge. Quicum- 
que istorum mansorum possssspr est, dabit in na- 
tale domini 1 denarium; similiter in martio 3 obu- 
Iosj similiter dabit quisque sumbrinum süiginis in 
natale domini. 



300 



De aiontibas^caapelle, balemontn, altren- 
sart recipit Archiepiscopas tertiam sitnlan \ 
De Tipefa qaejflfeaatar peetrea, datar nediet 
Yinam de dsdem rinek expriaietar in torcalari Aiv 
cUepiteopi. Dabfc qaifis coltor de.eisdem rioett 
sambrinom arene aantio ArchiepisCopt ^ta rinn*» 
coagregat. De fbro witlick et de thetaaeo reci. 
pit ArchlefhcefUM daas parte«. 

4 Ad carfam in wkJidb pertiaeat 2 — — tri , 
qnoran nterqne fei aoHmpno sohlt AreaJepiseop* 
12 nroas yini; in festo f. Andre* nterqae 12 denn- 
riot et ia natale domini 2 maldra arene. Hominea 
qni teneot tot mansos, fenam Archjepiscopi seea~ 
bunt et coadcerrabont; sed 4 bonunet qai tenent 
beneficiaai Hermtnni de palatio, iaTabaat ideai 
fenum seeare. Ad meteodam anaoaaa» Arckiepis* 
eopi aterqae dabit 16 bominesj kern nterqae quo- 
libet nense 12 diebns serfidom anina fc^ptfnk 
ercstaMt i 

5. ArcMcpfccop« est eiasdeai eeelesie randa- 
tor in whlich ande recipit ibidem daas partes de^ 
cime. Hee iure tagst eandem ecolesiam. 

XXXIL Heosaat iura Arohiepiacopi im. 

Altreia* 

1. Jura de curia aitreia bio eegnoscontar* 
In qua sunt 8 mansi qnornm quilibei solrit in fest» 
s. Martioi 30 denarios et in feste a, Jobannis Beer» 
süniliter. Rem de qnolibet istortun mansoram da- 
centor 4ame rini de witlich nsque trererim. Item 
de quolibet istornm mansorum secabnntor 4 planst!-* 
onerata yirgis ad sepiendam hat tarn epbcopaleia» 



361 



sed eorms Artbiepitcopi dednctnt Jirgas illas. 
Qaicomque colonos yectaram ad relyndum yinum 
aon habuerit, pro rrjrtnptione ame yehende dabit 
6 denarios» Et ai forte dam yinnm dufcitur, per 
infortanram earrus erertatar ut yinum eflandatilr, 
qui curruni illmn regere debeat 9 rinum illnd tor- 
Tat; ai yero aine eyersione plaaatri rinum effusum 
fuerit, nihil dabit» Econtrario aecondam numerom 
nuuoran dabantar 8 seitarii rectoribua in ält- 
lich et treyerim pania et yinum in prandio. 

2* Item quicumque feodatoa foerit mansibns 
istis, 14 diea dominicales annoetim faciet. Ceteri 
omnet de banno predicte curie aiye in aratria ai? e 
ligonibos yel aliquo alio instrumenta* 8 diea sin« 
guli peragent. In yere quando aratur epiacopalia 
batta,' aratro aranti ibidem dabnntar 2 panea di- 
inidiua sextarius yini et 2 allecia; trabe , pania ai« 
lecia et tertia pars sextarii; seminanti ibidem pa- 
nis allecia et tertia pars sextarii; tantnndem ibi- 
dem dabitor laboranti com ligone. Item in ieiunio 
dabontnr aratro aranti ibidem 2 panes et casena 
obnli; laboranti ibidem alio modo pania et dimi- 
dins caaeua. 

3. Item ibidem est mansus insule, qni dat Im 
festo s. Martini Arcbiepiscopo 20 solidos. Item 
sunt ibidem 4 mansi qnorom qniyis solvit in festo 
s« Martini 6 solidos* Item mansns de polen bach 
dat in festo s. Martini 10 solidos et 3 denarioa* 
]tem incnltna mansua de polenbacb est Archiepie» 
eopu Item est ibidem mansus friaingorum qui 
dat in feste a. Martini 4 solidos. Item est ibidem 
mansns cottidiani nnntii Arcbiepiscopi quem libere 
tenet nontius. Item est ibidem mansus capella« 
rie de quo cottidianum seryitium debetar ArcUe« 



362 

pitoopo. Item est ibidem roamu*. /buceliarie* 
Item est ibidem mansua molendioi. Item man« 
sos pomarii. Item mansus de steche, item 
est mansas in iageribps, Uem ante episcopalem 
euriam man&us. Item iuxta pirum mansua, 

4 Item quicumque homioam ad predietam 
puriam pertinet, ubicumque mansipnarius sit, men- 
suram .irium pedum et dimidii de curia eniscopali 
sepiet. De monte qui dicitur stnphelenh ercu 
dantur annuatim 30 maldra siiiginis et 30 maldra 
aVene. CiVes' de noriant et de maranc, quia 
in eodem 'monte iui habent secandi Signa, «juivia 
eorura de curru däbit sftula'm vini. Quilib^t ci- 
vium de plÄtene preter ministerialfes dablt- iiv 
martio de banno soluni denarium. Si ♦ Archiepia-. 
copus ibidem edificarerit roalendinum , "omoöi de 
banno illo horaines renient illuc radiere, et <jui- 
eunque postquam iiluc venerit, si infra triduum 
mölere non poterit nee exjpectare yolaerit qüoas- 
que molat, dabit tarnen qmolumentum et abiret 
poteriu 

5. Cives de grache 3 diebns in hatta Ar- 
cbiepiscopi arabunt aratris et Ilgdnlbus, et ^ die- 
bus annoham "Atehiepistöpt meteot. Item ArCbie- 
piscopus habet ibidem prafum, i. e*. bruel. Item 
quivis botnimim de banno istius curie dabit dena- 
rium et in martio 3 obulos «pro calcis redemptione. 
De feodo qnodam quod est in witlieh, prepara-* 
buntnr ferrameata Arebiepifgopi, tfd Spie däbit 
ferrum. Item est ibidem mansds in paf Fe n tot tu 



-.4 i » 



363 

XXXHL Hec lunt iura Arcbiepiscopi in 
/ Lisere* 

Omnia bona sita in lisere tenentur servire 
Archiepiscopo jreter tres areas, «juarum ana est 
dominorum de s, Huperto, 1 est Thome.de lisere 
et Theodortci de sarbacb. Adeleidis in curia cu- 
nonis t de rulant babitans in eadem yilla, habet de 
bonis ad seryitiuin Arobiepiscopi pertinenübus afl 
carratam Tini« 



XXXIV. Hee sunt cur44 eomiti de Castro 

conceiM. 

,, Hee supt curie que in libero feodo comiti.de 
Castro conces,se sunt, ideo.ut aliis curjia et bonjp 
archiepiscopatus tre verensis , Quorum ipse advoqs- 
tus est, libertas sit talis, ut nichil in eis exigat 
nisi quod stricto iure adrocacie sne debetur. Una 
videücet curia in mdi-s cWeit; curla in 'gan«. 
danc; curia in stiafz erdin; curia in mer- 
• cheit; curia, in manbachj curia . in wilre, 
Preterea eid ein eomiti concesse sunt quedam nube 
in graene et in wellen.e Site, de <juibus vinum 
habere debet, iie cum. placita sua de iure advp- 
cacie tenet, homines aut bona predieta in expenajs 
suis gravet, . .' f 



»«■ 



XXXV. CeQans Arcbiepiscopi qui dantur 
i • ■ ?in fest« Baptist e. »• 

Henricus de Age 8 denarios. Walpurgia 4 
den. Ingebrandos 4 den, a Conrad ua Mennige % 
den, Herbrandus magister pala/iii 3 den« 



364_ 

De platea palalii 8tulenbercb 12 den. Herbra*- 
dos magister palatü de domo sua iusta Herman- 
nom 8 den. Alte due domns prope illam 3 deav 
Domus Walter! de polige snpra rivum, que 
modo est dominorum maiorit ecclesie 8 den. De 
currise Volmarus 2 den. Henricut lapicida 2 den. 
Henricoa filius sittab 2 den. Fratrea de TÜario 2 
den. Th. xle blidenbach 2 den. Walteru* 1 deft» 
Herbrandot magister palatii 1 den. Hellewif 3 
obuloa. Canonici a. Panlini 1 den« Pbi. rigil 1 
den. Guilbertus kindestielen 1 den. Matbeaa 9 
den. Meebtildia 1 den* Gerardna Heire 1 de«. 
Gerardoa 2 den. Jacoboa de •• Eucbario 2 den« 
Lodqwicus weberling 3 obulos. De viraan Lode- 
wicna ecntenarius 6 den. MecbtiMia 3 den» 
8iborcb 3 den. Jacobua ctericus 1 den. Lodcwt- 
cu§ albus 3 den. cum bere&bua sota. 

XXXVI. Hec sunt iura Arcbiepitcopi im 
banno fille de Himbacb,* 

1. Ad curiam in bimbacb pertinent 65 
mansi; boram dicantnr 38 sebarbnben, noram 
quilibet per annnm tolret 6 solidoa leria moncte 
•ex viribus in anno, rideKcet in festo a. Martini, 
in natale domini, in puri/icatione , in media qua- 
dragetima, in anitio maii, in festo t. Petri. 

2. Item eo rundem quilibet solrit inter festam 
f. Remigii et s. Martini 4 modioa ayene, exeeptia 
tribus quorum quilibet tantom 2 aolrit. Item eo- 
rundem quilibet in anno 5 diebus tuceidet ligna 

J SBon fiterer fiant tff (tnattdefägt : que nunc Man- 
tbabfir nppellator. 



365 

Art4iieptscopo etsextadie duceteaaut erinbrecb* 
tit,tein aut conf loentiam. Item eorandem 
quiltbet tolvet 3 gallinas. 

3* Item eomm quilibet babebit nantiam pa- 
ratum preitare Arcbiepiscopo quando opaa habue- 
rit eundo ad cariat principuro; aed quamdiu illam 
Arcbiepiscopot tenet, Interim de manao nicbil aol- 
Yitur; et ai perierit, Arehiepiacopaa eatimationem 
eins recompenaabit illi qui eura prestiterit. Item 
eidem mansi fenum Arcbiepiacopi de duobat pra- 
tia qua babet ibidem, coadcervabunt et introducent. 

4« AHi 27 mansi quilibet per annum tolvet 5 
aolidoa predicte monete et eiadem terminit et 4 
modioa avene et 3 gallinat. Preterea tepea circum 
piata parabunt et fenum in borrea congregabunt ; 
et bominea qui iatoa babent, tenentnr Archiepie* 
copo tervire ad quelibet ser?itia quando neceaae 
est, ted Arcbiepitcopus eoa pascet* 

5. Item de curia in bereute heit dantar 
30 modii arene; de curia eaebilbaeb 25; in 
aldendorf de curia 6; in bimbacb 7$; in bil» 
digerodo4; in derinbacb 2; in si gart ha* 
gen 1|; in atohin 2; in widingia 3; in de- 
dinaburch 1; in eaebinbacb de molendino 10 
modii; in bodime de molendino 10. 

6* Item Arcbiepitcopua babet ibi 6 foretta 
camere; borum 2 tuccita tunt. De altero borum 
in ob dune dantur 10 maldra aTene, de altero 
40 modii. Item inelcbindorf 1 mantna aolfit 
600 tcutteilaa; in oruain dimidina mantut 300 
scutellat; in berinebeit dimidina manant 300 
scutellat« Item in lieprebdingin babet 1 
wiltbfibin; in elewarcbin 2; in.omise 1; 
in sibinbrunnin 1, De bia 5 tenentur ei venari 



366 

— ' * 

et piscari , quando Arcbiepiacopos völuertt. ' t*re* 
terea in eodem banno ad petitionem 200 nsWia 
arene. 

Summa denariomm est 18 Hbre et 3 solid! 
leVis monete; arene summa est 611 inodii; galli- 
narum 200 minus 5. Item de doobus forest!* no- 
Titer succisis solvuntur Archiepiacopo 55* inodii 
maioris mensure. 



XXXVIL Hec sunt iura Archiepisedpi de 

silva Spurginberch, 

■ 

1. Silva de spurginberch ineipit \ o g i fi- 
steln, ubi logina intrat renum et tenditnr aur- 
sum super logioam usque in flurium qui dicitur 
Anra; et ab anra ascendit ad flurium iteoa, et 
vadit usque m u e d e ad Occidental em parietem ec* 
clesie; deinde ab ecclesia muede usque helpers- 
kirchen ad ocoidentalem parietem illims ecclesie, 
et per fluriolum illios Tille descendit usque in an- 
tiquam sein am, et per aeinam descendit usque 
in renum; inde per renum ascendit usqee ad 
loginam» 

2* In hac silra qnemeumque forestarius aeen* 
sarertt sub iuramento, iHe nullam offerre poterit 
innocentiam, sed conponet 60 solidos« Et non licet 
alicui in ea venari aliquo modo nisi cum licentia 
adrocatorum qui tenent ab Archiepiacopo. Et 
quando accasatus oonposuerit 60 solidos, illoa pre- 
sentabit in curiam Arcbiepiscopi, eschelenbach« 
Et si pignus alieuius aeeeptum fuerit pro viola* 
tione banni, illud in eandem curiam feretor) et 
si quia captiratur, etiam illuc duoetnr« 



3fl7 



3. Si qüi« 'anoejA haihc ?sür*rt intraterit pro 
nulle genere volwcrum conpondti^niti captat tnei- 
san% «joe dicttur banmeiia,, .et pro itta conpenet 
60 «olidos tanquam ppo : cervo. Quioguid in hoc 
silva conpositum fuerit, due partes: saht Arobiepis- 
COpi et tertia pars ad-vOcati.* .-.. ' •* -s <s * 

4. Item ius Archiepiscopi est Iqnod, quando- 
cunque venerit erinbreb tistein; $v iienburg 
miserit : omnes renatores. et cänes qui tM sunt ei 
mittentor; et nassowe sinaüitett' Item si Arcbie- 
pigcopus ante natiyitatem vel ante cartripriviuih 
yel qtiando minutus fuerit erinbrebtistein, foresta- 
rius qui dicttur wiltforstere, tenetur ibi esse 
«um cane et fune si Archiepiscopu* ei titandaverit, 
et oapiet Archieptscopo feram illicunam vel duas; 
et statim indaginem conf ringet, funes conburct, 
ne inposterum illic aliqua fera capiatur. 

5- In omnibus rivulis buius silve nemo debet 
pisoari nisi de licentia Archiepiscopi tel advocato- 
rom; et si aliquis sine licentia ipsorum fecerit, ita pro 
imtiimo pisce conponet 60 solidos sicut pro cer«o 
intraverit. De quolibet instrumento qnod bepa 
dicitur, dabit 1 denarium ; et si tarn magnum Hg« 
num» tneiderit qnod securim apposuerit, de quali- 
bet securi üabit 6 denarios: et de bis denariis ce- 
dent due partes Arcbiepiscopo et tertia advocato« 

6* Item quieunque a 7 diebas ante maium' 
nsqne 7 dies post mainm com aliquo cane hanc 
silvam intraverit, qualiscunque canis fuerit nisi 
ducat eum in manu, conponet 60 solidos« Et qui- 
eunque infra eondem terminum cum currn eandem 
silvam intraverit, omnia iumenta que lünt ante 
currum et quiequid est in cnrru 9 aoferetur ei, et 
ipse preterea conponet 60 solidos* 




7. Item a festo b. Lambert! usque ad epipba» 
ntam nemo molendinariue de nocte cum molendino 
molere debct f ne impediat commoditatem piscinm; 
et quicomque boc fecerit quotienscnnque fecerit, 
totiens dabit 12 denarioe. Et boc in festo b. 
Lambert! in omnibus eccletiia in bac ailra exiaten- 
tibna precipi debet. 

8. Fovestarios recipiet adyoeatnm rille bia in 
anno com nno milite et eornm seryis, cum ono 
yenatore et duobus seryis peditibus, com 12 cani~ 
bna et nno cane leideunde; et bene proyidebitnr 
eie in yictoalibus, in tero, in mane* in prandio. 
Postmodum idem forestärius com eia ibit com 2 
canibnt ad war tarn; et'ai ceryua yenerit, illoa 
eanes dimittet et cum, eis ceryum sequetur; et ei 
eaptua fuerit, {ipte accipiet ins aunm qnod dicitor 
f oral ach* Et ti adyocatut pottea ibi moram 
facere yoloerit, forettarius nicbil ei miniatrabit 
niti ignem et aalem et stramen; in alba omniboa 
adyocatut forestariom et eina familiam procurabit, 
et iternm cottidie com adyocato intrabit tilyam 
aient priut. 8i yero adyocatns cum non procura* 
yerit, ipse cum eo tilyam intrabit« aed dimiaaia 
canibnt ti yoluerit domnm reyertetor yel qno yo- 
Inerit, et copnlam in arborem suspendet, quia aon 
procorayit cum; et si canis perditua foerit, foresta- 
rius queret cum per totum bannum. 

9» Item si forestariot intolentias fecerit qnod 
in yulgari dicitur swant, boo est, ai ipse yel 
feras yel capreolum yel pisces sine scitu Arcbie- 
piscopi et adyocatorum ceperit yel altert licentia» 
yerit; ipte citabitur tribua yicibus y qnalibet yice 
ad 14 dies, et cum yenerit, si per alioa trea fores- 
tariot de boc conyiotut fuerit yel per adyocato*, 



369 



conponet resignatiönem sui fcodi. Et si ab aliis ac* 
cusatus fuerit et convinci non potent, septima manu 
se expurgabit. Item si aliquis »ine Iicentia carbo« 
■es combusserit , ille conponet de qualibet fovea 1 
«elidum* Et si licentiam forestarii . hahuerit, non 
oonburet nisi arida ligna; et 6i aliquam arborem 
fofftilem conbusserit, iterum conponet 60 solid os- 

10« Item silva que dicitur camervofst, so* 
lius Arobiepiscopi est; si ipse yoluerit eam in cid i, 
laciet, et decimam et medemen,, solus recipiet; 
sed ad usus aratri terram illam sine consilio advo-», 
catoram non Convertet, sed silvam recrescere sinefe 
si voluerit. Item per totam silyam due partes da 
medemen sunt Arcbiepiscopi et tertia advocatorum. 
Si vero aliquis sine Iicentia Arcbiepiscopi novate in 
silva fecerit, ipse Arcbiepiscopus precipiet advoqa- 
tis, quod segetes illas destruant, et tarnen jille qui 
fecit, conponet 60 solidos; si vero segetes usque 
ad maturitatem steterint, Arcbiepiscopus aeeipiti 
inde duas partes et advocati tertiam, et nichilomj-* 
ous ille conponet 60 solidos» 

11» Quatuor mansi sunt forestariorum : unus 
situs sibenburnen, alter liprebtingin, tertius 
elewartin, quartus oumete. Hos mansos por- 
riget Arcbiepiscopus de consilio ad vocatorum» . 

XXXVUL Hec sunt tütä Arcbiepiscopi fn 

curia Monasteriensi, 

i. Ad curtim illam m0nastferii specttnt 13 
curtes, ipsa est 14« 1 « Ule i3. curtes faciunt ttnum, 
placitum monasteriensi curti semel in 4jnno, in feste 
t. Johannis Bapt Si quis bominunt ad . bas Curtes 
pertinentium ab hoc placito sine legitim* gCBasiOmi 

34 



370 

rel necessitate defuerit, satisfactionera pro *ua ab- 
aentia faciet* In istis curtibus nullus erit villicus 
niai sil « earundem cnrtimn hominibus, qui fideli- 
tatem fecerint vel de proprio corpore vel de bonis 
curtium. 8i aliquis eorum homioam Qontamaeiter 
abfuerit, si quid sub tignis domus eins invenitur 
dae partes monasteriensi carti dantur, tertia Uli 
cnrti relinquitur, ad quam ille pertinet« 

2. Tillicos faciet iustitiam in foro , adyocatus 
in cnria; et quicquid in huiusmodi lucrati fuerint, 
eqnaliter partiuntur. Bannom ' vendendi vinum ha- 
bet Tillicus monasterii 15 dies ante festum s. Mar- 
tini 1 15 dies inter natale domini et festum purifica- 
tionis 8. M., et 15 inter pascha et rogationes; et 
bonnm rinum rendi faciet; et si bonura fuerit, 
carras uno levi denario vendi faciet quartale quam 
reUquum vendatur. 

3. Ipse yiHicus Labet unum budincb sine 
adyocato proiima die post festum Martini in curte 
monasterii, quod si aliquis hominum ad curtim Ulam 
censum suum pertinens illa die non dederit, indutias 
habet dandi censum 6 ebdomadas anteqaam publi- 
oetur. Si infra publicationem bomo moritur, quic» 
quid ad ipsum a parentibus suis bereditario iure 
devolutom est, quicquid habet allodii, excepta dote 
uxoris sue, transit in salicam terram curtis Ar- 
chiepiscopL Curtis scamna et sedilia et sedes pa- 
rare debet in quibus ad placitum renientes sedeant, 
et cippum sive st och similiter faciet, in quibus ho- 
mines fcortis serventur qui fideiussores habere non 
possunt; nulli alii rei in hoc serrandi sunt Jjui sunt 
farcs vel latrones. 

4. Monetam habebit hie Archiepiscopns. De- 
narii istius monete erunt eins ponderis et eius exa- 



371 



minationis cuius erunt confluentini denarin Quan* 
docnnque hie fit mutatio monete, roonetarius dabit 
villico 5 solidos levis monete, ut faciat ei iustitiam. 
Forum säum, quod colitur ibi feria tertia, babet 
bannum circumquaque miliare unum; quem bannum 
si quis violaverit infra spatium istud, yel feriendo 
Tel captivando aliquem ad forum istud tendentem, 
reut est banni Archiepiscopi» 

XXXIX. Hec sunt iura Archiepiscopi in 

Gersinnach e. 

1* In gersinnacbe sunt 7 mansi, quilibet 
solvit 5 solidos et 4 denarios et obulum levis mo- 
ttete. Hü 7 mansi solvunt 6 maldra siliginis in festo 
s. Martini, et 6 maldra ordei in medio martio, hou- 
maze. In vigüia s. Martini dabunt monasterii ad 
cameram Archiepiscopi 7 plaustra lignorum. Man* 
sus etiam est in me triebe qui solvit omnia iura 
que supradicti mansi solvunt et plaustrum lignorum, 
excepto quod nichil solvit annone. 

2; Ulis qui tenent istos 8 mansos dantur ex 
curte Archiepiscopi unum juche cum avena et 
unum juche cum siligine in messe. Si quis mori- 
tur in manso , ei succedens in eodem dat tantum 
ad vurehure quantum dat census, scilicet soli- 
dos 5* 

3. Septem sunt dinesthuven: 1« Cuti- 
che, monasterii 2* metriche 3, lissarie 1. 
Quilibet e* istis solvit 4 solidos levis monete; in 
messe quilibet istorum solvit 4 iuvenes pullos Tel 2 
veteres. In bürge ne est 1 mansus qui solvit 15 
denarios in festo s« Martini, 2 scopas et 2 Airoas 
et unum reche in messe. In lissarie 1 manstis qui 



372 



solvit 4 solidos» In metriche sunt 18 mansi ex 
quibus 2 solvunt 8 solidos communiter in festo s. 
Martini , tres ex Ulis solvunt 15 solidos^ communiter* 
Molandinnm ibidem solvit 12 denarios,, et mansus 
unus ad quem spcctat molendinum solvit 3 solidos» 
Item 1 mansns 3 solidos, item 1 mansus 2 solidos 
levis monete» 

4. CJuilibet oranium supradictorum mansornm 
solvit in medio martio l| sumbrinum avene, eicep- 
tis 2 mansis. Curtis in cutiche 1| maldrum avene j 
curtis de calescb dat in medio martio 1 1 maldrum. 
avene; una curtis in gersinnache 6 sumbrinos avene, 
altera ibidem 7 hoyemazen. Hovestede in 
monasterio 21 solidos in medio martio solvit levis 
monete. In chelesnn est 1 mansus qui dicitur 
hisenhuve, unde villicus percipit 8 solidos levis 
monete; adbuc 2 mansi ibi, unus dicitur sohus« 
huve alter scurhuve, isti serviunt in curiam 
monasteriensem episcopalem« 

5. In curia ista sive monasterii habet Archic- 
piscopus 3 kumde, id est, hatas que conlinent 
in se circa 175 jurnalia; habet et ibidem 49 jugera 
continentia totidem jurnalia; preterea habet 60 ]ur- 
nalia. Habet etiam ibidem 2 prata dantia circa 8 
karratas feni. 

6» Habet ibidem Archiepiscopus nemus camere 
quod dicitur faich. De aqua per idem nemus de- 
currente dantur Arcbiepiscopo 6 sumbrina, 3 siligi- 
nis et 3 ordci, in festo s. Martini. In gerstenache 
quedam area solvit 6 denarios levis monete»' 

Gensus monasterienses ascendunt ad 7 Übras et 
20 denarios levis monete; et alia im« qne debent 
iacere curie posita sunt pro 2 marcis et 3 solidis 



373 

et 8 denariis. Omnes ascendunt ad 3 marcas minus 
(J denariis* 

XL* Hecsunt iura Arcliiepiscopi inde- 
cania keim tarn de iure cathedratic o 

Pumere 8 uncie et 6 inarce. Klotene 8 uncie 
et 12 marce. Cogeme 8 uncie et 3 marce. Cunda 
4 uncie et 1 marca et dimidia. Prodecha 8 uncie 
et 3 marce. Sigenheira 8 uncie et 6 marce. Noren 
12 uncie, Edegrei 8 uncie et 6 marce. Alve 8 
uncie et 2 marce* Celle 8 uncie et 6 marce* Bri- 
dal 4 uncie et 6 marce* Rila 4 uncie et 3 marce. 
Enkriga nichil* Travena 8 uncie et 6 marce. Hunt- 
heim 4 uncie. Lovenvelt 8 uncie et 3 lihre. Gil- 
lenvelt tantundem. Wolmerod tantundem* Bumage 
nichil. Aiflo nichil. Belle 4 uncie et 3 marce, 
Mannenbach 8 uncie. Kelteme 4 uncie et 3 marce* 
Luze 12 uncie. Gunterhusen 4 uncie et 3 marce« 
Buliche 4 uncie et 2 marce* Cleniche nichil, 

XLI. Hcc sunt Capelle decanie in Kern« 

tarn et census earum, 

Clenza 10 denarü trevcrenses. Neuen 2 uncie. 
Breme nichil, Bolei 2 uncie. Urcicha 2 uncie, 
Busendorf 1 uncia. Grimolderod 12 denarü. Ge_ 
penrod 6 denarii. üffeningen 12 denarü. Ad s. 
Bertricum nichil. Lucenrod 2 uncie* Struversbus 
8 denarii. Gillenburen 10 denarii. Ursmieda 8 
denarii* Stremicha 2 uncie. Malstershuscn nichil. 
Bucha 1 uncia* Moresdorf 1 uncia. lloda \ uncia 
Sauershusen 1 uncia. Licha nichil. Bodershusen nichil* 
Dummershusen nichil. Sevenich 1 uncia« Loupach 
2 uncie. Honreu 10 denarü. 




XLII, Heo sunt iura <L Archiepitcopi attu 
nontia Pallatio Treferensi, in- 
quisita prout melius fieri pote- 
rant anno d, M.CCC.XXII. die XX. men- 
sia jantiaril 

1. Primo Dominus habet 35 roansua, qui siti 
sunt aupra earopum s, Paulini; ab bis autem raansis 
exoipiuntur 5 mansi, quorum 3 pertinent ad cella* 
riura in palatio, de quibua d. Johannes preodom 
habet unum et unam pytheram tenentem unum 
jurnale aitam in curveze incultam. Item d. Ja* 
cobus howas unum mansum et unam pytheram simi- 
liter sitam in curieze cultaro. Hemdomina 
de cornu unum mansum et unam pytheram aitam 
in novo monte bene cultam tenentem unum jur- 
nale cum dimidto, 

2. Qui tres mansus predicti tenentur procurare 
unum ligatorem yasorum in palatio, qui omni nocte 
tenetur illuminare vina domini in palatio ; et si ali- 
quod Tinum periret Tel vasa still arcnt ex culpa sua, 
tenentur isti tres ad satis facti onem ; et tenetur ligare 
rasa domini in palatio expensis domini , et percipiet 
feces, preter fecea de pytheris domini in curveze, 
in novo monte et in waltraco, que sunt viliici 
de curveze et debet propter hoc lavare vasa do* 
mini in pallatio. 

3. Item d. Paulus de eych habet ex hiia 5 
mansis unum qui dicitur Rydehuve, quem nullua 
debet possidere nisi milea vel armiger qui tenetur 
esse equea in seryitio dum requisitua fuerit; qui 
non habet pytheram« 

4. Item Gono de pallatio habet ex hiia 
unum qui pertinet ad granarium domini in pallatio, 



375* 



et tehetur habere unum famulum recipientem et 
mensurantem blada domini apectantia solummodo 
ad pallatium, et remensurare ipsa blada; et si ali- 
quid residui fnerit, boc est suura, et si defcctus fue- 
rit illum adiraplebit; qui non habet pytheram. De 

hoc mansu habet Walterus de brycle unum pra- 

tum continentem tria jurnalicu 

5. Item de aliis 30 mansis tenetur quilibet man- 
sus tres Tiros a festo s. Martini et deinceps ad tri- 
turandam per triduum annonam domini, et in au- 
tumpno quilibet tres viros per triduum ad appor- 
tandum vinum domini; et in nativitate domini quili- 
bet mansus unam gallinam et 5 ova; et in festo 8. 
' Johannis Bapt. quilibet unum pullulum juvenem; et 
in festo s. Martini quilibet 16 denarios treverenses. 

6« Ad hos autem 30 mansus pertinent 21 pj- 
there, quarum 15 *ite sunt in curveze et 6 in 
noTO monte, qui 21 pythere tenent bene 30 jurna« 
lia yel citra. De hiis autem 30 mansis habet Johannes 
preudom 16 pytheras sitas in curveze omnino in- 
cultas. Item d. Jacobus ho was 6 et 2 pytheras 
cum dimidia sitas in curveze, de quibus, due sunt 
in cultura consueta et dimidia inculta. Item bere« 
des de Berne unam et dimidiam pytheram sitam 
in curveze incultam omnino. 

7« Item Jacobus filius d. Ernesti 2 mansos cum 
dimidio et 3 pytheras sitas in curveze, de quibus 
una*est culta relique 2 incultc, que venerunt sibi 
ex successione d. Ordulphi Scolere. Item Marsi- 
IIus de trimeleit dimidium mansum et quartale 
unius mansus et dimidiam pytheram sitam in curveze 
eultam. Item Gertrudis fiiia tristandi quondam 
unum et unam pytheram sitam in curveze eultam. 



376 



Item Gcrhinus Rychardus et Eybela de cor* 
veze habent tria quartalia unius mantus et nnani 
pylheram sitam in curreze caltam. Item Gerardu* 
iamulus decani s, Paulini dimidium mansum et di» 
midiam pytheram sitam in novo monte cultam. Item 
Nicolaus b o p t e n unum et unam pytheram sitam in 
novo monte cultam. Item domini doraus theutonice 
unum et unam pytheram in novo monte cultam« 
Item Jobannes de ellingin unum mansum cum di- 
midio et unam pytheram cum dimidia sitas in novo 
monte cultas. Item Henkinus filins Rulkini quon- 
dam in hosegasse dimidium mansum et dimidiann 
pytheram sitam in novo monte cultam. Item d o , 
minadecornul et dimidiam pytberam sitam in 
hoto monte cultam. Item d. Trist an dus filiu* 
quondam d. Jacobi junioris unam pytheram sitam 
in novo monte cultam , que dicitur eilende p y -» 
there que non habet aliquem mansum. Item Barw 
tholomeus wolf dimidium mansum sine aliqua pj- 
thera. Item Ordulphus filius quondam d. Ordulphi 
dicti 8 co lere dimidium mansum sine pythcra» 
Item d. Reynherus de Brycle dimidium mansum 
sine pythera« Item Jobannes de eurveze dimi- 
diam pytberam sitam in eurveze, ad quam pertinet 
una domus eum orto adiacente que non pertfnet ad 
mansos, Item d, Colinus Bonifocii \ mansum sine 
pythera, 

8. Nota quod in toto sunt 24 pythere, de quk 
kus 17 site sunt in curreze et 7 in novo monte,. 
de quibus datur domino medietas et dominus solvit 
dimidias expensas in colligendo et ipsi ducent in» 
torcular domini in palatio sub expensis suis et cus^ 
todient, 



377 

9. Item temporibus d. Henrici Archiepisoopi 
pie memorie locata fuerunt 60 jurnalia, que sunt 
sita in campis s. Paulini in 4 peciis , d. Bonifacio 
teniori quondam pro tribos libris treyerensium de* 
aariorum, de quibus nunc habet d. Johannes preu« 
dorn duas partes scilicet 40 jurnalia et relicta Boe- 
mundi dicti hanschilt tertiam partem scilicet 20 
jurnalia; de quibus tribos libris debentur domino 
40 solidi et alii 20 «olidi ad hospitale ecclesie 
naioris. 

j.0. Item dominus habet supra t u m b a m retro 
S. Maximinum 42 jurnalia, que ad presens non colun- 
tur. Item habet dimidiam partem decime in Bus« 
sofzholtz a superiori yia ascendendo que incipit 
in silva dominorum 9. Maximini ex opposito palacioli 
et finit in proxima yia ascendendo versus Treverim, 
et reliqua pars ipsius pertinet ad hospitale ecclesie 
maioris. Item dominus habet 2 partes decime de 
30 jurnalibus sitis apud Steynbrucke in media 
yia eundo palaciolum ratione patronatus ecclesie 
8. Martini in palaciolo et rector ipsius ecclesie per* 
cipit tertiam partem, et ipsa 30 jurnalia spectant ad 
roansus in palaciolo et tenentur jugkorn. 

11. Item dominus habet in doto monte unam 
yineam que dicitur grfishe que habet 6 jurnalia 
yel citra quam oolit dominus. Item dominus habet 
S jurnalia terre arabilis iuxta s. crucem, de quibus 
dum coluntur habet dominus 1 maldrum frumenti 
de hiis quod in eis creverit. Item dominus habet 
40 jurnalia sita ubi yinarium Archiepiscopi dictum 
in den'ma r, «et solyit quodlibet jurnale 1 maldrum 
siliginis annuatim; de hiis possidet dominus 2 jurna- 
lia pro orto et domini de hymonrode habent 



378 

antun pralam ibidem de duobus jurnalibus , de hiis 
jolrunt 2 maldra tritici quorum pratum est* 

12. Item dominus habet unum pmtam quod 
dicttor b r a 1 e de quo habent domini maioris eccle* 
me unum plaustrum fem pertinens ad hospitale 
ibidem annuatim, dedttcendo cum 2 equis extra pra- 
tum et tunc posaunt addere plures equos, et tene- 
tur eommunitas treverensis ipsum pratum congre- 
gare et debetur euilibet persone onus pauis prout 
in libro antiquo domini continetur. Item dominus 
habet 1 pratum apud torcular episcopi de quo da- 
tur ad hospitale maioris ecclesie tertia pars sub 
expensis domini et relique due partes cedunt do- 
inino. Dominus congregat dictum pratum expen« 
sis suis. 

13« Item dominus habet in casella a domi- 
nabus de orreo 3 amas Tini annuatim, et tenctur 
dominus eas defendere ab omni violentia. dtem cel- 
ler an us pailatii due sextaria. Item portenarius pal- 
latii unum sextarium. Item dominus habet in wilre 
supra montem dimidium maldrum tritici de ccnsu 
de quibusdam areis quas nunc possidet d. Egidius 
de ponte miles. Item dominus habet 1 vineam. 
apud torcular episcopi contirientera 1 jurnale quam 
colit dominus. Item dominus habet de quadam vi. 
nea sita apud s. Jodocum 9 solidos census quam 
possidet d. Johannes preudom. Item dominus ha- 
bet 6 maldra siliginis de fundo molendini siti ante 
curiain officialium domini in treveri, que dedit Ru- 
dolpho panetre ad dies vite. 

14* Item habet pallattum sigillum proprium, 
quod nichil debetur vendi nee alienari de hiis que 
speetant ad pallatium, nisi mediante ipso sigilloj 
quod habet ad presens Marsilius de trimelit. 



379 

15* Item sciendum est quod inqutsitum est a 
centurione de Vrio et commuoiuti ibidem, 
quot donas oontineat unum jurnale, dicunt quod 
{lue done et dimidius, pes faciant unam yirgam, que 
Tirga continet 15 pedes cum dimidio, et quod 32 
yirge faciant unum jurnale pro longitudine, et pro 
latttudine 5 virge , et sie teneret jurnale 160 Jirgas, 

XLHI. Jura Domini in Pallaciolo inquisita 
prout melius poterant per scabi- 
nos ibidem Anno M.CCGXXUI. die XVII. 
mensis junii. 

1. Habet dominus in pallaciolo de roansis 
50 maldra siliginis que dieuntur juchkorn. De 
biis cedunt ecclesie b, Marie ibidem 10 maldra de 
quinta parte et defalcantur domino unum maldrum 
cum dimidio siliginis de campis suis que provene- 
runt ad dominum ex parte vrounde. Item de* 
bentur domino de mansis 40 solidi census. Item 
150 pulli semper per festum b, Petri solrendi. Item 
250 ova. Notandum est -quod propter ignorantiam 
inansuum qui non possunt inreniri per numeruro, 
sunt 9 jurnalia estimata pro uno maldro siliginis 2 
iertonibus avene 2 pullis cum dimidio 7 oris cum 
dimidio et 40 solidis trever. ; in toto prout superius 
exprimitur, qui cedunt in festo b, Paulini. 

2« Item per omnia rura que coluntur cum 
terra salica reeipit dominus quintam gelimam et dat 
de sua quinta gelima monasterio pallaciolensi quin« 
Um partem« Item habet dominus molendinum ibi- 
dem 7 quod locatur pro maiori quod potest, et dat 
monasterio 1 maldrum siliginis et tenetur domino 
1 porcum de 20 solidis. Item habet dominus unam 



3*0 



tOram castanearum, que locatnr pro maiori quod 
potest et quinta pars est monasterii pallaciolensis. 

3- Item habet dominus bannua in mosella 
a ripa iuxta monasternnn b. Marie ad martrres, qui 
deseendit nsqae ad kylam, que aqua locator um 
piscatori pro maiori quod potest; que boe anno lo- 
cata fuit pro 12 Kbris; et omnia iara qne cedunt 
in aqua tont illius piscatoris et dicitur rroneri« 
schere. 

4- Item habet dominus ibidem tres athtas 
continentes 48 joxnalia qne sunt iibere domini, qoe 
athte teneotnr dimidiam decimam, et dne partes 
sunt domini et tertia pars pertinet ad ecclesiam s. 
Martini. Item dominus habet 1 athtam sitam iuxta 
bivere continentem 16 jurnalia, que dicitur spen* 
derie que dat decimam integram ad ecclesiam s. 
Jacobi in birere. 

5. Item dominus habet ibidem 1 pratum sitam 
iuxta predictam athtam, que dat decimam »d eccJe* 
| siam s. Jacobi in birere et dicitur di spindirs 

wisse. Item dominus habet ibidem 1 pratum iuxta 
litus quod dicitur bryedal. Item habet dominus 
1 pratum iuxta fcylam que dicitur riespunt, que 
dat quintam partem monasterio pallacioJensi* Et 
tenentur hec tria prata congregare tili de pallaciolo 
et inducere sub expensis domini. 

6« Item dominus habet decimam magnaxn ibi» 
dem de qua dat ecclesie b. Martini tertiam partem, 
preter de campis qui spectant ad monasterium pa- 
laciolense et ecclesiam b. Jacobi in birere. Item 
dominus habet decimam parvulam ibidem de oribos 
de porcis de anseribus ac de aliis minutis, et tertia 
pars est ecclesie s. Martini. Item debentur domina 
3 mutones de curte de kockilberg qui consu« 



381 



iiitintur in messe. Item dcbent homines in palkciolo 
athas domini metere et inducere sub expensia do* 
mini, dum dominus suo arratro colit, 

7. .Item habet dominus ibidem de exactione 3 
libras treverenses. Item de vino dicto banwin 3 
Ubras, et tenetur eis dominus 3 amas yini quod di- 
citur banwin. Item habet dominus de villicatione 
20 Solidos; item de forestria 20 &ol. ; item de villi- 
oo 1 porcum de 20 solidis. Item tenentur ripam 
ducere de birere usque ad molendinunv domini ibi- 
dem düabus viribus in anno et mundare* de hoo 
hftbent 1 naansom specialiter debentem 2 roaldra si- 
liginis que ipsis cedunt pro expensis. Item habet 
dominus quosdam carnpos sitos apud gefdin qui 
dicuntur pytherin de quibus datur domino rae- 
dietas de , fructibus que in eis coluntur, et quinta 
pars ;illius/medietatis pertinet ad monasterium b. 
Marie ibidem. 

r 

XLIV. Jura d. Archiepiscopi in villa de 
Yräng, scripta anno d. M.CCG.XXIL 
die XIII. mensis marciL 

i. Primo habet dominus in yrang 20 mansus 
qtiorum qüilibet continet 15 jurnalia, et Solvit qui« 
Übet mansus in festo b. Andree 5 solidos, et est 
summa 5 libre treverenses. Preterea sunt ibidem 
rura silva culta, de quibus dantur domino 3 libre 
census annuatim et ni'chil plus qüod dicitur urabe- 
lin. Item solvunt dicti mansi qüolibet anno 7 mal- 
cfra cum dimidio avene cum diroidiis curoulis et 40 
panes in nativitate domini qui cedunt yillico; item 
in dicto festo qüilibet mansus 5 pullös et 15 ova. 

2. Preterea sunt ibidem sita 19 jurnalia que 
dicuntur jugen que debentur qüolibet anno 19 
nialdra frumenti qtföd in eis crererit, sed in tertiö 



382 

anno dam non coluntttr nichil solrunt, quorum jur- 
nalhim qointa pars pertinet ad taonasterium s. Marie 
ad martyres. 

3. Item sunt ibi sita 4 jornalia apad bydel- 
brücke que solvunt 4 maldra frnmenti quod in 
eis creyerit, et in tertio anno dum non coluntur 
nichil solvunt. Et domini s. Marie habent 1 jurna~ 
le ibidem pro quinta parte sua. Item est 1 jurnale 
prati quod dicitar dir gemeyndin wise quod 
solyit qnolibet anno 1 maldrum siliginis. Item per 
omnia rura qne in silya coluntur datar septima ge«. 
lima, de hiis qnarta pars est dominorum de Eyscb. 

4. Item sunt ibi sita 25 jurnalia qne dicuntor 
atbin, qne solvunt domino dimidietatem , preter 3 
jurnalia de quibus dominus dat de sua dimidia parte 
dominis s« Marie quintam partem et dum non co* 
luntur nichil. Item sunt in confinio ante silvam 
castanearum sita 14 jurnalia cum quartali que sol- 
vunt domino dimidietatem fhtmenti dum coluntur 
quod in eis creverit. Item apud rufum montem 
sunt sita 14 jurnalia cum dimidio de quibus datur 
domino medietas preter 3 jurnalia de quibus domi- 
nus dat de sua dimidia parte quintam partem dum 
coluntur. 

5. Item babet dominus in iesto b« Paulini f 
libras de exactione quolibet anno; item 6 libras de 
vino dicto banwin, de quibus tenetur dominus 
ipsis dare 6 amas vini quolibet anno quod dicitur 
banwin. Item debetur de villicatione quolibet anno 
10 Übrc; item de forrestria 3 Hbre, et deberent 
habere forrestarii 1 jurnale prati. quod dominus ha- 
bet ad presens. Item babet dominus 2 jurnalia 
prati apud vispunt que dant decimam dominis s. 
Marie | et tenentur ilJi de yra/ig cumuUre dictum 



383 

fenum et pallacioliun ducere. Item habet dominus 
ibidem 1 molendinum quod Tocatur secundum quod 
potest fieri et valet hoc anno 20 maldra siliginis et 
1 porcum et tenetur commuriitas vennam prepa- 
rare de ipso molendino. 

6. Item habet scultetus dum obsidet tria pla- 
cita in bnno et 2 wyssigen acht, et de quolibet 
placito habet ibidem pabulum et alias expensas. Item 
habet dominus ibidem unam vennam que annichilata 
est propter molendinum. Item habent domini de 
Esch 28 denarios censuum de 2 pratis que dicuh- 
tur vorsthuve. Item domini s. Marie ad marty- 
res habent conferre ecclesiam ibidem et decimam 
per omnia et rector ecclesie ibidem sextam partem 
decime percipit. Item habent 6 mansus quprum 
quilibet solrit tantum sicuti mansus domini. Item 
habent 13 jurnalia que dicuntur J u g e n , de quibus 
datur ipsis de quolibet jurnali 1 maldrum frumenti 
quod in eis creverit, dum coluntur, qui dant dimi- 
diam decimam» Item habent 6 Jurnalia sita iuxta 
athas domini, que dant ipsis dimidietatem. Item ha- 
bent 3 jurnalia que dicuntur wedenichuve. Item 
est ibi 1 mansus qui pertinet ad capeltam s. Andree 
retro majorem ecclesiam Trererensem, qui solrit 
tantum ^ sicut ujius de mansibus domini , Capellano 
ibidem, 

XLV. Iura d. Archiepiseopi in Curdele 
scripta prout melius fieri pote* 
rant anno MXCC.XXIII. die XIIL junii. 

1. Primö habet dominus ibidem 9 mansus sol- 
ventes in natale domini 9 maldra avene et 9 maldra 
grani, et quilibet mansus solvit 4 solidos in ipso 



384 

fest?» et 6 pullos et 30 oya cum 30 corticibus qn* 
luchtin appellantur et 2 panes in dictt) festo qui 
sunt villici. 

2. Item est 1 mansus ibidem qui dicitur par* 
silhuve solvens in omni iure 2 solides in dicto 
festo. Item est ibidem mansus qui dicitur vor st - 
huve solvens dimidium mal drum avene et 32 de- 
narios in dicto festo. Item est ibidem dimidius 
mansus piscarie qui solvit in omni iure 3 solidos in 
dicto festo. Item mansus qui dicitur gelasehuve 
solvens 3 fertones avene et 4 solidos. Item ibidem 
de bonis dictis der virder b rudere gut | mal* 
drum avene. Item de seylgut 10 solidi novitef 
acquisiti. Item est in myene 1 mansus qui solvit 
in festo Petri et Pauli 23 denarios et in natiyitate 
domini tantundem. 

3. Item habet dominus 2 athtas in cürdele 
babentes 20 jurnalia solventes domino dimidietatem 
sine expensis domini Item habet in curdele % 
jurnalia et in meyene 2, quo locata sunt pro 1 
maldro siliginis annuatim. ttem in pil liebe est 1 
pratum pertinens ad curdele, solvens annuatim S 
denarios. Item de areis Salicis solvuntur domino 
in natale domini 8 solidi 2 denarii cum obulo» Item 
per omnia rura que coluntur habet dominus septi* 
maro gelimam de silva qüe dicitur liylwalt. Item 
per omnia rura que coluntur in confinio de Lorge 
habet dominus septimam gelimam et medietas est 
abbatis s. Marie ad martyres. Item de quodam ägrö 
sito apud wilre 6 denarios annuatim» 

4. Item quilibet qui moratur apud pilliche et 
myene habens aratrum unum tenetur domino in me- 
dio martio 1 maldrum dominicale avene ad curiam 
in curdele, quam avenam pereipit burgimagister in 



385 

pilliche; et nota quod qui habet dimidium aratrum 
tenetar dimidium maldrum et qui habet unam bes- 
tiam tenetur quartale. Item dominus Jacobus et d. 
Tristandus fratres filii quondam d. Jacobi junioris 
sunt patroni ecclesie ibidem et percipiunt duas par- 
tes decime et pastor tertiam partem et conferunt 
ecclesiam et sunt feodati a d. comite de Wyde- 
munt; habent etiam ibidem unum molendinum dicti 
fratres ab eodem comite, quod solvit ad presens 13 
maldra siliginis et 1 porcum de 20 solidis. Item 
tenetur domino yilUcua ibidem 1 porcum» Item 
habet dominus 3 libras de exactione. Item 3 libras 
de yino dicto banwin et tenetur dominus ipsis 
dare 3 amas yuu\ Item de yillicatione 20 soUdos» 
Item de quibusdam ortis ibidem debentur domino 
quolibet anno 3 solidi 2 denarii. 

XLVL Bec sunt iura d. Archiepiscopi in 

Villa de Lyye* • 

1* Primo habet dominus in lyye 8 öarratas 
Tini de censibus secündum mensuram pallatit, eCort- 
tra advocatus habet 8 maldra siliginis, ttem habet 
dominus de precaria ibidem 8 carratas et advocatus 
4 carratas« Item habet dominus de iure dicto pre-> 
symwin 13 amas cum dunidia* Item dominus habet 
ibidem 1 inansüm qui dicitur vörsthüye de <|üo 
debetuf domino 6 ame Vini, 

% Item habet advocatus ibidöm anno quolibet 
10 libras treyerenses de exactione et habet ibidem 
yillicum suum et tertiam partem emendarum excep» 
tis in duobus placitis acilicet budinc et yorst* 
huye; et sunt ibidem 7 scabini qui iufant domino 
•t adyocato; et quanda defectu* wt d* uno, scabini 

25 



386 

eligunt alium qui ipsis melius yidebitur cxpedire in 
presentia officiatorum domini et advocati; officiatus 
adyocati dat sibi ramum, et ille officiatus habebit 
6 denarios, et iurat domino et advocato fidelitatem 
et utrique iura servare. 

3* Item quando exactiones ponuntur conyeniunt 
oflficiati domini et adyocati in domum yittici advo- 
cati cum scabinis et ponontur exactiones in queml». 
bet secundum quod ipsis melius yidebitur expedire. 
Item quando scultetus vel alii officiati domini ve- 
niunt, debent venire in domum yillici domini ibidem 
et debent recipere pabulum et pullos in yilla, et 
similiter adyocatus veniet in domum yälici sui et 
idem facit. 

4. Item quando venatores domini veniunt que- 
libet domus tenetur eis dare unum panem et non 
ultra, et ille yillicus de yorstbuye tenetur pro- 
curare canes tante. Notandum est quod inquisitio 
facta fuit de numero mansuum, dicunt scabini quod 
eis non constet, sed dicunt quod super quodlibet 
jurnale terre arabilis sint posita tria sextaria yini, 
et secundum boc colligantur census domini; et do- 
minus tenetur cuilibet scabino 9 sextaria yini et bu- 
dello 6 annuatim in yindemiis. 

XLVH. Jura 3. Arcbiepiscopi in Waltraco 
scripta prout melius fieri pote- 
rant anno A. M.CCCXXHL die Xffl. 
junii 

1» Frimo habet dominus in waltraco 16 
mansus quos babent homines domini ibidem comroo- 
rantes, De hiis 16 mansibus tenetur qvilibet in fest* 
t, Pautiai 1 nialdru» siligmis 1 maldrmm arene 8 



387 

solidos denariorura treverensium 8 pullos et 40 ova. 
De his 16 mansibus unus integer est libere yiUici et 
forestarii ibidem; et de dicto censu siliginis datur 
1 maldnim ad vennam in ruvere faciendam» 

2. Item sunt quedam aree site in morsceit 
et in lanzinberg qui tenentur annuatim 2 mal« 
dra avene in festo s. Paulini, que non spectant ad 
mansus. Item habet d. Johannes de Orreo 1 
mansum ibidem qui dicitur stenkinhuye pro ho- 
magio. Item Cono de pallatio 1 mansum qui 
dicitur zydelerehuye pro homagio. Item d. 
Wilbelmus de Orleye 1 mansum qui dicitur or- 
leygirhuve pro homagio. Item habet d. Coli- 
nus bonifacii bona feodalia ibidem a domino, que 
bona habent homines domini ibidem pro 32 soKdis» 
Item habet Symon de laynstein quedam bona 
feodalia ibidem a domino que dicuntur r/deleyn« 
Item habet quedam bona que pertinent ad feodum 
castrense in griraberg. 

3. Item habet dominus quolibet anno de exac- 
tione 4 libras 10 solidos« Item de censibus man« 
suum de quibus superius fit mentio, et de quibus- 
dam alüs censibus de bonis Salicis domini concessis 
10 libras 10 solidos. Item de yillicatione 40 soli- 
dos. Item de vino dicto banwin 6 libras de qui» 
bus tenetur eis dominus 6 amas. Item habet domi- 
nus ibidem 1 molöndinum quod nunc habet yillica 
de morsceit, de quo tenetur domino quolibet 
anno 6 maldra siliginis et scabinis sculteto et fores- 
tario unam commestionem in primo placito post 
pascha. Item habet dominus terram salicam ibidem 
de qua datur domino dum colitur quinta gelima. 

4. Item sunt ibidem 15pythere ab antiquo, 
que divise nunc sunt in plurcs petias, de quibus 



388 

datur domino dimidietas yini f et tenentur portare 
in torcnlar domini ibidem et diridere sab expensis 
sab, et tenentur proyidere nuntiis domini in yinde- 
miis et yinam dncere treveris. Item habet domi- 
nus ibidem 1 pomerium de qao datur domino me- 
dietas fructuum si que sunt. 

5. Item quicumque manet in waltraco, 
cuiuscnnque homo sit, tenetur domino 3 bandage 
serrire. Item tenentur Uli de waltraco renn am 
reparare ia rarere et datur ipsis 1 maldrum sili- 
ginis de censibus mansuum domini prout etiam so- 
perius exprimitur; et illi de oyspurg tenentur 
stipites ' ducere ad ipsam yennam. Item tenetur 
qnelibet domus 1 pullum in carnispriYio« 



XLVIII. Hec sunt iura domini Treverensis 
que habet in aquis circa Treve- 
rim, videlicet mosella, sara, gar* 
et yysschebach, 

que uniyersitas piseatorum commorantuum intra ci- 
vitatem tre verengern et in suburbio eiusdem. smguUs 
annis sabbato post dominicam Quasi modo geniti, 
quo ipsi omnes in palatio treyerensi tenentur cos- 
venire, ut sequitur, per juramenta eorum. ostcs» 
dunt. 

1. Et primo sciendum quod singulis annis sab* 
bato post dominicam Quasi modo omnes piscatoits 
commorantes in ciyitate treyerensi et eius suhurbit 
tenentur con venire ad palatium annuale sine rew 
sitione et mandato superioris, et quilibet abtens 
tenetur cellerario palatii 6 denarios pro emenda. 

2. Et ibi omnes piscatores predicti tenentur 
eligere concorditer unum magistrum, et ipsum ceU 



389 



lerarius palatii nomine domini treverensis tenetur 
instituere ^ad officium memoratum j et si dicti pis- 
catores in* electionc non essent concordes, tunc cel- 
lerarius palatii unum magistrum nomine doraüii tre- 
yerensis eligere et confirmare poteät sine piscato- 
rura contradictione et reVöoatione, et dictus raa- 
gister jurabit domino fldeliter servare omnia iura 
sua. Et si dicti piscatores eüsent adeo potentes vel 
rebelies quod magistrum per cellerarium ordinatum 
nollent admittere, extunc magtster palatii dictos 
piscatores ad boc potest arctare, ut magistrum per 
cellerarium ordinatum admittant, 

3. Et dicto sabbato magister ordinatus . vel 
alter piscator vice magistri tenetur in dicto placito 
facere bannum ne aliquis loquatur verbum alterius 
nee sedem alterius possideat sine licentia sui supe- 
rioris» Et dicto die dicti piscatores adiudicant do- 
mino trererensi flurium mo seile a ripa dieta 
dylmerbach prope nemus rem y che usque ad 
archam sitam in litore moselle prope muros con- 
fluentie, et suram ascendendo usque ad rupem dic- 
tam edinsteyn prope yillam dietam edingen* 
et sarara a ripa die ta hesebacb prope syrsberg 
usque ad opidum conflueutiam ad archam me- 
moratam, 

4. Et si dicti piscatores infra terminos pre- 
dictos caperentur yel invaderentur, dominus treve-t 
rensis eos liberare tenetur; pro qua Übertäte dict 
piscatores qui retibus utuntur tenentur domino bis 
in anno piscari et pro qualihet vice duobus diebus, 
et tertio die dictos pisces dividere, quorum medie- 
tas cedit domino et reliqua pars piscatoribus ante- 
dictis. Et si contigeret quod dominus treverensis 
haberet hospites sollempnes, vel quod in aliquam 



390 

expeditionem esset iturus, tunc dicti piscatores ad 
rogatum domini pro tertia vice consimili modo 
prout prius piscari tenentur; et pro . qualibet vice 
, dominus treyerensis tenetur eis dare 12 panes carie 
partim^Rbos et partim nigros et 1 sextarium yinL 

5. Et sciendum quojl ceteri piscatores qui 
retibus non utuntur sed^nsis piscantur, tenentur do- 
xnino rusas iuruyere fapere pro piscibus dictis 1 a y a 
capiendis, et dominua, tj^verensis econtra tenetur 
dictis piscatoribus rusas facientibus dare 1 situlam 
yini et 1 fercellam cum dimidia pania partim albos 
et partim nigros. Item sciendum quod piscatores 
utentes instrumentis dictis bar cum quibus fundule 
capiuntur, tenentur semel in anno perunam noctem 
sua instrumenta ponere in aquam et media pars 
piscium que in dictis instrumentis reperitur cedit 
magistro piscatorum et reliqua pars piscatoribus 
dictos piscea capientibus. 

6. Item piscatores treyerenses non debent yen* 
dere pisces nisi prius pro bospitio domini treyeren- 
sis fuerint empti ipso domino in civitate treverensi 
Tel eius confiniis existente, et quicunque in con- 
trarium faceret tenetur domino ad emendam 5 solt- 
dos« Item quicunque officiati domini treyerensis 
pro bospitio domini pisces emere yellent supra ri- 
pam et si piscatores dictos pisces nimis pretiose 
estimarent, extunc dicti officiati dictos pisces rcci- 
pere possent secundum estimationem duorum pisca- 
torum qui super boc per officiatos domini mediante 
eorum juramento essent requisiti. 

7. Insuper babet dominus bannum in mosella, 
qui incipit ubi sara et mosella conyeniunt circa 
mediam partem pontis de contz et finitur ubi ripa 
que dicitur yysscbebach fluit in mosellam prope 



391 



8. Mariam apud martyres, in quo banno quicumque 
piscator salmonem, lays, luceum, sylurum, lam- 
preydam vel carponem prendiderit qui 6 denarios 
vel amplius valuerit, dimidictatcm d. Archiepiscopo 
dabit et si minus valuerit nichil dabit, et quicunque 
contrariam faceret cederet domino treverensi pro 
emenda 60 solidorum et 3 obulorum. 

8« Item a predicta ripa yysschebach prope s. 
Mariam ad martyres usque terminum nbi kyla in 
mosellam fluit habet dominus piscaturam in qua nul- 
lus piscator audet piscari nisi eam habuerit in lo- 
cato, exceptis piscatoribus qui semel in ebdomada 
possunt piscari in ea cum retibus dictis slanetze 
et rotte, sed cum reti dicto albeler possunt 
cottidie piscari in ea. Et sciendum quod dicta pis 
catura quandoque locatur pro 16 Hbris, quandoque 
pro 18 Hbris, quandoque plus Tel minus« 

9« Item habet dominus yennam in geyssart 
prope rubrum montem que solvit annuatim 200 
angwillas et 40 solidos. Item habet dominus vennam 
in Jyye que anno preterito nicbil solvit quod an- 
nichilata fuit propter habun lantiam aquarum in 
byeme, sed pro annis futuris videlicet per triennium 
locata est pro 5 libris annuatim, et ille qui habet 
eam in locato tenetur eam reficere suis expensis. 

10* Item sciendum qupd oranes piscatores pres- 
titerunt domino juramentum super e^us iure in aqua 
dicendi et quicunque juvenis in e or um fiater ni tat em, 
reeipitur, cum ad annos pervenerit simili modo do- 
mino treverensi seu eius cellerario jurare tenetur. 



398 

pvmp^mh 



$>ic Sftec&te emcs ÄdmmererS t)on 3öft$* 

Sßttyefm, ©raf wn 3fult(fc , beftfmmt bie Stec&te 
feine* Srbfdmmererd , be6 bitter* ©erfcarb von 

bem ©ungart, 1331- 

Weyr Willem Greyf yon Gulge doyn kunt al 
den dey na sin ende comen moygen, dat weyr n*t 
deysen 'entgeyn wordigen breven bekennen , dat her 
Gerart ran den bungart uns )eyfe x rydder, ende 
nay eyme sin regte erve ys, unse Erfoamerere ya 
ende bayt geweyst lange iyt. Ende danaf bekennen 
weyr eyme erfligen dat Reygt dat hernay gescrey- 
ven steyt. 

1» Dat erst ys wan weyr in unsea rayde staya 
uns dirdmer * of mc, dat bey ungeheyst daria gayn 
moyge. 

2. Vort way weyr dry par eleder gey*** ia% 
bey dat yeyrde baren sah 

3. Vort sal bey uns Seygel alle dragen usge* 
nomen uns beymeligb Seygel, ende sal upbeyen 
>Vat dan ayfe velt, dan ayfe ys bey sculdigb una 
ende unser Vrowen offer zo geven als bey by una 
ys , ende unsme gesinde veyr werf des jayrs de j\ 
nemen willen« 



1. Ober selbdirde, er unb |wei ftnbere, 

2. $tfot. 



393 

mSSSSSSSSSB 

4 Vort ys hey sculdigh zo dragen de slussele 
Tan unsen groysen Seygel ende ran unsen gelde, 
ende dey cuffer solen sin weysen, 1 swanne weyr 
nuen hayfen* 

5. Vort swanne weyr hoyfen * ende dey coyst 
alleyn bezalen, so ys hey sculdigh uns ende unser • 
Yrowen wasser zo geven, ende dey becken solen * 
weysen sin. 

6. Vort swanne weyr eyn nuwe bedcfe mag- 
gen, dat weyr degeligs urberen 9 willen, so sal dat 
aide weysin sin. 

7. Vort swanne weyr unse Vrowe erstwerf 
heym brengen, so sal hey uns unse bedde bereden 
ende maggen; des morges salt weysen sin. Ende 
als sulge reygt heyt hey Tan unsen eisten Sone. 

8. Vort solen al unser Cameren ambt under 
eyme sin. 

9» Vort swanne weyr hcwen, so solen al ent- 
fencde tortis 4 sin weysen, endß deygelligs dey dir« 
dehalyfs Toys lanc sin. 

10« Vort sal hey in unsen hoiff sin als hey 
wilt, of weyr, ende daryne ensal eyme neyt Ter- 
aaght sin nog dure beschlossen. 

11« Vort sal hey bi uns sin der leyste als weyr 
sloyfen gayn ende der erste [als weyr upstayn, 
als hey wilt. 

12. Ende ensal neyman in unsen hoife, als hey 
dar is, dan hey Cemerere heyssen* 



1. wesen, feptl« 

Z ftof galten. 

3. Urber 9?ufceti, urberen benüfcen. 

4. 9?teter(änfc : tortyie, toortse, eine JacM. 



_394_ 

13. Vort sal hey urer al unser reyggenungen 
sin, Vort geloyft dey selve Gerart tut sigh ende 
sine erve uns zo deynen als hey geloyft ende ge- 
sworen layt. 

Umme dat deyt deysme Gerarde ende synen 
erven steyde ende gantz sy ende erfligen blive, so 
hain weyr unsen Seygel mit unsen wissen ayn dey- 
sen breyf gebangen. Deys breyf is gegeven als 
men scrift nay der geburde goyz dnsent dry hundert 
eynendryssigh jayr y zo unser Yrowen leygtmissen« 



395 



Dyt synt eyns Erffraarschalcks van Gulge 
Rechten. 

1. Item der Erffmarschalck aal lyn onthalden 
horagesynde boren VI pert, neit dar onder. 

2. Item he aal ayn heymeliche Rait, ind mach 
gaiA ongeroiffen in allen rait Syrien faeren angaende, 
ind ial syns heren Stathelder syn, dae eyns heren 
gebreche were, bys an synen heren, * 

3. Item he aal syns heren reche nachäfft myt 
besytsien, 2 ind ran eyder rechenschafft eyn alden 
achylt baren, ran dem« de ay deit 

4> Item he aal jaira ayne hleydonge hären als 
ejrnem Erffmancbalcken gehurt, ind he aal achul- 
dich »in des heren ind ouch der onderseysaen wort 
SO doln zo yrea nocden. 

5. Item aa ein liere zo hogezyde off also* 
hoyfft, dae de coat «in ia, 3 ao aal der Erffmar- 
schalck deynen ind setzen z'essen up der orerater 
tay fielen, ind behalden ouch de aylreren dexsell, 
up der apyaen lygen sulleo, dae deme oreraten mjt 
gedeynt wirt, id enay dan dat sy yme uffvermynt 4 
werden ran ayme heren. 



ttr feil feint« $trrn Statthalter fruit, rwiin tiefer ft&ft, 

fit* Bie <$dd)e an benfttötn gelangt. 

Sei abnähme ber iajteej • Otedpnuns ättflftn. 

Muf eigene 9t«bnun«. 

SHon minne - unabilii compoaitio : gAttid) atat^anhK. 



396 

& Item as dick* ein nnwe here so Goflge 
eirtt ynne koiapt, so sal der Erffmarschalck den 
benxt dae he np ynne reit baren, ind mach den 
selrer Densen off doin nemen as he daran steit. 

7. Item des gelichs maeh he onch doin waen* 
ind rosse ab sjn nnwe Yrauwe int lant kompt, id 
ensy yme dan affrermjnt ran syme heren. 

8. Item as der here herrart hait, so sal man 
alle gebot doin ran des beren ind syms geweidi- 
gen marsebalcks wegen, ind dan sal der mar* 
schalck onch des beren stat rerstain dae sjn here 
neit tgaenwerdicb enwere, ind sjn riebter over 
alt dat in dorne her an richten gebort, ind des, 
sal yme ouch mallich onderdenich, ind gehoir- 
sam syn. 

9. Item man sal deme marsehalcken orer all 
anlereren, nmb dat be der eirst bereit moyss sysw 

10. Item man sal deme marsehalcken in der 
herrart syn wympel off ein seichen data roeren, 
dae an man yn onch mach kennen; lrsnt des is 
dick noit in der herrart; ind dat id yme gfcbtey- 
che an deme benxt dae he selrer np seysse, so 
mach he up syns beren henxten eynen sytnea* 
ind schaffen syns heren orber vort. 

11. Item alle geiererde benxt ind pert sollen 
des marsebalcks «yn, ind he sal ouch schaldick 
syn syme heren de somme daran zo behalden, ind 
•yme heren by syme bescheyde zo sagen, wat he 
meynt dat sy wert geweist weren, as he damnh 
gerraigt wirt, sonder argelisi. 



1. @o oft. 
%. Sftjett. 



397 

12> Item as man stryden off stürmen sal, so 
mach der marschalck nemen ein redeliche zaele de 
up yn in den bannere warden, want sy geburt 
yme van erffschaff 1 zo haven; ind wirt eyn Sloss 
gewonnen off upgegeyen dae der here vur ge- 
sogen 18) als balde de banneir dar up bracht is, 
bo is all gereyde have de dae up were des mar* 
schalchen, neyt uysgescheiden dan de geyangen 
ind ooch wat naelyast were, dat ensal he neit 
aufbrechen. 

13« Item der hnchenmeister sal yme in der 
hervart bestellen alle oyssen enngen umb dat he 
geringe 2 spyse have, up dat he neyt yerbeyden 3 
endurffe syns heren orber zo doin» 

14. Item alle gemeyne Vrauwen, in deme her 
weren, sullen eynen marschalchen off deme he 
dat bevelen wirt, zu eyder wechen eintz mit eyme 
alden Turnysse 4 bekennen, ind daromb sal he sy 
yur gewalt heschyrmen. 

15. Item want der marschalck eyn gewalt- 
schyrmer in deme her is, so sal he ouch sin 
recht haven van allen sachen ind kommentschaff* 
ten als sich dat geburt. 

16. Item der here sal deme marschalchen 
ein goit houftman sin ind yn wael belegen van 
allen Verlusten ind costen, he off de syne umb 



1. <g* foUte ifjm ein Srbarunfcbeity attdemtefen fepn, worauf 
er foldje Umaefrung unterhalten formte. 

2. facilis, (eidjt }u fantya&enbe (gpeife. 
8. SBerfäumen. 

4. Xournoit. 



400 

ein Surf) übet bie aufnähme ttttb ba* »beerben ber 
Drben*gtieber geführt werben: allein eben ber £)rt, 
wo man ba* 3fobenfen eine* gegen ©eibern trt&mpf* 
ten ©iege* feierte, warb tin Opfer be* im 3af>r 1543 
erneuerten, ungtücf tiefen Streite* wegen ©etbertu 
5Da* teayittl würbe 1550 in bie ftejiung Süfidj *er* 
legt, wo e* bi* jur allgemeinen SlufWfung ber geifb 
ticken £6rperfd>aften beftanben. Sa* ärd>i& befferben 
fyat un* fein ©enfmal über ben Jpubert*orben auf» 
bewahrt 



Articuli sent Hubert« ordens wie sich die 
broedere halden sullen* 

1. 

Item sali eyn icklich broeder sweren weder 
inynen genedigen beren nyt zo dojn mit raide noch 
dait, ind vort alle punten ind artikell in deme brieve 
der broederschaff zo halden ind %o roUurea tut 
alle synre macht, 

2- 

Item off it eyneben broeder so gelegen wurde 
eytz off anderer bewantenis off undersaissicheit 
halven, dat bie weder mynen genedigen beren doyn 
moist; dat sali hie mit synen offenen versigelten 
brieve myme genedigen beren Vi wechen lanck zo 
voir verkondigen i ind synen eyde ind dese> broe* 
dersebaff upschryyen, ind damit synen orden ind 
halsbandt oyersenden zo Nydeck» 

3. 
Item sali eyn icklich broeder sent Huperte arent 
Tasten ind synen daeh vyren, off dar tut geren 



401 

dfy albus in dese broederschaff off armeo luden 
wie eme geliefft 

4. 

Item sali eyn ichlich broeder alle dage spre- 
chen V pater noster ind so vyll are marien in ere 
gotz ind der hilger Tuff wonden , as die sent Hui 
pert tuschen den hirtz hörne ersehenen, dat eme 
got ind sent Hupert sync yuff synne behueden 
wille« 

5. 

Item sali ein Schlich broeder sprechen up ick« 
liehen yridach in der quattertemp XV pater noster 
ind so yyll are marien nur alle broeder, in desen 
orden verstorben* up de dage sali men alle broeder 
ind suster begaen , sy synt letendich öff doit, zu 
Nydeck» 

. 6. 
Item «allen die broeder ander eyn broederlige 
truwe ind frdntschaff halden; ind hoirte emans up 
des anderen ere 'rechen, sali hie verantworden 
bis an yn, ind eme oueb, dat hont doyn sich des 
bo verantwordem 

7. 

Item sali eyn ioklich broeder van gueder Hit* 
terschaff syn ran syaen yier anehen, ind eyn rrome 
man der nyt weder ere gedain hait, ind sali Tort 
erberlich leren ind sich halden ind besonder in 
geyne offenbaren oyerspyll 1 nyt sitzen* 



«fc^i^h»-^*^-»^* 



1. A)le Personen die. beYonden worden oversseel gedaea 
•e bebben net een Vnmwe die sj weeten gebyljkt 

$6 



408 

& 

Item sali eyn icklich broeder gehmraam syn 
dat iair uiss, na hie gekoren wurde ran den Tier 
broedenneistere , ind dayn njt wrerelich sich hat* 
den ind alle sachea doyn as sich dat na lade de* 
hrieffs gebort. 



Rem were ejncher ran den broederen der steh 
nTt enhielte na inhalt des brieffs, off sich befbnde 
dat hie weder ere gedaia het off dede, des hie 
sich zo myns genedigen heren bescheidongen rar 
den rier broedermeisteren nyt Terantworden eil 
honde: der sali des Ordens ind broederschaff int- 
wyst syn, ind sali synen orden Tan stont noNydech 
OTersenden f gdich off hie gestorren were. 

10. 

Item sali ein icklich broeder bestellen an tyme 
testen f dat syn orden ind zeichen ia die kirch so 
Nydeck orersant werde as hie gestorren were; inA 
dan sal men yn da begain as siofc dat gebort« 

11. 

Item sali eyn icklich broeder syneii orden alle 
hilige dage dragen, ind hie sali al dage syn seichen 
dragen boeven off onden den cleyden, op eyne 
pene eyna alden thornis, den in die broedenchsif 
so geren. 



te 0jn , die Yerliesen als eetfoose ende tronwlt«* 
hunne Oflfcie oft© Staei, indien »y enge hebben. M» 
riaeae Land» en CNa*~Hecaten, 6* Deel, *« TytaL 
f. 3. Ais, 6. . 



403 

12. 

Item ensullen geyhe Vfauwenpersonen desen 
brden dragen dan der broeder elige huysfraüwen< 
die van Ritterschaft weren van eren Vier anchen as 
Vorschreven steit; ind dat Süllen sy beweren gelich 
üp die broeder geschreven steit. 

13. 

Item sali eyn Yorst geVen in den orden Xlt 
gülden ind deme bfcralde Uli, item eyn Grave off 
vry edetman VI ind deme heralde tt| item eyn Bit* 
terman dry ind deme heralde eynen, 

Item wer desen örden begert, der sali des 
inantlich off overmitz synen besigelten brleff an 
myme gnedigen berö doyn gesynnen; were dan 
Sache dat it synen genäden geliefft* sali inen eme 
eynen brieff geven an die vier broedermeistäre yn 
zo intfängen, so verre hie dar zö bequeme is mit 
der gebart syner vier aneben ind anders} ind Sol- 
chen myns gengdigen heren brieff sali hie vürbren* 
gen üp sent Hüpertz dach den vier broedermeiste- ' 
ren* ind die beweronge synre vier anchen sali hie 
euch overmitz eynen besigelten brieff van gwen 
erbeten unbesprochen Bittermannen äsdan mit by* 
brengen in vurschreven maissen; da Sali eme dan 
der orden verleent werden na lade des principaill 
brieffsi 



404 



xxn. 

tn ber ©treitfacfee be* J^erjog« ©erwarb tooit 
%üUd) unb JBerg gegen bie ©rafen oon, 3Rait/ 

berfdjetb * ©tanf en^einu 

3Bifl)erm II., #erjog t>on 3ÄK<ty imb (Mbern, 
binhrrfieß i»et etyne, 2Btlf)eIin unb Keinarf, bte ein* 
attber in ben 33efifc ber beibeft $erjogt&Amer folgten, 
unb eine 5£od)ter,' bie mit Sofyann t>on Strfel, SRarur, 
bie nad^erige ©ema^irtn 3oI)anrt$ *on <?gmont tt* 
»engte. 

aßifyetnt* »rubet, ©erwarb, %cdtt bie (hbtodjtet 
*on SBerg unb 9ta*>en$bcrg f>etmgefiH)rt ; feine gcfjnw 
per ^p^üippa »ar bie @emal)Knn ©otfriW *ou %octt, 
$crnt ju $ein*berg geworben. 

93ei biefer bretfadjen SBerbinbung be* 3&(id)fd)e* 
$aufe* Jarrte junddjjl ©erwarb* <?nfer, ber*$erjog 
«bo^ *©n $erg, auf bie reiche Srbfcffafr feine« äüm 
beriefen ßfceimä Weinaft *on 3Äftd> unb ©efbenu 
©reiche 8fnft)rüd)e unb ©rtoartungen fcegte STrnoft, 
6obn be$ eben genannten 3of)artn t>cn Sgmont; audj 
3obamt *on Seen, ©otfrib* ©obn, tvenn gfeidj fco* 
ber »etbltcfyen Settenfime ftommenb, richtete fetf 
Sfoge babin. Qattt fteft biefer audj tm 3al>r 1410 
»orrduffg abjinben raffen; fo warb bennodj 10 3<Ar 
fpAter £erjog SJbcfp^ bewogen, burd) einen netc* 
»ertrag bemfeften ben fftnfrigen SRtöefffe ber ftuftc 



405 

feine* Dfjtimi, unabgefdjieben ju einem Vierten Ztjcil, 
iujugtfte&n , um in if)m einen Derbinbeten gegen ba$ 
^auö (Jgmont $n gewinnen, Dtefe Uebereinfunft ging 
1423 in Grrfftttung; bod) nnr 3ultd) »ernteten (te jn 
behaupten, ©elbtrn ftel an (Sgmont 

Soljann Don Seen, fettbem tin #err ju 3&(i<4 
nnb #ein$berg, fyatte einen jweiten ©ol)n, ber mit 
(Sfifa&etl), ber (grbtodjter be* trafen ©erwarb *on 
33fanf en tyetm , SajWberg nnb ©erfyarbftein ober ©e* 
roftftein, ffd> Dermäfyfte; bie jüngere £od)ter be* 
53fanfen^etmifd)en $aufc* »arb* bie ©atttnn tintt $emt 
Don ©(^reiben nnb 9leuenftein , . beren einjtge 5£od)ter 
ba$ väUxüdjt dxbt tf)rem ©emaljf, bem ©rafen $>iet* 
rtd) »o?t ÜWanberfcfjeib juf&ljrte. 

©d>on im 3af)* 1341 tyatte ©erwarb, #err ju 
»fanf en Vim #. bie ©tabt ©eroftftetn ne6ft ber 33urg 
92en * Stfanfentjeim ju einem Sefyen nnb DffenljauS bem 
Wlarfgrafen SBttyerm Don 3üftd) aufgetragen nnb 
Derbunben. Hin gfetefted gelten* nnb ©effhungSrecfyt 
warb Don Johann, £erm ju ber ©d)feiben, in 3tn# 
fel)ung ber gleichnamigen ©tabt bem ©rafen 2Bil()e(m 
Don Serg im 3at)r 1360 eingeräumt, n>ad fein ©oljtt 
Sonrab 13S9 erneuerte nnb auf bie Surg Steuenflein 
auäbefynfe. 

SlKe tiefe tttjtn* unb @rbt)erl)<tftmffe führten ju 
Sern>icferungen, a« im %at)v 1468 mit SBitycTm, ®xa> 
fen Don S3fanfenl)eim unb iperrn ju 3iiftcf», unDermu* 
ti)et ba$ alte ©efd)led)t ber $erren von £em*berg 
erfofd), 

Damaf* tebte nod) ©erwarb, #trjog Don 3Afuft 
unb S3erg, bod) oft nnb gei|le*fd)»arf> ; feine @e* 
ntafyttnn jtanb an ber ©ptfce ber Regierung* < ©e* 
fdtffte. Sfyre erjic Sorge war, ben Jpeiirtbergifdptt 
Vierten Stottert an bem $er)ogtynm 3Midf> webet 



406 

tiwfätn t »cju Äaifer griebridj IV., (m Sttferrjft 
Meft* JReid)*lel>en$, uttb au$ bic ©tyue Start*«, 
©rafcn t>ou 9)tanbe?fd>efo# gegen tteberfaffuug Uv 
©tamutgiittr tye$ SManfenljeimifdjett #aufeS, au* beut 
(Te mÄtterKdjer ©eite ab flammten, mit tyrem SBate? 
&ereitt?itttg eijtfötmnten* 

$ietruft* «ttb fetti Crflgebonte* §uno c ber fcen 
Süd cineö (trafen 901t $[anfeu4am annahm, mußtest 
jebocf» in filtern fwrricfyett »ertrage (fd* fcerflfficfjten* 
bte ©täbte unb griffe» $(anfcttl)f im 4 ©cri?(tfle(n A jur 
©(Reiben unb ^euenfiein af$ ein ?e|jen unb 5ffeut)au4 
eine« £*rjag$ bon3ftltcf), ber jtd) berfeften jeb^eit ge* 
gen feine Seiube fcebieuen (Amte* beflfcen unb betnttwnen 
ju Rotten i unbt JHgrety erfJArtft* $afj fa fcöto Slrt 
gorberung pber S&tforucfc w ba* IjerjogficH $a*& 
t)dttcn A bem fetbjt, bei bem (ErWföen ifere* (gefdKedj* 
te$,. bte eben genannten SBefTfcungen ttblidj fyeimfatleu 
fottten. ©er $erjog gelobte fönen biegen fj toit uk 
(tef)/ Ief)nf)errrtcf)en ^><&u$< 

Äaum im S3eft$ bei; 9(anten^eimifd)en ?aube Ä 

festen e$ ben ÜWanberfdjetb, ba ft ft iW* eI jngeftanben, 
itjre anforde n>pt)( l}6l}er litten (tetten bürfen, <£& 
war aerabfebiebet werben, baß (te einen beftimmten 
£t>etr ber ©Bulben tyre$ ^rWaffer* abföfreu fpfften j 
fie j6getten A mit ber Sfeußerung* über bie ©ebityr 6m 
fd)W>ert n>otben $u fepn e unb trugen auf ©d)ieb$rid)* 
ter an* y bann fottte ein formelle* SSetfrag barübet 
ausgefertigt werben, 3Die &cr$pgiun ernannte ben 
böfen SBiöen unb bie »eitern abfluten i^er ©egner 4 
fie antwortete gereist; ÜR Annern bpn <^re (*fromea 
fcwtf 4 ) fe» ba* gegebene SJBprt &etfig, ©ofort »<wb 
SDte& aW tim be(eibigenb* Semerfung aufgefaßt unb 
«in totfte* $rieffoe^fer<tugtfu6tft, ber nur *pu bflt 



4or_ 

eodjK fettR aWenfeü unb ü>?e Steigerung immer beut» 
licfrer jn erfennen geben unb rechtfertigen foffte. 

SubejJ brang ©erf>arb, $err )u ffiobemadfern, 
auf Srflattintg t>on 6000 (Mbg&lben, fo er bem »er* 
ßorbenen Orafen fiöitfyefra *on gHanfenfyeim unb 3A# 
Iid> bargettefyen utib »obet tym, für ben gatt ber mdjt 
trfofgenben öa^ung unb ©ejlettung perf&niidjer 
@eißerfd>aft, ©e{bftf)ürfe mtttelft 9>fdnbung ertaubt 
»erben. 2)te SWanberfdptb [ernten bie ©eißeffcfyaft 
aU tint ßreng pttfinlidjt 93erpfiid)tung ifyre* (Srbfaf* 
fßrt ab, jeifltm ftcfr, ungeachtet ber Snterceffion ber 
J&erjoginn, fortbauernb fdjnnertg jur 3aWung unb 
forderten btefe fogar, ali enbüd) ber ©laubiger feinet 
Sertrag*re*te* ftcf) bebiente unb e* ju 2;t)dt(td)feitctt 
fam, jum tefynfyerrßcfcn ©djirm gegen benfeiben auf, 
»a* ffe aK wwrfdjdmt unb albern juruefwie*. Sie 
(grbttterung flieg. 

3»ei Stittertfeute, wn ber f^rpnt^agen unb 
®»aefgin , trieben $ef>be unb Staub im Jperjocjtfyum 
SüTtd) unb fanbtn Sd>u$ in ber ®raffcf)aft S3(an* 
fenfyeim. 3>ic $erjoginn (teß ben ÜWanberfdjeib bie 
Ungeb&f)r bebeuten unb »erlangte bie Oeffnung tyrer 
©cfyöffer, um jene aufzutreiben; ffe entfd)u(bigten 
(Wb* jur 3*it nid)t bat)eim gewefen ju fe$n, erftdrten, 
»a* ba* Oeffnungärecfyt betreffe, fid) bereit, »enn 
ftitwr eine Sntfdjeibung fefiftette, »ad t&re Verpflichtung 
in biefer JpinjTdjt mit (Trf) fttbre« 

©leid) bei bem ©eginn ber 3wi(Ugfa't fetten bie 
SRanberfdjeib fty »er bie Dtitfye unb bie JRitterfdjafi 
be$ $er|ogtt>um* iuxn gÄrttdjcn SUiätrag berufen , in 
ber Xbat jebod) nur um ifyre $anbrung*»eife Don 
einem rechtlichen ®d)eüt ntcfy ja entbtiJßen, inbefj ffe 
äjrem 2Rutbnntten freie* Spiet ließen« Denn, fo oft 
ürtteti aud) ein Xag gejlellt »erben, immer fanben (Te 



408 

te fem TOangtf eine* getngfomeii ©efettel, in ber 
ftartetfiAfeit einiger ber betriebenen Kfcfc ober 
Mutzt, ober in 2hc*fh*rl)AItmffen ju bau $erjog Mit 
Surgunb itnb best Crjfrtfdpf »on SErier, Somanb jnr 
Sereitetnng be* angeordneten Xaget. 

@o terfiefen faft brei 3aljre unter immer netten 
nnb )ägeOofern ©ewatttfjdHgf titen , af* enblid) ei» 
fhrenger entföetbenber ®d)ritt unnermeibftd) »arb. 
£ie Jpfrjoflüm beföteb t>re gefammfe JH'enft* Hnb 
¥cbn*ÜRannfcbaft itad>3äKd)/ nm über bie bat>in bor* 
gefabenen ÜRanbetföeib ein feierliche* tylaiwgeridjt 
«blatten. 

di erfd^enen bie ©rafen: 3el)amt bon Staffa*, 

$err ju »reba ; £einrid> Sunggraf bafelbft , #err jit 

Süfiein; ©erwarb b. Gayn; ftyüipp b. Sirnenburg, 

Sberfjarb b. SBittgenflem ; ©«beim nnb ^einrid) * 

Simburg; — Sie freien: Soerbarb b, ber fDtarf, 

#r. $11 Sfrberg ; Sfritof b b. Jörnen, Surggraf |u Dben* 

firdjen; SBttyefm t>. ©ombreff, £r. ju Mtrpcn nnb 

Sieden; $eütrid) Sogt nnb £r. jn £unoftßrut; — 

3Me SRiniiterialen bon 3&ttd) : 3ot)cum , £r. ju 9We* 

robe unb *pcter*bcim, Sanbbroft; (Sngelbredjt 9tyt *. 

-tfirger, ©rbmarfdjafl; 3>ietrid) *. »urtfd>eib, Srb^of» 

meifter; ©obart t>. bem SJongart, Srbf&mmerer; 

Äcinrid) *>. SHattcn, ©rbfebenf; — bie SHttter nnb 

£ned)te; Sobarnt tum gjranfenbcrg ; ©amipt **n 

gdjwanenberg ; Sanber SDWnd) t>. Moßmilen; Kcinoft 

*. ÜHerobe, $r. ju ftrenfc ; Daent nnb ©otfeftaf f *. 

$arbe$ £einrfd) *. Jpompcfd); lieber, Sarfer«, 3* 

l>ann nnb ffmont b. galant ; »rnolb v. fBkberflein ; 

»albewüt b- «erge; @*ciffart oom Motbe, $r. }n 

£eüneriberg; 3Bül)elm ». SKcwefrobe, £r* $u «Re^b; 

SBerner *. bem Songart; £aem *. Deren; Slrnolb 

b. £orne ; ©eriad) b. »reitbad) ; Ußcrner nnb 3ofcum 



409 

*. gtytttftft; 3ot)antt b. ®d)oenrobe; Sodann unb 
Salbemin b. 8irge(; #etartd) unb $atper b. Stcit* 
fcbenberg; Sertram *• Keffefrobe; Steinhart, Sofyann 
unb ^cinnd) ®picß t>, »utttffyeim; Jpoen b. beul 
$tfd> ; Daem £unt t>. bem S3ufcf> ; 3Bilf)e(m t>, Jpody 
ftebrtt; 3bljann 9. #arbe )u SRibbetborf; Dann *• 
»tfd>entd> genannt b. Cell; «ubolpty b. SUbenbrtcf 
genannt b. SBtfbriW ; Dtetridj unb ßfa* b. ©t)mnid); 
©erwarb b. ben ^epjleren; Steiboft *• ber Jfrourfl; 
SBennemar b. 3nbrfd) ; Slrnofb unb Sodann b. Deyn** 
bur; $einrid>, <5(a* unb Johann b. SRirbacf}, unb 
3of)atm b, 9ied)ter6l}eim. 

©raf ©erwarb ju &ayn warb jum £ofrid)ter 
erwAJjft, unb für ben £erjog, ben 81Iter$fd)tt>dd)e 
tntfdjulbigte, erfdjien SSertolb b. ^Mettenberg af* %n* 
toaft ober 9>rocurator mit ofener Sßottmadjt. Die 
&anbfung nafjm ifyren 33egüm unbgortgang nacf) ber 
(Sitte bei gfirjtentf)um$ , m toefcf^er 93ejie!>ung eine 
furje Denffdjrift, bie (Td> bei ben 8(cten ftnbet, einige 
fünfte ber üblichen gorm in (Erinnerung brachte» 
jpternad) überreichte ber 9>rocurator htm £ofrid)ter 
eineu »eifien ©tab, toomft berfelbe ba$ ©ericfyr be* 
fyegte; bann begehrte er tinen 9Sorfpred)er aui bem 
{Hinge ber SSerfammfung , unb tiefer erbat jTd) einen 
„5ßarner" unb einen Runter" (9?auner), jum dlatf) 
unb »eiftanb. hinter bem SBorfprecfyer ftanben bie 
beiben bereibeten Soten; jur 9?ed)ten be$ £ofrid)ter* 
ter Jperotb mit feinem ©toc», ju feinen ftfißen fafl 
ber ©d)reiber, ber ten Hergang ber ^anblung, wie 
fle nacfyftefyenb mitgeteilt tpirb, aufjetdjnete, 

Sfnt britten ricfiterlidjen ÜRanntage erfofgte ber 
Sprue*), »etrfjer bie ©rafen b. ÜWanberfdjetb i()rer 
bcrjogltcfyen 8cf>en berfuftig erttArte unb ffe jum <&d)a* 
benä* unb Äoftenerfafc berurtfyeifte : eine feierliche 



410 



Urftutbe, ml<t>t bie »efenttMjen Surfte be* $rojeffc* 
tnttf&lt, toaxt> barikber ausgefertigt unb befiedert 

Der £erjog ließ fofott biefen ©prucJ) tterfäitbigeit 
wib jugleid) bie Surgmannen unb Untertanen ber 
&eimfdttig erf (Arten Sefyenfdtföffer auffbrbern, binnen 
ai)t SCagen ü)tn ju tyulbtgeu. 9iu« beugten flcfc bie 
SRanberfdjeib, boten alle «Wagen unb greunbe jur 
totmitttlunt auf unb baten um ©nabe. ©ie warb 
ibnen ge»äf>rt, boef) mu$tm fle a(* ©träfe unb ©d>a* 
benäerfafc ein in einen 9tenten(auf eingeHeibete* ©dpilb* 
befenntuifl über 50QQ ©o(bgün>en ausfielen, <Td) »er* 
pfitcfjten binnen Saljreäfrift bie abgebrochenen @d>(öf* 
fer wieber ju erbauen unb in einem befonbern 9tet>erfe 
erHdren, funfttg nit befugt ju fe$n ben lefafyerrKdjeit 
©d)trm in Sfnfprud) )u nehmen« Dann fd)wuren fit 
von neuem SEreuc unb #ufl> unb empfingen bie Seijett 
mit ilrfunbe juruef. 




Up den Donrestag na tent Valentjns dage, ?o 
richtlicher dagezyt, in den jacren uns Heren duy- 
sent yeirhundert dry ind seventzich hait der Durch« 
luchtige Hogeboren forste, Here Gerbart Hertzouch 
?q Guyige zq dem Berge Greye zo Rayensberge, 
ynse gnedige Ueve Here eynen richtlichen Mandacb 
yur syure gnade lebenmanne Greye Diderich yan 
Manderschelt ind Greye Coenen syme aldesten Soene 
in de Stat Gayige gesät ind bescheiden, umb ge- 
brech ind vorderonge, syne gnade zq den sehen 
Greven bait« 

Ind up den selven ricbtlicben Mandacb is der 
EdeH ind wailgeboren here Gerbart Gre*e zo, 
Seyne des.yursc. uns gnädigen benen Stathelder ind 
Hoeffrichter gesät ind gemacht, dayan syn macht- 
brieff yur den Mannen gelesen wart. 

Ind doe stalt der aelye Hoefifrichter an bere 
Girlacb yan Breitbach Bitter, off id de zyt yan dem 
dage sy myns gnedigen heren Recht zo besitzen, 
as sieb yan recht geburt ind syure gnaden Manie- 
ben Recht ind gewanheit is« ls oyertnitz den selven 
bere Girlach gewist : wanne der Hoeffrichter wille* 
so sy de zyt yan dem dage myns. gnedigen heren 
Maugeriebt zo besitzen. 

Item bait der Hoffrichter an Arnolt yan Wet 
dersteyn gestalt ind gefraigt, we he myns gnedigen 
heren Mangericht hehegen sulle; der hait gewyst, 
dat der Hoffrichter sali erleuven Recht ind vevbie- 
den Unrecht, ind sulle yort dem gericht ban ind 
yrede doin yan wegen myns gnedigen heren mit 
alle myns gnedigen heren macht 



412 



Item hait der Hoffrichter an den selyen gestalt, 
off yemantz so wrevelich were ind dar weder dede, 
wat der verbracht; is gewyst, dat der dem ge- 
richtzheren verbreech, ind vort anderen de dat 
beroirt, na wystom der leheomanne« Darnp hait 
der Stathelder solch geboeden in der maissen, ind 
hait dat gericht beheecht. 

Item do hait Bertolt ran Plettenbrecht , der 
eyn yolmechtich procuratoir d$s yursc. myns gne- 
digen heren in der Sachen gesät is, syn procurato- 
rium tut den Hoffrichter ind Hannen laissen lesen, 
ind hait darna den Hoffrichter gebeden umb eynen 
yursprecher uyss den Mannen, mit namen here 
Girlach yan Breitbach; is eme erloufft, ind der 
selye hait sich des annoeinen ind hait sich inge- 
dyngt na ordenonge des Beohten. 

Item hait der yursprecher eyns Boemcrs ' be- 
gert, mit namen Arnoltz yan Wederateyn, der by 
eme stee; is eme erloufft. 

Item hait der yursprecher begert eyns War- 
ners, mit namen heren Gotschalok yan Harye; is 
eme erloufft. 

Item darna hait der procuratoir durch den yur- 
sprecher syn berait geheischt' up syne anspraiche 
up zo doin ; is eme erloufft. 

Item hait der vursprecher syne anspraiche an« 
gehaven, ind begert de heischonge ind ladonge, 
damit de Greyen yan Manderscheit geladen syn, zo 
laissen lesen; de wart gelesen ind gynck alsos an: 



1. Steter unten, bei btx JxmMttng am jweiten unb dritten 
Wannta$e, f>ei#t ei: Römer; tote Gfttaano* begebene 
Senfförift f>at \tatt Deffen : Lästerer. . 



418 

Wir Gerhart ron gotz gnade* Hertltotqge zo 
Guyige zo dem Berg* ind Greve zo Bavensberge 
laissen ach de Edelen Diderich Greve zo Mande*. 
scheit Here zur Sleyden und Coene Junggraves ftp 
Manderscheit Greven zo Blanckenheim wissen« 80 
es ir hy bevoir de Slosse ind Siede Blanckenheym 
ind Geritsteyn mit der ganzen Graischafft ind Hen- 
lieheit dartzo geboerende van uns oevermitz uyre 
gesworen Holde ind Eyde, uns daroever gedain, sd 
Erffiehen intfaugen hait, unse unser Erven und 
Nakomlinge Hertzougea zo Guyige Erffoffen Staate 
ind Stede zo syn ind zo blyven, uns danuyss s# 
behelffen weder alle de gbiene de levent; hait 
ouch desgelychen de Stat van der Sleyden as so 
Erffiehen ind offen Sloss, vort dat Sloss van de* 
Sleyden und Sloss Nuwensteye so Erffoffen Slossen 
intfengen^ also dat wir unse Erven ind Nakomlinge 
alwege zo ewigen zyden uns uyss den vorsc. Slos- 
sen ind Stat zor Sleyden ind Nuwensteyne gelych 
uns selffs Slossen behelffen moigen tgeen all unse 
vyande; dartzo ir uns ouch helffen sult zo alles 
zyden wanne wir des an uch gesynnen f as de seL 
ven Slosse ind Stede alsamea in vursc. maissen vor 
langen zyden unsen vurfareti bewant syn gewest 
Ind uch ouch vurder zo halden ind zo bewysen as 
getrawe lehenmanne yren lehenheren yan Recht 
schuldig syn, as dat allit alsulge brieve ind segeil, 
ir uns daroever gegeven hoe beloifit ind besworest 
bait vast stede unterbrochen und sunder all ge» 
droch ind gebrech zo halden dar nambersne nyt 
weder zo doin umb eyncherley Sachen wille de 4*. 
schiel synt off geschien mögen , eygentlichen ind 
clerlichen inhalden ind uysswysent, 



414 

' As k da* «M also mit hemelter geswerm Hol« 
de Eyde ind Matxscbafft darlieh rerhnaded ind 
bewsnt syt; iyt ir schnldich. Jod pttehtinh na feys* 
wysongen und Inhalt der natürliche* ind getchrg* 
Ten lehenrechten uns truwe heult ind mit alre uyre 
macht bystendieh fco syfc weder alle Unten tryanden» 
uns best ind all Ere an 20 doin und ärgst ind tot 
schaden 20 warnen, tinse lyff ind gut undetsaisseu 
lant und Ittyde zo 'beschirmen ind V e ra n t werden ind 
nyt geweltlich zo dorn noeh 20 hesehedigen oder 
20 geschielt lafesen durch yemantt anders« daü 20 
schaffen dnt des nyt gedain werden 

Herenhoeten -bait ir ktgain ttyre hogeloiffde 
ind eyde yerhengt* dat etzlige uyre dienere, nenfc 
lieh Thottys tan der Pryuthagen ind Swtyffgen* 
moitwillich tinse tyande worden synt 9 daromb wir 
uch schfifftltch ind mdntlich haint ersoieht ind doin 
ersoiehen, uyre hnlde ind* eyde hoieh tenttaendt, 
uns de Sloss mit der offenöagen turgecleirk tgeen 
de vnrsc. tirise Yy&rde »ZO offenen ind ünse haJffer 
gegen de selven zo werden; enhait ir uch daran 
nyt gekeirt» ind iyt «e an Uni Uyre gesworen hulde 
eyde hrieve ind segell vergössen* 

Hait ir ouch dat huys Brynmoelen« dat selfft 
Uns mit ind gelych anderen zogehoeren der Grai- 
schafft ind Herlioheit Blanekenheym und Geritsteyn 
lehenshalren ind anders bewant Und ouch zo unsen 
"eygendome aide gehoerende, moitwillich Terbrant 
-ind Verweist; desgelychen dat Sloss Nuwensteyn 
nnse Erffbffen Slosse affgebroeben ind verweist* 
nns unser offenongen ind inthaltn daran beroufiR 
tgeen uyre gesworen hulde ind eyde, allit bttyssen 
Wissen ind willen« 



415 



Vort hak ir ouch heren Lepart* Yan fiembach 
Bitten seligen nagelaissen weduwen unser «mdersai*. 
sen if huyss So Tirnich in unsem Hertzougdom ran 
Guyige gelegen mit gewalt gebrant, geplündert; 
perde ind anders dat yre alda genoemen, beroufft 
ind swerlich beschedigt, ayn vede ind nnverWart 
ttyre Eren, ind sttnder feynich verfolgh daromb an 
uns gednin. Darna syt ir der vursc. weduwen un- 
ten undersaissen yyant worden de doch alle yrome 
beren Greren ind Ritterschafft plegen ind schal* 
dich synt eo beschirmen« 

Hait ir neb mit sulger uyre geweltKger ind 
tingebnrliger dait nyt laissön genoegen, dan dev 
vurao. armer wednwen noch eyn hnyss ind hoff 20 
£ntzen, yre wedomgut, in unsen Hertzongdom yan 
Griylge doin verbirnen ind verderfflioh gemacht* 
Desgelychen dat-buyss zo kopesch in unsen Ampte 
tan Nydecken gelegen verbrant ind verwoist 

De uyre halnt uns onch eynen unser angehoe« 
rtgef'eygenftr man und undersaissen in unsen Atnpt 
van Munstereyflel upsetzig ennordt ind erslagen, 
daromb ir selffs yan unsen wegen ersoieht ind ver- 
folgt syt, snlgen «orderen ir Recht daromb zo 
doin, des so yan uch nyt gtschiet ist ind de yan 
Ucb yerbalden vetdedingt ind verantwert synt, dair 
by so mereken ist dat it sulger oeveldait uphelder 
gewest syt 

Ir hait onch dat yurgebrugge nö Rynsbeym tia 
der siyt, wir ach mit unsen offenen brieten ver- 
kündigt haia, sulcbs unee leben ind yan uns inrfnngen 
zo syn ind na sulger verhundingenindentfeiichnisse 
•eh dairuyss geyn schade noch unwiile getchien 
seulde, yerbrant verwoist ind verderfft» 



416 



Vort hak xr ouch ans in Yurtsydes ah etslfcheil 
forsten ind heren unwairhafffcich so unrecht oerer» 
schreren ind uns unter briere und*a%geU sioitwil* 
lieh geschuldigt ind gestraifft. 

Ind ouch als wir umb vlyssiger beden ind be» 
gerten wille des Edelen uns Heren Neren, Johant 
Junggraren fco Salme, aldtsten Sons zo Ryffer- 
scheit, hy bevoir , umb de rursc gebrechen an uns 
in gutlicheit affzodragen, so eyme gütlichen dage 
verstanden, und daromb unse Trunde zo Colne ge- 
schickt gehadt hain; hait ir binnen sulgen gütlichen 
dage in unsen lande van Guyige durch uyren Rit- 
meister under uyren Wympell mit eynen mircklw 
gen getzall Reysiger uyrs huyssgesyntz ind dienere 
de Brenten, unse undersaissen , mit gewalt doeu 
orerfallen, der eynen gefangen, vort perde ind an- 
ders yre bare ind gut genoemen f allst aen vede» 
Hait ouch etzligen unsen dorfferen ind undersaissen 
vedebrieve gesant, yre offenbair vyandt geworden, 
ind sust anders vorder ind me uns und den unse» 
verkurtzt, sich bevynden wirt 

Daromb wir hoffen ind getruwen an got ind 
recht, dat sulgen vursc. Graischaffte Slossen ind 
Steden mit yren zobehoire, unse lehenguede y umb 
sulche uyre vorsc. verbrechlicheit wille, ir uns« 
lehenman an uns uyren Iehenhefen ind den ussea 
begangen, verburt ind verwirekt hait ind uns so 
hoere mit Recht clerlich heymgefallen sullen sy% 
as wir getruwen sulchs ouch na den lehenrechten 
sulle erkant werden. So willen wir uch umb solche 
gebreche ind oeverfaronge vursc. zo Rechte steiles 
vor unse lehenmanne dar ir gehoirt. Hain daroaü» 
unsen lehenmannen yursc. in unse Stat Guyige ge* 
heyschen ind bescheiden ran desem neist zokomenden 



417 

'SSSSSSSSmm 

Donresdäch oever dry sprechen, datz nemlich der 
»eist Donresdäch na seilt Valentyns dach neistkompt, 
zo Rechter dagezyt; sulchen dach wir uch setzen 
rar eynen Richtlichen Mandach, dar -wir uch up 
den selven Donresdäch zo Rechter dagezyt hey- 
schen ind bescheiden oevermitz desen unsen offe- 
nen besegelten brieff vur den oemelten unsen lehen 7 
mannen in der selyer unser Stat Guyige persoenlich 
so ersehynen, da wir uch, wilt got, dencken ind 
willen asdan an doin sprachen ind bededingen umb 
de groisse oeveldait oeverfaronge ind verkurtzonge, 
an uns ind den unsen begangen ; daromb urdell zo 
intfangen ind Tan uch zo nemen, was ran unsen 
lehenmannen erkandt ind gewyst wirt, ir uns van 
Rechte schuldich ind plichtich zo doin sullen syn 9 
damit vort zo fairen, as sich dat van Recht gebue- 
ren sali. 

Ind wir geven ouch uch ind uyren vrunden, 
ir mit uch zo sulgem Rechtdage in unse Stat Guyige 
brengen werden, unse sycher vry strack vurwert ind 
geleyde bynnen unsen landen und gebieden vur uns 
unsen landen luyden undersaissen ind den unsen, 
der wir ungeverlich mechtich syn, ind vur alle den 
ghienen de umb unsen willen doin ind laissen wil- 
lent, zo den vursc. dage an ind äff weder in uyre 
gewarsamheit zo komen. Doch da inne uyssgeschei- 
den, wes uns van unsen lehenmannen vursc. oever 
uch ind dat uyre mit Recht zugesprochen ind er- 
kant wurde. Sunder Argelist. 

Off uch bed uchte, vurder geleitz van uns noit 
were, dat uns zo schaffen geburde ; as uns dat van 
uch tut dem vurgenanten dage zytz genoieh zovor 
kunt gedain wurde, wulden wir uns ouch inne ge- 
burlich halden. 

27 




418 

Gegeven zo Randenroide under unten ingfidmdt- 
ten Segel], up den neisten Satersdach na sent Agne- 
ten dage. Anno LXX1U. 

Ind de man, de de ladonge gedain haint, mit 
namen her Daem van Oeren Ritter ind Heynrich 
van Vlatten erffschenck, haint des bekant vor dem 
Hoffrichtcr ind gerichte, dat de ladjnge oevermitz 
sy geschiet is. 

Ind is rort van dem Hoffrichter an deselvea 
gestalt, off de heisebonge ind ladonge geschiet sy 
as Recht ind gewoenheit myns gnedigen heren Man* 
gerichtz ind zu Rechter zyt; is Tan den aelven 
oeyermitz de ander man gewyst, dat damit umbge- 
gangen ind de ladynge geschiet is, as Recht ind ge- 
woenheit myns gnedigen heren Hoffgericht, zu Rech« 

ter zyt. 

Item dat hait der rursprecher verurkunt an 

dem Heralt. 

Item darna hait der Hoffrichter an heren Jo- 
han van Meroide gesät, de ran llanderscheit bayen ej- 
nen bocden mit brieve hy, off man de lesen suZJe off 
nyt; is gewyst, dat der Hoffrichter solle doin royf- 
fen eyns zwyr dry werft, off de ran Manderscheit 
hy syn off yemantz Tan uyren W«gen volmecbtich; 
sy des nyt, so sullen de manne de brieve hoeren. 

Item darna hait der Hoffrichter an Greve Phi- 
lips Tan Virnenburg gestalt, off id damit genoich 
sy; is oevermitz den gewyst, dat men zweyn man 
sali schicken mit eynen boeden an de doer up den 
mart ind doin roytfen, off de van Handerscheit off 
yemantz van uyren wegen volmechtich sy, dat der 
tut gericht kome.ind erschyne. 

Item darup is der Heralt geschickt mit zwea 
mannen, here Werner Tan dem Rongart Ritter u 



419 



Scheyffart van Heroersberg, ind geroiffen, off de 
yan Mandetvcheit off yemantz volmechtich van yren 
wegen hy sy, dat de vur gericht kome. 

. Item tynt de Manne gemaeift yan dem Hoff- 
ricbter, off der Heralt den Rouff gedain hait as 
gewyst ia; tkarup haint de ewene man gesprochen, 
dat der Heralt eyns zweir drjmaill gerouffen haye, 
de Greven van Manderscheit vur gericht zo ersehe- 
nen, ind enia nyemantz komen. Darup is Urkunde 

gegeven dem Heralt. 

•• 

Item hait der Hoffrichter an heren Bertram 
van Nesselrode ^egtalt, off na de zyt sy, dese brieye 
zo hoeren der van Manderscheit, de %y mit eyme 
boeden geschickt haint, naistdem nyemantz yan yren 
wegen da ersehenen is; is gewyst, de zyt sy dat 
men die brieve hoeren soele. So synt de breve 
gelesen ind ladest alsus: 

Uch den wailgeboren Edelen Graeffen md iryhen 
heren, uff morne Donrestach zu Guliche beschriben 
ind syn werdent, unsen lieben Neben Schwageren 
ind frunden, entbieden wir unsern fruntlichen gruesae 
ind dienst, doch uyssgescheiden ob der yurgenanten 
etlichen unser offenbaer fyandt weren, und senden 
ach hy jnit eyne Copy we wir dem Darchluchtigen 
Hochgeboren forsten Hertzongen zu Gulghe und 
zu dem Berge neist geantwort ind geschriben hain # 
Bidden uch de lesen zu hoeren , in dem getruwen, 
ir uch darnach waill wissent gebarlich zu halden; 
dan sich nyt erfynden sali, .das wir gheen unseren 
obgenanten heren ader jeraant uns je anders haben 
gehalden, dan iromen Graeffen waill geboirt. Und 
got sy mit uch. 



430 

Gegevtfn under unseren Sccret Segel! heran 
gedruckt, uff den Mitwoch neist na tont Valentjns 
dage. Anno LXXIQ* 

Ditherich Graeffe zu Manderscheit* 
Coene Junggraeffe zu Manderscheit, 
und Graeffe zu Blanckenheym. 

Durchluchtiger Hochgeboren forste ind her*, 
here Gerhart Hertzouch zu Guyige und zu dem 
Berge Graeffe zu ftavensberge! Ich Diderich 
Graeffe zu Manderscheit und ich Coene JunggraefF 
zu Manderscheit und Graeff zu Blanckenheym hain 
eyne lange schrifft und offenen brieff van uch an 
uns gesehen mit vill benanten punten und Worten, ir 
uns straiffent gheen uch verbrochen sulden hain; 
daromb ir uns zu dage bescheident zu Guyige uff 
den Donrestach neist nach Valentin, und we de selbe 
schrifft an uns langende mit uweren vermessen vor- 
derongen inhait« 

Daruff wir uch laissen wissen , de gemelt 
schrifft ind inhait, ir an uns vorderen, synt umb 
de selben geschefften, das vrir uns lyffs ind gutz 
hain moissen erweren, so wir uyss uweren landen 
blossen ind Steden und weder darin van den uwe- 
ren, den wir doch altzyt vor uch Rechts orboe- 
dich waren, beroufft geniortbrant kirchen kynt- 
better und anders* ; auch unse arme luyde van 
dem leben zom dode bracht und vill ander ge- 
scheffte, uns ind den unsern geschiet ist van 
uwers lantz lehenmannen, Ritterschafft, eigen 
Reden und hoeff gesynde , des ir nu in uweren 
schrillten als eyne wederparthye an uns vorderen 
synt« 



42* 



Aber i* ist altsyt clerlich verstanden worden, . 
und getruwen, waill bewysen können, das wir 
solioba: und anders vur an weh gefordert hain mit 
dienstfiger be*le V/ uns solichs abzustellen, dem- 
nach das. ir uns hoch verschriben ind versegelt 
haint uns und de unseren rur gewalt zu schirmen. 
Do ir.des nytfvfoldent' ansehen, nnd den uweren 
das vorgeroirt zuliesaent,: de. solichs geea uns. 
verhandelt; da, an wir clerlich befynden, das ir 
uns eyn ungepediger here aynt, und eyn anheber, 
geen uns verbrochen. 

{lettent ir yedt vermeynen, an .uns zu für-, 
deren gewest; ir. mochten t uns vor dem obgemel- 
ten verderffli^hen .unlidUchen schaden vur ge- 
heisc^en^hain, as ir nu irst meyot su doin f daa 
wir doch hoffen nngeburlicben ay. Getruweu 
herumb der obgenannter ind ander me billicher 
oirsach halbfn nyt geboeren solle noch schuldich 
so s]9i. 9 .tut uwer man au volgen. Und ir sult . 
uns schuldich syn ; den vurgenanten schaden und 
handel su richten und zu heren doin,..das wir nu 
mit desem unsem offen brieve. aber an uch vor- 
deren sulch groisa unrecht 9 ir, uns gedain.. 

Irst angesehen- das ir in uweren offenen ver- ; 
segelte« brieve uch* ghen uns verwart haint su . 
arcbgitylUgen. Jaiaqcm t als, a,qcb geschiet ist, über 
das,, wir uch ,npch; den , uwereq bis, noch her nya 
heynen schaden sugefoegt bain. Dan etlige de 
uweren haint uns* und den unsen ala vursc. ge- 
noemen : schwerlich- beschedigt ind zu noitwer ge- 
drqngen, ober *4as wir inn Rechtz vur uch or- 
bqpdich w^aren we vurgemelt, auch uwers eyge- 
nen versenreben infl versegelten., Burch Stede und,, 
lantfreden halber der hoch bestedicht is su bak 



4S8* 

den, Hah sieb «eh nyt gefuegt uns unet*wonnen 
des Rechten den obgeoanten schaden' so su ge- 
schien laissen;* und heruinb meynen wir aber- in 
lceyn wys achuldieh zu syn, zu solehem TurSc. 
Termessenen Rechtdage su Guyige yur uwer man 
zu körnen* 

Auch dewyle uwer schriffV ind 1 heisehonge 
Turgeroirt inhait, das ir ttft* böge und awerlich 
an uns Ere ind gelymp in rill stieben- und' pusten 
beschuldigent-, und uberschribeat, manch reldige 
swaire boese missdeden und obertlrfedonge tgeen 
Ere und gelymp , - ind so- vill in uch ist iinW zu 
yuran also yerurteient, ee dar wir in- eyneben- ge- 
richte daromb angetytofcfeen ader enronnen syn,' 
wilcher missdedte rurgenant* wir doch mit feilen 4 ' 
uch nyt gesteen ind' öueb **tcH nv'mhler in Wah> 
heit erfynden sollen , • -wir" fculehs syn als u#er 
schriflft meldet: mrbasse wtsaent, das wyr nyt 
schuldich hoffen su sy*h zu* sulcKren obgenanten 
yermessenen Rechtdage zu fcrachynen f oeder uch 
verplicht und verbunden syn als uwer schriflV das 
inhait. 

Angesehen ob wir uch waill* mit- eyden und 
huldfen ee gewest weren verstrickt, so werent ir 
doch ouch nach heyserlichen tehenreteht' und alre 
naturliger Redlicheit schuldich, uns und de unten 
wederumb truwelich zu beschirmen, besonder 
uwer eygener brieff ind Segell halben, das clair 
iohaldent, wir yan uch hain. Und want ir uns 
dan geynen schirm noch faulffe baint bewyst tgeen 
unse yyande ind wederparthye otfgeroirt, ind de 
selben in uweren Slossen Steden ind landen tut * 
uns yerhaldent, daruys* gut zu- mireken ist dw*r 
ungenade gheenr mnr und" groisse gunst br n ; «n- 



4S» 

seren yy«nd0n haint; ind daromb getruwen wir 
ouch zu goede und dem Rechten, das wir och in 
Leyne wyss yortme yerplicht syri sullcn, ir be- 
wyst ucb dan anders mit truwen und gnaden gbeen 
uns, dan ir in uweren wercken und schritiften bis 
noch her gedain, und 1 ii* enhaifft ouch irst vuran 
Tan den uweren obgenant ind anderen eyne ge- 
burKche riehtonge ali unser* egeroirten Schadens 
doin lassen und bestalt zu geschien. 

Und getruwen ouch daromb und ander me 
sachen halben, daran ir uch ungenediclich gheen 
uns haint* gebalden as lanthundtch ist, das wir nyt 
schulditth stillen syn yur uch uwer gericht oeder 
man zu uwer heiscnong in üwer lande zu hörnen, 
da wir doch ouch durch offenbair vede uwer bc- 
wanter ind manne nyt velich an und abe moich- 
ten« Und daromb so Termydett wir uyr Mange- 
rich t, und sagen yort das parthylich ind unge- 
burlich yetzont oeber uns zu syn, want alle dese 
obgenantc Sachen lanlkundich synt ind in uweren 
schnitten ouch sich genoich bewysent. 

Und ob ir uns ind den unseren den obgenan- 
ten schaden vermeynt nyt schuldich syn zu rich- 
ten und heren; so erbieden wir uns des und be- 
rouffen uns van machtloissicbeit des vurgenanten 
uwers geriehts und vad sulcher ungeburlicher vur- 
beischonge und vermessenen parthylichen suspecten 
Richtdage an unseren alre oeversten und alre gne- 
digsten heren den Roemschen Keyser und vur 
syner keyserlichen Majestait, da Tan uch neuien 
nach uns anspraichen ind yursc. Torderongen und 
uwer antwert, so Till ir uns van Eren ind Recht 
daromb schuldich synt und gewyst werdent. Und 
wanne das also geschien und vollentzoe'gen were, 



494 

woklent ir uns dan nyt vorderongen erlabsen ; 
wulden wir uch nyt Rechts veygeren an allen, 
den enden ind steden, sich das. van Recht geburt, 
und erbieden uns des als obgemelt. 

In Urkunde uns ingesegele heran gedruckt». 
Uff dinxtach neist nach sent Yalentyn* dage, 
Anno LXX11L 

Item de schrifft is wederlacht van dem vor* 
Sprecher in yren punten, dat de sich so nyt be- 
vynden sullen. Ind besonder so myn gnedige here 
ion geleyde zogeschreven ind gegeven hait, und. 
in den verbotzbrieff ind ladynge ind ouch vurder, 
sich da inne erboeden, na noitdurfft so yrme ge-. 
synnen zo werven dat eme geburlich were; ind 
hofft de schrifft ensulle mynem gnedigen heren 
an syme richtlichen vurnemen geynen hyoder 
doin, id ensy dan sache y de van Manderscheit 
syn dan hy off yemantz volmechtich van yrea 
wegen f ind sich verantworden aa Recht sy. Ind 
myn gnedige here hait nyt anders mit den van , 
Manderscheit umbgegangen dan recht, und dar« 
omb have he sy ' geheischt an ayne Man van le- 
ben, und na der heischonge haven sy mynem gne- . 
digen heren uyren eydt upgeschreven. 

Daromb begcrt der vursprecher an de Manna ■ 
zo stellen, off sulche vermessen unwairhafftiga 
schrifft an myns gnedigen heren Rechten ind Rieht- 
liehen anspraieben yedt hinderlich sullen syn; 
ind dat is an de Man gestalt, an here Wilhelm 
Greven zo Lymburg *). 



I. 9ulcffid>tftcl> ber einjclnen graben, bie an (Sintn btr Str. 
fammlititfl }ur <£mf4eibuti0 flejfrlU mürben, btmtxtU tit 
tUn belogene SDenPfc^rift: Item wesz dan da so ge- 



485 

Item darup haint de Man grre berait genom- 
men bis an dat neiste gerichU 

„ Vort so baint de Manne gebeden mynen gne^ 
digen heren, de gebrechen gütlich so laiaten Ter- 
soichen, np dat der svrairheit nyt noit dnrffe syn., 

Darup hait der vursprecher geantwert: naiat- 
dem de van Manderscheit yren eydt upgeschreven 
haven ind sich wrevelich stellen ind dat Recht 
schuwen, enhave der anwalt daran geyn be- 

feil. 

Item hait der vnrsprecber de virst daran ge- 
lausen t we waill be meynt des beraitz nyt noit 
sy; ind hait vort ertzalt dat bewentnis der van 
Manderscheit, we sy myme gnedigen heren be« 
-want syn mit bogen verbnntnissen , ind darna de 
upschiifft yre eyde ertzalt, ind hait begert de 
verschryvonge so boeren, vie de van Mander- 
scheit myme gnedigen beren bewant syn« (<??» 
lad nun ben Cingangd erwähnten Sertrag, fo rote 
feie aftern 2el)nbriefc megen (Serofttfein unb ©rf)teu 
ben , nad) it)rem ganten weiten 3n()alt *or)» 

Item as dese copien gelesen synt, hait der 
varsprecher gesprochen und ertzalt de groisse oe- 
verfaronge, de van Manderscheit myme gnedigen 
heren gedain haint, dardurch de noit syoe gna- 
den daran gewyst hare, de selven an dat Recht 



Sprüchen wirt van ansprachen van den vurspreeber, , 
wirt gesatzt van begerden des vursp rechers an eynen 
zo Rechte; und sonderlich dat principaill stucke 
moiss der Hoberichter setzen an eynen des Wider- 
parts genoissen, also zo verstain : ist hie eyn Orave, 
moiss es an eynen Graven gestalt M-erden ; ist- hie 
eyn Ritter, an eynen Ritter; ist hie eyn schiitbortJgh - 
knecht, an eynen schiltbortigen knechfc. 



426 

zo stellen; ind traut sy na der heyschongen yren 
Eydt upgeschreven haint, dat he docb meynt Tan 
unmacht ind ran anwerde sy: ind hofft daronb 
de Slosse ind Stede yarsc. fallen mynen gnedtgen 
heren heym gefallet! syn ind de van Manderseheit 
yre haut äff doin aullen ind' sullen myme gnedi- 
gen heren de mmen'as upgegeven leben; ind na 
aller gewalt vurgecleirt, hofft he van den Mannen 
so erhant sulle werden, dat sy dartzo myme gne- 
digen heren in groisse bruche ind pene tollen ge- 
fallen syn; ind begert daroerer des Rechten an 
dem Hoferichter, ind behelt eine mit, off he yedt 
zo hart off 20 lanck gesproichen hait, so wille 
he dan clerlichen yecklich punt vur sich updoin 
ind behelt dat myme gnedigen heren offen, so 
Till sich in dem Rechten gebart, 

Dat is g est alt van den Hofrichter an Greve 
Wilhelm van Lymburg; ind haint berait darup 
genoemen an dat neist gericht, naistdem de sache 
swerlich sy ind an ert ind gut treffe« 

Vort hait der varsprecher gefraigt den Hoeff- 
richter, naistdem de sache XII II dage angestalt 
sy, we myn gnedige herc sich na vdrt halden 
solle hy bynnen, so dat synen gnaden recht ge- 
schie ind der wederparthyen nyt unrecht; is ge- 
stalt an Greve Heynrich van Limburg; ind haint 
sich beraden ind darup is gewyst, dat myns gne- 
digen heren Hoeff rieht er de Greven van Mander- 
seheit mit zwen mannen ind eyme heralt off ge- 
sworen boeden bis gudenstag zo X1I1I dagen zo 
dagezyt bedagen sali. Dat is verurkundt. 

Item hait der vursc Richter noch eyns ange- 
stalt, naistdem de van Manderseheit yren Eydt 
upgeschreven haven mit eyme offenen besegelten 



briere, ind hoit begert de upschrifn zo laisien 
hoeren, de alius angeit: 

Durchlachiiger Hochgeborner ftirtte ind here, 
her« Gerhart Hertsoueh so Guyige und so dem 
Berge Graeffen so Ravenaberge! leb Dethcrich 
Graeffe so Handerscheit und ich Coene jung- 
graeffe so Handeraeheit und Graeffe so Blancken- 
heym aebriben neb unsere Eyde off oerermitz 
deaen unseren offenen brieff, durch mitckliche 
noitsachen, uns darzo dryngen und bewegen, de 
sich so synre zyt waill befanden aollent ind wir 
Iruwen 20 bewysen. In Urkunde unsere Sigelc 
heran gedruckt , uff aent Scholastica dach , anno 
LXXUI. 

we man dan ay heyschen aulle, naistdera men 
dbch de upsebrifft ran- geyme werde ensulle bei- 
den. 

Vort we men de marine rersorgen aulle, 
dwyle de Tan Handerscbeit »ich wrerelich anstel- 
len mit npaebrifft yre Erde, ls gestalt an luncher 
Wilhelm ran Sombreff den AI den. 

Item damp is gewyst, dat de manne sullen 
schicken an de Greren ran Handeraeheit ind ge- 
sonnen inn relicheit so geven an ind äff zb homen, 
yre ladonge so doin, damit ay Ter wart; mach inn 
dat geschien, ao sullen ay so eme selffs sehen; 
mach inn de« nyt gedyen, ao sollen ay durch yre 
brieve ind segell yn de ladonge rerkundigen durch 
eynen heralt off gesworen boeden , we de inn 
durch den HoefiWchter ind Hanschafft beroelen sy. 

Item darzo synt ordineirt here Werner ran 
dem Bongort Bitter ind Werner Tan Byntsfelt, 
de Terboedynge so doin. 

Item bait der Tnnprecher begert an den 



428 

Hoefirichter, wat de Manne, de beschreven tynt 
ind nyt gekomen, myme gnedigen hereo verbrucht 
haint ; is gewyst oevermitz beren Ioban van Fran- 
ckenberg, dat men de noch ejus bescbryveu aall 
up jre Eyde, ind komen »y dan nyt, so aall men 
dan wysen. wat daroever Recht sy. 

Item darna hait der Hoefirichter an den pro- 
curatoir gesonnen, gyn ampt up so geven, naist- 
dem de tonne in westen gae; u ran dem procu- 
ratoir eme erloutft. 



Item up den neisten gudenstach na dem 8on- 
dage Invocavit so rechter dagesyt in den Jaeren 
ups Heren duysent yeirhundert dry und seventzich 
hait der durchluchtige hogeboren fürst Here Ger. 
hart Hertzouch zo Guy Ige zo dem Berge etc. ind 
Greve zu Ravensberge onse gnedige Jie?e flere 
Greve Diederich ran Manderscheit ind Greve Coe- 
nen sime aldutea Soene den zweyden richiHphen 
mandach in syner gnaden Stadt Guyige rur synre 
gnaden lehenroannen gesatzt aa dat oevermitz den 
hoffrichter ind 4e lehenmanne gewyst ist. 

Item hait der hoefirichter an Here Gawyn ran 
Schwanenberg Ritter gesatzt, off de zyt Tan dem 
dage sy, myns gnedigen Heren van Guyige ind van 
dem Berge etc. hoefigericht zo hnaytzen ; hait he 
gewyst ja. 

Item hait der hoefirichter an Axnolt van We- 
derstein gesatzt, we he myns gnedigen Heren van 
Guy Ige ind Berge etc. hoffgericht behegen sulle. 

Item hait Arnolt gewyst, he sulle van wegen 
myns gnedigen Heren van Guyige ind van dein 



429 

Berge ban ind vrede daroever doin, ind malliclieii 
recht erleuvcn ind verbieden unrecht, ind dat nye- 
mantz spreche he endo id dan durch synen ge- 
wonnen yursprecher ader na ordenonge des rechten. 

Item hait der hoeffrichter dat hoeffgerichte so 
beheget 

Item hait der hoeffrichter an Arnolt Tan We- 
derstejn gesatzt, wer dat verbreche, wamit he ver- 
buessen sulle. 

Item hait Arnolt gewyst wer dat verbreche, 
behovede bas gnaden dan rechtz etc. 

Item hait der hoeffrichter an de manne sement- 
lich gesatzt, off he royns gnedigen Heren van Guyige 
und Berge etc. hoeffgericht beheget have ind da- 
mit umbgegangen als synre gnaden lantz gewoen- 
beit ind recht sy; gewyst ja« 

Item hait der hoeffmeister as procuratoir ind 
Anwald gesonnen an dem hoeffrichter eyns vur- 
sprechers, nemlich umb Here Girlach van Breit- 
bach; ist eme erloufft. 

Item hait sich Girlach ingedingt als sich geburt 
na ordenonge des rechten. 

Item hait der vursprecher myns gnedigen heren 
van Guyige ind Berge begert an den hoeferichter 
eyns ruemers, nemlich Arnoltz van Wedersteyn, ind 
eyns werners, nemlich Here Gotsebalka van Harre 
Ritter; synt erloufft 

Item hait der vursprecher an dem hoeverichter 
begert, rait zo nemen; ist eme erloufft 

Item is der vursprecher weder homen ind hait 
gesait mit underdinge, we der Anwalt da stee ind 
warde der urdell, de up dem inten dage angestalt 
»yu. 



430 

Item hait do der hoeverichter an Heren Johan 
ran Franckenberg Bitter gestalt, off maa njt vcr- 
hocren sulle de verboedinge de den van Mander- 
scheit geschiet, we de geschiet sy, ee man yet vor- 
der ordell; hat he sich mit den mannen beraden, 
ind wyst ja. 

Item hait der hoeffrichter den Heralt gemant, 
up syne eyde zo sagen, we he de verboednnge den 
Tan Manderscheit gedain hare; hait der Heralt beraitz 
begert mit den, de sulche boitschafft mit eme ge- 
dain hären; is eme erloofft. 

Item hait sich der Heralt beraden mit Heren 
Werner van dem Bongart ind Werner van Byntz- 
felt, den dan bevoelen was, de zweyde ladynge zo 
doin an Greve Diederich van Manderscheit ind 
Coenen synen aldtsten Son; so haint de zwene He- 
ren Werner ind Werner vorg. Peter boeden mit 
eyme brieve an die vurg, zwene van Manderscheit 
zor Sleyden geschickt up den Satersdaeh na sent 
Yalentyns dage, omb inn gelejde zo erwerren; hait 
inn njt mögen gedyen, we waitt de beyde van Man* 
derscheit da wairen, als Peter vorg. gesait wart van 
Inyden wonhafftich zor Sleyden. So hait der port- 
zener den brieff van dem boeden genoemen ind 
zor Sleyden up gedragen, ind ouch weder bracht 
ind hait gesprochen, myn Juncher $j nyt da, dan 
he sy zo Manderscheit, da moige he in soecheiu 
Do is Peter boede weder zo den vorg» zweien He- 
ren Werner ind Werner kompn zo Hembach, ind 
inn dit zo kennen gegeven. Do is der Heralt up 
den Sondach darna mit dem selven boeden zor 
Sleyden gereden, den irsten brieff mit der ladingen 
dar gebracht, do hait nyemantz de brieve da willen 
nemen; so is Herman Heralt wederumb zo kaue 



_43X 

geraden, ind ig in der ■elren nacht rar de Sleyde 
gegangen ind den I&dingsbriefi mit zwen anderen 
briereo, de Here Werner ind Werner an de van 
BUnderscbeit geschreven haint, an den gryndell yur 
der Stat gestochen, ind da eyn wairtzeicben uysa 
getaeden. 

Item hait der hoeiTrichter an Daem Tan Harre 
gesatzt, ind eyn zeychen gegeben Tan eyner por- 
Izen : Da dem de Tan Manderacheit mit wichen 
freveU ioi moitnillen umb geen ind willen dem 
Herall mit den zwen mannen rurg. nvt geleyde 
geren , off ay dan de verbodinge genoichtich ge- 
dain haint, als der heralt hy hevoir er t stall hait 
ind onch der boede. 

Item hajt sich Daem Tnrg. mit den mannen 
bereden ind geaait; wanne de zwene manne Turg, 
der Hcrajt ind der boede de rurg. rede beweren, 
aa recht, ao iy eme genoich geichiet; dem bant 
ay ao gedain. 

Item dat hait der ruraprecher verorkandt ind 
bait darna geaait aa Tur: he atee mit dem Anwalt 
da ind gesynne der ordsll, de np dem iraten man- 
dagp aogeatalt »ynt. 

Item bait der boeffrichter an Scheyffart ran 
Hemersb&cb gesalzt, off man nyt der wederpar- 
thye ee roiflen aulle, ab rayns gnedigen Heren 
van Guyige ind van dem Berge Hoeffgcrichts ind 
lantz gewocnheit ay, ee man de ordeli hoere; hait 
he gewyat ja. 

Item hait Gayige der Heralt mit Ioban van 
Palant und Heinrich ran Mirbach der Wederpar- 
thye, nemlieh den ran Handerscheit Grere Die- 
derich ind Grere Coenen synie aJdtsten Spne, ge- 
roiffeo, off ay da *yn adar anat yeauate ran yren 



432 

SS — .1 

wegen, der up anspräche myns gnedigen Heren 
▼an Guy Ige ind Berge antwerden wille. 

Item hait der hoeffrichter an Here Goedart 
Tan dem Bongart gesatzt off der Heralt mit lo- 
lian van Palafnt ind Heinrich yan Mirbach de roif- 
fynge gedain baint, als myns gnedigen Heren Tan 
Guyige hoeffgerichte ind lantzgewonheit sy; hait 
he gewyst ja. 

Item hait der hoeffrichter an mynen Heren 
yan Lymbnrg der oirdell gesonnen, he lest an 
inn gestalt hatte up dem irsten mandage, ind inn 
der ermaynt« 

Item hait myn Her yan Lymburg raitz begert 
mit den mannen; is eme erloufft; und hait sich 
mit den mannen" beraden , Ind is wederhomen ind 
hait gesait: he haye sich mit den mannen bera- 
den, so synt sy der ordell noch nyt erfairen, ind 
begerte beraitz bis zo dem anderen mandage alt 
so den dritten mandage. 

Item hait der yursprecher ind Anwalt myns 
gnedigen Heren yan Guyige ind Berge raitz be- 
gert; is inn erloufft; ind is der yursprecher we- 
der feomen, ind mit und erdin ge eyns ordels ge- 
sonnen an eynen zo stellen, we myn gnedige Here 
yan Guyige ind yan dem Berge in den dingen 
yortfairen sulle, dat syne gnaden recht ind den 
yan Manderscheit nyt unrecht geschie, na dem de 
verboedinge geschien is als yurg. steit ind mit da 
inne geroirt, na dem syne gnade in der irster la- 
dynge den van Manderscheit geleyde zo geschre- 
yen ind ouch do dairinne mit geroirt hait, off de 
yan Manderscheit bedachten, innyurder geleitz noit 
were, dat tyne gnaden geburlich zo schaffen were, 
wolde sich ayne gnade onch geburlich inne halden ; 



433 

ind bis noch geyna geleitx nye gesonnen haint: 
off syne gnaden dan auch eynich vorder geleyde 
geburde zo schaffen den van Manderocaeit, ind 
w« »ich ayne gnade ddinne halden sulle, 

Ilem hait der boetfrichter sulch» gestalt an 
Here Gawyn van Swaneuberg, der hait raitz he- 
gert mit den mannen ; is eme erlouilt ; ind ia we- 
derkomen ind gesait, man sulle gern recht noch 
ordell oever de van Manderscheit wysen, inn sy 
dan zeirst de leste verbocdinge geschien; man 
solle ouch de leste verboedinge doin na myns gne- 
digen Heren van Guyige und van den Berge hoeff- 
gtricht ind lantz gcwoenheit ind aall ouch in der 
Terbocdinge mit rocren, off ay ey nicht z geleiu 
me begeren oeder behoevden, »o wille ayne goada 
schaffen. 

Item begerte der Tursprecher eyna ardeis, 
wer de mannen ayn de de verboedinge doin sul- 
Itrn, ind we kurtn man ay doin sulle. 

Item hait der hoefirichter sulchs gestalt an 
den «dein lunchern Wilhelm Tan Sombreff, der 
hait eich bereden mit den mannen ind gesait, man 
aulle den Tan Manderscheit den dritten dag ver- 
boten mit zwen nnwen mannen oever veirtzien 
dage bynnen dryn wechen, ip dut ay id Teirtzien 
dage zoTor wissen; ind dat ia verarhundt, ind aall 
Her Daem Hunt Tan den Busche Bitter ind lohao 
Tan Steyne doyn. 



.Item.ap den neiiten maendach na dem Sondago 
letare so halfiasten zo dzgezyt, in den Jaeren nna 
28 



434 

Hern duysent yeirhundert dry nnd seyentzicfc, hait 
der Durchluchtig hogeboeren fürst Here Gerbart 
Hertzouch zo Guyige zo dem Berge etc. ind Greta 
zo Rayensberge, unse gnedige Here Here, Grere 
Diederich yan Manderscbeit ind Grere Coenen Byrne 
aldtsten soene den dritten richtlicben mandacfa iki 
synre gnaden Stat Gayige rar synre gnaden leben« 
mannen gesatzt, as dat oeyermitzt den hoffrichter 
iud de lebenraanne gewyst ist. 

Item hait der hoeffrichter an Here E verhart 
Greyen zo Witgenstein gesatzt, off de Zydt rarn 
dage sy f myns gnedigen Heren yan Guyige ind 
Berge hoeffgericbt zo besytzen na ordenonge des 
rechten ind na des lantz gewoenheit; hait he ge- 
wyst ja. 

Item hait der hoeffrichter an Arnolt yan We- 
dersteyn gesatzt, we he myns gnedigen Heren van 
Guyige ind Berge hoeffgericbt bebegen sulle; hait 
he gewyst, he solle ban ind rreden daroever doin 
Tan wegen myns gnedigen Heren Turg«, und sulle 
Terbieden alle Scheltwort, untzemeltche stritwoide 
ind dat nyemantz enspreche, he endo dan durch 
synen gewonnen Tursprecber, es wurde eme dan 
erleubt. 

Item hait der hoeffrichter an Arnolt ran We- 
dersteyn gesatzt, wer dat yerbreche, wamit he 
boessen sulle j hait he gewyst, man sulle inn bues- 
sen na wystom der lehenmanne ind he behore bat 
gnad dan rechts« 

Item hait der hoeffrichter an Her Iohan Tan 
Franckenberg Ritter gesatzt, off dese Turg. zwene 
Greye yan Witgensteyn ind Wedersteyn gewyst 
haint als lantz gewoenheit ind recht ist; hait be 
sich mit den mannen berftden, ind hait gewyst ja» 



Item hait Bertolt van IMettenberg hoffmeiiler 
ind Anwalt myni gnädigen Hern Tan Guyige ind 
Berge gesonnen an dem hoeffrichter eynt Tur- 
iprechera, nemlicb nmb Hern Girlach van Breit- 
bach , eyne Rümera , nemlicb nrab Arnolt Tan 
Wederateyn, eyna Werner« nomlich nmb Her« 
Gotschalk ran Harve; aynt eme erloufft; and hait 
sieb der Tursprecher ingedingt. 

Item bait der Turaprecher begert beraitz; iit 
eme erlonfft; ind ia wederbomen ind hait mit nn- 
derdinge gesprochen ind begert, dat man de dritte 
ladynge, ala myn Iunchcr Tan Handeraeheit ind 
Coenen ayn eldtate Son geladen aynt, feuere. 

Item hait der faoeffrichter an Here Gawyn 
ran Swanenberg Ritter geaatst, off man nyt eo 
den Tan Handeraeheit Tader ind Soene ronffen 
•alle, oeder wat daromb recht ay; hait he aich 
mit den mannen beraiden ind gewyst, man anlie 
de legte Terboedinge anhoeren. 

Item hait der hoetfrichter den Heralt gehei- 
achen mit den mannen, de mit eme de rerhoe- 
dinge gedain baint; »o hait her Deem Hont ran 
dem Busche Ritter gesprochen, we he ind Iohan 
Tan Steynen mit dem Heralt so Hembach gereden 
ayn , ind haint geschieht zo dem van Handeraeheit 
nmb geleyde znr Sleyden ; hait inn nyt mögen ge- 
dyen. Darne 10 hait der Heralt geaait, we he 
weder zor Sleyden mit den ladebriefF gereden ay, 
ind den portzener gefraigt na mym lunchern Tan' 
Handeraeheit ind ayme Soene; hait der portzener 
geaait, yren eniy geynre da; do hait der Her ah 
geaait, he have briere an de Tan Handeraeheit, 
wer de nemen will«; do hait der portzener ge- 
aalt, da ay nyemant» der de stiert nemen wUte 



J36 

ader »alle ; do sy he mit den brieven weder ge- 
redea. zo Halle, dat dan halff myns gnedigen Hern 
van Guyige ind Berge sy, ind halff der Tan Man- 
derscheit, und is in der van Manderscheit Schul- 
Ü88 huyts gegangen ind na eme gefraigt, do hait 
de frauwe gesait, he sy nyt da heyme; do saide 
der Heralt weder de frauwe, ich hain brieve an 
de Hern van Manderscheit, sy trefflich anlangen, 
de sult ir inn van stont schicken; do hait de 
frauwe de brieve genommen ind hait gesprochen, 
ay wille id doin ; des hait der Heralt eyn Ur- 
kunde bracht 

Item do hait Her Gawyn van Swanenbcrg Rit- 
ter vursc. gewyat, man sulle den Tan Manderscheit 
roiffen als myns gnedigen Hern van Guyige ind 
Berge hoeffgerichte lantz gewoenheit ind recht sy. 

Do hait der Heralt in Urkunde Here$ Zander 
Moenichs van Rosmoelen Bitters ind Wilhema Tan 
Ncsselroide Heren zo Reyde, den Greven van 
Manderscheit vurg. geroiffen zom irsten zom an- 
deren ind zom dritten maile, als sy de manne alle 
sementlich dan bescheiden haint« 

Item hait der hoeffrichter an Daem van Harve 
gesatzt, off de verboedinge ind ladinge geschiet 
as myns gnedigen Hern van Guyige ind Berge 
hoeffgerichte ind lantz gewonheit sy; hait he sich 
mit den mannen beraden ind gesait, na de roffinge 
vurg. de geschiet ist, ind ouch etlieh Tan der van 
Manderscheit wegen da syn, so sulle de ladinge 
recht geschiet syn. 

Item do is Iohan Tan Münster komen ind hait 
gesait, he sy as eyn recht mumber der Tan. Man- 
dertcheit Turg,, ind des eyn procuratorium var- 




brächt ind laissen lesen,' dat innehett als'herna ge- 
schraren tteit. 

Wir Diderich Greve zo Manderscheit Here zo 
der Sleyden ind Coene Junggreve zo Manderscheit 
ind zo Blanckenheim etc. bekennen in diesem offe- 
nen briere : als der Durchluchtige hogeboren furste 
Her Gerhart Hertzouge zu Guyige zo dem Berge 
etc. unss bait schryven doin den neisten maeudach 
na data zo dagezyt zu Guy Ige zo syn, ind dwyle 
uns ind den unsen, wir dar brengen soulden,, dan 
nyt vry strack geleyde noch vurwarde kau werden, 
van dem vursc. unsen Heren, as wir begert hain,' 
persönlich dar zo komen, das unss doch ungebur- 
lich dunckt na der gestalt; So hain wir den erbepii 
Johan van Münster zoener dis brieffs gewalt ind 
niacht gegeven, up de vursc. Zyt zo Guyige uns 
noitlurfft zo doin, in alle der wyse off wir selffs 
pevsoenlich da weren, ind machen inn des raechtig 
ind momper in crafft dis brieffs, na ordenonge key- 
serrechtz und lehenrechtz ind we sich dat van recht 
gebueren sali. Ind hain des zo der wairheit zo 
getzuge wir Greven obgenant uns ickligen syn in- 
gesegell up desen brieff doin drucken. Der gege- 
ven ist zo der Sleyden, up den saterstach, neist na 
dem Sondage oculi« anno 1473. 

Item bait der vursprecher raitz böget* up den 
gewaltzbrieff; ist eme erloufft; und is wederkomen 
ind haifc gesait mit underdinge , by sy gelesen ind 
ouch gehoirt eyn brieff, den de z werte Greve ran 
Manderscheit gegeren baint Johan "van Munster als 
eyne An walte in der oirsachen, dat den van Man- 
derscheit nyt geleyden werden mtuchte na yrer 
noitdurfft, ind damit begert ran wegen des Anwalts 



438 

myns Hern ran Guyige ind Berge den geleitzbrieff 
laissen zo hoeren; dat dan to geschiet it ind ludt 

alias: 

Wir Gerhart ran Götz gnaden Herzouch zo 
Guyige zo dem Berge etc. ind Greve zo Ravens- 
berge hain gesterent gudenstach umbtrynt veir uren 
na mitdage eynen offenen brieff van uch den edelen 
Diderich ind Coenen yader ind son Greve zo Man» 
derscheit alhy zo Banderoide entfangen f dainne ir 
an uns schryven gelesen hain, uch schryven doin 
up den maendach nu neist na dem Sontage letare 
in unss Stat Guyige zo syn, we wir uch ind den 
uyren ind wen ir mit uch brengen oeder dar schie- 
ben werden fry strack vurwert ind geleyde geren 
willen, ind up den egenanten 8ondach umbtrynt 
zehen uren vur mitdage zo gemonde by der Sley- 
den mit zwen unsen reden entfangen ind geleyden 
doin veylieji an ind äff weder zor Sleyden vur je- 
dermanne, nyemant uyssgescheiden, insunderheit den 
edelen unsen lieven Neven ind getruwen Gierhart 
yan der Marcke Here zo Arberg, Johan van Nes- 
selroide unssen lantdrost uns lantz van dem Berge, 
Johan ind Engelbrecht Hurten ind Wilhelm van 
Bruynsberg, mit den ir in veden steen, ind dat uyr 
lande ind luyde van den obgenanten uyren vyanden 
bynnen dem uyren uyssyn unbeschedigt blyven, so 
wilt ir up de vurg. zyt tgeen Guyige komen oeder 
schicken« ind dat wir uch dis unss offenen versegelt 
veylichsbrieff by uyren boeden senden doin: geven 
wir uch Diderich ind Coenen Greven zo Mander- 
scheit vursc. unse vry sycher stracke vurwert ind 
geleyde bynnen unsen landen ind gebieden vur unas 
unsen landen luyden undertajssen ind den unsen, 
der wir uageverlich mechüg syn, ind vur alle den 



439 

g hien mi de umb aalen wille doin and lauten wii- 
lent, ind in tunderheit rar Johan ran Netaelroide 
unten lantdrost uos lantz Tan dam Berge Johan ind 
Engelhrecht Hurten- itfd den yren 1 zo dem dritten 
richtliehen mandage, . vir uch up deten netat zoko- 
inenden maendach. in,, untg Stat Guyige tut unae 
lehenmanne na .ordqnonge uns hoeffricbtera ind 
lebenmajune geaatzt hain, Yeylich an ind äff weder 
zor Sleyden zo komen, doch dainne uyttgetcheiden, 
wea unfct ran unten leheumanne yurtc» oever uch" 
ind dat uyre mit. recht zogesprochen ind Grkqnt 
wurde; wir geven ouch uyren Trnnden ind allen 
den ghienen, fr mit uch zo dem vurg. dage brengen 
«oeder schicken werden, in gelicher maissen unae 
yurwarde ind geleyde zo dem obgenanten dage w 
lieh an ind äff weder zur Slajden zo komen,. uyta- 
gesobeiden de ghienp., up unten und der unten 
schaden byaneo deten .rechtdagen gewett, dea ajr 
ungteaoynt ind ungefireidt tyn, aunder argelitt. Sen- 
den uch hy hy untt Neven ran Arbergt.yeliche- 
brieff, willen ouch wilt got unte yrunde up nebten 
Sondach zo Gemoode uch underongen tchickea, uch 
ind- de uyre zo geleyden. Wilhem van Bruynsberg 
itt una mit mantchaft noch undertaitaiebeit nyt be- 
want;. dan were unt uyr brieff to zytlich zovorentz 
ankörnen dat wir inn bynnen deser zyt hedden mnw 
gen erlangen, wulden wir inn doch umfy ayn ve- 
licheit hain doin ertoechen. Gegeven so Randen« 
roide under unten ingedruckten Sigell, up unaalie- 
yer frauwen dach annuaciationis, anno 1473» 

Und hat der yursprecher an dem hoefinchter 
begert de zo hoe?en, de yan mjna gnädigen Hern 
yan Guyige ind Berge wegen zo Gemunde gewe*t 
typt, de yan . Mandeipcbeit yurg, adpr yre frunde zo 



440 

geleyden; ind synt gewest Höre Werner van* dem 
Bongart ind Heinrich -van Vlatten Er fischen k des 
Jantz ran Guyige,- ind de haint gesait, we« sy eynen 
boeden zo Gemunde gehadt'haven, den syda* vort 
cot Sleyden geschickt haint an de van Manderscheifc, 
ind inn kutit zo doin wfc sf da syn Tan wegen myns 
'gifedigen Here Tan Guyige irid' Berge; do is eme 
antwerdt gegeven worden , dät sy eyn wenich ver*- 
tzehen ; do synt sy zo tiemunde gewest waiil dry 
uren, do ist komen Johan van 'Munster ind- Johan- 
nas Becker, de haint sy so *Guylge bracht ind dar 
,fceleydt. 

Item do hait Johan van Munster begert ab 
'Anwalt der van Manderscheit, eme zo gönnen eya 
Wort van synre Heren' wegen %o sprechen an den 
*h6effrichter; hait he eme erloufft alles rechten; 
hait der vurg. Johan begert yme zo gönnen ^yre 
Wort van synre Heren wegen zo sprachen. 

' Item do hait der hoefFriehter an Junckern We- 
bern Tan Sombreff gesatzt, ofF he eme stolchs er- 
leuveri inoige ; hait- he sich "hteraden mit dea man- 
nen md gesait: we'Arnolt Tan Wedersteyn* dat ge- 
rächte beheget have, dk den - Johan van Munster by 
gestanden have, denr motge-he 'na gabt} &** have ke 
dat nyt gehöirt, so wlle man kl eme noch eyna 
■eiteren;-' 

'* Item do hait Johan van Munster begert eyns 
-fursprechers, neralich ümb Johan van Palant; k 
*»e*«rlottfft. 

Item 'hart he darna begert beräita au dem 

hoeffriehter; is eme erlouffh 

' » Item is lohn*, van Munster 1 Anwalt der Greven 
Tan Manderscheit v/edeV ' kamen , "fad 'begert an 
&h hoeffrichfer* eme"evrien %o «tteuvtai in ayrtan 



441 



ratt so gain, nemlicb umb Daem van Harre; ia 
eme erloufft. . ... • 

1 Item is Johan vaav Munster Anwalt fler Gre- 
ven ran Manderscheit weder komen ind hait be- 
gert eyns Werners an dem hoeflrichter, nemlicb 
nmb'Here Joban ran Franckenberg Ritter; is eme 
erloutft. 

Item hait' Johan Tan Monster Anwalt der Gre- 
ven Tan Manderscheit mit Joban Tan Palant syme 
vursprecher sieb -hrgedingt ind damit eynen zedell 
in syner hant gebat ind begert den laissen zo le- 
sen. 

Item bait der vorsprecher myns gnedigen He- 
ren van Guyige ind Berge gesait, Joban van Mun- 
ster mit eyme mumperbrieve komen sy, den eme 
de Greven van Manderscheit gegeven baren, der 
dan «nnehelde we dat den Greven van Mander- 
scheit ind den yren geleyde geweygert ay; so ha- 
von de manne dat geleyt gehöirt, den Greven van 
Manderscheit zo geschickt ist van myn gnedigen 
Hern van Gayige ind Berge, und begert darup 
eyns ordels, oft* myn gnedige Here Tan Guyige etc. 
vurg. den van Manderscheit damit geleyt» halven 
genoioh ba've gedain, ind na dem de syne ouch 
geschickt, de van Manderscheit ind de yre so ge« 
lejrden. 

Item dat urdell is gestalt an Heren Diderich 
van Palant, der sich dan beraden hait mit den 
mannen ind gewyst, myn gnediger Here Tan Guyi- 
ge etc. bave damit gedain als eme van rechtz we* 
gen geboirt bait* 

item do hait der vursprecher myns gnedigen 
Hern van Goylge etc. begert eyns urdels, off* Jo- 
han van Münster dnreb sieb selffs md na lade-det 



442 

gewaltbriefts der man ay f der up deteo dritte« 
indSesten mandage hy tlain tolle Tan wegen der 
sweyer Heren ran Manderscheit , ind sy Terdedin- 
gen ind verantwerden intgain de» hogeboren fürst e 
H er t zotige so Guyige ind so dem Berge« 

Item dat hat der hoeffricbter geatalt an Seheyf- 
fart ran Hemersberg, der hait sich beraden mit 
den mannen ind gewyit: ia id sache dat Johan 
Tan Monster mit dryn seh iltbnrd igen uyss den 
mannen, de in den hoeffgeriehte sytsen, bewy* 
•en ind hybrengen han, dat he eyn Tan den schii- 
de geboren ind ouch eyn unberechtigt man sy; 
so möge he sprechen na ordenonge des hoeffge- 
richtz ind lants gewoenheit. 

Item darup so hait der Tursprecher der Gre- 
ren Tan Manderscheit Johan Tan Munster als An- 
walt begert beraits; ist eme erloufft; is weder» 
komen ind hait der Tursprecher gesait, Johan ?an 
Monster halde he sich nyt Torder dan he sy, he 
sy eyn arm Trom Unecht ind diene synen gnedt- 
gen Ileren mageu ind gnden rrundon. 

Item do hait der Tursprecher myns gnädigen 
Hern Tan Guy Ige ind Berge gesait, nadem Johan 
Tan Munster selffs kenne , dat he nyt Tan dem 
schilde geboren sy, he halde sich ouch nyt dar* 
Tur; so hoffe ind getruwe he dat he up den ge- 
waltsbriefF nyt so sprechen haTe« ind hait damit 
raitz begert synen sache n Tort »a so gaen Tan 
wegen myns gnedigen Hern Tan Guyige ind Berge 
ind syns Anwalts; ia eme erloufft. 

Item ist der Tursprecher myns gnedigen Hern 
Tan Guyige ind Berge wederkomen ind hait ge- 
sait mit uoderdingt) -nadem da <5i*erc Tan Man- 
dersebelt ir eyde ind ■ogeloefioV in deaes- rieht- 



443 

liehen dagen up geschreven haven, so hoffe ind 
getruwe he van wegen myna gnedigen Uern ran 
Guyige ind Berge ind synre gnaden Anwalts, dat 
syne gnaden solche leben mit den uphave ind mit 
sampt allen eosten ind schaden, syne gnade dee- 
halven gedain ind geleden, erledigen erfallen ind 
den Greven ran Manderscheit vnr£ so betsalen 
gebuere, ind dat deselven Greven van Mander- 
scheit weder yre hogeloefFde ind eyde gedain ha* 
ven , ind begert dariunb van dem boeffrichter ur- 
dell an de manne so setzen. Solchs hait der boeff- 
richter gestalt so rechte an den edeln Junchern 
Heinrich Greven so Lymburg; der hait sich be- 
raden mit den mannen ind is wederhomen ind ge- 
wyst, de pnnte de Her Girlaoh.~angestalt bave de 
sullc so urdell angestalt ayn, ind hat an dem boeff- 
richter begert den so manen, daran id gestalt is, 
ziemlich an Here Wilhem Greve so Lymbnrg. Der 
is tan dem boeffrichter ermandt worden, ind der- 
selve hait gewyst oevermits, de manne: nadem de 
van Manderscheit ir eyde ind hocgeloeffde upge- 
sebreven haint bynnen den richtligen dage, und 
ungehoirsam gewest synt ind geynen yre dage ge- 
wardt hain; so sullen sy yre lehen verloeren ha- 
ven ind de wederumb so henden des bogeboren 
fürst en ind Hern Hern Gerharts Hertsouch so 
Guyige ind so dem Berge etc. in dat huyss van 
Guyige weder gefallen syn mit allen ind iglichen 
huntlichen eosten ind schaden, syne gnade des- 
balven gedain ind geleden hait, ind dartso so sul- 
lent deselven Greven van Manderscheit vurg. yre 
eyde sere ho gesmyts ind gefreist hain. 

Item synt de manne alle sementlich van dem 
boeffrichter gemaent, off de ordell gewyst synt 



444 

als recht is, iod hait gefraigt zom irsten zom an- 
deren ind zom dritten maile : hait nyeman dar- 
•weder gesait. 

Item hait der rursprecher begert eyns tchyns 
ind urdelbrieffs darover an den hoeffrichter ind 
den mannen; hait der hoeffrichter geantwert van 
der manne. wegen: ja id sy billiche ind willen dat 
gerne dorn. 




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j u b c n 9ted)tftbcnfmA(eriu 



A (Teeren, abaren, abpflüaen. 

2S4. 
Affvermynnen. 395. 
Albeier. gifcbnefc, roobl rtacf> 

ben Jif&en, bie bamit ges 

fanden werben, fo genannt. 

3^1. 

Anhcstaiden. 108. 
Aufholt, Slnhau. 258. 
AurichtoDg ; <BoU^rccfung. 139. 
Ausedel. 53. 13^. 
Antwort. 112. 129. 
Atta, AK hin, f. Hatthin. 
Avantuer. 197. 

Ballioriß. 193. 

Bandage , Dien(t s la^e ber 

Cnnroobner tci ^Bannbejir* 

fc*. 38S. 
Banracise. 303. 367. 
Bant, $airtf)0(j. 263. 
Banwin. 381 U. ff. 

Banienhuve, $urbe, ©arte, 

ein ©eil: £ellcbarte. 311. 

Batysen, eine *fltönje ; ob »on 

Baptista? 270. 
Beer. 382. 191. 

Begevene , 5Wo|lera,ei|Hid}e. 

118. 
Behafftigen. 107. 
Bekroenen. 136. 
Belegen. 122. 397. 
Berinhuve, toof)l t>0tt Beer, 

Sber. 310. 
Bescheid. 79. 80. 93. 98. 
Bcschudden 89. 103. 105. 127. 
Beness. 91. 135. 
Besetzen. 124. 
Besoichen. 84. 
Besserie. 134. 
Besseronge. 114. 



Bestaden. 120. 131. 
Bestundung. 129. 
Bewerden. 253. 
Bidellus, Budele. 354. 356. 
Bloitruyst, <8lurrun(r. 253. 
Blygen dato. 253. Sinkende 

daefc 104. 
Borgh. 199. 
Borthzuchten, »öftl ÜOn ©Ort : 

ber {flaut ober jtretä bei 

®er\W, bte @erid)t*bartf; 

unb sieben. 282. 
Bozen. 316. 
Braugezauwe. 144. 
Breclefenkc. 303. 
Broitling. 63. 

Bruel, Brule. 301. 310. U. f. ». 
Bru.vlofft, SBrautfauf. 132. 
Buedinc, Budincli. 260. 274. 

370. 385. 
Bueren, beben. 118. 159. 
Bunden. 354. 
Butd reger, Boddreger, eine 

SKünje. 180. 206. 
Byhendich. 127. 
Byvanck. 218. 

Camervorst. 213. 339. 355. 

369. 
Centenera, Centenarius. 340. 
Cheffre, Kepper, Dacfjfparren. 

265. 
Cidclhuve. 300. 327. Zyde- 

lerehuve. 387. 
Oinsere. 340. 

Claretum, ©erfüfter SBein. 326. 
Heyne srayde. 262, 
Cremere. 261. 2*i4. 
C rucken, 259. Curben. 2621 
Cunber. 2*>4. 
Cupennioge. 819. 



ÜBortregtßer* 



Daedynckaman. 128. 
Dachdoin. 128. 
Dagbescheidong. 111. 
Dagen. 88. 
Dalys wedde. 284. 
Dechtem. Rennten. 251. 
Demee. oCÖ. 
Dink. 339. 
Doebbelen. 115« 
Done. 299. 
Draselhuve. 331. 
Drieaeh. 130. 

Echtschaft. 95. 
Sekeren. 251. 
Entochakinge. 104. 150. 

Feilicheit. 97. 
Fercella. 390. 
Ferto. 320. 

Flrpell. 123. 182. 141. 
Frisching. 327. 

Furslach. Da* 35gerre*t »ort 
einem erlegten #irfdj ijt ber 
Jtopf mit bem ftalfe und 
ber 33rnft, alfo ma* von 
t>om berauf oder »or ab« 
gefd)(agen »irfc- 368. 

Gare. 262, 

Gefreist. 449. 

Gegade. 123« 131. 

Geilleten. 265. 

Geldcn, gegolden. 89. 105. 

115. 251. 
Gelegenheit. 126» 133. 
Geringe« 397. 
Getyert. 197. 
Gkhtworde. 178. 206. 
Glashuve. 300. 311. 822.886. 

3b4. 
Glauben. 118. 124. 126. 
Groit, grostne. 180. 188. 
Grujrt, 251. 

Haccorn. 338. 

Hacht. 249« Heckte. 254. 

Haill. 200. 

Halren. 99. 

Harn. 268. 

Hantdediger. 114« 



Hatta, Hatthin. 801. 809. 310. 

311. 812. 813. 317. 319. 

883. 335. 353. 356. 358. 

360. 362. 372. 381. 384. 
Hepa. 367. 
Hertina], ba« SKaW wn bent 

»ur ptxbt gefammeften S&ieb, 

Belage* jur äüfyrmebe ge» 

liefert wirb. 325. 341. 
Heyme gaete. 288. 
Hien. 202. 
Hoedt. 208. 
Holscorn. 303. 355. 
Honnen. 118. ftunnt, fiimb< 

fdjaft. 209 u. ff. 
Hovemaldrum. 333. Huve- 

maldrnm. 336. 
Hovemaze. 372. 
Hovestede. 372. 
Hoyfen. 393. 
Husgenozen. 322. 
Hylich. 120. 

Inschaffang. 98. 

Iucae. 301. 355. 359. 371. 

lugen. 581. 383. 
Iachkorn. 330. 551. 332. 377. 

579. 

Kar, |tnt fangen ber ©rünb* 

linge. 390. 
Kere. 126. 131. 
Kernen, ©pety. 330.331.332. 
Klaffen. 142. 
Kolhuve. 531. 
Kommentscbafft. 397. 
Kommerrecht. 111. 
Kopken, 9Kün}e, 199. 207. 
Kroeden. bO. 
Kumde. 302. 
Kjff, kyffliche hendel. 114« 

115. 

Laeken. 95. 

Lantrecat. 91. 

Laniaaeaa, @egenfa$ von Sär< 

ger. 113. 
Laien, Lateareekte. 1628.fr 
Laja, ta&. 590. 
Leidenmde. 302. 



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